Kapitel 1

Bella war nervös , als sie zum ersten mal die Tür zur High School aufstieß. Sie hatte das Gefühl, dass alle sie anstarren würden. Kein Wunder, sagte sie sich, in so einer verschlafen Stadt kommt höchsten alle drei Jahre mal ein neuer Schüler auf diese Schule. Sie hatte ja schon vorher geahnt wie es in Forks sein würde. Die Blicke der Anderen klebten an ihrem Rücken, als sie ihren Schritt beschleunigte und schließlich die Tür zum Sekretariat erreichte.

Die Sekretärin war sehr freundlich und zeichnete Bella die Wege zu ihren verschieden Stunden genau auf einem Plan des Campus ein. Bella war ihr dafür sehr dankbar, aber sie wusste sicher, dass sie sich trotzdem verlaufen würde.

Zusammen mit dem Gong betrat sie das Klassenzimmer, gefolgt von ihrem Lehrer. Nur ein Platz war frei im Raum, in der letzten Reihe. Sie setzte sich. "Öffnen sie bitte ihre Bücher und bearbeiten sie die Aufgaben, die wir letzte Stunde begonnen haben!" Der Lehrer- Bella wusste nicht einmal seinen Namen- verschwand hinter einem Buch. Er hatte sie nicht bemerk, doch sie war froh darüber sich nicht auch noch vor der Klasse vorstellen zu müssen. "Hallo mein Name ist Bella, und ich bin hier her gezogen, damit meine Mom glücklich werden kann!" Schon die Vorstellung davon hatte zu Albträumen geführt. Eine Weile starrte sie an die Tafel, während alle um sie herum Bücher aufschlugen, in ihren Taschen kramten und man immer mehr stifte auf Papier kratzen hörte. Sie konnte ja nicht die ganze Stunde so sitzen bleiben, oder? Sie musste wohl ihren Sitznachbarn fragen, den Sitznachbarn, der sie anstarrte, als wäre sie ein Monster, als ihm klar wurde, dass sie sich neben ihn setzen würde. Sie drehte sich langsam zu ihm um. Er hatte ein sehr schönes Profil. Markante Gesichtszüge, bronzefarbenes Haar, dass ihm in die Augen fiel. Aber seine Augen, die waren seltsam. Sie schienen nicht in dieses Gesicht zu gehören. Sie waren trübe, wirkten abwesend, naiv…, kindlich weich und naiv. Das passte nicht in seine starken, entschlossenen Gesichtszüge. Er bemerkte ihren Blick nicht. Vielleicht wird er ja häufig angestarrt, dachte sich Bella, bevor sie sich leise räusperte. Es schien ihn viel Anstrengung zu kosten, seine Augen von dem Buch zu lösen und ihr seine Aufmerksamkeit zu schenken. Zögerlich drehte er seinen Kopf zu ihr rüber. "Entschuldigung, aber ich bin neu, kannst du mir- äh, auf welcher Seite sind wir?" Sie spürte die Röte auf ihren Wangen, warum wurde sie rot? "S. 143", er schaute ihr nicht in die Augen, redete mit ihrem Kinn. "Dankeschön." flüsterte sie, sie musste Lachen, aus irgendeinem Grund mochte sie diesen seltsamen Kerl. Er hörte ihr leises Lächeln und blickte ihr in die Augen. Sein Blick streifte ihre Augen nur kurz, doch sein Blick schoss ihr in die Augen. Durch den ganzen Körper, bis sie ihn sogar in den Fußsohlen spürte. Sie hatte eine Gänsehaut bekommen. Sie wendete sich ab. Für den Rest der Stunde grübelte sie über ihre Gefühle nach, etwas was bisher noch nie nötig war und sie wusste nach der Stunde kaum noch, was für einen Kurs sie grad besucht hatte. Über seine Gefühle dachte sie nicht nach. Sie hätte sowieso nicht ahnen können, was er empfand, oder noch viel schlimmer, die Person die er stets seinen Freund nannte.