A/N: Vielen Dank für eure lieben Reviews! °freu° Leider hab ich momentan etwas viel Stress, deswegen konnte ich leider nicht jedem einzelnen persönlich danken. Das wird sich im Laufe der Zeit aber hoffentlich ändern. Ich hab mich wirklich unheimlich gefreut! Nun also das zweite Kapitel. Etwas weniger Sirius/James, dafür etwas mehr Hintergrund Ich hoffe es gefällt trotzdem und ihr (ich zitiere Lina) bleibt mir gewogen! Bis zum nächsten Kapitel!

Kapitel 2:

Love hurts

Strahlend helles Licht flutet ins Zimmer als James die Augen öffnet. Lily hat sich an ihn geschmiegt, mitten in der Nacht wahrscheinlich, als er eingeschlafen ist. Er nimmt ihre Berührungen anders wahr als noch vor einer Woche, sieht sie in einem anderen Licht, empfindet sie fast als störend.

Sie sieht friedlich aus, wie sie daliegt und ihr Oberkörper sich im sanften Bewegungen auf und ab senkt. Er schluckt, versucht sich vorsichtig von ihr zu lösen und sie dabei nicht zu wecken. Er will alleine sein, er kann sie im Moment nicht bei sich haben.

Die Küche liegt im hellen Morgenlicht still und verlassen da und James ist froh über die Ruhe und die Einsamkeit die ihn umgibt. Er sieht aus dem Fenster, versinkt in Momenten, denkt an die Zeit, in der er noch glücklich war.

Er kann seine Augen nicht vergessen. Wie sie ihn angesehen haben, als hätte er ihn verraten. Trauer und Schmerz haben sich mit der dunklen Farbe seiner Pupillen vermischt. James kann diesen Anblick nicht vergessen und er fühlt sich mieser und schlechter als bei all seinen missglückten Streichen zusammen.

„Du bist schon wach?"

Obwohl ihre Haare zerzaust sind vom Schaf und ihre Wangen gerötet, sieht sie einfach zauberhaft aus, findet James. Und obwohl er denkt, das sie ihren Zauber irgendwie verloren hat, muss er sich eingestehen das sie noch immer eine Wirkung auf ihn hat.

Sie strahlt und will ihn auf den Mund küssen, doch er dreht sich geschickt weg, sodass sie nur seine Wange streift. Sie verzieht für einen kurzen Moment das Gesicht, lässt sich dann jedoch nichts anmerken.

Sie greift nach dem frisch gemachten Kaffee und setzt sich zu ihm, erzählt ihm irgendetwas vom gestrigen Kaffeeklatsch mit Shanon. Er schluckt, setzt ein gequältes Lächeln auf und versucht interessiert auszusehen.

Und obwohl die Küche voll ist von ihrem Lachen und ihrer Stimme, fühlt James sich seltsam leer und unsagbar einsam.

OoOOooOOoO

Dreckige Wäsche liegt auf dem Boden und leere Flaschen Whisky stehen auf dem Tisch. Sirius seufzt. Es wird Zeit, dieses Chaos zu beseitigen. Die ganze Woche hat er damit verbracht, sich selbst zu bemitleiden.

Ein mulmiges Gefühl schleicht durch seinen Magen, als er Hemden aufhebt, die schon mehrmals von James geöffnet und zu Boden geworfen worden waren. Er versucht die Trauer und die Enttäuschung nicht zuzulassen, doch sie ergreift ihn, als er anfängt in Erinnerungen zu schwelgen.

Alles war so gut gewesen. Alles so einfach und leicht. Mit ihm an seiner Seite schien nichts unmöglich zu sein. Doch dann ist Lily in ihr Leben getreten. Alles hat sich verändert, seit sie da ist. Und da hat er ihn verloren. Seinen besten Freund. Seinen Vertrauten. Den Menschen, den er auf dieser Welt am meisten liebt.

Er weiß nicht, ob er mit Hass im Herzen an Lily denkt oder einfach nur Mitleid mit ihr hat. Das Gefühl kann er schlecht beschreiben, doch es fühlt sich schlecht und zerfressend an.

Sirius lässt sich aufs Sofa sinken und versucht, die aufkommenden Tränen zu unterdrücken. Etwas scheint verloren gegangen zu sein. Er fühlt sich nicht mehr wie eins, fühlt sich unausgeglichen seit er James nicht mehr haben kann. Und nun kommen sie doch – die Tränen. Und nun will er es auch nicht mehr verhindern.

OoOOooOOoO

Es ist kurz nach Fünf, als Lily ihr Ziel erreicht. Obwohl sie einen Regenschirm dabei hat, ist sie durchnässt bis auf die Knochen. Ihr ist kalt und sie ist froh, als sie das halbwegs warme Treppenhaus betritt.

Auf ihr Klingeln öffnet zunächst niemand. Doch sie kennt den Besuchten und weiß, das sie sich als hartnäckig erweisen muss, um hier Einlass gewährt zu bekommen. Und endlich hört sie etwas. Ein Fluchen und ein metallisch klingendes Geräusch, ähnlich, als würde etwas zu Boden fallen.

Die Tür wird einen Spalt breit geöffnet, ein Seufzen. Lily lächelt. Sie drückt die Tür auf und tritt ein. Sie ist verwundert, als sie eine tadellos aufgeräumte Wohnung vorfindet.

„Du hast aufgeräumt?"

„Wie man sieht", gibt Sirius kühl zurück.

„Bist du böse auf mich?"

Er seufzt und versucht, die Beherrschung zu bewahren. Er fühlt sich gereizt, provoziert durch ihr dreistes Auftauchen. Sirius atmet tief ein.

„Hab ich irgendeinen Grund dazu?"

„Nein, eigentlich nicht."

Sie sieht ihn aufmerksam an, ihre grünen Augen funkeln. Ihre Blicke treffe sich, doch Sirius schafft es nicht, ihm stand zu halten. Zu tief sitzt die Enttäuschung und zu groß ist das Unbehagen, das er jetzt in ihrer Gegenwart spürt.

„Dann weiß ich nicht, was die Frage soll."

Sie seufzt und hat sich anscheinend dazu entschlossen, in die Offensive zu gehen. Sirius hat nur selten erlebt, das sie ihn so entschlossen angesehen hat.

„Sirius", sagt sie und er merkt, das sie nach den richtigen Worten sucht. „James und ich sind glücklich miteinander. Wir bekommen ein Kind. Sei nicht so egoistisch und nimm ihn mir weg..."

Er sieht sie an, fassungslos und nicht im Stande irgendetwas dazu zu sagen. Sein Herz klopft und seine Hände zittern. Er steht da und mustert sie, wie sie ihn ansieht. Keine Verachtung, keine abgrundtiefe Wut und auch kein Hass liegt in ihrem Blick. Nur diese Bitte...

„Was meinst du?", fragt er also und versucht möglichst locker und gelassen zu klingen.

„James kann nicht ohne dich... Ich weiß nicht, was da zwischen euch ist oder war... Aber ihr solltet das klären. Ich will den alten James, Sirius. Ich wusste, worauf ich mich einließ, als ich mit ihm zusammen kam. Ihn gibt es nicht ohne dich. Und das verstehe ich auch, ich akzeptiere eure Freundschaft. Aber es muss eine Grenze geben, Sirius..."

„Merkst du eigentlich nicht, das du dir selber wiedersprichst? James kann nicht ohne mich, sagst du... Aber dann sprichst du von Grenzen. Du bist doch froh, das du mich los bist. Wieso belässt du es nicht dabei?"

„Weil es James schlecht geht! Weil er nicht ohne dich kann, Sirius. James erträgt es nicht, wenn du ihm aus dem Weg gehst... Ich kann nicht mit ansehen, wie es ihm immer schlechter geht, Sirius!"

„Hast du mal darüber nachgedacht, das es an dir liegen könnte?"

Jetzt sagt sie nichts mehr. Sie wirkt fassungslos und perplex. Wahrscheinlich hat sie mit allem möglichen gerechnet, nur mit dem nicht. Sie atmet tief ein.

„An mir?"

„Ganz genau. Eure Probleme suchst du immer bei mir. Ihr habt Streit- ich bin schuld. James ist viel unterwegs- ich bin schuld. Ist dir schon mal aufgefallen, dass du deiner Meinung nach nie was falsch machst?"

Sie ist sehr ruhig geworden. Ein schlechtes Zeichen, wie Sirius aus eigener Erfahrung weiß. Also öffnet er die Wohnungstür und sieht sie erwartungsvoll an.

„Ich hab noch zu tun. Geh jetzt bitte."

Lily nickt. Sie drückt sich an ihm vorbei, sieht ihn kurz an.

„Remus und Peter kommen heute zum Abendessen. Wir... Also... James und ich... Wir würden uns freuen, wenn du auch kommst."

Er nickt nur, dann schließt er die Tür hinter sich. Dann lehnt er sich dagegen und rutscht langsam an ihr hinab. In diesem Moment hasst er sich für seine Schwäche und fängt an zu weinen.

OoOOooOOoO

„Muss das sein?"

James seufzt genervt und sieht von seinen Akten auf.

„Soll ich Remus und Peter wieder ausladen?", faucht Lily zurück.

„Nein... natürlich nicht."

„Dann tu mir einen Gefallen und beweg dich. Mach die Tür auf, es hat geklingelt!"

James weiß nicht, was ihr die Laune heute so verhagelt hat, jedoch ist er der Meinung, sie lieber nicht noch weiter zu reizen. Also steht er auf und schlendert seufzend durch den Flur.

Erschrocken tapst er einen Schritt zurück als er die Tür geöffnet hat. Er blinzelt kurz, wendet den Blick aber nicht ab.

„Hi", sagt Sirius leise. „Bin ich zu früh?"


gut? schlecht? Meinungen bitte! ;)