Kapitel 2
Booth stieg beschwingt aus dem Auto. Er lief die Einfahrt hoch und schloss die Vordertüre auf.
„Hallo, jemand zu Hause?" rief er und stellte die Einkaufstasche ab.
Dann ging er ins Wohnzimmer und fand Amber und Henry schlafend auf dem Sofa. Booth weckte Amber Rollins, die 50-jährige Nachbarin, die auf Henry aufpasste, wenn er nicht da war.
„Seeley? Wie spät ist es denn?" fragte sie verschlafen.
„Gleich 18 Uhr. Ich bin etwas früher, weil ich heute noch Besuch bekomme und noch Abendessen kochen möchte."
„Soll ich dir was helfen?"
„Wenn du Henry sein Abendessen geben und ihn bettfertig machen würdest, wäre ich sehr dankbar."
Booth ging neben dem Sofa auf die Knie und küsste Henry auf die Stirn. Der kleine Mann wachte auf und schaute seinen Vater mit großen Augen an.
„Daddy!"
„Hallo Buddy. Wie war dein Tag? Du hast Amber hoffentlich nicht geärgert."
Henry schüttelte den Kopf.
„Henny Fussball bespielt." grinste er seinen Vater an.
„Hast du Hunger, kleiner Mann?"
„Jaaaaa! Tossen Hunger!"
Amber grinste und nahm Henry mit in die Küche. Sie machte ihm ein Salamibrot und er verputzte es so schnell wie möglich. Dann zog Amber ihm seinen Schlafanzug an.
„Seeley, Henry ist fertig und ich verabschiede mich dann bis morgen. Bye Henry." sagte sie und wuschelte Henry durch die Haare.
Henry grinste sie an und winkte ihr. Dann nahm Booth Henry auf dem Arm und trug ihn in sein Zimmer. Dort legte er ihn in sein Bett und las ihm noch eine Geschichte vor. Er war noch nicht fertig lesen, da war Henry schon eingeschlafen. Booth küsste ihn auf die Stirn und deckte ihn zu.
„Schlaf schön und träum was schönes, Buddy." flüsterte er, machte das Licht aus und lehnte die Tür an.
Dann machte sich Booth auf den Weg in die Küche, um der Frau seiner Träume, ein leckeres Abendessen zu machen.
Während die Makkaroni kochten, deckte er den Tisch und zog sich noch ein frisches Hemd an.
Booth war gerade dabei den Käse zu schneiden, als es an der Tür klingelte. Beschwingt ging er zur Tür und machte sie auf.
„Hallo Bones, komm doch rein."
Nachdem Bones bei Booth fort gegangen war, konnte sie an nicht anders mehr denken. Er hatte sich nicht verändert. Bones merkte, dass ihre Gefühle für Booth sich nicht verändert hatten. Sie waren noch genauso tief wie vor 5 Jahren.
Bones freute sich auf den Abend. Hoffentlich vertrug Booth, das was sie ihm zu sagen hatte. So in Gedanken versunken fuhr sie zu Angela und Hodgins Haus.
Sie war kaum aus dem Auto gestiegen, als ihre 4 jährige Tochter auf sie zu rannte.
„Mama, da bist du ja wieder. Ich habe dich so dolle vermisst." rief Alexandra.
„Ich hab dich auch vermisst, Käferchen. Lass uns rein zu Ange gehen." sagte Bones und sah ihrer Tochter hinterher. Sie sieht aus wie ihr Vater, dachte sie und machte sich auf den Weg ins Haus.
Alexandra Ella Brennan, 4 Jahre alt, braune Haare und braune Augen. Sie war etwas altklug für ihr Alter, aber auch intelligent und sehr tierlieb. Sie war 9 Monate nach Bones Flucht in Las Vegas geboren worden. Alexandra wusste, dass Greg nicht ihr Vater war, aber sie hing sehr an ihm und war unglücklich, dass ihre Mutter beschlossen hatte nach Washington zurück zu gehen. Sie vermisste ihre Freundin Cindy, die Tochter ihrer Pateneltern Gil und Sara Grissom. Doch sie war ein fröhliches Mädchen und außerdem sollte Cindy in den Sommerferien mit ihren Eltern zu Besuch kommen. Das einzige was sie bedrückte, war die Tatsache, dass sie hier ihren Vater kennen lernen sollte. Sie hoffte, dass er wirklich so war wie ihre Mutter ihr erzählt hatte.
Als Bones ins Haus kam, saß Alex, wie sie von allen genannt wurde, bei Angela auf dem Sofa. Angela war anzumerken, dass sie so langsam die Schnauze voll hatte von ihrer Schwangerschaft. Temperance grinste als sie Angela sah.
„Grins nicht Sweetie. Es ist nicht lustig. Ich werde Hodgins töten, wenn er mir so was noch mal antut."
„Ja, die Freude der Schwangerschaft. Aber du hast ja zum Glück nur noch 3 Wochen und es ist noch nicht so heiß."
„Wie war es bei Booth?"
Temperance schüttelte den Kopf. Sie wollte vor Alex nicht darüber reden. Angela kapierte es und sagte zu Alex.
„Käferchen. Kannst du Hodgins im Garten helfen die Hunde zu Baden?"
„Darf ich wirklich?" fragte Alex ihre Mutter.
„Ja, aber steh ihm nicht im Weg und versuche dich nicht zu schmutzig zu machen."
„Okay, bye!"
Temperance sah ihr grinsend hinterher. Dann setzte sie sich zu Angela. Diese sah sie erwartungsvoll an.
„Nun, ich will Details, Sweetie."
„Ich werde heute mit ihm zu Abend essen und ihm dann von Alexandra erzählen."
„Das hört sich gut an." grinste Angela sie an.
„Angela, Abendessen und nichts weiter."
„Willst du wetten? Nach eurem letzten Abendessen warst du schwanger, Brennan!" erinnerte sie Angela.
Brennan sah Angela vorwurfsvoll an. Angela hob die Arme.
„Was denn Brennan? Das ist die Wahrheit, oder."
„Das war vor 5 Jahren und wir waren betrunken."
„Na und? Betrinken könnt ihr euch auch heute."
„Angela, ich will Booth erzählen, dass er eine Tochter hat. Ich glaube nicht, das er danach in Stimmung ist Sex zu haben."
„Oh Sweetie, er wird dir nicht den Kopf abreißen. Obwohl ich dir schon immer gesagt habe, du sollst es ihm erzählen. Er weiß ja noch nicht mal, dass du Mutter bist. Hätte ich es dir nicht versprochen, wüsste er es längst."
„Das war weil ich so wütend auf ihn gewesen bin. Jetzt fühle ich mich nicht ganz wohl in meiner Haut. Ich hoffe, er schmeißt mich nicht raus."
„Brennan, ihr seid erwachsene Leute. Er liebt dich, dass weiß ich. Wenn Booth von dir redet, hat er diesen Glanz in seinen Augen. Er kann froh sein, dass Sandra mit David durchgebrannt ist. So wie sie ihm Hörner aufgesetzt hat."
„Es tut mir Leid für ihn, Angela. Er hätte es verdient glücklich zu sein. Ich geh nun duschen und mich anziehen. Du bringst Alex ins Bett?"
„Natürlich Sweetie. Hab einen schönen Abend mit Booth."
Brennan stand auf und umarmte ihre beste Freundin. Dann ging sie nach oben. Angela sah ihr nach und grinste. Sie hoffte, dass Brennan und Booth endlich einsehen würden, dass sie zusammen gehörten.
Bones saß vor Booth Haus im Auto. Ihr gingen alle möglichen Gedanken im Kopf herum. Wie würde er reagieren auf die Tatsache, dass er Vater einer Tochter war. Sie bereute nun, dass sie es ihm solange verschwiegen hatte. Bones musste ihren ganzen Mut zusammen nehmen um auszusteigen und zu klingeln. Keine Minute später wurde die Tür geöffnet.
„Hallo Bones, komm doch rein."
„Guten Abend, Booth."
Booth ließ sie eintreten und nahm ihr die Jacke ab. Dann geleitete er Bones ins Esszimmer.
„Setz dich. Das Essen kommt gleich. Wenn du willst, schenk dir schon mal einen Wein ein."
Temperance nickte. Keine 5 Minuten später, stellte Booth die Käsemakkaroni auf den Tisch. Er gab Bones einen Teller voll und nahm sich dann auch. Booth schenkte den Wein ein, um sich dann zu setzten. Sie aßen und unterhielten sich über Gott und die Welt.
Nach dem Essen half Bones den Tisch abzuräumen. Sie gingen ins Wohnzimmer und setzten sich auf das Sofa. Booth sah sie an und es war so, als ob es die 5 Jahre nicht gegeben hatte. Er war sich über seine Gefühle für Bones im Klaren. Doch wie ging es Bones? In der letzten Nacht, die sie zusammen verbrachten, hatte sie gesagt sie würde ihn lieben. Aber das war 5 Jahre her, dachte er sich.
Er hörte das Bones sich räusperte und verbannte seine Gedanken. Er lenkte seine Aufmerksamkeit auf Temperance.
„Booth, wir müssen uns unterhalten." sagte Bones leise.
„Ja, das sagtest du heute Mittag bereits. Nun Bones, ich bin ganz Ohr, was du mir zu sagen hast."
„Booth, ich weiß nicht wie ich es dir sagen soll. Es ist ein heikles Thema."
„Bones, du weißt das du mir vertrauen kannst. Sag es einfach und habe keine Angst."
„Okay Booth. Als ich Washington verließ, war ich schwanger und habe eine 4 jährige Tochter."
Booth schaute sie erstaunt an. Er konnte es nicht glauben. Mit wem hatte sie denn eine Beziehung gehabt?
„Wer ist denn der Vater?"
„Du bist der Vater, Booth." sagte Temperance und wartete auf seine Reaktion.
T B C
