Schneider saß gerade in der Umkleide als er eine Sms bekam. „Seit wann bekommst du um diese Uhrzeit eine Sms. Diejenigen, die dir sonst schreiben wissen doch das du gerade im Training bist." Schneider zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung Wakabayashi." Der blonde sah auf das Display.
‚Ich hätte gedacht das du mir vielleicht weiter helfen könntest Karl. Weißt du vielleicht wo Wakabayashi steckt….ich würde das gern wissen weil ich ihm noch etwas sagen wollte und…tut mir leid wenn ich störe…aber…ich…ähm..ich vermisse ihn etwas…könntest du ihm vielleicht sagen er solle sich Melden?
Ich wäre dir echt sehr dankbar…'
„Und…wer wars?" Schneider sah auf. „ Rin." Genzo stellte sich näher zu ihm. „Hat sie nach mir gefragt? Was hat sie geschrieben?!" „Wie soll ich es dir sagen…sie hat geschrieben das sie nichts mehr mit dir zu tun haben will und…das du ein Idiot bist + sie hat dazu dich noch als schlechtesten Torwart bezeichnet den sie je getroffen hat und das selbst Ishizaki ein besserer Keeper wäre als du….Tut mir leid Kumpel."
Wakabayashi stand der Schock sichtlich ins Gesicht geschrieben. Er musste zurück nach Deutschland. Er konnte den Urlaub den er sich genommen hatte, nicht weiter verlängern. Genzo hatte inständig gehofft das sie sich melden würde. Aber…das sie so etwas von ihm halten würde? [Von wegen schlechtester Keeper. Der werde zeigen zu was ich fähig bin. Das ich nicht lache.]
Schneider stand auf. „Das Training fängt gleich wieder an. Ich geh schon vor." Er schloss die Tür hinter sich. Wakabayashi musste sich setzen. Sie konnte doch nicht wirklich so von ihm denken. Er hat sich Sorgen gemacht und was tut sie? Schreibt Schneider ne Sms das sie nichts mit ihm zu tun haben will, anstatt das sie es ihm persönlich sagt. Genzo war nun sauer. Sehr sauer. In den nächsten paar Tagen konzentrierte er sich noch mehr auf Fußball als ohnehin schon, nur um diese Frau aus seinem Kopf zu drängen.
„Auf Wiedersehen Rin. Ich hoffe du findest das was du suchst." Rin umarmte die Mannschaft noch ein letztes Mal. „ Ich werde euch vermissen Leute." Sie drehte sich um und stieg in den Flieger.
[ Warum bekomme ich keine Antworten von dir Genzo….wieso nur…]
Sie flog nach Deutschland. Wollte Antworten und die würde sie auch bekommen.
Nachdem sie angekommen war stürmte sie zum Trainingsplatz. Von Schneider wusste sie das ein paar am späten Abend immernoch trainierten und es könnte ja sein das Genzo ebenfalls dort war.
„Schneider! Wo ist Wakabayashi!" rief sie während sie auf ihn zu stürmte. Seine Teamkollegen drehten sich um. Wakabayashi Rin. Die Frau die Fußball liebte und sexy aussah. Sie wäre die perfekte Ehefrau.
„ Ich sags dir vielleicht wenn du mir einen Gefallen tust." Lächelte Karl.
„Und der wäre?" misstrauisch sah Rin den blonden an. „ Küss mich." Flüsterte der Kapitän der Mannschaft. Sie sah zu Boden. Würde sie so etwas für Genzo wirklich tun? Mit einem ihrer besten Freunde knutschen? „Wie du willst…" murmelte sie, hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen.
„Rin?!" Sie riss sich los, starrte Wakabayashi in Gesicht. Der Ball fiel ihm aus der Hand und ein dunkler Schatten legte sich über seine Augen. [Tja…Wakabayashi das wars dann wohl für dich]
„Genzo…das…das ist nicht so wie es aussieht ich…" „ Spar dir deine Ausreden." Er drehte sich um und ging. Musste sich richtig zusammenreißen um Schneider nicht gleich eine rein zu hauen. Er hätte es verdient. Vor allem hatte er nicht geglaubt das die junge Spielerin so mit ihm umspringen würde. Das Bild war eindeutig. „ Genzo! Warte!" Rin rannte ihm nach. Verfluchte sich selbst für ihre Dummheit. „Lass mich in Ruhe!" Wakabayashi ging weiter. Er war schon sauer genug. „Geh zurück zu deinem Liebhaber, aber halte mich da raus!"
Sie blieb nicht stehen. Rannte schneller. Sie musste ihm die Wahrheit sagen und das jetzt.
[Komm schon, das schaffst du schon. Jetzt oder nie !] Rin warf ihn zu Boden und presste ihre Lippen auf die seinen.
Genzo konnte sich für ein paar Sekunden nicht bewegen. Zu gerne würde er den Kuss jetzt erwidern. Doch er konnte nicht. Es war falsch in diesem Moment. Wakabayashi riss sich zusammen, schob die junge Frau von sich runter und ging, ohne ein weiteres Wort zu sagen. Rin saß still auf dem Boden.
[Warum…warum Genzo…liebst du mich nicht?...Dumm so etwas zu denken….du hast ja nichts anderes als Fußball im Kopf..] Tränen rannen ihre Wangen herunter. Sie war am Boden zerstört. Genzo hatte sie abgewiesen. Stumm blieb sie für mehrere Stunden sitzen. „Rin…steh auf und geh nach Hause…es ist schon spät.." „Lass mich in Ruhe !" Schneider schaute sie besorgt an. Er wusste das es nicht richtig war, aber er mochte sie doch. „Es wird kalt und.." „Verschwinde!" Rin stand auf und schlug Schneider ins Gesicht. Danach setzte sie sich wieder und starrte wie vorher auf den Rasen.
Schneider Wange brannte. Sie hat ziemliche Kraft. Das musste er zugeben. „Rin…" „ Ich will mich nicht noch einmal wiederholen !" „Wenn du was brauchst…du weißt wo du mich findest.." Schneider verließ den Platz, ebenso wie Rin. Langsam ging sie durch die Straßen. Sie wusste nicht wohin sie jetzt gehen sollte.
Sie hatte keinen Platz zum schlafen, sie musste duschen und Hungrig war sie auch noch. Nach einer weiteren Stunde setzte sie sich in eine Bar. Sie brauchte etwas zu trinken. Sie wusste sie sollte damit aufhören Probleme mit Alkohol herunter zu spülen aber..sie konnte das nicht.
„ Gebt mir einfach nur Vodka. Scheiß egal welchen." Der Barkeeper wunderte sich darüber aber stellte ihr dann ein Glas hin."Danke…das kann ich jetzt gut gebrauchen." Mit einem Schluck leerte sie das Glas und bestelle sich noch ein paar weitere.
Nach einiger Zeit hatte sich Genzo wieder beruhigt. War es wirklich die richtige Entscheidung einfach abzuhauen? Vielleicht hatte er ja was falsch verstanden? Nach einiger Zeit beschloss er sie anzurufen. Er musste sich mit ihr ausreden. Er brauchte klare Antworten. Vielleicht steigerte er sich ja nur zu sehr in etwas rein. Schnell nahm er sich sein Handy, wählte die Nummer und atmete tief durch.
Er hatte sich genau überlegt was er ihr sagen wollte. Sekunden vergingen.
‚Sie befinden sich in der Mobilbox von Rin Wakabayashi, hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem Signalton'
Mehrmals versuchte er sie zu erreichen. Vergeblich.
„Verdammt! Geh doch ran!" knurrte er. „Wo kann sie bloß stecken?"
Rin wankte durch die Straßen, brach nach einiger Zeit zusammen. Sie konnte nicht mehr aufstehen, sie war zu erschöpft und ihr war zu schwindlig. Zudem hatte sie große Schmerzen. Es war ihr überhaupt nicht bewusst das sie sich geprügelt hatte. Ihr blieb nichts anderes übrig als liegen zu bleiben. Langsam schloss sie die Augen. Versuchte zum zweiten Mal ihre Tränen zurück zu halten. Diesmal gelang es ihr jedoch nicht. Zu diesem Pech fing es auch noch zu Regnen an. Als ob der Himmel ihre Gefühle in diesem Moment teilen würde.
Wakabayashi rief Schneider an. Es kostete ihn große Überwindung. Schließlich hatte er ihn ja beim Knutschen mit Rin gesehen.
‚Wer auch immer jetzt dran ist, der kann froh sein das ich zu müde bin um aufzustehen. Ansonsten wärst du jetzt gestorben. *gääähn*'
‚Schneider? Ich muss mit der reden.'
‚Wakabayashi?' müde setzte sich Schneider auf. Er war gerade eingeschlafen, völlig kaputt nach dem Training und jetzt? Jetzt musste ihn ausgerechnet Genzo Wakabayashi aufwecken. Na ganz toll.
‚Was willst du Wakabayashi?'
‚Weißt du vielleicht wo Rin ist?'
Schneider hörte die Sorge aus seiner Stimme heraus. Er war vielleicht müde, aber er war immer noch aufmerksam.
‚Warum fragst du? Eigentlich kann es dir ja egal sein. Du hast sie ja abblitzen lassen. Was ich an deiner Stelle nie getan hätte. Die arme war völlig am Boden zerstört. Hat mich sogar geschlagen. Also, Wakabayashi. Was willst du?'
‚ Hör auf mir das unter die Nase zu reiben und sag mir jetzt gefälligst wo sie ist!' Genzo wurde langsam sauer.
‚Keine Ahnung. Da hast du deine Antwort. Das letzte Mal hab ich sie auf dem Platz gesehen. Aber das ist schon Stunden her. Mittlerweile könnte sie überall sein.
Darf ich jetzt endlich weiterschlafen?'
Ohne auch nur seine Antwort abzuwarten legte Schneider auf.
Wakabayashi knurrte und legte sein Handy auf seinen Schreibtisch.
Genzo war fest entschlossen sie jetzt suchen zu gehen. 10 Mal hatte er vergeblich versucht sie zu erreichen. Langsam machte er sich Sorgen. Was wenn ihr etwas zugestoßen ist?
Er rannte durch die Straßen, suchte jeden Winkel nach ihr ab. Wo könnte sie bloß sein ? Schneider hatte gesagt dass er sie ja am Fußballplatz zuletzt gesehen hatte. Seine Hoffnungen schwanden jedoch als er sie dort nicht finden konnte. [ Verdammt Rin. Wo kannst du bloß sein?]
Schon jetzt war er völlig durchnässt vom Regen und der starke Wind machte es auch nicht besser.
Weitere Stunden vergingen, in denen er sie nirgends fand. Er sprach mehrere Personen an, die um diese Uhrzeit höchstwahrscheinlich auf dem Rückweg von einer Party waren. Keiner hatte sie gesehen, keiner kannte sie. Gerade als er schon aufgeben wollte, entdeckte er eine Frau am Boden liegen. Rin. Vermutlich hätte er sie nicht gesehen wenn in diesem Moment nicht ein Auto vorbeigefahren wäre. „Rin!" Genzo rannte zu ihr und kniete sich neben sie.
Sie bewegte sich nicht und es schüttete nun wie aus Eimern. Vorsichtig hob er sie auf, wickelte sie in seine Jacke und beeilte sich, nach Hause zu kommen. [ Halte durch…wir sind gleich da ] Er war froh sie suchen gegangen zu sein. Er wollte sich nicht ausmalen was sonst noch hätte passieren können.
Zu Hause angekommen legte Wakabayashi sie zuerst aufs Bett. Dann jedoch musste er (leider) feststellen dass er sie nicht in den nassen Klamotten lassen konnte. Sie konnte sich ernsthaft erkälten.
[Verdammt, ich kann sie doch jetzt nicht ausziehen….wieso kann Mutter jetzt nicht hier sein. Dann wäre das jetzt definitiv leichter. Scheiße….komm schon Genzo…das packst du schon…]
