2. Kapitel

„Stimmt, hier ist es sehr ruhig.", merkte Goofy an und aß den letzten Bissen von seinem Eis. „Wer weiß, ob die Türen wohl nur aufgemalt sind?", fragte er dann nach. Sora stand auf, schmiss sich gegen die nächste Türe und meinte darauf nur: „Nein, das ist echtes Holz." „Hm…" Sora öffnete die Tür, dahinter war ein Flur mit Treppe. Die Treppe war in einem hässlichen, matten Grünton angestrichen, genau wie das Geländer. „Glaubt ihr, hier wohnt wer?", fragte Sora als er wieder zurück zu Goofy und Donald sah, die nur mit den Schultern zuckten und weiter sitzen blieben. „Ich geh schauen, bleibt hier." Unten die Wohnung war verschlossen, die darüber sah nicht besonders einladend aus und die im zweiten Stockwerk stank. Also lieber in die zweite Wohnung. Sora rannte wieder einen Treppenabschnitt hinab und klopfte an die zweite Tür. Nichts. Er sah auf eine Uhr im Treppenhaus. 13 Uhr und 46 Minuten. Er sah zwar Silhouetten vorbeirauschen durch das Glas der Tür, aber die Personen schienen ihn nicht zu bemerken. In Eile verließen zwei Personen die Wohnung, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein altes Ehepaar das einkaufen wollte. Die Personen hatten grade mal einige Minuten das Haus verlassen, da hörte Sora ein Schlüsselklirren. Ein Mädchen kam hoch gelaufen und war gerade dabei, in die Wohnung zu verschwinden, als sie den Braunhaarigen ansah. „Nanu, wer bist du denn?" Der Pony ihrer dunkelbraunen Haare mit rein gefärbten blonden Strähnen fiel in ihre dunklen Augen, eine Farbe konnte man nicht genau erkennen. Sie war kleinwüchsig und sah leicht geschwitzt aus. Für ihre Größe war sie nicht wirklich dick. Doch Sora, der gerne das Positive an Personen sah lächelte sie an.

„Sora!" „Den Namen kenn ich doch irgendwo her…" Das Mädchen zog eine Schnute. „Naja, ich bin Jenn." Sie krallte sich seine Hand und schüttelte sie. „Warum stehst du hier wie bestellt und nicht abgeholt?" Sora hob eine Augenbraue an. Bestellt und nicht abgeholt? Sollte wohl eine Redewendung sein. „Hier ist es so leer in der Stadt…", murmelte er. „Möchtest du, dass es voll wird?", fragte das Mädchen und sah ihn an. „Nein, nein, lass nur." „Wohnst du hier in der Nähe?" „Nein, ich bin hier hin geflogen." Das Mädchen hielt kurz inne, sah ihn dann aber schief an. „Achso, noch so einer." „Hä?" Sora sah sie fragend an. „Ach, nicht so wichtig, möchtest du auf einen Kakao reinkommen? Ich hab deine komisch aussehenden Freunde unten gesehen, du kannst sie gleich mit rein nehmen." Der Braunhaarige blockte ab. „Nein, wir haben kaum Zeit." „Hier habt ihr so viel Zeit wie ihr wollt." Sie deutete auf die Uhr, die immernoch dieselbe Zeit anzeigte. „Siehst du?" „Aber… wie hast du das gemacht?" „Das hier ist meine Fantasie, ich kann machen was ich will." Sie zuckte mit den Schultern. „Kannst du auch zwei Freunde von mir herholen?" „Nein, ich kenne sie nicht, ich muss etwas kennen um es herzuholen." Sie klopfte ihm tröstend auf die Schulter. „Und jetzt hol schon deine Freunde, wir setzen uns in die Küche und unterhalten uns was." Er seufzte. „Donald, Goofy!" Einige Sekunden später kamen sie hoch und sahen Sora und das Mädchen an. „Ich bin Goofy, und wer bist du?" Das hundeähnliche Wesen schüttelte Jennifer die Hand, die seine Frage natürlich gerne beantwortete. „Soso, Jenny, hm?" Donald rümpfte den Schnabel und stemmte die Hände in die Federn. „Stimmt irgendwas nicht?" „Komisch, dass nur du hier bist." Sora legte freundschaftlich grinsend einen Arm um die Schultern des Mädchens. „Ach Donald, Jenny ist ganz normal!" „Außerdem sind doch grade meine Eltern hier raus gerannt!" „Haben wir nicht gesehen." Donald zog eine Augenbraue hoch. „Kann schon sein, hab nicht mehr an sie gedacht." „Du kannst durch Denken Leute verschwinden lassen?" Goofy sah Die Braunhaarige an. „Nein, wir sind hier in ihrer Fantasiewelt." Sora lächelte Goofy an. „Achso.", brummelte Donald, der Jenn aber trotzdem nicht wirklich vertraute. „Also, jetzt kommt schon mit." Das Mädchen strahlte und zerrte Sora, Goofy und Donald in die Wohnung.

„Und ich war also nicht der Erste?", fragte der Braunhaarige während er einen Kakao schlürfte. Wer sollte denn vor ihm da gewesen sein? Etwa Riku? Oder Kairi? „Nein. Vor dir war noch ein Kerl hier. Schien ziemlich verwirrt der Ärmste. Suchte nach einem ‚Riku'." „Nach einem Riku?" „Ja, kennst du ihn? Also einen von den Beiden?" „Riku!" „Wer ist das denn?" Goofy schaltete sich nun ein. „Das ist Sora's Kumpel! Achja, darf ich noch ein Glas Wasser haben?" „Klar." Das Mädchen ließ das Glas durch ihre Fantasie mit Wasser füllen. „Also das mit Riku, das is ne lange Geschichte." Sora nippte noch einmal an der Tasse während Donald damit beschäftigt war, Süßigkeiten in sich zu stopfen. „Macht nichts, ich hab Zeit." Sie lehnte sich nach vorne und sah den Braunhaarigen erwartungsvoll an. „Naja, anfangs war ich mit meinen Freunden Riku und Kairi auf einer Insel, wir wollten die anderen Welten erkunden und… Hey, was ist?" Er sah das Mädchen an, bei dem Namen Kairi sah sie etwas erstaunt aus, dann jedoch schüttelte sie den Kopf. „Ich glaub nur, ich hab den Namen schon mal gehört. Hab letztens von ner Kairi geträumt." „Echt? Wie sah sie aus?" „Also die war ein bisschen größer als ich, die hatte rote Haare und blaue Augen. Die trug ein Top und einen Rock mit ner Hose drunter. Saß am Strand." Sora war erst erstaunt, dann sprang er auf. „Kairi! Das war meine Kairi!" Kurz zögerte das Mädchen, dann kicherte sie. „Deine Kairi? Du warst nich da, aber n Kerl mit nem komischen Schwert und silbernen Haaren!" Sora sah sie noch ungläubiger an. „Riku?!" Goofy und Donald sahen nun auf. „Donald, Goofy, wir brauchen das Mädchen!" Jennifer wurde rot und lächelte schief. „Wirklich sehr schmeichelhaft…" „Nicht so! Wir brauchen deine Hilfe!", fuhr Sora sie an und packte sie an den Schultern. „Bitte hilf mir!" „Hey!" Donald quakte dazwischen und packte Sora bei der Schulter. „Wer hat gesagt, dass sie mitkommt?!" „Ich!" Zögernd nahm das Mädchen seine Hände von ihren Schultern. „Aber, was passiert dann mit mir in der Realität?"