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2. So haben wir nicht gewettet

Alex liebt Bobbys Auto. Er hat das Dach abgenommen und sie genießt die Sonne auf ihrer Haut und den Fahrtwind in ihrem Haar. Bis jetzt hatte sich Bobby immer gesträubt, aber es würde der Tag kommen und sie würde dieses Schmuckstück fahren.

Alex neben sich auf dem Beifahrersitz in seinem Traumwagen, lässt Bobby erschauern. Er und Lewis haben penibel an der Wiederherstellung dieses 1959 Meisterwerks gearbeitet.

„Gleich da vorne links ist es.", sagt sie und deutet auf einen unscheinbaren Laden. Alex will mit ihrem Secondhandladen des Vertrauens anfangen, bevor sie Bobby durch jede Boutique und jedes Kaufhaus in ganz Manhattan schleifen würde.

Alex begrüßt die Verkäuferin und findet auch sofort einen schicken Rock, ein süßes Top und eine graue Bluse, die ihr sehr gefällt. Sie verschwindet schnell in der Umkleidekabine. Eine richtige Kabine ist es nicht, eher eine Nische mit Samtvorhang davor.

Zuerst zieht Alex die Bluse an. Sie passt perfekt und sie kann sie zu vielen ihrer Arbeitssachen kombinieren. Die würde sie nehmen.

„Sehr schön. Gefällt mir.", kommt es von Bobby, als er Alex in der Bluse sieht. Er hatte sich gerade durch einen großen Berg Krawatten gewühlt, als Alex wieder aus der Kabine tritt und ihm die Bluse vorführt.

Alex verschwindet wieder hinter dem Vorhang, um auch noch den Rock und das rosa Top anzuziehen.

Na das ging ja schnell. freut sich Bobby. Er ist erleichtert, dass Alex gleich was Passendes gefunden hat. Er hatte Angst, jeden Klamottenladen in ganz Manhattan absuchen zu müssen. Jetzt würde er Alex noch zum Brunch einladen und dann konnte er den Nachmittag mit Lewis in seiner Werkstadt verbringen. Mit den Händen zu arbeiten lässt ihn abschalten. Sich nur auf die technischen Details eines Motors zu konzentrieren beruhigt ihn sehr und entspannt ungemein.

Alex tritt ein zweites Mal hinter dem Vorhang hervor. Diesmal muss Bobby schwer schlucken. Das rosa Top ist so kurz und so tief dekolletiert, dass ihre Brüste drohen herauszufallen, wenn sie nur einmal zu tief einatmet. Der Rock steht ihr dagegen phänomenal. Er umschmeichelt sie wie eine zweite Haut, reicht bis zum Knie und betont Alex Po und ihre langen, muskulösen Beine äußerst reizvoll.

Vor dem Spiegel vergisst Alex fast zu atmen und bedeckt augenblicklich mit ihren Händen ihre Brüste.

„Eindeutig zwei Nummern zu klein…" - lacht sie und dreht sich wieder zu Bobby um - „…oder was meinst du?"

„Der Rock gefällt mir sehr.", meint Bobby nervös und versuch krampfhaft nicht auf Alex Brüste zu glotzen, sonder ihre Augen festzuhalten.

„Oh…verdammt…Ich habe dir gestern sehr wehgetan, oder." Dabei tritt Bobby auf Alex zu und berührt ihren Oberarm, wo er noch die Abdrücke seiner Hand sehen kann.

„Geht schon. Sieht schlimmer aus, als es sich anfühlt."

„Tut mir leid."

„Du warst ganz in deiner Rolle. Ist schon okay. Nächstes Mal bin ich die schlagende Ehefrau." – dabei legt Alex ihre Hand über Bobbys und drückt sie kurz – „Der Rock ist wirklich schön, aber das Top passt mir nicht. Ich gehe mich schnell umziehen und dann können wir weiter." und schon ist sie wieder hinter dem Vorhang. Wie weiter? überlegt Bobby kurz, denkt sich aber noch nichts dabei.

„Ich nehme die Bluse und den Rock.", sagt Alex zu der Verkäuferin und reicht ihr beides herüber. Bobby holt augenblicklich seine Brieftasche heraus, bezahlt die beiden Kleidungsstücke und nimmt pflichtbewusst die Tüte entgegen.

„Okay, auf zu Macy's.", verkündet Alex, als sie wieder im Auto sitzt.

-xXx-

„So haben wir nicht gewettet.", protestiert Bobby, als Alex mit ihm die dritte Boutique betritt. „Ich kann nicht mehr."

„Aber du eignest dich so herrlich zum Tüten tragen, Bobby. Deine einzige Bedingung war ‚keine Schuhe' und wir waren noch in keinem einzigen Schuhladen. ‚Wir gehen morgen zusammen einkaufen und ich bezahle.' deine Worte und bis jetzt halte ich mich dran."

Aber eigentlich ist sein Protest nur noch gespielt. Am Anfang war Bobby entsetzt, dass Alex ihn so frech reingelegt hatte, aber langsam machte ihm der Einkaufsbummel mit ihr richtig Spaß. Außerdem durfte er auch nur die Bluse bezahlen. Den schönen Rock und ein raffiniertes schwarzes Top aus Tüll hat Alex selber bezahlt. Es scheint so, als ob er sie lediglich in seinem Auto durch die Stadt kutschieren soll und dazu war er mehr als bereit.

Über ihren Kommentar: „Du bist doch nicht mein Sugardaddy.", musste er so doll lachen, dass er Seitenstechen bekommen hat.

Jetzt sind sie in einer sehr edlen Boutique. Ihre Spielchen wirken im Privatleben genauso echt wie bei der Arbeit. Alex hat sich bei ihm untergehakt und tut so, als sei sie seine verwöhnt Geliebte. Sie würden nichts kaufen, das erlaubte schon ihr Gehalt nicht, aber anprobieren tut ja keinem weh.

Bobby überredet Alex ein sündhaft teures Abendkleid anzuziehen. Erst sträubt sie sich, aber verschwindet dann doch mit dem roten Seidenkleid in der Kabine, nur um kurz darauf Bobby es vorzuführen.

Es ist ganz schlicht und fällt an ihr herab, wie alle Kleider gerne einmal fallen würden, wenn man sie bloß ließe – es straffte sich an den Stellen, wo es sich straffen soll, und bauscht sich an den Stellen, wo man sich nichts schöneres als Bauschen vorstellen kann.

„Wow…du siehst umwerfend schön aus." Das Kleid betont Alex schmale Taille, ihren runden Po und ihre wohlgeformten Beine. Bobby kann seinen Blick nicht von seiner Partnerin lösen. „Was würde ich für einen einzigen Tanz auf dem Commissionersball nächsten Monat geben?"

Bobbys Kompliment schmeichelt Alex sehr. Sie merkt wie sie rot wird. Es fühlt sich gut an von Bobby mal als attraktive Frau wahrgenommen zu werden und nicht nur als Polizistin.

„Ich ziehe es schnell wieder aus, bevor noch was passiert. Es kostet so viel wie mein Honda.", flüstert Alex zu Bobby, der sich ganz nahe hinter sie gestellt hat. Im Spiegel kann sie seine funkelnden Augen sehen.