Teil 2
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Hermine wusste wie wichtig es war zu ihm durchzudringen.
Sonst war er vielleicht für immer in seiner zerstörten Welt gefangen.
Sie musste es schaffen.
„Severus, hör mir zu. Es ist nicht Deine Schuld. Sie hat etwas mit Dir gemacht."
Betrug, Betrug, hallte es in seinem Kopf.
„Es ist doch merkwürdig, dass Du plötzlich so gefühlt hast. Es muss ein Zauber sein, schwarze Magie. Irgendwas."
Betrug, Betrug.
„Severus, denk nach. Willst du es nicht herausfinden?"
Nachdenken, nein. Er wollte nicht nachdenken.
„Sie hat Dich betrogen. Dich betrogen. Willst du Dich nicht rächen?"
Rache, ja Rache. Er würde sich rächen.
Sein Blick wurde etwas klarer.
Hermine wusste, dass sie ihn irgendwie erreicht hatte.
„Ja, Rache."
Sein Körper straffte sich.
Er sah Hermine am Boden liegen. Sah das Blut.
War das sein Werk?
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Sie stand langsam auf. Ihr Kopf tat weh und sie wollte sich das Blut abwaschen.
Nein, er würde ihr nicht helfen, aber er würde sie wohl auch nicht angreifen.
Im Badezimmer schaute sie in den Spiegel. Der Abend hatte so schön begonnen.
Sie lies das Wasser länger als nötig laufen. Aber irgendwann musste sie Snape wieder gegenübertreten und warum das unvermeidliche heraus zögern.
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Severus Snape hatte sich hingesetzt.
Er musste nachdenken. Was war passiert? Wie konnte Madeleine diese Macht über ihn gewinnen?
Und was sollte er mit Hermine machen?
Sollte er sie um Hilfe bitten?
Würde sie ihm überhaupt noch helfen ?
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Hermine war so leise wie möglich aus dem Badezimmer aus dem Schlafzimmer. Sie wollte ihn beobachten, sehen was er machte.
Überrascht blieb sie stehen als sie Severus ganz entspannt auf ihrem Sofa sah.
Nichts deutete darauf hin, dass er noch vor ein paar Minuten voller Wut war. Wut auf sie. Wut auf die Welt.
Und nun tat er ganz unbeteiligt.
„Severus."
„Ja."
Sie ging zur Couch und setzte sich neben ihn. Aber anfassen – nein, das traute sie sich nicht.
Es lag nicht in seiner Natur sich zu entschuldigen. Und überhaupt, warum sollte er.
Aber irgendwie musste er das Eis brechen.
„Soll ich Dir etwas gegen die Kopfschmerzen geben?"
Sie schüttelte den Kopf.
„Nicht nötig. Ich habe schon etwas genommen."
Er nickte.
„Du hast etwas von Rache gesagt. Hilfst du mir ?"
Kamen diese Worte wirklich aus seinem Mund?
Severus fragte sich was mit ihm los war. Er brauchte Hermine Granger nicht um sich an einer Frau zu rächen. Keinesfalls.
Ohne ein weiteres Wort der Erklärung drehte er sich um und ging.
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Madeleine war so schnell es ging in ihr Quartier zurückgelaufen. Sie musste Hogwarts so schnell wie möglich verlassen. Aber das war nicht so einfach. Es gab so viele Sicherungsmassnahmen und dann gab es ja auch noch Voldemort. Sie musste nicht nur Snapes Rache entkommen, nein sie musste sich auch vor Voldemort verstecken. Für den Rest ihres Lebens. Oder solange Voldemort lebte. Sie atmete tief durch und begann das Zimmer mit einen starken Bann zu schützen. Hoffentlich hielt dieser eine Weile stand.
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Hermine war von Snapes Abgang überrascht.
Was sollte sie nun machen? Ihr Gedankengang wurde jäh durch ein Klopfen an der Tür unterbrochen.
„Hermine, bist du da? Es ist wichtig."
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Hermine rannte so schnell wie möglich durch die Gänge.
Schon von weitem hörte sie die laute Stimme des Professors.
„Professor Snape."
„Ah, die Kavallerie."
Hermine deute den zufällig Anwesenden an, dass sie die Situation im Griff hatte.
Als sie allein mit dem Professor war, sprach ihn Hermine erneut an.
„Was willst du hier?"
„Meine Verlobte besuchen. Schließlich …"
„Unsinn."
„Miss Granger. Gehen Sie.
„Nein. Severus, Du kannst Dich nicht an ihr rächen. Wie willst Du das tun?"
Sie sah in fragend an und als er nicht reagierte, fuhr sie fort.
„Sie hat einen Zauber über Dich verhängt. Er wirkt immer, wenn du in ihrer Nähe bist. Richtig?"
Er weigerte sich auf so eine Frage zu antworten.
„Soll ich Dir nun helfen oder nicht. Wenn ja, dann musst du mit mir reden. Du musst mir vertrauen."
„Vertrauen? In so einer Situation redest du von Vertrauen?"
Er konnte sich doch unmöglich selbst die Schuld geben. Ein Zauberspruch, was konnte man da schon machen, dachte Hermine.
„Ich habe ihr vertraut", sprach er leise weiter.
„Nie wieder. Nie wieder werde ich so dumm sein."
Seine Worte klangen so entschlossen, dass Hermine eine Gänsehaut bekam.
„Aber Du konntest nicht anders. Bitte Severus."
Severus ging zur Tür.
„Ich brauche Ihre Hilfe nicht. Ich brauche niemanden."
„Severus. Tu das nicht."
„Professor Snape. Wir sind nicht mehr im Schlafzimmer."
„Leider."
Snape sah sie überrascht an. Was meinte sie damit?
Hermine sah in seinem Zögern eine Chance. Sie würde alles, wirklich alles tun um ihn von seiner Rache abzubringen. Jedenfalls in dem Moment in dem er nicht klar denken konnte und wollte.
„Professor, wir könnten doch zurück zu mir gehen. Die Nacht miteinander verbringen."
„Ich brauche kein Mitleid."
„Ich weiß. Ich hatte Spaß und ich dachte, dass es Ihnen auch gefallen hat. Und wäre es nicht eine tolle Rache? Sie könnten Madeleine eifersüchtig machen."
Ihre Stimme nahm einen verführerischen Klang an.
Er war weiter skeptisch, sie fühlte es. Noch ein kleiner Anstoß – und er würde wieder in ihren Armen sein.
„Aber wie kann sie eifersüchtig sein, wenn sie uns gar nicht sieht."
Gut, dachte Hermine. Das war ein Problem. Aber zumindest hatte sie den Gedanken schon in seinem Kopf platziert.
„Na ja, wir könnte den Plan im Privaten besprechen, ein wenig üben und später wirkt es dann umso glaubwürdiger. Oder?"
Sie hatte ihn am Haken. Nun hieß es abwarten.
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Wenn es Severus nicht besser gewusst hätte, dann war er auch von Hermine verzaubert worden. Hatte Miss Granger schon immer eine so verführerische Stimme gehabt? Und warum fand er ihre Augen plötzlich so anziehend?
Was hatte sie vorgeschlagen?
Richtig – ein wenig Spaß in ihren Gemächern, in ihrem Bett.
Warum standen sie eigentlich noch hier?
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Sie wusste, dass sie gewonnen hatte als Snape sich umdrehte und ging.
Wortlos folgte sie ihm.
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„Professor, kann ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?"
Statt einer Antwort ging er zu ihr, nahm ihr Hand und zog sie ins Schlafzimmer.
„Ich bin nicht zum Reden hier."
Schließlich standen sie vor dem Bett und Severus setzte sich hin.
Hermine blieb vor ihm sehen und wartete.
„Versuch es gar nicht."
„Was?"
„Mich zu ändern. Wir kennen uns inzwischen lange genug und du solltest wissen, dass ich bin wie ich bin."
„Aber…"
Er schüttelte den Kopf.
„Du hast mich mit einem Versprechen hierher gelockt. Also?"
„Ich ? Den großen Spion hierher gelockt?"
Hermine versuchte den Ernst aus dieser Situation zu nehmen.
„Spiel nicht mit mir."
Statt einer Antwort beugte sie sich zu ihm und küsste ihn.
Er nutzte die Gelegenheit und zog sie zu sich aufs Bett.
Snape hatte sich bisher noch nicht die Zeit genommen ihren Körper zu erkunden oder sie ausführlich zu küssen.
Und genau danach war ihm im Moment zu mute. Merkwürdig. Eigentlich – nein, nur nicht darüber nach denken.
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Hermine hatte das Gefühl, dass sie Severus heute alles geben musste. Auch die Kontrolle über die Situation, ja über sie.
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Severus begann zu denken. Daran wie ihn Madeleine hingehalten hatte, wie sie mit ihm gespielt hatte. Und wahrscheinlich über ihn gelacht hatte.
Wut begann sich in seinem Körper auszubreiten.
Dann plötzlich fühlte er Hermines Körper unter sich. So willig, so warm.
Hermine, die mit ihm diskutierte und gekämpft hatte. Aber auch eine Frau, die mit ihm geschlafen hatte. Sich ihm hingegeben hatte. Sie hatte ihn nie betrogen.
Das Gefühl der Rache wurde schwächer, die Erregung und Leidenschaft größer.
Sie war sein.
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Seine Küsse wurden immer leidenschaftlicher, fordernder. Hermine genoss es. Aber sie wollte mehr. Vorsichtig löste sie sich von ihm. Sein Blick erstarrte.
„Ich will mich nur ausziehen oder stören Dich die Roben nicht?"
Statt einer Antwort verschwanden ihre Kleider und beiden lagen nackt auf dem Bett.
„Besser?", fragte er spöttisch.
„Viel besser."
Das fand er auch.
„Frierst du?"
Ihre Gänsehaut verwirrte ihn.
„Frieren? Oh, du meinst… Nein, ich bin aufgeregt, erregt. Kennst du das nicht?"
„Bei mir verändert sich jedenfalls nicht die Haut."
„Hey, du bist ja ganz schön frivol."
„Und du redest zuviel."
Sein Mund war jedenfalls mit anderen Dingen beschäftigt, er küsste sich seinen Weg zu ihren Brüsten.
Und dann zum Bauchnabel. Er begann sie zu Lecken was zuerst ein Lachen provozierte, aber als er damit weitermachte begann Hermine zu stöhnen.
Er hatte sie erfolgreich zum Schweigen gebracht.
Wobei …
„Gefällt es dir?"
Sie stöhnte auf.
„Willst du mehr? Soll ich weitermachen?"
„Ja."
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Wie konnte er sie nur so etwas fragen, dachte Hermine als seine Zunge ihren Bauchnabel verlies und weiter nach unten wanderte.
Noch nie hatte das jemand mit ihr gemacht. Küssen ja. Aber Lecken. Oh mein Gott. Hoffentlich machte er damit weiter.
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Inzwischen war er mit seinen Händen zwischen ihre Beine gefahren. Er berührte ihre Clitoris und spürte sofort wie feucht sie schon war. Eigentlich wollte er sich mehr Zeit nehmen, aber die Gefühle überwältigten ihn ein.
Mit seinem Knie presste er ihre Beine auseinander.
„Cherie."
Sie verstand was er meinte und nickte.
Sein Atem streifte ihr Ohr.
Er küsste sie leidenschaftlich und in diesem Moment war Hermine verloren.
Sie gehörte ihm allein.
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Als er in sie eindrang und sich bewegte, begann seine Wut zu verschwinden. Er verspürte keine Rachegefühle mehr. Nur noch das Begehren und die Leidenschaft, die sie in ihm entfacht hatte.
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Kapitel 6
Während sich Hermine um Severus „kümmerte", rief Dumbledore die anwesenden Mitglieder des Ordens zusammen. Eine Spionin unter den Diplomaten durfte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es konnte zu schweren Verwicklungen kommen und das würde den gemeinsamen Kampf gegen Voldemort erschweren. Zum Glück waren die anderen seiner Meinung und nach kurzer Zeit hatte man einen gemeinsamen Entschluss gefasst.
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Dumbledore nahm Harry und Ron zur Seite. Sie waren dafür verantwortlich, dass es keine Spur mehr von Madeleine's Anwesenheit geben würde.
„Geht vorsichtig vor. Wenn nötig löscht die Erinnerungen an sie aus. Um Hermine und Severus kümmere ich mich selbst."
Die beiden nickten.
„Professor Dumbledore, was passiert genau mit Madeleine?"
Der alte Zauberer schaute sie ernst an.
„Wir haben sie festgenommen und versuchen nun alle Informationen, die sie hat, aufzuzeichnen. Was danach passiert, entscheiden andere. Sie wird mit einer schweren Strafe belegt. Da gibt es keinen Zweifel."
„Und was ist mit Professor Snape? Jemand muss den Zauber brechen, der über ihn verhängt wurde."
Dumbledore schmunzelte.
„Ich glaube, dass wir uns darüber keine großen Sorgen machen müssen."
Harry und Ron sahen ihn ungläubig an.
„Sie wollen doch nicht, dass sich Hermine um ihn kümmert?"
Ron schüttelte sich.
„Ich denke, Miss Granger übernimmt diese Aufgabe sehr gern. Sie hat Zeit genug, denn ich werde sie als Hostess entlassen."
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Hermine und Severus verschliefen das Frühstück in der großen Halle und sie tauchten auch nicht zum Lunch auf.
Harry und Ron tauschten sorgenvolle Blicke mit Dumbledore.
Vielleicht hatte man die Situation falsch eingeschätzt ?
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Hermine räkelte sich zufrieden im Bett und schaute zu Severus.
Er schlief ganz friedlich.
Vielleicht eine gute Gelegenheit nach dem Rechten zu schauen. Vorsichtig stand sie auf und zog sich an.
Auf Zehenspitzen ging sie zur Tür und öffnete sie.
„Wo willst du hin?"
Sie drehte sich um.
„Ich wollte zum Headmaster und fragen was er unternommen hat."
Sie ging zurück zum Bett und setzte sich.
„Wir können uns nicht für immer hier verstecken."
„Warum nicht?"
Er wollte das Zimmer einfach nicht verlassen. Natürlich war das kindisch, aber hier war alles perfekt und draußen herrschte das Chaos.
Hermine antwortete ihn nicht. Statt dessen beugte sie sich zum ihm und küsste ihn leicht.
„Ich bin bald wieder da."
Severus nickte und lies sich wieder aufs Bett fallen. Er würde einfach warten. Zeit hatte er ja.
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Hermine konnte die Tür kaum öffnen. Ein großer Stapel von Briefen und Zeitungen türmte sich auch.
Sie hob alles auf und ging zurück.
„Severus, kannst du bitte schauen, ob etwas wichtiges dabei ist?"
Bevor er etwas sagen konnte, landete das Papier auf dem Bett und Hermine verschwand wieder.
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Dumbledore saß an seinem Schreibtisch als es klopfte.
„Kommen Sie herein, Miss Granger."
Sie atmete tief durch und ging hinein.
„Nun Miss Granger. Wie geht es Ihnen und Severus?"
Mit dieser Frage hatte Hermine nun wirklich nicht gerechnet.
„Gut."
„Haben Sie Ihre Post gelesen?"
Sie schüttelte den Kopf.
„Ich habe sie gerade erst gefunden. Entschuldigen Sie. Unser Verhalten ist nicht professionell. Wir hätten uns nicht verstecken dürfen. Aber ich dachte, dass es das beste für Severus wäre."
Der Headmaster nickte verständnisvoll.
„Verständlich. Aber wir haben uns Sorgen gemacht."
Hermine blickte schuldbewusst nach unten.
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Severus Snape blickte auf das Cover der Zeitschrift.
Ein großes Bild vom Ball und ein Interview mit den Mitgliedern der französischen Delegation.
Merkwürdig. Er fand kein Wort über Madeleine.
Auch auf dem Foto war sie nicht zu sehen.
Er wühlte in dem Stapel den Hermine bei ihm abgeladen hatte. Vielleicht gab es noch mehr Information.
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„Miss Granger. Ich bin enttäuscht von Ihnen."
„Was ? Aber ..."
Dumbledore hob die Hand.
„Lassen Sie mich ausreden."
Er drehte sich um und nahm ein Dokument von seinem Schreibtisch.
„Auf Grund der aktuellen Ereignisse sehe ich mich gezwungen Ihre Kündigung auszusprechen. Sie stimmen mir sicher zu, dass dies auf Grund der aktuellen Umstände die einzige Lösung ist."
Er wartete auf eine Reaktion von Hermine, aber sie war viel zu überrascht.
„Gut, dann ist das geklärt. Hier ist die Kündigung. Ich hoffe, dass Sie damit einverstanden sind."
Hermine nickte.
„Dann überbringen Sie die gute Nachricht. Severus wird sich bestimmt freuen."
Hermine war sich da nicht so sicher, aber was sollte sie machen. Was der Headmaster da andeutete, glaubte er wirklich, dass Severus privat an ihr interessiert war ? Vielleicht waren seine Aktionen nur Teil des Zaubers ?
Sie würde es wohl nur erfahren, wenn sie ihn direkt ansprach.
Je näher sie ihrem Zimmer kam, desto lauter wurde es. Und dann flogen auch noch zwei Eulen über sie hinweg. Was hatte das zu bedeuten ? Sie lief schneller und stand schließlich vor der offenen Tür.
Anscheinend hatte Severus Eulen aus aller Welt damit beauftragt Zeitungen zu bringen. Anders war das Chaos hier nicht zu erklären.
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Der Professor saß halbangezogen auf Hermines Bett und blätterte fanatisch in den Zeitungen. Es dauerte eine Weile bis er sie bemerkte.
Er deutete auf die Zeitungen auf der Erde.
"Nichts. Als wenn Madeleine nicht existiert hätte. Ich verstehe das nicht. Sie gehörte doch zur französischen Delegation und nun ?"
Hermine ging zu ihm hinüber und nahm ihm die Zeitungen aus der Hand.
"Wahrscheinlich hat sich der Orden um sie gekümmert. Sie war Spionin und hat schwarze Magie angewandt. Du weißt, was das bedeutet?"
Severus nickte.
"Also vergiss sie einfach."
"Das ist nicht so einfach. Ich wollte mich doch selbst um sie kümmern."
"Ich weiß, aber es ist besser so. Sie wird ihre Strafe bekommen und Du solltest sie vergessen."
Vergessen ? Severus lachte bitte auf. Das war ein guter Witz, oder ?
Hermine seufzte. Ihr war klar, dass es einfacher gesagt als getan wäre und sie hatte nicht wirklich geglaubt, dass ein Mann wie Severus Snape so etwas vergessen würde. Wenn sie Glück hatte, dann lernte er damit zu leben. Wenn sie Pech hatte, würde er sich von ihr abwenden um sich nicht immer erinnern zu müssen, dass sie Teil seiner "Schwäche" war.
Severus hatte den Seufzer gehört. Richtig, sie war ja bei Dumbledore.
"Was?"
"Ich wurde entlassen."
Er verstand nicht.
"Du weißt schon. Ich bin keine Hostess mehr."
"Oh."
Er wußte nicht was er sagen sollte und was sie von ihm erwartete. Er selbst hatte schon längst vergessen, dass es dieser Beruf gewesen war, der sie zusammengebracht hatte. Also für ihn machte es keinen Unterschied oder ?
Oder ?
"Hast Du die Arbeit gern gemacht?"
Sie zuckte mit den Schultern.
"ich weiß nicht. Vielleicht. Es hat Spaß gemacht so viele Menschen zu treffen und Teil der Geschichte zu sein, die Hogwarts schreibt. Und ich bin gern hier. Nun kann mich das Ministerium wieder an einen anderen Platz schicken."
Nur nicht darüber nachdenken, Hermine. Alle ihr Freunde war hier im Schloss. Sie wollte sie nicht verlassen. Ganz zu schweigen von Severus.
"Das Ministerium kann Dich wegschicken ? Einfach so ?"
War er wirklich so naiv gewesen zu denke, dass sie in seiner Nähe bleiben könnte ?
"Vielleicht findest Du eine andere Arbeit hier?"
Er konnte ihr ja schlecht sagen, dass er sie vermissen würde.
"Severus, du kennst doch das Ministerium. Die denken an sich und nicht an mich. Hier hatte ich mit Dumbledore einen Fürsprecher."
Er nickte. Vielleicht wollte sie lieber allein sein. Er sollte besser gehen.
Ein Schnips mit dem Finger und eine Hauself erschien.
"Bring das in Ordnung."
Nur einen Moment waren die Zeitungen ordentlich gestapelt und die Briefe segelten an ihr vorbei und landeten auf dem Schreibtisch nebenan.
"Ich sollte gehen."
"Natürlich."
Sie versuchte zu lächeln. Allein wollte sie nicht sein, eigentlich brauchte sie eine Umarmung und Zuspruch. Aber das war wohl zu viel verlangt.
Hermine rührte sich nicht von der Stelle als Severus an ihr vorbei ging. Sie hörte das Schließen der Tür und ein paar Sekunden später fielen die ersten Tränen.
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Severus blieb vor der Tür stehen. Eigentlich wollte er nicht gehen. Am liebsten wäre er bei Hermine geblieben und hätte sie in den Arm genommen.
Sie könnten sich gegenseitig halten und trösten. Aber in der Vergangenheit hatte er solche Dinge immer mit sich selbst ausgemacht und es fiel ihm schwer das zu ändern.
Er senkte seinen Kopf und begann sich von der Tür zu entfernen, da hörte er etwas. Langsam ging er zurück. Er hielt den Zauberstab an das Schloss und die Tür öffnete sich.
Leise ging er hinein und sah wie Hermine ihr Gesicht in den Händen verbarg und weinte. Schnell lief er zu ihr und nahm sie in dem Arm.
Sie reagierte sofort und schlang ihre Arme um seinen Hals. Seine beruhigenden und tröstenden Worte registrierte sie kam. Wichtiger war seine körperliche Nähe.
"Bitte lass mich nicht allein", bat sie ihn als ihre Tränen versiegten.
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Eine halbe Stunde später saßen auf dem Sofa. Snape hatte für Tee gesorgt und beschlossen ganz sachlich mit Hermine über die Situation zu reden.
Sie hatte ihn ausgelacht, denn plötzlich ging es um sie und nicht um ihn und Madeleine. Er wischte diese Bemerkung mit einem Murren vom Tisch.
"Mich kann man nicht von Hogwarts wegschicken. Dich anscheinend schon. Hat Dir Dumbledore nichts anderes gesagt?"
Sie schüttelte den Kopf.
"Merkwürdig. Bleib einen Moment sitzen."
Er verschwand und Hermine sah sich um. Die Post.
"Severus."
Er war schon gegangen.
Die Post bestand aus 2 Umschlägen mit offiziellem Sigel. Anscheinend hatte man keine Zeit verloren und ihr die Kündigung geschickt. Aber warum in zwei Briefen?
Hermine setzte sich hin und erbrach das Siegel.
Genau, das war die Kündigung. Nichts was sie sofort lesen wollte. Der Brief fiel zu Boden.
Sie nahm den anderen Brief in die Hand und las die erste Zeile.
"Sehr geehrte Miss Granger, hiermit teilen wir Ihnen Ihren neuen Auftrag als Auror mit. Wir haben erfahren, dass Sie Erfahrungen bei der Entschlüsselung und Bekämpfung von "Schwarzer Magie" haben. Deshalb werden Sie sich sofort um den aktuellen Fall betreffend Professor Severus Snape kümmern."
Ihre Augen würden immer größer. Stand da wirklich, dass sie sich um Severus kümmern sollte? Das war sicher ein Irrtum.
Sie las weiter.
"Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie den Auftrag übernehmen werden.
Ihr Ministerium"
"Nun wirst Du den Auftrag übernehmen?"
Ohne das sie es bemerkt hatte, stand hinter ihr. Sie drehte sich um und sah ihn an. Würde er damit einverstanden sein ? Sie konnte ihn wirklich noch immer nicht "lesen". Auf jeden Fall erschien er nicht überrascht.
"Albus hat mir gesagt, dass Du Deine Post lesen sollst. Aber damit habe ich nicht gerechnet. Er ist wirklich unmöglich."
"Denkst Du, dass er seine Hände mit im Spiel hat?"
Sie wußte die Antwort schon längst. Natürlich. Der Headmaster meinte es sicher gut, aber das betraf schließlich nicht nur sie. Und ob Severus einen Babysitter akzeptierte, und das würde sie dann ja sein, war dabei die große Frage.
Severus beobachte Hermine genau. Er kannte gut genug um zu wissen in welchen Konflikt sie sich befand, denn es war auch der seine.
„Bis wann musst Du Dich entscheiden ?"
Sie blickte auf das Papier. Es gab keine Frist, aber wie sie das Ministerium kannte, würde man spätestens morgen nachfragen. Und auch ihr war klar, dass es in diesem Fall durchaus ein Zeitproblem geben würde.
Madeleine hatte einen Zauber verhängt und je schneller man den analysierte und ausschaltete um so besser.
Auch wenn Severus im Moment keine Symptome spürte, hies da nichts. Schwarze Magie war solange gefährlich bis man sie ganz ausgelöscht hatte.
Eine Unterschrift auf dem Dokument würde genügen und das Ministerium wußte Bescheid.
„Nun Professor Snape. Was ist Ihr Rat? Können Sie mit mir an dem Bann arbeiten, der über Sie verhängt wurde ? Oder möchten Sie lieber ein Mitglied des Ordens ..."
„Unsinn. Miss Granger, Sie reden zu viel."
Er ging zum Schreibtisch und nahm eine Schreibfeder in die Hand.
Hermine nahm sie und unterschrieb. Die Unterschrift wurde blau und der Brief war damit ein amtliches Dokument.
Ab sofort hatte Hermine Granger einen neuen Auftrag – Professor Severus Snape.
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