2. Im Grimmauld Place
Harry konnte es kaum erwarten von den Dursleys weg zu kommen. Doch erstmal mußte er ihnen verklickern das am Freitag wieder einmal Zauberer in ihr Haus kommen würden. Naja ,dachte er, was sein muß, muß sein. Also ging er nach unten ins Wohnzimmer um den Dursleys die "freudige" Mitteilung zu machen. Vor dem Wohnzimmer holte Harry noch einmal tief Luft und dachte, dann auf in die Höhle des Löwen!
"Ähm, Onkel Vernon?"
"Was?!"
"Also am Freitag um 15 Uhr holen mich die Weasleys ab. Ich dachte ihr solltet das Wissen."
"Ich hoffe Sie kommen auf gewöhnlichem Wege hier her!", bellte Vernon sogleich los.
Harry mußte seine Wut sichtlich unterdrücken.
"Natürlich", knurrte er nur.
"Werd nicht frech, Bursche!", brüllte Vernon nun und lief dabei auch noch gefährlich rot an.
"Schon gut!", rief Harry, drehte sich auf dem Absatz um und lief hoch in sein Zimmer.
Oben angekommen warf er sich aufs Bett und hätte am liebsten laut geschrieen. Nur ruhig, dachte er, nur noch ein Tag dann bin ich weg von hier.
Er setze sich auf und ging in Gedanken nocheinmal alles durch was er packen mußte. Als das erledigt war, nahm er sich nocheinmal das Buch, das ihm Hermine geschenkt hatte. Er las die Kurzfassung auf der Rückseite:
"Wie und womit magische Kräfte und Fähigkeiten in verschiedensten Ritualen manifestiert werden "
Harry runzelte die Stirn, wofür ich das wohl brauche dachte er bei sich.
Er schlug das Buch auf und begann zu lesen.
Harry hatte die Zeit vergessen so vertieft war er in sein Buch. Erst das Klok, Klok riss ihn von dem Buch los. Er sah zum Fenster und erkannte seine Hedwig die da am Fenster hockte und um Einlass bat.
Es war bereits dunkel und Harry fühlte sich mit einem mal furchtbar müde. Er beschloss schlafen zu gehen.
Am nächsten Tag war ein schrecklicher Aufruhr im Hause der Dursleys. Sie waren extrem nervös ob der Ankunft von mehreren Zauberern. Harry ging ihnen aus dem Weg, aus Erfahrung wusste er, das es besser war ihnen nicht unter die Augen zu treten. Um kurz vor Drei packte er seinen Koffer und ging nach unten. Die Weasleys würden jeden Augenblick kommen.
Onkel Vernon lief an ihm vorbei und verpasste ihm einem Blick, bei dem sich Harry wünschte jetzt sofort und auf der Stelle in Luft auflösen zu können. Schon klopfte es an der Tür. Harry sprang auf um die Tür zu öffnen.
Vor ihm standen Ron, Ginny und Mr. Weasley.
"Hey Harry, wie gehts? Nimm deine Sachen dann können wir sofort los!" meinte Ron nur. Ihm war nie besonders wohl in der Nähe der Dursleys.
Das ließ sich Harry nicht Zweimal sagen.
"Wie kommen wir denn zum Grimmauld Place? Mit einem Portschlüssel?"
"Ja, in einer Minute aktiviert er sich, hier leg einfach einen Finger drauf, aber das weißt du ja."
Mit diesen Worten hielt Mr. Weasley ihm eine alte Zeitung entgegen.
Und schon spürte Harry das vertraute Reißen hinter seinem Bauchnabel.
Als sich der Schwindel gelegt hatte, fand sich Harry bereits in einer herzlichen Umarmung wieder.
"Oh Harry mein Lieber!Ich hoffe du fühlst dich gut! Lass dich anschauen....Hm, ich glaube ich gehe gleich in die Küche und mache dir was zu essen, in der Zeit kannst du deine Sachen ja hoch in euer Zimmer bringen. Es ist immer noch das selbe wie letztes mal." Mit diesen Worten entließ Molly Weasley die drei. Ginny, Ron und Harry gingen nach oben in ihr Zimmer.
"Und Harry wie geht es dir?", fragte Ginny.
"Naja, wie mal sich halt fühlt, wenn der Mann der einem Vater am nächsten stand gestorben ist", meinte Harry bitter und wandt sich ab.
"Entschuldige, so war das nicht gemeint. Ich wollte dir nicht zu nahe treten", meinte Sie und lief rosa an.
"Nein Gin ist schon ok. Ich hoffe das ich durch euch ein bisschen Abgelenkt werde und nicht mehr andauernd an Ihn erinnert werde."
"Ok, wir werden unser bestes tun. Dann sollten wir gleich mit dem Harry- Ablenkungs-Programm anfangen", meinte sie und grinste.
Bei diesem Ausspruch huschte selbst über Harrys Gesicht ein Lächeln.
"Ron was meinst du, lässt uns deine Mutter morgen in die Winkelgasse? Ich brauche ein paar neue Roben und natürlich auch die neuen Bücher."
"Ich rede gleich beim Essen mal mit ihr, wir brauchen unsere Sachen ja schließlich auch noch", meinte er.
Später beim Essen brachte Ron das Thema gleich auf den Tisch.
Molly war hin und her gerissen. Einerseits hatten die Kinder Recht, andererseits war es in diesen Tagen extrem Gefährlich die Kinder allein irgendwo hin zulassen.
"Ich mache euch einen Vorschlag.Morgen früh kommt Tonks, ich frage sie und wenn sie einverstanden ist, werden Tonks und ich euch begleiten. Mir ist wohler bei dem Gedanken, wenn jemand vom Orden dabei ist."
Nachdem sich alle die Bäuche vollgeschlagen hatten, gingen die drei Freunde wieder nach oben.
"Sagt mal, wo steckt eigentlich Hermine?" wollte Harry wissen.
"Sie ist noch mit ihren Eltern im Urlaub, Spanien glaub ich", sagte Ron.
"Ah, schaut mal das hat sie mir zum Geburtstag geschenkt. Könnt ihr damit vielleicht was anfangen?"
Ginny nahm ihm das Foto aus der Hand und sah es sich prüfend an.
"Hm, es kommt mir so vor als hätte ich es schon einmal irgndwo gesehen", meinte sie.
Sie drehte das Foto herum um die Widmung von Hermine laut vorzulesen:
Das Grab des Sohnes der Nonne auf Berg Newais:
Herr des Kampfes, Llew Emrys,
Oberster Zauberer, Myrddin Embais.
Ron saß grübelnd auf seinem Bett. "Hm, wieso habe ich den Namen Emrys schon einmal gehört?"
Auch Ginny schien tief in Gedanken versunken. Plötzlich sprang sie auf und lief nach draußen. Harry und Ron hörten sie die Treppe hoch rennen und wieder herunter kommen. Sie kam mit einem dicken Wälzer in der Hand, der an Hermine erinnerte, wieder ins Zimmer.
"Ich glaube in diesem Buch dürfte die Antwort stehen wer Emrys war!", meinte sie und strahlte wie ein kleiner Hauself.
Hastig blätterte sie in dem Buch bis sie auf eine Seite traf und ein lautes HA! verlauten ließ.
"Was!?", fragten Ron und Harry wie aus einem Mund.
"Hier steht das Emrys niemand anderer als Merlin ist!", rief sie laut aus.
Ron und Harry saßen da wie vom Donner gerührt ud wussten nicht was sie sagen sollten.
"Aber...aber was hat das zu bedeuten? Das Grab des Sohnes der Nonne auf Berg Newais!? Wo soll das sein?" Harry war abgrundtief verwirrt.
"Ich habe keine Ahnung. Vielleicht sollten wir uns in Hogwarts Gedanken darüber machen. Dort haben wir die Bibliothek und können nachschauen oder auch zur Not einen Lehrer fragen", sagte Ginny.
"Gin, du machst mir Angst, du benimmt dich wie Hermine!", meinte Ron.
Harry mußte lachen. Hermine mußte tatsächlich auf Ginny abfärben. Sie war in den letzten zwei Jahren zu genauso einem Bücherwurm geworden wie Mine. Und das mußte was heißen!
"Kommt wir gehen schlafen. Wenn wir morgen in die Winkelgasse wollen, wird Mum uns mit Sicherheit früh raus schmeissen. Also gute Nacht ihr zwei!", meinte Ginny und ging Richtung Tür.
"Gute Nacht, Gin!", riefen ihr Ron und Harry noch nach.
"Wir könnten vielleicht morgen mal bei Florish & Blotts schauen ob die uns weiterhelfen können, oder was sagst du?", meinte Ron zu Harry.
"Ja können wir machen, aber jetzt bin ich auch müde Ron, schlaf gut, reden wir morgen drüber, ja?", erwiderte Harry.
Sie wussten ja nicht wieviel sie finden würden....
