Kapitel 22 Teil 2

0240 Stunden IKZ/LZ

Stillgelegtes Vanadiumbergwerk

Maschinenlager

Angel City

Alpha Lyrae

Als sich die gewaltigen Metalltüren öffneten, passierte im ersten Moment noch nichts. Das einzige, was sich bewegte, waren die paar Marine- Pioniere, die ihre Roboterkanonen in Stellung brachten, gedeckt von den stationären Gatling Guns. Als diese dann ihre Stellung eingenommen hatten passierte immernoch nichts, nur die Dunkelheit winkte ihnen aus der dem Tunnel hinter der Tür entgegen. Dann langsam ertönte ein Sausen, als ob die Luft von Hunderten Wächtern bevölkert wäre und dann kamen die Massen in Sicht. Die Marines reagierten sofort. Gatlings, Gewehre, MPs, LMGs, Roboterkanonen, Granatwerfer und Raketenwerfer feuerten in den Gang und ließen eine Woge aus Rauch, Feuer und Metallresten daraus hervorschießen. Die Marines hatten sich zuvor in drei Blöcke aufgeteilt, die sich mit feuern und Nachladen zeitversetzt abwechselten. Der Lärm war ohrenbetäubend und plötzlich schossen dutzende Wächter, deren Schilde zwar sehr schwach aber dennoch aktiv waren in den Raum und wurden von den Querschlägern abgefangen. "Vince! Tinx! Haverson!" Sean gab aus seiner Fortress heraus Anweisungen. "Ihr kümmert euch um die die durchkommen!" Die Angesprochenen wechselten die Ziele und ein weitere Dutzend zerstörter Wächter fiel binnen von Sekunden auf den Boden.

Mehr und mehr der Wächter strömten aus der Öffnung und wurden von den Stationären Waffen noch zurückgedrängt. Doch dann sanken zeitgleich die Munitionsanzeigen der stationären Gatlings und Roboterkanonen auf null.

Durch den Verlust dieser Feuerunterstützung konnten die Wächter - zwar immernoch unter großen Verlusten, aber dieser ungeachtet- weiter vordringen. Die Drei in ihren Fortresses hatten Probleme der Anzahl ihrer Feinde mit den Waffen zu Folgen, wobei sie schon mithilfe ihrer Granatwerfer und Gatlings dutzende auf einmal wegmähten und aus der Luft schossen.

Tinx nutzte nun die Waffe, die er zuvor noch nicht eingesetzt hatte: das Elektrogeschütz. Er nahm Ziel auf die aus der Öffnung strömenden Wächter und löste die Waffe aus. Aus der Öffnung der Waffe schossen ein Dutzend Blitze hervor, die je einen Wächter trafen, die Schilde so heftig attakierten, dass sie nicht vollständig aufgebaut zusammen mit den Wächtern verpufften, wobei die Blitze noch weiter auf die in der Nähe ihrer Ziele befindlichen Wächter übersprangen und dabei weitere Sechs Wächter vernichten und drei Dutzend Schilde zum Platzen brachten. Die Schockwaffen der vier anderen Fortesses wurden in die Öffnung gefeuert und richteten Verheerende Schäden an. Als die Sicht in den Tunnel klar war, waren keine Wächter mehr zu sehen. "Wir gehen rein!", sagte Sean über Funk, "Sie sichern die Tür nachdem wir durch sind und sorgen dafür, dass keiner dieser Wiederlinge durchkommt!" "Roger!", hallte Tomsons Stimme aus den Lautsprechern im Cockpit der Fortress. Geschlossen marschierten die riesigen Maschinen in den Tunnel. Dunkelheit umschloss sie, als die Tür sich schloss.

"Wie bitte?" Paladin wirkte Irritiert. "Du willst das Elitesquad wieder aufleben lassen?" "Ja", sagte Crushhead, "Das ist das mindeste, das wir tun können." "Wir sollen uns denen da unten stellen? Das ist ein Tollhaus für die Allianz, das ist Selbstmord!" "Nicht in dieser Situation. Und nicht mit diesem Auftrag." "Was sollen wir machen?" Paladin hatte zuvor schon kapituliert. "Ihr sollt, denn deine beiden Söhne sind nun auch offiziell aufgenommen, zusammen mit den anderen vier die markierten Punkte sichern und die Marines, die dort in der Nähe verschanzt sind in die Evakuierungsschiffe bringen." "Wer ist der Pilot dieser Rettungsschiffe?" "Das kannst du dir aussuchen, da du das beste Wissen über unsere Jungs hast." Paladin rieb sich über Kinn."Wenn das so ist, dann ruf'Judith auf die Defiance zurück und lass sie das Ding fliegen." "Deine Tochter also." Auch Crushhead schien nun sehr nachdenklich. "Gut. Wie ist ihr Rufname." "Fairy Angel." "Ok. Dann mach die anderen beiden bereit und docke an die Knuckleduster an, damit die vier auf die Fury kommen und ihr euch dann runterbegeben könnt. Ich habe zudem noch die Jungs angewiesen sich Kistenweise Ausrüstung zu nehmen, sodass ihr Aufmunitionieren und euch zusätzliches Zeug holen könnt!" "Roger."

Supreme Commander Tear Tanarmee entspannte sich auf der Brücke seines Schiffes und sah auf. Die Menschen hatten ihre Stärke allein durch die defensive Bauart der Stadt unter Beweis gestellt, die schon unzählige Opfer auf Seite der Allianz gekostet hatte. Wie lange würden sie noch Widerstand leisten können? Seine Gedanken wurden von einer Übertragung unterbrochen. Der Anführer der Sturmaufklärertruppe der Sangheili, ein Gewisser Kyorl Zermannamee, meldete sich zu Wort."Supreme Commander, wir haben den Nebentunnel zur Ebene der Blutsväter gesichert und können nun vorrücken. Order?" "Ja, Wir wir werden die Jiralhanae vorschicken und dann selbst Eindrigen. Wartet bis zu meinem Eintreffen, bevor sie vorrücken." "Jawohl, Exzellenz." Die Verbindung wurde geschlossen und die Mandiblen des Suprme Commanders rieben aneinander. Es war der einzige Weg sich abzureagieren, der ihm erlaubt war, die Jiralhanae in den Tod zu schicken und damit den Posten einnehmen zu lassen, den die Unggoy in den Reihen der Allianz eingenommen hatten. Tanarmee hatte diesen Funkspruch und diese Bestätigung sehnlich erwartet. Es war das Zeichen Gewesen, dass er sich nun persönlich an den Kampfhandlungen beteiligen konnte. Ein Sangheili wie er lies sich so etwas nicht zweimal sagen. Er packte seinen Beutel mit der Ausrüstung und lief in Richtung des Gravitationsliftes.

Kapitel 22 Teil 3

0245 Stunden IKZ/LZ

Korvette "Fury of the Storm II"

Orbit um Alpha Lyrae

Die Kisten öffneten sich und gaben die Sicht auf den Inhalt frei. Scythe grinste. "Gewehre, MPs, Pistolen, LMGs, Granaten, Panzerungen, Ausrüstung, Munition, Schildgeneratoren und sogar eine tragbare Gatling Gun. Das ganze Programm. Nun müssen wir nur darüber nachdenken, was wir brauchen." Jeremia und Logan griffen nach Panzerungen. "Die brauchen wir auf alle Fälle! Und die Schilde auch!" "Richtig.",sagte Nightmoth. Niemand wusste bei Nightmoth, warum man ihm diesen Namen gegeben hatte. Mit einer Motte hatte sein Aussehen nicht viel zu tun. Eher dachte man an eine Brutale Kreuzung aus einem Bären und einem Elefanten, wenn man ihn genauer betrachtete. Dieser Kerl glich an Größe und Statur einem Sangheili, hatte seine Haare kurz geschoren und eine Quer über sein Gesicht verlaufende Narbe, die sein linkes Auge zu verzerren schien, was bei ihm den Eindruck erweckte, er wäre auf dem linken Auge blind. Doch dies war ein Irrglaube, Nightmoth hatte seit seiner Geburt in seinem Linken Augapfel zwei Pupillen, die ineinander übergingen. Dieses Auge war, so wusste Paladin seit Ewigkeiten, in der Lage bei Nacht wie bei Tag zu sehen. Allein vom seinem bedrohlichen Äußeren würde man bei ihm auf einen Choleriker schließen, doch wer diesen Schritt unternahm, lag falsch, denn Nightmoth war eine Friedensnatur, sanft und gutmütig, was ihn beliebt bei jedermann machte. Ganz anders als Scythe. Scythe, der durch seine Statur nicht auffiel, war ein äußerst brutaler Mensch, den man mit Fug und Recht als unberechenbar einstufen konnte. Das mochte zum einen an seinem Explosiven Charakter liegen, seinem Matialischem und antisozialen Humor, gepaart mit einer explosiven Veranlagung zu Wut und berserkerhaften Anfällen davon, zum anderen, dass er sehr intelligent, hinterlistig und, und das war das Schlimmste, Reaktionsschnell war, wie Paladin noch keinen Menschen gesehen hatte sowie mit einer Intuition gesegnet war, die jedem, der etwas mit ihm zu tun hatte Angst einjagte. Er hatte seine Blutrot gefärbten, schulterlangen Haare in einem Pferdeschwanz zusammengebunden und sein Gesicht mit den schwarzen Augen, die in seltenen Augenblicken vor Hass und Mordlust glänzten ließen ihn in Paladins Augen wie die Inkarnation allen Bösen des Universums erscheinen. Doch nun wirkte er, im Vergleich zu den anderen ruhig, unheimlich ruhig. Die Hände auf seinen Unterarmschinen überwachte er die ganze Szene. Paladin wurde immer nervöser. Vielleicht lag es daran, dass er in Geschichten über Scythe im Kampf gehört und ihn selbst kämpfen gesehen hatte, jedes mal mit anderen Waffen und Panzerungen. Das einzige, was sich an ihm nie änderte waren diese Unterarmschienen sowie seine Stiefel. Schwarz und aus einem Paladin unbekannten Material gefertigt waren diese beiden Dinge an bestimmten Stellen etwas breiter, wie an der Rückseite der Stiefel und den Innsenseiten der Arme. Wenn man den Geschichten Glauben konnte, so waren darin Klingen verborgen, die mithilfe von bestimmten Bewegungen ausgeklappt werden konnten.

"Ich nehme dass hier.", sagte Nightmoth und griff nach der Gatling sowie Trommelweise Munition. "Was nimmst du, Paladin?" Scythe blickte ihm mit seinen Schwarzen Augen direkt an. "Gib mir ein Ma5cg, das gemischte Granatensortiment und 'ne Ladung Munition." "Screamer?" Es war als würden die Augen jenes Soldaten auf beiden Söhnen Paladins gleichzeitig ruhen. "Ich nehm meine alte MP." "Dann nimm meine auch gleich dazu, ich wähle mir was eigenes aus." Sein Bruder reichte ihm seine frisch gewartete, geladene und gesicherte Waffe. "Und bevor du fragst, Scythe, nehme ich zweimal das Standart LMG plus Munition." "Warum nimmst du zwei?" "Lieber eine Waffe mehr als eine zu wenig." "Meine Rede." "Und was ist nun deine Wahl?", drehte Paladin den Spiess um. Scythe lächelte auf eine Art und Weise, die ihm etwas Sympathie verlieh. "Ich nehme die hier.", sagte er und hielt zwei CW 30 MPs hoch, MPs die man über Munitionsschnüre befüllte und darum das Kaliber der Munition variieren lassen konnte. "Munition?" "15mm Schredder." "Die Klassikpanzerung?", fiel Nightmoth herein. "Mit Schilden?" "Ja, kombinieren wir die Dinger." "Wo hat Crushhead den ganzen Kram eigentlich her?" "Also die Munition, Panzerung und die Schilde stammen aus den Beständen des UNSC, die hat Crushhead für uns angefordert, die Waffen hat er vom Schwarzmarkt. Und das Zeug hier", sagte Scythe und deutete auf die Kiste mit der Elektronik, "haben unsere Jungs selbst produziert." "Wie sieht es aus, Wie lange dauert es noch bis wir runter können?" "Zehn Minuten." "Prima. Sieht aus, als würden wir doch noch auf unsere Kosten kommen."

"Alles ruhig, wir rücken vor bis zum Wegpunkt." "Roger, Haltet eure Waffen bereit, sie können überall herkommen, von den Decken herabsinken oder aus Rissen aufsteigen." "Yep." Johannsen war die erste, ihr Folgten Sean und Tinx und danach kamen Haverson und Vince zum nächsten Wegpunkt. "Sag mal, Sean, warum müssen wir alle 100 Meter Stoppen und warten?" "Reine Sicherheitsfrage." "Wie weit noch bis zum Schacht?", fragte Vince. "In etwa eineinhalb Kilometer, also haltet euch rann!"

Endlose Sekunden zerflossen zu Minuten und diese schienen zu Stunden zu zerfließen, als das Team den Aufzugsschacht erreichte. Dieser Raum, fünfeckig, in der Mitte durch den gewaltig großen Lastenaufzug und dessen Schacht dominiert, dessen Gondel an der Decke des Raumes hing. Sean fühlte das ungute Gefühl in seinem Magen wesentlich intensiver als zuvor. "Vorrücken und dann den Raum Scannen, nicht dass wir hier festgenagelt werden! Johannesen geht vor, danach Tinx und Haverson und Vince zuletzt!" "Positiv."

Langsam aber sich verteilten sich die Anwesenden im Raum und streckten die Waffen ihrer Fortresses feuerbereit in beide Richtungen aus. Nichts. Garnichts. Eine Halbe Minute verging ohne ein Ereignis oder auch nur eine Andeutung davon.

Tinx schaltete aus Gewohnheit seine Möglichen Arten von Sicht durch. Nachtsicht. Thermalsicht. Magnetfeldsicht... Energiestausicht. Tinx stockte. Diese Art der Sicht machte elektrische Energiefelder sichtbar und eigentlich sah er nichts außer den Fortresses seiner Kameraden, in hellen Farben und der Hintergrund in schwarz. Nur diesen Widerschein an der Decke, der aus dem Schacht zu kommen schien. Mit jeder Sekunde schien dieses Licht konzentrierter zu wirken. Tinx reagierte sofort. "AN ALLE! ZIELT AUF ALLES WAS AUS DEM SCHACHT KOMMT! DAS MÜSSEN HUNDERTE SEIN!"Kaum hatte er ausgesprochen, schon wurde es blendend hell im Cockpit, da die Sicht nun überlastet wurde. Du musst mit deiner Schätzung verdammt gut liegen, dachte Tinx, schaltete die Sicht um und begann aus allen Rohren seiner Fortress zu feuern.

Blitze durchzuckten den Raum, Kugeln verschiedener Kaliber und Granaten suchten sich ihre Ziele und fingen eine nicht unwesentliche Menge an Wächtern ab, welche ein Lichtgewitter aus Laserstrahlen veranstalteten, doch es strömten immer welche aus dem Schacht nach. Mit einem synchronen hässlichen Klacken wurden bei jeder Fortress je zwei Munitionskisten gewechselt und die Leeren aus Öffnungen auf dem Rücken geschossen. Der Aufzugsraum hatte sich binnen Sekunden in ein Meer aus Feuer und blitzenden Energieschilden verwandelt, in dem die Menschen für den Moment die Überhand gewannen und in die aus dem Schacht strömenden durch Granaten zurückdrängten. Elektrizität Wurde nun in den Schockwaffen in den Schacht gejagt und fing in etwa Hundert Wächter ab, die durch die Blitze getroffen in die Schwärze hinabsanken und andere Wächter abfingen. "Wie sieht's mit euren Schilden aus?", warf Tinx in das Feuergefecht hinein. "Ziemlich mies, meine sind bei 27% angekommen und wenn das so weitergeht, werden wir drin verrecken.", meldete sich Haverson. "Die Schilde sind garnicht mal mein Problem", sagte Vince in einem für ihn sehr seltsamen Ton, "Mein Problem ist die Munition für das Gatling! Ich bin bei meinen letzten beide Kästen angekommen." "Lass mich raten, aber dafür hast du mehr von den Blechdosen mit Antigravtriebwerken abgeschossen als wir alle zusammen?" "Positiv!" "Hey, da kommt nichts mehr nach!" "Dann sollten wir die Plattform rufen und uns nach unten absetzen!" "Die Plattform kommt runter, hab ich mich eben drum gekümmert.", sagte Johannsen. Die restlichen Wächter im Raum fielen in der nächsten Minuten in blutig rote Feuerbälle gehüllt zu Boden und als es wieder ruhig in dem Raum wurde, schritten die Fortresses auf die Aufzugsplattform, die für alle gleichzeitig Platz bot und durch vier gewaltige Metallseile gehalten wurden. "Dann mal los!" Der Aufzug entwickelte plötzliche einen gewaltigen Schwung nach unten. Keiner sagte etwas, alles war still. Bis Sean etwas an dem Punkt kurz aufblitzen sah, wo sich der Einstiegspunkt befunden hatte. Dann blitze es erneut, dann nochmal und noch einmal und im plötzlich wurde der Aufzug schneller. Unkontrolliert schneller. "Tinx! Die haben die Seile durchgeschnitten! Was können wir tun?", sagte Sean mit einer vor Panik strotzenden Stimme. "Zündet eure Bremspackete! Die Dinger, sind dazu gedacht den Fall eines Drop Pods zu verlangsamen, also werden sie uns auch stoppen können!" "ROGER!" Feuersäulen schossen aus den Rückenmodulen der Fortresses, bremsten die gewaltigen Maschinen ab und versetzten die Plattform in Brand, sodass diese heller leuchtete als Natriumdampflampen und dem Boden entgegen schoss. Wenige Sekunden hatte diese Szene Bestand. Dann schlug die Plattform in einem Feuerwerk auf. "Wie lange reichen eure Packete noch?" "Grade mal Zehn Sekunden.", sagte Haverson kalt. "Das reicht noch nicht einmal für ein Vater unser." "War schön mit euch, Jungs!" "Schade, dass ich mir keine Zigarre mehr anstecken kann um den Abtritt zu feiern!"

In jeweils demselben Moment zogen sich die Triebwerksstrahlen zurück und die Fortresses schossen zu Boden. Dann sanken sie in die Tiefe, einem Ende entgegen...

Kapitel 23

Schatten in der Finsternis

"Mithilfe bestimmter Taktiken wird ein extrem schwerer Gegner in der Dunkelheit gar kein Problem mehr darstellen. Der Hinterhalt war schon immer unser Vorteil."

Alex "Paladin" Smith

Rebellenspezialsoldat und Captain der Korvette Fury of the Storm II

0315 Stunden IKZ/LZ

Stillgelegtes Vanadiumbergwerk

Aufzugsschacht, Tiefe Minen

Angel City

Alpha Lyrae

Johannesen war die erste, die wieder zu Besinnung kam. Eigentlich hätte sie- Exofortress hin oder her- Tod sein müssen. Ihr war nicht klar, wie sie überlebt hatte, bis sie sich aufzurappeln versuchte und die nicht funktionierte. Im nächsten Moment erkannte sie warum. Offensichtlich hatte das Sicherheitssystem der Fortress ihre Gurte entriegelt, den Sitz wegklappen lassen und sie in das darunter liegende Bassin mit Sicherheitsgel fallen lassen. Wie sollte sie hier wieder herauskommen, aus diesem farblosen Glibber, der, durch die Notbeleuchtung erhellt, rötlich schimmerte? Dann erkannte sie den Weg: Einer der Gurte hing ganz in ihrer Nähe herab. Sie packte danach, zog sich ins Cockpit hinauf und ließ den Sitz zurückgleiten. Anschließend versuchte sie das Computersystem zu starten. Nichts. Das einzige, dass an Bord dieses Dings funktionierte war anscheinend die Notbeleuchtung, mit der sie selbst beim besten Willen nichts außerhalb des Cockpits hätte erkennen können, aber auch so merkte sie, dass die Maschine auf der Seite lag. Sie versuchte erneut den Computer zu starten. Das Aufleuchten der Kontrollbildschirme und die Rückkehr des Bordcomputers machten ihr Mut. "Schadensbericht!", verlangte sie und in der nächsten Sekunde leuchetete auf dem Statusbildschirm eine Liste auf. Die Beine und dazugehörigen Gelenke der Fortress waren komplett zerstört, die Gatlings ohne Munition, die Schockwaffen und der Reaktor waren defekt, was eine Belastung von bis zu 13% erlaubte, das Zielsystem war hinüber, die Schildgeneratoren komplett vernichtet und das einzig intakte der Granatwerfer und die Beta Kanone auf dem Rücken der Fortress, alles in allem eine Totale Katastrophe. Zum Glück hatte die Panzerung grade noch gehalten, denn soviel hatten sie durch ihr Bremsmanöver erreicht. Dennoch kein Grund aufzugeben. Sie blickte in das Fach in dem sie ihren Ausrüstungsrucksack mit den Waffen verstaut hatte. Eine Inspektion des Inhaltes ergab, dass der einzige Verlust der ihrer S2 war, deren Lauf an mehreren Stellen zerbrochen war. "Macht eh nichts.", dachte sich Johannesen, schwang den Rucksack über die Schulter und steckte Ihre MP25X2 in den Gürtel und kroch zur Luke. So Unbrauchbar ihre S2 als Waffe geworden war, so nützlich war dennoch das Schulterstück mit dem Objektiv, dass einen Restlichtverstärker beeinhaltete nun. Johannesen entspannte sich, als sie die Kalte aber nichtsdestoweniger frische Luft einatmete, die in der Höhle war. Mithilfe ihres Nachtsichtgerätes konnte sie bei den neben ihrer liegenden Fortresses Sean, Vince und Haverson beobachten, wie sie sich langsam aus ihrer Ohnmacht erhoben und aus den auf dem Bauch liegenden Maschinen hinausarbeiteten. Wo aber war Tinx abgeblieben und warum lag ihre Fortress auf der Seite? Als sie nach unten blickte erkannte sie die Antwort: Unter ihrer Fortress lag Tinx' Gerät, die Panzerung an vielen Stellen gesplittert. Hastig kletterte sie hinab zu der Luke des Gerätes. öffnete sie und kletterte hinein. Hier sah es aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen: Verbogene Waffen und Magazine lagen im Cockpit verstreut, Nutzlos gemacht durch den Aufprall. Offenbar waren sie aus Tinx' Sicheren Taschen gefallen. Dann erschrak sie, denn eine kleine Blutlache sickerte von der pulverisierten Hauptkonsole in das quer liegende Gelfeld. "Scheiße!", sagte Johannesen mit einem Anflug von Panik, "Der wird doch nicht tod sein!" Vorsichtig kletterte sie hinab in das Gelfeld und blickte hinein. Der darin liegende Tinx bot einen schlimmen Anblick, denn Blut lief aus beiden Nasenlöchern und dem Mund und sein Kopf hatte eine fette Platzwunde abbekommen, die heftig genug blutete, dass es aussah, als habe man ihm die Haut vom Gesicht gezogen. Johannesen vergaß alle Vorsicht, ließ sich zu dem Körper hinabgleiten und fühlte den Puls. Vorhanden und Kräftig. Er lebte also noch. Sie atmete erleichtert auf. Plötzlich fuhr Tinx hoch. Im selben Moment schrie er. Es brauchte einen Moment bis er aufhörte zu schreien und einen weiteren, bis er sich wieder beruhigt und Johannesen wahr genommen hatte, die die Hand auf seine Schulter gelegt hatte. "Ruhig, du bist noch am Leben und die anderen auch." "Mehr oder weniger." Tinx wischte sich mit der Hand über das Gesicht und verzog es sogleich vor Schmerz. Johannesen brannte die Frage auf der Zunge und nun rutschte sie heraus. "Was ist passiert?" "Ich weiß es nicht!", sagte Tinx, "Ich habe nicht gesehen, wie das Sicherheitssystem mich aus meinem Gurt entlassen hat und ich durch die Wucht nach vorne sackte und mir dann der Sitz unter dem Arsch weggerissen wurde. Ich hab nurnoch einen Aufprall gefühlt, ich vermute auf die Konsole und dann sind bei mir alle Lichter ausgegangen. Wo sind meine MPs und mein Bolzenschussgerät hin?" "Die sind hinüber. Als du ohnmächtig wurdest fielen sie aus deinen Taschen und dann wurden sie vermutlich durch den Aufprall verbogen. Die sind jetzt irrelevant." "Shit.", sagte Tinx, "Aber ich hab ja noch genug Waffen bei meiner Ausrüstung. Kannst du dich um meine Kopfwunde kümmern?" "Wenn du sonst ok bist, jederzeit." "Bin ich, mir dröhnt nur der Schädel, als hätte ich die letzten drei Nächte durchgezecht." "Dann ist gut." Hastig fischte Johannesen ihren Verbandskasten aus dem Rucksack, reinigte Tinx' Gesicht und die Wunde großflächig mit einer zellregenerierenden Flüssigkeit und verband die Wunde. Dann kletterten die beiden aus der Fortress, jedoch nicht, ohne zuvor die beiden Kampftschen und den Rucksack mit der Ausrüstug, die wie durch ein Wunder vollständig unversehrt war, mitzunehmen. Draußen standen die anderen drei vor dem Schrotthaufen. Sean schien als einziger Unversehrt zu sein, Vince hatte ein dickes Veilchen auf dem linken Auge und Haversons Kinn wurde durch eine Platzwunde verziert. "Tinx, du siehst genau so aus wie ich mich fühle.", sagte Vince. Tinx fuhr sich auf der Stelle mit der Hand durch die blutgetränkten Haare und grinste. "Verdammt gut, also wie immer!" "Was unser Glück angeht, so kann ich Shoromee nur zustimmen.", sagte Sean nun sehr ruhig. "Was hat Shoromee über unser Glück gesagt?" "Dass das kein Glück mehr ist, sondern, dass wir den Willen eines seiner Götter erfüllen." "Da hat er verdammt Recht.", sagte Tinx und förderte aus seiner Ausrüstungstasche eine Schachtel Zigarren zu Tage, von denen er sich eine entzündete und einen Zug nahm. "Apropos Shoromee", er blies eine Wolke Rauch aus, "Wie zum Henker wollen wir jetzt mit ihm in Funkkontakt treten?" Haverson meldete sich zu Wort. "Wir konnten doch über die Fortresses auf die hier eingelassenen Kommunikationsleitungen zugreifen um Funksprüche abzusetzen, oder?" "Ja.", sagte Sean. "Das ist gut, weil ich dann nämlich versuchen werde, die Fortress, deren Elektronik am wenigsten abbekommen hat als Relais zu benutzen, damit wir Funkkontakt zu unserem Operator bekommen. Commander?", fragte er und wandete sich zu Sean um. "Mit ihrer Zustimmung würde ich diesen Part übernehmen." "Wir werden erst einmal unsere Umgebung Erkunden.", sagte Sean. "Gut, gehen wir in diesen Tunnel rein! Wer von euch hat Nachtsicht?"

"Lustig hier auf dem Boden." Scythe hocke an der einen Kante des Flachdachedaches des Hochhauses, dass unter anderem eine Station der hiesigen U-Bahn beherbergte und besah sich das Schauspiel, dass die beiden Parteien in diesem Kampf ihm boten. Das Team war von der Fury dort abgesetzt worden und verschaffte sich einen Überblick, wobei sie sich über die Kampfszenen zwischen der Allianz und dem Menschlichen Panzerkommando, dass aus Reaper Bay hinzu gekommen war, totlachten, das für jeden Allianztrupp ein anderes Verhängnis vorbereitet hatte. Paladin legte ihm die Hand auf die Schulter und noch bevor die Hand ihr Ziel fand hatte Scythe sich umgedreht. "Wir müssen los." "Welcher Bezirk?" "Das Westviertel. Dort haben wir sechs Feuerteams, die wir evakuieren müssen und eine Menge Allianz." "Bin dabei." Paladin drehte ihm den Rücken zu und wandte sich an Nightmoth und seine Söhne. "Kommt mit, wir nehmen eine U-Bahn, falls sie noch funktioniert!" "Ok." Langsam aber sicher kamen sie über den Aufzug ins zweite Untergeschoss mit der Station. Sie war Intakt und ein Zug stand Fahrbereit darin. Logan ging auf das Führerhaus zu und drehte sich zu ihnen um. "Ich werde das Ding flott machen, Seht ihr zu, dass ihr in den ersten Wagen kommt, wenn die Tür aufgeht!" "Dann hau rein, Bruderherz!" Als Logan das Führerhaus erreichte und bemerkte, dass dieses verschlossen war, trat er mit Wucht auf die Tür ein. Nichts passierte außer einer Eindellung. Logan griff nach seiner Axt und schmetterte diese gegen den Schließmechanismus, der nun völlig kolabierte und den Wag freigab. "Geht doch.", dachte er. Er setzte sich auf den Sessel, der für den Lokführer bestimmt und etwas eingestaubt war, offensichtlich weil er lange nicht mehr benutzt worden war. Seit der Computerisierung in diesem Bereich hatte man fest darauf bestanden, dass dennoch die Manuelle Steuerung in jedes Modell eingebaut wurde. Das Terminal vor ihm war schwarz und inaktiv. "Erstmal Saft geben, sonst geht nichts in diesem Laden." Murmelte. Er legte die Manuelle Stromversorgung um, drückte auf den Startschalter und schon gingen das Terminal und das Licht an. Er öffnete die Türen für den Ersten Waggon und nach einer Weile kam die Bestätigung von Paladin, woraufhin er den Wagen wieder schloss. "Festhalten!", sagte Logan in sein Headset und gab dem Motor halbe Kraft.

hinten im Waggon saßen Jeremiah, Nightmoth und Paladin zusammen, während Scythe an die Rückwand des Abteils lehnte. Das monotone Geräusch des Wagens, der langsam über den Boden schleifte schien alle zu entspannen, alle bis auch Scythe, dessen Schwarze Augen den Raum immer und immer wieder abtasteten. Plötzlich ging das Licht aus, als die Bahn sich gerade immernoch im Tunnel befand. Die Bahn stoppte. "Logan, Was passiert hier?", brüllte Paladin in sein Headset. "Der Strom ist weg! Ganz plötzlich!" "Das schmeckt mir nicht.",sagte Jeremiah, "Und wo ist Scythe hin?" "Ich sehe ihn nicht."; musste Nightmoth gestehen, der sein normales Auge zugekniffen hatte und mit seinem anderen den Raum überblickte. "Wer steckt bloß dahinter?", fragte Paladin halblaut. Seine Frage wurde durch einen quer durch den Raum zischenden Plasmastrahl beantwortet. "Die Allianzler, das Sind in etwa 20!", rief Nightmoth. Alle Anwesenden schalteten ihre Lampen an und zielten mit ihren Waffen auf die Abteiltür. Da waren Grunts zu sehen, Jackals und Elitekrieger. "Scheiße! Schießt da rein!", sagte Jeremiah. "NEIN!", sagte Nightmoth."Scythe ist da drin." "Was macht dich so sicher?" Ein lautes, vierfaches Klacken und ein gurgelnder eines Elitekriegers beantworteten die Frage. Der Elitekrieger, der den Plasmastrahl verschossen hatte, brach zusammen, wobei ihm eine Metallklinge aus der Brust ragte. Grunts schien, wiederliche Geräusche, von Schnitten in Fleisch und einzelnem Waffenfeuer in ungschützte Ziele übertönten einander und Scythe lachte auf die abartigste Art und Weise, die jeder der Anwesenden jemals von einem Menschen gehört hatte. Das Licht ging wieder an und die Anwesenden konnten grade noch sehen, wie Scythe seine Klingen in den Armschützren und den Stiefeln verschwinden ließ. Dann kam er Seelenruhig hinüber zu den andern und schloss die Abteiltür. Ein Rucken ging durch den Zug und hätte die drei, die starr vor Entsetzen und Überraschung, wohl auf den Boden geworfen. Dann gab es ein Klacken, dass durch den Zug hallte und dann beschleunigte die Bahn wieder. Logan hatte offenbar die anderen Waggons von der Bahn getrennt. "Nächste Haltestelle Westviertel. Wir werden in etwa zehn Minuten dort eintreffen. Bitte verlassen sie die Bahn über die Rechte Seite in Fahrrichtung. Danke." Logans Imitation einer Dursage löste die auf dem Nullpunkt eingefrorene Stimmung und ließ alle Anwesenden lächeln.

Kapitel 23 Teil 2

0331 Stunden IKZ/LZ

Stillgelegtes Vanadiumbergwerk

Tiefe Minen

"Großartig.", stöhnte Johannesen "Warum habe ich nur geahnt, dass wir hier eine Weggabelung haben?", sagte Tinx. "Ich könnte das ja auch sehen, wenn mein Helm nicht das Zeitliche gesegnet hätte.", sagte Vince. "Rüste dich mehrfach aus, Vince, dass ist der Tipp, den ich seit Jahren praktiziere!", sagte Tinx und langte auf seine Nase, zog die Sonnenbrille ab und lies sie um seine Hand rotieren. "Dieses Ding muss einen Trick besitzten", dachte Johannesen, "Denn nicht einmal Tinx wäre verrückt genug sich hier im Dunkeln eine Sonnenbrille aufzusetzten." Während sie rotierte riskierte Johannsen einen Blick auf die Innenseite der Gläser und sah sich bestätigt, denn diese leuchteten. Sie vermutete, dass er noch weitere Spielzeuge mit Überraschungen bereithielt. Haverson sah zu Sean hinüber. "Was nun?" Im Gegensatz zu Tinx, der sich das Leben hier im Dunkeln durch seine Technik einfacher machte, schien Haverson durch ein sehr gutes Gehör die einzelnen Positionen orten zu können. Johannesen sah Sean zwar nicht, doch hätte sie wetten können, dass er sich in diesem Moment über sein Kinn rieb. Nach einer kurzen Pause entschloss er sich zu einer Antwort. "Wir werden uns Trennen. Vince, du kommst mit mir links rum! Haverson, du legst die Sonde hier ab und gehst dann zu den Fortresses zurück um den Funk wieder aufzubauen! Und ihr anderen beiden geht nach rechts." "Ok." "Bis gleich." "Wenn der Funk funktioniert funken wir durch!" Die Teams trennten sich und gingen ihrer Wege.

Tinx wies Johannesen den Weg den Tunnel entlang, da er über seine Nachtsicht verfügte und offensichtlich mehr Erfahrung hatte. "Wären die verflixten Helme ganz geblieben, bräuchte ich jetzt keinen Blindenhund.", dachte Johannesen genervt und folgte dem fahlen Schein, den Tinx' Brille warf.

"Ich hasse das Blut von Grunts," Scythe blickte auf seine Panzerung, die durch das Blut der Allianzler an vielen Stellen einen blauen Farbton angenommen hatte. Nightmoth blickte ihn an. "Ich weiß, dass du lieber Menschen tötest, aber momentan gibt es nichts besseres." "Wann habe ich wohl zuletzt einen Menschen getötet?", schoss Scythe in einem eiskalten Ton zurück. "Vor fünf Jahren? Zehn Jahren? Muss jedenfalls eine verdammte Sauerei gewesen sein!" Nightmoth schien es sehr darauf anzulegen, Scythe zu provozieren. "Keiner von denen", dachte Paladin, "greift den anderen an, weil beide wissen, dass keiner einen Kampf überleben würde. Trotzdem ist es ungerecht, dass Nightmoth auf ihm herumhackt, denn dass wird er bereuen, so wie ich Scythe kenne." "Schluss jetzt, wir kommen wieder nach draußen!" Logan war eindeutig schneller als sein Vater gewesen. "Wenn ihr euch umbringen wollt, dann bitte auf der Knucklerduster in der Arena und vor Publikum, aber hier geht es um unser Überleben und um das von Anderen!" Scythe seufzte. Seine Bewegungen änderten sich nicht. Offensichtlich konnte er seine Körpersprache perfekt unterdrücken, was bei Nightmoth nicht der Fall war. Außerhalb der U-Bahn Station empfing sie das dumpfe, ins rötlich übergehende Firmament, dass durch die Wolken aus erkaltetem Gas, dass vorher Plasma war, Staub, Trümmern und Lichtsmog den Himmel verfärbte und Paladin, sehr an ein Bild der Hölle erinnerte, in dem der Künstler eine Großstadt mit allen Kriegstreibern der Weltgeschichte in ein Inferno gebannt hatte. So viel anders war Angel City nun wirklich nicht, momentan zumindest. Wie die Hölle wirkte nun wirklich das, was sie von Angel City sehen konnten: Raketen und Granaten jagten Feuer und Staubwolken in die Luft, Plasmafeuer von gewaltigem Kaliber schoss, gleich von Feuersäulen in den Himmel und detonierten in blutroten Feuerkugeln, bei dem Versuch der Allianz Scharfschützen der Menschen, die auf Hochhäusern lagerten von ebenjenen ins Jenseits zu pusten. Das konstante Knattern und Zischen von automtischen Waffen und Plasmageschützen vermischte sich mit der übrigen Geräuschkulisse zu einem, dem Knistern eines riesigen Feuers nicht unähnlichem Laut. "

Also, Paladin", sagte Scythe wieder mit ruhiger, neutraler Stimme, "Wo sind die Teams?" "Wir teilen uns auf." ,sagte Paladin ruhig. "Das ist keine Antwort auf meine Frage." "Nein, aber die folgt. Kommt mal zusammen." Die Fünf Soldaten traten sich zusammen. "Also, Ich und die Jungs", er deutete auf seine Söhne, "nehmen uns Drei von sechs Punkten vor und gehen dann zum Eingang zu den Tunneln zum Versorgungszentrum. Scythe und Nightmoth, auch ihr trennt euch und kümmert euch um die markierten Punkte, danach kommt auch ihr zum Tunneleingang!" "Roger." "Roger." Scythe ging nach Westen, Nightmoth nach Norden und nach einem Moment des Ausharrens auch Paladin, Screamer und Berzerk nach Süden.

"Shit!" Wolfmother rammte ein weiteres Magazin in sein Ma5b und drückte sich mit dem Rück zur Wand. Zwei weitere Magazine blieben ihm, danach nur noch seine Pistole. Geramee lies sich nichts anmerken, aber auch seine Munition näherte sich dem Ende. Wenn sie nicht bald Unterstützung bekamen, würden sie verrecken und damit meinte Wolfmother nicht nur die drei verwundeten Grunts, die von Quiquin zwar notdürftig behandelt worden, aber noch nicht wieder bei Bewusstsein waren. Auch war die Position unglücklich, da sie sich innerhalb der Tunnel nur eine Biegung weit von dem Ausgang der Röhre in den Graben um Angel City lag, der gut und gerne Zwanzig meter tief hinab ging. "Besser geht's nicht, oder?" Offensichtlich erkannte Geramee den Zynismus in Wolfmothers Stimme, denn er sagte: "Sag' das nicht, 'Mothermee, eigentlich fehlen nur noch zwei Dutzend Allianzsoldaten um den Tag zu retten." In das konzentrierte Schweigen und Lauschen mischte sich nun auch eines jener Geräusche, mit denen Wolfmother hier unten am wenigsten gerechnet hatte. Es rauschte in Wolfmothers Kopfhörern, ein Zeichen, dass er hier Kontakt bekam. Und sofort nutzte er die Gunst der Sekunde. "Hier Major Warray, benötigen Evak und zwar schnell, sitzen in den Tunneln fest und haben kaum noch Munition!" Eine Minute verging, keine Antwort. Wolfmother wiederholte den Funkspruch und wurde nun mit einer Antwort belohnt. "Hier Fairy Angel vom Bergungsschiff Nightmare, haben ihren Funkspruch empfangen und ihre Position markiert. Hilfe wurde bereits losgeschickt, wie ihr Commander veranlasste." "Wer?" "Das Elitesquad der Unabhängigen Kolonie! Unsere Spezialeinheit." "Das ist gut." "Also, seht zu, dass ihr die Position halten könnt." "Ok, Warray Ende!" Wolfmother stieß einen Freudenschrei aus. Doch dass war fatal, denn wie auf Kommando rannten von beiden Seiten Allianzler in den Tunnel und den beiden blieb nichts anderes übrig, als sich in die Röhre vor dem Abgrund zurückzuziehen. Beide pressten ihre Rücken zur Wand und sahen sich an. "Wunderbar." "Jetzt müssen wir kämpfen!" "Nichts würde ich lieber tun!" Wolfmother hob drei Kugelhülsen auf, nahm seine beiden vollen Magazine in die Hand, legte die Hülsen zwischen die Magazine, fixierte die beiden auf derselben Höhe mit etwas Klebeband und mit einem Weiteren Streifen Klebeband verband er das nun fertige Doppelmagazin mit seinem linken Handgelenk. Dann umfasste er sein Ma5b fester. "Sieht so aus, als wäre die Party heute früher vorbei. Bereit?" "Ich war niemals mehr bereit." Kaum eine Sekunde später stürmten die beiden aus der Deckung der Ecke heraus und auf ihre Gegner zu. Fallende Kugelhülsen und sprühende Funken vollendeten die Szene...

Kapitel 23 Teil 3

0342 Stunden IKZ/LZ

Angel City

Westviertel

Alpha Lyrae

"Sauerei!Sauerei! SAUEREI!" Scythe schien in seinem Element. Seine Arme schossen dem Boden Entgegen und drehten dann ab, wobei die Klingen an seinen Armen durch die Bewegung das ganze an ihnen herablaufende Blut verloren und dann in den Armschinen verschwanden. Im Alleingang hatte er sein Ziel erreicht, welches ein Squad von Marines gewesen war, welches man auf den Straßen eingekeilt hatte. Dabei war er auf eine Besetzte Straße gestoßen, besetzt von einer Sechsfachen übermacht, die er durch einen Trick besiegt hatte. Sich versichernd, dass er nicht zu sehen war hatte er eine fernzündende Granate an dem Ende des Zuges platziert, dass den eingegrabenen Marines zugewandt war. Danach hatte er sich hinter die Allianzler zurück in Lauerstellung geschlichen und auf eine Feuerpause zwischen den beiden Seiten gewartet. Dann hatte er die Granate gezündet und alle Allianzler hatten ihre Waffen erhoben und auf die Marines geschossen, ohne zu merken, dass Scythe von hinten kam. Und binnen kürzester Zeit hatte dieser die ganze Truppe in einen außerirdischen Gulaschgrundstoff verwandelt, die Klingen an den Armen und die MPs in der Hand. Die Marines kamen nun langsam hinzu, da die Schreie, die Schussgeräusche und die daraus resultierende Feuerpause ein ziemliches Misstrauen forderte. "Was zum Henker ist hier passiert? Wer sind sie?" "Zur ersten Frage: Es sieht so aus, als würden die Kinder im Waisenhaus dieser Stadt die nächsten acht Wochen Covie-Gulasch a la Scythe zu essen bekommen und zur nummer Zwei, Ich bin ihre Unterstützung, Sie werden hier warten, bis die Abholung kommt!" Der Sergeant, der Scythe in die Augen sah schien langsam zu begreifen, und verlor durch sein nichtverstehen mit jeder Sekunde an Autorität. Scythe drehte sich von ihm weg, dann öffnete er einen Kanal. "Scythe an Fairy Angel. Fordere Team Evak für meine Position an. Over." Ein Gähnen aus dem Mund einer offenbar jungen Frau kam zurück. "Wurde auch langsam mal Zeit."

Keine zwei Minuten später schoss ein Schiff, dass aussah wie ein überdimensionierter Pelican aus den roten Wolken hervor direkt auf ihre Position zu, mit immenser Geschwindigkeit, stoppte kurz vor dem Boden, zündete Gegenschub und drehte sich. Mit der Luke zu den an der nächsten Hauswand lehnenden Marines setzte das Schiff erstaunlich sanft auf. Die Heckklappe öffnete sich und ein - Scythe fand kein besseres Wort dafür- noch halbes Mädchen mit einer MP in der Hand und in Pilotenkleidung kam zum Vorschein. "Rein mit euch, ran an die Geschütze. Wir müssen wieder auf sichere Distanz von der Artellerie der Allianz." Die Marines stürmten ins innere. Ihr blick fiel auf Scythe. "Du musst einer der Leute von Squad sein, oder? Bist du Nightmoth?" Scythe grinste. "50% Chance und dennoch versiebt. Was würde mir deiner Meinung nach einen solchen Namen einbringen? Meine Haare? Meine Schnelligkeit oder Achtung in der Gruppe?" "Gut, dann bleibt ja nur noch Scythe, wie einer meiner Brüder siehst du ja nicht grade aus. Mein Vater redet nicht viel über die Jungs aus dem Team und meine einzige Chance solche Leute zu treffen wäre in der Taverne, aber ich bastel lieber an Schiffen rum, als dass ich einen heben gehe." "Ich muss weiter." "Ich auch, grüß die anderen von mir!" "Mache ich. Viel Glück in der Luft." "Viel Glück auf dem Boden." Das Schiff hob knapp eine Minute später ab, doch Scythe bekam das nicht mehr mit, denn er war auf dem Weg zu seinem nächsten Wegpunkt.

"So, die Leitung ist online." Haverson wischte sich den Schweiß von der Stirn und sah über die Instrumente der Fortress. Der Kanal stand, die Energieversorgung für die Umleitung ebenso. Haverson lehnte sich zurück und steckte sich in seinem Sitz. Dann kam ihm eine Idee. Zunächst fragte er den Status der Sensoren ab, dann den des Reaktors. Die Sensoren schienen neben dem Funksystem und dem angeschlagenen Reaktor das einzig Funktionstüchtige zu sein. Also würde es funktionieren. Haverson startete den Bordcomputer und lies ihn die Sensorkontakte checken, nachdem er deren Scannradius durch Energiezufuhr auf das Maximum gebracht hatte.

Haverson öffnete einen Kanal. "Was sind ihre Befehle ab jetzt, Commander?" Einen Moment lang schweigen, dann kam die Antwort. "Halte die Stellung. Wir werden nach unserem ersten Vorstoß wieder zu den Fortresses zurückkommen. Sieh zu, dass du einen Weg für unseren Rückzug findest. Sieh die Tunnelkarten durch, ruf durch und lass dir den Status der Truppen hier durchgeben. Du bist für unseren Rückzug verantwortlich!" "Roger."

"Was glaubst du, warum die Menschen dieses Stück hier nicht bemerkt haben?" "Wahrscheinlich haben sie hier Maschinenbenutzt oder sie waren permanent so besoffen, dass sie das garnicht mehr mitbekommen haben. Oder..." "Oder was?" "Oder sie haben diese Ebene der Minen verbarrikadiert, nachdem sie hier Laute durch die Wächter verloren haben. Hey, da vorne leutet etwas!" Die beiden waren binnen der letzten Paar Minuten auf einen "Gebauten" Tunnel gestoßen, dessen Stil dem glich, den Johannesen auf Halo gesehen hatte, hatten ihn betreten und waren ihn entlang gegangen. Nun war am Ende des Tunnels ein leichter, violetter Widerschein. Tinx hob seine verbleibende MP und sah durch das kleine Zielfernrohr, dass nur eine vierfache Vergrößerung bot. Da lag ein Leutkörper der Allianz. "Die Covies sind hier." "War zu erwarten." Langsam aber sicher pirschten die beiden sich ans Ende des Tunnels ... und merkten, dass dieser Tunnel an einen Anderen Tunnel grenzte, aus dem weitere Lichter leuchteten. "Die sind hier vorbeigekommen, ich werd' mich umsehen." Tinx kroch um die Ecke und weiter in den anderen Tunnel hinein. Ein Augenblick Ruhe, dann gab Tinx ein Zeichen und Johannesen folgte. "Willst du dieses Mal wieder alleine vorgehen oder kann ich direkt mitkommen?" "Wie du das willst.", sagte Tinx und grinste. Er ging voran, in einen nun viel engeren Tunnel. Ruckartig blieb Tinx stehen. "Was ist los?", fragte Johannsen. Tinx fasste Johannesen an der Schulter und drückte sie die Tunnelecke zurück, um die sie grade gebogen waren. "Was ist?" Tinx sagte nur ein Wort und das auf eine Art, die Johannesen die Nackenhaare sträubte. "Jiralhanae." "Wie viele?" "Drei." "Was sollen wir tun?" "Wir müssen sie umlegen." "Tja, wär mein S2 nicht schrottreif, dann hätte sich diese Problem bereits erledigt." "Warte einen Moment!", sagte Tinx ruhig und bestimmt. Er nahm eine seiner Kampftaschen, öffnete sie und entnahm ihr ein Dutzend einzelner Teile, die zusammen so aussahen, als würden sie eine Waffe ergeben können. "Was zum Henker ist das?" "Ein Ma4S3, die Scharfschützenversion des Ma5b. Schafft zwar nur maximal ein Stoßfeuer von drei Schuss, hat aber eine mit einem Scharfschützengewehr vergleichbare durchschlagskraft und kann auch Munition dieses Kalibers verschießen, davon allerdings nur zehn pro Magazin." "Sauber, was hast du da noch drin?" "Thermalsicht und Nachtzielsystem. Und was die Munition angeht, so habe ich da noch was feines für abstauben können." "Was?" 30mm Munition, die man Mädchen für alles nennt. Das ist Panzerbrechende Munition mit einer Schredder-Ummantelung ganz außen, darunter eine Schicht von Magnetischem Zeug gegen Schilde und im Kern die klassische Explosivkapsel. Das war die gute Nachricht, die schlechte ist, dass du dafür nur 30 Schuss hast." "Du willst, dass ich die Viecher ausschalte?" "Du musst das sogar!" "Und was machst du, Tinx?" "Ich", sagte er, reichte ihr das Gewehr und die Drei Magazine, "Werde ein bisschen ablenken und dann selbst reinballern." "Was genau hast du vor?" "Ich will denen 'ne EM Granate in die Kammer, in der die sind werfen. Dann gehen da drin alle Leuchtkugeln aus und du kannst dir einen oder zwei Mithilfe der Thermalsicht ausschalten und ich werde mithilfe meiner Brille und meinen beiden Schrotpumpen versuchen auszuschalten, was noch nachkommt." "Aber du kannst es doch nienals mit den Reflexen eines Brutes aufnehmen, was hast du hierfür in Petto?" "Das hier!" Tinx langte in die Tasche und zog das letzte verbliebene Päckchen heraus. Johannsen erkannte es, es war jenes, dass Paladin jedem von ihnen vor dem Aufbruch zu dieser Mission gegeben hatte. Er öffnete es und zog einen Injektor und eine kleine Metallschachtel sowie einen Zettel heraus. Er öffnete die Schachtel und brachte ein Sortiment an Fläschchen zum Vorschein, von denen er eines nahm, dass er in den Injektor packte. "Was zum Henker ist das? Heroin? Adrenalin? Hustensaft?" "Mit dem zweiten lagst du schon nicht so weit daneben. Cheroberin. Ein Hormon, dass die Sangheili anstatt von Adrenalin ausschütten und das inetwa 50 mal stärker wirkt und vor allem sehr stark die Reaktionsgeschwindigkeit steigert. Scramer hat das Zeug aus den Kadavern von Sangheili gewonnen. Eine diese Ampullen wirkt in etwa 15 Minuten. Wenn dein eigenes Adrenalin noch hinzukommt, wird diese Zeit auf 5 Minuten reduziert, allerdings noch etwas effizienter." "Und das Zeug willst du dir spritzen?" "Haben wir eine Alternative?" "Leider nicht." "Na gut, leg los." Wolfmother keuchte und lies sich gegen die Wand sinken. "Heiße Sache heute, aber ich hab jetzt keinen Bock mehr zu Tanzen." Vorsichtig langte seine rechte Hand in seine neben ihm liegenden Rucksack und kam mit einer Sprühflasche Bioschaum und einem Verbandspäckchen. Mit der rechten Hand allein sprühte er den Schaum auf die doppelt faustgroße Plasmawunde auf seinem linken unterarm und lies dann seinen anderen Arm mit der Verbandrolle darum kreisen. "Hat's dich auch erwischt?" "Nein, glücklicherweise nicht." "Bei mir hat der Schild die meiste Energie geschluckt, aber ich hab doch noch was abbekommen." "Wenigstens sind wir die anderen los geworden." "Ja, aber spätestens jetzt habe ich nur noch eine einzige Pistolenkugel mehr, keine Granaten und vermutlich sind wir jetzt auch mit unserem Glück am Ende." "Wahr gesprochen. Aber ich habe noch eine Batterie für mein Plasmagewehr." "Was nützt uns das? Wenn die was neues hier reinschicken, maschieren die einfach durch, wir können nur noch warten und hoffen." "Paladin an Major Warray." Das Plärren des Funkkontaktes unterbrach das Gespräch. "Ja?" "Gott sei dank, sie leben noch." "Ich weiß nicht, ob ich dass so unterschreiben würde." Paladin lachte. "Wenn sie sie momentan so aussehen, wie sie sich anhören, dann brauchen sie ein Krankenhaus, 'ne Dusche, vierundzwanzig Stunden Schlaf und eine fünffache Mahlzeit." "Sie haben die Abholung vergessen." Paladin lachte erneut. "Wir wollten kurz durchrufen um ihnen zu sagen, dass wir jetzt in das Tunnelsystem betreten und in etwa zehn Minuten bei ihnen sind." "Das ist gut." "Halten sie durch, Junge, wär zu schade jetzt abzukratzen!" "Werd's versuchen. Ende." Kapitel 23 Teil 4 0351 Stunden IKZ/LZ Stillgelegtes Vanadiumbergwerk Tiefe Minen "Weiß du was, Vince?" "Sag schon!" "Manchmal frage ich mich, ob Grunts sich durch Zellteilung vermehren." Vince lächelte. "Würde zumindest passen." "Wie viele sind da drin?" "Zwischen Zehn und vierzig." "Kannst du das nicht genauer eingrenzen?" "Nein." "Toll." Sean spuckte auf den Boden, nahm das Magazin aus seiner Waffe und prüfte ob es voll war. "Dass heißt, es kann ein Speziergang sein aber ebensogut der verdammte Weg in die Hölle." "Korrekt." Vince hockte ruhig in der Ecke, Sein MG mit dem Lauf nach oben in der Hand. Sein schob das Magazin zurück und fixierte es, danach blickte er auf den Granatwerfer. Voll und feuerbereit. "Wie erledigen wir die am einfachsten?" Zufällig fragte Sean das laut genug, dass das Mikrofon anschlug. "Du nimmst einem Unggoy am besten zuerst die Sicht!", quäkte es freundlich zurück. Sean erkannte die Stimme sofort. "Kakap!" "Genau. Rodriguez ist zusammen mit Shoromee sich einen Kaffe holen gegangen und nur ich bin hier." "Was hast du nochmal gesagt?" Kakap seuftzte, wie ein Erwachsener, der einem Kind etwas offensichtliches zum zehnten Mal versuchte zu erklären. "Wenn du einem Unggoy die Sicht nimmst, so verkriecht er sich in die nächste Ecke mit dem Rücken zur Wand. Und wenn in dem Raum vor euch zwischen zehn und vierzig sind, so werden sie sich kollektiv in eine Ecke verziehen." "Woher weißt du, dass die Grunts in einem Raum sind?" "Nun ja, deine Helmkamera läuft wie sie es sollte." "Ah. Also sollten wir dort einfach ein bis zwei Flashbangs reinwerfen und dann in die Ecken Schießen?" "Ich würde gleich fünf von den Dingern werfen." "Und Außerdem haben wir ja noch WP-Granaten. Danke, Kakap." Erfreut über diese Lösung langte Sean zu den zusammengebundenen Flashbangs, entsicherte sie und stellte sie auf ein 3 sekündigens Delay nach dem Aufschlag ein. Dann Segelte das Packet los und erleuchtete den Raum. Das Panische Quieken der Grunts darin übertönte das Geräusch, dass das andere Packet aus Splitter - und WP-Granaten machte als es über den Boden rutschte. Dann folgte der Knall. "Wie Fühlst du dich?" Johannesen beugte sich zu Tinx herab, der an der Wand zusammengesunken war und mit geschlossenen Augen tief atmete. "Du kennst doch das Gefühl von Kraft, dass einem Panik oder Verzweifelung geben, oder?" Johannesen nickte. "Ja." "Dann stell dir dieses Gefühl von herkömmlicher Stärke hundertmal vor, dann weißt du, was in mir vorgeht. Mein Schädel fühlt sich an, als würde er die Nervenbahnen vom Niveau eines Trampelpfades auf das einer Autobahn ausbauen, mein Herz hämmert wie ein verdammtes MG und alle Muskeln singen ein verdammtes Kampflied!" Er öffnete die Augen, setzte die Brille ab und rieb sich über die Augen. "Verdammt und ich sehe jetzt schon ohne meine Brille in Nachtsicht." Er stand auf, steckte die Brille weg und langte nach seinen Schrotflinten. Seine Finger fuhren am Lauf entlang und drehten die Feuermodusregler auf automatisches Feuer. Nach einer Überprüfung der Magazine drehte er sich wieder zu Johannesen um. "Technisch habe ich nun alles vorbereitet. Du solltest auf die Öffnung du siehst, dass du die Chance hast, eines dieses Biester zu vernichten, dann tu das. Wenn du allerdings siehst, dass die Viecher auf dich zu kommen, dann sieh zu, dass du weg kommst!" "Und was wird aus dir, wenn du da drin bist?" "Im besten Fall ein Suizidkommando, dass einen, maximal zwei von denen mitnimmt. Im schlechtesten in ein Haufen Hackfleisch." Eine Sekunde lang blieben beide stehen, dann, einem gleichzeitigem Impuls beider Seiten zu folgend, umarmten sich beide stumm. Nach einem ewigen Moment lösten sie sich. "Viel Glück, egal, wie es kommt." , sagte Tinx und zog die Sperre aus der EMP-Granate. Wenige Sekunden später gingen alle Lichter aus, gefolgt vom Brüllen dreier Brutes. Tinx rannte Voran, dem Geräusch und seinem fahlen Blickfeld folgend. Er Sprang ab, machte eine Flugrolle und landete, wie er vermutete genau zwischen ihnen, hob seine Schrotflinten und riss den Abzug durch, im Gedanken, diese Bastarde mitzunehmen, wenn er schon sterben würde. Johannesen sollten sie nicht bekommen! Eine Mischung aus Klatschen, scharfem Knacken und dumpfen Wummern vollendete die Geräuschkulisse. Dann Klackte es, als die Schrotflinten keine Munition mehr hatten. Dann Stille. Und die Gewissheit, die Tinx zuerst kalt durch die Knochen lief und dann langsam in eine sichere Ecke in seinem Gedächtnis verzog, aus der seine schlimmsten Alpträume stammten. Wie durch seinen Schock ferngesteuert öffnete er einen Kanal. "Jo...jo...jo.", stotterte er, die Zeichen eines Panischen Anfalles nach einem Cholerischen Anfalls mehr als eindeutig zeigend. "Ich heiße Mary." "L-l-l-l lebe i-i-ich nnnoch?" "So, wie du aussiehst, bist du dem Sensenmann verdammt nahe gekommen." Das Licht ging wieder an und Tinx sah, dass die Leichen dreier Brutes neben ihm lagen. Zwei von ihnen hatten keinen Kopf mehr, einem war der Oberkörper zerfetzt worden. "So wie das aussieht, hast du einem dieser Viecher deine Flinte ins Maul geschoben und dem Anderen den Brustkorb zerhackt. Nummer drei hab ich dann umgenietet." Tinx fing sich langsam wieder. "Egal, Hauptsache wir leben noch." "Dann mal weiter." Nightmoth stieß sich den Kopf und zog ihn mit einem Grunzen ein. "Wie ich diese Tunnel hasse. Nicht nur, dass sie überall einen Hinterhalt legen können nervt mich, nein, dieses ständige gebückt gehen auch!" Scythe legte ihm die Hand auf die Schulter. "Hör' auf zu maulen, Motte! Du machst uns alle zur Zielscheibe!" "Dich sollte das doch nicht stören, oder? Je mehr von den Covies kommen, desto mehr kannst du umnieten!" "Ich schwanke grade dazwischen, dir neue Munition für die Minigun zu geben und die Covies abzuschlachten und den Covies die Munition geben und doch abzuschlachten. Hör auf zu maulen!" Screamer legte seine Hand auf Nightmoths andere Schulter. "Scythe hat Recht. Beklag dich besser nicht und halt' die Augen offen, besonders das linke." Nightmoth entspannte sich. "Gut." "Ich glaube, wir haben ein Problem!", sagte Paladin von der Spitze des Zuges her. "Sag schon." "Fällt dir etwas dazu ein, wenn ich zwei Abzweigungen sage, Nightmoth?" "Meine Assoziation dazu ist "Scheiße"" "Gut, dann ist es einstimmig, dass wir uns trennen, oder?" "Yep." "Ok. Nightmoth, Screamer, ihr geht rechts rum. Scythe, Berzerk, ihr kommt mit mir links herum." "Gut." "Laut Plan werden wir uns der Position des Teams damit von beiden Seiten nähern. Seht zu, dass ihr so viele von denen wie möglich ausschaltet!" "Ok." "Team, Bericht!" "3 und 4 wohlauf, sind auf Widerstand von Seiten der Allianz gestoßen, Brutes, konnten drei Eleminieren." "5 in Position!" "1 und 2 sind auch noch am Leben und unverletzt. Haben mithilfe von Kakap an die 30 Grunts erledigt." "Sauber." "Haverson, du kommst über den linken weg nach, der ist gesichert. Tinx und Johannesen, ihr haltet die Stellung bis wir uns melden, ok?" "Roger." "Und ab jetzt sind wir als Team Quicksilver mit allen Autorisationen versehen." "Wer denkt sich immer diese Teamnamen aus?" "Wir nehmen Farben, Metalle und Edelsteine, also beklag dich nicht. An sowas gewöhnt man sich." "Also halten wir die Stellung, over und out!" Kapitel 23 Teil 5 0355 Stunden IKZ/LZ Westviertel, Tunnel Angel City Alpha Lyrae "Vorsicht, Scythe! Neben dir!" Berzerk hatte es ausgerufen, doch im selben Moment hatte Scythe seine MP gehoben, dem Jackal an die Brust gedrückt und genau vier Schuss abgegeben. Seine Reaktionsgeschwindigkeit schien ihn zum interessantesten Ziel der Allianzler zu machen, was Scythe ebenso stoisch wie blutig hinnahm. "Wie weit ist es noch bis zum Ziel?" "Frag mich nicht, der Wegpunkt sagt 500 Meter." "Was alles bedeuten kann.", mischte Paladin sich in das Gespräch ein. "Korrekt." Das Team schlich nach links in die nächste Röhre ... und blickte in ein Lager aus einem halben Dutzend überraschter Allianzsoldaten, die wenig später das Opfer eines unbarmherzigen Nahkampfangriffes wurden. Danach sammelten sie sich. "Und wieder eine Sauerei mehr.", sagte Berzerk und riss seine Axt aus dem Schädel eines Grunts. "Ja, leider." Sagte Paladin und wischte sein Schwert trocken ehe er es in die Halterung zurücklegte. "Wieso leider?", Sagte Scythe und lies das Blut von seinen Klingen mit bekannter Geste auf den Boden spritzen. "Weil jeder dieser Grunts und Elitekrieger einer von uns hätte sein können." "Du meinst deren Ketzerbewegung." "Genau." "Eine wirklich unglückliche Sache.", schloss sich Scythe an. "Aber im Moment können wir daran nicht viel ändern. Nur wenn wir hier erfolgreich sind, werden mehr überlaufen." "Allerdings. Und wir sollten uns jetzt um Wolfmother kümmern, nicht dass er abkratzt." "Wahr gesprochen." Die drei schlichen sich weiter, links, rechts, links herum und ... Wären beinahme von Screamer und Nightmoth abgeschossen worden. "Verdammt, währt ihr ein wenig schneller gewesen, hätten wir abgedrückt!" "Da haben wir ja nochmal Glück gehabt, oder?" "Allerdings, denn ab hier geht der schnellste Weg, der nicht verschüttet ist mitten durch die Lager der Allianz." "Bitte?" "Richtig.", sagte Scythe, nahm die Munitionsschnur aus seiner einen MP, "Ich habe immer gewusst", zählte nach "Dass wir spätestens hier unten alles rauslassen müssen." und fädelte eine neue Schnur aus einem Kasten hinein, den er neben der Waffe einclipte. "Ich bin soweit, wie sieht das bei euch aus?" Berzerk hielt sein LMG mit der einen Hand und langte mit der anderen auf seinen Rücken, wo er das zweite gesichert und durchgeladen verstaut hatte. "Ich auch." Paladin und Screamer legten je ein neues Magazin in ihre Waffen und Nightmoth packte zwei neue Trommeln in seine Minigun."Bin dabei!" "Aber wir sollten sie diesmal in die Zange nehen, am besten aus allen Richtungen." "Hast du auch Recht." "Ich werde zusammen mit Nightmoth die rechte Flanke übernehmen.", meldete sich Paladin zu Wort. "Screamer? Berzerk?" "Yep." "Ihr werdet links 'rum gehen." "Gut." "Und ich soll mich frontal reinwerfen, oder was?" "Exakt. Und wir rufen Wolfmothers Gruppe, vielleicht können auch sie noch einen Angriff beisteuern." "Gut." "Außerdem sollten wir den Ausgang der Röhre in der sie stecken für deine Tochter markieren, damit sie uns, falls es brenzlig wird dort abholt." "Roger." Die Gruppen schwärmten aus. Scythe kauerte sich an der Wand zusammen, die nur zwei Röhren von dem Allianzlersammelpunkt entfernt lag. In seinem Kopf jagten eine Methode ein Wesen zu töten die andere. Wie jedes Mal, wenn er kurz vor einem Kampf war, lies er sich alle seine Bewegungen durch das Gedächtnis gehen und suchte nach jenem meditativen Fixpunkt, an dem seine Körperteile autonom agierten, jedes auf maximalen Schaden gerichtet und sein Körper eine einzige Zerstörungsmaschine wurde. Auch wenn Scythe nach aussen hin Chaotisch und unorganisiert wirkte, so war sein Geist wohl das komplette Gegenteil: Diszipliniert und eine uneinnehmbare Festung. Er inspizierte ein letztes Mal seine Waffen und sah auf die Uhr. Noch 5 Sekunden bis zum Angriff seinerseits. 4. 3. 2. 1. Scythe sprang auf und hastete als wäre er mit der Dunkelheit verschmolzen durch das Rohr auf die schummrigen, Violetten Lichter der Allianz zu. Mit Gewaltigem Schwung sprang er ab und streckte die Beine vor. Dem Elitekrieger, den dieser Angriff traf blieb zu wenig Zeit um zu Reagieren, denn als dieser zurückgestoßen wurde und sich mit dem Oberkörper vorbeugte, um den Stoß abzufangen, hielt sich sein Widersacher geschickt im gleichgewicht und setzte seine beiden Füße so geschickt auf Nacken und Schulterpartie des Elitekriegers, dass dieser aus seiner Haltung nicht einmal durch die größte Anstengung die Handlung ihn abzuschütteln vollbracht hätte. Scythe ging gnadenlos, systematisch und eiskalt vor. Mit leichten Drehungen seines Oberkörpers und dem vollen Einsatz seiner Arme postionierte er seine MPs immer so, dass die um ihn stehenden Allianzler mit einem einzigen Schuss erledigt waren. Jedem der Scythe zugesehen hätte, wäre dies sicher als choreographisch vorgekommen, verwunden in eine Choreographie von Koordination, Geschick und Tod. Nach einem schier endlos scheinenden Moment der Einzelschüsse schoss Scythe seiner höheren Position ins Genick, sprang und rollte sich in den geplanten Tunnel geschickt ab. Hier waren die Allianzler, die er durch die Kreuzung der Röhren zu sehen waren schon zu sehr mit dem Feuer einer Gatling Gun beschäftigt um ihn zu bemerken. Auch hier fing Scythe die Allianzler durch gezielte Feuerstöße ab, die ihm ins Blickfeld kamen. Nach wenigen Minuten war das Team wiedervereinigt und musste sich nur noch durch eine Position schlagen. Der Auftakt des Unterganges der dort positionierten Allianzler begann mit einem halben Dutzend Granaten, die, gut verteilt, die Soldaten der Allianz auseinander trieben. Ein Hagel aus Munition und ein Schauer aus Patronenhülsen tötete die Überlebenden. "Fairy Angel an das Special Squad. Bin in Position! Beeilt euch, sonst kommt ihr nicht mehr an Bord!" Dieser Ermutigung folgend sprinteten die fünf Soldaten zum markierten Punkt und trafen auf Wolfmothers Team. Gemeinsam schafften die die Verwundeten über eine schmale Metallbrücke in das Evakuierungsschiff und setzten sich dazu. "Hau rein!" "Mit Freuden!" Eine Sekunde später zündete der Antrieb uns beschleunigte das Schiff.

"Rafteran an Crushhead." "Crushhead hier. Was gibt's?" "Haben sie Scharfschützencrews unten im Gebiet?" "Ja, bis jetzt vier auf den Wolkenkratzern. Wieso?" "Weil wir unsere Crews und Kontrollpunkte mit Munition beliefern werden, markieren sie die Position ihrer Leute." "Und wie wollen sie das anstellen? Ich meine die Nacht da unten in allen Ehren, aber die Allianzler haben auch ihre Anti-Air Stellungen." "Nicht mit Jets, die fallen zu sehr auf. Kennen sie noch die Helikopter von Typ Wasp?" "Die kleinen Dinger, die man nur dann treffen konnte, wenn man sie sah? Die die man standartmäßig mit Gatling guns ausgestattet hat?" "Ganz genau." "Aber die haben keinen Frachtraum, dass sind ein-Mann-Helikopter." "Stimmt auch, aber wir haben diese Technik in den letzten Zwanzig Jahren weiterentwickelt, jetzt heißt das Ergebnis Steelraven. Die Dinger sind in etwa doppelt so groß und vielfach so kampfstark und Wendig wie die Wasps, ohne dabei ihre Tarnung zu verlieren. Soweit ich weiß, hat der Luftwaffenstützpunkt Südlich von Angel City noch vier dieser Dinger startbereit." "Sie wollen, dass ich eine Inventur mache, um ihnen sagen zu können, was für Munition und Ausrüstung sie liefern müssen, oder?" "Korrekt." "Also gut, geben sie mir ein paar Minuten, dann bekommen sie die Daten. Schon neues von Team Quicksilver?" "Sie sind in dem Komplex und tun ihren Job, also sollten wir unseren Job ebenso machen. Ihr Spezialkommando macht das jedenfalls, soweit ich gehört habe." "Ist gut." "Wir sind vollzählig, geht weiter!" "Roger." Tinx und Johannesen schlichen sich vorsichtig durch die Tunnel der Blutsväter weiter hinein in den Komplex. Nach jeder Biegung machten sie Halt um in jede Richtung zu sehen. Nichts. Es war, als würde hier kein Leben existieren. Oder überhaupt dazu in der Lage sein. Tinx verspürte ein eisiges Frösteln, was nicht nur an diesem Gedanken lag, den er rasch verscheuchte. Der Schock nach dem Kampf gegen die Brutes steckte ihm noch immer in den Knochen. "Warum beim Henker ist hier alles so still?" "Wenn ich dass wüsste, würde ich etwas dagegen tun. Gehen wir weiter, wir müssen verdammt nochmal den Grund dafür finden, warum die Allianz das hier durchzieht." "Wieso?" "Die Allianz würde keine Flotte für diesen Angriff opfern, wenn er nicht einem verdammt großen Zweck dienen würde. Und ein paar Ruinen oder leere Tunnel reichen beim besten Willen selbst dem größten Fanatiker als Grund nicht aus. Irgendetwas suchen die hier." "Du hast Recht, Tinx, gehen wir weiter." Sie schlichen weiter, kamen an eine Weggabelung und blieben stehen. "Wo lang?", fragte Johannesen. "Das steht spätestens jetzt fest.", sagte eine Stimme aus der einen Richtung. Tinx drehte sich und sah Sean, Vince und Haverson direkt an. "Wurde auch mal Zeit, dass ihr hier auftaucht." "Tschuldigung, aber wir hatten noch ein bisschen mit drei Brutes zu plaudern." "Und wo sind sie jetzt?" "Auf 'n Tässchen Tee mit dem Sensenmann. Sonst würden wir immernoch mit ihnen plaudern." "Aber wir sollten jetzt weiter, sonst hat die Allianz alleine den ganzen Spass." "Nicht auszudenken, wie ich dann aus der Wäsche schauen würde..." Tinx grinste. "Also weiter!" Sean ging vor, Tinx nach rechts, Haverson nach links, Vince nach hinten und Johannesen in die Mitte. Der Gang ging schnurgradeaus. Als sie einen weiteren Raum betraten, stockte jedem der Atem. Der Raum, Kreisrund und geräumig zeigte jedoch keinen weiteren Weg, mit Ausnahme des Weges, durch den sie gekommen waren. Im Dunkel des Raumes leuchteten auf der Wand um sie herum Symbole der absonderlichsten Art und Weise auf in einem hellen blau auf. "Was hat das jetzt zu bedeuten?" Haverson schien vollkommen verwundert. "Keine Ahnung!" "Ich weiß nicht, was es zu bedeuten hat, aber wenn hier etwas verborgen ist, dann ist es durch das hier gesichert." Das Team verteilte sich im Raum. "Was das wohl für ein Material ist?" Johannesen streckte einen Finger aus um ein kreisrundes Symbol zu berühren. "Mal testen wie es sich anf...", doch weiter kam sie nicht, denn als sie das eiskalte Symbol berührte, verfärbte es sich von ihrem Finger aus in ein dunkeles rot. Tinx schaltete blitzschnell und berührte ein weiteres mit dem Finger. Es wurde leuchetend grün. "So funktioniert das also. Wir müssen die Dinger in einer bestimmten Reihenfolge berühren." "Aber welche? Das hier sind gut und gerne Millionen Möglichkeiten der Reihenfolge." "Wofür haben wir eigentlich einen Rechenschieber, der mehr als das ist und mit dem wir in Kontakt stehen?" "Du meinst Abyss?" "Richtig, kontaktieren wir ihn." "Nicht nötig, ich höre ihnen bereits zu!", hallte es aus den Kopfhörern aller Anwesenden. "Wenn sie mich noch einmal als Rechenschieber bezeichnen, Vince, so bleiben mir immernoch mein Wissen über die 2500 Wege einen Menschen zu töten, verstanden?" "Ja, definitiv!" Vince wirkte zerknirscht. "Ich wäre in der Lage ihnen zu helfen, wenn sie in der Lage sind, mir ein Bild des Ganzen Raumes zu schicken. Dann könnte ich das mit den Daten der Allianz vergleichen." Zehn Minuten später Meldete Abyss sich schließlich. "Ich habe einen Ansatzpunkt. Die Allianz hat diese Symbole von den Blutsvätern kopiert um Sternensysteme zu bezeichnen, wozu diese auch vorher benutzt wurden. Jedem dieser Symbole ist ein Sternensystem, Zusammen sind sie in frei Kategorien unterteil. Die erste, die Sorte Symbol, die rot wurde, sind Sternensysteme, die bewohnbar sind. Die zweite, die grün wurden, sind diejenigen Systeme, in den Terraforming möglich ist und die noch nicht nutzbar sind. Und die dritte Kategorie ist unmöglich zu bewohnen, selbst mit Terraforming. Ich werde diejenigen Markieren, die sie in einer Reihenfolge berühren müssen, danach die zweiten und dann die dritten. Verstanden?" "Ja, legen wir los!" Binen weniger Minuten hatten sich die Symbole verfärbt. Die dritte Sorte Symbol erlosch. Schließlich legte Haverson den Finger auf das letzte blaue Symbol, welches schließlich erlosch. Dann wurde alles Dunkel. Nur die Symbole leuchteten. Dann erschien eine kleine, Silbern leuchtende Kugel, die in Der Mitte des Raumes in drei Metern Höhe schwebte. Ein Symbol nach dem Anderen leuchtete auf und verband sich über einen dünnen Lichtstrahl mit der Kugel. Dann wurde es dunkel, die Kugel wurde größer und die Symbole an der Wand leuchteten nun Sattgolden. Von einem gleißend weißen Symbol in der Decke ging ein weiterer Strahl aus, der die Kugel auf den Boden drückte. Über die rillen der Ornamente Im Boden schien sich das Licht auszubreiten, die Wände hinaufzuwandern und das Deckensymbol zu treffen. Dann wurde es dunkel, Nun erhob sich aus der Mitte des Bodens eine kleine Lichtsäule. "Der Teleporter ist offen." "Dann mal rein. Solange es offen ist!" "Ich gehe zuerst!" Haverson zog seine Pistolen, entsicherte sie und trat in das Licht. Im Selben Moment verschwand er. "Jetzt ich!" Sean ging. "Dann bin ich jetzt dran!" Vince folgte. "Ich komme." Tinx sprang mit seinen Antipanzerpistolen hinterher. Weißes Licht umgab ihn und erstickte alle Wahnehmung. Kapitel 24 Ausserhalb von Raum und Zeit "Manchmal glaube ich, dass wir nur Marionetten sind. Wir gehen durch diese Welt, als wäre sie als Labyrinth für uns Grunde baumeln wir wehrlos an den Fäden anderer." Robert S. "Impactsphere" Girke Zeit Unbekannt Ort unbekannt Vermutlich Zwischenwelt der Blutsväter "Verdammt, wo sind wir?" "Keine Ahnung." "Alles so scheiße dunkel!" "Hey, du sitzt auf meinen Rippen!" Vince rappelte sich hoch. "Tschuldigung, Tinx." "Ich frage mich, wie du auf mich fallen konntest, du bist doch vorgegangen und ich bin hinter dir gewesen." "Vermutlich waren wir eine Weile ohnmächtig." "Das erklärt garnichts. Und warum ist es hier so dunkel? Man könnte vemuten, dass wir alle blind sind." Wie um diese These zu widerlegen leuchteten überall blendend helle Lichter auf. Sie standen in einem Fünfeckigen Raum der, bis auf die Scheinwerfer, die im Boden eingelassen den ganzen Raum beleuchteten, vollkommen leer waren. Nicht einmal Symbole waren an den Wänden und das kalte blaue Licht lies den Raum mehr und mehr wie eine Gruft erscheinen. "Das gibt's doch nicht, wir sind hier gefangen!" "Glaube ich nicht.", sagte Tinx und nahm seine beiden Waffen auf. "Ich wette, wir sind hier wieder in irgendeinem beschissenen Rätsel angekommen." Plötzlich flammte eine Hologrfische Botschaft auf. Zuerst in den Runen der Blutsväter, doch dann verschwand sie und wurde von einer aalglatten künstlichen Stimme, die , zur Verblüffung aller, Englisch sprach. "Ich werde nicht fragen, wer ihr seit und was ihr wollt. Stattdessen werden eure Kampfkünste hier auf die Probe gestellt." "Was zum Henker?" "Das kannst du aber laut..." Doch weiter kam niemand, denn an der Wand begannen Scheinwerfer zu leuchten und sich auf die Mitte des Raumes zu richten. Im Selben Moment öffnete sich ein weiterer Spalt im Raum und etwas anderes betrat ihn. Als das Licht des Spaltes verlosch, war eine Art humanoider Roboter zu sehen, im selben Stil geformt, wie die Wächter. Sean Reagierte sofort. "Feuert alles was ihr habt auf das Ding!"Tinx, Haverson und Vince ließen sich das nicht zweimal sagen. Munition hämmerte in Salven auf das Ding ein, doch als sich das Feuer legte, als die Schützen nachladen mussten, zeigte sich nicht ein einziger Kratzer. Dafür begann das Ding etwas aufzuladen, dass wenige Sekunden später in Form von roten Energiestrahlen durch den Raum schoss und dem die Anwesenden nur knapp ausweichen konnten. Tinx wich dem Strahl, der seinen Kopf verfolgte nur durch einen beherzten Sprung nach hinten aus, wobei er sah, dass das Gerät von allen Scheinwerfern gleichzeitig beleuchtet wurde. Externe Schildgeneratoren! "Haverson! Nimm Magnetische Kugeln und schieß sie in die Scheinwerfer! Frag nicht warum, Tu es einfach." Haverson warf mit einer Hand zwei Magazine Magnetmunition in die Luft, drückte auf den Magazinauswurfknopf seiner Pistolen und fing die Magentkugeln mit den Pistolen auf. Dann schoss er abwecheselnd auf jeden der Fünf Generatoren. Die ersten drei Treffer lang passierte nichts, dann explodierte einer der Kästen nach dem anderen in einer Wolke aus weißem Rauch, in der blitze zuckten. "Jetzt, feuert!", sagte Sean. Tinx, der Immer noch am Boden lag, hob seine eine Antipanzerpistole und lies drei Kugel auf einmal frei. Der Wächter, oder was auch immer dieses Ding darstellen sollte, wurde durch eine Kugel geköpft und von den anderen beiden in der Brust durchschlagen. Es sackte an Ort und Stelle mit einem metallischen Scheppern zusammen. "Sauber." Dann wurde ein weiterer Teleporter Geöffnet. "Was bleibt uns anderes übrig?" Alle Anwesenden trotten auf den Teleporter zu und ließen sich ins Licht sinken. Als sich das Portal zum zweiten Mal seit seiner Erschaffung öffnete, kam es ihm vor wie ein Wunder. Er mochte der Rest eines lebendigen Wesens sein, aber er hatte noch immer eine Seele, obwohl er nur noch durch sein Nervenzentrum, welches an einen Computer angeschlossen war und seine Impuls in Daten umwandelte überlebte. Die Menschen traten heraus und verteilten sich im Raum. In ihrer Sprache gaben sie sich gegenseitig den Befehl wachsam zu sein. "Passt auf! Wenn wir Pech haben, werden sie dasselbe Spielchen nocheinmal spielen!" "Schon klar, Commander!" Vince überbetonte das letzte Wort. "Wunderbar, schon wieder sitzen wir in der Scheiße!" "Ich glaube nicht." "Willkommen!" Eine körperlose Stimme, die ebenso Aalglatt war wie die erste, doch wesentlich mehr Wärme hatte schien von allen Seiten zu kommen. "Lass uns Raten, wir haben wieder eine Prüfung vor uns?" "Nein. Ihr habt euch bereits als würdig erwiesen. Nun lauscht meinen Worten." "Was hast du uns zu Sagen." "Eure Zukunft. Ihr habt in diesem Moment die Möglichkeit diesen Krieg herumzureißen, der eure Rasse vernichtet." "Hey, ganz kurz mal! Geht das Vielleicht auch mit konkreten beispielen?" "Allerdings. Die Allianz steht kurz davor einen Genozid an euch zu begehen. Und fragt nicht nach, woher ich diese Informationen besitze. Ihr müsst nur wissen, dass wir Blutsväter alles sehen. Leider müssen wir bekennen, dass die Allianz ihren technischen Stand nicht alleine erworben, sondern von uns adaptiert hat." "Wie?" "Die Allianz hat in dreien Ihrer Sternensysteme Reste unserer Zivilisation gefunden. Der nützlichste war ein intakter Datenspeicher mit nach unserem Maßstab antiquierter Technik, sprich deren Überlichtgeschwindigkeitsant rieben, deren Schilde, deren Waffen und Energietechnik. Ich könnte euch dutzende Beispiele nennen, doch die wenigsten werdet ihr kennen. Auch in drei von euren Systemen befinden sich Rückstände. Eines im Epsilon Erdani Sektor, dass inzwischen gehoben wurde, eines hier und eines auf der Erde." "Wie kommt es, dass die Artefakte gleichmäßig verteilt sind?" Tinx war die Frage herausgerutscht, doch instinktiv erkannte er, dass diese essentiell wichtig war. "Nun du musst wissen, dass wir mithilfe der Ring- Festungswelten jene Spezies zu kontrollieren versuchten, die ihr Flood nennt. Was ihr dort gesehen habt, ist der Bruchteil der damalig machbaren Technologie. Wir bestaunten uns selbst, dass wir solch geniale Schöpfer waren, doch mussten wir für unsere Schöpfung die Konsequenzen ziehen. Die Flood lies sich ab einem bestimmten Punkt nicht mehr zurückdrängen und so beschlossen wir, jenes ultimative Werkzeug zu Zünden und die Flood dadurch einzukerkern. Wir errichteten Schutzwelten, in die wir unser Volk evakuierten, und sie dann verschlossen. Wir beschlossen ebenso über einen philosophischen Aspekt hinweg, damit unsere Technologie nicht in Vergessenheit geriet, Bruchstücke dieser Technologie auf potentiell bewohnbare Welten zu verteilen. Durch eine Art von Technik, die euch unerreichbar scheint, haben wir die Möglichen Zivilisationen in der Zukunft eingegrenzt. Auf Menschen und die Prophetenrasse der Allianz, soweit waren wir. Doch hatten wir nicht mit einbezogen, dass die Menschen nicht danach strebten diese Technologie zu bergen und stattdessen ihre eigene entwickelte. Durch den Technologischen Vorteil und die Unterwerfung anderer Rassen war es der Allianz gelungen, das Gleichgewicht durcheinanderzubringen. Und nun ist es meine Aufgabe, es wiederherzustellen, den Genozid abzuwenden und die Abkömmlingsrassen der unseren wieder zusammenzuführen." "Wir haben zurückgeschlagen und der Allianz ziemliche Probleme gemacht, aber wir werden ihnen niemals ebenbürtig sein." "Darum seit ihr hier. Ich habe die Technologie, die diesen Krieg beenden kann. Aber wenn im Universum die Geister unserer Schöpfung spuken, so müsst ihr sie ebenso zum schweigen bringen. Ich fürchte, dass ihr das füher tun müsst als erwartet. Ihr mögt in schweren Zeiten leben, doch in jeder schweren Zeit, bieten sich umso mehr Chancen. Ihr werdet bald verstehen, glaubt mir!" Kapitel 24 Teil 2 Zeit unbekannt Ort unbekannt jetzt "Wir sollen also das Gleichgewicht wiederherstellen, oder?" "Genau." "Aber wie sollen wir das anstellen? Die Menschen haben ja noch nicht einmal einen Gegenangriff starten können!" "Sei still Sean!" In Tinx' Stimme lag Wut. "mit welchen Spielzeugen wollt ihr uns ausstatten, dass wir das schaffen können?" "Ihr Menschen seit so direkt. Dazu wollte ich grade kommen." An zwei Stellen des Bodens erhoben sich zwei Säulen, über und über mit Ornamenten verziert. "Zwei Dinge müsst ihr wissen, da dies der letzte Test für euch ist. Das erste ist: Wer das Rätsel löst und das Geschenk berührt, ist als einziger in der Lage es zu benutzen. Das soll sie vor Missbrauch durch die andere Seite, in diesem Fall die Allianz, bewahren. Das Zweite ist, dass ich grade meinen Informationsspeicher auf ein Zwischenmedium übertrage. Ihr sollt die Daten mitnehemen und diesen Ort dann dem Erdboden gleich machen, dadurch wäre das Gleichgewicht wiederhergestellt. Außerdem möchte ich nun endlich Frieden finden." "Wieso?", sagte Vince. "Weil ich seit längerer Zeit hier bin als ihr euch denken könnt." "Tinx, deine Notration!" "Also gut, alles andere wäre sinnlos." Tinx löste die Klammern, die seinen Brustpanzer fixierten, legte ihn ab und vor sich hin. Nun drehte er ihn, sodass er den Energie- und Schildgenerator auf dem Rücken sehen konnte, sowie eine weitere Erhebung. Sean gab Tinx sein Messer und dieser schnitt die unter der Panzerung versteckte Erhebung auf, worauf hin ein Metallischer Gegenstand von der Größe dreier aneinander gereihter Granaten ins Blickfeld kam. "Was ist das?" "Das ist meine letzte Reserve." Tinx legte das Ding in die Mitte des Raumes. "Ich trage dieses Ding seit Beginn meines aktiven Dienstes mit mir herum. Es ist eine an meine Biowerte gekoppelte kleine Fusionsgranate, mit in etwa dem doppelten Wumms allen Sprengstoffes, den ich normalerweise mit mir herumtrage." "SOLL DAS HEIßEN, DASS ICH EBEN AUCH HÄTTE DRAUFGEHEN KÖNNEN, WENN DIESE BRUTES DICH ABGEKNALLT HÄTTEN?" Johannesen schien sich kaum noch bremsen zu können. "Nein, so viel Wumms hat das Ding auch wieder nicht. Es hätte gereicht um alles bis auf zwei bis drei Meter vor dir flach zu machen." Sie beruhigte sich. Tinx legte seine Rüstung wieder an und sah sich zusammen mit Johannesen und Haverson die eine Säule an, während Sean und Vince die andere übernahmen. "Irgendwie müssen wir diese Dinger aktivieren, aber ich habe keine Ahnung wie." Haverson deutete auf ein Ornament nahe dem Boden. "Das sieht aus wie eine Aneinanderreihung von Sternen." Tinx ging neben ihm auf die Knie, und sah sich das Ornament an. "Ich glaube nicht, dass die Blutsväter nur den Astrophysischen Aspekt als Rätsel benutzt haben." "Was soll dass denn sonst sein? Kunstwerke ohne Sinn? Was soll das Darstellen? Moleküle? Wenn ja wovon? Alte Autoreifen? Bier? Pressspan? KÄSE? Eier, Bl...", doch weiter kam Haverson nicht, denn Erkenntnis leuchtete in Tinx' Augen auf. "Moleküle! Sie haben sich doch selbst Blutsväter genannt, oder?" "Soweit ich das sehe, ja, aber..." "Natürlich!" Tinx stand auf und ging um die Säule herum. "Wenn sie unsere Existenz vorausahnen konnten, dann auch so etwas!" Er kniete sich neben Haverson nieder und sah das Ornament an. "Das ist das Molekül von Hämoglobin! Die atomaren Bastandteile sind in verschiedenen, proportionalen größen gehalten." "Was?" "Wasser, Sauerstoff, Plasma, Serum! Alles! Diese Säule hat etwas mit Blut zu tun." "Ja und was sollen wir machen?", fragte Haverson. "Boah, Haverson, bist du immer so, oder nur in Notsituationen?" Johannesen schien wirklich entnervt. "Gib mir einfach dein Messer, Kollege!" Immernoch sehr irritiert langte Haverson in seinen Gürtel und reichte Tinx das Messer. Dieser wiegte es einige Sekunden lang in der Hand, lies es ein wenig um seine Finger rotieren, wobei er von der linken Hand den Handschuh entfernte. Eine schnelle Bewegung und die Klinge fuhr über die Handfläche, nicht tief, nur grade so tief, dass Blut zu fließen begann. Ting gab das Messer zurück, ballte die Linke zur Faust und lies einen großen Tropfen Blut auf den Kopf der Säule fallen lies. Langsam lief das Blut durch die Kanäle der Ornamente die gesamte Säule hinab und färbte die Kanäle rot. Eine Weile Stille. Dann klackte es und die Säule hob sich weiter aus dem Boden, während sie sich entlang einiger Ornamente öffnete und eine metallische Kugel von der Größe eines Tennisballes freigab. "Ich nehme das einfach mal an mich.", sagte Haverson, streckte, die Hand aus, berührte die Kugel... und wurde zurückgeschleudert. "Ich glaube, Zuhören ist sein Problem.", sagte Tinx knochentrocken zu Johannsen. "Tolles spielchen!", Vince wurde langsam aggressiv. "Nicht genug, dass wir nur zu zweit sind. Nein, diese Säule ist vollkommen leer, die ist mit nichts verziert." "Hör' mal kurz auf zu maulen! Ich muss mich hier konzentrieren!" "Würde ich ja auch, wenn da nur ein Ansatzpunkt auf der leeren Säule ist." "Ich vermute, dass die leere Säule unser Ansatzpunkt ist." "Mit dem Raum an sich, wird das wohl kaum was zu tun haben." Im selben Moment fiel Vince auf, was er gesagt hatte. "Einen Raum definiert man über das, was ihn begrenzt beziehungsweise, was ihn ausfüllt, doch im Endeffekt ist alles gleich, sei es Materie, Energie oder sonstiges." "Was?" "Ich meine, dass des Rätsels Lösung meiner Meinung nach die ist, dass das Ding irgendwo IN dieser Säule liegt, und durch Energieeinsatz da rausgeholt wird." "Wie meinst du das?" "Dadurch, dass Materie auch nur eine Form der Energie ist, ist diese Barriere auch nur Energie und jeder Raum ebenso. Das bedeutet, dass der Raum nicht zu begrenzen ist." "Dass die Energie in diesem Raum gleich verteilt und dass das Relikt da drin auch nur in Energie schweb. Habe ich das richtig verstanden?" "Genau." "Und wir bekommen das also nur durch Freisetzung von Energie da raus, stimmt's?" "Schätze ich mal." "Das effektivste wäre, sich gegen die Säule zu werfen, dann wird unsere Bewegungsenergie um zwei Ecken auch an das Ding abgegeben." "Warum tun wir das nicht einfach?" "Gute Frage. Los geht's!" Vince legte seine Ausrüstung beiseite, nahm Anlauf und warf sich gegen die Säule. Nichts passierte. Sean wiederholte das ganze. Nichts passierte. Vince schleuderte sich diesemal mit etwas größerem Anlauf und schnellerem Lauf gegen die Säule. Sean nahm noch mehr Anlauf, sprintete los, sprang kurz vor der Säule ab, und streckte die Füße vor. Der Winkel, in dem er aufprallte und die Geschwindigkeit sorgten dafür, dass er den Tritt zwar landete, aber im überigen über die Säule hinweggeschleudert wurde und dahinte unsanft aufkam. Etwas kleines, pechschwarzes schoss aus der Spitze der Säule und segelte an seinem Gesicht vorbei. Sean packte zu und fühlte eiskaltes Material, um das sich seine Finger schlossen. Er blickte das Ding an und sah eine tennisballgroße Kugel, offenbar nichtmetallisch. Sean sah das Ding eine Weile lang an, dann steckte er es in die Innentasche seiner Weste. Tinx langte nach der kleinen Metallkugel. Grade wollten sich seine Finger darum schließen, als sie in dem Etwas versanken. Die Kugel verlor ihre Form und legte sich als fünf silberfarbene Ringe um Finger und Daumen seiner rechten Hand. "Interessant." "Was ist das?" Johannesen streckte einen Finger aus, um einen der Ringe zu berühren, doch Tinx hielt sie zurück. "Nicht anpacken! Nicht dass du auch noch so einen gezogen bekommst, wie Haverson." Sie lächelte. "Aber was ist das nun?" "Wenn ich dass wüsste, dann..." Tinx brach ab, denn die Ringe an seiner Hand wurden plötzlich dünner, formten sich zu kleinen, silberfarbenen Wolken und stiegen zu seiner einen Schläfe auf, an der sich das Neurale Interface befand, dass jedem Marine implantiert wurde. "Was zum...?" Tinx begann einen Moment zu zucken, als sich der Nebel das Interface berührte. Dann senkte sich die Wolke wieder zu seiner rechten Hand herab und die Ringe erschienen wieder. "Das sind Nanobots! Diese Dinger können Gegenstände herstellen, Atom für Atom. Und sie können viel mehr!" "Was meinst du damit?" "Die speichern Materie, in dem sie sich selbst replizieren. Die können Alles mögliche erschaffen und umbauen!" "Meinst du, wir könnten das Zeug in unsere Waffen geben, sodass sie aus Patronenhülsen Munition machen?" "Wäre eine gute Idee, ich werde das bei Gelegenheit mal ausprobieren." Sean trat zusammen mit Vince und Haverson hinzu. "Habt ihr eures?" Tinx hob rechte Hand, sodass die Ringe dezent das Licht der Raumbeleuchtung reflektierten. "Gut, dann blos weg hier." "Wartet, wir müssen den Datenspeicher noch in die Finger bekommen!" "Da hast du Recht." "Alles überschrieben, das Wissen ist nun auf dem Datenkristall gespeichert." "Und wie kommen wir da dran?" Wie zur Antwort blitzte auf der Zentralen Bodenplatte etwas auf und ein Datenkristall lag nun dort. "Du nimmst den!", sagte Sean und gab ihn an Johannesen. "Wie kommen wir hier heraus?" "Ich öffne das Portal." "Und bevor wir gehen, ich habe hier noch die Zündcodes für die Fusionsgranate." "Habe ich bereits selbst." Das Licht des Teleporters begann zu scheinen. Das Team trat hinein und verschwand. Wenig später wurde der gesamte Raum von einem blauen Feuerball verschlungen. Kapitel 24 Teil 3 0356 Stunden IKZ/LZ Stillgelegtes Vanadiumbergwerk Blutsväterkomplex "Wollt ihr die gute oder die schlechte Nachricht zuerst hören?" "Sag uns die gute!", sagte Vince "Die gute ist, dass wir für den ganzen Horrortrip nur eine einzige Sekunde gebraucht haben, offensichtlich durch gewisse Raum-Zeit-Verzerrungen. Die schlechte ist, dass wir uns nun den Weg entlang an die Oberfläche schlagen müssen, über den die Allianz gekommen ist." "Zuerst hoch in das Tunnelsystem und von dort aus raus?",Sagte Sean "Sieht so aus.", sagte Johannesen "Das ist Wahnsinn.", sagte Haverson mit einem Hysterischen Unterton "Leider.", seufzte Sean "Es muss doch einen anderen Weg geben, oder?", fragte Johannesen mit hoffnungsvollem Unterton. "Ja, aber den haben die Wächter mit unseren Exofortresses absacken lassen.", sagte Tinx "Bullshit! Also steht uns eine Tunnelschlacht bevor, oder?" Vince entsicherte sein LMG. "Warum lassen wir die Tunnel nicht von oben einfach stürmen, damit wir raus können?", fragte Johannesen "Wäre viel zu verlustreich.", sagte Sean. "Ich habe eine Idee.", sagte Tinx, "Wir machen das wie auf den alten Tarnmissionen." "Du meinst nur schallgedämpfte Waffen, oder?" "Genau." "Aber ich habe keine und bis auf Haverson, der jeden mit seinen Messern töten könnte haben die anderen auch keine." "Warum denkst du nicht nach? Die Blutsväter haben uns alles gegeben, was wir für einen Krieg brauchen. Wir müssen es nur richtig einsetzen!" "Was meinst du..." "Ich meine, da ich diese verdammten Ringe sowieso trage und diese Dingerchen meine Gedanken verstehen, kann ich mit genug Material so viele Waffen und Munition erzeugen wie ich will!" "Geil! Leg los!" "Mach ich!" "War es das für uns?" Scythe schien enttäuscht. "Ich glaube, ja. Leider." Scythe hieb blitzschnell mit der Rechten gegen einen Metallschrank neben dem Cockpit. "Eine Verdammte Schande! Wir haben noch mehr als genug Munition und verwundete sind wir auch nicht! Warum sollten wir nicht noch die anderen Marines unterstützen und rausholen?" "Weil wir gottverdammte Verwundete da drin haben und ich nicht riskieren will, dass die Artellerie der Allianz uns erwischt." Scythe schien in wenigen Momenten um Jahre zu altern. "Na gut. Du bist die Pilotin, du hast uns rausgeholt und ich werde nicht weiter fragen." Das Schiff flog halbwegs schnell, jedoch sehr knapp über der Stadt in Richtung des Luftwaffenstützpunktes in der Wüste. Es wurde plötzlich langsamer. "Na gut, du hast gewonnen. Ich werde euch einzeln auf den Hochhausdächern herauslassen." "Wie bitte?" "Mein Vater, Du und Nightmoth, ihr werdet das auf alle Fälle überleben. Was Logan und Jeremiah angeht, schaun wir mal." "Du bist aber freundlich zu deinen Brüdern." "Sie überleben das schon. Manchmal brauchen sie das." Scythe lächelte. "Kann ich gut verstehen." Wenige Sekunden später öffnete sich die Heckklappe und der Transporter ging tiefer. Scythe sprang von der Klappe aus ab, landete auf dem Flachdach und rollte sich ab. "Wie ich Treppensteigen und Aufzugfahren hasse!" Niemand hörte den Aufschrei. "Nette Wumme!" Sean setzte das nun manipulierte Magazin in die Waffe ein. "Müssen wir denn noch nachladen?" "Leider ja, ihr müsst allerdings nur einmal kräftig gegen das Magazin schlagen, dann wird neue Munition generiert." "Egal, dafür sind die Dinger schallgedämpft und machen ordentlich Wumms!" "So bist du, Vince, solange man ballern kann bist du zufrieden." "Wie auch anders bei diesen Waffen?" "Leise sein und nur im Bedarfsfall feuern und wenn ihr das Ziel so ökonomisch wie möglich ausschalten könnt!" "Roger." "Ok, Commander." "Gebongt!" "Ist gut!" Lautlos verließ das Team den Komplex über den Weg der Allianz. Niemand stellte sich ihnen in den Weg, aber die Ruhe lies sie noch nervöser werden, denn zuvor war dieser Komplex, so hatte Abyss das aus den Funksprüchen der Allianz extrahiert, fest in der Hand der Allianz gewesen. Irgendetwas hatte sie gezwungen, sich zurück zu ziehen. Oder sie waren so restlos beseitigt worden, dass man glauben musste, dass die Blutsväter erneut die Finger im Spiel zu haben schienen. Langsam wurden die Höhlen wieder höher und der Weg neigte sich nach oben. "Achtet auf das, was über euch schwebt." Tinx deutete vor ihnen in die Luft, "Eventuell sehen uns die Wächter noch immer als Feinde an. Wenn jemand die Allianzler vertreiben kann, dann diese Dinger." "Wenn sie fliehen, dann können wir doch taktische Truppen von oben ins Tunnelsystem schicken, die die Allianzler aufreiben und das ohne viel Risiko." "Taktisches Kommando? Wen willst du da rein schicken? ODSTs?" "Wäre eine Möglichkeit." "Erst einmal müssen wir einen Weg festlegen, den wir selbst gehen werden. Wir müssen sehen. wo wir gefahrlos evakuiert werden können." "Dein Einwand in allen Ohren, Johannesen." Vince nahm sein Kopftuch ab und wischte sich den Schweiß aus dem Gesicht. "Also gut. Abyss?" "Hier." "Wir brauchen eine Karte der Tunnel und eine Truppenstärkenanalyse. Eine Empfehlung deinerseits, welchen Weg wir nehmen sollen?" "Weiter bis zum Tunnelsystem, ab dann werde ich euch durch eine Kette von Wegpunkten in den Ausstieg über die U-Bahn strecke bringen, dass ist am sichersten. Allerdings ist das Problem dabei, dass die Allianz und die Wächter in diesem Gebiet extrem aktiv sind, sodass ihr also ein Ablenkungsmanöver braucht!" "Gibt es keinen anderen Weg?" "Nein, die anderen sind noch gefährlicher." "Na großartig, also weiter." "Roger." Kapitel 24 Teil 4 0401 Stunden IKZ/LZ Angel City Tunnel "Also, Abyss, wie kommen wir am schnellsten in diese U-Bahnstation?" "Durch die Tunnel." "Sean, hast du dein Niveau verloren oder was ist mit dir los?" "Vince was zum...?" "Weißt du nicht mehr, was wir hier als Kinder gemacht haben?" "Bitte was?" "Wir haben damals die Tunnel unsicher gemacht. Wir haben alle Tunnel gekannt, auch die nicht verzeichneten." "Ich glaube ich weiß worauf du hinaus willst. Aber die alten Tunnel sind doch vor mehr als fünf Jahren versiegelt worden." "Nur eine einen halben Meter dicke Versiegelung aus Beton. Ich bitte dich, mit dem Grabwerkzeug, dass sich Tinx um den Finger gewickelt hat, haben wir keine Hindernisse und keine Probleme mit der Allianz in den Tunneln mehr." "Aber wie zum Henker sollen wir auf die U-Bahnlinie kommen?" "Mensch, Sean, hast du so ein schlechtes Gedächtnis?" In Seans Augen leuchtete Verständnis auf. "Die Trash-Tube." "Richtig, die hat mach ja einfach nur an den Enden versiegelt, allerdings müssen wir durch die Haupttunnel." Sean wusste sofort was das bedeutete. Er hatte nur ein einziges den Haupttunnel betreten. Die Trash Tube war sowas wie die Deponie für diejenigen Maschinen, deren Entsorgung zu Aufwändig war gewesen. Zunächst hatte man in dieser Röhre die Tunnelbohrer für die Untertunnelung der Stadt eingemottet, danach kamen Schrotthändler und Bastler und binnen von zwei Jahren war jener Tunnel, der Angel City von Ost nach West durchzog eine Mischung aus Selbstbedienungsladen und Schrottplatz geworden. Danach wurde die Tube als Marktplatz für illegale Geschäfte genutzt und irgendwann versiegelt. Wenn sich seit Damals nichts geändert hatte, so würden sie eine ganze Weile brauchen, da ein Vorankommen in dem mit Schrott gefüllten Tunnel nahezu unmöglich, wohl aber sehr schwer war. "Wir müssen gottverdammt vorsichtig sein." "Ich hätte es nicht besser ausdrücken können. Dann mal weiter." Scharfschützengewehre sagten zwar weder Scythe noch Screamer zu, aber dennoch empfanden beide diese Waffen als nützlich. Beide teilten sich auf der Scharfschützenposition auf einem Fabrikdach eine S2 und eine Kiste Munition. Das simples abschießen zu langweilig wurde, wetteten sie, wer mehr und bessere Allianzler ausschalten konnte. Viermal Wummern von Scythe's Seite und zwei Hunter fielen zu Boden. "Nochmal zwei, die nicht mehr einkaufen gehen!" Scythe ließ das Magazin auswerfen und reichte die Waffe mit einem neuen weiter. Screamer lachte dreckig, rammte das Magazin in die S2 und nahm Ziel. Vier weitere Male wummerte es und drei Grunts sanken zu Boden. "Drei Grunts." "Nett, du hast wohl heimlich geübt." Die Waffe änderte wieder ihren Besitzer. Scythe sah einen kleinen Zug von Soldaten der Allianz ... und vier Elitekrieger in Reih und Glied, wenn er die Waffe nur ein wenig drehte, dann konnte er... Der Erste Schuss durchbrach den Kopf des ersten Elitekriegers, den des zweiten ebenso und blieb in dem des dritten stecken. Drei weitere Schuss später waren ein weiter Jäger und zwei Jackals gefallen. "Wieder ein bisschen was für die Trophäenecke." "Wie hast du das hinbekommen?" "Können und reiner Zufall. Deine Knarre!" Screamer legte an und suchte nach Zielen. Dann hob er die Waffe auf und drehte sich zu Scythe. "Mann, so können wir den Jungs da draußen nur sehr wenig helfen." "Was willst du sonst tun?" "Wenn wir Raketen hätten, würde ich deren Kavallerie vernichten, da sind einfach zu viele Ghosts und Wraithes in den breiten Straßen." Scythes Gesicht leuchtete auf vor boshafter Erkenntnis. "Wir schießen auf die Generatoren und Geschütze der Panzer, damit kannst du so ein Ding kampfunfähig machen, ohne spezielle Munition!" "Woher hast du dass denn gelernt?" "Bürgerkrieg sage ich nur, aber später mehr dazu. Schießen wir den Dingern die Knarren kaputt, Screamer!" Die Spitze der Gatling Gun sauste nach oben und schleuderte den Kopf des Sangheili zurück. Der Körper des Kriegers wurde gegen die Rückwand geschleudert, versuchte verzweifelt wieder auf die Beine zu kommen, doch dann drehten sich die Läufe der Waffe und Kugeln durchsiebten ihn. "Weichei!" Nightmoth sicherte die Waffe und drehte sich zu Paladin und Berzerk um, die grade einen Haufen Grunts von der Seite erledigt hatten. "Wie viel haben die wohl in Reserve?" "Keine Ahnung." "Sagt mal, wo ist Geramee?" "Ich habe keine Ahnung." "Großartig." "Ich glaube er will verdeckte Operationen ausführen." "Verletzt und nur mit halber Rüstung? Erzähl' mir nichts!" "Ist seine Sache." "Da hast du Recht. Was heben wir als nächstes aus, Paladin?" Paladin dachte einen Moment nach. "Wir gehen auf dem Sendeturm im Westviertel in Stellung und markieren die Positionen der größeren Allianzteams für die Luftkavallerie. Wo ist eigentlich Petrov abgeblieben?" "Der ist zurück zum Luftwaffenstützpunkt von Angel City und fliegt jetzt entweder Bomber oder Helikopter." "Sauber. Haltet euch ran!" Johannesen begann zu fluchen. "Warum muss der Weg nur so verdammt beschwehrlich sein?" Tinx legte ihr die Hand auf die Schulter. "Halt dich auf der rechten Seite, da ist der Weg halbwegs frei." "Danke." Vince kam hinzu. "Ihr solltet euch ein wenig beeilen, ihr wisst doch noch, dass ich die Nachhut bin, oder?" "Ja, wissen wir." Vince Prüfte erneut seine Waffe. "Wie weit ist das noch? Ein Kilometer? Zwei?" "Ein halber und nun hör auf zu Fragen, Vince." Zwanzig Minuten sowie zwei Kletterpartien später waren sie an der Kreuzung angekommen, an der es für sie nach draußen ging. "Endlich raus aus diesem Müllberg!" "Wird auch Zeit." Wenige Sekunden später schlossen sich die Ringe um Tinx' Finger und die Versiegelung war verschwunden. "Rein da!" Tinx wollte als erster durch die Öffnung in der Wand gehen, doch stolperte er über etwas, dass im Dunkeln lag. Die anderen leuchteten auf das Objekt und erst als Tinx einen Schritt zurück trat, erkannte er es: Es war das durchrostete Wrack eines jener Motorräder, die man Thresher nannte. In Tinx' Kopf verformten sich drei oder vier Fakten zu Zahnrädern und griffen in einander. Er drehte sich zu Sean um. "Sieh zu, dass du bis zur U-Bahnstrecke kommst, ich sorge mit diesem Ding für Ablenkung!" "Bist du Wahnsinnig?" "Nein, ich hab nur grade eine Idee bekommen, wie ich die Technologien, die mir zur Verfügung stehen sinnvoll nutze um Abzulenken!" "Du willst dieses Ding wieder flott machen?" "Richtig. Und ich werde ihm einige Zusätze verpassen, die nicht Serienmäßig eingebaut sind." "Na gut, genehmigt! Leg los!" Haverson, Vince und Sean rannten los. "Pass auf dich auf, Tinx!", sagte Johannesen, dann war auch sie verschwunden. Tinx verlor keine Zeit. Wolken aus Nanomaschinen restaurierten das Chassis des Motorrades, während andere als Wolken zurück in den Haupttunnel schwebten, dort Schrott zu Vertretern ihrer selbst umbauten, deren Material wiederum in anderer Form als Motor verbaut wurde. Nach zehn Minuten war das Fahrzeug fertig. Eine Thresher mochte zu der Zeit als sie herauskam schon gewaltig in Größe und Leistung gewesen sein, doch diese "Neuauflage" war einfach nur beängstigend: Zwei Schildgeneratoren schufen ein Kraftfeld von beeindruckender Stärke, an dem Tinx' Testschuss einfach verglühte. Vier Motoren neuster Technik, zwei autonome 50mm Automatikkanonen am Heck und die dazugehörige Nanobotcrew zum Nachladen rundeten die Sache ab. Tinx sah sich auf seinem Taschencomputer die Karte der Tunnel an. Selbst wenn er das Ding schob, würde er maximal zwei Minuten brauchen. Zeit um Spass zu haben. Vier Kugeln hintereinander bohrten sich in die Magnetischen Kontrollspulen, die den Feuermechanismus eines Wraith-Panzers bildeten. Unglücklicherweise war die Waffe grade dabei gefeuert zu werden und das Plasmaprojektil, dass zuvor von den Magnetfeldern in der Schwebe gehalten wurde, fiel zurück auf den Panzer, der darunter explodierte. Screamer grinste. "Einer für mich." Er lud die S2 nach und reichte sie an Scythe weiter. Scythe legte an. Dann nahm er die Waffe zurück. "Was ist los?" "Nichts, wir ich suche nur noch ein geeignetes Ziel!", sagte er laut und überdeutlich. Eine halbe Sekunde später wisperte er zwischen den Zähnen hindurch: "Die Allianz ist hier. Unten in der Fabrik. Die haben sich eingegraben, es ist jetzt eventuell besser, wenn du hier ein wenig ablenkst, während ich da unten aufräume." "OK.", wisperte Scramer zurück und nahm die Waffe. Scythe hob seine MPs, lud sie durch und schlich sich zur Dachluke hinunter in die Fabrik. Tinx straffte sich. Vor ihm lagen viel zu viele Soldaten, er selbst saß auf einem Motorrad und im Osten deutete sich ein Sonnenaufgang an. Er öffnete einen Kanal. "Ich lege jetzt los, Operation Beginnt!" Er aktivierte die Geschütze am Heck, überzeugte sich von der Tauglichkeit des Schildgenerators und der Fusionszelle in der Maschine, inspizierte seine Waffen und lies dann den Motor an. Das Geräusch der gewaltigen Maschine beruhigte ihn. Es mochte zwar ewig her sein, dass er ein Motorrad gefahren war, aber das würde sich geben. Es gab Sachen, die man niemals verlernte. Er lies den Motor einige Male aufheulen. Dann löste er die Bremse... Kapitel 25 Operation Ausweichen und Absetzen "You Can't stop your hasting doom. My bullet's Steel will hit you soon!" "Last Clip" von Razorflamestorm, Symphonic Grave Flip Band Der Wind schoss Tinx mitten ins Gesicht, nahm feine Tröpfchen aus verschiedenfarbigem Blut mit sich und hinterließ diese auf seiner Haut und auf den Gläsern seiner nun mit Nanomaschinenhilfe veränderten Sonnenbrille. Er hatte Recht gehabt. Es fühlte sich an, als hätte wäre er niemals abgestiegen. Es knackte in der Leitung. "Tinxmee?" "Yep." "Ich werde die Position des Operators jetzt vollständig übernehmen, da Rodriguezmee auf dem Weg zum Planeten ist." "Gut. Markiere du mir die U-bahnstation, ich werde den ganzen Block mehrfach umfahren und sie dadurch zwingen mich zu verfolgen." "Also gut. Du musst die nächsten beiden Kurven rechts nehmen, dann kommst du an den Block." "Ich danke dir. Sieh zu, dass du denen da unten erst reine Luft bestätigst, wenn ich alle von ihnen am Arsch habe!" "Mit Freuden." Tinx drehte nach rechts, packte seine Antipanzerpistolen und entfernte die Sicherung. Er machte die zweite Rechtsbiegung, hob sie und begann zu feuern. Kugeln fanden ihre Ziele, bestehend aus Wächtern und Allianzlern, die sich gegenseitig bekriegten. Wo Kugeln nicht trafen, rissen sie Fontänen aus Gestein aus den Wänden des Gebäudes, das sowohl die U-Bahnstation als auch einen Bahnhof beherbergte. Noch wandten ihm sich nur wenige Feinde zu, doch als die beiden 50mm Automatikkanonen am Heck zu feuern begannen. Grunts schrien, Elitekrieger brüllten Befehle die Tinx nicht verstand und Wächter formierten sich neu. Was in einem einzigen Augenblick Passierte, den es gebraucht hatte, den Eingang des Gebäudes hinter sich zu lassen, war ebenso schnell wieder vorbei. Tinx blickte hinter sich und sah grade noch, wie die Panzerung eines Ghosts, der ihn verfolgte unter einer Salve 50mm Geschosse brach und das Fahrzeug explodierte. Keine weiteren Verfolger. Tinx konzentrierte sich auf das Nachladen seiner Waffen und im selben Maße kreisten die Wolken aus Nanomaschinen um die Waffen. Zeit das Gebäude zu umrunden und ihnen noch mehr Feuer zu schenken. Scythe genoss die Momente, in denen er für Andere unsichtbar war. In jenem Moment kniete er im Schatten, hinter einer Säule auf einer Gallerie der stillgelegten Fabrik und beobachtete, wie sich die Allianzler in den Ecken positionierten. Offensichtlich wollten sie sich zuerst eingraben und ihn und Screamer dann in den Hinterhalt locken. Zu Dumm, dass sie es mit Scythe und Screamer zu tun hatten. Scythe nahm seine beiden schallgedämpften Pistolen und schlich in die erste Ecke, in der ein Grunt hockte und in Richtung der anderen Positionen durch eine Reihe von Metallschränken verdeckt war. Unsicht- und unhörbar stoppte er erst, als er durch den Schrank in Richtung der anderen Verdeckt war. Der Grunt begann nun Verdacht zu schöpfen, da ihm das sowieso schon dunkle Sichtfeld noch mehr verdunkelt war, doch er kam nicht dazu, etwas zu sagen, geschweige denn zu schreien, denn ein Schalldämpfer drückte sich gegen seine Gesichtsmaske und eine Kugel schoss ihm durchs Gehirn. Scythe tauschte seine Pistolen gegen die MPs ein. Jetzt brauchte er keine Unsichtbarkeit mehr, er hatte bereits das Nötige erledigt, jetzt brauchte er Feuerkraft. "Jetzt, Screamer!" Scythe schoss aus seiner Deckung, die Gallerie um die Ecke weiter, zur nächsten geschützten ecke und begann dabei auf die Gallerie unter ihm mit der einen und auf die nächste ihm gegenüber liegende Stellung mit der anderen MP zu feuern. Einzelne Kugeln prallten von dem Schild des Elitekriegers in der Mitte des auf Postens auf seiner Etage und wurden so abgelenkt, dass sie die beiden Jackals, die dem Elitekrieger Feuerunterstützung spendeten, in den Rücken trafen. Plasmastrahlen verfehlten Scythe nur um Haaresbreite, bis er in den Schatten der nächsten Ecke eintauchte und den Grunt, der dort stand mit der Klinge an seinem rechten Stiefel beseitigte. Das Geschickte Auf- und Abtauchen von Scythe hatte Screamer genug Zeit für seinen Auftritt gegeben. Er schoss aus der Deckung, in der sich Scythe zu Anfang befanden hatte, warf zwei Granaten in die Hauptposten der Allianz auf der Gallerie unter ihnen und schoss vier Schuss aus seiner S2 in die Stellen, an denen er weitere Posten am Boden der Fabrik vermutete. Drei von vier Kugeln hatten ein reales Ziel, zwei Grunts, die Schrien und ein Elitekrieger, dessen Schild ihn und seinen Posten verriet. Drei Weitere Granaten und zwei Salven Feuer war das Thema erledigt. "Was nun?" "Mit sicherheit haben die unsere Position markiert. Die Einzige Option die wir haben, ist uns auf dem Dach eingraben und hier unten alles was wir an Sprengstoff haben zu mobilisieren, um sie aufzuhalten." "Gut. Dann sollten wir keine Zeit verlieren!" Geramee blieb einen Moment stehen, um sich an der Wand abzustützen. Er versuchte wieder zu Atem zu kommen. Sein Körper war so ziemlich am Ende der Belastbarkeit. Er hatte wesentlich mehr wegstecken müssen, als er Wolfmother erzählt hatte, doch nur er alleine konnte diese Mission durchziehen, da nur er davon wusste. Die Allianz würde binnen einer Stunde hier eine Weitere Welle ihrer Invasionstruppen schicken und dieses Mal würden die Menschen auf dem Boden zermalen werden. Doch nicht solange in ihm, Geramee, noch Leben war. Er klemmte sich an das Kommunikationsrelais in der Transitröhre, in der er steckte. Mithilfe des Terminals und der Übersetzung kam er in die Versorgungssteuerungsysteme. Es würde grade mal einen Augenblich dauern, den Datenlink fertig zu bekommen und den Zeitpunkt festzulegen, doch er musste alle Soldaten im Gebiet warnen. Eine Stunde würde ihnen noch bleiben, bis die neuen Streitkräfte eintrafen. Genau so lange würde das Delay dauern. Geramee bestätigte den Countdown bis zur eigentlichen Aktion, lies das System dann alle Verbindungen kappen. Nur noch seine Eigene hielt er aktiv. Er öffnete einen Prioritätskanal an alle menschlichen Soldaten im Gebiet. "An Alle, sie haben exakt eine Stunde um sich zurückzuziehen. Nach Ablauf der Frist werden die Eingegrabenen Fusionsgeneratoren hier überhitzen und die Stadt dem Erdboden gleich machen! Um die Frage des Grundes zu beantworten: In einer Stunde werden direkt über der Stadt Weitere Allianztruppen eintreffen und die Stadt endgültig unter ihre Kontrolle bringen. Sehen sie zu dass sie hier herauskommen!" Er schloss die Verbindung und kappte ebenso die zum Versorgungsnetzwerk. Dann lies er sich gegen die Wand der Transitröhre fallen und versuchte sich zu entspannen. Der Ruf erreichte die Richtige Seite und im Orbit wurden rasend schnell Landungsschiffe bereit gemacht um die Marines auf dem Boden einzusammeln. Binnen weniger Minuten wurden die Justicias Will, der Rebellenträger Defiance, die Knuckleduster und die Socrates ihre Einzelschiffe los. Jäger, Landungsschiffe und Korvetten stürzten, die Freefall Eagle und die Fury of the Storm II an der Spitze dem Boden entgegen, in der Hoffnung so viele Soldaten wie möglich einzusammeln und so viele Allianzler wie möglich zu beseitigen... Kapitel 25 Teil 2 0445 Stunde IKZ/LZ Angel City Westviertel Alpha Lyrae Ehrenrunde Nummer drei hatte sich gelohnt, nun waren fast alle Allianzler am Eingang gefallen oder achteten nicht mehr auf ihren Rücken, sodass sie für den Rest von Team Quicksilver leichte Beute sein würden. Nun hatte er nurnoch die Wächter am Arsch undzwar Schwarmweise. Beide 50mm Kanonen Schossen Sturmfeuer in die Formation und fingen einen nach dem anderen ab, aber es wurden immer mehr. Tinx blickte kurz nach hinten. An sich waren sie kein Problem, solange der Abstand reichte, um außerhalb ihrer Feuerreichweite zu sein, erst wenn er in diese wiedereintrat hatte er ein Problem. Es gab Möglichkeiten das zu verhindern. Die effizienteste lag darin, dass er so halsbrecherisch fuhr, dass die Wächter eventuellen Hindernissen nicht ausweichen konnten, was bei einer so dichten Formation, wie sie sie nutzten potentiell tödlich war. Er senkte die Geschwindigkeit. Soweit er die Wächter kennen gelernt hatte, waren sie darauf programmiert, den Feuerkontakt zum ziel so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, selbst wenn sie sich dafür opfern mussten. Sofort langten dutzende Finger aus Rotem Licht nach ihm, doch Tinx lies sich nicht beirren, sondern steigerte das Tempo der Maschine langsam, damit die Wächter mitziehen konnten. Nach etwa zwei Minuten Gradeausfahren auf der breiten Versorgungsstraße und einer breträchtlichen Geschwindigkeitssteigerung beider Seiten bog Tinx urplötzlich rechts in eine Gasse ein, gab vollgas und blickte nach hinten. Die Mehrzahl der Wächter konnte die Kurve fliegen, doch acht waren zu schnell gewesen um präzise zu fliegen und waren an der nächsten Hausfassade eingeschlagen. So konnte es gehen. Tinx beschleunigte noch mehr. Er wollte mal sehen, inwiefern die Geschwindigkeit die Wächter verwundbar machte. Über ihm entfesselte sich von einem Moment auf den nächsten ein gewaltiges Feuerwerk, dass seinen Blick in seinen Bann zog. "Der Weg hier heraus führt über's Dach" Screamer machte die S2 ein weiteres Mal schussbereit und reichte sie an Scythe, der sie in Empfang nahm, während er die Metallleiter zum Dach heraufstieg. "Yep. Wir werden uns ersteinmal hier festsetzen und so viele von den Idioten mitnehmen wie möglich, bevor wir hier herausgeholt werden." Screamer kam Oben an, schloss die Falltür und aktivierte die Annäherungsminen im Gebäude. Als sie die Schützenposition, die sie bis vor kurzem so gut genutzt hatten erreichten, mussten sie plötzlich gen Himmel starren, auf einen Kreuzer der Allianz, der - von Kugeln, Raketen und Bomben allen Kalibers getroffen - brennend dem Boden entgegenstürzte. Der Himmel war voller Flugzeugen, Pelicans, Longswords sowie den Schiffen der Rebellen. "Da ist die Fury!", sagte Screamer und deutete auf die Korvette, die grade einen Kugelhagel auf eine Formation aus Seraphs abgab, von denen nun vier gleich dem Kreuzer brennend zu Boden fielen. Es sah aus, so dachte Scythe, wie es in der Hölle aussehen musste. Überall schrien Kriegstreiber ihre Befehle, sodass sich die Toten noch nach dem Tod bekämpften, Feuergeräusche aller Art mischten sich mit Einschlägen, der ewige Nachthimmel war eine einzige Glutwolke, in der Blitze zuckten und von dem überall die Sterne in Form von brennenden Wracks fielen. Ja, so musste die Hölle sein! "Wir bleiben nicht untätig!" Scythe nahm die S2, nahm die Allianzler, die grade ein Gebäude in der Nähe besetzten ins Visier und begann zu feuern. Vier Kugeln und vier Gefallene mehr in einem Meer aus Blut. "Jetzt. Ihr könnt wieder an die Oberfläche kommen!" Der Rest von Team Quicksilver lies sich das nicht zweimal sagen. Hastig öffneten sie den Tunnel und kamen auf die U-Bahnlinie, von wo aus sie in die Bahnstation weitergingen. Keine Päsenz lebendiger Allianzler, doch Leichen von Grunts und Jackals mit Laserverbrennungen machten den Feind klar: Hier hatte man sich mit den Wächtern ein Gefecht geliefert. Vorsichtig zogen sie weiter, ihre neuen Waffen im Anschlag. Alles ruhig. "Zum Eingang!", flüsterte Sean den anderen zu. "Woher? Die Halle ist wahrscheinlich ein einziger Bunker, der entweder von der Allianz oder von den Wächtern genutzt wird." "Gute Frage." "Hintertür?" "Dann können wir das Risiko nicht überblicken.", gab Haverson zu bedenken. "Toll, Wir sterben so oder so." Vince kratzte sich das Kinn. "Vielleicht nicht." "Wieso?" "Die Eingangshalle ist wirklich die einzige Alternative. Wenn wir Glück haben ist dort Niemand oder die Gefahr ist überschaubar." "Und wenn wir Pech haben?" "Können wir immernoch durch den Hintereingang raus." "Uns bleibt momentan keine Alternative, also los, aber vorsichtig!" Haverson sollte die Vorhut übernehmen und so sehr es ihm auch widerstrebte, schlich er sich los. Fünf endlos scheinende Minuten später kam von Haversons Seite die Entwarnung ebenso wie der Aufrückbefehl und das Team folgte zu jenem gedeckten Punkt in der Eingangshalle. "Wie ist die Lage?" "Vor uns ist ein Posten der Allianz, an dem sie sich offensichtlich heftige Gefechte mit ihren Gegnern liefern und ihren Rücken ungedeckt lassen." "Sauber, wir sollten so schnell wie möglich zuschlagen, Rodriguez wird in drei Minuten hier sein und uns herausholen!" Das Team hob seine Waffen und pirschte sich langsam und ebenso unsichtbar auf den Haupteingang in das Gebäude vor. Aus Seans Sicht heraus, hätten sie sich weiterpirschen können und die Allianzler unbehelligt lassen, doch dieser Plan scheiterte, als sich einer der Grunts umdrehte und Vince erblickte. Ein kurzer, Schallgedämpfter Kugelhagel und alle ihnen nahestehenden Allianzler waren gefallen. Doch die Aufprallgeräusche von Kugelhülsen und Leichen hatten die Restlichen Verschanzten bereits herumfahren lassen. Der Rest war mithilfe der neuartigen schalgedämpften Schnellfeuerwaffen kein Problem. Doch nun beging das Team einen fatalen Fehler: sie dachten, sie hätten alle Gefahrenquellen beseitigt. Als sie heraustraten kam Sean plötzlich die Frage, warum die Allianzler den Menschen und dem Inneren des Gebäudes den Rücken zugekehrt hatten. Doch die Erkenntnis kam viel zu spät. Sie sahen das Dutzend Wächter erst, als es in Feuerreichweite war. Rubinrot leuchteten die Abstrahlmündungen und bewegten sich gleich einem letzten Tribut auf Sean zu. Doch im Selben Moment warf sich Haverson zwischen die Wächter und Sean, seine Beiden Pistolen auf Sturmfeuer. Es schien wie ein Ausgleich: Haverson verteilte die für die Wächter tödlichen Magnetkugeln, doch im selben Maße, wie sich die Magnetkugeln auf die Wächter verteilten, berührten die Laserstrahlen Haversons Körper sanft. Eine Sekunde, die eine Ewigkeit umfasste lang herrschte Stille, nur das Fallgeräusch von Kugelhülsen. Dann, im selben Moment fielen ein Dutzend nutzloser Wächter zu Boden und Haverson ebenfalls, in eine Rauchwolke gehüllt. Johannesen Schrie auf und das ganze Team versammelte sich um die Wolke. Als sie sich lichtete, war Haverson zu sehen, doch ihm fehlten ein Arm und ein Bein, offensichtlich waren sie verbrannt worden. Eine weitere Sekunde lang Stille, dann Schrie Haverson auf. "Rodriguez, gib Vollast, wir haben einen kritisch verletzten, den wir dringend hier herausbringen müssen!", donnerte Sean in sein Mikrofon. "Bin gleich da, noch zehn Sekunden. Ich öffne die Luke und mache die Notcryo bereit!" "Kratz uns hier nicht ab, Haverson!" Die Eagle senkte sich auf den Platz vor dem Bahnhof herab. Zu dritt wuchteten sie Haverson herein und in die Cryoröhre, die bereits geöffnet und betriebsbereit wartete. "Wohin?", fragte Rodriguez aus dem Cockpit. "Rückzug! Direkt zur Abyss zurück und zwar mit Vollast!" "Rodriguez, wo wolltest du mich hier herausholen?" Tinx drehte um 180 Grad, gab Gas und feuerte unentwegt Drei-Schuss-Stöße seiner Antipanzerpistolen in den Schwarm aus Wächtern, der sich hinter ihm aufgestaut hatte. "Es gab 'ne Planänderung.", hallte es aus dem Funkgerät. "Wie 'ne Planänderung?" "Haverson hat's über erwischt und wir müssen ihn auf die Abyss bringen, damit er uns nicht abkratzt!" "Scheiße!" Tinx legte eine Rechtskurve ein. "Dann seht zu, dass ihr ihn weg bringt, ich komm schon alleine klar!" Tinx fluchte. Und in diesem Moment der Unachtsamkeit erwischte die Thresher eine Unebenheit des Bodens. Tinx flog vom Motorrad und landete hart. "Kämpf dich auf! Hier Willst du nicht verrecken!" Mit schmerzenden Knochen und etwa einer halben Minute verzögerung kämpfte sich Tinx wieder auf die Füße. Schmerz und Verzweifelung gaben ihm die Kraft die Thresher wieder aufzurichten. Mit Schwung saß er wieder oben auf und wenige Sekunden später hatte er wieder eine Zigarre im Mundwinkel. Dieses Mal hatte er mit nur einem Motor Alleine keine Chance mehr seinen Verfolgern zu entkommen. Tinx hieb auf den starter für den zweiten Motor ein und keine zehn Sekunden später ging es weiter, als wäre niemals etwas gewesen. Plötzlich knackte es in den Ohrknöpfen seines Funkgerätes. Eine angenehme weibliche Stimme meldete sich. "Mit wem Rede ich?" "Tinx!" "Dann habe ich den erwischt, den ich erwischen sollte!" Tinx musste gegen den Fahrtwind anschreien. "Wieso?" "Weil mein Vater euren Funk abgehört hat und meinte, ich sollte dich da herausholen." "Nett. Wer ist dein Vater und wer bist du?" "Nunja, meinen Vater müsstest du kennen. Sein Rufname ist Paladin." "Unkraut vergeht nicht." "Und mich nennt man Fairy Angel." "Bist du ganz sicher, dass du hier mit einem solchen Rufnamen richtig aufgehoben bist?" Sie fluchte etwas, dass Tinx aufgrund des Windes nicht hören konnte und er war nicht unglücklich darüber. "Um mal zum Thema zurückzukehren, wo willst du mich hier herausbekommen? Ich meine, ich habe grade ein Mordstempo drauf und wenn ich stoppe, dann werde ich sofort zu Schweinefutter verarbeitet!" Sie kicherte. Offensichtlich amüsierte sie sich köstlich auf seine Kosten. "Gut, ich würde sagen, du verlässt die Stadt Richtung Westen. In etwa zwei Kilometer Entfernung liegen ja diese netten Felsen." "Ich schätze, du willst, dass ich dahin komme, damit du mich da einsammeln kannst." "Korrekt. Aber ich muss zuerst noch die anderen aus der Einheit zusammenkratzen und das kann was dauern." "Beeil dich, ich werde ne große Schleife fahren um die hier in Schach zu halten." "Ich werde es probieren!" Kapitel 25 Teil 3 0513 Stunden IKTZ/LZ Angel City Alpha Lyrae Luftraum Nachdem Angel City stehenden Allianzschiffe zu Boden gestürzt oder in der Luft zerschmettert worden waren, endete die Luftschlacht nicht, im Gegenteil. Es wurde sowohl aus den Gebäuden, von deren Dächern als auch aus der Luft und in die Luft geschossen. Besonders die vor Türmen strotzenden Frachter der Menschen sowie die menschlichen Korvetten erwiesen sich bei ihren Sturzflügen gegen die Offenen Stellungen der Allianz als extrem nützlich. Für die Leute an Bord der Fury of the Storm II war diese Geschichte nur ein reiner Zeitvertreib während die versprengten Teile des Teams eingesammelt wurden. Seine Geschütze liefen bei der ersten Möglichkeit heiß, als ein Geschwader Banshees in Feuerreichweite kam. Doch sieben Banshees alleine konnten gegen eine extrem modifizierte Korvette der Shockwave- Klasse nicht ankommen und so stürzten ihre Trümmer dem Boden entgegen, zeitgleich mit denen anderer Allianzschiffe. Doch nun tauchten hinter ihnen fünf Seraphs auf. "Shit!" Rachel "Fireproof" Smith katapultierte sich aus ihrem Sitz. "Judith?" "Ich übernehme, Mutter, konzentriere du dich darauf, dass wir das hier überleben." Fireproof packte ihr Headset und verschwand den Weg Richtung Geschüztkanzel. Die Fury erbebte, als sich ein Pfeil aus flüssigem Metall ins Heck des Schiffes bohrte. "Halt sie uns vom Leib!" Im selben Moment verschwanden zwei der Seraphs vom Radar. "Was zum Henker?" Fairy Angel schaltete auf die Heckkamera um. Ein sehr schwach Sichtbarer Umriss, wie der eines pechschwarzen Hubschraubers. "Vergrößerung, 20-Fach." Es war Tatsächlich ein Hubschrauber. Zwei Gatlingguns am einen Ende des Gefährts schwenkten aus und feuerten auf das Heck des dritten Seraphs, dem wenige Sekunden später der Schild platzte. Die Panzerung platzte auf und wenige Sekunden später zerfetzten die Geschütze auch die Triebwerke. Wer auch immer an Bord saß, er war verdammt gnadenlos, denn nun feuerte er zwei Marschflugkörper ab, wie man sie zum Ablenken von Asteroiden verwendete. Den Einen Seraph erwischte die Waffe frontal und vewandelte ihn in einen Feuerball. Der ander drehte sich und versuchte dem Geschoss zu entkommen, doch der Pilot unterschätzte die Zielsuchfähigkeit der Rakete, die er durch einen Kurs mit geringem Abstand zu der Fassade eines Hochhauses ablenken wollte. Der Seraph wurde erwischt und wurde durch die Gewalt der Explosion in das Gebäude geschossen, wo der noch manövrierfähige Rest des Jägers wenige Sekunden danach ebenfalls explodiere, als der Reaktor mangels Kühlsystem überhitzte. Ein Kanal wurde angezeigt und Judith kam erst wenige Sekunden später dazu ihn zu öffnen. Auf dem Bildschirm erschien das Gesicht von Ivan Petrov. "Ivan?" "Allerdings, Jude. Wo ist Paladin?" "Den wollte ich grade abholen. Und dann ist der Rest des Teams und Tinx dran." "Ich werde dir den Rücken freihalten." "Gut, mach hinne!" Ein weiteres Mal blinkte das Symbol und diesmal reagierte Judith schneller. "Fury of the Storm II, mit wem spreche ich?" "Scythe ist hier." "Scythe? Ich bin doch unterwegs um dich zu holen!" "Das weiß ich. Sieh zu, dass du dir Tinx schnappst!" "Wieso dass denn?" In Judiths Kopf begann die Situation immer paradoxer zu werden. "Ganz einfach: Da ich, deinem Bruder sei Dank den Funk mitgehört habe und wir zwei uns einen Pelican unter den Nagel gerissen haben, werden wir uns jetzt um Paladin, Berzerk und Nightmoth kümmern, sieh du nur zu, dass du Tinx da raus holst, so wie er sich anhörte, kocht dem grade ganz schön der Arsch!" "Wie kommt ihr beide an einen Pelican?" "Da hat sich vor Zwei Stunden ein Pilot überlegt, nachdem er sein Team abgesetzt hat, dass er vielleicht mal für einen Moment austritt und das Ding abstellt. Prompt haben sie ihn erwischt und nun haben wir das Teil." "Ich werde mich um ihn kümmern, ok?" "Braves Mädchen." Eine halbe Minute Später änderte Tinx vom anderen Ende der Stadt aus seinen Kurs drastisch. Er wusste, dass ihn dieser Weg durch die am härtesten umkämpften Stellungen bringen würde. Mittlerweile hatte er die Traube von Verfolgern abgeschüttelt und schließlich stoppte er, da ihm ein Gedanke kam. Einer Eingebung folgend nahm er die restlichen vier injektionsladungen mit dem Cherobin und spritzte sie sich nacheinander. Er wusste, dass es Wahnsinn war, er riskierte damit schlimmstenfalls, dass er in einen Schockzustand verfiel nachdem das Zeug aufgehört hatte zu wirken, doch er nahm es in Kauf. Lieber so nach verrichteter Arbeit zusammenbrechen mit den Nanobots in Sicherheit als von der Allianz und den Wächtern in Stücke geschossen zu werden. Er schwang sich wieder auf das Motorrad. Langsam vermischten sich die Gefühle von Fahrtwind und Macht mit jenem anderen Gefühl, das ihm versicherte, dass er dem Sensenmann in die Augen blickte und nun alle Macht seines Lebens hatte. Er packte seine Waffen und begann zu schießen, frei nach Gefühl, jedes Ziel bekam zwei Schuss, jedes Gefühlte ebenso. Jeder Schuss, den er in dieser rasenden Geschwindigkeit abgab, war ein Treffer, obwohl er mit der Thresher vorbeihastete. Es war wie ein Mechanismus. Schuss. Nach gefühl zielen. Waffen positionieren. Schuss. Laserstrahlen folgten ihm, jedoch viel zu langsam, Kristallnadeln prallten gegen Hauswände, da sie ihn nicht trafen. Hinter und vor ihm stürzten Trümmer zu Boden, ebenfalls viel zu langsam. Noch zwei Minuten, dann würde er dieses Kreuzfeuernest hinter sich gelassen haben und dann gab es nur noch Freiheit. Erneut drehten sich seine Waffen wie autonom und fegten Ziele weg. Tinx erinnerte sich daran nicht mehr an die folgenden zwei Minuten, doch er war sich sicher, dass es verdammt blutig gewesen war. Vor ihm öffnete sich nun die Ebene und ein herrlicher Sonnenaufgang. Plötzlich hört er über sich brüllende Triebwerke. Dann knackte es erneut in der Leitung. "Vier Kilometer vor dir müsste es einen Felsen geben, den du hochfahren musst. Er dürfte den ausreichenden Winkel haben, dass du bei Maximalgeschwindigkeit hoch genug mit deinem Motorrad fliegst, dass wir dich sicher einfangen können!" "Aber das ist Selbstmord!" "Ja, aber uns bleibt keine Alternative. Uns geht langsam die Zeit aus!" "Na gut, wenn du mich ordentlich einsammelst." "Ich markiere den Felsen für dich, und gib ordentlich Stoff!" "Yeah, das werde ich dann wohl tun!" Tinx riss den Gasregler zu sich und beide Motoren heulten gleichzeitig auf. Die Tresher wurde schneller, viel schneller. Sie flog, von einer Staubwolke verfolgt über die spiegelglatte Ebene. 3000 Meter Entfernung. Die Fury of the Storm II beschleunigte und überholte Tinx. 2500 Meter. Alles wurde in ihm ruhig und friedlich. Jegliche Anspannung legte sich und einzig und allein das Gefühl von Kraft blieb zurück. 2000 Meter. 1500 Meter... 1000 Meter. Vor ihm ragten nun die Felsen Empor und er fixierte den markierten Felsen. 800. 500. 200. Er wurde heftig durchgeschüttelt als die Thresher den Felsen hinaufschoss und die Fury nun unter ihn rückte. Eine Sekunde lang schwebte er. Dann hob sich sein Magen und das Motorrad schoss hinab. "Ich werde das Ding verfehlen. Ich werde auf die Fresse fliegen!" sagte eine Stimme in ihm, entsetzt vor Furcht. Tinx schaltete die Motoren ab und schloss die Augen. Dann gab es einen Schlag, so heftig, dass er von der Maschine geschleudert wurde und auf metallenem Boden zu liegen kam. Er öffnete die Augen und rappelte sich hoch. Er lag auf der metallenen Rampe der Fury of the Storm, das Motorrad neben sich und vor sich eine junge Frau in Pilotenkleidung. "Tinx?" Er wuchtete das Motorrad mit einer leichtigkeit wieder auf die Räder, die von Routine und großer Kraft zu zeugen schien. "Ist sonst hier nochjemand mit einem Motorrad?" Die Klappe schloss sich, die Frau lachte und Tinx brach unangekündigt zusammen. Wenigstens am Ziel... Geramee blickte auf seinen Timer. In Fünf Minuten mussten seinen neuen Rechnungen zu Folge die menschlichen Schiffe in den Orbit kommen, um den Plan nicht platzten zu lassen. Erneut sammelte er seine letzten Kräfte und öffnete einen Kanal an alle Einheiten. "Wenn ihr in fünf Minuten nicht im Orbit seit, dann werdet ihr sterben! Die Allianz kommt!" Er lies sich erneut zurücksinken. Binnen weniger Sekunden wurde das Treiben über Angel City sehr hektisch: volle Transporter zündeten ihre Nachbrenner und schossen gen Himmel, noch nicht volle Transporter wurden schneller und öffneten im Flug ihre Einstiege um Leute anzunehmen. Soldaten hasteten in die Schiffe und binnen von drei weiteren Minuten waren neun Zentel der Schiffe, die auf den Planeten gekommen waren auf dem Weg in den Orbit. Ein Zehntel war abgeschossen worden. Alles wurde ruhig und die Allianzler auf dem Boden jubelten, da sie glaubten, sie hätten gesiegt. Unterbrochen wurde der Jubel, als es über ihnen drei Dutzend Mal blitzte und genauso viele Schiffe der Allianz in den Normalraum wiedereintraten. Supreme Commander Tear Tanarmee machte die einem Sangheili- Lächeln äquivalente Geste und drehte sich zu dem Jiralhanae neben ihm um. Er hatte sich seit man ihm diesen lästigen Bastard unterstellt hatte auf diesen Moment gefreut und schließendlich war er gekommen. Er war einstmals ein Wesen der Religion und der Heiligkeit gewesen, doch dieses Zeitalter hatte für ihn geendet, als er seine Partnerin verloren hatte. Es hatte ihm Genuss bereitet, eine menschliche Waffe aufzusammeln, was bereits ein Sakrileg war. Nun einen damit diesen prophetentreuen Bastard zu erledigen war ihm ein Affront an die Götter der Allianz, einzig und allein die Götter der Sangheili lebten! Gönnerhaft drehte er sich um und nahm seelenruhig mit der Waffe Ziel. Sie gab ein angenehmes Klicken von sich, als er den viel zu engen Abzug betätigte und der Jiralhanae nach dem Schuss zusammenbrach. Dann bebte die Erde und der einzige Gedanke der ihm kam, war der, dass die Menschen ihn schließlich ausgetrickst hatten. Er verzieh ihnen im Geiste und grinste erneut. Wenigstens hatten sie ihm diesen Moment gelassen. Dann erhob sich eine Sonne aus der Erde und die Sterne wurden dunkel... Die Fusionsreaktoren tief in der Erde ballten sich, als sie überhitzten zu einer einzigen gewaltigen Explosion zusammen, die in der Altstadt von Angel City zuerst das Tagslicht erreichte. Binnen Sekunden weitete sich der Schacht zur Hölle, den die ehemaligen Energieversorger gerissen hatten und schleuderte ganz Angel City in die Höhe, samt den Vanadiumstollen und deren Geheimnis. Flackernd stiegen acht Feuersäulen von blutiger Farbe in den Himmel hinauf, der als würde er zusammenbrechen wie als wäre er aus Glas Trümmer regenen lies, die glühten wie die Sterne des Firmaments. Was sich hier befunden hatte, zweiunddreißig Kampftaugliche Allianzschiffe mit vollständigen Energieschilden eingeschlossen, verlies das Sein. Als das Feuer abkühlte, war das einzige, dass noch nicht zerstört war eine Transitröhre, die es in die Luft geworfen hatte und die zurück gefallen war. Darin lag nur noch der Rest einer Leiche. So starb Gwear Geramee zusammen mit Tausenden andren Allianzlern. Epilog Sektion V Es gab einen Aufschlag, eine Hölle von Schmerz und danach nur Stille. Dann begann es Wolkenbruchartig zu regnen. Er hörte es. Diese Sache konnte er nicht überlebt haben. Er öffnete seine verbrannten Augen und blickte in eine bizarr helle schwarz-weiß Ansicht seines letzten Momentes. Es war so hell, durch sein nun gewaltig scheinendes Bewusstsein liefen Fragmente seines Lebens. Dann, unvermittelt begann alles ihn ihm und um ihn zu vibrieren, und ein Gefühl von Schwerelosigkeit, die ihn aus der Mitte seines Körpers trieb mischte sich hinzu. Gefühle...Er fühlte sich friedlich, entgültig friedlich. Dann spürte er eine unendlich große Anwesenheit. Der andere Teil der Existenz, in den er nun zurückkehrte. Das musste ein Gott sein, nein, es musste der Gott sein. Er spürte keine anderen solchen Anwesenheiten. In dem Bewusstsein, dass er sein leben lang den falschen Weg gegangen war und dennoch von diesem Gott angenommen worden war, stieg er auf und lies die Lebenden hinter sich... Sektion VI Für die Zukunft Prolog Mit den Stunden, die außen vergingen, beruhigte sich die Flotte im Orbit. Nachdem die Soldaten von der Oberfläche zurückgekehrt waren, wurde nur noch mit minimaler Brückenbesatzung gehandelt, da Piloten, Soldaten und Strategen sich nun eine Ruhepause für den Schlaf gönnten. Schiffe wie die Abyss, die Knuckleduster, die Justicia's will und die Defiance wurden vorübergehend zu Hotels für die Besatzungen der kleinen Schiffe. Als erstes wurde die unvermeidliche Arbeit verrichtet: Die verletzten wurden in Medizinische Cryostase versetzt, um weitere Schäden zu verhindern, die Toten wurden in Särge gelegt und aufgebart und die Lebenden warfen sich dem nächstbesten Schlafplatz entgegen. Vom Blick einer KI aus war es recht lustig mit anzusehen, wie Fairy Angel und Fireproof den bewusstlosen Tinx in die Kabine des Hauptschiffsingenures der Slow Decay schleiften, ihn auf sein Bett warfen und sich dann selbst jede eine Offizierskabine nahmen. Abyss bekam alles mit, jede Kleinigkeit. Es war tatsächlich interessant, wie sich die Menschen abmühten. Durch die Biowertechips merkte Abyss, das Tinx kurz wieder zu sich kam, einen Neuralen Energieimpuls abgab und sich dann wieder schlafen legte. Abyss gab nun den Befehl an die Wartungsroboter die gröbsten Schäden zu beseitigen. Doch er bekam von den Robotern keine Antwort. Nicht einmal eine Existenzbestätigung. Über die Überwachungssysteme bekam Abyss die Bilder einer Wartungsrobotercrew herein, die sich plötzlich in eine metallisch glänzende Wolke auflöste. Die Wolke bewegte sich extrem schnell durch das Schiff und verschwand durch die Lecks an der Unterseite. Abyss behielt das Phönomen im Auge und beschloss dies weitere 24 Stunden zu tun, bevor er Masnahmen ergriff. Aristokrat Shoromee genoss das Bild, das die wenigen Aufnahmen über die Schlacht boten. Die Menschen hatten sich durchaus gesteigert und zwar in allen Bereichen. Wo auch immer die Allianz landete, wurde sie in 90% der Fälle vernichtend geschlagen worden. Auch waren kurze Bilder von Tinx' Motorradeinsatz und Kampf gegen die Brutes auf Cherobin zu sehen. Ebenso hatte Shoromee nun Gewissheit, dass sein Sohn lebte und mit den Menschen ehrenhaft gekämpft hatte. Wenn diese Daten an die Öffentlichkeit gelangten, so wäre die Allianz geliefert und die Ketzerbewegung populärer denn je. Shoromees Adjutant, ein Unggoy mit Namen Zozor blickte seinen Herren an. "Wünscht ihr noch etwas, Exzellenz? Sonst werde ich mich nämlich jetzt zurückziehen." Shoromee überlegte. "Eine Kleinigkeit, dann darfst du Schlafen so lange du willst." Der Unggoy sah ihn an. "Was denn?" "Ich möchte, dass du diese Dokumente an die Nachrichtendienste schickst und um Veröffentlichung bittest. Sage ihnen, dass ich dich beauftragt habe, dann werden sie alles in ihrer Macht stehende tun um es zu veröffentlichen." Der Unggoy nickte. "Das werde ich tun, Meister." Damit watschelte der Unggoy in Richtung der Tür, doch ehe er diese erreicht hatte, räusperte sich Shoromee erneut. Der Unggoy blieb stehen und drehte sich um. "Ja, Exzellenz?" "Sag mal, Zozor, hast du eine Familie?" Der kleine Außerirdische nickte. "Ja, ich habe eine Frau und bis jetzt drei Kinder, das ist nicht viel, aber immerhin." "Gut zu wissen, nun führe meinen Auftrag aus." "Jawohl, Exzellenz." Der Unggoy watschelte aus der Tür. Shoromee wusste was zu tun war. Es würde nicht allzu einfach sein, eine Unggoyfamilie umzusiedeln, aber auch nichts unmögliches. Er konnte es nicht mit Sicherheit voraussagen, aber die Unggoy würden, wenn die Allianz zerbrochen war ebenso ein gespaltenes Volk sein, da sich beide Seiten um dieses schier unerschöpfliche und deshalb unglaublich wertvolle Kanonenfutter erbittert zerstreiten würden. Shoromee tätigte ein Gespräch mit einem seiner Freunde beim Geheimdienst und lies sich dann zurücksinken. Egal wie es kam, es würde verdammt hart werden. Kapitel 26 Computer und andere Probleme "Kein Mensch, Kein Problem." - Josef "Stalin" Dschughaschwili 3. Oktober 2552 0742 Stunden IKZ/LZ An Bord der Heart of Abyss Messe Alpha Lyrae Sean fühlte sich ausgebrannt und zerschlagen und hatte jedes Zeitgefühl verloren, als er die Messe betrat und zu jenen körperlichen Gefühlen mischte sich nun die Überraschung, als er Tinx in einer frisch gewaschenen und gebügelten Uniform und einem Kaffeebecher in der Hand Putzmunter dort stehen sah. "Morgen, ich dachte du Schläfst noch." Seans Stimme klang seltsam, als hätte er sie einen Tag oder länger nicht benutzt. Tinx, der kurz von seinem Lesegerät aufgeblickt hatte, wandte sich demselben wieder zu und nahm ohne aufzusehen einen tiefen Schluck Kaffee. "Ich kann nicht mehr als sechs Stunden am Stück schlafen, nicht einmal so erschöpft wie ich nach der Sache auf dem Planeten war." "Warum?" "Nach sechs Stunden kommen die alten Alpträume wieder. Aber weniger dazu, ich habe seit ich aufgestanden bin fast pausenlos gearbeitet." "Wie jetzt? Wie lange habe ich geschlafen und wie spät ist es überhaupt?" "Um es mal so zu sagen, du hast mehr als 24 Stunden am Stück geschlafen, aber das sieht bei den anderen nicht anders aus: Vince und Johannesen haben immernoch nur Matratzenhorchdienst, die Leute die auf die Abyss gekommen sind, schlafen ebenso friedlich und mir scheint es, als wäre ich die einzige Person, die hier noch herumläuf." Sean gähnte. "Mann, Tinx, du musst das nicht machen, warum rödelst du weiter?" "Um auf andere Gedanken zu kommen, deswegen kämpfe ich diesen Krieg weiter." "Guter Punkt. Wie sieht das Ausmaß des Gesamtschadens aus?" "Momentan wird die Hülle vollkommen erneuert, dann ist die Elektronik dran, die hat es nämlich zu 27% mit einem großen Knall herausgepfiffen, als wir einen Plasmaeinschlag hatten. Danach sind die Computersysteme dran und die Waffen. Insgesamt kann man sagen, dass wir tierisches Glück und dicke Schilde hatten." "Wie wird denn die Hülle erneuert?" Tinx hob demonstrativ zur Antwort die Rechte Hand, an der sich ein einzelner Silberner Ring befand. Sean Verstand. "Die Nanodingerchen bauen das um? Aber die sind doch viel zu wenig um das in absehbarer Zeit..." "Du unterschätzt die Dinger ganz eindeutig. Ich habe ihnen bevor ich mich pennen gelegt habe den Befehl gegeben, im All treibenden Schrott zu sammeln und sich daraus zu replizieren, was es mir nach meinen Sechs Stunden Schlaf ermöglichte, ihnen den Befehl zu geben, die Panzerung zuerst komplett zu entfernen bis auf eine dünne Hülle und dann eine Panzerung im Stil der Exofortresses aufzutragen, und deren Effizienz hast du gesehen." "Yep, die haben selbst den Sturz überstanden." "Genau diese Prinzipien der Panzerung will ich mir zu Nutze machen. Aber weniger dazu." "Hey, noch zwei Fragen." "Schieß los." "Erstens: Wie lange wird die Gesamterneuerung dauern?" "Wenn die Dingerchen soweit fleißig weiterarbeiten, werden sie in 4 Stunden mit der Panzerung fertig sein und dann werde ich mir die Elektronik und die Computersysteme vornehmen." "Gut und nun Nummer zwei: Was ist mit Haverson?" "Darauf wollte ich zurückkehren. Sein Zustand ist nicht mehr Kritisch, Cryostase sei Dank, allerdings wird er, soweit ich das sehe, nicht mehr kämpfen können." "Das hat man ihm angesehen. Tinx, falls dir zu ihm doch noch etwas einfallen sollte, wie man Haverson wieder kampfbereit bekommen könnte, dann möchte ich das Wissen!" "Jawohl. Iss erst einmal etwas, du siehst ziemlich mitgenommen aus." "Wer wäre das nicht nach so einem Kampf?" "Da hast du allerdings Recht. Und was die Allianzler angeht: Shoromee und die Grunts pennen ebenfalls noch." "Dann sollten wir sie Pennen lassen, etwas essen und dann weiter an die Arbeit gehen, ich wette der Admiral möchte dich nacher noch sprechen und bis dahin sollten wir einen Teil der Aufgaben erledigt haben." "Wieso will er mich sprechen?", fragte Sean, der grade in ein Brötchen gebissen hatte und nun darauf herumkaute. "Ich schätze es geht um die Pläne für das weitere Vorgehen hiernach." "Dann werde ich mir etwas einfallen lassen müssen. Und bevor ich das vergesse, was sagen die neuroinformatischen Analysen über Abyss?" Tinx sah Sean in die Augen. "Ich habe solche neuroinformatischen Muster, nur einmal gesehen, und um das zu erzählen, müsste ich weiter ausholen." "Keine Einzelheiten, Beispiele reichen." "Nun gut. So hat er, sie oder es - nenns wie du willst - die Struktur seiner eigenen Riemann -Nanoneuralmatrix anhand von eigenen Denkvorgängen und Vorgehensweisen geschlussfolgert. Und du weißt, dass so etwas eine Aufgabe ist, mit der du eine KI ein Jahr lang beschäftigen kannst. Er hat die Aufgabe aus eigenem Antrieb innerhalb von zwei Stunden ausgeführt. Du weißt ebenso, dass es für eine KI an sich unmöglich ist, da die Nanoneuralmatrix von dem eigentlichen Bewusstsein abgekoppelt ist. Ich habe die Matrix gescannt und mit Abyss Ergebnissen verglichen und es gab keine Abweichung!" "Was genau heißt das konkret?" "Das ist gleichzusetzen mit der Leistung eines Menschens, die einzelnen Neuronen seines Gehirns ohne es zu sehen oder durchzuchecken zu 100% passend anzuordnen und die Anordnung jedes einzelnen Neurons anhand von Gedankengängen zu belegen. Er hat etwas getan, was schlichtweg unmöglich ist. Es wäre vergleichbar mit der Leistung einer Ratte eine Gleichung mit 30000 Variablen anhand einer einzelnen angegebenen Variable in kurzer Zeit richtig zu errechnen!" Seans Kinnlade fiel herunter. "Ach du scheiße. Und wo hast du das schon einmal gesehen?" "Dafür müsste ich viel weiter ausholen, also hast du Zeit?" "Schieß los!" Paladin fühlte sich schrecklich. Er rappelte sich aus seiner Koje heraus, schleppte sich zum Waschbecken der Kajüte und blickte in den Spiegel. Ein Bulliger Mann mit tiefen Augenringen und glanzlosen, strähnigen Haaren sah ihm entgegen. Kleinere Verletzungen, Ermüdung und Anstrengung, die von Adrenalin, Gebeten und Aufopferungsgefühlen unterdrückt worden waren, waren frei geworden und zermalmten ihn regelrecht. Übelkeit fuhr durch seinen Magen und Paladin sank zusammen. Er schickte innerlich ein Stoßgebet gen Himmel, dass er sich nicht erbrechen müsse und kroch zur Kloschüssel. Doch sein Gott hatte ihm die Warnungen seines Körpers nicht umsonst gegeben. Er schaffte es grade noch sein Morgengebet zu vollenden, bevor er ein Wiedersehen mit dem Snack vom letzten Abend feierte. Schweißgebadet lies er sich zur Seite sinken und versuchte das Chaos in seinem Körper zu richten. Sein Kopf wurde allmählich klar und sein Geist nahm nun die ganze Misere in vollem Umfang wahr: sein ganzer Körper schien zu brennen, sein Schädel wummerte schmerzhaft und sein Magen schickte ein Gesuch nach Nahrung aus, dass heftiger als der Anflug von Übelkeit war. Er kroch zum einen Schrank der Kajüte und öffnete eine Schublade. Bingo! Die unbenutzen Kajüten auf UNSC- Schiffen waren allesamt äquivalent: jede enthielt mindestens Zwei Packungen Kekse in einer Schublade. Er langte zu, riss die Packungen auf und schlang den Inhalt gierig herunter, danach schleppte er sich in sein Bett und fiel in einen tiefen Schlaf zurürck. Kapitel 26 Teil 2 2552 0745 Stunden Interkollonielle Zeit/Lokale Zeit Heart of Abyss Messe Alpha Lyrae "Also gut. Zwischen meinem Austritt bei den SpecOps und dem Amt auf der Bloody Desteny lagen mehrere Monate, die man mich von einer Abteilung zur anderen geschoben hat wie den schwarzen Peter. Auf irgendwelchen Umwegen landete ich durch mein Können schließlich irgendwann bei den Freaks von Sektion III, wo ich mir irgendsoein Backupsystem ansehen sollte. Die ganze Geschichte dauerte länger und da es unvermeidlich war, gaben sie mir die Erlaubnis mich auf dem System umzusehen, da ich ja nichts damit anfangen konnte, was dort gespeichert war, da jede Sektion ihre eigenen Dechiffrierschlüssel nutzte und ich augenscheinlich keinen davon hatte. Dummerweise hatten die vergessen, dass ich mir von den Schlüsseln, die man uns bei den SpecOps gegeben hat immernoch Backups gemacht habe. Mit dem wichtigsten Schlüssel kam ich durch Zufall an einen ganzen Teil der Datenbank heran, die ich mir kopierte, mehr aus Neugier und Trotz den Freaks von ONI gegenüber als aus irgendetwas anderem. Die haben davon nix mitbekommen - warum sollten sie auch? - und ich habe die Daten gewältzt." "Worum ging es darin?" "Um streng geheime Daten einer weiteren Abteilung des Geheimdienstes, der gegen 2502 dicht gemacht hat. Um die Sache einmal interessant zu machen: Hast du schon einmal vom SPARTANER- Projekt gehört?" "Ich weiß zwar nicht, worauf das hinausläuft, aber ja, vor etwa 4 Jahren tauchten die zum ersten Mal in den Medien auf, diese Supersoldaten, die man laut offizieller Quelle aus den Reihen des UNSC ausgesucht und durch Operationen verbessert hat..." "...wobei ich einmal die Leistungsfähigkeit überschlagen habe und fest stellen musste, dass das nicht stimmen kann. Ein Nutzung besagter Eingriffe hätte in dem Mindestalter, das man für die Spartaner angegeben hat, nicht diese Effizienz, aber egal. Der Bezug ist hergestellt. Diese andere Abteilung im Geheimdienst, Sektion IV namentlich, waren für alles das zuständig, was nicht in den Auftrag der anderen passte, sprich geheime Studien an allem möglichen durchführte, unter anderem eben auch diesen Chirurgisch nutzbaren Verbesserungen. Eine Hand voll dieser Forscher leben noch und sie sind ebenso kreativ und mit Vorstellungsgabe gesegnet, wie wahnsinnig, aber allesamt haben sie das Blut an ihren Fingern. Aber weniger dazu. Als ich mich durch deren Daten kämpfte, kam ich irgendwann an ein Projekt, das von sehr großer Bedeutung für die Sektion und von dem auch Jahrzehnte später das SPARTANER- Projekt profitierte." Tinx legte eine Pause ein. "Und welches war das?" "Es ging um die Frage, wie Menschen auf Eingriffe im Nervenbereich reagierten und zu diesem Zweck holte man sich tausende von freiwilligen Versuchsobjekten, an denen man Operationen durchführte. Bei den einen wurden zusätzliche Nervenbahnen verlegt, bei den anderen Superleiter und Datenschreiber in den Nervenkreislauf eingebaut, bei wieder anderen hat man die Nervenbahnen auf sehr wenige reduziert und zentralisiert. Aus den Versuchen wurden Erfolge: hatte man anfangs noch versucht die perfekte Form zu finden, so hatte man ohne es zu wollen Vielen Leuten eine extreme Verbessernung verpasst: Die neurale Belastbarkeit stieg bei den einen, die Reaktionsgeschwindigkeit bei den Anderen - Jeweils immer hatte man die Leistung der Menschen erhöht. Es gab nur sehr wenige Leute, die Nebenwirkungen zeigten, die einen krankhafte Eigenschaften wie Parkinson und Fletcher- Syndrom. Dann gab es unter Tausenden Testsubjekten in etwa ein Dutzend, die durch die Verbesserung erhielten, was niemand bisher hatte beweisen können: PSI." "Wie bitte? Du willst mich doch wohl Verarschen!" Tinx sah ihn an mit dem Blick eines Menschen, der zu viel gesehen hatte, dass er besser nicht hatte sehen sollen. "Ich wünschte es wäre so, denn der Gedanke, dass es derart ... begabte Leute wirklich gibt schmeckt mir ganz und garnicht. Soweit ich gesehen hatte, gab es unter besagten Personen Telepathen, Telekineten, Pyro- und Cryokineten und eben genanntes Subjekt mit allen genannten Begabungen gleichzeitig ... beschenkt worden war und damit nicht genug. Plötzlich vollführte diese Person geistige Meisterwerke, wie Abyss sie vollbracht hat." "Ach du Scheiße!" "Das kannst du aber laut sagen! Und diese verrückten Wissenschaftler und Militärs haben sich in den Kopf gesetzt diese Eigenschaften, deren Effizienz die Person immer wieder in neue Höhen steigerte als Waffe nutzbar zu machen, zur Not mit allen Mitteln. Und so begannen sie das Projekt BRAND OF CAIN. Sie hatten zwar vorher schon einmal 'rausgehabt, wie man aus Menschen mithilfe von simplen Implantaten Marionetten machen konnte, aber dabei waren die Körper kontrolliert worden und niemals der Geist. Im Grunde ist diese Methode recht einfach: Du setzt ihnen eine Neuralmanschette in den Nacken, die sämtliche Nervenmpulse aus dem Gehirn abfängt und um Kontrolle zu übernehmen setzt man ihnen einen Chip ins Rückenmark, der ebendiese Impulse aussendet. Sie fanden einen Weg, einen verabscheuungswürdigen: Mithilfe der Ergebnisse der Pionierprojektes der Sektion, Namentlich FREESPIRIT, dass um die Möglichkeit ging, die Daten eines Gehirnes auf Siliciumchips zu übertragen und darin ein voller Erfolg war wollten sie ihrem "Subjekt" die Seele mitsamt Erinnerungen und Eigenschaften entziehen und in einen künstlichen Körper zu übertragen, dessen Gehirn, Einstellungen und Erinnerungen sie nach Herzenslust manipulieren konnten." "Und?" "Sie haben es versucht. Sie haben die Daten aus seinem Gehirn auf einen Computer übertragen und erst einmal gesichtet. Dummerweise konnten sie nur einen kurzen Querschnitt durch diverse Erinnerungen machen, bevor sich die Daten selbst zerstörten." "Wie das denn?" "Der Computer hat als Quelle des Befehls die Dateien selbst angegeben, und - weil ein Virus in den Daten vermutet wurde - die systeminterne Sicherheit hochgefahren. Allerdings wurden sämtliche defensiven Programme, die auf die Dateien angewendet wurden binnen von weniger als einer Sekunde zuerst kalt gestellt und dass auf Programmiererebene buchstäblich zerhackt. Was schließt du daraus?" "Der Geist der Person war im System und hat - in der Erkenntnis dass er benutzt werden sollte - sich selbst vernichtet." "Ganz genau. Zufälligerweise hat man grade in dieser Sekunde einen aktiven Scan aller aktiven Programme durchgeführt und eines zu Tage geführt, dass sich mit dem Neuralmuster der Person deckte, einem Muster, das dem von Abyss sehr stark ähnelt." "Das war sicher eine Katastrophe für diese Leute." "Es war der Todestoß für Sektion IV, denn die anderen Geheimdienste hatten ihre Experimente nur unter der Voraussetzung akzeptiert, dass Sektion IV verwertbare Ergebnisse brachte. Und eben diese hatten sie bei diesem Experiment nicht, dass selbst die Skrupellosigkeit von Sektion III im Quadrat weit überstieg. So wurden die Mittel auf ein Minimum zurückgefahren, die Sektion IV, ihre Erkenntnisse und ihr Personal ausgeschlachtet und schließlich geschlossen." "Vermutlich die einzige Entscheidung, die Sektion III nach moralischen Zweifeln getroffen hat." "Ja. Verstehst du jetzt, warum ich Abyss ein wenig skeptisch gegenüber stehe?" "Durchaus. Wenn er über solche Fähigkeiten verfügt, bleibt ja immernoch das Problem der Kontrolle." Ein Schweigen trat ein, Tinx steckte sich eine Zigarre an und Sean holte sich etwas zu essen. Kurz bevor die Stille zu sehr ungemütlich wurde, klickte es am Schott und ein Grunt stand dort. Eine Sekunde Später erschien auch Vince in der Öffnung. "Morgen Sean! Mein Kumpel und ich haben uns gedacht, dass wir was futtern kommen." "Morgen Vince.", sagte Tinx und blies eine Rauchwolke aus. "Tinx, du solltest dir nicht so viele von deinen Kotzbalken reindampfen, dass kann böse enden." Die beiden setzten sich zu ihnen an den Tisch. Sean meldete sich zu Wort. "Wo wir grade beim Thema böse enden sind, wie sieht das mit Haverson aus?" "Um es mal nett zu sagen, muss ich da nochmal ran. Zwar wird er es im Cryoschlaf und bei ganz langsamer Regeneration überleben, aber es ist dennoch viel zu kritisch mit ihm. Ich muss aber erst nochmal was essen, bevor ich da 'ran kann." "Ok, mach das und lass dir bis dahin was einfallen. Es wäre mehr als bedauerlich. wenn wir ihn nicht wieder hinkriegen könnten." Kapitel 26 Teil 3 2552 0830 Stunden IKZ/LZ Heart of Abyss Krankenstation Haverson Es war kalt. Eisig. Wie lange war er schon hier? Er wusste es nicht und er hatte jegliches Gefühl dafür verloren. Er lag noch immer in der rötlich erhellten Dunkelheit. Wo genau? Wer war er überhaupt? Was war das für ein Gefühl, dass ihn umklammerte? Plötzlich änderte sich etwas: Die roten Lichter links und rechts in der Dunkelheit erloschen. Dann wurde es unglaublich hell und als die Helligkeit abflaute, sah er nur noch nackte, kahle Wände um sich, stechend weiß und über sich Beleuchtung. Es wurde wärmer. Langsam kehrte auch sein Verstand zurück und er hörte eine Stimme hinter sich. "...hast Glück dass du überhaupt noch lebst, nach dem was Vince gesagt hat." Eine Blitzartige Katharsis setzte ein. Aaron Haverson. Er war Aaron Haverson, er lag hier, weil er seinen Vorgesetzten gerettet und Wächter der Blutsväter vernichtet hatte. Er atmete. Versuchte zu sprechen und bekam nur eine Art Keuchen heraus. Er hustete und versuchte es erneut. Diesmal war es deutlicher artikuliert. "Großartig. Und jetzt ... bin ich unfähig zu Kämpfen ... bis ich verrecke." "Was zum Henker bringt mir das im Moment?" Die Stimme, Tinx' Stimme schwieg. "Du könntest immernoch in Planung und Datenverarbeitung arbeiten." Haverson lachte zynisch. "Ja, dann ist alles genau wie vor 3 Tagen: Ich wache auf, lasse 'nen Bioscan von mir machen, hocke mich auf einen Sessel und warte auf Abwechselung, die nicht kommt, weil ich festsitze." "Warte mal, Haverson, du hast täglich Bioscans von dir machen lassen?" "Ja, aber worauf willst du hinaus?" "Ganz einfach. Wo sind hier die Subgutanen Spritzen?" "Weiß ich nicht. Ich liege hier nur.", sagte Haverson beißend zynisch. Tinx verließ den Raum und als er wieder zurückkehrte, hatte er eine Spritze mit einer Metallfarbenen Flüssigkeit in der Hand. "Ich kann nicht dafür garantieren, dass es klappt." "Egal, Hauptsache es gibt 'ne Alternative." Tinx setzte die Spritze an und injizierte den Inhalt in einem Zug in Haversons Vene. "Jetzt nur noch abwarten." Die Leitungen öffneten sich und auf dem einen Projektor erschien Admiral Rafterran und auf dem anderen das Gesicht von Crushhead, der Admiral mit Augenringen und Crushhead mit halb geschlossenen Augen. "Sie haben uns also zusammengerufen, Commander. Zunächst mal, wie sieht es mit ihren Zielen aus? Haben sie diese erreicht?" "Allerdings, Admiral, Wir haben zwei Artefakte der Blutsväter geborgen und nutzen zur Zeit eines, um die Abyss wiederherzustellen und ihre Leistung zu optimieren. Danach werden wir uns die Flotte vornehmen." "Das ist gut. Gab es bei ihrer Mission nennenswerte Verluste?" Sean blickte zu Boden. "Haverson ist kritisch verwundet worden. Ob er überlebt ist unklar." "Ich verstehe. Trotzdem ist es ein großer Gewinn." Crushhead blickte zuerst Sean und dann den Admiral an. "Schön und gut, aber warum wurden wir dann hier zusammengerufen?" "Um das weitere Vorgehen zu planen. Machen sie uns einen Vorschlag, Commander, wenn sie schon die Artefakte und das mächtigste Schiff unserer Flotte haben!" Sean rieb sich das Kinn und sah dann die beiden an. "Mein Vorschlag ist, dass die Evakuierungsschiffe mit Unterstützung zu dem am weitesten abgelegenen bekannten, bewohnbaren System aufbrechen, um dort den Weiterbestand der Menschheit sichern. Zur Erde können wir die Zivilisten nicht schicken, da dort für den Krieg gerüstet wird und nicht sicher ist, ob sie nicht ins Kreuzfeuer geraten." Rafterran nickte. "Ein bedachter Schachzug. Weiter?" "Die beiden Flotten, die hier gekämpft haben, werden - nachdem sie repariert wurden - zusammen zur Erde aufbrechen und die dortige Verteidigung unterstützen. Wir werden ihnen einen Teil der Nanotechnologie zur Verfügung stellen, die das eine Artefakt ist, was die Chancen der Flotte des solaren Systems deutlich verbessert." Crushhead nickte dieses Mal. "Und was ist mit der Abyss?" "Wir werden einen Guerilliakampf auf Feindlichem Terretorium durchführen." "Wie bitte?" "Sie haben mich verstanden. Wir werden der Allianz in die Flanke fallen. Da sie sich auf einen Gesamtsieg vorbereitet, verliert die Allianz, soweit hat mir Shoromee versichert, die eigene Verteidigung aus den Augen. Wir werden schnell und kaltblütig zuschlagen und die Allianz zwingen, Truppen für einen Gegenangriff und die Verteidigung der angegriffenen Sektoren abzustellen, was sie bei der Belagerung der Erde schwächen wird, denn sie kennen bereits das solare System. Wir dürfen dabei keine Zeit verlieren." "Und nur die Abyss alleine wird diesen Angriff durchführen?" "Nicht unbedingt. Wenn wir unseren ersten Angriff auf ein Wichtiges System der Allianz durchführen, so werden wir die bereits populäre Ketzerbewegung für uns gewinnen können und einen Bürgerkrieg innerhalb der Allianz für uns nutzen können. Mehr und mehr Schiffe der Ketzer werden uns folgen." Crushhead nickte anerkennend. "Hört sich gut an. Also ich werde meine Leute auf alle Fälle zur Erde schicken, wenn eine Amnestie, eine gute Prämie und einige Sonderrechte dabei herausspringen - verausgesetzt wir überleben." Rafteran lächelte. "Sollte soweit kein Problem sein. Gut. So wie sich das anhört ist das zwar eine Selbstmordmission, aber der Kampf gegen die Allianz fordert nunmal seine Opfer. Ich bin dabei. Sie werden entsprechende Autorisationen erhalten. Wir werden eine Weile hier im Orbit bleiben, bis die Reparaturen und die Formalitäten abgeklärt sind." Die Holoschirme erloschen und die Monitore zeigten die Außenansicht der Abyss an. Sean kam ein Gefühl von gleichzeitiger Nervosität und Gewinn. Ab jetzt ging es um die Zukunft. "Shit, es funktioniert!" Tinx sprang in die Luft. Haverson sah ihn an. "Ich wäre dir verbunden, wenn du mir ein Schmerzmittel geben kannst, es tut unglaublich weh." Tinx nickte. "Ich verpasse dir 'ne Vollnarkose. Das hier kann länger dauern." Tinx verließ den Raum. Wenige Minuten nach der Injektion der Nanomaschinen hatte sich an den Stümpfen von Haversons Arm und Bein langsam aber sicher zuerst ein Knochen aufgebaut, bis das Skelett langsam der Vollständigkeit nahe kam. Mittlerweile kamen die ersten Sehnen und Nervenstränge hinzu. Tinx suchte einen Moment nach einer Betäubung, fand sie im Medikamentenschrank, kehrte zu Haverson zurück und injzierte sie. Augenblicklich flatterten seine Augenlider und schließlich schlossen sie sich. Einen Moment später verließ Tinx den Raum und hätte um ein Haar Vince umgerannt. "Und? Er sieht doch immernoch schlimm aus. Da muss ich auf alle Fälle noch etwas dran tun!" Tinx grinste. "Nicht mehr, er regeneriert grade." Vince schien es die Sprache verschlagen zu haben. "Wie, er regeneriert?" "Ich habe ihm die Nanomaschinen mit den Daten des kürzlich erfolgten Bioscans gespritzt und nun bilden sie seine verlorenen Gliedmaßen nach." Vince's Kinnlade klappte herunter. "Meine Fresse." "Richtig, du solltest dir ein wenig Zeit nehmen und dich dazusetzen und den Prozess überwachen, ich muss weiterarbeiten." Mit diesen Worten marschierte Tinx aus dem Raum, auf den Gang und diesen entlang. Vince folgt ihm nicht. Langsam ging er in das Ingeneursbüro der Bloody Desteny und ließ sich auf den. Der Holoprojektor warf Abyss' Hologramm in die Luft. "Wie sieht das mit den Reparaturen aus?" Die Panzerung ist zu 92% überarbeitet und wird binnen der nächsten halben Stunde fertig sein. Änderungsvorschläge?" "Keine. Sag mir einfach nur bescheid übers Com, wenn du fertig bist. Ich werde mal meine Runde drehen." "Akzeptiert, Collonel." Kaitel 26 Teil 4 3. Oktober 2552 1607 Stunden IKZ/LZ Heart of Abyss Alpha Lyrae Tinx schreckte aus seinem nervösen Schlummer hoch. Er musste über seine Arbeit eingeschlafen sein, und genau das bezugte ihm der Schreibtisch, der nun vor ihm lag und die desynchronisierten Hologramme auf seinem Körper, da er über den Projektor gebeugt lag. "Abyss, wie steht's mit dem Umbau?" "Insgesamt sind wir fertig." "Alle Modifikationen drin, die ich aufgetragen habe?" Tinx rieb sich die Augen. "Alles, die Zusätzlichen Triebwerke an den Gewonnenen Flächen am Heck, die Schächte für die ballistischen Raketen an der Unterseite, die Replikatoren für Munition, Organische Supraleiter und organische Widerstände im Sekundären Computerkreis, das Reparatursystem im Hangar, oberste Tarnschicht der Panzerung, die Kollektoren an den Positionen, die sie markiert haben, Energieemissionsdämpfung, dreifache Sensoren und das verbesserte Tarnsystem." "Schiffe im Hangar?" "Die "Bündnis" in Haupthangar 3, die "Necessary Evil" ebenfalls sowie ein Dutzend frisch modifizierter Jäger, sechs Transporter und einer weiteren Korvette. Hinzu kommen die Schiffe, die von den Flotten aus in den Hangars durch das Reparatursystem repariert werden, während sie die Nanomaschinen, in den von ihnen festgelegten Gruppen die Großschiffe der Flotte wiederherstellen und aufmunitionieren." "Deren Status?" " 7%, es wird schätzungsweise noch 17 Stunden dauern, bis die Reparaturen abgeschlossen sind." "Und danach noch einmal zwei Stunden bis sich die Dingerchen aus Schrott repliziert haben." "Sonst etwas?" "Ja, Rodriguez hat sich auf der Brücke breit gemacht und stellt dort die Elektronik neu zusammen, da wir die Brücke als letztes, noch nach den Reperaturen der anderen Schiffe überholen werden. Außerdem habe ich hier eine Intercom Nachricht für sie." "Dann lass mal sehen." Tinx ging nun endgültig aus der Reichweite des Projektors und dieser bildete nun die Nachricht ab. Von: Commander Sean Redders An: Collonel Chris Sherman Betreff: Anliegen Zeitpunkt:3. Oktober 2552, 1032 Stunden Verschlüsselung:[Keine] /DATEIBEGINN/ Tinx Ich will dich nicht direkt stören, da du immernoch an der Arbeit bist, dennoch bitte ich dich so schnell wie verfügbar in den Konferenzraum, auf die Brücke oder in den Feuerleitstand am Heck zu kommen. Bis dann Sean /DATEIENDE/ "Abyss? Wo ist der Commander zur Zeit?" "Auf dem Feuerleitstand am Heck des Schiffes.", kam es wie aus der Pistole geschossen. Tinx stand auf und schleppte sich los. Im Waffenlosen Nahkampf war Haverson Vince eindeutig technisch überlegen. Bevor Vince einen Heftigen Angriff mit der Rechten ausführen konnte, war Haversons flache linke bereits gegen dessen Handgelenk gestoßen und hatte sie in einem solchen Winkel erwischt, dass die Bewegung der Hand den Nervenstrang traf und Vince einiges Fluchen und eine taube rechte Hand verursachte. Haverson grinste und reagierte mit einem wirbeltritt, der Vinces Beine wegzog und ihn zu Boden warf. "Verschissen nochmal, selbst jetzt würde ich dich nicht schlagen!" Haverson betrachtete seine wiederhergestellten Gliedmaßen mit unverholenem Stolz. "Was glaubst du denn, warum ich für euer Team vorgesehen war?" "Scheiße nochmal, ich bin froh, dass du dabei bist!" Haverson grinste. "Tja, ich hab nunmal Glück gehabt, dass Tinx so'n Querdenker ist, sonst hätte sich das auch bald erledigt." Vince nickte. "Wie sieht das mit den Anderen aus?" "Von Johannesen und Sean hab ich nichts mehr gesehen. Tinx arbeitet wie ein Verrückter und die Besatzung der Fury of the Storm II Koordinieren die Flotte der Rebellen." "Dann sollten wir uns auch langsam mal nützlich machen!" "Du sagst es."

Sean wollte grade den Raum verlassen als sich die Tür öffnete und Tinx eintrat. "Du wolltest mich sprechen?" Sean nickte. "Es geht um das Weitere vorgehen." Tinx sah ihn an. "Strategisch deine Sache." "Definitiv, aber was würdest du sagen, wenn Rafterran die Abyss zu einem Guerilla- Krieg auf Allianzterrirorium abkommandiert und mich mit entsprechenden Kompetenzen ausstattet?" "Die richtige Entscheidung. Wir haben das Schiff, die Ausrüstung und das Artefakt dafür - alles andere wäre Verschwendung von Kompetenzen. Ich habe die Abyss mit Einer guten Ladung an Verbesserungen versehen, dabei nützlich sein können." "Und so ist es - ich habe nun die Taktische Kontrolle über die Abyss und diese Mission. Wir müssen so viel Chaos wie möglich verbreiten." "Schön und gut, aber warum sagst du mir dann bescheid?" "Weil du ab jetzt mein Stellvertreter bist. Wenns mich erwischt, hast du die Kontrolle über die Abyss samt KI und Crew." Tinx nickte gefasst. "War es das?" "Nicht ganz, wie lange dauert es noch bis die Abyss Einsatzbereit ist?" "In etwa 17 Stunden,wir müssen noch die Flotte zuende reparieren und Nanomasse sammeln." Sean nickte. "Dann weiter an die Arbeit!" Kapitel 27 Operation Black Diamond „Es gibt Wege, die nicht gegangen werden dürfen, Armeen, die nicht angegriffen werden dürfen, Städte, die nicht belagert werden dürfen, Positionen, um die nicht gestritten werden darf." Sun Tzu, Die Kunst des Krieges 1335 Stunden IKZ/LZ Alpha Lyrae System Heart of Abyss „Commander? Die Abyss ist nun vollkommen einsatzbereit!" „Gut gemacht, bleibt auf Standby und gönnt euch erst einmal ein Mittagessen." Sean riss sich vom Ausblick von seinem neuen Lieblingsplatz auf dem Schiff – dem Feuerleitstand am Heck, der höher lag als alles andere und damit einen spektakulären Ausblick auf das Schiff bot – los. Er hatte in Richtung Alpha Lyrae geblickt, wo auf der Tagseite grade das Loch vorbei zog, dass einmal seine Heimatstadt gewesen war. Er riss sich los und wischte eine Träne aus seinem Auge. Weshalb hatte er sie vergossen? Schmerz über die verlorene Heimat? Vermutlich, doch er konnte sich das nicht leisten. Er musste nach vorne blicken. Immernoch in seine trüben Gedanken versunken verließ er den Raum und wäre beinahe gegen seine Ehefrau gelaufen. „Amy, was machst du hier?" Sie blickte ihm in die Augen. „Ich wollte sichergehen, dass du mir nicht schon wieder verschwindest." Sie lächelte dünn und auf Sean wirkte es so, als wollte sie etwas verbergen. „Nun kann ich schlecht weglaufen." Sie nickte. „Was wirst du jetzt tun?" Sean musste gegen einen Kloß im Hals ankämpfen, doch er brachte es schließlich hervor. „Ich und die anderen werden mit der Abyss Guerilliakrieg gegen die Allianz führen. Auf deren Territorium." „Das meinst du doch nicht ernst, oder?" „Doch. Besser das mit einer hohen Überlebenschance, als das Überleben der Menscheit zu riskieren." „Um den Preis deines Lebens?" „Vielleicht auch das?" Sie presste ihr Gesicht an seine Schulter. „Warum nur? Warum musst du immer losziehen und das tun? Warum musst du mich alleine Lassen? Warum nur?" „Ich muss meine Pflicht erfüllen. Ich will nicht, dass sie auch dich töten!" „Um den Preis, dass dein Ungeborener Sohn niemals seinen Vater kennen lernt?" Sean erstarrte. Amy entspannte sich. Es hatte sie sosehr gefreut und gleichzeitig belastet. Nun war es ausgesprochen. Stille bis Sean sich wieder fing bohrte sich förmlich in ihren Kopf. „Verdammt, Amy, warum hast du mir vorher nichts davon gesagt?" „Du warst niemals da, als ich es hätte sagen können." Sean hieb mit einer Faust gegen die Wand. „Verdammt! Also lasse ich nicht nur meine Frau, sondern auch mein Kind alleine! SCHEIßE!" Amy wagte es erneut. „Was wirst du jetzt tun?" Sean wandte sich ihr wieder zu. „Was soll ich denn tun?", fragte er wütend und mit Tränen in den Augen, „Alles hinwerfen und einfach austreten aus dem UNSC? Das geht nicht! Ich habe eine Verpflichtung den anderen Gegenüber! Die haben mir so oft das Leben gerettet, dass ich das nicht einmal mehr zählen kann!" Er rang nach Luft. „Und ich kann sie nicht alleine Kämpfen lassen! Es gibt niemand anderen, der Qualifiziert wäre! Ich muss jetzt umso mehr Siegen! Für meine Jungs, für die Menschheit, für dich und für unser Kind! Hast du eine Ahnung, wie sich das anfühlt? Ich habe meine Heimat verloren! Ich habe so viele Leute auf einmal sterben sehen! Ich habe mich durch gekämpft, nur um dich wieder zu sehen! Und jetzt muss ich schon wieder gehen, von meiner zerstörten Heimat fort um Blut, Schmerz und Tod zu sehen! Und ich weiß nicht einmal, ob ich dich jemals wiedersehen werde!" Sean sackte in sich zusammen. „Bitte Amy, geh zu den Sicherungsschiffen! Sie haben den Befehl bald in einen weit entfernten Sektor aufzubrechen, um eine sichere Heimat für uns zu suchen, falls wir die Erde verlieren. Falls ich das hier überlebe, werde ich nachkommen!" Sie nickte, ebenfalls erstickt in Tränen. Dann schlossen sie sich noch einmal in die Arme. Von: Admiral Isaac Rafteran An: Commander Sean Redders Zeitpunkt: 4. Oktober 2552 1355 Stunden Verschlüsselung: [Keine] Betreff: Operationsbeginn /DATEIBEGINN/ Commander Um 1400 Stunden beginnt Operation BLACK DIAMOND, mit deren Beginn sie zum Tactical Captain Befördert werden sowie ihr Stellvertreter, Collonel Chris Sherman zum Tactical Commander. Wir werden jetzt zur Erde aufbrechen und die Schlafschiffe losschicken. Crushhead übermittelt ihnen seinen besten Gruß. Sehen sie zu, dass sie denen ordentliche Kopfschmerzen bereiten, mein Junge. Falls sie zurückkehren, kommen sie mal auf Brandy und Zigarren vorbei! Viel Glück Isaac Rafteran /DATEIENDE/ Sean schloss die Datei und blickte traurig dem Shutle hinterher, dass sich von der Abyss enfernte. Er riss sich los. „Operation BLACK DIAMOND beginnt.", meldete sich Tinx. Sean Reagierte. „Dann lassen sie mich mal ihre Vorschläge für den ersten Angriff hören, Tactical Commander!" „Ein System, dass im Slipstream etwa 20 Stunden entfernt ist und sich am Rand des von der Allianz kontrollierten Territoriums befindet. Dieses System hat lediglich einen Forschungsaußenposten, ist allerdings ansonsten schwer befestigt. Dort können wir den größten Schaden anrichten und dann zum nächsten System weiterziehen, wo wir dieselbe Prozedur durchziehen." „Dann legen wir los, Abyss, gib vollen Schub und dann ab in den Slipstream!" „Jawohl, Sir!" „Und dann gib mir eine Liste der hier aktiven Mannschaft." Der Projektor leuchtete auf. Er sah Tyormee, die Grunts, Wolfmother, Walker und seine Truppe, Yee, Crofts und Rodriguez, Shoromee, Tinx, Vince, Haverson und Johannesen. Zwar nicht viele, aber Abyss sei dank, so viele wie grade nötig. „Auf halber Bereitschaft bleiben! Waffen vorbereiten, Akkumulatoren für Schilde und Waffen aktivieren, getarnte Sonden in die Schächte legen!" „Sean, Ich habe gesehen, dass sie eine große Station als Hangar und Koordinationszentrale für stationäre Geschütze benutzen. Ich habe mir diese Stationen genau angesehen und mir von Shoromee erklären lassen,wie diese Dinger betrieben werden und was an der Tagesordnung ist. Ich habe dabei gesehen, dass man Schiffe mit Prioritätscodierung gefährlich nahe zum Reaktor im Zentrum der Station docken lässt. Und die Reaktoren lässt man generell recht hoch laufen." „Was genau willst du mir damit sagen?" Dass wir uns einfach ein beliebiges Allianzlandungsschiff nehmen können, es fernsteuern und am besten noch mit einem oder zwei nuklearsprengköpfen bestücken können, damit dann ins Zentrum von diesem hässlichen Teil fliegen und mit einem großen Wumms erst unsere beiden Sprengköpfe hochjagen, damit dann die Reaktoren instabil werden lassen und dadurch dann die Steuerung für die lästigen stationären Fusionsgeschütze wegfetzen und obendrein noch Zweihundert bis siebenhundert Allianzschiffe!" „Gut, dann schnapp dir Shoromee, versuch auf irgendeinem Weg mit ihm zusammen an ein Prioritätsdocking zu kommen und mach eines der Ladungsboote oder einen Seraph mit einem oder zwei Sprengköpfen fertig." „Wo wir grade von Sprengköpfen reden: Wie viele sind mit der ersten Salve feuerbar?" „18 SHIVAs sind in den ballistischen Schächten an der Unterseite. Obendrein habe ich selbst noch vier weitere des von mir kreierten Typs BERSERK dabei." „MEINE FRESSE!" „Allerdings sollten wir damit beim ersten Gefecht haushalten, da Nuklearwaffen lange Zeit für Replikation einnehmen und ziemlich viel Nanomaterie verbrauchen." „Und was sind diese BERSERK- Dinger?" „Das sind Trägerraketen, die fünf separate Nuklearsminen Tragen. Eine BERSERK bringst du auf Kurs und sprengst dann die Kammer, die die Sprengköpfe enthält ab. Dabei verteilen sich dann die Nuklearminen über eine weite Fläche, aber eben nur in dieser Richtung. Sehr effizient gegen dichte Formationen, da die EMPs sich addieren und man flächengerichteten Schaden anrichtet." „Verdammt, Tinx, wie kommst du nur auf solche Ideen?" „Willst du garnicht wissen, glaub mir!" „Ich glaube ich will auch garnicht wissen, was für überraschungen du dieser Mühle hier noch verpasst hast!" „Jedenfalls ist da jetzt ein immenses Offensivpotential drin, das wir mithilfe von Abyss und der Tarnung perfekt für unsere Mission nutzen können." „Da hast du allerdings Recht. Wegtreten!" Kapitel 27 teil 2 [ZEITPUNKT UNBEKANNT] [ORT UNBEKANNT] Irgendwo im Slipspace zwischen Alpha Lyrae und Omicron Ursae Heart of Abyss „Tinx, du pennst aber auch nie, oder?" „Nein, nur wenn ich unbezahlten Urlaub nehme." „Und wie bist du auf das Ding hier gekommen?" „Als Shoromee mal eine Inventur der Wafffenkammer angeleiert hat." „Und wie funktioniert das Teil?" „Du kannst die Klinge und die Pistole separat gebrauchen. Sobald du die Dinger kombinierst, und den Schalter betätigst, wird die Plamazelle und das Magnetfeld aktiviert und das Ding baut um die Klinge eine Plasmaspur auf, die mit einem Magnetfeld, dass die der Plasmaklingen der Allianz um Längen in den Schatten stellt." „Was heißt das für mich?" „Dass du, damit die Klingenschläge der Allianz einfach abblocken kannst." „Geile Sache das!" „Definitiv, Aaron!" „Sonde nummer eins ist draußen." „Wie lange bis zum Wiedereintritt in den Normalraum?" Seans Stimme wirkte kalt und berechnend. „Sieben Minuten.", meldete sich Johannesen zu Wort. „Gut, wie sieht es mit dem Tarnsystem aus?" „Direkt vor dem Eintritt nutzbar, sodass wir während unseres gesamten Fluges unsichtbar bleiben." „Zumindest für Radar und optisch Sensorik." „Energiewellen?" „Wir halten sämtliche Systeme auf Minimum um die Wellenemission zu unterbinden." „Wärme?" „Komm, Sean wir sind im All und gut isoliert. Außerdem lassen wir uns erst einmal treiben. Und zumdem könnte unsere Tarnung unseren Antriebsbetrieb bis 11% überdecken." „Shuttle bereit?" „Yep." „Fernsteuerung bereit?" „Definitiv, das einzige, dass jetzt noch fehlt sind die Codes, aber die kriegt Abyss sobald wir mit den getarnten Sonden in Sendeposition sind." „Und solange?" „Warten." Normalerweise waren Schiffe ohne Energie, wenn sie einen Sprung beendeten. Normalerweise blitzte es auf, wenn Schiffe wieder in den Normalraum eintraten. Normalerweise gab es keine Geister. Doch in diesem Moment zählte das nicht. Die Abyss trat unbemerkt in den Normalraum wieder ein, verdeckt von einem übermächtigen Tarnsystem. Genau wie die Waffen, Schilde und sämtliche Kondensatoren war diese während des Fluges durch das ausgeklügelte Reaktorsystem der Abyss aufgeladen worden. Die Abyss trieb im Raum, doch ihr „Geist" hackte sich über drei Zwischenleitungen in Form von getarneten Sonden in das Docksystem der Filigranen Station ein. Die Allianz-KI die das Docking auf der Station überwachte wurde von Abyss einfach hinterrücks niederrgeschlagen und ihr Speicher durchsucht, der Code der übernächsten Einheit entwendet. Dann nahm sich Abyss ein wenig Zeit dafür, die KI umzuschreiben bevor er sie wieder in Betrieb nahm. Nun würde das Ding ordentlich in den Computersystemen der Station wüten und die Reaktoren vor dem Zündungszeitpunkt der Nuklearwaffen bis zum Maximum Pushen und für alle Schiffe im Sektor Landebefehl ausgeben. Abyss fügte noch ein oder zwei zusätzliche Punkte hinzu bevor er die Verbindnung trennte. „Signalimitter aufschalten!" , bellte Sean. „Roger." Um das Landungsboot mit den Bomben zu tarnen und die Autorisierung realistisch erscheinen zu lassen, mussten sie kurzfristig die Masse- und Energieemission eines Allianzschiffes nachbilden. Tinx hatte extra dafür einen Neutronenstrahlenemitter von Abyss und der Nanomaterie umrüsten lassen und mit den Daten Speisen lassen, die sie über Allianzzerstörer gesammelt hatten. „Für wie lange?" „Zwei Minuten werden reichen und dann die Sprungsequenz des Emitters einleiten!" Tinx hatte bei seiner Idee ganze Arbeit geleistet und eine winzige Slipspacematrix in das Gerät einbauen lassen. Auf Befehl würde es im Slipspace verschwinden und die Signalverstärker würden die Illusion aufkommen lassen, dass ein Schiff von Zerstörerausmaßen springen würde. „So, das Boot ist draußen und beschleunigt." „Irgendwelche Probleme, Feldmeister Shoromee?" „Keine bis jetzt, geplantes Eintreffen des Landungsschiffes in einer Stunde." „Gut, haltet euch bereit! EMP- Schutz eine Viertelstunde vor Zündung aktivieren!" Sean wurde nervöser. „Sind die Waffen geladen und feuerbereit?" „Yep." „Dann haltet euch bereit!" Ein Schiff fernzusteuern war an sich kein Problem. Die Signatur eines Steuerungssignals zu überdecken war kein Problem. Die Signatur der Strahlung, die eine Nuklearwaffe unweigerlich ausstrahlte, zu überdecken war kein Problem. Doch wenn sie alle zusammen kamen, wurde das Problem unweigerlich riesig. Shoromee wischte sich den Schweiß ab. Und dann passierte das ausschlaggebende: er wurde kontaktiert von der Basis aus. Er erwiederte alle religiösen Grüße und gab seinen Code aus. Dreißig ewig lange Herzschläge lang passierte nichts. Dann kam die Dockbestätigung. Das Boot wurde auf den am nächsten dem Reaktor gelegenen Landeplatz gelotst, was einige Zeit dauerte und Shoromee hielt Tinx alle zwei Minuten mit panischer Angst dazu an, die Sonden, über die mittlerweile die Befehle liefen so nahe wie möglich ran zu bringen, damit der Kontakt nicht abbrach. Schließlich dockte das Boot sauber und Shoromee entspannte sich. „Zünder auf dreißig Sekunden." „Dann sollten wir die System runterfahren und dem EMP-Schutz die Energie geben!" „So schnell ihr könnt!", sagte Sean und gab den Zündbefehl. Es war eine elende Drecksarbeit für einen Unggoy. Pyopyot streckte sich und watschelte weiter. Sein einer halben Ewigkeit hatte er diese Aufgabe bekommen und er konnte sich immernoch nicht damit anfreunden. Er musste die Leute aus den Schiffen im Dock in Empfang nehmen und die Schiffe prüfen, so gut es ging. Die Nähe zum Reaktor von seinem Arbeitsplatz aus nahm er als den blanken Hohn. Diese Bastarde würden ihn vermutlich auch noch nach seinem Tode arbeiten lassen, sosehr waren die Leiter dieser Station darauf bemüht führend im von der Allianz kontrollierten Raum zu sein. Es stank ihm immer mehr. Und ihm war kalt. Eigentlich sollte sein Anzug ihn auf einer akzeptablen Temperatur halten, doch seit einer der Elitekrieger, für die er an einem der Schiffe eine Stelle ausbessern sollte, unachtsam gewesen war, war der Temperaturregler des Anzugs im Eimer und ihm war chronisch kalt. Und den Dienstvorschriften folgend würde er erst in etlichen Einheiten und Zyklen neue Ausrüstung kriegen. Dessen bewusst watschelte er die Dockrampe entlang zu dem grade gedockten Landungsschiff. Es war immernoch verschlossen. Seltsam, so etwas passierte bei Einheiten mit Prioritätscodierung – und andere durften hier nur in Ausnahmefällen docken – normalerweise sehr selten. Vielleicht hatten sie ein Problem mit der Tür! Seine Chance auf bessere Ausrüstung darin sehend rannte er los. Prioritätseinheiten belohnten fürstlich, wenn man ihre Probleme schnell und sauber löste. Noch im laufen griff er nach seinem Türöffner. Doch in solchen Situationen kam der ungeschickte Unggoy in ihm durch und das Gerät fiel ihm aus der Hand. Es landete auf dem Boden, glitt darauf ein Stück und kam zu liegen. Innerlich verfluchte sich Pyopyot dafür, dass er den Steg kurz zuvor poliert schritt er auf das Gerät zu, doch was einmal passiert, passiert zweimal genausogut. Er berührte das liegende Gerät mit dem Fuß und das recht heftig. Es rutschte über die Kante. In seinen Augen jagten die Horrorkonsequenzen einer Bestrafung nach Allianzart einander und all das nur, wenn er das Gerät verlor. Mit einem Sprung war er dem Ding gefolgt. Er Schloss die Augen. Beide Hände schlossen sich um Metall. Er öffnete sie und sah, dass er mit der einen Hand am Steg hing und mit der anderen Hand den Türöffner hielt. Er schwang sich mit einem Arm nach oben – kein Problem für die kräftigen Ärmchen eines Unggoy. Und dann war er an der Tür, setzte den Öffner an und begann die Tasten auf dem Gerät zu drücken. Er glaubte Stimmen von innen zu hören, die verärgert auf die Tür fluchten ... und dann war sie offen. Pyopyot wartete volle einhundert Herzschläge neben der Tür auf die Leute aus dem inneren ... und war überrascht, dass niemand kam. Vorsichtig watschelte er auf die Tür zu und trat ein. Auch hier war niemand. Nur zwei seltsame Kästen die die Anzahl der auf ihr blinkenden Lämpchen mit jedem Herzschlag reduzierte. Seltsam. Er wanderte zurück zur Tür, bis er ein lautes Fiepen hörte und spürte, wie dieses Dinger warm wurden. Unglaublich warm. Angenehm. Warum noch zurück gehen und einen neuen Anzug bekommen um nicht mehr zu frieren, wenn man sich hier wärmen konnte. So wunderbar warm. Und so ein wunderschönes Licht... Sie einfach nur von ihm umarmen lassen und nie wieder loslassen! Nie wieder von dieser göttlichen Liebe getrennt sein! Wunderschön... Pyopyot der Grunt umarmte das Licht der aufkeimenden Sonne und er würde nicht mehr erleben, wie er es wieder los lies. Er starb glücklich. „3.2.1. Zündung!" Sie blickten aus den Fenstern am Bug des Ehrenlicht-Teiles der Abyss und sahen grade noch rechtzeitig, wie zuerste eine kleine Sonne durch die Einflugkanäle der Station aufleuchtete und wenig später von einer riesigen, die Station umfassenden Sonne aufgefressen wurde. „Zeit bis der EMP eintrifft?" „Eine Minute, Begeben sie sich in eine sichere Position, am Bug kann es sehr gefährlich werden, auf die Brücke, das schaffen sie noch!" Sie rannten los, Erreichten die Brücke in der Hälfte der Zeit und schnallten sich in ihren Sitzen dort fest. „Einschlag in 3. 2. 1." Sofort fühlte es sich an, als wäre die Abyss von der Faust eines Riesen getroffen und herumgeschleudert worden, allesamt wurden heftigst durchgeschüttelt und mit dem Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmte, fielen sie für einige Sekunden in Ohnmacht. „Au, mein Schädel!" „Wo bin ich geladet?" „Vermutlich auf deiner Konsole, wie wir alle." „Abyss, Schadensbericht!", sagte Sean und rieb sich den Kopf. „Schilde stabil bei 93%. Systemschaden minimal. Beschädigte Systeme: aktive Tarnung, 2% der Computersicherung." „Können wir die Tarnung nutzen?" Tinx schaltete sich ein. „Nein wenn es die Computersicherung auch nur zu 2% erwischt hat, hat es vorher den Tarnfeldgenerator zum Teufel geschickt!" „Scheiße!" „Würde ich nicht sagen! Das hätte ohne den Schutz ganz anders ausgehen können." „Lagebericht!" „Die Station mitsamt allen Schiffen im Sektor ist restlos zerstört. Die Stationären Fusionsgeschütze sind durch den EMP nutzlos gemacht. Die ... warten sie mal! Analyse! Die Schlechte Nachricht ist, dass ich grade Slipstreamsignaturen wahrnehme!" „Wie viele, wie stark?" „Kriegsschiffe aller Art und insgesamt an die 30 Stück davon." „Geschätztes Eintreffen?" „90 Sekunden!" Kapitel 27 teil 3 [ZEITPUNKT UNBEKANNT] Am Rand des Omicron Usae Systems Heart of Abyss Jetzt „Abyss, wie sieht es mit den Waffen aus?" „Durch die Umleitung der Energie für den EMP-Schutz musste ich das Energieniveau reduzieren. Momentan stehen alle Waffen bei 78% Ladestatus gesamt." „Feuerbereite Waffen?" „Alle 30 Impulslasertürme haben volle Kondensatoren und sind feuerbereit. Die Plasmageschütze der Feuergruppe 1 sind in 40 Sekunden feuerbereit, Gruppe 2 in 50 und Gruppe 3 in 60 Sekunden. Energieprojektoren I und II bei jeweils 14%. MBKs bei 82%. Plasma Beschleunigungsgeschütz bei 3%. Raketen und Nuklearwaffen sind feuerbar, solange der Sicherheitsabstand gehalten wird. Lenkbare Minen des Typs Purist auswerfbar. Brain Pod ist einsatzbereit. Plasmaballung einsatzbereit." „Was Zum Henker sind die Plasmaballung und der Brain Pod?" Sean drehte sich zu Tinx um. „Ganz einfach: die Plasmaballung ist ein Magnetfeld, in dem man die Ladung aller Plasmageschütze kombinieren und ein riesiges, gelenktes Geschoss schaffen kann. Der Brain Pod ist das Zentrum und der Sammlungsort der Nanomaschinen. Über winzige Leitungen werden die in die Geschütze gebracht, die Munition verbrauchen um diese zu replizieren." „Das ist gut." Sean wandte sich dem Projektor zu. „Abyss, werf' so viele der Purists aus wie möglich und manövriere sie ins Einsprunggebiet! Gib den Triebwerken volle Ladung und schick eine BERZERK ins Einsprunggebiet!" „So gut wie erledigt." Es blitze dutzende Male im System und Allianzschiffe erschienen, trieben einige Sekunden lang Energielos im All ... nur um in diesem Zustand von einem Fünffachen Nuklearfeuerball erwischt zu werden. Computergesteuerte Minen trieben, vom EMP auf die Minimale Funktion reduziert im All, dennoch genug auf Kurs Gebracht um in die Schiffe, die Außer Reichweite der Explosion gewesen waren, oder Ebendiese überstanden nun Löcher in die Außenhaut zu reißen. „Abyss, wenden!" Die Belastungsleisten der Trägheitskompensatoren und Steuertriebwerke schossen für eine halbe Minute auf die 80% Marke, bevor sie sanken. „Ziele voraus." „Wie viele hat die BERZERK mitgenommen?" „8 Schiffe, darunter ein Kreuzer." „Maximale Geschwindigkeit und gib mir eine taktische Karte!" Abyss' Hologramm verschwand und machte einer dreidimensionalen Karte des Systems Platz. Direkt vor Bug mit der Hälfte des Kartenausschnittes als Abstand lag ein Zerstörer, dessen Statusleiste einen Schild von 4% und 94% der Rumpfpanzerung anzeigte. Perfektes Ziel für den Anfang. Sean stellte sich neben das Hologramm, markierte den Zerstörer als Ziel für eine MBK- Kugel und dutzende Marschflugkörper, setzte einen Navigationspunkt einen Kilometer vor das Schiff. Die restlichen Schiffe waren in zwei eng zusammenliegende Gruppen aufgespalten, eine sieben Schiffe stark, die andere mit einem Abstand, der, wenn man den Zerstörer damit verband als gleichseitiges Dreieck erscheinen lies. Sean setzte den nächsten Navigationspunkt in die schwer lädierte kleinere Gruppe. „Klar soweit?" „Erreichen den Feuerpunkt eins in 13 Sekunden. Ziel hat Navigationspunkt nummer eins erreicht, wollen sie einen Anderen auswählen?" „Nein." „Bemerkungen zum genauen Ziel des MBK- Projektils? „Am besten genau auf den Bug, nur um plus 0.5 grad auf X und Y Achse des Ziels verschoben." „Roger. Simulation zeigt maximalschaden nicht gefähredet und maximalen Rückstoß des Ziels nicht gefährdet." Sekunden später wurde der Zerstörer von einem mehrere Tonnen schweren Titanium B- Blitz mit Eisenkern um ein Viertel seiner Masse gebracht. Die Panzerung wurde aufgerissen, als wäre sie nichts weiter als komprimierte Aluminiumfolie, das Schiff herumgeworfen, Von Wucht und Druckverlust geschleudert und von einem Dutzend ballistischen Raketen erwischt, die sich zu einer Archerrakete verhielten wie das zehnfache. Das Schiff verging in einem letzten Feuerball und die Abyss erreichte Punkt eins. Sean sah bei dem Teil der Flotte, den er ausgewählt hatte, wie die wenigen intakten Geschütze aufgeladen wurden, und wie sich die andere Flotte zu einer dichteren Formation zusammenband. Er setzte die nächsten Navigationspunkte im Wechsel mit jeweils Kollisionskursen auf die Schiffe des kleinen Teils und das so dicht wie möglich. Und er setzte in die Mitte der Formation, wo eine kleine Lücke in Richtung der anderen Flotte klaffte eine Feuerpunkt, an dem alle drei verbleibenden BERZERKs getarnt und mit maximallast in deren Richtung geschossen würden. „45 Sekunden bis zum Erreichen der nächsten Feuerpunkte.", prophezeite Abyss und Sean nahm wieder Platz. Supreme Commander Chaor Arkhallaree wirkte vollkommen entspannt. Wie auch anders, an Bord eines Schiffes des neuen Typs. Der neue Typ war entworfen worden, um mit dem geringsten Verlust die größte Ehre zu erreichen und mit einem einzigen Schiff die maximale Sicherheit zu für ein System zu gewährleisten. „Festungsschiff" war das Zauberwort. Man kombinierte die Eigenschaften eines ganzen Kampfteams eines niedrigrangigen Flottenkommandanten zu einem Schiff zusammen, dass in etwa dreimal so groß wie ein heiliges Flaggschiff war. Als die Dock- KI der Station Würdevolle Neugier zwei Stunden zuvor den Code Rot an die nächste Ganison geschickt hatte, hatte Arkhallaree zuerst eine Dezente Kampfgruppe in das System geschickt und hatte, dann – von der Hoffnung mit seinem Festungsschiff endlich einmal in Aktion treten zu können geleitet – den Sprungbefehl gegeben. „In wenigen Augenblicken, werden wir ins System eintreten.", quäkte einer der Unggoy - Brückendiener unterwürfig. Umso besser. Die Menschen, oder werauchimmer, würde nicht den Hauch einer Chance gegen dieses Schiff – seinen verlängerten Körper – haben! Die zweite MBK schoss durch unbarmherzig mitten durch den Rumpf des unglücklichen Trägers, jedoch nicht ohne einen so kritischen Schaden anzurichten, wie ihn nicht einmal eine Armee von Betrunkenen Leuten mit einem Werkzeugarsenal hätte anrichten können. Hier waren noch nicht einmal Raketen nötig, das Plasma, das zuvor an den Türmen geballt worden war, befreite sich nun selbst und verschlang das Schiff. Die Abyss wurde mithilfe von gezieltem Druckabstoß auf den neuen Kurs gedroschen und verpasste dem direkt vor Bug liegenden Kreuzer eine komprimierte Plasmakugel, die das Schiff vollkommen verschlang. Dann schlugen drei Plasmatorpedos auf den Schild ein und reduzierten seine Stärke um die Hälfte. Ein zweites komprimiertes Geschoss und die erste Salve von Plasmatorpedos redzierte die übrigen Schiffe um die drei größten. „Jetzt!", belltes Sean und aus den Raketensilos an der Unterseite der Abyss rasten die übrigen drei BERZERKs in Richtung des anderen Teils der Flotte. Eine direkt vor Bug liegende Fregatte kam den Schilden der Heart of Abyss zu nahe. Für einen Sekundenbruchteil berührten sich die silbernen Schutzschilde, gegeneinander geworfenen Mondsicheln gleich. Dann brach der Schutz der Fregatte zusammen und wurde von den Schilden der Abyss aufgeschlitzt. Der Druckabfall in den buchstäblich abrasierten Sektionen schleuderte das Schiff unkontrolliert herum und ließen es mit dem anderen Schiff, einem Superträger, der seine Kleinschiffe auszusetzen versuchte zusammen, wobei die Jäger zwischen der Fregatte und den Schilden des Superträgers zerquetscht wurden und die Fregatte an den Schilden des Trägers zerschellte. Die Abyss war so nahe, dass ihr „Geist" die ökonomischtes Art der Exekution wählte: Impulslaserbombardement und Marschflugkörper. Für einige Sekunden lang gab es ein Feuerwerk aus Mündnungsfeuer und Treibstoffspuren hinter sich herziehenden Raketen entlang der Backbordsektion der Abyss, parallel zu einem fünfzehnfachen Nuklearen Grill steuerbordseits, der den anderen Teil der Flotte verschlang. Sean Atmete auf. „Slipspacesignatur! Und die Masse entspricht in etwa der Ehrenlicht mal drei!" „Was zum Verrecken?" Auf der Taktischen Holokarte erschien ein Punkt, weit genug außer Feuerreichweite, aber dennoch nahe genug um gefährlich zu werden. „Statusbericht!" „Die BERZERKs sind verschossen, deren Replikation hatten sie ja zuvor abgestellt, die Schilde funktionieren bei 42,5%, die bereits gefeuerten Geschütze haben den Abkühlzyklus beendet und werden grade angefangen zu laden. Energieprojektoren sind feuerbreit, Plasmageschütze Gruppe 3, Impulslaser und Marschflugkörper sind feuerbreit. SHIVAs zündfertig." „Gut, wann treffen die ein?" „Nicht die.", sagte Shoromee, „Ich glaube das ist EIN Schiff, und es ist ein wesentlich größeres Problem!" „Schön dass du das erkennst!" Kapitel 27 Teil 4 [ZEITPUNKT UNBEKANNT] Omicron Ursae Systen Jetzt Es blitzte auf im Raum und als der Lichtblitz verschwand, war ein einzelnes, riesiges Schiff der Allianz zu sehen, weit außer Feuerreichweite. Die Scannten zuerst die Umgebung. Und sie ließen ihren Energiehaushalt stabil bleiben. Sean überdachte seine Möglichkeiten. Die würden falls notwendig einfach einen Sprung nahe genug an sie heran machen. Nein, würden sie nicht. Sie wären dann ohne Energie und Wehrlos. Sie würden mit ihrem Antrieb kommen und dann einfach eine Feuerbatterie loswerden. Eine mit der die Abyss eventuell Geschichte war oder Rumpfschäden in Kauf nahm. Keine gute Situation. Er ihm selbst blieben auch nur dieses beiden Möglichkeiten, die keinen sauberen Kampf versprachen. Das würde ein Duell zwischen gleichstarken Gegnern werden. „Exzellenz, die Basis, die hier stationierte Flotte und die Fusionsgeschütze sind zerstört worden. Ihre Eingreiftruppe ebenso." Arkhallaree nahm diese Antwort bedacht auf. Die – wer auch immer das war – waren mindestens gleichgut bewaffnet wie er selbst. Er und sein Stolz die Unantastbare Transzendenz. Eine Herausforderung der er gewachsen war. „Haben das feindliche Schiff gefunden!" „Dann will ich es sehen!" Der zweitgrößte grade inaktive Holoprojektor sprang an und zeichnete das Bild eines riesigen Schiffes, dass gleichermaßen menschlicher, wie der Architektur der Allianz zu entstammen schien, gemischt mit einem Dutzend vollkommen unbekannter Aspekte. „Was sagt der Waffenscan?" „Kein Scan möglich." „Verdammt." Arkhallaree nahm an, dass man auch hier dasselbe Prinzip vorfinden würde, die Kombination der Stärken ohne die Schwächen zu berücksichtigen. Genial. „Akkumulatoren umleiten und Waffen Feuerbereit machen! Drei viertel Schub, Abfangkurs!" „Jawohl Exzellenz!" „Schilde?" „Bei 75%, Exzellenz!" „Einzelschiffe starten?" „Negativ aber die Jägerstaffeln bereithalten und auf meinen Befehl die Hangartore Öffnen!" „Eingerichtet." „Waffen?" „Energieprojektor noch nicht feuerbereit. Plasmatorpedos und Kampfstrahl feuerbar." „Fusionsgeschütz?" „Bei 56% Exzellenz." „Schalte den Kampfstrahl ab, er kostet im Moment nur Energie!" „Kursänderung?" „Keine! Aber die Backbordseitigen Steuertriebwerke zündfertig halten!" „Die Beschleunigen und nehmen Abfangkurs." „Auf Kollsisionskurs gehen und die Frontsektion der Schilde maximal laden!", bellte Sean, „Energieprojektoren und die restlichen Plasmatorpedos feuerbereit halten!" „Roger." Tinx schaltete sich ein. „Willst du die Plasmatorpedos einzeln verschießen?" „Negativ, die jage ich ihnen als erstes drauf!" „Dann nutze die Plasmaballung, die macht die Sache effizienter." „Da hast du allerdings Recht! Abyss? Wirf das Ding an und balle das Plasma! Was machen die restlichen Waffen?" „MBKs sind bei 26%. Marschflugkörper feuerbar. SHIVAs Feuerbar. Plasmabeschleuniger im Kühlzyklus. Impulslaser feuerbar. Energieprojektoren feuerbereit." In der Lücke zwischen den beiden Vorstehenden Rümpfen, die einmal Bloody Desteny und Slow Decay gewesen waren, ballte sich ein Orangeroter Plasmaball und wuchs heftig an. „Zeit bis zur Kollision sind 50 Sekunden! Feuerreichweite in 30 Sekunden erreicht!" „Halte die Backbordseitigen Korrekturdüsen bereit und auf mein Kommando Zünden!" Sean wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Nachbrenner bereithalten!" „Wird erledigt." „Haltet euch gut fest!" Sean versuchte in diesem Moment nicht zu zweifeln. Jeglicher Zweifel würde sie jetzt umbringen. Er schluckte hart. Er würde das hier zuende bringen und zu Amy zurück kommen. „Feuerreichweite erreicht!" „Dann gib ihnen das Plasma!" „Die Plasmatorpedos feuern! Frontsektion als Ziel nehmen!" „Erledigt!" „Feindfeuer...", begann einer der Unggoy und wurde von einer heftigen Erschütterung unterbrochen, die ihn von den Füßen riss. „Schilde bei 25%!" „Werft ihnen einen Schuss mit dem Energieprojektor vor den Rumpf und..." „Energiespitze entdeckt! Scheinen zwei feuerbereite Energieprojektoren zu sein!" „Energie von den Waffen auf die Schilde umleiten! SOFORT!" „Erl..." Wieder einmal wurde der Unggoy unterbrochen, als das Schiff noch heftiger durchgeschüttelt wurde, Funken aus allen Holoprojektoren stoben und das Licht auf Notfallbeleuchtung umschaltete. „ZÜNDEN DER STEUERTRIEBWERKE! DEN ANTRIEB ZUM MAXIMUM HOCHSCHALTEN! NACHBRENNER ZÜNDEN!" „Jawohl Exzellenz!" Die Unantastbare Transzendenz wurde erneut durchgeschüttelt, jedoch lag es diesmal an der Zündung der Triebwerke. „BERICHT!" „Schilde bei 5%. Habe den gesamten Energiekreislauf in die Schilde geleitet." „Damit hast du uns das Leben Gerettet, Unggoy Vrakhak!" „Ich weiß." Zur selben Zeit... Der riesige Plasmaball suchte sich mit hoher Präzision die Frontschilde des Festungsschiffes und zerplatzte in einer gewaltigen Stichflamme. „Feindfeuer entdeckt. Plasmatorpedos..." Weiter kam Abyss nicht, denn ein dutzend Male hintereinander wurde die Abyss erschüttert. „BERICHT!" „Schilde halten bei 3%" „SCHEIßEGAL, FEUER DIE ENERGIEPROJEKTOREN GENAU AUF DIE STELLE, AUF DIE DAS PLASMA GETROFFEN HAT! UND DANN ZÜNDE DIE TRIEBWERKE!" Es wirkte ein wenig humoristisch, wie beide Schiffe nach ihren Schüssen um ihre eigene Achse rotierten und dann das Allianzschiff Heckwärts zur Abyss stand, während die Abyss eine volle 270 grad Drehung durchführte und nun freies Schussfeld auf die Mittelsektion des strauchelnden Festungsschiffes hatte. Sean nutzte diese Chance eiskalt. „ABYSS! Konzentriere die Energie auf die alpha- MBK und jag' sie ihnen in den Rumpf, scheißegal wie viel Ladung die Waffe hat!" „Erledigt!" Ein nur rötlich glühendes Geschoss wurde wenige Sekunden Später aus der linken MBK befreit und traf die Mittelsektion des Festungsschiffes. Für einen Sekundenbruchteil kämpften die Schilde gegen die Wucht des Geschosses an. Die Schilde verloren den Kampf, doch das Projektil verlor einen großen Teil seiner Energie. Die Kugel riss ein halbkugelförmiges loch mit einem Radius von Fünfzig Metern in die Sektion bevor es kollabierte. Die Menschen rochen ihre Chance. „Feuer' eine SHIVA mitten in das Loch und zünde sie da drinnen!" „Nuklearwaffe gefeuert. Zündung auf ihren Befehl! Ich muss sie darauf hinweisen, dass sich unser Schiff in Reichweite des EMPs befindet." „Scheißegal, wir werdens überleben!" Die Rakete flog wesentlich schneller als das Allianzschiff türmen konnte und bereits wenige Sekunden später hatte die Nuklearwaffe das Ziel erreichte. „ZÜNDUNG!" Und es passierte. Das Licht auf der Brücke verschwand, die Abyss wurde durchgeschüttelt und die Überlastungssicherungskette der Elektronik detonierte der Reihe nach bis auf das letzte und entscheidende Glied und jeder Mensch An Bord verlor das Bewusstsein. „Geschoss innerhalb des Schutzschildgebietes!" „Jetzt ist es vorbei!", sagte Arkhallaree und schloss die Augen. Im Nächsten Augenblick wurde es dunkel auf der Brücke. Hitze und Erschütterungen heftigster Art folgten und Arkhallaree wurde von den Hufen gerissen und Elektrizität kroch ihm über die Haut. Und dann nichts mehr. „Wir leben noch.", stellte einer der Unggoy fest. „Schadensbericht!" „Schaden nicht einsehbar, wir haben nicht einmal genug Energie um eine Konsole am Laufen zu halten. Ich vermute sie haben unsere Elektronik fast vollständig vernichtet, aber den Reaktor nicht erwischt, sonst wären wir vollkommen geistig!", hörte Arkhallaree die Stimme seines Vertreters Vershearomee. „Exzellenz.", Quäkte einer der Unggoy, „Ist der Reaktorraum nicht speziell für einen solchen Fall abgeschirmt?" „Exzellenz, der Unggoy hat Recht! Der Reaktorraum müsste noch Energie haben, selbst wenn alle anderen Leitungen kollabiert sind!" „Gut. Versuche eine intakte Plasmaklinge und eine Lampe aufzutreiben!" Wenige Minuten später waren sie Marschbereit. Arkhallaree hatte mit seinem rudimentären Verstehen der Technik seine eigene Rüstung wieder instandgesetzt und seinen Helm genommen. Ausgestattet mit drei Energieklingen gingen die beiden Sangheili begleitet von dem Dutzend ausgebildeter Unggoy von der Brücke und öffneten das Schott mit roher Gewalt, wo auch immer sich ihnen etwas in Form eines Schotts oder einer der versagenden Autotüren entgegellte. Arkhallaree sah einige Unggoy-Leichen, bei denen offensichtlich das Atmungssystem der Rüstung ausfallen war. Arme Wesen. Doch Arkhallaree durfte sich das Aufflammen des Mitleids nicht leisten. Es dauerte eine Ewigkeit, bis die Truppe eine Hauptröhre des Schiffs erreichte an der Arkhallaree's Atmosphäremsensor anschlug. Allesamt testeten sie ihre Rüstungen auf Löcher oder atmosphärenlecks. Und gingen schließlich weiter. Die Sektion war eine lange Wartungsröhre die nahe an die Reaktorsektion heranführte und im Zentrum des Schiffes lag. Der Gang war wie Ausgestorben. Je weiter sie hindurchliefen, desto mulmiger wurde Arkhallaree, bis er schließlich auf der Rechten Seite einen etwa 100 Einheiten langen, durchgehenden Riss auf der linken Seit der Röhre sah. Direkt dahinter klaffte das nackte Vakuum. Als Arkhallaree hindurchsah, sah er, dass ein gutes Drittel des Schiffes, 75% der rechten Flanke des Schiffes vollkommen vernichtet worden war. Dieses Seltsame Schiff war mit bloßem Auge zu sehen und trieb jedoch in Ausreichender Entfernung durchs All. Arkhallaree riss sich los und wenig später hatten sie die Schleuse erreicht, an der es wieder Energie gab. Als sie durch das Schott gingen, trafen sie auf Unggoy und Sangheili, die immernoch lebten und Intakte Rüstungen hatten. Sie wurden in den erleuchteten Reaktortrakt geführt. Die Analyse folgte, die Schäden waren so gewaltigt, dass das Schiff vermutlich ohne ernsthafte überholung nicht Kampffähig war. Die Antriebe gaben ein Maximum von 7% her und die Reaktoren hatten ebenfalls genug Schaden genommen, um die Aufladezeit für die Slipspacematrix auf mehrere Zyklen heraufzutreiben. Auf die Frage, wie es mit den Schilden und Waffen aussah, fragte der Chefingeneur, ob Arkhallaree keine besseren Witze kannte. Sie steckten also fest ohne Ausweg fest. Es war eindeutig schlimmer als bei der Explosion gestorben zu sein... Kapitel 27 Teil 5 ZEITPUNKT UNBEKANNT Omicron Ursae System Heart of Abyss Brücke Jetzt

Rodriguez schälte sich aus dem aufgequollenen Schutzgel des Sessels, in dem er grade noch gelegen hatte. Er fiel, spürte jedoch keinen Aufschlag. Das lies nur einen einzigen Schluss zu. „Abyss?" „Ich bin hier." Die Stimme der KI klang schrecklich verzerrt. „Was ist passiert?" „Die Überlastungssicherungen sind nacheinander durch den EMP zerstört worden. Danach haben meine Akustischen Systeme Schaden genommen, ebenso wie das Gravitationssystem, die Schildgeneratoren, die Waffen und ein Dutzend anderer Systeme. Die Computer und die Triebwerke sind einzig und allein unbeschädigt geblieben." „Scheiße!" Rodriguez hätte am liebsten ausgespuckt, besann sich jedoch wieder. Neben seinem Kopf schwebte eine halb zerdrückte Schachtel Zigaretten vorbei. Seine Zigaretten. Er griff zu und entzündete eine. Erst als er den dritten oder vierten Zug genommen und wieder ausgeblasen hatte begann er sich besser zu fühlen. „Wie lange wird das mit dem Nanoreparatursystem dauern?" „Sechzehn Stunden. Es muss außer der Elektronik nichts ersetzt werden." „Wie sieht es mit den Schiffen im Hangar aus?" „Keine Schäden genommen, die Schiffe waren zum Zeitpunkt des EMP nicht aktiv." „Sonst irgendwelche Verluste?" „Keine. Collonel Sherman hat vorausschauenderweise das Lebenserhaltungssystem sowohl in der Abyss als auch in den Mikrokosmen der Unggoy vielfach mehr gesichert." „Das ist gut." „Nicht gut!", Johannesen Fluchte, schälte sich aus der Gelschicht ihres Sitzes, löste den Gurt und entschwebte dessen Umklammerung. „Wer hat diese Sitze so konzipiert, dass sie einen im Falle eines Falles – der eben übrigens nicht eingetreten ist – einen halb erdrücken und gefesselt halten?" „Die Navy- Ingeneure.", sagte Rodriguez trocken." Sie sah zu Rodriguez hinüber. „Wo sind die anderen?" „Die sind in exakt derselben Lage, in der du selbst auch eben gesteckt hast." Rodriguez' aussage wurde im selben Moment von einem gedämpften Röcheln aus einem der Sitze unterstrichen. Sie blickte neidisch auf seine brennende Zigarette. „Kann ich eine abhaben?" „Fang bloß nicht damit an, Mädchen!", sagte er augenzwinkernd. „Na gut." Es gab ein scharfes knacken von einer Mischung aus Kunststoff und dünnen Metall, die durch Gewalteinwirkung zerbrach, gemischt mit einer Schimpftirade erster Güte, aus dem Inhalt des Sessels. Einer der Sitze der Brücke löste sich vom Boden, riss in zwei Teile und Vince kämpfte sich frei. „Erschießen ist noch viel zu gut für die Leute, die sowas konzipieren!",grummelte Vince, während er in Richtung der anderen beiden schwebte. Von Seans Sitz hörte man wie sich ein Messer durch die Gelschicht des Seesels arbeitete und von Tinxs Seite hörte es sich so an, als würde der Sessel von seinem inneren heraus an bestimmten stellen fachmännisch demontiert werden und Haverson gab kein Geräusch von kam zum Vorschein, Tinx kurz danach. Beide bewegten sich erfahren im Gravitationslosen Raum zu den anderen beiden hin. „Ich habs gehört", sagte Sean. Tinx nickte. „Eigentlich sollten die Nanobots die selbstreparatur anfangen." „Müssten sie, hätten sie, Tactical Commander Sherman nicht festgelegt, dass man ihre Autorisierung oder die des Captains für diese Dinger braucht." „Dann schwatz nicht lange rum und mach hinne!", entfuhr es Tinx. „Wird gemacht." „Wie sieht es mit dem Allianzschiff aus?" „Es ist immernoch da, allerdings kritisch beschädigt." „Dann will ich, dass du die Waffen lädst und es ein- für allemal wegpustest!" „Die Bordwaffen sind defekt." Sean verzog das Gesicht. „Haben wir andere Optionen?" „Allerdings.", sagte Abyss. „Nur diese sind unkonventionell." „Sag schon!" „Sie hatten dieses System ja neben seiner Befestigung hauptsächlich wegen seiner Forschungsbasis in dem Asteroidengürtel ausgewählt, dass bis jetzt nicht unter Feuer genommen wurde, liege ich da falsch?" „Nein, weiter!" „Die Triebwerke und Reaktoren des Allianzschiffes sind noch funktionstüchtig, also könnte man es mit den entsprechenden Steuerungssubroutinen in eine Bombe verwandeln und mit der Basis kollidieren lassen." „Werden wir nicht dann auch noch Schaden nehmen?" „Negativ, dank ihrer kleinen „Auszeit" und der Tatsache dass die Scanner intakt geblieben sind, konnte ich das Schiff eingehend scannen und bin zu dem Schluss gekommen, dass es nur den Asteroiden bei lokaler Detonation zerstören wird." „Und was ist daran unkonventionell?" „Dazu komme ich noch. Ich habe bereits versucht auf die Computersysteme des Schiffes zugriff zu erhalten, musste jedoch feststellen, dass was nicht zerstört wurde sämtlichen Kommunikationsnetzen abgetrennt wurde." „Also bleibt nur ein lokaler Zugriff auf das Zentrum des Versorgungsnetzes." „Richtig." „Also müssen wir dort hinüber und uns durch das Schiff schlagen?" „Eine andere Option bleibt ihnen nicht, es sei denn, sie möchten die Basis mit den Jägern und Korvetten binnen der nächsten drei Tage zerstören, unter Zeit- und Energieaufwand. Dasselbe gilt für das Schiff." „Schön, aber das ist absoluter Selbstmord!" „Können wir denn keine Nuklearwaffen verschießen?" „Nein.", fiel Tinx ein. „Die hat der EMP mit Sicherheit erwischt und den Zünder und die Steuerung erwischt. Die Dinger zu verschießen hat ähnlich viel sinn wie mit Steinen zu werfen. Abyss hat Recht." „Aber es ist trotzdem Selbstmord!" „Mit der richtigen Ausrüstung nicht." „Großartig, aber wie sollen wir an das Zeug rankommen wenn wir nicht einmal Schwerkraft haben? Und wahrscheinlich hat der EMP dass dann noch erwischt." „Abyss? Priorität auf die Reparatur des Gravitationssystems setzen!" „Erledigt. Zeit bis zur Fertigstellung 4 Minuten 39 Sekunden." „Dann zweige mir 2% der verfügbaren Assembler auf meinen Equipment Pod ab und gib mir die Scanndaten des Feindschiffes!" „Wird erledigt."Ohne Wahnung setzte die Schwerkraft wieder ein und jeder Vertreter der Besatzung fiel zu Boden. Eine Fluchtirade fing an, und die Besatzung der Abyss teilte sich auf um nach intakter Ausrüstung zu Suchen, Tinx ging in den Maschinenraum und Sean blieb auf der Brücke.

Arkhallaree entspannte sich einen Moment lang. Er musste nachdenken. Sie waren hier allein, gefangen durch seinen eignen Übermut: er hatte den Befehl erteilt nach der Unantastbare Transzendenz keine Schiffe mehr nachzuschicken, das Kommunikationssystem war vollkommen zerstört, das Schiff hatte weder Schilde noch Waffen und der Antrieb flog bei mehr als 8% in Stücke. „Und die Slipspacematrix?" Der leitende Ingeneur blickte ihn an. „Deren Haupteinstellung ist durch den Elektromagnetischen Puls der Menschlichen Nuklearwaffe und deren Strahlung volllkommen vernichtet worden. Theoretisch funktioniert das Ding immernoch, allerdings werden wir, wenn wir den Sprungbefehl geben keine Chance haben den Sprung zu lenken. So wie es im Moment aussieht werden wir mit dem massereichsten Objekt der nächsten 100 Lichtjahre kollidieren. Nebenbei ist es unsicher, wie die Matrix reagiert, wenn wir die notwendige Menge an Energie hineinleiten. Exzellenz, was sind eure Befehle?" „Versuchen sie ein Kommunikationsystem zum Laufen zu bringen! Und reaparieren sie den Antrieb!" „Weitere Instruktionen?" „Keine an sie direkt aber sammeln sie alle Leute, die intakte Druckrüstungen haben. Wir müssen an Versorgungsgüter herankommen: Lebensmittel, Wasser, nach Möglichkeit auch Waffen, Munition und Batterien." „Wird erledigt, Exzellenz."

Es gab einen heftigen Ruck und plötzlich waren die Sterne wieder zu sehen. Paladin hechtete zum Kommunikationsterminal. Ein Kanal zu Crushhead wurde aufgebaut und als er sich öffnete, wuchs Paladins Unwohlsein. „Warum stoppen wir hier? Wir sind noch nicht im solaren System!" „Wir haben die taktische Nachricht erhalten, dass die Allianz einen Sektor weiter Schiffe zusammenzieht und nicht mit einem Angriff rechnet." „Du meinst, wir sollen mit unserer Vereinigten Flotte den ahnungslosen Allianzlern in die Flanke fallen und dann weiter zur Erde ziehen?" „Du hast es erfasst." „Das ist Wahnsinn! Je nachdem wie viele Schiffe die sammeln, können wir sie entweder mit links erledigen oder Schäden anrichten und dann ins Graß beißen!" „Ich bin mir dessen bewusst, aber solange die Gefahr besteht, dass die Erde von einer absoluten Übermacht angegriffen wird und die Operation BLACK DIAMOND noch keine Wirkung zeigt müssen wir der Allianz an jeder Front die Stirn bieten und sei es auch nur um Zeit zu schinden. Überleg einmal: eine Stunde reicht aus um ein Minenfeld zu legen, zwei um Nuklearwaffen in Stellung zu bringen, drei um eine Flotte in Verteidigungsposition zu bringen, sechs um ein beschädigtes Schiff gefechtsbereit zu machen, zwölf um Verteidigungsplattformen in den Orbit zu schießen, Achtzehn um zivile Schiffe aufzurüsten und achtundvierzig um Schiffe aus anderen Systemen zusammenzuziehen." „Du meinst wir sollen Guerilliakampf auf Zeit spielen?" „Allerdings! Das ist was wir am besten können!" „Aber keine Schlacht dauert achtundvierzig Stunden!" „Da hast du allerdings Recht, aber wenn wir genug Schäden anrichten werden die Allianzler die doppelte Zeit brauchen um die Ordnung wiederherzustellen!" „Also gut." „Dann bleibt als Angriffsgruppen zusammen und nehmt die von mir und Rafterran markierten Ziele ins Visier. Macht euch jetzt kampfbereit!" „Wird erledigt." Crushheads Gesicht erlosch vom Bildschirm und Paladin straffte sich. Dann gab er taktischen Alarm.

„Das sind alle Raumanzüge, die ich auftreiben konnte." Vince zeigte auf ein Dutzend von Raumanzügen wie Techniker sie nutzten – ungepanzert und zu langsam für ein Gefecht. „Haben wir wirklich keine Gefechtsraumanzüge?" „Wenn wir welche hätten, lägen sie jetzt hier." „Scheiße." „Worauf du einen lassen kannst, Tinx." „Dann werde ich diese Dinger in Wandlermaterie auflösen lassen und Kampfraumanzüge bauen lassen." „Okay." „Pack mal mit an." Zusammen wuchteten sie den Stapel Raumanzüge vor den Creation Pod, öffneten die Luke und warfen sie hinein. Durch die hohe Konzentration an Nanomaschinen wurde jegliche Materie, die nicht grade organischen Ursprunges war in ihre Einzelteile aufgespalten und zur Weiterverarbeitung bereitgestellt und so lösten sie sich binnen von Sekunden auf, bis nur noch der dichte silberne Nebel im Pod geblieben war. „Was meinst du, Vince, wie sollte die optimale Panzerung aussehen?" „Auf jeden Fall stärkere Schilde als wir sie bis jetzt benutzt haben. Und eine Energie- und Plasmaresistente Panzerung." „Eigener Mini-Reaktor?" „Gute Idee! Ein starker Antrieb fehlt auch noch." „Ich glaube ich sollte auch ein bisschen Nanomaterie einpacken, die dafür sorgt, dass man in dem Fall, dass man im Raum treibt nicht an der Kälte oder Sauerstoff- und Wassermangel stirbt." „Und wenn du grade dabei bist, ein Nährlösungs- Injektor muss dann auch noch da rein." „Gute Idee, und eine eigenzuschießbare Dosis an Cherobin." „Auch nicht schlecht." „Zieloptik, Kommunikationssysteme, Biosensoren und ich glaube wir sollten hydraulische Verstärker wie in den Exoskeletten nutzen!" „Auch eine geile Idee." „Soviel zur Panzerung, es wird noch ein Weilchen dauern, bis die repliziert ist. Ich glaube so lange sollten wir Waffen bauen." „Und wofür?" „Spezialisierte Waffen für den Kampf im Vakuum und in Atmosphäre." „Du meinst als Vakuumwaffen Waffen, die feindlichen Schilde ignorieren und die Panzerung durchdringen?" „Sowas in der Art wäre nicht schlecht." „Und die Optimierten Waffen von letztem Mal in der anderen Kategorie?" „So können wir das machen." „Wie wäre es mit anderer Ausrüstung, die wir noch zusammenbasteln können?" Tinx' Finger tanzten symbolisch durch die Luft. „Dann sollten wir uns mal was einfallen lassen!"

Kapitel 27 Teil 6

ZEITPUNKT UNBEKANNT

Omicron Ursae System

Necessary Evil

Jetzt

Sean lies zum zehnten Mal das Diagnoseprogramm für die Panzerung laufen. Wieder nichts. Alle Systeme liefen perfekt. Routinemäßig klopte er seinen Körper ab, wobei ihm etwas gegen die rechte Niere drückte. Er verfluchte sich selbst dafür, dass er seine Jacke nicht ausgezogen hatte, bevor er sich von Tinx in die Panzerung hatte einsperren lassen. Irgendetwas in der rechten Tasche war da noch, er konnte nur nicht erfühlen was. Es war egal. „Alle Mann da?" Sean blickte die Bank innerhalb des modifizierten Longsword entlang: Haverson, Johannesen, Vince, Tinx, Shoromee, Tyormee, Walker und Zwei seiner Marines, allesamt in die Sperrigen aber dynamischen Rüstungen gehüllt, die Tinx zusammengezaubert hatte, behangen mit Waffen die speziell auf jeden einzelnen zugeschnitten und mit intelligenter Munition und Munitionsreplikatoren bestückt waren. „Ja, wir sind vollzählig." „Dann wollen wir mal." Sean spürte nur, wie die Schleuse zum Cockpit druckversiegelt wurde und wie sich sein Magen hob. Rodriguez hatte das Schwerkraftsystem ausgeschaltet um mehr Geschwindigkeit erreichen zu können. Kollektiv und ohne Befehl legte die Truppe ihre Helme an und lies die Selbstdiagnose der Rüstung einige Male nacheinander laufen. Alles schien okay. Sie lehnten sich zurück und schienen sich zu entspannen, doch in ihren Helmen beteten sie stumm.

Rodriguez flog getarnt doch schnell genug. Sein Ziel war direkt vor Augen, dennoch würde es ein Weilchen dauern. Er zog an dem Rest seiner Zigarre und drückte sie danach aus. Dann wandte er sich an Yee. „Schon einen Abladepunkt gefunden?" „Zwischen den Decks in der hinteren Mittelsektion des Schiffes, zum Reaktor hin." „Akzeptabel." „Dann würde ich sagen, gib mal die Volle Triebwerksleistung!"

Arkhallaree blickte die magere Ausbeute die die Suchteams gemacht hatten an. „Das ist alles?" „Leider ja, Exzellenz, das Waffenlager und das Versorgungsdepot wurden vollkommen vernichtet.", sagte der Anfüherer des ersten Teams. „Das Drohnensystem wurde ebenso heimgesucht, Exzellenz. Wir sind vollkommen isoliert.", sagte der andere Anführer. „Was sagt der Reaktor?" „Stabil.", kam die Antwort des Ingeneurs, „Ebenso haben wir einen noch nicht zerstörten Plasmageschützturm entdeckt." „Wie sieht es mit dem Hangar aus?" „Vernichtet." Arkhallaree langte nach einem der Plasmagewehre. Und hielt es hoch." „Wunderbar, dann fliegen sie uns binnen der nächsten dreißig Zyklen an dieses Schiff heran und zwar nah genug, dass wir diese Dinger hier feuern können!"

„Wir müssen euch hier auswerfen, näher kommen wir mit der Evil nicht heran." „Gut, halten sie Stellung bis wir ein Signal absetzen!" Die Heckklappe der Necessary Evil öffnete sich und entlies das Team in die Schwärze des Alls. „Einstiegspunkt ist markiert!" Die Gruppe verteilte sich im All, checkte ihre Waffen und zündete dann die Triebwerke, die in die Rüstungen integriert waren. Direkt vor ihnen erhob sich ein Anblick der mit „Atemberaubend" und „Furchteinflößend" ebenso gut zu beschreiben war wie mit „Trügerisch inaktiv" und „Omengleich still". Die Flanke des Schiffes war aufgerissen und man sah ins Innere der Decks, aus denen Leichen, und Reste von selbigen, geschmolzenes und direkt nach der Schmelze erstarrtes Metall, Verstrebungen und Zerrissenes Innenleben des Schiffs im allgemeinen ihnen einen Gespenstischen Blick entgegen warfen. Je näher sie in diesen ewig scheinenden, stummen Zehn Minuten dem Punkt kamen, desto mehr Details wurden aus dem Gesamtbild Sichtbar und desto mehr des ehemals Inneren schwebte ihnen entgegen. Den grausigsten Anblick bot die Leiche eines Allianzlers, vielleicht eines Sangheili, die Hautlos ihnen entgegentrieb, durch den Augenblick der Explosion gehäutet und dessen Körperflüssigkeiten wenn sie nicht – wie seine Augen – verbrannt waren in der Kälte des Raumes auskristallisiert waren und sich nun wie eine Aura um ihn kreisten und das Licht der fernen Sterne auf eine derart morbid schöne Weise reflektierten, dass Vince ernsthaft daran dachte, seinen Dienst zu Quittieren, weil er sich für den Tod des Kriegers, dessen Reste nun dieses wunderschöne und gleichzeitig widerwärtige Kunstwerk boten, verantwortlich fühlte. Er schüttelte es ab und erreichte die intakte Schleuse am hinteren Ende des Kraters im Schiff als erster. Dann versammelte sich das Team und legte einen Sprengsatz. Es gab kein Geräusch, als die Druckschleuse ins innere des Schiffes getrieben wurde und nur einen entfernten Hall in der restlichen Atmosphäre, als die in selbiger lebenden Allianzler von speziell konzipierten Waffen durchlöchert wurden, bevor die ins Vakuum flüchtenden Gase ihre Leichen mit sich Rissen. Handzeichen dominierten und binnen weniger Sekunden standen sie vor dem nächsten Schott...

Ein Alarmsignal ertönte. „Was ist das?", fuhr Arkhallaree herum. „Das ist der Atmosphären- Alarm, Exzellenz! Wir verlieren an einer Stelle konstant Atmosphäre im kritischen Maße." „Sofort bewaffnen!" Arkhallaree hatte schnell erkannt was passiert war. Wenn dieser Alarmton während der Detonation nicht genutzt worden war, dann musste – wem auch immer dieses Schiff gehörte – eine der Versorgungsleitungen beschädigt haben. „Komplettiert eure Rüstungen und nehmt alle intakten Waffen und alles was ihr noch als Waffe verwenden könnt!" Arkhallaree langte nach zwei Plasmagewehren und legte sein Partikelschwert in den Gürtel. Die restlichen Überlebenden griffen nach allem möglichen, dass herumlag und sich als Waffe missbrauchen lies.

„Dieses Terminal hat sich auch in den Arsch verabschiedet." „Also müssen wir in den Reaktorraum." „Also los." Das Team ging durch verlassene und luftleere Korridore bis zum nächsten Schott. „Verrammelt.", sagte Haverson. Shoromee warf sich wuchtig und mit allem was die Rüstung an Gewicht zu bieten hatte gegen das Schott, doch nichts passierte. „Was nun?" Walker trat vor, hängte sein Gewehr an den Gürtel, holte mit der Rechten aus und schlug zu. Seine geballte Faust durchdrang das Schott an einer Stelle und steckte fest. Der Schild seiner Rüstung flammte auf und Walker versuchte die Hand zurückzuziehen.

Es rumpelte gegen das Schott zum atmosphärensicheren Bereich und wenige Sekunden später schoss eine gepanzerte Hand hindurch und steckte fest. Die Soldaten reagierten sofort. Ein Sangheili, der mit nichts außer einer Metallverstrebung bewaffnet war, holte aus und schlug heftig auf die Hand ein. Die Unggoy, deren Waffen sich ebenfalls auf Werkzeuge und Trümmerstücke reduzierten taten dasselbe. Dann verschwand der Schild um die Hand und die Schläge schlugen Schrammen in die Panzerung. Dann verschwand die Hand. Siegessicher kamen die mit Feuerwaffen bestückten Männer und schossen durch die Öffnung, ohne etwas sehen zu können.

„Die stehen direkt dahinter. Einzeln haben wir da keine Chance." „Sollten wir einen Sprengsatz legen?" „Hab ‚ne viel bessere Idee." Haverson trat vor, nahm seine Plasmapistolen aus der Tasche und seine neuen Messer ebenso. Einen Handgriff später trug er zwei Plasmaklingen in der Hand. „Bitte zurücktreten!"

Raketen hämmerten auf das ein, was von der Schildlosen Fregatte nach dem Einschlag eines Voltreffers mit der PPK der Knuckleduster übrig geblieben war und entfachten ein Feuerwerk grausiger Schönheit. Die Taktik, die Rafterran und Crushhead zusammen ausgebrütetet hatten war genial: man schickte einen kleinen Jägerverband auf die weit verteilte, lagernde Flotte los und lies ihn bei maximaler Geschwindigkeit auf das Ziel, ein beliebiges Großschiff der Allianz feuern, brachte Sicherheitsabstand zwischen die Jäger und das Ziel, zog sich vorsichtig, das Schiff nach Achtern ins innere des Staubfeldes zurück und lockte die Schiffe einzeln in den Hinterhalt in dem die großen Schiffe der Flotte warteten. Durch die Staubwolke, die durch ihre Dichte die Kommunikation zwischen den Allianzlern extrem erschwerte ging die Taktik auf und die Fregatte war bereits Ziel Nummer acht in dieser Schlacht. „Team Beta hier, uns klebt ein Zerstörer am Arsch, macht euch feuerbereit! Sind in drei Minuten bei euch!" Crushhead reagierte gelassen. „Wird erledigt." Dann wurde die Leitung zwischen den Großschiffen geöffnet. „Gentlemen, wir brauchen ein ökonomisches Wirkungsfeuer für die artgerechte Entsorgung eines Allianzzerstörers in drei Minuten. Wenn es ihnen keine Umstände macht..." „Keinerlei.", sagte der alte Admiral mit einem gemeinen grinsen. „Ein weiteres Mal für uns ungefährliche Pyroeffekte der Herr."

Für einen Augenblick lang hasste Tinx sich selbst. Er und Vince rissen in Zeichensprache Witze über Haversons plötzlichen Aktionswillen, denn Vince war der einzige, der wusste, dass Tinx die Ausschüttung des Killercocktails aus Adrenalin, Cherobin und anderen Agressionshormonen bei Haversons Rüstung fernsteuern konnte. Das Widerlichste an der ganzen Situation war, dass jeder Allianzler, dessen Rüstung genug beschädigt war mehr oder weniger aus seiner Panzerung herausgerissen wurde, als das Vakuum sich plötzlich Platz im Inneren verschaffen konnte. Dann wahr es ruhig. Keiner aus dem Team feuerte mehr, dennoch waren die Gewehre am Anschlag. „Bewegungsmelder ist sauber, wir sind sicher hier." Augenblicklich wurde gegen die Magazine der HV-Gewehre geschnippt, die Tinx gebaut hatte und die Reproduktion von Explosivbolzen fortgesetzt. Tinx hatte die Idee seiner Pistole in Gewehrformat gebracht und mit einem einschlagszünder versehen. Die Geschosse die die unhandlichen Gewehre verschossen waren so konzipiert, dass sie mit der Wucht eines S2- Gewehres feuerten, durch ihre Dynamik und durschlagskraft Rüstungen durchschlugen und im Körper des Feindes explodierten. Selbst ein Scheusal – wobei Tinx lieber das Allianzwort Jiralhanae benutzte – würde maximal vier Schuss aushalten, bevor es zusammensackte. Und diese Anzahl von Geschossen war bei voreingestelltem Dreischussfeuer nicht einmal ein Problem.

Sie schritten durch das zerstörte Schott und erwarteten weitere Attacken. Shoromee ging vor. Er hatte sich mit der Architektur des Schiffes vertraut gemacht und gab Haverson nur dann und wann bescheid, wenn es ein Hindernis im Weg gab. Jeder im Team hatte das dumpfe Gefühl, dass die überlebenden Allianzler sich wesentlich dichter formierten nur um einen effektiven Widerstand auf die Beine zu stellen.

„Verteidigt den Reaktor um jeden Preis! Sichert die Druckschleuse am Eingang mit eurem Leben und stellt sicher, dass sie es nicht auch noch vernichten!" Keiner wagte es sich Arkhallaree zu widersprechen. „Bedient euch an den zerbombten Stellen mit Schlagwaffen! Wenn ihr das Glück habt, dass eure reguläre Bewaffnung noch intakt ist, dann nehmt es mit in die Schlacht! Die Sangheili rüsten sich mit den Schusswaffen, die hier herumliegen!" Die fünfunsiebzig Soldaten der niederen Rassen nickten. Sie packten Stangenverstrebungen und scharfkantige Abdeckungsteile und gingen in Position. „Wenn ihr auf sie stoßt, meldet euch direkt, wir werden sie einkreisen und von allen Seiten zuschlagen!" Die Wesen nickten zögerlich. „Jeder, der einen von ihnen umbringt wird als Held gefeiert! Macht euch bereit!" Die Niederen Soldaten bildeten Gruppen, zu denen dann bis an die Zähne bewaffnete Sangheili traten. „Macht keine Gefangenen!" Und sie gingen in Richtung Druckschleuse während Arkhallaree dafür fieberte, dass sie die Kreaturen besiegten.

Kapitel 27 Teil 7

ZEITPUNKT UNBEKANNT

Auf dem Festungschiff der Allianz

Omicron Ursae System

Jetzt

Sean zog sich eine halbe Sekunde zu langsam hinter die Ecke zurück und kassierte eine Menge feindliches Feuer. Sein Schild sackte um 53% ab. „Scheiße, das sind einfach zu viele!", sagte er über Funk. „Wenn wir Pech haben, werden wir gleich eingekesselt.", meinte Tinx. „Also Schutzkreis Bilden! Vince, du nimmst die deine HAMMERHEAD und jagst sie ihnen in den Gang!" Sean dankte Tinx innerlich, dass dieser an schweres Gerät in seinen Waffen gedacht hatte. So trug jeder von ihnen noch eine HAMMERHEAD- Rakete samt Werfer bei sich, die normalerweise zum Abfangen von anfliegenden Bombern und Jägern verwendet wurden. Die Sprengkraft dieser Dinger war so groß, wie die von 4 JACKHAMMER- Geschossen und somit auch für diese Mission interessant. „Gut, dann gebt mir Feuerschutz." „Auf Drei, Johannesen, du deckst den Gang in unserem Rücken!" „Gebongt." Gewehre wurden in Anschlag gebracht und Vince justierte die Abschussvorrichtung der HAMMERHEAD. „Bereit?" Alle nickten. „Eins. Zwei. DREI!" Blitzschnell schossen sie um die Ecke und gaben ein Konzentriertes Feuer von Zwei Sekunden Länge ab, dass die Menge der anrückenden Soldaten nicht verringerte, jedoch alle Aufmerksamkeit auf das Team lenkte, während Vince in Stellung ging und in alles Seelenruhe abdrückte, worauf die HAMMERHEAD auf einem Feuerschweif ihrem Ziel entegegen schoss. „DECKUNG!" Kollektiv sprang man in dem Sekundenbruchteil, der ihnen noch geblieben war zurück in den Eckgang, den sie grade eingenommen hatten. Dann hämmerte eine Erschütterung durch das Schiff und zwang sie in die Knie. „Problem gelöst." „Aber wir bekommen noch mehr.", sagte Shoromee, „Ganz gewiss!"

Sie rannten weiter, den Seitengang entlang zur nächsten Abzweigung, doch kurz bevor sie diese erreichten, leuchtete die Schottür auf und ein Dutzend Allianzler trat hindurch, darunter zwei Hunter und ein Jiralhanhae. „Krallt euch das Scheusal!" Ein Befehl, gejagt von einem Dutzend durchgezogener Abzüge, wurde das Vieh durchlöchert und durch die dutzenden einzelnen kleinen Explosionen in einen Haufen Fleischbatzen verwandelt. Doch eine Granate aus seinem Geschütz war das Scheusal noch losgeworden. Walker wurde getroffen, sein Schild brach zusammen, doch seine Rüstung bekam nur ein paar Kratzer ab. Die Allgemeine Konzentration auf das Schusal hatte den Huntern eine Feuerchance gegeben, die sie nutzten. Das eine Geschoss traf in die Mitte zwischen Tinx und Vince, ohne viel mehr Schaden anzurichten als ihnen 10% ihrer Schildenergie zu stehlen. Das Zweite traf Haverson in die Brust, fraß seinen Schild aus und wurde an der Panzerung gestreut ohne Schaden anzurichten. Haverson ignorierte das, denn er hatte sich diesmal aus eigenem Willen den Kriegscocktail in die Ader gejagt und seine Plasmaklingen gezückt. Der Eine Hunter stürzte ihm entgegen, den Schild als Nahkampfwaffe gesenkt um zuzuschlagen, doch als der eigentliche Schlag stattfinden sollte, fiel der Arm des Hunters, Samt Panzerung einfach zu Boden, vom Leib abgetrennt durch Haversons hoch fokussiertes Plasmaschwert. Sein anderes Schwert fuhr dem Hunter mit Wucht durch die Eingeweide und lies ihn als zerfallendes Bündel von Würmern zusammenstürzen. Den anderen Hunter trafen hochgeschwindigkeitsgeschoss e in die Abstrahlmündung seines Geschützes. Die folgende Explosion und das dadurch entfesselte Plasma verschlang den Hunter. Der Rest der Gruppe war nicht der Rede wert. „Immer gradeaus!", gab Shoromee über Funk zu verstehen, „Wenn wir uns beeilen kommen wir bis zum Maschienenraum durch, bevor die sich neu gruppieren können!" Und sie sprinteten weiter, Shoromee vorweg. Im Laufen hing dieser sein Gewehr über die Schulter und zog zwei HV- Maschinenpistolen heraus, beide mit Titan-Vanadiumklingen besetzt, handlich und feuerstark. Die eingebauten Exo-Hydraulikverstärker machten das Team so schnell, dass es mit Shoromee mühelos Schritt halten konnte. „Die Maschinenraumtür ist direkt voraus!", sagte Shoromee und deutete auf eine verrammelte Tür, vor der zwei schwarz gepanzerte Sangheili standen und nun ihre Waffen hoben. Doch sie kamen nur dazu einen einzigen Schuss auf Shoromee abzufeuern, denn dieser Schoss ihnen ein Trommelfeuer an winzigen, extrem schnellen Explosivgeschossen entgegen, dass beide nach hinten umwarf und zusammenbrechen lies. Shoromee stoppte vor der Tür nicht, sondern beschleunigte. Dann, zwei Meter vor der Tür sprang er ab. Das Gewicht, das sich durch die Rüstung nicht grade verringert hatte, seine Geschwindigkeit und die Wucht, mit der er abgesprungen war lies ihn mit den Hufen voran durch die Tür schießen und diese dabei aus den Angeln reißen. Shoromee zeigte das Verhalten, dass Haverson im Kampf mit mehreren Gegnern gezeigt hatte, wenn er zwei Waffen trug: Er feuerte mit jeder Waffe autonom auf unterschiedliche Ziele. Und dabei wich er geschickt aus, ohne einen Schuss aus den Zahlreichen Waffen abzubekommen, die im korvettengroßen Reaktorraum des Schiffes auf ihn gerichtet wurden. Das Restliche Team tat den anderen Teil, pirschte sich in den Raum und pflückte sich - während Shoromee, Haverson, Tinx und Tyormee die Lockvögel spielten und die Ziele in ihrer Reichweite erwischten – die anderen Ziele, die gefährlich werden konnten, jedoch für die vier nich zugänglich waren. „Tinx! Sieh zu, dass du eine intakte konsole erwischst, den Chip einlegst und den folgenden Prozess überwachst!" „Roger!" Tinx trennte sich von der Gruppe und rannte in eine gut gedeckte Ecke des gewaltigen Raumes. Nun zogen die Allianzler ihre Truppen zusammen, da sie ihre Verwirrung überwanden. „Jeder krallt sich nacheinander einen der Gänge, durch die die hier hereinkommen und jagt ‚ne HAMMERHEAD rein!", brüllte Sean, während er mit einzelnen, aber zahlreichen und gezielten Schüssen Grunts ausschaltete. Johannesen machte den Anfang und jagte einen der Hauptgänge vernichtete. Die drei Lockvögel jagten – jeder mit seinem eignen, aberwitzigen Tanz aus effektivem Zielen auf eine Masse and Zielen und Ausweichen von ebensovielen Geschossen beschäftigt, dennoch erwischten sie weitere Ziele. „Wie weit, Tinx?" „17%!" Seans nächster tödlicher Schuss erledigte einen Hunter über ihnen, doch das unbarmherzige Trommelfeuer hämmerte weiter ihnen engegen...

Arkhallaree packte seine beiden Partikelschwerter und schwang sich von der Gallerie, einem der aberwitzig tanzenden Gepanzerten engegen. Er kam auf, rollte sich ab, holte mit beiden Händen zu einem wuchtigen Kreuzhieb aus und stürmte los. Das Ziel sah ihn, hängte sein Gewehr über seine Schulter und zog zwei seltsame Objekte heraus, die Arkhallaree nicht genau identifizieren konnte. Der Sangheili sprang ab, schlug zu... und blieb mit seiner Attacke hängen. Unmöglich! Nichts konnte ein Partikelschwert aufhalten, außer... Die beiden Objekte des gepanzerten waren in eine starke Aura aus konzentriertem Plasma gehüllt und hatten seine Schwerter gestoppt. Ein Augenblick des Stillstandes. Dann wurde auf brutale Weise gekämpft. Zwischen den beiden Kontrahenten flimmerte die Luft von elektrischen Entladungen, jedes Mal, wenn sich die Waffen trafen. Beide waren schnell. Eine Pattsituation entstand in jeder Sekunde aufs Neue, da beide ihrer gemeinsten Manöver ausführten und dennoch vom jeweils Anderen gestoppt wurden. Ein Gegner, der ihm, Arkhallaree würdig war!

„Tinx?" „36%" „Ab 50% ist es nicht mehr aufzuhalten! Sobald das Ding 50 erreicht, hauen wir hier ab!" „Wunderbar!" Sean Schoss einem weiteren Allianzler in den Kopf, ging in Deckung, als Vince mithilfe der Rüstung eine Granate auf die höchste Gallerie schleuderte. Die Reste der Gallerie sausten wenig später dem Boden entgegen. „Vince, mach das Abschiedsgeschenk bereit! Nur Rauchgranaten und Flashbangs!" „Bestätigt."

Haverson duckte sich weg und gab dem Sangheili einen weiteren, heftigen Hieb auf Brusthöhe, den dieser sauber abfing. „50%!", sagte Tinx über Funk. „Erst die Schützen zurückziehen, dann die Lockvögel!" Haverson blockte ein Dutzend wahnsinnig schneller Angriffe des Sangheili, der durch Aggression die Oberhand zu gewinnen versuchte. „Wir sind draußen!", kam dann Seans Funkspruch. „Seht zu, dass ihr aus der Halle kommt und gebt Vince dann bescheid!" Was hatte Shoromee, noch über verletzliche Stellen bei Sangheili gesagt? Die unteren Mandiblen! Haverson lies sein rechtes Messer fallen und seine Faust zuschießen. Der Sangheili zuckte zurück und Haverson rannte, sah neben sich Tyormee, Shoromee und Tinx, sah sie alle die Tür ansteuern und folgte ihnen. Dann waren sie durch. „ZÜNDEN!" Durch die zerstörte Tür sahen sie einen flammend hellen Blitz und eine Rauchwolke von innen kommen. „Werft eure Gewehre ab, nehmt eure Handfeuerwaffen und folgt mir!", donnerte Shoromee und die Lockvögel folgten ihm. Eine Ecke weiter holten sie den Rest des Teams ein und sprinteten weiter. Was immer ihnen in den Weg kam wurde von ihnen mit winzigen Explosivkugeln durchlöchert. „Rodriguez, komm an den Punkt, an dem wir reingegangen sind!" „Roger, ich kann aber nur maximal bis auf 100 Meter ‚ran kommen, sonst reißt mich das Schiff auf seiner letzten Fahrt mit!"

Arkhallaree überwand den Blitz, hob seine Waffen und folgte der Leichenspur. Er war alleine, doch das machte keinen Unterschied mehr. Er würde dieses Bastarde bis in die Hölle und zurück jagen.

Das Bündnis-Team erreichte den Eingang. „Ab jetzt müssen wir in kleinen Teams, weiter!" „Dann gehen ich zuletzt!", sagte Sean. „Ich auch.", sagte Vince. „Wir geben euch Rückendeckung!" Jeder von beiden hob seine Pistole. Tinx und Johannesen waren die ersten. Sie stießen sich ins Vakuum ab und gaben Schub. „Überlastungsabfolge initialisiert!", sagte Abyss' Stimme in Seans Ohr. „Sehen sie zu, dass sie dort hinaus kommen, denn das wird richtig unangenehm! Die beiden Sangheili sprangen, danach Walker und einer seiner Mitsoldaten. In den gang kam der Sangheili geschossen, mit dem Haverson gerungen hatte, er sah die letzten vier, setzte zum Sprung an, wurde von einer weiteren Wolke von ausströmender Atmosphäre getragen und sprang schließlich. Haverson nahm sein verbliebenes Messer und Blockte den Sprung in der Luft ab. Haverson wurde ins All geschleudert, doch der Sangheili blieb hängen. Genau vor Seans Lauf. Er drückte ab und fühle in dem Moment, da er den Abzug betätigte einen große Befriedigung. Der Schuss hallte nach im Rest von atmosphäre der geblieben war. „Alles Okay, Haverson?" „Ja, ich bin Okay. Begebe mich zur Evil!" Die anderen beiden von Walkers Kameraden sprangen. Dann sprangen auch Sean und Vince. Doch anstatt nach dem Sprung den Antrieb zu zünden, fand das nicht statt. „SCHEIßE!", rief Vince verzweifelt über Funk, während er unkontrolliert auf das Schiff zurückfiel. „MEIN ANTRIEB ZÜNDET NICHT!" Sean reagierte blitzschnell und steuert auf den stürzenden Vince zu. Er erreichte ihn und packte seinen Arm. „HAB DICH!" Doch im selben Moment realisierte Sean, dass sie beide verloren waren: sie waren bereits im Schwerkraftsfeld des Asteroiden. Die Triebwerke des Anzugs mochten ausreichen um dem engegen zu wirken, doch nicht, wenn Vince keine Triebwerke hatte. „Ich lass dich nicht alleine verrecken!" Der Asteroid kam näher, Seine Zerfurchten Krater schienen Sean für eine Sekunde wie ein hässliches grinsen. Als würde der Tod sagen: „Schön gespielt, doch nicht gut genug." Er wollte zu Amy. Er wollte nicht hier sterben. Nicht beim Aufprall auf einen Asteroiden. Ich will einfach nur hier weg. „War schön mit dir, Vince." „Ich bereue nichts.", sagte Vince knapp. Dann bereiteten sie sich auf den Tod vor...

Doch sie waren nicht dazu bestimmt hier zu enden. Seans brennender Wunsch danach zu Amy zu kommen, erreichte auf dem Weg der Gehirnwellen schließlich das Objekt in seiner Jackentasche. Es war das zweite Artefakt der Blutsväter, das über den Nutzen des ersten vollkommen vergessen worden war. Das Artefakt, für das Raum keine Rolle spielte. Und es wurde aktiv. Einen Sekundenbruchteil wurde es schwarz vor den Augen von Sean und Vince. Dann fühlten sie sich für diesen Sekundenbruchteil extrem beschleunigt und zusammengepresst und als dieses Gefühl endete, landeten beide auf einem Metallrost und verloren das Bewusstsein. Das Rost war in ein Evakuierungsschiff montiert. In eines der Schiffe, das von Angel City geflohen war und einem neuen Planeten engegensteuerte. Der Krieg war bevor er entgültig enden würde für diese Beiden bereits vorbei.

Die Unantastbare Transzendenz hatte im Moment der Initalisierung der Überlastungsabfolge die Reaktoren auf ihr normales Maximum gepusht, was in dem Zustand in dem das Schiff war nicht lange durchzuhalten war. Die Fusionsbrennstoffbestände wurden in den Reaktor gepumpt und der Antrieb tat ein letztes Mal seinen Dienst indem er für wenige Sekunden auf 79% hochfuhr, das Schiff in den Gravitationsradius des Asteroiden brachte und dann den Geist aufgab. Von da an gab es kein Halten mehr, das Schiff stürzte brennend seinem Tod entgegen, schlug auf die Basis auf dem Asterodiden auf und wurde von der Leistung seiner eigenen Reaktoren vollkommen verschluckt. Doch einem einzigen Wesen war die Flucht von der Basis gelungen. Einem Wesen, dass das Schicksal des Krieges noch einmal entscheidend ändern würde...

Kapitel 28

Der nächste Schritt

„It's the calm before the storm, It's the quiet before the roar

It's the time when all will be decided, but nobody hears

the echoes on the wind..."

Ayreon, Internationales Progressive Rock/Metal Projekt, „The Sixth Extinction"

Datum Unbekannt

Omicron Ursae System

Heart of Abyss

Brücke

„Abyss, checke bitte noch einmal nach Lebenszeichen!" Die roten Augen der Schattengestalt von Abyss' Hologramm schienen einen Augenblick lang mit Widerstreben zu pulsieren. Dann verschwand das Widerstreben und Abyss' relativ stabiles und fein geschaffenes Hologramm wurde plötzlich von einer Masse roter und schwarzer Zahlen und mathematischen Symbolen ersetzt, die die Inkarnation der KI noch weiter dämonisierte. „Negativ. In diesem System gibt es nichts, außer uns. Und einer Hand voll Rettungskapseln, aber aus denen sind allesamt keine menschlichen Lebenszeichen zu empfangen." „Markiere sie und hol sie ein!" Tinx wandte sich der Crew zu, die die Brücke bevölkerte. „Haltung annehmen!" Allesamt nahmen sie Haltung an. „Wir haben uns hier versammelt um zweien unserer Waffenbrüder das letzte Geleit zu geben. Sean Redders und Jean Vince waren wertvolle Freunde und gute Soldaten, dem macht nicht einmal der Tod einen Abriss. Sie werden bei uns sein, in unseren Gedanken und in unseren Herzen. Sie werden uns bei unserer Aufgabe unterstützen. Nun ist es an uns dafür zu sorgen, dass sie die letzten beiden Marines sind, die in diesem Krieg fallen mussten. Wenn der Krieg vorüber ist und wir endlich die Waffen niederlegen können werden wir ihnen ein Denkmal setzen." Es war eine unglaublich formlose Trauerfeierlichkeit, denn niemand hier war in der Lage ihnen etwas angemessenes als Trauerbekundung zu bieten. Es war nur ein temporärer Abschied, ein wegschieben um nicht darüber die Aufgabe zu verlieren. Eine Minute lang dauerte die Stille nach Tinx' Worten. „Rühren und Weitermachen!", befahl Tinx. Die Crew entspannte sich. Haverson stellte die Frage, die ihm auf der Zunge brannte. „Wo sollen wir jetzt zuschlagen?" „Abyss, gib mir eine Taktische Karte des Allianzgebietes. Abyss' Hologramm verschwand und machte einer Sektorkarte Platz. „Abyss, Zoom vierhundert Prozent, Fokus unser Standort!" Das System und die Umliegenden Systeme kamen ins Bild, insgesamt sieben von der Allianz kontrollierte. „Da wir uns an der Grenze des Allianzgebietes befinden, würde ich sagen, dass die nächsten Gebiete hier keinen Sinn machen. Wir haben – zumindest kommt es mir so vor – alles was sie militärisch zu bieten hatten in diesem Bezirk bereits erledigt." „Also was nun?" „Wir müssen ein wenig zentraler, jedoch weiter weg von hier zuschlagen." „Und was genau?" „Garnichts davon.",schob Shoromee ein, „Alles was auf näher als diese Außensysteme ist, hat zwar keine Fusionsgeschütze, ist aber leichter und schneller erreichbar und hat mindestens die Doppelte Anzahl von Schiffen, wie wir sie hier bekämpft haben. Da sollte man sich nur mit einer kampfstarken Flotte...", doch Shoromee wurde unterbrochen, denn Abyss meldete die Ankunft einer neuen Nachricht. „Für wen?" „Einen Feldmeister Nori Shoromee." „Anzeigen!"

Von: Aristokrat Kono Shoromee

An: Feldmeister Nori Shoromee

/Dateianfang/

Nori, Ich habe gesehen, dass du mit den Menschen zusammenarbeitest. Es hat mich einen gewaltigen Aufwand gekostet dich zu suchen und eine Nachricht dort zu hinterlegen wo du sie finden kannst. Falls du diese Nachricht tatsächlich erhältst, bitte antworte so schnell du kannst.

/Dateiende/

„Keine Zeit verschwenden, Abyss! Sofort antworten!" „Womit?" „Ich bin hier, am Leben und wir haben den ersten Vorstoß geschafft. Des weiteren ist Kiro auf Halo gefallen. Sein Adjutant ist am Leben und bei uns. Wie ist die Situation? Bitte antworte ebenso schnell!" „Erledigt." Wenige Minuten später kam die Antwort.

/Dateianfang/

Ein sehr bedauerlicher Verlust, aber im Moment gibt es wichtigeres. Die Allianz steht kurz davor zu zerbrechen. Die Ketzerbewegung mag stark sein, doch sie braucht jemanden, an den sie glauben kann, jemanden der an der Front war und mit den Menschen gekämpft hat, mit anderen Worten, dich. Zusammen mit dieser Nachricht wirst du Koordinaten für ein Treffen erhalten. Nimm dir einen oder zwei Menschen mit, als Beweis und so viele Aufzeichnungen wie möglich mit.

/Dateiende/

„Und, Tactical Commander, habe ich ihre Erlaubnis?" Tinx nickte. „Gibt es hier zwei Freiwillige, die mit ihm gehen?" Yee und Rodriguez hoben die Hand. „Okay. Außerdem werden Tyormee und einige Unggoy mitgehen. Nehmen sie die Feather on the Wind, die zweite Korvette an Bord." Es wurde genickt. „Aber zurück zur taktischen Karte, Abyss?" Die Karte erschien wieder. „Fahren sie fort, Feldmeister!" Er deutete auf ein zentral in einem Asteroidengürtel liegendes System. „Leicht befestigt und die Staubwolke verhindert schnelle Kommunikation und von hier aus lassen sich Hinterhalte legen." „Wie weit entfernt?" „17 Stunden Slipspace." „Akzeptiert." „Abyss?" „Anwesend." „Lade eine Kopie von Koril in den Schiffscomputer der Feather on the Wind und füttere sie mit den notwendigen und angeforderten Daten. Mache das Schiff startbereit." „Wie lange noch, bis wir die Nanomaterie aus den Trümmern hier gesammelt haben und die Munitionsvorräte wieder voll sind?" „In etwa 4 Stunden 20 Minuten. Und bis die Korvette flugbereit ist?" „30 Minuten." „Wunderbar, dann alle mal an die Arbeit!"

Paladin war die ganze Situation von Anfang an suspekt gewesen, doch nun wusste er auch warum. Mit der Tarnkappe, die er der Fury of the Storm II durch das Reparatursystem hatte verpassen lassen, sammelte er Informationen über die Allianzschiffe in der Wolke und kam zu dem Ergebnis, dass die Allianz einzelne Schiffe in den Schredder der Menschen geschickt hatte, nur um davon abzulenken, dass sie Teams zusammenzog um die Staubwolke zu stürmen. „Vollast zurück zu unserer Flotte!" Die Fury ritt auf zwei blauen Feuerschweifen ins Innere der Staubwolke zurück. „Erreichen die Rufreichweite." „Prioritätskanal an Crushhead öffnen!" Die Leitung wurde geöffnet. „Ja?" „Hier Paladin, die Allianz sammelt Schiffe an verschiedenen Stellen außerhalb der Wolke, sieht aus als wollten sie uns einkeilen!" „Scheiße!" „Sensordaten werden übertragen." „Sofort die Sensordaten auf den taktischen Projektor!", donnerte Crushhead. Er blickte einen Moment lang vom Aufnahmegerät weg. „Alle Truppen, sofort zurück in Formation und Kurs auf den markierten Punkt nehmen!" Die Flotte zog ihre Formation zusammen und flog in Richtung des schwächsten Sammelpunktes der Allianz. Wenige Minuten später stachen Hunderte Schiffe unterschiedlichster Art aus der Staubwolke hervor und schossen die drei Fregatten, zwei Zerstörer und den Träger der Allianz Schrottreif, die an dieser Position gewartet hatten. „Formation halten und der Knuckleduster folgen!", donnerte Crushhead auf allen Kanälen, als as die Knuckleduster eine rasante Kurve bei voller Geschwindigkeit machte und auf den nächsten Sammelpunkt Kurs nahm, wobei man sich in der Staubwolke hielt. Auch an diesem Punkt wurde den Allianzlern das Überraschungsmoment zum schnellen Verhängnis. Angesichts der Übermacht blieb den Schiffen hier nicht einmal Zeit Ziele anzuvisieren. Als nach wenigen Sekunden nur noch sieben brennende Wracks übrig geblieben waren, wurde wieder in die Staubwolke abgetaucht. „Jetzt kommt der kritische Punkt, wir errichen die stärkste Sammlung!" ,sagte Crushhead. „Waffen geladen halten und sorgfältig zielen!" Die Flotte tauchte aus der Wolke auf und sah sich zwei Kreuzern, zwei Trägern, und einem halben Dutzend Fregatten gegenüber. Das würde nicht so schnell gehen. „Feuer auf die Großschiffe konzentrieren!" Der sonnenhell leuchtende Strahl der PPK verschlang die Schilde des einen Kreuzers, der daraufhin von konventionellen Geschossen, Raketen und Bomben abgewrackt wurde. Der eine Träger wurde von der überschweren MBK der Justicia's Will aufgerissen wie ein Stück aluminiumfolie, der zweite von einer Salve kleinerer MBKs durchlöchert und die Fregatten von den ebenso zahl- wie variationsreichen Geschützen der mittelgroßen Schiffe in Stücke geschossen. Einzig und allein der Kreuzer überlebte und zerschmolz zwei Fregatten der menschlichen Flotte mit Impulslasern, verschlang den Schild der Defiance mit seinem Energieprojektor und jagte ein Plasmatorpedo in eine überdurchschnittlich gut gepanzerte Stelle der Knuckleduster. Crushhead, durch den Einschlag von den Füßen gerissen kam wieder auf die Beine. „Sofort die Einschlagsstelle abriegeln und die Atmosphäre ablassen!" Der Kreuzer wurde direkt danach von einem Hagel aus Automatikkanonengeschossen, Raketen und Bomben dauerbombardiert und zerhackt. Die Flotte zog sich wieder zusammen, doch bevor wieder beschleunigt wurde, blitzte es dutzende Male und die Allianzschiffe aller Sammelpunkte erschienen und keilten die Flotte ein. Die dreißig Sekunden, die ein Allianzschiff nach dem Sprung ohne Energie war, wurden genutzt um Sechs Schiffe ins nichtsein zu befördern. Dann sammelte die Allianzflotte wieder Energie.

Kapitel 28 Teil 2

Zeitpunkt unbekannt

Omicron Ursae System

Heart of Abyss

Brücke

Jetzt

Tinx sah dem springenden Schiff mit gemischten Gefühlen hinterher. „Alle Mann auf standby bleiben. Abyss?" „Ich bin hier." „Kümmer' dich darum, dass wir wenn die Nanomaterie vollständig geladen ist der Sprung ausgeführt wird." „Roger." „Wie sieht es mit den Rettungskapseln aus?" „Die erste wurde bereits geöffnet, die Leichen entnommen und in Operationssaal beta 3 gebracht. Ich dachte mir, dass sie eine Obduktion vornehmen wollten." „Da liegst du richtig. Wollen wir bei den Allianzlern mal ein paar Biologisch abgestimmte Waffen erschaffen." Tinx nahm den Lift bis auf ebene Beta und ging zu dem Operationssaal. Wie angekündigt hatte man hier bereits die Leichen eines Sangheili und eines Unggoy von Rüstungen befreit und aufgebahrt. Tinx ging sofort an die Arbeit, und nahm sich den Sangheili zuerst vor. Bei der Öffnung sah er ein Dutzend Unterschiede zwischen dem Organischen System eines Sangheili und eines Menschen. Der Sangheili hatte zwei dreikammerige Herzen, vier über den Körper verteilte Lungensysteme, ein mindestens doppelt so starkes Skelett, zwei Mägen, dafür keine Leber und Keine Nieren. Als Ausgleich dafür war nur ein tumorartiges Organ in der Körpermitte vertreten. Außerdem hatte der Sangheili ein stärker vertretenes Gefäßsystem. Soweit so Interessant. Er lies den Sanheili von einem der Wartungsroboter auf eine fahrbare Trage legen. Er würde sich später mit diesem Kerl, seinem Kreislauf und seinen Rötgendaten beschäftigen, jetzt hatte der Unggoy vorrang. Dieses Kerlchen hatte stark kälteresistente Körperflüssigkeiten, ein Säugetierherz, einen Magen und einige Organe deren Zweck Tinx auf Speicherung und Wärmeproduktion schätzte. Außerdem war die Lunge zwar klein, aber durch ihr extrem verzweigtes Bronchialsystem wohl das effizienteste, was Tinx biologisch je zu Gesicht bekommen hatte. Auch den Unggoy lies er kaltstellen für spätere Zwecke. „Was ist die nächste Spezies, die wir da haben?" „Jackal, Jiralhanae und ein Lekgolo." „Dann schafft mir den Jackal hier hinein, während ihr den Hunter auspellt!" Wenig später kam ein Wartungsroboter mit einer Leiche herein, die bis zur Unkenntlichkeit verbrannt war. „Verdammt, ich wollte eine nutzbare Leiche haben, kein Stück Kohle! Vermutlich ist der hier nicht wie die anderen Beiden an einer geringen Überdosis Strahlung gestorben, sondern war Zündung der Nuklearwaffe so nahe dran, dass ihn Strahlung und Neutronenwelle so zugerichtet haben." „Das war auch das Ergebnis meiner Analyse." „Na schönen herzlichen Dank auch." ,grummelte Tinx. Wenige Minuten später brachte derselbe Wartungsroboter einen Haufen Würmer, die vielleicht ehemals mal Orangefarben gewesen waren, nun aber eine bläuliche Farbe angenommen hatte. „Abyss? Willst du mich verarschen? Ich habe die Leiche eines Hunter bestellt und kein Großfamilen Aal- Buffet!" „Das Ist die Leiche eines Hunters, oder zumindest das was davon übrig bleibt, wenn man einen erfrorenen Hunter aus seiner Rüstung pellt!" Tinx blickte auf die bläulichen Würmer in orangem, halbgefrorenem Blut. „So viel können die mir garnicht bezahlen, dass ich mir die hier auch noch vornehme! Abyss, mach deinen Bioscan, interpretiere die Daten und dann weg mit der mutierten Regenwurmkolonie aus den Tiefen der Hölle!" „Hab ich schon erledigt und die Viecher nur ihres Interesses wegen aufbewahrt." „Dann zack zack hinfort mit dem Gewürm!" Der Roboter kippte alles auf der Platte, die zum Transport gedient hatte in den Creation Pod. Die Sekunde, die das Zeug brauchte um zersetzt zu werden musste Tinx mit einem Blick in den Pod seinen gesamten Willen zusammennehmen um den aufkommenden Brechreiz zu kompensieren. „Na schönen herzlichen Dank auch, Abyss! Dann lass mal hören, was du noch so in den Rettungskapseln gefunden hast!" „Keine Jackals und keinen weiteren Hunter mehr, nur Sangheili und Unggoy." „Sofort diskret und lückenlos entsorgen!" „Und wir haben eine unidentifizierte Lebensform." „Sofort her damit!" Abyss' Abbild bildete sich direkt über ihm. „Es wird eine Weile dauern, bis wir da herankommen, die Elektronik der Kapsel wurde durch den EMP extrem beschädigt und sie ist speziell gepanzert." „Also werden wir sie knacken müssen." „Richtig." „Wie lange?" „Zwei Stunden." „Dann an die Arbeit!"

Seine MP suchte nach Zielen und fand schließlich eines. Ein Hüsteln später war der Grunt Geschichte, der eben noch panisch versucht hatte sich zu verstecken. Ein einziger in einem ganzen Heer von Soldaten, die die Allianz hierher geschickt hatte. Das hier mochte vor wenigen Wochen noch das Paradies gewesen sein, nun war es die realität gewordene Hölle. Es war eine verdammte Urwaldkugel, die auch zu allem Überfluss noch Regenzeit hatte, was ihnen jedoch sehr zu Pass kam, da der Regen sie besser tarnte. Sean, Vince und Drail schlossen auf. „Wo lang?" „Zum Kriesenherd.",sagte Drail überflüssigerweise, entsicherte seine S2 und Blickte über die vom Dschungel überwucherte Stadt. „Warum beim Henker mussten sie uns auf Ophelia III schicken?" „Weil kein anderer diesen Job übernehmen würde, nichtmal die Helljumper. Einen Guerilliakrieg im Urwald gegen einen mengenmäßig und technologisch überlegenen Feind musst du befehlen, da geht keiner freiwillig." „Aber wir sollen hier doch noch etwas anderes machen, oder?" „Richtig, wir sollen am Leben bleiben, nach Überlebenden- wenn es auf diesem Planeten überhaupt noch eine lebendige Seele gibt – suchen und bevor wir abziehen die Nuklearwaffe unter dem Sammelplatz der Allianz platzieren." „Wunderbar! Warum erschießt uns ONI nicht gleich, das wäre die sauberste Lösung und wir müssten uns am Ende nicht noch mit Malaria oder anderen ausgestorben geglaubten Dschungelkrankheiten herumschlagen." „Hör' auf zu maulen, Drail!" „Schnauze Vince!" Tinx nahm seinen Rucksack in die Hand, der für die Nuklearwaffe bestimmt war. „Ihr seit beide leise, oder ich löse das Problem sehr nachhaltig." Sean drehte sich um und sein Blick reichte um sie still werden zu lassen. „Also zurück zum Horchpunkt und von da aus Fallen basteln und Hinterhalte legen." Sie nickten und wollten grade in Richtung des Postens losschleichen, als ein gellendes Geräusch ertönte. „Das war ein Schrei.", sagte Vince. „Schlauberger.", sagte Sean genervt. „Drail, welche Richtung?" „Osten!" „Da sind doch nur noch die Ruinen. Ja, und unmengen Plätze um sich zu verstecken, also los!" Sie hasteten los und der Urwald überdeckte die Geräusche ihrer Schritte so sauber und gut, dass sie nicht aus Tarnungsgründen langsamer werden Schrei wurde mit jedem Schritt den sie machten lauter und deutlicher, denn er brach nicht ab. Es war der Schrei eines Kindes. Je näher sie der Position der Ruinenstadt kamen, desto vorsichtiger wurden sie. Schließlich konnten die durch die Bäume sehen, wie ein Kind - vielleicht sechs Jahre alt – von einem Elitekrieger gepackt in die Höhe gehalten und geschüttelt wurde. Daneben stand ein halbes Dutzend anderer Soldaten, Grunts und Jackals. Sean ballte symbolisch die Faust. Drail hob sein Gewehr, drückte ab und traf einen Grunt, wobei die Kugel diesen durchschlug und in dem hinter im stehenden Grunt zur Ruhe kam. Der Elite drehte sich zu seinem gefallenen Untergebenen um und verlor die Aufmerksamkeit. Diesen Moment brauchte es, sie aus dem Gebüsch feuern zu lassen und die restlichen Soldaten aufzuwischen, mit Ausnahme des Elitekriegers. Dieser nahm nun sein Plasmagewehr und hielt es dem Kind an den Kopf. Er drückte ab und...

Tinx schoss schweißgebadet hoch. Es dauerte einen Moment, bis sich die Emotionen wieder legten, doch schossen ihm dafür die Erinnerungen der gesamten Mission durch den Kopf. Ophelia III war zwei Monate lang umkämpft gewesen, einen Monat lang hatte er dort gekämpft. Als die Allianz sich schließlich dazu durchrang den gesamten Dschungel mit einer Übermacht zu stürmen und dies auf dem ganzen Planeten, weil sich auf dem ganzen Planeten Kriegsherde und Hinterhalte befunden hatten, hatte die Erde grünes Licht gegeben, Ophelia III mit Nuklearwaffen zu bombardieren und die Allianztruppen mitzunehmen, was tatsächlich passierte und einzigartig blieb. Dort wo zuvor Regen auf fruchtbaren Dschungel gefallen war, tobte nur noch der nukleare Winter in dem radioaktiven Grab, das der Planet geworden war. Ein Grab. Ein Grab für die Seelen all jener, die man nicht hatte bestatten können. Nun wurden diese um Jean Vince und Sean Redders reicher. Und er selbst, Tinx, war der einzige Überlebende der ursprünglichen Einheit. „Abyss? Wie lange habe ich geschlafen?" „Drei Stunden und 15 Minuten." „Fühlte sich weniger an. Ist das Wesen bereit zur Obduktion?" „Allerdings und das schneller als erwartet." Tinx streckte sich und legte seinen Waffengürtel wieder an. Dann schlich er gemächlich zum Terminal. „Abyss, woran lag es, dass wir die Panzerung vorher knacken konnten?" „Die Nanobots haben einen effizienten Weg gefunden die Moleküle der speziellen Panzerung aufzubrechen. Dabei habe ich Aufnahmen des Kapselinneren gemacht." „Auf mein Terminal." Ein Dutzend Bilder vom inneren der Ovalen Kapsel erschien, von der Zunächst ein quadratisches Hüllenelement entfernt worden war. „Meine Fresse.", murmelte Tinx, als im Inneren dutzende blutroter, mit den Wänden verbundener, hautloser Extremitäten, die im Inneren mit einer Kapsel von der Abmessung zweier hintereinander gestellrer Grunts von derselben Farbe verbunden waren. Bei der Sichtung der Bilder kam die Kapsel im Inneren aus verschiedenen Entfernungen und Winkeln vor. Dann kam zuletzt ein Bild, das Tinx die Nackenhaare zu Berge steigen lies: von der Inneren Kapsel war zu einem genauen Viertel die Hülle sauber und vorsichtig entfernt worden. Im inneren konnte Tinx ein gruntartiges Wesen, von derselben Größe mit vier Armen und einem bizarr geformten Kopf ausmachen, dem ebenso wie den Strukturen in seiner Umgebung die Haut fehlte. Auch unterschied sich das Wesen durch eine bizarre, gefurchte Kopfform. Was Tinx daran jedoch so erschrak, waren die Augen, geöffnet und mit einem bösartig intelligenten Glanz und einem Hass, der Tinx' Hand unwillkürlich zu einer MP in seinem Gürtel wandern lies. „Es ist tot.",sagte Abyss. „Es hat keine Biowerte, keine Wärme und weder Bioelektrizität noch Gehirnwellen." „Ich traue dem Ding nicht." „Meine Analyse sagt exakt dasselbe, aber es liegt seit einigen Minuten auf dem Operationstisch direkt vor meinen Augen. Obduktieren sie es und ich werde es auf saubere Art und Weise vernichten." „Dann wollen wir mal." „Ich habe bereits die Kaffeemaschine im Wartezimmer vor dem Saal eingeschaltet, dürfte in drei Minuten fertig sein." „Abyss, ich überlege ernsthaft daran, dich zu klauen und mit nach Hause zu nehmen." „Wieso?" „Weil du mitdenkst!", grinste Tinx und verließ sein Quartier.

Die Fury of the Storm II tauchte unter einem Impulslaserstrahl weg und drehte sich um 180 Grad. „Vollast und die EMP Bombe durch den vorderen Schacht mit Druck auswerfen!", donnerte Paladin. Die Antriebe zündeten und brachten sie ihrem Ziel, einer Ansammlung von Korvetten näher, die ihnen den Weg nach draußen versperrten. Solange die menschliche Flotte eingekeilt war, waren die Ausweichmöglichkeiten minimal. „Die schießen wieder! Hinter uns!", rief Berzerk. „Knapp ausweichen und das so, dass es ihre eigenen Schiffe erwischt!", donnterte Paladin. Screamer riss das Steuer brutal herum, was die Belastungsanzeige der Trägheitsdämpfer von unter 10% auf über 80% steigen lies. Das Impulslasergeschoss des Kreuzers hinter ihnen, so groß wie die Fury, schnitt um weniger als hundert Meter vorbei ohne selbst deren Schild zu berühren und krachte in eine der Fregatten der Allianz sowie eine Jägerstaffel, die im Weg gestanden hatte. Während die Jäger zerschmolzen wurden, wurde die Fregatte nur ihres Schildes beraubt und ein gutes Stück zurückgeworfen. „Beweg die EM-Bombe in den hinteren Schacht, zünde den Nachbrenner und flieg durch die Lücke, in der die Fregatte eben war!" „Roger!" Screamer, der nicht eine Sekunde vom Steuerknüppel gelassen hatte, machte erneut eine brutale Drehung, die die Belastungsanzeige knapp unter 100% trieb und lies die Fury durch das entstandene Loch fliegen. „Gib der Fregatte ein Dutzend unserer Raketen, bevor wir abdrehen, das Ei legen und wieder rein gehen!" „Roger!" Berzerk nahm die Fregatte ins Visier, markierte Antrieb und Plasmaturm für Raketen und lies die vorderen Werfer alles ausspeien, was darin war. „Munitionsreplikation läuft.", sagte Berzerk, während sich metallene Pfeile, auf Abgasspuren reitend auf das Ziel zuschossen. Einen Augenblick später explodierte der Plasmaturm der Fregatte, an dem ein Torpedo geladen worden war, dessen Plasma sich nun über die gesamte Panzerung verteilte. Der Antrieb des Schiffes hingegen bekam das größere Geschwader ab, dass sich nun durch den Antrieb in den Reaktor vorbohrte. Die Fregatte zerriss, doch die Fury hatte ihre Fracht bereits abgeladen und eine weitere brutale Drehung hinter sich. Einen Augenblick bei Vollast später war die Fury wieder in dem Käfig, den die Allianzschiffe um die Menschenflotte geschlossen hatte. „Zündung!", sagte Paladin kalt. Und Berzerk drückte den Schalter Augenblicklich blitzten die Schild der Allianzschiffe hinter ihnen auf und verloren einiges ihrer Kraft. Wo sie zusammenbrachen wurde das Feuer konzentriert. Doch ein anderes Ereignis zog die Aufmerksamkeit der Menschen und Allianzler auf sich: Einer der Zerstörer aus Rafterrans Flotte, schoss brennend wie eine Fackel und schwer beschädigt in die Blockade. Die dortigen Allianzschiffe schossen hastig, erwischten jedoch nur die weniger ramponierte Frontpanzerung ohne einen Schaden anzurichten, der es noch gestoppt hätte. Der Zerstörer prallte auf einen Allianzträger, wo er zerschellte und in einem Feuerball, der etliche Schiffe ihrer Schilde beraubte und andere schwer beschädigte. Zwei Allianzschiffe, ein Ramponierter Zerstörer und eine Korvette überlebten das nicht, ebenso wie ein halbes Dutzend Jäger. Für wenige Sekunden standen sie lichterloh in Flammen, bevor sie ausgebrannt verloschen. „Flottenfunk!",sagte Fairy Angel. „Durchstellen!" , donnerte Paladin. Crushheads Stimme ertönte: „Ich setze einen Countdown, vor Ablauf der Zeit in den Slipstream zurückziehen, auf keinen Fall hier bleiben! Verballert alles was ihr habt in den folgenden zwei Minuten, danach Rückzug auf Zufallskursen!" Ein Countdown erschien auf dem Bildschirm. „Slipspacematrix?" „Geladen und sprungbereit.", meldete Fairy Angel. „Dann krallen wir uns die Jäger hier drin und verziehen uns dann!" „Roger!" sagte Screamer, wobei er einen nicht sonderlich weniger brutalen Kurs setzte und drei Seraphs markierte. Eine Minute dauerte ihre Eliminierung, wobei das Meiste davon von der Flugzeit verschlungen wurde. Dann gab Paladin Sprungbefehl. Und die Welt um die Fury wurde dunkel...

Nach und nach zogen sich alle menschlichen Schiffe, die dazu in der Lage waren zurück. Zuletzt sprangen die leicht ramponierten Justicias Will und die Knuckleduster. Nur ein einziges Schiff blieb zurück. Die Defiance, von unzähligen Schüssen getroffen aber immernoch flugtauglich, zuletzt von der Crew an Bord verlassen, flog mit Vollast in die Ansammlung der Allianzschiffe die die Verfolgung der Menschen beginnen wollte und sich dafür formierte. Während des Gefechts hatten der eine oder andere Allianzler die Evakuierung der Crew des Schiffes mitbekommen und ebenso das Andocken von kleineren Frachtern der Schiffe, die Rafterran unterstanden, die sich wenig später ebenso zurückzogen. Es wunderte die Allianzer ebenso, dass während dieser Schlacht keine Nuklearwaffen zum Einsatz gekommen waren, doch diese Verwunderung wurde zu blankem Entsetzen unter den Befehlshabern jener Schiffe, die die Defiance scannten und dabei eine nicht zu übersehende Neutronenemission wahr nahmen. Doch es war zu spät noch etwas zu unternehmen, die hastig abgefeuerten Projektile verbrannten nur das Netz aus Metallverstrebungen um das eigentliche Schiff herum, das als Außenhangar gedient hatte. Doch auch der Rest verbrannte, nur in diesem Fall aus sich heraus, tödlich für die sich sammelnden Allianzler und in einem nuklearen Feuerball...

Kapitel 28 Teil 3

Zeitpunkt unbekannt

Feather on the Wind

Unbekanntes System im Allianzterritorium

Jetzt

Der Einfluss des Aristokraten Shoromee war beeindruckend, zumindest aus der Sicht von Rodriguez. Kurz nach Eintrittes der Korvette in den Normalraum hatten zwei Kreuzer, drei Zerstörer und ein Superträger Formation um das Schiff angenommen und flogen in dessen Tempo in Richtung der Station, die den Stützpunkt des Systemes ausmachte. Als sie den Eingang der Station erreichten, teilte sich die Formation und lies die Feather on the Wind gradeaus zum Prioritätsdock weiterfliegen und andocken. Beim Aussteigen nahmen sie acht schwarz gepanzerte Elitekrieger in Empfang, ausgerüstet mit Plasmagewehren. Der Anführer, ein Hüne in weißer Panzerung führte sie durch Violett lackierte Metallgänge ins innere des Komplexes und hin zu einer Transitröhre, in der eine Bahn wartete und sie durch eine gepanzerte Röhre zu einer weiteren Haltestelle brachte die – wie Rodriguez schätzte – in der Mitte der Station lag. Sie wurden in einen Saal geführt, eine Empore über dem eigentlichen, Gewaltigen Saal mit einer etwa zwanzig Meter hohen Decke, erhellt von bläulichen Kristalllampen, die sich den den Chromüberzogenen Waffen, die unterhalb der Empore getragen wurden und den Blank polierten Rüstungen überall im Raum spiegelten. Auf der Empore standen Sangheili, einer Golden gepanzert und einer in der Robe der Aristokraten. Unter ihnen, im Saal standen Hunderte, vielleicht Tausende Sangheili und Unggoy jedes nur denkbaren Ranges. Der golden gepanzerte rezitierte etwas, dass Rodriguez nicht verstand, währen der Sangheili in Aristokratenrobe herüber trat. Die Robe mochte ihm Würde und den Anschein von Zerbrechlichkeit geben, doch dieser Schein wurde aufgehoben, je näher der Aristokrat der Gruppe kam. Er war mindestens einen Kopf größer gewachsen als die meisten Sangheili im Raum, die Muskelstränge die man bei seinen Bewegungen sehen und sonst nur erahnen konnte waren mächtig und in seinen Augen brannte ein jugendliches Feuer. Kriegeraugen, das sah Rodriguez selbst über die 200 Meter Distanz die zwischen ihnen lag. „Nori." „Vater." Zwei Worte, gesprochen zwischen dem Aristokraten und dem Feldmeister Shoromee. Der Aristokrat trat näher und legte Shoromee einen Arm um die Schulter, wobei dieser dasselbe tat. Dann lösten sie sich. „Ihr müsst Tyormee sein." „Das bin ich." Der Aristokrat wandte sich Rodriguez zu. „Sentenza Rodriguez, Pilot." Der Aristokrat nickte und reichte ihm die Hand. Offensichtlich war dieser Sangheili besser über die Gepflogenheiten der Menschen informiert als Rodriguez gedacht hatte. „Anya Yee, ebenfalls Pilotin." Der Aristokrat wiederholte die Geste. Die Unggoy salutierten und nannten ihre Namen. „Ihr müsst nicht sprechen, aber wenn ihr ein paar Worte an die Menge Richtet wäre das sehr nützlich.", sagte der Aristokrat zu den Menschen. Rodriguez schluckte. Entweder würden sie hier bald mit einem Arsch voll Schiffe einen offenen Bürgerkrieg anzetteln oder den Tag nicht überleben.

Obwohl der Kaffee, den Tinx sich als Reaktion auf den Anblick in den Schlund schüttete siedend heiß war, vertrieb er die Kälte, die der Blick des Wesens, der sich in seine Augen zu bohren schien nicht im geringsten. Augen, die vor Hass brannten, selbst über den Tod hinaus. Dieses Wesen war eine Art Polymisantrop gewesen. Tinx war sich in Gedanken der Wortneuschöpfung bewusst. Ein Misantrop war derjenige, der die Spezies, der er angehörte abgrundtief hasste, demnach würde dieses Wesen alles hassen, was jemals weit genug entwickelt war um Atmosphäre zu atmen. Eigenartig was man alles aus einem Blick ableiten kann, dachte Tinx und packte ein Tablett mit Sezierwerkzeug. Das darauf liegende Messer in der Hand schnitt er in die aus Sehnen des Wesens – denn Haut hatte es nicht – und nahm sich vom Ansatz der Beine zum entgegengesetzten Schultergelenk. Er brauchte mehrere identische Schnitte, doch nach fünf Schnitten in derselben Kerbe gab das steinharte Muskelgewebe nach und den Blick auf den Organbeutel frei. Tinx sah ein Herz und einen so vollkommen kugelförmigen Organbau, dass es schien, als habe ein verrückter Mathematiker eine Kugel in Biomasse gegossen. Tinx besah sich das Herz von den doppelten Ausmaßen eines menschlichen von Außen, lies Abyss ein paar Fotos und Scans machen und setzte dann das Skalpell an. Obgleich er viel Kraft anwandte und kraft und Technik zusammenarbeiten lies, schnitt die Klinge nicht mehr als drei Millimeter ins innere des Organes. „Was zum Henker ist das?" Abyss richtete einen der Sensoren im Operationssaal darauf aus. „Eine extrem starke Ablagerung einer Siliziumkristallstruktur, an die Metallatome aller Art gebunden sind." „Du willst mir nicht zufällig sagen, dass das die Organische Antwort auf die Panzerplatte ist?" „Sehr scharf erkannt, Tactical Commander." „Haben wir zufällig einen Schneidbrenner hier?" Abyss erkannte, dass dies eine rhetorische Frage war. Tinx wandte sich dem anderen Organ zu. Er setzte das Skalpell auf der empfindlichen Haut um die Kugel an. Diesmal gab es keinen Widerstand. Das Messer schnitt durch bis ins Zentrum des Organes... Und brachte eine Atombombe mit zerstörtem Zünder zu Tage. Tinx bekam das im ersten Moment nicht mit. Im Inneren des Organes befand sich eine Art roter, feinkörniger Brei. „Abyss?" „Scan läuft." Tinx nahm das Zeug näher in Augenschein, setzte das Skalpell im Inneren an, um einen Teil der Masse herauszuschneiden, doch das Messer sank einfach hinein, ohne jeden Widerstand. Tinx kippte die Messerklinge und brachte eine Schneide voll des inhaltes ins Licht der Lampen. Er blickte konzentriert und angestrengt zugleich auf das, was auf der gekippten Messerschneide liegen geblieben war. Einen Augenblick lang schien es ihm, als würde der Brei aus sich heraus und als winzige einzelne Partikel aktiv werden. Dieser Gedanke und die damit verbundene Erkenntnis, dass das aus dem Kontext des Körpers des Wesens garnicht einmal so unwarscheinlich war, lies ihn reden. „Abyss, bitte teste diese Masse auf Aktivitäts- und Tauglichkeitsmuster, wie die Nanomaterie sie verwendet!" „Roger." Über das Hologramm der KI, das aus dem winzigen Projektor am Rand das Saals erschien liefen drei Spalten mit verschiendenen mathematischen Symbolen. „Keine aktivität, aber Tauglichkeit besteht. Ihre Intuition ist in diesem Fall berechtigt, bei der Masse handelt es sich um biologische Nanomaterie und das Organ, dem sie entstammt ist gleichzeitig Lunge, Magen und Mutagendrüse." „Du meinst, dass es sämtliche Organe bis auf das Herz ersetzt hat?" „Das ist offensichtlich, Tactical Commander. Und bei Bionanotechnologie ist ebenso denkbar, dass der Träger eines solchen Organes in der Lage ist, seinen Körper und Organismus nach Belieben zu Formen. Die nächste Stufe organischer Evolution. Dass die Allianz nicht über die Technologie verfügt so etwas zu züchten und das sich soetwas nicht aus sich heraus entwickelt lässt zwei Schlüsse zu." Tinx ging ein Licht auf. „Entweder wurde es von den Blutsvätern gezüchtet, oder es gehört selbst zu besagter Rasse." „Ich vermute den ersten Schluss." „Zu welchem Zweck?" „Zu welchem Zweck verschwenden wir Menschen spaltbares nukleares Material, dass unsere Zivilisation auf die nächsten 200 Jahre mit Energie versorgt hätte?" „Als Massenvernichtungswaffen." „Sehr richtig. So wie ich die Daten der verschiedenen Scans auswerte, hat es ein extrem ausgebildetetes Nervensystem und Gehirn wie es einen nahezu perfekten Muskelapparat hat." „Du willst mir sagen, dass wir hier die Creme de la Creme der Kriegszüchtungen vor uns haben, oder?" „Richtig." „Auf wie effizient schätzt du es?" „Ich glaube wir müssen hier nicht über etwas reden, was aus genetischen Gründen Sieben Divisionen Helljumper aufwiegen kann. Und es kann theoretisch aus seinen Opfern ebenso viele Divisionen seiner selbst erstellen." „Da hast du Recht." Eine Lange Pause trat ein, in der Tinx erneut in die Bauchhöle des Wesens blickte. „Bleibt nur die Frage, wie das Vieh in die Rettungskapsel kam." „Einfach denkbar." „Schieß los Abyss!" „Die Allianz hat Blutsväter Technologie geboren und nachgezüchtet. Und dummerweise haben sie den Fehler gemacht, sich mit ihm anzulegen." „Du meinst, dass es von der Forschungsbasis kam?" „Allerdings. Und den Einsatzplänen der Allianz nach haben sie eine Elitetruppe dort hinein geschickt." „Selbstmord." „Offensichtlich. Und dann entkam das Vieh kurz bevor wir die Basis mit dem Festungsschiff zerstört haben." „Und woran ist es gestorben?" Abyss schwieg und dutzende mathematische Symbole flossen über seinen holographischen Körper. „Ich vermute, dass der EMP des detonierenden Reaktors des Festungsschiffes die Bioassembler des Wesens außer gefecht gesetzt haben. Und dadurch konnte sein Körper nicht mehr versorgt werden." „Klingt plausibel." Tinx straffte sich. „Was nun?", fragte Abyss. „Ich will, dass es in eine speziell gepanzerte, von dir konstruierte Crykammer mit dem einen oder anderen Spielzeug darin gepackt und eingefroren wird. Dann werfen wir die Kammer im nächsten Gefecht aus und jagen BERZERKs drauf." „Klingt effizient." „Was anderes kommt nicht in Frage. Dann fang an! Ich werde mir derweil etwas zu essen gönnen." „Wird erledigt." Tinx warf einen – wie er dachte – letzten Blick in die Augen des Wesens. Es würde nicht der letzte werden, doch das kümmerte ihn nicht. Tinx gönnte sich einen weiteren Blick auf die Statusmonitore der Besatzung. Haverson trainierte, Johannesen schlief, die verbliebenen Unggoy saßen zusammen und spielten und Walkers Truppe machte die Kantine unsicher. Erleichtert nicht alleine essen zu müssen, ging Tinx in Richtung der Kantine.

Epilog Kapitel 28

Es kam wieder zu sich. Es lag auf Metall mit metallenen Wänden um sich her, eine klaffende Wunde im Leib. Diese schloss sich, während es sich umsah. Wartungsroboter, standen ungenutzt herum, blutiges operationsgerät lag auf einem Tablett in der Ecke und neben ihm stand ein Terminal. Keine Kameras. Es rollte sich vom Tisch und baute einen elektrischen Kontakt zwischen dem Terminal und seinem Körper auf. Die Dateisysteme, in die es eintauchte, waren wesentlich komplizierter als die der Allianz, und so gut geschützt, dass es selbst für es fraglich war, ob der Zugriff möglich war. Doch damit hielt es sich nicht auf. Es suchte nach Stellen, an denen es sich Information holen konnte. Das hier war nicht die Allianz, vielleicht die Menschen? Wie konnten sie derart komplizierte Computer erschaffen, wenn sie der Allianz unterlegen waren? In einem temporären Sicherungsverzeichnis fand es Daten und tauchte ein. Ein Bündnis. Drei Kreuzer. Alpha Lyrae. Hybrid. Blutsväter. Abyss. Angriff. Guerillia. Erde. Verlust. Es tauchte auf. Einen Momet lang war es gerührt von dem gesehenen. Sie waren gegen seine unrechtmäßigen Schöpfer vorgegangen und wollten sie erledigen. Es fand ein weiteres ungesichertes Modul. Eine Ablage zur „Fütterung" der Slipspacematrix. Es kontrollierte die Koordinaten und glich sie mit denen ab, die in den Gedächtnissen jener waren, die er getötet und deren Hirne er in sich aufgenommen hatte. Es war ein wenig verteidigtes System nahe dem Zentrum des Allianzgebietes. Doch es war kein taktisch wichtiges Ziel. Umringt von Bastionen der Allianz. Dort zuzuschlagen war wie in einen Hinterhalt zu fliegen. Besser war ein Angriff auf ein Ziel, wo die Allianz absolut keinen erwarten würde: die zentrale Werft der Allianz. Ein Ausgleich für Reach der Menschen. Es fütterte die Daten des Systems in das Verzeichnis. Dann hinterließ es eine Nachricht im ersten Modul. „Mein Geschenk an euch.". Dann verließ es das System und kehrte in die Realität zurück. In dem Moment, da das System verlassen wurde, spürte es eine andere Anwesenheit im System. Es war verfolgt worden. Die Organische Brücke zum Terminal wurde zurückgezogen und es sah sich hastig im Zimmer um. Die Wartungsroboter – vorher inaktiv – waren in während seines kurzen Abstechers in seine Richtung ungeschwenkt und hatten ihre Kameras auf es gerichtet. Der Reflex alle Beobachter auszuschalten schlug sich binnen von Sekundenbruchteilen in seinem inneren nieder und die beiden Schwänze in Richtung der Bots. Ein Satz, ein Dutzend kaum sichtbarer Bewegungen und schon waren die Roboter in einen Haufen zerrissenes und verbogenes Metall verwandelt worden. Der Fluchtreflex zwang es, sich durch die Tür des Raumes zu brechen und sich im dahinterliegenden Korridor in einen Wartungsgang in der Decke zu flüchten. Von diesem Punkt an war der Anfang vom Ende unabwendbar...

Kapitel 29

Hybride Ängste, Tranzendentes Grauen und ein Trauma

„I am war, I am pain, I am all you've ever slain

I am tears in your eyes, I am grief, I am lies

I am pure, I am true, I am all over you,

I am laugh, I am smile, I am the Earth defiled,

I am the cosmic storm, I am the tiny worm,

I am fear in the night, I am bringer of light."

Dimmu Borgir (Norwegische Melodic-Black-Metal-Band), „Puritania"

Zeitpunkt unbekannt

Heart of Abyss, Messe

Slipspace zwischen zwei Systemen der Allianz

Jetzt

Da saß sie. Entspannt und ruhig, das schwarze Haar ihre Schultern umspielend und sah ihn an. Die Kulisse war ein Wartungsgang, sie saß auf einer Metalltreppe. Ihre Augen, obgleich von tiefen Ringen unterlaufen, schimmerten aus ihrem Gesicht hervor, von dem nur die blasse, helle Haut signifikant war. Sie war schmal, dafür recht groß gebaut und wirkte so zerbrechlich, als müsste er fürchten, dass sie unter seiner Umarmung starb. „Wie immer.",dachte er. Augen kreuzten sich. „Da bist du also wieder.",sagte sie mit einer Stimme weich wie Seide und einem kalten Unterton, der einen Vorwurf hinein legte. „Du verlässt mich und kommst wieder wann immer du willst." „Ich muss. Ich werde gebraucht um Leben zu retten.", hörte er sich selbst reden und spürte den sarkastischen Wiederspruch darin. Nein, er war nicht fort um Leben zu retten, er war fort gewesen um welches zu nehmen, um zu Morden und zu Brandschatzen in der Hoffnung eine Katastrophe abzuwenden. Sie blickte ins nichts und lächelte traurig. „Läufst du vor mir weg, oder vor dir selbst?" „Ich laufe nicht weg." „Doch das tust du. Wenn du es nicht tun würdest, wärst du längst wieder bei mir." „Aber?" „Du fliehst vor dir selbst, vor deiner Vergangenheit und deinen Taten. Offen gestanden würde ich das auch tun, aber dass du dich in Arbeit vergräbst um von mir und alledem loszukommen, das ist einfach nur noch kindisch. Du willst nicht mehr schlafen um nicht von mir zu träumen. Fürchtest du mich sosehr?" Ihre Stimme hatte sich von der müden Trauer in eine provokation gewandelt, hinter der unumstößlich Wut lag. „Dachtest du tatsächlich, du könntest mir entkommen? Wenn es hochkommt geht das eine Zeit lang, doch immernoch hast du diese dunkelen Grüfte deiner Seele, die in deinem Kopf versiegelt liegen und du hast so viele davon, dass es ein Wunder ist, dass du noch nicht wahnsinnig bist." „Was willst du?" „Was ich immer will, wenn ich bei dir bin, dir Vergebung anbieten." „Warum sollte ich das brauchen?" „Willst du mich beleidigen? Ich weiß wie es in deinem Inneren aussieht! Nur dadurch, dass du um Vergebung bittest und sie von mir bekommst, wirst du frei von der Schuld, wegen der du derart leidest." „Aber..." „Ich komme wieder. Und vergesse nicht, wenn das was dich quält frei wird, dann wärst du tot besser dran!" Sie lachte freudlos. Kalt. Grausam. Um ihr Genick zeichnete sich ein Strick aus Schatten ab, der sie emporhob und ihr Gesicht eine Sekunde lang verzerrte und dann erschlaffen lies. Die Schatten an den Wänden des Ganges verformten sich und starrten ihn aus hasserfüllten Augen an. Den Augen des Wesens...

Tinx fuhr hoch, diesmal von schierer Angst gejagt. Es dauerte einen Moment bis er sich wieder gefasst und seinen Puls auf Normale Geschwindigkeit reduziert hatte. Er war offensichtlich nach seiner kurzen Mahlzeit am Tisch des Speisesaales eingeschlafen. Walker und die anderen waren verschwunden. Walker. Plötzlich erinnerte sich Tinx an die Dinge die Tinx Walker und den Jungs aus seinem Leben erzählt hatte, wie der Krieg ihn gefangen gehalten hatte. Doch das schlimmste der gesamten Situation hatte er nicht erzählt. Wie er nach Hause gekommen war, seinen zweiten Landurlaub zu feiern und als Begrüßung die Leiche seiner Verlobten in seiner Wohnung vorgefunden hatte. Sie hatte sich erhängt, einen Brief an ihn zu ihren Füßen, in dem sie ihm ihre Situation darlegte: da er sich durch den Krieg sosehr verändert hatte, war ihre letzte Unterstützung weggebrochen. Verwandte hatte sie keine, weil sie eine Waise gewesen war, keine Freund und durch Tinx' weggang hatte sie alles verloren. Sarah. Ihr Name war Sarah. Gewesen. Sie war tot und Tinx hatte sich seit jenem Augenblick gefühlt, als wäre ein Teil von ihm mit ihr gestorben. Um zu überleben und nicht zusammenzubrechen hatte er seine Erinnerungen verdrängt und all das tief begraben, er hatte gnadenlos sein müssen zu sich selbst. Und jetzt kam alles das wieder hoch. Tinx verdrängte den Gedanken, als ein Alarmton aus den Lautsprechern hallte. Code rot. „Was ist los Abyss?" „Sofort alle Mann auf der Brücke sammeln!" Tinx sprang auf und lief. Wenige Minuten später traf er auf der Brück ein. Jeder der sich auf der Abyss befunden hatte war nun hier. Nein, nicht jeder. Zwei der Grunts fehlten. „Was ist los, Abyss?", wiederholte Tinx. Abyss verschloss die Türen zur Brücke. „Das Wesen, welches sie seziert haben, ist verschwunden. Ich habe eine Aufnahme davon wie es..." „WAS?" Tinx war wie vom Donner gerührt und glaubte sich in einem weiteren Alptraum. Die Finger seiner rechten Hand wanderten zu einem Realitätscheck an die Haut der Linken und gruben den Daumen- und den Zeigefingernagel ins Fleisch. Es stach. Er war wach, keine Zeichen von Halluzination und das Ausmaß dieser Erkenntnis, kombiniert mit dem, was zuvor gesagt wurde war noch schockierender. „HEILIGE SCHEIßE!" Abyss wiederholte. „Ich habe eine Videosequenz, davon gemacht wie es sich ins System einzuhacken versucht hat." „Ein verfickter Organischer Computer ist es obendrein auch noch, was?" „Allerdings, aber nicht gut genug meine mutierenden Sicherheitscodes zu knacken." „Beruhigend." „Ich muss sie jedoch darauf aufmerksam machen, dass es sich in die Koordinatenablage des Shaw-Fujikawa- Antriebs gehackt hat." „Aber wir nutzen doch das Allianz-System, oder? Dann betrifft uns das nicht, weil die Datensätze inkompatibel sind." Abyss' Hologramm und dessen rot glühende Augen sahen gnadenlos auf ihn herab. „Negativ. Ich habe die Systeme zusammengeschaltet und eine Überbrückung geschaffen, um genauer steuern zu können." „Aber wieso ist das System nicht so gut gesichert gewesen, dass es darauf zugreifen konnte?" "Weil einzig ein externer Zugriff relevant gewesen wäre und dieser Angriff von Innen kam. Außerdem darf das System über die Innensysteme nicht so stark gesichert sein, dass eine schnelle Datenänderung beeinträchtigt ist." Tinx schwieg und dachte nach. „Wohin fliegen wir jetzt?" Über Abyss' Hologramm rasten mathematische Symbole und Zahlen. „Allianzterritorium. Innerer Sektor. Unbekanntes System. Selbst in den Sternenkarten der Allianz nicht benannt." „Könnte ein Hinweis sein. Irgendwelche Anomalien verzeichnet in dem Sektor? Ein Schwarzes Loch, Ein Pulsar, eine strahlungsintensive Sonne oder ein Nebel mit toxischer Strahlung?" „Negativ." „Dann sehen wir uns das an. Für den Guerilliakampf ist es sowieso besser, wenn wir dann zuschlagen, wenn es niemand erwartet." „Aber wir haben in diesem Wesen andere Probleme." „Wo sind die anderen beiden Unggoy?" „Ich vermute, dass sie die ersten Opfer unseres Guerillieros im Schiff sind." „Hättest du das nicht zeitlich verhindern können? Hättest du es nicht aufhalten oder Orten können?" „Es geht im Schatten. Es nimmt die Wege, die nicht überwacht sind: Wartungsgänge, Luftschächte und sonstiges." „Kannst du nicht die Atmosphäre aus allem außer der Brücke abziehen?" „Negativ. Wir sind im Slipspace und wenn ich hier atmosphäre ablasse, kann es sein, dass wir herausgeschleudert werden und Irgendwo wieder herauskommen." Tinx nickte schweigen. Walker umfasste den Griff seiner MP, die er an der Seite trug. „Einen Vorschlag wie wir es besiegen können?" Wieder Mathematische Symbole, doch dieses Mal liefen sie nicht über die Schatten, die ein Gesicht mit den beiden glühenden Augen bildeten, sondern über einen unförmigen Block aus Schatten, der waberte und sich viele Male in einer Sekunde verformte. Abyss schien derart bei der Arbeit, dass er keine Kapazitäten auf sein Hologramm verwendete, was für eine KI eine besondere Leistung war, die in seinem Fall noch besonderer schien. Schließlich kam eine Antwort, doch die Audiosysteme ließen das ganze unaufgelöst und verzerrt klingen. „Die Nervenbahnen sind sein Schwachpunkt. Es ist empfindlich gegenüber jeglicher form von Energiewellen in einer bestimmten Frequenz, die es normalerweise zur Orientierung nutzt. Wenn man es mit hochenergiewellen der Frequenz beschießt, dürfte es das Wesen bei der richtigen Dosis außer Gefecht setzen." „Dann entwickele Pläne für Hochenergiewellengeschütze und überlege dir noch andere Schwachpunkte. Wenn du fertig bist werden wir ein Arsenal von solchen Waffen bauen müssen, um dem Vieh beizukommen." „Warum können wir es nicht einfach so niederschlagen?", fragte Haverson, doch Tinx drehte sich zu ihm um. „Keine Chance, nicht einmal du wärest schnell genug um dich mit dem Wesen zu messen. Außerdem bringt herkömmliche Munition nichts, es kann sich regenerieren, und wie ich vermute, verdammt schnell." „Also bleibt uns nichts anderes übrig als warten." „Im Moment zumindest."

Scythe bleckte die Zähne. Er bewegte das Schiff, die Hände an den Kontrollen, mit der Präzision eines Chirurgen bei einer Herztransplantation vorwärts. Schweiß stand auf seiner Stirn, doch er war zu sehr in die Konzentration verbissen als dass er ihn hatte abwischen können. „Und?" „Was wohl, ‚Moth?", antwortete er ohne aufzublicken. „Ich habe es gleich." „Du weißt, dass unsere Anzüge lang genug dicht halten um uns da rein zu bringen." Scythe rollte mit den Augen. „Wir werden uns zwischen die Hangartore klemmen, erst dann kannst du da rein. Außerdem sind unsere Anzüge nicht getarnt. Die werden uns kommen sehen und die Schilde hochschalten, nicht mit mir, mein Lieber." „Warum sind wir denn nicht zusammen mit den Anderen gesprugen?" „Ganz einfach, weil wir zu weit von ihren Sprungpods weg waren." „Und jetzt müssen wir uns eine Covie- Korvette krallen um hier weg zu kommen?" „Nörgel nicht ‚rum, oder willst du, dass wir beide hier verrecken?" Moth schwieg. „Habs ja gleich." „Warum sind wir auch nicht auf der Fury mitgeflogen?" „Weil mir ein Tarnschiff deutlich lieber ist." „Was zum Henker hast du...", doch Moth konnte den Satz nicht zu Ende bringen, da Scythe bereits ein „Drin." Verlauten lies." Beide setzten sie die Helme auf ihre Anzüge, packten ihre Waffen, öffneten die Schleuse des Interceptors und stießen sich ab. Vor ihnen lag der luftleere Raum des Shuttleports der Allianzkorvette, zwischen deren metallene Hangartore Scythe den Abfangjäger manövriert hatte. Keine Soldaten am Dock. „Warum auch?",dachte Scythe, „Die haben maximal 30 Mann an Bord dieses Schiffes und erwarten keinen Angriff." „Auf den Boden zwischen die Fracht!", sagte Scythe über Funk durch und Moth's riesenhafte Gestalt bewegte sich schwerelos auf die Frachtkisten in der Ecke zu. Scythe segelte ihm hinterher und schaltete dabei schaltete die Kontrollen seines Anzuges um. Seine Neuralschnittstelle war nun mit der Steuerung des Abfangjägers, dessen Piloten sie bis vor wenigen Minuten noch gewesen waren. „Dann sehen wir mal zu, dass wir etwas Luft bekommen!" Scythe nutzte die Steuerdüsen des Jägers zündete danach den Antrieb, der das Schiff wenige Meter von der eigentlichen Panzerung entfernt über die Oberfläche der Korvette fliegen lies. Die Tarnung des Jägers kam nicht mit, doch das war auch garnicht notwendig. Scythe zog den Jäger aus der Schildzone, sah durch die Kameras des Jägers, wie die Schilde der Korvette aufflammten. Er lies das Schiff die letzten sechs Hellfire-Vakuumnapalmraketen Feuern, bevor es den Kurs änderte und Abstand zur Korvette gewann. Schilde blitzten auf und das Trostpflaster aus Napalm verschmorte daran. War eh nicht mehr als ein Lockvogel. Er sah auf den Kontrollen, dass die Korvette ihren Impulslaserturm lud. Sie Schossen. Scythe lies seinen jäger nur wenige Meter unter dem Schuss wegtauchen. Die Bilder in seinem Helm flimmerten einen Moment lang und bevor das Geschütz der Korvette seinen Kühlzyklus beendet hatte, wurde der Jäger wieder zur Korvette hin gedreht und feuerte seine vier 50mm Gatlingguns ab. Schilde blitzen auf und Explosivgeschosse detonierten daran. Scythe schaltete den Nachbrenner zu und brachte das kleine Schiff auf Kollisionskurs. Diesmal verfehlte der Laser nicht, sondern traf mitten ins Ziel. Die folgende explosion riss das Cockpit mitsamt dessen spezieller Panzerung auseinander, beschädigte die restlichen Sektionen jedoch nicht, die allerdings in der entweichenden Atmosphäre brannten. Doch der Jäger blieb sauber auf Kurs. Präventiv wurden die metallenen Hangartore geschlossen und versiegelt und Scythe sah nun nur noch die Kamera, die er eben von seinem Schiff abgestoßen hatte das Geschehen filmen. Der Jäger traf auf die geschwächten Schilde der mittelsektion der Korvette und explodierte. Jedoch nicht ohne diese mit sich zu nehmen. Die Innenschleuse zum Hangar wurde geöffnet, Atmosphäre drang hinein und die Schwerkraft setzte ein. „Jetzt!" Scythe und Moth sprangen hinter den Kisten hervor und schossen auf die Allianzler – vier Grunts und einen Jackal – die mit dem Nachsehen beauftragt worden waren. Sie schoben sich durch die Tür. „Unser Schiff!", knurrte Scythe. Moth nickte und hob die Faust. „Dann schmeißen wir die ungebetenen Gäste in unserem neuen Schiff einmal raus!"

Teil 2

[ZEITPUNKT UNBEKANNT]

Unbekanntes System

Korvette der Allianz

Der Elitekrieger auf dem Boden war nervös. Er sah die Leichen der Gruntleichen in der Tür liegen und richtete sein Plasmagewehr an der Kreuzung an der er stand hin und her, drehte sich in verschiedene Richtungen und stellte sicher, dass wo er war keine Feinde standen. Sie standen auch nicht. Und er hatte nicht nach oben in den Lüftungsschacht gesehen. Gnadenlos lies sich Scythe von der Leiter des Schachtes fallen, die Klingen an seinen Armen ausgeklappt und erwischte sein Ziel, welches noch nicht einmal die Chance hatte sich zu wehren. Scythe hob seine Waffen und schlich weiter. „Nightmoth, wie viele?" „Ich komme mittlerweile auf 10." „12. Wir sollten uns also wieder zusammenziehen!" „Keine Kritik. Ich komme zu deiner Markierung." „Und mach alles platt was dir in die Quere kommt!"

Nightmoth war nicht allzu sehr beansprucht von dem was seine Gegner ihm boten. Hier war ein Grunt, dessen Schädel unter seiner Faust brach, dort ein Jackal gewesen, der zu dumm gewesen war um eine hinter seinen Schild gefallene Granate wegzuwerfen. Vorsichtig schlich er mit offenen Augen und Ohren durch das Schiff in Richtung des Reaktorraumes. Die Tür öffnete sich. Durch den Spalt der sich langsam und lautlos öffneten Türen waren zwei Elitekrieger und ein Grunt zu sehen. Der eine Sangheili handtierte an einem Gerät des Raumes, der andere, schwarz gepanzert, stand an einem holopanel und der Grunt schlief in einer Ecke. Perfekt. Moth legte die Hand an das Messer, das Paladin ihm gegeben hatte und schlich geduckt los. Der handtierende blau gepanzerte war das nähere Ziel. Lautlos und mit fließenden Bewegungen pirschte der über zwei Meter große Nightmoth sich heran. Seine linke nahm das Messer und die Rechte hob sich synchron zum Hals des Sangheili. Blitzartig schlossen sich Moth's Finger um den Nacken seines abgelenkten Feindes und die Linke trieb das Messer in die Seite des Halses seines Gegners und stoppte erst, als dieses einen zwischen den Wirbeln gelegenen Nerv durchtrennt hatte. Der Sangheili sackte zusammen, und der schwarze wirbelte herum, doch blickte er nun in die Öffnung von Moth's Shotgun. Es Klickte und eine Ladung Schrot prasselte auf die im letzten Moment aktiv wurden. Und sie hielten stand. Die Hände des Sangheili zuckten zu dessen Plasmagewehr, an seiner Seite, doch Moth drückte erneut ab und warf die leere Shotgun hinterher. Diesmal brachen die Schilde und die Leere Waffe traf den Sangheili am Kopf. Moth stürmte los, warf mit aller Macht gegen den Sangheili und brachte ihn zu Fall. Das Plasmagewehr rollte über den Boden, ein Schuss löste sich, traf dort wo der andere Sangheili eine Abdeckplatte entfernt hatte um die Elektronik zu warten und scholz Drähte. Moth landete auf dem Boden über dem Sangheili und spannte dessen Hände mit den wie in einem Schraubstock ein. Der Sangheili wehrte sich gewaltig, doch der massige und panzergleich gebaute Moth war ihm ebenbürtig. Rasch wandte der Elitekrieger eine Kampftechnik an, die die beiden – immernoch ineinander verkeilt - über den Boden rollen lies und auf das Plasmagewehr zuhielt. Sie kamen nahe der Waffe zum stehen und Moth war immernoch oben auf – spürte, dass er den ungeheueren Kräften des Elitekriegers nicht mehr lange entegenhalten konnte. Wie in Zeitlupe sah er die eingespannte rechte des Sangheili trotz seiner Krafteinwirkung auf die Waffe zuglitt. Noch war die Hand nur zwanzig zentimeter von der Waffe entfernt. Noch fünfzehn. Zehn. Fünf. Die Waffe war gepackt. Milimeter um Millimeter richtete sich die Waffe auf Moth aus. Augen kreuzten einander. Moth's mutiertes Auge konnte den Triumph in den brennenden Augen des Sangheili sehen... und wie sie erschlafften, als sich eine Klinge durch seinen Schädel bohrte. Eine Klinge, die an einem Armschutz befestigt war. „Dachte ich könnte helfen." Moth raffte sich auf, verkrampft durch die plötzlich verschwindende Gegenkraft. „Verdammt, du hast uns wieder den Arsch gerettet." „Yep." Scythe lies die Klinge wieder in ihrer Halterung verschwinden. „Und ich habe den Rest aufgemischt. Wir sind jetzt alleine. Das ist jetzt entgültig unser Schiff. Dann wollen wir mal hier weg." Scythe blickte auf die Holokonsole. „Shit. Wir haben ein technisches Problem im Zubringer zur Slipspacematrix." Moth wies auf die entfernte Abdeckung mit den zerschmolzenen Leitungen. „Verdammt. Sieht nach Arbeit aus." „Und ich bin kein Techniker." „Aber ich kenne mich mit sowas aus." In Moths Kopf wirbelte es. Scythe, der alles zu wissen schien wenn es ums Töten und selbst verarzten ging. Scythe, der seine Waffen selbst baute. Scythe, der die Anatomie der Allianz extrem gut kannte. Scythe, von dem keiner wusste, woher er kam. Scythe, der sich jetzt auch noch mit der Technik der Allianz auskannte. Moth packte die leere Schrotflinte. Scythe wusste nicht, dass sie leer war. Aber dennoch war sie ein Druckmittel um Antworten zu bekommen. „Scythe. Wer bist du wirklich?" Der Angesprochene schien vollkommen entspannt. „Leg die Flinte weg. Ich sag es dir auch so, wo wir grade hier sind." Moth lies die Waffe fallen. „Gut. Dann fangen wir mal an. Was willst du wissen?" „Was hast du gemacht bevor du Mitglied der Kolonie wurdest?" „Die Sache fing damit an, dass ich von ONI angeworben wurde. Sie erkannten mein Talent und durch den Krieg mit der Allianz wurden viele ... Aufstiegsmöglichkeiten mö haben mich von einem morbiden Agenten zu einem Auftragskiller gemacht, mich zwei Jahre lang ausgebildet. Sie haben mich dazu benutzt die Abtrünnigen Kolonien zu infiltrieren und die Ranghöchsten sauber zu erledigen um den UNSC zu stärken. Schließlich haben sie mir einfach nicht mehr gut genug bezahlt. Ich habe diese Scheiße nur wegen der Kohle gemacht und eines schönen Tages werde ich in eine Konferenz gerufen, in der mir gesagt wird, dass die Penner von ONI meine Bezüge mir nichts dir nichts durch zehn teilen. Und ich bin beim nächsten Auftrag abgehauen. Dummerweise war das Shuttle in dem sie mich losgeschickt haben Schrottreif – was eben neues an der Front gebraucht wurde – und ich bin in der Kolonie stecken geblieben. Von da an bin ich einer von euch gewesen." „Also hatte der Kerl doch recht, der besoffen von dir erzählt hatte." „Habe ich es jemals geleugnet? Ich sehe jetzt zu, dass ich das Ding hier wieder flott kriege und dann ab hinter den anderen her." „Du willst zurück zur Erde und sie verteidigen. Mercenary?" „Keine Menschheit, kein Profit."

Tinx legte die Waffe auf ein Imaginäres Ziel im Raum an. Für eine Schusswaffe war sie recht sperrig und man musste sie tragen, wie man einen Flamenwerfer trug: beide Hände ausgestreckt, die eine zum stabilisieren an der Seite und die andere zum heben und feuern. Eines war zu erwarten: wenn die Waffe gefeuert wurde, würde ihr Rückstoß nur schwer einen zweiten Schuss zulassen. „Verdammt, Abyss, wieso muss das Ding so gottverdammt schwer sein?" „Sie können die für das Gewicht verantwortlichen Fusionszellen ausbauen, aber dann wird die Waffe absolut nutzlos." „Schön." Johannesen hob eine Waffe die an ein klobiges Ma5B erinnerte, nur mit dem Unterschied, dass der Lauf einer Art Antenne gewichen war und dass dort wo das Magazin hätte sein müssen Batteriepacks hingen. Wenn sie gefeuert wurde, so entstand ein Strom aus hochfrequenter Strahlung, die Nerven des Ziels schädigen und auf sehr kurze Distanz auch dessen Hirn grillen konnte. Haverson trug eines der Hochgeschwindigkeitsbolzenge schütze, bei dem die Munition einer Ladung supraleitender Metallspeere bestand. Wenn das Wesen durch den reaktionsschnellen Haverson getroffen wurde, würden die Energiewaffen der restlichen Menschen effizienter wirken und das Wesen vernichten. Zusätzlich waren sie alle mit Hochleistungsbewegungsmelder n ausgerüstet, die die winzigste Bewegung auf 350 Meter in jede Richtung sauber erkennen und zurückverfolgen konnten. Tinx atmete durch, doch konnte er sich nicht entspannen. Blut pulste schneller als normal durch seine Adern, und weil seine Hände schwitzten zog er seine Handschuhe fester. Die Waffe in seiner Hand fühlte sich schwer an. Zu schwer. Viel zu schwer. Nach all der Zeit, die Tinx eiskalt durch den Krieg gegangen war, nach all den Schlachten und den Momenten in denen er sich dem Tod gestellt und ihr besiegt hatte spürte er etwas neues. Angst. Der Tod kam näher und holte ihn bald ein. Diesmal war er nicht nur Jäger, wie er es sonst immer gewesen war, diesmal war er ebenso Beute. „Seit ihr bereit?" Alle um ihn herum gaben zustimmende Laute von sich. Tinx Kehle wurde trocken. „Dann mal los! Sollten wir es nicht schaffen, Abyss, machst du das Schiff zur Bombe!" „Akzeptiert, Tactical Commander!" Das Schott öffnete sich langsam aber sicher. Tinx umfasste seine Waffe fester. Sie nahmen Formation ein und Haverson stand in der Mitte, eine Hand an der entsicherten Waffe, die andere am Bewegunsmelder, den er sorgfältig ablas. Langsam und vorsichtig gingen sie los, schlichen, sahen sich in alle Richtungen um. Außer ihren eigenen Signalen erschien nichts auf dem Bewegungsmelder, doch Tinx hatte Abyss zuvor nach dem Bewegungsmuster des Wesens gefragt und erfahren, dass es sich durchaus lange Zeit still und bewegungslos verhielt und sich dann auf einen Schlag extrem schnell und weit bewegte. Es hätte überall sein können. Nein., dachte Tinx, Es ist überall. Alleine dadurch, dass wir uns für eine Suche gerüstet haben wird das bewiesen. Extrem langsam verließen sie den Ehrenlicht-Bereich der Abyss und kamen in die menschlichen Teile, die wesentlich geräumiger waren. Jedoch gingen sie ab jetzt noch langsamer, da nun mehr unübersichtliche Nischen um sie herum geöffnet waren. Walker lies seine Waffe am Schultergurt baumeln, kratzte sich einen Moment an der Nase und fluchte. „Die ganze Sache hier ist ja mal sowas von für'n Arsch!" Haverson drehte sich zu ihm und alle anderen taten es ihm gleich. „Hör zu, wenn du verrecken willst, dann spring aus der Luftschleuse, aber mach das gefälligst außerhalb deiner Dienstzeit!", grollte Haverson. „Oder soll ich...", doch weiter kam er nicht, denn direkt über ihren Köpfen zerbrach Metall und fiel geräuschvoll zu Boden, wobei eine Panzerplatte Tinx am Kopf erwischte und ihm das Bewusstsein raubte. Doch nicht nur Metall landete auf dem Boden. Das Wesen landete geduckt mitten zwischen ihnen. Haverson riss seine Waffe herum und schoss, doch das Geschoss verfehlte sein Ziel, als das Wesen sich wegduckte. Und es schlug zurück. Einen Schlag später segelte die Bolzenkanone durch die Luft. Eine weitere Bewegung später riss es sie alle von den Füßen, als das Wesen seine beiden langen Skorpionsschwänze über den Boden sausen lies. Und ehe sie wieder auf die Beine kommen, geschweige denn ihre Waffen heben konnten, hatte das Wesen den bewusstlosen Tinx gepackt und schoss mit ihm in atemberaubender Geschwindigkeit davon, den Gang entlang und in die Wartungsgänge. Haverson sprang als erster wieder auf und half Johannesen hoch, während sich die Anderen ebenfalls wieder auf die Füße arbeiteten. Als Johannesen nach Haversons Waffe langen wollte, hielt er ihre Hand zurück. „RÜCKZUG! LAUFT ZUR BRÜCKE UND SCHEIßT AUF DIE WUMMEN!" Und sie hasteten los.

Kapitel 29 Teil 3

Zeitpunkt unbekannt

Heart of Abyss

Chris Sherman

Zwei Pelican-Landungsboote mit insgesamt vierundzwanzig Soldaten an Bord fielen dem Boden von Delta Centauri VII entgegen. Zumindest sah das so aus und war so geplant um die Ortungs- und Zielerfassungsgeräte der Allianz zu täuschen. An Bord befanden sich jeweils zu ihren Gruppen eingeteilt die SpecOps Teams die das Flottenkommando auf Anhieb hatte auftreiben können. Tinx saß neben einem Mann mit Braunen Haaren, welche länger waren als die Vorschriften es erlaubten, mit Sonnenbrille und einem Scharfschützengewehr in der Hand. „Und ihr Name ist?",fragte Tinx schließlich. „Komm, kumpel, wenn du schon so weit bist zu fragen, dann bin ich bereit wie'n Kumpel mit dir zu reden, da wir ja wiedermal in die Hölle geschickt werden." „Und? Wie heißt du?" „Devin. Ich bin Scharfschütze und Anführer von Team Jade. Tinx nickte und lächelte. „Ich bin Chris. Techniker, Bombenleger und Bastler von Team rot." ‚nen Plan warum die uns in nur zwei Pelicans da runter schicken?" „Selbstzerstörungstrieb.",sagte Tinx Knapp. Devin atmete durch. „Genau aus diesem Grund. Aber hey, wir sind Kommandoeinheiten. Durch unsere Anwesenheit und zusätzlichen Befehle stärken wir unsere Kameraden da draußen." „Scheiß Wüste, hätten sie nicht nachts landen können?" „Dann wären wir zu leicht erwischt worden. Bei Tag sieht niemand an den Himmel." „Aber warum fliegen wir einen so aggressiven Kurs?" „Um die Luftverteidigung zu vermeiden. Wenn die Covies da unten Luftverteidigung haben..." „Ist aber auch eine dumme Geschichte. Normal brauchen die drei bis vier Treffer mit ihren Flaks um nen Pelican runterzuschießen. So reicht ein Treffer mitten rein und wir sind im Arsch." „Hast du allerdings recht." Sie wurden durchgeschüttelt und beide testeten die Straffheit der Gurte, die sie in den Sitzen hielten. Durch die Lautsprecher im Laderaum klang die Stimme des Piloten. „Wir schmeißen euch als erste raus, die LZ ist sauber und die anderen werden mögliche Feinde mit den Waffen des Pelicans ausschalten und dann rein." Devin öffnete den Teamfunk. „Skipper, sehen sie da unten noch irgendwelche Marines oder andere Soldaten?" „Negativ, aber die Kalksteinhaufen geben Schutz für Hunderte Marines und sind untereinander durch Tunnel verbunden und durch Bunkeranlagen verstörkt." „Also müssen wir zusehen, dass wir da rein kommen und alles was uns entgegen kommt pulverisieren."

Ein Schnitt in der Wahrnehmung...

Team rot und Team Jade standen in einem dunklen, in den kalkstein gehauenen Tunnel, genauer gesagt an einem Knotenpunkt des Tunnels. Elektrische Lichter an der Decke und den Seiten des Gangs erhellten di rief die beiden Teams zusammen. „Habt ihr Kontakt zu den Marines hier?" Sean schüttelte den Kopf. Drail sah sich erneut um und und sah aus als hörte er in sich hinein. Die Weise wie er sich bewegte machte seinen Kameraden klar, dass er alles andere als entspannt war und einen Hinterhalt witterte. „Shit. Die hätten eigentlich überall sein müssen!" „Allerdings, aber das ist nicht der Fall!" „Die Allianz muss sie erwischt haben, bevor sie ihre Stellungen erreichen konnten. Drail hob seine Waffe und entsicherte sie. „Sie sind hier.", sagte er Tonlos. Wie auf Kommando hoben sie alle ihre Waffen. Vier Richtungen galt es zu sichern und die beiden Teams teilten sich intuitiv: Vince und der Heavy Gunner von Team Jade sicherten eine Richtung, Drail und Sean eine weitere, die verbliebenen beiden von Team Jade sicherten eine und Tinx und Devin die übrig gebliebene. Sie wandten sich in die Richtungen und als die Allianzler gleichzeitig entgegenstürmten wurde bei jeder Gruppe eine eigene Strategie umgesetzt: Sean gab kurze Feuerstöße auf ungepanzerte Ziele ab, während Drail sich gezielt die gepanzerten Allianzler herauspickte und präzise erledigte, Vince und der Mann von Team Jade, der sich als Thule vorgestellt hatte, feuerten salven aus ihren LMGs und derjenige der nachladen musste, warf Granaten, die beiden von Jade verschoben ihre Feuerrhytmen so, dass der eine den Nachladezyklus des Anderen deckte, und Tinx feuerte aus einer MP in der einen und aus einer abgesägten doppelläufigen automatischen Schrotflinte in der anderen Hand, während Devin, der eine Präzisionswaffe von größerem Kaliber als eine S2 trug sich auf Feinde konzentrierte, die im Ansturm eine Reihe bildeten. Plötzlich tauchten inmitten der fallenden Grunts, Jackals und Elitekrieger zwei Hunter auf. Sie legten an und Devin reagierte ebenfalls. Eine einzige unbedeutende Bewegung des Zeigefingers später verlor einer der Hunter seinen Kopf samt Panzerung. Doch der andere, der seine Waffe im Anschlag gehalten hatte, feuerte nun ein Geschoss ab, direkt auf Tinx. Doch Tinx war zu sehr damit beschäftigt die anrückenden Grunts zu erldigen. Das Geschoss erreichte den Zenit seiner Bahn und schoss nun auf Tinx herab. Doch traf es ihn nicht. Devin warf sich seitlich mit voller Wucht gegen Tinx, schleuderte ihn auf den Boden und wurde selbst von dem Geschoss in die Brust getroffen. Das nun entfesselte, geballte Plasma detonierte auf Devins Brustpanzer, verbrennt diesen und frisst sich durch ihn durch, bis auf die Knochen. Devin schlug auf den Boden auf, rollte ungewollt zu Seite und der Blick seiner ungewollt leeren Augen traf Tinx.

Alles außer dem Blick verändert sich...

Tinx steht in seiner Wohnung. Die Augen, die den durchbohrenden leeren Blick befreien, der sich in seine Nervenbahnen fressen und ihn ewig verfolgen wird gehören Sahra. Der Umgestürzte Stuhl neben dem ein Abschiedsbrief und eine einzelne Orchidee liegt, die baumelnden Beine, der unnatürlich abstehende Kopf und die Tatsache, dass sie den Boden nicht berührt lassen ihn erst an einen Traum denken. Doch dieser Geruch von süßlichem Moder, von den Letzten Augenblicken des Lebens, von ihrem Parfüm und ihrem Geruch, von vor sehr kurzer Zeit getrockneter Tinte, von Orchideen und von Herbsttagen, von sonnenlichtdurchfluteter Melancholie, von letztem Atem und in Freude gemaltem Tod lässt das ganze real werden. Tinx spürt, wie ihm die Sicht verschwimmt vor Tränen, wie er von einem höheren Wesen geleitet auf den Stuhl steigt und den Strick, der sie vom Leben an den Tod fesselt, durch schneidet. Mit einem Messer, an dem noch das Blut eines Außerirdischen Soldaten klebt. Er spürt wie er sie zum letzten Mal umarmt, sie an sich drückt und aus tiefster Seele weint.

Und wieder vergeht die Szenerie und macht einer anderen Platz...

Chris Sherman riecht sein eigenes Aftershave und die Blumen von Kränzen. Ihre Beerdigung. Das Wetter ist gut, Vögel zwitschern und die Herbstsonne erhellt die letzten warmen Tage des Jahres. Nicht viele sind gekommen. Er steckt in seinem Anzug, weiß nicht wie er da hinein gekommen ist. In diesem Zustand war er tagelang weder in der Lage gewesen zu Essen noch zu schlafen geschweige denn irgendetwas anderes zu tun. Und nun steht er hier. An ihrem Grab, die Urne in der Hand und ein Reverent erzählt etwas davon, dass sie nun bei Gott wäre und dass es ihr besser ginge und dass niemand für immer tot sei und alle wieder kommen würden, wenn Gott irgendwann herrscht. Tinx möchte am liebsten schreien. Gott ist tot und die Toten kommen nicht mehr wieder. Niemals. Gott ist in dem Moment gestorben, da der Mensch für sich selbst dachte und glaubte. Er würde sich im Grabe umdrehen. Gott hat niemals existiert. Die Urne wird in die Erde gelassen. Er fühlt sich, als ob er sie verlassen hätte, ob er sie verraten und verkauft hätte. Schließlich legt er am Ende der Zeremonie einen Strauß Blumen – Schwarze Rosen wenn er recht sieht - auf ihr Grab. Hötte ihr vielleicht gefallen. Er geht als letzter vom Friedhof, wobei er auf halbem Weg eine Flasche Schnaps aus der Innentasche seines Anzuges Zieht...

Der Ort ist der Selbe nur Alles drum herum ändert sich...

Alles scheint unscharf vor seinen Augen. Er ist betrunken und hat sich vielleicht sechs Monate Später auf seinem nächsten Landurlaub irgendwie wieder zu ihrem Grab geschleppt. Es ist Nacht, aber selbst im Dunkeln und betrunken kann Tinx sehen, dass sich niemand um ihr Grab gekümmert hat.„Sie ruht und hat letzten Endes ihren Frieden gefunden.",sagt eine angenehme Stimme in seinem Kopf „Du musst dir selbst nicht die Schuld geben. Lass sie gehen oder der Schmerz wird niemals aufhören. Krieche aus deinem Schneckenhaus. Sie ist eigentlich in dem Moment gestorben als du in den Krieg gezogen bist. Ein Teil von dir ist dabei auch gestorben. Auch ohne dass du daran denkst werden dich die Schuldgefühle bis an dein Lebensende Jagen. Du wirst hart dagegen kämpfen müssen um diesen Fluch zu brechen. Aber es schmerzt..." Und das Tat es. Auf unglaubliche, entwaffnende Art und Weise. In jener Nacht hört er an ihrem Grab ihre Stimme in seinem Kopf. „Wo warst du als ich dich brauchte? Ist das dein Dank für alle Wärme und den Frieden den ich dir gab? Hast du vergessen was ich durchmachen musste?" Eine mahlende, vernichtende Stimme biss sich darauf hin in ihm fest. „DU WERTLOSER IDIOT! DU HAST SIE EINFACH SO STERBEN LASSEN! Interessant, wo du sie doch so sehr liebst, wie du sagst. Willst du ihren Tod einfach nur als Vorwand nehmen um Alkoholiker zu werden?" Und tief in seinem Inneren musste er beichten, dass er sein Handeln nicht einmal rechtfertigen konnte. Die Litaneien der einzelnen Stimmen in seinem Kopf, immer schneller heruntergespult und wie die Erynien die sich auf eine arme Seele stürzten. „Sie hat ihren Frieden gefunden, sie ruht." „Aber ich bin immernoch da, in dir und in deinem Bewusstsein!" „Du musst loslassen, oder es wird auf ewig weh tun!" „Willst du das? Ist dass der Dank für alles was ich gab?" „Du bist doch auch so kaputt, zerstört wie sie, du brauchst Hilfe. Du kannst auch mal Mensch sein. Hilf den anderen dich zu heilen." „Ich hatte auch meinen Krieg mit der Welt. Aber das Problem, dass du geschaffen hast, kannst du nur selbst lösen!" „Krieche aus deinem Schneckenhaus! Reiß deine Mauer ein!" „WERTLOSER IDIOT! DU MUSSTEST SIE STERBEN LASSEN, ODER ETWA NICHT? Du musst alles um dich herum vernichten, so bist du geschaffen!" „Mach dich Frei und kehre ins Leben zurück!" „Vernichte dich selbst, das ist der Einzige Weg!" „Tue Buße, brenne das dunkle Kapitel deiner Seele aus!" Und schließlich bildeten die Stummen einen Chor: „Entscheide dich! Wähle aus! Mach dich Frei! Zerstöre dich! Lebe weiter! Befriede deine Seele! STIRB!"

Tinx fuhr hoch. Er wusste nicht wo er war. Seine Augen waren geschlossen und er nutzte die Gelegenheit um seinen Körper einen Augenblick lang zu entspannen. Eine vollkommen seltsame Anwesenheit spürte er, durch seine geschlossenen Augen. Eine fremde, noch fremdartiger als die der Unggoy oder Sangheili. Er hörte ein konstantes Summen und spürte eine Vibration durch seine Verbindung zur Außenwelt - die er An Rücken und Beinen hatte – und es war jenen Form von Vibration wie sie bei Mechanischen Prozessen entstand. Er musste noch auf der Abyss sein. Er roch seinen eigenen Schweiß, roch Metall und den Typischen Geruch seiner stets frisch gefeuerten und gewarteten Waffen, den Geruch der Metallweste die er Trug und den von Zigarrenrauch, der seinen Kleidern anhaftete. Und noch etwas anderes, fremdartiges. Es roch Organisch, wie eine Mischung aus Moschus und in einfachem Wasser gekochtem, rohem und ungewürztem Schweinefleisch, und eine Scharfe aber gleichzeitig süßliche Note, die ihm unbekannt war. Er öffnete die Augen. Er lag in einem Knotenpunkt der Lüftungsschachtanlage. Über ihm in einem Gang tat ein Venitilator seinen Dienst. Und direkt vor ihm saß das Wesen. Friedlich. Kalt starrte es auf das Metall der Kammer. Dann drehte es sich zu Tinx um, der wusste, das Flucht keinen Zweck hatte. Es hob seine beiden Skorpionsschwänze und Tinx wusste, dass sein Ende nun endgültig gekommen war. Er würde bald bei Sarah sein...

Kapitel 29 Teil 4

Zeitpunkt unbekannt

Heart of Abyss

Slipspace

Brücke

Die dicken Panzertüren schlossen sich hinter den schwer atmenden Soldaten. „Heilige Scheiße!",sagte Walker. „Kannst du aber laut sagen.", schnaufte Johannesen. „ABYSS!", donnerte Haverson. „Ja?" „Warum leben wir noch?" „Weil sowohl sie als auch Tactical Commander Sherman noch leben. Ich empfange deutliche Biowerte." „Dann befehle ich dir als ranghöchster aktiver Offizier, dass du das Selbstzerstörungsprogramm der Abyss abbrichst." „Bereits erledigt. Ich kann sie ebenfalls über die ersten Daten der Sonden informieren, die bereits unser Ziel erreicht hat. „Und was gibt es da zu sehen? Auf den Projektor damit!" Das Holofeld über der Brückenplattform leuchetete auf und zeigte dann einen Bildausschnitt. Direkt daneben erschien eine dreidimensionale Anordnung des gesehenen. Und das Einzige was zu sehen war, war Metall. Gigantische Mengen von Allianz-Stahl, angeordnet um den Hintergrund. Und in dem Hintergrund waren Gerüste zu erkennen, Planetoiden, auf deren Pockennarbiger Orberfläche Aufbauten angebracht worden waren, die wie Werftgebilde aussehn und den Aufbauten auf dem Metallhintergrund ähnelten. Das Bild schwenkte herum, der Hintergrund blieb metallisch, vor dem Hunderte Allianzschiffe aller Art erschienen, Zwei Festungsschiffe und mehrere Raumbasen. Schließlich war die Sonne des Systemes zu sehen, ein energiereicher blau pulsierender Stern von der Größe von Sol. Den Anwesenden fielen die Kinnladen herunter. „Was ist das?" „Man nennt dieses Konzept eine Dyson-Sphäre, ein Gewaltiger Aufbau um eine Sonne herum, die dazu dient die gesamt Energie der Sonne zu verwenden, in diesem Fall eine lohnende Angelegenheit, da die Energiespitze hervorsticht, selbst durch die Sphäre selbst. In diesem Fall scheint es sich obendrein noch um eine riesige Werft zu handeln: die Aufbauten sind an der Sphäre selbst und metallreiche Asteroiden werden direkt an Ort und Stelle zerkleinert und Verarbeitet. Über die Effizienz der Einrichtung kann ich nichts sagen, doch ich schätze, dass man hier Stündlich mindestens ein Dutzend Schiffe aus der Taufe hebt." Abyss lies eine Pause. „Analyse. Dieses Konstrukt kann jedoch nicht von der Allianz erschaffen worden sein." „Wieso?" „Weil es sich im Subraum befindet, dem was ihr Shaw-Fujikawa-Raum nennt." „Woher willst du dann wissen, dass es die Allianz nicht erschaffen haben kann?" „Ganz einfach, wir haben hier eine Allianz-Datenbank und eine Allianz-Slipspace-Matrix. Dann eins und eins zusammenzählen und fertig ist die Rechnung." „Kannst du sonst noch etwas über dieses Konstrukt sagen?" „Es sind mehrere Hundert Schiffe, ein Dutzend Basen und über die Pysikalischen Eigenschaften analysiere ich grade. Einen Augenblick bitte." Abyss' Hologramm verschwand einen Moment lang, ein Zeichen dafür, dass die gesamte Rechenleistung des Computerkernes verwendet wurde und keine zur Auflösung des Hologrammes mehr übrig war. Schließlich erschien Abyss wieder. „In den Blutsväterdaten, die in Tactical Commander Sherman's Neuralnetz hochgeladen wurden sind Pläne von diesem Konstrukt enthalten. Das Konstrukt wird im Subraum gehalten, solange 80-90% der von der Sonne abgestrahlten Energie aufgefangen werden kann." Haverson ballte die Fäuste. „Also haben wir nicht nur einen Blinden Passagier am Bord, der jeden von uns augenblicklich umnieten könnte, sondern sind unabänderbar auch noch auf dem Weg in unser Verderben, oder?" „Eine solche Analyse zu ziehen stimmt mit meiner vollkommen überein." „Na gut, Abyss, dann wirf den Replikator an!" Augenblicklich leuchtete das Terminal neben dem Brain Pod auf der Brücke auf. Haverson machte einen entschlossenen Schritt darauf zu. „Was hast du vor?",fragte Johannesen. „Das einizig richtige!" Haversons Finger Tanzten über die Konsole. „Wenn ihr wollt, könnt ihr mir folgen. Ich zwinge keinen." Johannesens Stimme schien entschlossener. „Was hast du vor?" „Ich hole mir eine von Tinx' Spezialpanzerungen und gehe das Vieh jagen. Mit dem Zeug bin ich diesem Vieh vielleicht ebenbürtig." „Wie bitte?" „Wir haben die Wahl: wir kümmern uns um die Allianz und bereiten uns darauf vor, während wir auf der Reise sind und sterben weil uns das Wesen vielleicht in der Schlacht in den Rücken fällt. Gehen wir es umnieten und kümmern wir uns danach um eine Lösung dieses Problemes." „Sehe ich irgendwie genauso.", mischte sich Walker ein. „Ich auch",sagte einer seiner Mitstreiter der Miliz. „Und du?" Johannesen nickte. „Vielleicht lebt Tinx ja noch wenn wir schnell machen." „Dann sollten wir alles daran setzen, dass wir ihn noch lebendig erwischen." „Egal, ich glaube wir sollten uns eine Strategie überlegen, wie wir es vernichten." Und der Brain Pod begann seine Arbeit zu verrichten, während ein Schlachtplan erstellt wurde...

Und Tinx war noch am Leben. Die Skorpionsschwänze der Kreatur legten sich an seine Schläfen und begannen zu summen, wie Elektroden. Eine Stimme, dunkel und kalt, allerdings auch angenehm sprach zu ihm. Bei Bewusstein? Willkommen zurück. „Was bist du?" Das Wesen blickte ihm in die Augen. Ich bin der Krieg, der in deinem Inneren Tobt, den du nicht hinter dir lassen kannst. Ich bin der, der sich an deinem Schmerz labt und ihn gleichzeitig tausendmal mehr bedauert. Ich bin die Träne derer, die sinnlos starben. Ich bin das reine und legitime Kind der Sterne. Ich bin allen überlegen, der Beweis gegen bin transzendent. Ich bin Ambivalent. Ich bin das Staubkorn, welches im All treibt. Und ich bin der Kosmische Sturm, der es den Weg allen seins gehen lässt. Ich bin das was auch immer du fürchtest, der Schatten in der Schwärze. Ich bin das Licht, dass alle Schatten verschwinden lässt. Ich bin Liebe, Ich bin Hass. Ich bin die Nacht deines Tages. Ich bin der Meister. Ich bin des Meisters zehn Diener. Ich bin alles und ich bin nichts. Ich bin überall und nirgendwo zugleich. Ich bin der Diener der lange toten Meister und ich bin der Meister der frischtoten Kämpfer. Ich bin das wovor du am meisten Angst hast in Fleisch. „Schön, da wir das nun geklärt haben, bleibt die Interessantere Frage: Was willst du hier?" „Es ist Schicksal, oder auch Zufall, dass ich euer Schiff erwischt habe, die ihr selber Marodiert. Mir wäre ein weiteres Allianzschiff wesentlich mehr zu Pass gekommen." „Kämpfst du gegen die Allianz?" „Für euch relevant schon." „Wieso?" „Niemand, der in der Lage wäre mir etwas zu befehlen lebt mehr, aber es gibt viele, die sich das Anmaßen. Und jeder der das versucht, betrügt mich und meine Herren, selbst wenn sie tot sind. Die Allianz instrumentalisiert eine falsche Wahrheit um irrelevante Ziele zu erreichen." „Was für eine falsche Wahrheit?" „Dass nur sie in der Lage und legitim sind die Macht der Blutsväter zurückzufordern. Jede Rasse hat das Recht darauf und jede Rasse, die danach strebt die Fragmente zurückzufordern die ihnen nicht gehören verliert den Anspruch auf jegliches Erbe." „Aber du bist an nichts mehr gebunden, oder?" „Nur noch daran diejenigen die sich durch Lügen dazu ermächtigt haben, das Erbe das ihnen nicht zusteht zu in Anspruch zu nehmen und zu verwenden einen nach dem anderen zu jagen und zu töten!" „Und das heißt im Klartext?" „Ich sehe zu, dass ich die Allianz zerschlage und jede ihrer Rassen einzeln vernichte. Und dann nehme ich mir den Rest des Universums vor." „Wieso?" „Ich muss mich nicht rechtfertigen. Ich tue es einfach. Ich befriede das Universum." „Dafür wurdest du geschaffen, oder?" „Ja, um die Kriege zwischen den Blutsvätern und den Flood zu beenden und meinen Herren zu dienen. Für nichts anderes." „Und den Krieg gegen den Parasiten beendest du am besten in dem du den Wirt vernichtest." „Richtig. Die Allianz war dumm genug die Flood auf Halo zu befreien. Und nun sind sie der Nährboden." „Woher weißt du von Halo und der Schlacht darauf?" „Woher du, Chris Sherman, du warst garnicht dort." „Da hast du Recht. Ich habe die Aufzeichnungen über die Schlacht um Halo studiert." „Und ich ebenso." „Nur dürften deine umfassender sein, oder?" „Allerdings. Durch die Vernichtung des Haloringes und der Freisetzung der Flood, habt ihr allerdings die Chance vertan dass ihr sie ohne die Aktivierung des Ringes vernichten könnt." „Wie meinst du dass?" „Die Haloringe sind mein Anorganisches Gegegenstück. Sie vernichten alles, das für die Flood als Nahrungsquelle und Wirt wichtig wäre. Alles." „Biotypen aller Art, oder?" „Richtig." „Und was nun?" „Du hast zwei Möglichkeiten, Chris Sherman: Erstens, du lässt mich gewähren und schießt mich in Richtung der Allianz in einem Raumfahrzeug. Zweitens: ich töte dich und den Rest der Mannschaft und nehme dieses Schiff als Weg mich mit der Allianz zu messen." In Tinx wirbelten Gedanken. In einer Situation, in der er sich entscheiden musste, hatte er immer das kleinere Übel gewählt, doch was war das hier? Würde es einen Unterschied machen? So wie das Wesen es sagte nicht. Doch es gab einen, wenn er dem Wesen half, im zustimmte und es dann überrumpelte, wäre das die einzige Möglichkeit das Wesen auszuschalten, wenn man es durch einen offenen Kampf nicht konnte. Tinx wägte ab. Das Wesen gegen die Allianz verwenden, den Krieg beenden und dann das Wesen erledigen. Schöne Idee. Aber dieses Wesen war böse. Wenn er es frei ließ würde es niemals zu stoppen sein. Was war überhaupt das böse? Gab es notwendiges Übel? Lies sich eine Entscheidung zum kleineren Übel richten? In diesem Moment nur auf eine Weise. „Dann ist mir ersteres lieber." Die beiden Skorpionsschwänze zogen sich zurück und das Wesen nahm einen Schritt zurück. Dann brach die Kammer des Belüftungssystemes plötzlich nach unten zusammen...

Kapitel 29 Teil 5

Zeitpunkt Unbekannt

Heart of Abyss

Unbekanntes System

Irgendwo im Slipspace

Die Lokalisierung des Wesens war kein Problem gewesen, ebenso wenig die Ausrichtung einer Gatlingbatterie. Die Frage war gewesen, wie man ein solches Wesen kalt stellte und Haverson hatte die Lösung gefunden. Um diese jedoch zu erreichen, würden die Anwesenden ihren Feind in einem speziellen Irrgarten langsam aber direkt in die Falle locken. Die Gatlinggun feuerte, lies den Teil der Lüftunsganlage zusammenkrachen und nach unten sacken. Das Wesen fiel heraus und wurde direkt anvisiert. Kugeln zerfetzten die Luft und trieben das Wesen in die Richtung, in der der einzige Ausweg aus dem Schussfeld gelassen war: den Gang hinunter und rechts um die Ecke. Und das Wesen verhielt sich wie Haverson es geplant hatte: Es schoss durch den Quergang auf den nächsten Hauptgang zu, in dem zu seiner rechten eine weitere Geschützbatterie aufgestellt worden war. Ein Trommelfeuer von der Seite trieb das Wesen links herum den Gang hinunter, vorbei an mehrfach gepanzerten Türen und ebenso akribisch wie hermetisch verschlossenen Wartungsgängen und Luftschächten. Von Kugeln gepeitscht hetzte das Wesen den Gang entlang auf eine massive Panzerwand zu, zu deren Linken ein weiterer Seitengang freigelassen worden war. Ihm blieb nicht die Zeit sich umzuschauen, denn an der ersten Ecke stand Walker, gehüllt in eine der mächtigen Spezialrüstungen und ein Hochgeschwindigkeitsgewehr im Anschlag, welches er direkt und gut gezielt in Richtung des Wesens feuerte und es den Seitengang hinunter trieb. Die Panischen Fluchtreflexe des Wesens ließen keinen Stopp oder eine Hinterfragung der Flucht zu, denn jedes Mal, wenn es einen der Posten passierte wurden sie erneut ausgeöst. Langsam aber sicher trieben sie ihr Ziel auf die Falle zu, wobei die Posten die das Wesen grade passiert hatte sich durch Wartungstunnel weiter bewegten um die Hetzjagd fortzusetzen.

„Am Leben, Tinx?" Johannesen lies sich neben Tinx nieder, der nach dem Wesen aus dem Lüftungsschacht geplumpst war. Im Gegensatz zu dem seines Feindes war sein eigener unangenehmer verlaufen. „Ja, aber viel mehr auch nicht! Ihr habt mir echt den Arsch gerettet!", keuchte er und wurde von Johannesen hochgezogen. „Noch haben wir das Vieh nicht in der Falle!", sagte Johannesen. „Was habt ihr denn geplant?" „Wir werden das Kerlchen in einen der Frachträume jagen, die Atmosphäre an allen ecken gleichzeitig abpumpen und Schwerkraft abschalten. Das sorgt dafür, dass das Vieh in die Mitte des Raumes gelangt und damit das auch so bleibt baut Abyss in dem Augenblick ein Trägheitskompensationsfeld der Stufe sieben auf." „Sodass es dort faktisch auf ewig gefangen ist." „Richtig." „Die Jagd ist noch nicht vorbei, oder?" „Ganz bestimmt noch nicht." „Dann sollten wir zusehen, dass wir unseren Teil dazu beitragen!",sagte Tinx. Johannsen warf ihm ein Hochgeschwindigkeitsgewehr zu. „Sehen wir zu!" Tinx zögerte. „Was hat die Sonde ergeben? Wo fliegen wir hin?" Johannesens Züge zeigten, dass sie einen inneren Konflikt zwischen einer Lüge und der Wahrheit kämpfte. Die Wahrheit siegte. „Wir haben eine der Hauptwerften der Allianz in einer Blutsväterkonstruktion durch die Sonde gesehen." „Welche Dimension?" „Ein ganzes System samt Sonne und dutzenden planetengroßen Werften. Abyss hat einen speziellen namen dafür fallen gelassen, Tison-Kugel oder so ähnlich." „Dyson-Sphäre?" „Ja, ganz genau so." „Scheiße! Haben wir den Kurs ändern können?" „Bis jetzt noch nicht." „SHIT! Das heißt, wir haben ein echtes Problem auch wenn wir das Vieh loswerden. Die werden hunderte Schiffe zur Hand haben. Das heißt, wir sind ziemlich am Arsch." Johannesen nickte. „Allerdings. Ich glaube wir sollten uns erstmal um unser aktuelleres Problem kümmern, denn wenn wir pech haben, leben wir nicht einmal lange genug um uns über unser anderes Problem zu freuen!" „Dann sollten wir reinhauen!" Tinx und Johannesen wetzten einen Gang entlang, den Abyss eigens für diesen Zweck geöffnet hatte. Als dieser kleine zwischengang sich mit dem normalen Gang traf, hob Johannessen ihre Waffe und entsicherte sie. „Sieh zu, dass du den Quergang bis zum nächsten einfach weitergehst und eines der Geschütze bemannst!",sagte sie und Tinx lief weiter durch einen sich öffnenden Quergang, der sich hinter im schloss. Als er wieder auf den Gang traf, war dort eine Kreuzung von Gängen, von denen einer verschlossen war. Einer kam von rechts, der Weg nach links war verbaut und an dem in seinem Rücken befindlichen Teil der Kreuzung war ein Geschütz mit zwei Gatlingguns aufgebaut, hinter dass er sich nun stellte und es in Betrieb nahm. Ebenso aktivierte Tinx sein Funkgerät wieder und der erste Spruch traf direkt ein. Es war Haverson „...erwischt, Walker, du bist als nächstes dran, ich gehe zur letzten Position über. Sobald es euere Positionen passiert hat, klemmt euch an es dran und feuert. Das ist quasi die Zielgrade!" „Roger.",kam es vielstimmig zurück. Durch den Gang zu Tinx rechten hallten Echos von Feuersalven. „Walker hier, ich habs und klemm mich dran!" Eine weitere salve folgte eine Minute später. „Johannesen hier, habs und schließe mich Walker an. Tinx, lass die Geschütze warm laufen!" „Mache ich!",sagte er augenblicklich und drückte auf den Auslöser, der die beiden Kanonenbündel schnell rotieren lies. Dann sah er es... Und riss den Abzug durch. Mehrere Hundert Kugeln Munition fegten durch den Raum, als Tinx die Waffe von rechts nach links zog und das Wesen in den Gang direkt vor sich trieb. Doch er hörte nicht auf zu feuern, sondern lies das Geschütz weiterhämmern, bis die Temperaturleiste das Maximum erreicht und die Waffe abgeschaltet hatte, dann schloss er sich den laufenden Soldaten an. „Hier.",sagte Johannesen und warf ihm etwas, das wie eine Harpune aussah zu. „Sieh zu, dass du gut zielst, du hast nur einen einzigen Schuss! Wir werden es festnageln, aber dann muss deine Antwort kommen!" Tinx nickte. Am Ende des Ganges, auf das das Wesen in seiner Flucht zulief stand Haverson – komplett gepanzert und mit seinen zwei Schwertern ausgerüstet vor einem sich langsam öffnenden Panzerschott. Das Wesen sprang auf ihn zu und im selben Moment hieb Haversons Klinge gegen die Brust des Wesens und schleuderte es zur Seite, doch es dauerte nur einen Sekundebruchteil, bis das Wesen wieder auf den Beinen und in Angriffsposition war. Es versuchte erneut Tinx anzuspringen, doch dieses Mal schlug Haverson mit dem anderen Schwert, in seiner linken Hand zu, riss eine tiefe Wunde in die Kreatur, schleuderte sie zu Boden und lies sie unkontrolliert zucken – Anscheinend hatte Haverson einen anständigen Stoß Elektrizität aus der Panzerung herausholen und in die Klinge leiten können. In diesem Moment eröffneten Walkers Begleiter und Johannesen das Feuer auf die am Boden liegende Kreatur. Die Kugeln hämmerten auf den Körper des Wesens ein und Tinx roch seine Chance. Er zielte, legte an und drückte ab. Doch die Harpune verfehlte ihr Ziel, als das Wesen aus seiner elektrischen Paralyse zurückkehrte und mit einer flinken Bewegung die umstehenden zu Fall brachte. Der Metallpfeil bohrte sich in die Decke des Ganges. Haverson war schneller wieder auf den Beinen als der Rest, packte seine Waffen und holte zu einem Kreuzhieb, doch das Wesen wich mit einem Sprung in die Luft aus, was Haverson als Provokation nahm und mit dem rechten Schwert das Wesen seitlich zu treffen versuchte, was dieses Mal ebenso misslang. Das Wesen landete kurz auf dem Boden, machte einen Satz, was es auf Augenhöhe mit Haverson brachte, und drehte in der Luft einen Rückwärtssalto, wobei Haverson von den Beinen des Wesen gegen Brust und Helm so heftig getroffen wurde, dass er nach hinten fiel und seine Waffen verlor. Tinx war als zweiter wieder auf den Beinen und sah, wie sich das Wesen auf Haversons Brustplatte stellte und einen seiner langen Skorpionsschwänze hob, um Haverson den Rest zu geben. Hinter dem Wesen war das Panzerschott vollständig offen. „ABYSS! Schließe das Schott!",schrie Tinx in den Funk. Haversons Waffe, die zu seinen Füßen gelandet war, das Wesen, das direkt vor der Tür stand und die sich langsam schließende Tür bildeten eine Linie. Eine Linie... Vor seinem Inneren Auge erschien wieder Sarah und die Stimme in seinem Kopf brüllte ihn an „DEIN HANDELN KANN NICHT GERECHTFERTIGT WERDEN!". „VERSAGER!",donnerte eine andere Stimme „DU WERTLOSER IDIOT HAST SCHON MEHR ALS EINMAL LEUTE STERBEN LASSEN! WARUM SOLLTE DASS HIER ANDERS SEIN? WARUM SOLLTEST DU JETZT DAS UNIVERSUM DAVOR SCHÜTZEN KÖNNEN?" Aus seinem Eigenen Mund hörte er seine Antwort: „NEIN! Ich Werde diesmal nicht scheitern! Warum? Ich weiß nicht warum, aber ich weiß es einfach!" Der Anblick vor seinem inneren Auge verschwand und die Realität hatte ihn wieder. Die drei Dinge bildeten eine Linie in seinem Kopf... und Tinx war im nächsten Moment so schnell, dass es selbst das Wesen überraschte. Er packte Haversons Schwert vom Boden, sprang auf das Wesen los und stach das Schwert in seine Brust, dass es auf dem Rücken wieder herauskam. Das Wesen wirkte wie betäubt und diesen Moment brauchte Tinx um ihm seinen Fuß vor die Brustplatte zu jagen und es mit einem Tritt ins innere des Schotts zu befördern. Das Wesen bäumte sich auf und rannte auf die letzte Nische zu, die das Schott ihm noch zum durchkommen lies, doch Haverson – dank der Rüstung – unter dem Einfluss einer Cherobininjektion reagierte schneller. „ABYSS, PUMP IN DER SEKTION DIE ATMOSPHÄRE AB UND DANN AKTIVIERE DEN CAGE!" Und Abyss gehorchte. Das Wesen schaffte es noch einmal bis fast zum Ausgang vorzudringen, Tinx mit vor Hass brenneden Augen anzusehen und einen Todesschrei auszustoßen, den niemand der Anwesenden jemals vergessen konnte. Das Panzerschott schloss sich. „Erreiche Zielsystem in Zwanzig Minuten!", Lies Abyss durch das Innere des Schiffes dröhnen.

In dem hinter dem Schott entstehenden Vakuum verschwand fast im selben Moment noch die Schwerkraft. Die Nanobiomaschinen des Wesens mochten sich durch alles fressen können, doch waren sie nicht schnell genug binnen weniger Sekunden eine spezielle, mehrfach beschichtete Titan-Vanadium-Keramikklinge aufzulösen. Im nächsten Augenblick wurde des Wesen von einem Magnetfeld sondergleichen erfasst und in die Mitte des Raumes bewegt, wo sich nun auch ein Trägheitsdämpfungsfeld aufbaute. Es war gefangen, unfähig sich zu bewegen, denn es hatte nichts gegen das es sich hätte abdrücken können und fixiert, dazu gezwungen sich selbst zu verzehren um am Leben zu bleiben. Es wollte Schreien, doch dazu war es längst nichtmehr in der Lage...

Kapitel 30

Das Ende des Krieges

„Feindliche Armeen mögen sich gegenseitig Jahrelang bekämpfen, doch entschieden wird der Krieg in wenigen Tagen."

Sun Tsu – die Kunst des Krieges

Tinx schloss das Schott hinter sich. So gut Haverson auch durchdacht haben mochte, das Wesen kaltzustellen, so sicher war, dass es nur eine kurzweilige Lösung war. Es wirklich loszuwerden wäre schwierig und nun hatte er andere Probleme. „Abyss, was sagen die Scanner?" „Wo wir hier hinein fliegen ist der sichere Tod, wir müssen getarnt bleiben, sonst sind wir binnen der ersten drei Minuten Hundefutter." „Slipspacematrix?",fragte Tinx. „Vollständig entladen, dauert eine Weile bis die wieder nutzbar ist." „Das heißt, dass wir richtig am Arsch sind, oder?" Tinx legte den Kopf in die Hände und dachte nach. Der Gedanke, der ihm zuerst kam, war, dass dieser Zufall nicht nur Pech, sondern zugleich eine Chance war. Aus diesem Gedanken, aus der militärisch hoffnungslosen Lage und den Möglichkeiten der Abyss reifte ein Plan, der ihn zwar selbst befremdete doch gleichzeitig überzeugte. Er wandte sich den anwesenden Soldaten zu. „Ihr seht zu, dass ihr euch die übrig gebliebene Korvette krallt und aus dem System flüchtet. Das Coleprotokoll wird beachtet, Zufallskurs aus dem System und von dort aus weiter bis zur Erde!" „Was hast du vor?",schnarrte Haverson. Tinx atmete einmal ein und aus. „Ich werde die Abyss in eine große Bombe verwandeln und ins Zentrum dieser verdammten Sphäre schicken, bevor ich mich auch dünne mache." Haverson salutierte kurz. Dann rannte er los, Walkers Leute im Schlepptau. Johannesen blieb stehen. „Ich will ... nicht ... dass du... das machst!" Sie blickte ihm in die Augen und er sah Tränen ihre Wangen entlang laufen. „Ich muss!" „Um welchen Preis?" „Die Abyss und dieses Wesen." Sie machte einen Schritt auf ihn zu. Er war einen Moment lang von der Aktion einfach nur gefesselt. Und diesen einen Moment lang brauchte sie, um ihre Lippen auf die seinen zu pressen. In Tinx stabiler Welt aus Eis begann etwas zu bröckeln und eine Lawine zu verursachen, die ihn dazu zwang es zu erwiedern. Dann lösten sie sich. „Verstehst du?" „Ja, ich verstehe." „Komm wieder!",hauchte sie. „Natürlich werde ich das!", Tinx setzte seinem Gefühl zuwider und mit der allergrößten Anstrengung sein bestes Lächeln auf. „Du brauchst dir keine Sorgen machen!" „Ich will dich nicht verlieren." „Das wirst du nicht!" Sie sah ihn noch eine Sekunde lang an. Dann drehte sie sich um und rannte los. Tinx lag immernoch der Geschmack ihrer Tränen auf der Zunge und er fragte sich, warum es auf einmal so sehr schmerzte, Menschen anzulügen. Die Abyss verlassen? Nein, er musste sicher gehen, dass alles nach Plan lief, bis zum Ende und das war nicht anders möglich. Er fragte sich, ob es ein Schicksal gab, welches derart Ironisch mit ihm spielte, oder ob er einfach Pech gehabt hatte. Jahrelang hatte er gekämpft, um dem Frieden näher zu kommen, Jahrelang war er dem Tod nur knapp entkommen und nun, da der Friedenn – und in Johannesen auch ein Glück, dass ihn von seinen Traumata hätte heilen können - in greifbare Nähe gerückt war, musste es enden. Tinx riss sich aus seinen Gedanken und rief nach Abyss. „Triebwerke zum Maximum und die Überlastungsabfolge aller Reaktoren in vollem Maß aktivieren!" „Countdown? Soll ich die Munition und den Brain Pod mit hochjagen?" „Berechne bitte den Weg ins Zentrum der Sphäre und lass die Waffen und Schilde aktiv! Ich will, dass wir mit den nicht nuklearen Waffen des Schiffes alles Platt machen, was sich uns auf dem Weg stellt! Bleib bis wir zwei Minuten entfernt sind getarnt!" „Sonst etwas?" „Ja,Leite alle Kontrollen auf die Konsole im Feuerleitstand um! Und nimm alle Geschütze in Betrieb, sobald ich dort bin und die anderen Abgelegt haben." „Sonst etwas?" „Sobald sie gesprungen sind, vernichte alle Rettungskapseln und Schiffe! Ich kann nicht riskieren, dass dieses Wesen die Chance hat, noch einmal der Vernichtung zu entgehen. Außerdem will ich, dass du die Daten, die das System enthält zusammen mit einem Minimum an Nanomaterie und deinem Geist in die modifizierte Slipspacesonde geladen werden und diese in Position gebracht wird! Abyss, wir Guten sterben Jung und ihr Bösen garnicht, bleib solange im System, bis ich die Sonde zum Schuss auf die Erde bereit mache!" „Ist akzeptiert." Tinx nahm den langen Weg, der durch seine Kabine führte. Er griff nach den einzigen beiden Flaschen mit Alkohol, die ihm noch geblieben war. Langsam schlenderte er zum Feuerleitstand, öffnete die Tür und lies sich auf dem Sessel vor der Holokonsole und mit bestem Blick durch das Fenster nieder. Von diesem Ort im Schiff aus hatte man den besten Blick über selbiges. Vor ihm lag der Metallene Planet, der das Zentum der Sphäre bildete. „Wie lange?" „Dreißig Minuten!" „Das reicht." Tinx nahm seine Zigarrenschachtel aus seiner Jackentasche und warf seine Jacke weg. Das Scheppern der Waffen darin störte ihn nicht. Es wäre ohnehin sinnlos die Jacke und die Waffen noch greifbar zu haben, zumal das Wesen sowieso schneller mit ihm kurzen Prozess gemacht hätte als er hätte abdrücken können. „Die „Bündnis" ist eben gesprungen." „Dann vernichte die angedockten Schiffe, undzwar jetzt!" „So gut wie erledigt." Ein dumpfes wummern ging durch die Hülle, nicht mehr als nur ein kleines bisschen Vibration. Tinx steckte eine Zigarre an und nahm eine der Flaschen nach dem Zufallsprinzip. Der Whiskey. Er öffnete die Flasche und gab den Inhalt in das eben replizierte Glas mit Eiswürfeln. Dann nahm er einen Schluck und lies den Geschmack in seinem Mund Gestalt annehmen. Er schloss die Augen und dachte nach. Seltsamerweise kamen ihm keine Zweifel an seiner Entscheidung. Verdammt, jetzt bist du unter Garantie wahnsinning. Er zweifelte nicht daran, er glaubte langsam, dass es von Anfang an so gekommen wäre. Ihm gingen Stücke seines Lebens durch den Kopf. Er sah sich selbst, wie er sein Technikstudium mit Bestnote durchlief. Er sah sich, wie er Sarah küsste, eine fragile, leicht depressive Person, die er niemals ohne Augenringe gesehen hatte. Er sah sich selbst, wie er relativ kurze Zeit später hasserfüllt auf Allianzler schoss. Wahrscheinlich hatte er immer die Falschen getroffen. Er sah sich, bei seinem ersten Landurlaub, als ihm das erste Mal die Alpträume den Schlaf stalen. Und er sah die Konsequenz. Er sah sich selbst weglaufen von ihr. Er sah sich selbst vollkommen betrunken am Ende seines Landurlaubes vor ihr, bei dem Versuch ihr klar zu machen, warum er betrunken war. Er hatte damals nicht gewusst, dass es das letzte Mal gewesen war, dass er sie lebendig gesehen hatte. Als er sie das nächste Mal sah, war es zwei Monate später. Er kam zu seinem nächsten Landurlaub zurück in die gemeinsame Wohnung. Er sah sie, nur wenige Stunden lang tot, an einem Strick baumeln. Sie hatte niemals verkraftet, dass er sich verändert hatte. Und sie hatte nur eine einzige Konsequenz gesehen. Er sah sich selbst auf ihrem Begräbnis. Er sah sich selbst, wie er vollkommen gefühllos ihr Grab verlies. Nun würde niemand mehr um sie trauern. Er nahm noch einen Schluck und paffte an seiner Zigarre. „Abyss, die Zeit?" „20 Minuten." „Feindkontakt?" „Keiner. Aber ich sehe drei ihrer Festungsschiffe nahe des Wegpunktes." „Mach sie von der Tarnung aus alle, sobald sie in Reichweite sind." „Jawohl." „Und dann ziehe dich in die Sonde zurück. Ich werde dich zur Erde schicken!" „Sie sind sich sicher?" „Ja." „Gibt es noch irgendetwas, dass ich für sie tun kann?" „Musik!" „Welche?" „Meine Playlist nummer 4. Ich will noch ein einziges Mal dieses herrliche Zusammenspiel hören." „So gut wie erledigt. Ziele kommen in 10 Minuten in Feuerreichweite." Tinx schloss wieder die Augen und genoss die Mischung aus Neoklassischer Musik und Sinister Flip. Herrlich. Er nahm den letzten Schluck aus dem Glas und lies ihn im Mund kreisen. Wofür tat er das hier eigentlich? Für sich selbst? Nein. Für die Soldatenfrauen da draußen, deren Männer er schützen wollte? Vielleicht? Zukunft? Wenn er Pech hatte, gab es die bald nicht mehr. Er nahm die zweite Flasche, einen Pfefferminzlikör, goss ihn sich ein und trank das Glas in einem Zug leer. Nun war er hier. Er hatte sich gegen alles entschieden. Vielleicht war es gut so. Besser als zwanzig Jahre so weiter zu leben. Die Zeit, die er nichts tat, die er nicht arbeitete, war für ihn oft zur Folter geworden, weil er sich immer mehr mit seinen schlimmen Erinnerungen auseinandersetzen musste. Er dachte an Johannesen. Es tat ihm plötzlich wieder unglaublich weh, dass er sie angelogen hatte. Er würde nicht mehr zurückkehren. Er hatte im dunklen gelebt und er würde mit einem Feuerwerk enden. Es tat ihm weh. Hier saß er, wartete nur noch auf seinen Tod. War er jemals ein Mensch des Friedens gewesen? Wäre er es, wenn er jetzt zurückkehrte? Dann müsste er weiter leben. Er müsste aus so vielen Wegen zu leben wählen. So viele voller Leben, voller Wahrheit, voller Schönheit, aber auch so viele voller Schmerz. Vielleicht war er ab dem Punkt in seinem ersten ernsthaften Einsatz schon gestorben. Seitdem lebte er nur im Selbsterhalt. Er atmete, hielt sich am Leben. Im Leben. Einem Leben, dass er selbst niemals verstanden hatte. Denn man verstand das Leben nicht durch die Interpretation einer Formel. War er nicht aus diesem Grund jeder Entscheidung ausgewichen? In diesem Moment war es egal. „15 Minuten." Tinx zog noch einmal an der Zigarre und goss Whiskey nach. Es war Scheißegal, wie er gelebt hatte. Es war scheißegal, welchen Weg er genommen hatte, er würde im reinen kosmischen Sturm enden. Ein Sturm der zwei Gefahren gleichzeitig auslöschen würde. Er würde die Kernflotte und eine Werft der Allianz mit einem großen Knall vernichten und die größere Gefahr, das Wesen obendrein. Er schloss die Holokonsole, um das Schauspiel besser im Blick zu haben. Er sah seinen Feind in Metall. Er sah, wie sie dutzende neue Schiffe aus der Taufe hoben. Er sah, wie sie ihren Sieg über einen unglaublich unterlegenen Feind mit einem letzten zynischen Beweis feierten. Und er sah, wie er es beenden würde. Es war egal, wie viele Schiffe sie noch auf den Plan riefen. „Überlastungsabfolge initialisiert. Ziele in Feuerreichweite. Beginne mit Vernichtung." Aus dem Nichts donnerten Geschosse auf das erste Festungsschiff und fraßen es auf. Nummer 2 wurde von einer Zwillings MBK in den hintere Mittelsektion getroffen und brach auseinander. „Abyss, deaktiviere die Tarnung. Ich will, dass sie in ihren letzten Augenblicken verzweifeln!" „Zu Befehl!" Die Abyss erschien mit offenem Schussfeld zu Festungsschiff nummer drei, dass wenige Sekunden später kompromisslos von einem riesigen Plasmatorpedo erwischt wurde. „Ziehe mich jetzt zurück. Vielleicht werden wir uns in der Hölle sehen." Ein passender Kommentar und gleichzeitig ein sehr ungewöhnlicher für eine KI. Tinx lächelte vor Gefallen. „Ich bin mir sicher! Leb wohl Abyss, ich wünsche dir, dass du noch viele Mysterien ergründest!" Abyss erstarrte für einen Moment, sein Hologramm mit den wallenden Schatten schien für einen Augenblick zu erstarren. Dann fiel es aus. „Ich danke ihnen." „Nein, ich danke dir, dafür, dass du einfach da warst. Aber mein Weg endet hier!" Die Holokonsole spran an und zeigte an, dass die Überlastungsabfolge in wenigen Minuten ihren kritischen Punkt erreicht war und das die Sonde startbereit war. Er schoss die Sonde ab. Sie tarnte sich, nutzte die zuvor von Abyss berechneten und durch die beiden Slipspacematritzen erschaffenen Risse im Raum um dadurch gen Erde verschwinden. Tinx atmete durch und entspannte sich, da nun die wichtigsten beiden Dinge, die die Abyss ausmachten in Sicherheit und weiter für den Kampf oder Frieden – was auch immer kommen mochte – nutbar waren. Doch es dauerte nicht eine Minute, bis der taktische Alarm anschlug. Der Bewegungsmelder zeigte hunderte Schiffe von allen Seiten an, die auf die Abyss Kollisionskurs auf die Abyss setzten. Die würden maximal zwei Minuten haben, ihn zu stoppen und solange hielten die Schilde selbst dem stand, was von einem Trommelfeuer Trommelfeuer übrig blieb, wenn man die gewaltigen Triebwerke des Schiffes in die Rechnung mit einbezog, denen kein Schiff und kaum ein Plasmatorpedo Paroli bieten konnten. Er lehnte sich zurück. Er lies seine Sorgen von außerhalb entgültig zurück. Er kehrte zurück in seine Welt, jene Welt, die in weniger als Zehn Minuten enden würde. Er nahm noch einen Schluck und einen Zug. Er sah der Navigationsmarkierung entgegen, sah das von Allianzstahl reflektierte Licht der Sonne. Vier Minuten. Johannesen kam ihm wieder in den Kopf. Er meinte ihre Tränen durch den Whiskey immernoch zu schmecken. Seltsam. Er sah die Momente, die er mit ihr durchlebt hatte auf seiner Netzhaut. Bloody Desteny. Alpha Lyrae. Heimat in Flammen. Das große Morden. Die Hinterlassenschaften der Blutsväter. Cherubin. Die Thresher. Das erste Festungsschiff. Der Kampf gegen das Wesen. Ihr Kuss. Sein Letzter Blick auf sie. Drei Minuten. Plötzlich wurde es ihm klar. Er hatte es nicht aussprechen können. Er hätte es ihr in diesem Moment sagen müssen. Schon seit dem ersten er hatte es nicht getan. Er hatte sich gegen sie entschieden. Er hatte sich gegen das Leben entschieden. Was du fühlst, ist was du am Ende bekommst, aber wenn du es nicht kannst, bleibt dir nichts mehr über. Er nahm noch einen Schluck. In dem Moment, da er den Whiskey schluckte, vermisste er ihn schon. Er vermisste Sean und Jean. Er hatte sich von ihnen nicht einmal passend verabschiedet. Er vermisste Haverson. Er hatte ihn noch nicht einmal richtig kennen gelernt. Er vermisste Shoromee und die Unggoy. Er hatte noch nicht einmal sehr viel über sie gelernt. Er vermisste alle anderen. Er war blind gewesen und hatte es auch nicht gefühlt, also blieb ihm nichts. Er vermisste sein Leben. Er vermisste seine Freunde. Er vermisste Johannesen. Vielleicht war es gut und nur rechtens so. Eine Minute. Er hob sein Glas, füllte aus den Resten der beiden Flaschen gleichermaßen nach. „Auf eure Zukunft, wegen der ich hier bin! Nehmt sie in die Hand und sichert sie! Sei wie du willst, gottgleicher Tod! Ich bin mein Himmel und meine Hölle! Ihr könnt mir das nicht nehmen da draußen! Nicht du, der du überall bist, nicht du, der du unten im Vakuum gefesselt hängst! Niemand! Auf das Leben, das so schön ist, dass ich es niemals gesehen habe! Auf das Ende des Krieges! AUF DEN FRIEDEN! AUF DIE NEUE WELT!" Er stürzte das Glas in einem Zug herunter, blickte auf die Anzeige und genoss seine letzten zehn Sekunden durch einen langen Blick in den Sonnenaufgang einer neuen, besseren Welt...

Zehn Sekunden später erreichten die Reaktoren der Abyss den kritischen punkt. Abyss hatte die Nanomaschinen zuvor angewiesen den Innenraum des Schiffes mit dem schwersten spaltbaren Material sowie unmengen an hochverdichtetem Wasserstoff auszufüllen, was in Kombination mit der auch nach innen extrem widerstandsfähigen Panzerung die gewaltige Bombe einen Moment lang zusammenballte und eine Explosion gleich einer Supernova entfesselte, welche sich in die Sphäre fraß und alles zwischen dem Feuerball und der Sphäre verdampfen lies. Binnen weniger Sekunden hatte sich die Explosionsherd, der die Sonne des Systemes ebenso zur Explosion gebracht hatte, abgekühlt und stürzte rapide zusammen, wodurch eine nackte Singularität entstand, die die Slipspace-Blase der Sphäre aufsog und im nichts der höheren Dimensionen verschwinden lies. Der Vernichtungsschlag gegen die Hauptwerft der Allianz erreichte das, was Billionen von Toten nicht erreicht hatten können: Er schaffte eine Voraussetzung für Frieden.

Epilog

„Even home, Set to Sea

Was this really meant to be

See the shores of our Homes fade away

Facing blood, Facing Pain

Have our brothers died in Vain?

Many lifes have been lost on the way"

Sabaton (Schwedische True- Metal Band), „Light in the Black"

Genau Fünf Jahre danach

Jota Doradus System

Planet Tinksher

New Angel City

Er liebte solche Gelegenheiten, wieder einmal in großer Runde zusammenzukommen. Ebenso sehr liebte er seine neue Heimat, die wesentlich schöner war, als sein alte es jemals gewesen war. Doch hätte man die Liebe zu diesen Beiden Aspekten seines neuen Lebens zusammengefasst und mit sich selbst potentiert, so hätte es niemal den Grad der Liebe erreicht, den er ihr und den Kindern entgegenbrachte. Viel hatte sich in vier Jahren verändert, der Krieg war vorbei und dieser Planet war der erste, auf dem sowohl Menschen als auch Ex-Allianzler ihren Frieden und ihre Heimat gefunden hatten. „Sean, unsere Gäste sind gleich da, sieh zu, dass du mit deinen Steaks zu Rande kommst!" Er lächelte. Mit einer Folge rascher Bewegungen wendete er die Steaks auf dem Grill. Manche mochten sagen, dass es primitiv war, andere wiederum, dass er keinen Geschmack habe, doch er hörte nicht auf sie. Kaum hatte er die Steaks gewendet, stoppte schon der erste Wagen vor seinem Garten und heraus traten Jean Vince und seine frisch geehelichte Frau Malice. Und dann kamen sie alle auf einmal, genauso wie er es sich gewünscht hatte: Haverson erschien, Walker, und fast gleichzeitig kamen Crushhead und Rafteran samt anhang an. Paladin kam mit seiner Familie und – und das efreute ihn am meisten der frisch gebackene Konsul der Sangheili auf dem Planeten Tinksher, Nori Shoromee, im Schlepptau ein Dutzend Unggoy, von denen einer ebenfalls ein Botschafter seines Volkes geworden war: Kakap. Rodriguez und Yee kamen und zuletzt auch Johannesen. Für einen einzigen Moment voller Hoffnung und Illusion dachte er, dass Tinx auch kommen würde. Doch dann besann er sich eines besseren. Tactical Commander Chris „Tinkerman" Sherman war bei seinem letzten Einsatz gestorben und hatte eine Anzahl an Abschüssen erreicht, die die der gesamten SPARTANER zusammen in den Schatten stellte. Ein schwacher Trost. Ein weitaus größerer war es, dass man diesen Planeten nach ihm benannt hatte. Sean musste einen Klos in der Kehle herunterschlucken. Vielleicht hätte es ihm gefallen. Er würde es niemals wissen, denn ganz egal was man noch tat, es würde Chris Sherman nicht wieder lebendig machen. Steaks wurden gewendet, gekühlte Getränke ausgeschenkt und man begann sich generell miteinander bekannt zu machen, wo man sich noch nicht kannte. Es wurde gelacht und Geschichten wurden erzählt. Sean blickte durch den Garten und sah seine beiden Söhne, Graham und Chris, mit den Grunts fangen spielen. Er musste lächeln. Vor etwas mehr als fünf Jahren hätte er diese Unggoy noch als Bedrohung wahrgenommen und erschossen, aber hier und Jetzt war Frieden. Herrlich. Seine Sorgen hatten sich auf Alltagsdinge Reduziert. Nach seiner Rückkehr hatte er sein Studium beendet und war Lehrer geworden. Das Geld, dass ihm der UNSC hatte zukommen lassen hatte für den Aufbau dieser Existenz und einer ansehnlichen Altersvorsorge gereicht. Steaks wurden verteilt, es wurde gegessen, getrunken und sich unterhalten. Die Themen kreisten um den gemeinsamen Wiederaufbau der menschlichen Kolonien nach dem Krieg, die aktuelle Situation der anwesenden, die guten alten Zeiten, das Wetter und die schönen Regionen der Planeten in unmittelbarer Umgebung dieses Systemes. Sie sahen zurück, denn sie wussten nicht, wie es nach dem Aufbau weiter gehen würde. Vermutlich würde es früher oder später wieder Krieg geben, vielleicht nicht zwischen den Menschen und den Völkern der Allianz, vielleicht nicht zwischen Nationen und Planeten. Doch es würde ihn geben. Es war von anfang an eine Konstante in der Geschichte eines jeden Volkes gewesen. Sean hoffte, dass es eines Tages entgültigen Frieden geben würde. Er wurde wieder in die Realität zurück geholt, als die Steaks verputzt und die Teller abgeräumt und das Essen durch ein gemütliches Beisammensein ersetzt wurde. „Wisst ihr was heute für ein Tag ist?",fragte Haverson, der einen oder zwei Cocktails zuviel genossen hatte unbesonnen. Den meisten in der Runde sah man an, dass sie es sehr wohl wussten, es aber nicht aussprechen wollten. Haverson sah darin eine Bestätigung es auszusprechen. „Vor fünf Jahren haben wir Tinx zuletzt gesehen." Schweigen. Johannesens Gesicht erstarrte, wie es immer dann zu beobachten war, wenn sie sich in einer Situation ihrer Emotion entledigte. Wäre Haverson aufmerksamer gewesen, er hätte gemerkt, dass er ungewollt einen Volltreffer gelandet hatte. „Ist das hier ein einfacher Grillabend, oder eine Gedenkveranstaltung?",fragte Paladins Tochter. „Es war das eine, aber nun ist es zum anderen geworden.",sagte Sean resigniert. „Der verdammte Krieg ist vorbei, die größten Monster die er hervorgebracht hat sind tot. Und Tinkerman ist es auch.",sagte Rafterran. Johannesen hob die Stimme nur minimal, doch Ton und was sie sagte brachte alle wieder zum schweigen. „Sprich nicht so von Tinx.", flüsterte sie. Haverson hob sein Glas und sagte: „Dem kann ich mich nur anschließen. Ohne ihn wären wir nicht hier und würden uns diese Fabelhafte Völlerei gönnen. Auf Tinx und den Frieden." Stumm hoben Vince, Sean, Amy, Rodriguez, Johannesen, die Unggoy und Shoromee ihre Gläser und nickten. Die Situation war angespannt, einen Moment lang. Haverson hielt sein Glas einen Moment oben. In den wenigen Sekunden, die es oben war, flossen Seans Gedanken zu letzterem Punkt. Frieden. Endgültigen Frieden würde es niemals geben, da gab sich keiner der Anwesenden einer Illusion hin. Spätestens wenn die im Krieg gefallenen doppelt und dreifach nachgeboren waren, würden sowohl die Menschen als auch die einzelnen Völker des Friedensbündnisses das die Allianz ersetzt hatte wieder zu ihren Kinderkrankheiten zurückfallen und zu denen gehörten, Hass und Eifersucht, Habgier und Gewalt. Das Universum zu befrieden war Unmöglich – außer vielleicht man tat es den Unggoy nach, die dergleichen nicht kannten. Er hoffte dass es so werden würde. Noch war es nicht so weit – die Wunden die der Krieg gegen die Allianz gerissen hatte, mussten zuerst heilen. Sie würden langsam vernarben. Dass es wieder krieg geben würde, war keine Frage, die Frage war die nach der Zeit, nach dem Gegner und nach den Überlebenden. Doch Sean kam ein Gedanke, als Haverson sein Glas sinken lies. Er füllte sein Glas nach und hob es erneut. „Ich erhebe mein Glas auf unser zusammensein. Denn wo wir zusammenstehen, darf es keinen Zwist geben. Wir sind dürfen nicht zulassen, dass wir uns wieder spalten und bekriegen. Es ist an uns den Frieden zu bewahren, für den Chris Sherman und unzählige gefallen sind. Es ist unsere Pflicht den Krieg gegen den Krieg zu führen. Auf ihn!" Sie hoben ihre Gläser folgsam. Sie sprachen die letzten beiden Sätze mit und sie stießen an. Dann fiel die Spannung ab und die Freude des Zusammenseins kehrte zurück. Ihnen gehörte die Zukunft, ihnen gehörte nun der Frieden. Und sie würden beides nutzen. Sean lächelte und hob den Kopf zum langsam dunkler werdenden, klaren Himmel, auf dem sich die beiden Monde des Systemes und die Sterne zeigten. Ein einzelner Lichtpunkt erhob sich aus dem Dunkel und schien heller als alle anderen Sterne. Es war als ob diejenigen, die Sean gekannt hatte und die gefallen waren ihm ein Zeichen der Zustimmung gaben. Es war, als ob Tinx wohlwollend lächelte.

ENDE

Sicherlich werdet ihr euch jetzt fragen, ob noch mehr kommen wird. Ich will vorweg nehmen, dass das hier eine Liste von Anmerkungen und Danksagungen in Zusammenfassung sein soll. Soweit klar? Fangen wir am Anfang an: Der erste Dank auf meiner Liste gebührt meinem großen Bruder Felix C. „raZor" Girke, der mich mit dem Halo-Virus angesteckt hat. Und der kam zur passenden Zeit, zusammen mit zwei anderen Faktoren: der eine ist, dass ich zu diesem Zeitpunkt mein erstes Schreibprojekt endgültig bestattet habe und Ausgleich brauchte, der andere, dass ich ebenfalls ausgleich suchte für gewisse Alltagsaggression und schlechte Laune (Ums vorweg zu nehmen, Ich komme aus dem Sauerland, da ist das Wetterbedingt). Das Bündnis bot mir eine vollkommen neue Möglichkeit mit derartigen Dingen kreativ umzugehen und etwas konstruktives zu schaffen (dreieinhalb Jahre Arbeit und an die 200 Seiten und mehr Text dürften für sich sprechen ;)). Was mich zur zweiten Welle der Danksagungen bringt: ich hatte während der eigentlichen Schaffensphase immer gewisse Leute, die mich Tagsüber beschäftigt, inspririert und erfreut haben, während ich abends Bündnis schrieb. Daher ergeht mein Dank ebenso an Timo Linde, Ruben A. Fuchs, Sebastian Seibert und alle Member des Ex-Clans TdS sowie Sebastian Fessen-Fallsehr, Lukas F. Pudor, Peter Bierwirt, Martin Steiner und ein Heer von anderen, deren Namen ich – Anzahl sei geflucht – hier nicht nennen kann.

Wichtig bleibt zu sagen, dass ich selben die Muße hatte ein Projekt zu Ende zu führen und mir das, je mehr ich dem Ende des Bündnis entgegen kam. Doch da ich mich zu diesem Zeitpunkt in Kanada aufgehalten habe und neue Freunde gewonnen habe, möchte ich die als den einen Teil nennen, zum anderen die Belegschaft meines Onlineradios, wobei ich ganz besonders die Crew des Extreme-Streams von und die Redaktionscrew nennen möchte. Weiterhin ergeht herzlichster Dank an Mark „Masch" Schmale, der mich auf das schmale Brett des Radios geführt hat und Lucienne „Sonea" Dubro. Wenn ihr euch jetzt denkt „Menno, mach Schluss mit dem Geseier und Komm auf den Punkt!", dann wird das nichts, denn der kommt erst ganz am Ende ;).

Ab hier sind wir in der Analyse angekommen, die Analyse der Veränderung, und hier gibt es nur zwei Möglichkeiten. 1. Ich habe das Buch verändert. 2. Ich habe mich verändert. Von beidem möchte ich sagen, dass es reichlich zutrifft, wobei die Begründung für 1. aus leerem Papier beschriebenes zu machen vollkommen ausreicht. Die zweite Sache ist, niemand steht eine Solche Aktion ohne bleibende Schäden durch ;), sozusagen war es die klassische Kriegssituation. Ja, es hat mich verändert, zumindest in dem Aspekt, dass ich einen klaren Kopf behalten kann und mir nicht ständig Wirre Geschichten im Kopf herumspuken. Ich habe diesen Epilog mit einem Zitat der Band Sabaton begonnen, das aus einem Song stammt, der davon handelt, was nach dem Krieg kommt. Hierzu muss ich auch nennen, dass der Krieg aus der Geschichte der Menschheit eine Konstante geblieben ist und ewig sein wird, weshalb ich mich fühlte, dem Epilog diesen Aspekt zuzuführen. Denjenigen, die einen tieferen Sinn in dieser Geschichte suchen, möchte ich sagen, dass er es ist, den Krieg in Grausamkeit und Perversion mit all den Monstrositäten die er hervorgebracht hat darzustellen und im Epilog zu sagen, dass er permanent und nicht wegzudenken ist. Das Wesen, das ich selbst erdacht habe, ist die Lösung des Konfliktes. Befriedung durch Vernichtung ist die perverse Lösung der Gleichung und die Menschheit tendiert seit sehr langer Zeit dazu, sich zu dieser endgültigen anzunähern. Sich von dieser Lösung abzuwenden und den Frieden und dessen Sicherung im Miteinander zu suchen, ist die größte Aufgabe, mit der wir als Menschheit zu kämpfen haben, hatten und haben werden.

Tja, meinen Krieg hätte ich hiermit endgültig beendet, also ist es an mir den Refrain des Songs zu guter letzt niederzuschreiben, da nun Frieden ist und es darum geht, den Krieg, seine Taten und deren perversion niemals zu vergessen (Ja, das ist eine ziemlich zynische Auslegung des Textes und reißt ihn aus dem Zusammenhang, welcher ihn extrem heroisiert. Wir dürfen einfach niemals vergessen, denn im Vergessen und Verleugnen gehen wir einen weiteren Schritt auf das zu, was uns vielleicht irgendwann vernichtet) :

„When the War has been won

And the march home begins

What awaits has not yet been revealed

What was won – what was lost

Will our deeds be remembered?

Are they written on stone or in Sand?"

Und damit möchte ich die wichtigste aller Danksagungen aussprechen: Der- oder Diejenige der soweit gelesen hat. Danke, dass du dich mit meiner haarsträubenden Rechtschreibung und meinen kranken Gedanken beschäftigt hast, dass du durchgehalten und diesen Krieg zuende gebracht hast und hoffentlich dafür sorgst, dass es keinen wirklichen Krieg gibt. Du trägst die Verantwortung!

Der Bündnis Krieg ist lange vorbei und ich habe in keinster Weise aufgehört zu schreiben ;)

In der Hoffnung, dass man sich einmal liest

Robert Stefan „Impactsphere" Girke