Die zweite Chance
Fanfiction von Slytherene
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Wie schön, dass Ihr mich nicht alle vergessen habt ;-) Besten Dank für die ersten Reviews an Ewjena, Sally und Moonlight.
Eine kurze Erklärung zum Universum: Die Story weicht insofern vom Cannon ab, als Lilli und James mit Anfang zwanzig eigentlich schon fast tot sein müssten, und Sirius dementsprechend in Askaban.
Voldemort ist gerade dabei, seine Macht auszuweiten, der Orden um Dumbledore bildet sich erst. Harry ist noch nicht gezeugt.
Mit meinen anderen Remus-Geschichten hat diese hier nichts zu tun. Sie ist also ein komplett anderes Universum.
2. Zerbrochene Träume
Seit dem Einzug der Potters war ein halbes Jahr vergangen. Remus hielt das Pergament in den Händen, das James' Schleiereule eben gebracht hatte. Der Brief enthielt Lillis freundliche Einladung zum Essen am Sonntag und James' darunter gekritzelte Drohung, dass eine Absage nicht in Frage käme. Bedachte man den Inhalt des Pergaments, so korrelierte dieser überhaupt nicht mit Remus' bleicher Gesichtsfarbe und dem unsteten Flackern in seinem Blick.
Mit den mühsamen Bewegungen eines alten Mannes zog er seine Strickjacke über die Schultern und schlurfte zum Schrank. Es war ziemlich kalt in der winzigen Küche seiner schäbigen Wohnung. Remus konnte es sich jetzt, Anfang November und bei deutlichen Plusgraden draußen, noch nicht leisten, zu heizen. Die äußere Kühle war jedoch nichts gegen die innere Empfindung eisiger Kälte, die dem jungen Zauberer immer wieder seit dem Morgen Schauer den Rücken hinunter trieb.
„…sehen wir uns bedauerlicherweise nicht der Lage, Ihnen die Fortsetzung Ihres Studiums weiterhin zu ermöglichen."
Der Brief der Universität war am Morgen mit einem gräulichen Waldkauz gekommen. Umbridge hatte es also geschafft. Natürlich hatte Remus die Nachrichten, klein, auf den letzten Seiten, im ‚Tagespropheten' mit großer Sorge und Aufmerksamkeit verfolgt. Diese scheußliche Kröte hatte ihre so genannte ‚Ausbildungsreform' durchgesetzt. Doch Remus hatte immer noch gehofft – dumme, realitätsferne, ignorante und vergebliche Hoffnung – dass man für bereits begonnene Hauptstudien eine Übergangsregelung finden würde.
Der Brief seiner Fakultät traf ihn nicht unerwartet, aber dennoch unvorbereitet.
Remus war zutiefst verzweifelt. Er hatte keinen Plan B, keine alternatives Konzept für sein Leben. Lernen, studieren, überdurchschnittliche Leistungen erbringen – tief in sich drin hatte er bis zuletzt daran geglaubt, dass dieser Weg der Schlüssel war, der ihm letztlich doch Zugang zur magischen Gesellschaft verschaffen würde. Vermutlich nur zu einer Nische, einer kleinen, bescheidenen Existenz im Schatten. Aber immerhin einen Zipfel von Fortunas Gewand erwischen zu können – daran hatte er geglaubt.
Doch seine Träume lagen in Trümmern, zersplittert wie Glas, und er hatte keine Ahnung, wie er sich durch das Minenfeld um ihn herum bewegen sollte, ohne sich die Füße bis zu den Knochen aufzuschneiden.
Und zum ersten Mal in seinem Leben hatte er nicht das Bedürfnis, seine Freunde ins Vertrauen zu ziehen. Nicht nur, dass er dachte, sie würden ihm ohnehin nicht helfen können. Nicht nur, dass er sie nicht mit seinen Sorgen belasten wollte. Mehr als alles andere fürchtete er das Mitleid in ihren Augen, das ihm signalisieren würde: Alle seine Befürchtungen waren Wirklichkeit.
Noch war dies alles eine albtraumhafte Szenerie, seltsam nebelhaft, irgendwo in seinem Kopf. Noch konnte er versuchen, den Brief zu ignorieren, auszublenden. Noch gab es etwas in ihm, dass ihn die Augen vor der Wahrheit verschließen ließ.
Remus strich James' Eule geistesabwesend über den Kopf und kritzelte eine Nachricht an die Freunde unter die Einladung.
Tut mir sehr Leid, aber ich muss noch einen Stapel Praktikumsberichte korrigieren und selbst eine Abhandlung schreiben bis Montag früh. Habt ein schönes Wochenende, amüsiert Euch gut.
Remus
Es war nicht einmal gelogen – tatsächlich lagen diese Aufgaben auf seinem schäbigen alten Schreibtisch. Doch vermutlich spielte es keine Rolle mehr, ob er sie sorgfältig wie stets wahrnahm oder einfach alles aus dem Fenster warf.
Seufzend stellte Remus Teewasser auf, brachte den Inhalt des Topfs mit einem ‚Enervate' zum Kochen und goss sich das heiße Wasser über die Hand. Der brennende Schmerz ließ ihn für eine Weile die inneren Tantalusqualen vergessen. Keuchend hielt er eine Minute später die Hand unter kaltes Wasser, während ihm Tränen über die Wangen rannen.
Das war nur wegen der verfluchten Verbrennung…weil er nicht aufgepasst hatte…weil er eben so wenig perfekt war, egal wie sehr er sich darum bemühte…weil er ein verdammter Werwolf war.
Mit einem Stöhnen lief er zum Kamin und griff in den angeschlagenen Blumentopf, der auf dem Sims stand. Kaum noch etwas drin. Für eine Nachricht würde es jedoch reichen. Die Flammen flackerten grünlich auf.
„Sirius! Bitte, Pads, schnell. Komm vorbei. Es ist ein Notfall."
Eine halbe Stunde später wurde Remus klar, dass Sirius nicht kommen würde. Vermutlich war er nicht daheim, hatte die Nachricht folglich nicht hören können. Wie dumm, das letzte Floopulver dafür zu verschwenden. Er hätte besser von der Öffentlichen Post eine Eule geschickt.
Letztlich war es vielleicht ohnehin klüger, das Ganze für sich zu behalten.
Remus schlich zum Schreibtisch und begann mit leerem Blick, die Arbeiten der Erstsemester zu korrigieren. Seine Hand tat entsetzlich weh. Nichts anderes hatte er verdient.
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„Du musst unbedingt zu Mac Allister gehen und mit ihm sprechen", sagte Peter mit wachem, teilnahmsvollem Blick.
Endlich, nach über drei Tagen Isolation, hatte Remus es nach dem gescheiterten Versuch bei Sirius über sich gebracht, einen seiner Freunde zu kontaktieren. Peter hatte nach dem Erhalt der Eule alles stehen und liegen in Bristol und war nach London gefloot.
Jetzt hockte er auf einem der beiden klapprigen Holzschemel in Remus' Küche und rührte in dem ziemlich geschmacklosen Gebräu, das Remus als ‚Tee' bezeichnete.
„Was soll das bringen?", fragte Remus müde. „Er kann an den Bestimmungen auch nichts ändern."
„Vielleicht kann er dir so etwas wie Privatunterricht geben, und du legst eine Sonderprüfung ab. Wie bei einem Fernstudium", überlegte Peter.
„Er hat ohnehin schon so viel für mich getan", erwiderte Remus. „Wie könnte ich ihn um etwas bitten, das ihn möglicherweise in Schwierigkeiten mit dem Ministerium bringt?"
„Nun, er ist doch Dumbledores Freund. Und Dumbledore war immer dein Förderer, Moony." Peter lächelte schmal. „Du stehst ohnehin so tief in seiner Schuld, da kommt es auf eine weitere Bitte auch nicht an."
Remus seufzte, und Peter sah die Verletztheit im Blick des Freundes. Er hatte eine unangenehme Wahrheit ausgesprochen.
„Na schön, vielleicht rede ich noch einmal mit Mac Allister. Ich muss ohnehin die Klausuren der Erstsemester abgeben in seinem Büro." Remus zuckte die Schulter. „Schlimmer kann es nicht werden."
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Es wurde schlimmer. Remus hatte keine Ahnung gehabt, dass die Phase nach dem akuten Schock und der Verleugnung die grausamste war.
Sein Gespräch mit dem alten Arithmantikprofessor war nicht wirklich gut gelaufen. Zwar bedauerte Mac Allister zutiefst, Remus nicht helfen zu können. Doch er machte auch deutlich, dass ein Verstoß gegen die Auflagen des Ministeriums für ihn nicht in Betracht kam.
„Tut mir Leid, Mr. Lupin. Und niemand bedauert es mehr als ich, Sie zu verlieren. Sie waren ein tüchtiger Student und Tutor, wie ich selten einen hatte. Aber ich würde die Zukunft all unserer Forschungen und des gesamten Fachbereichs aufs Spiel setzen, wenn ich versuchen würde, für Sie einen Sonderweg beim Ministerium genehmigen zu lassen. Bei der derzeitigen politischen lage ist das aussichtslos. Das habe ich auch Albus Dumbledore gesagt. Er war nämlich bereits hier, aber leider konnte ich auch ihm nichts anderes sagen."
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„Mann, dem hätte ich jedes seiner weißen, heuchlerischen Barthaare einzeln ausgerupft!", knurrte Sirius vernehmlich, als Remus am Sonntag, von Lilli eben mit einem Becher heißer Schokolade bedacht, die Geschichte erzählte.
Seinen Ängsten zum Trotz tat es nun doch gut, sich im Kreise der Freunde verstanden zu wissen. Ihr Mitleid verbargen sie geschickt, weil sie wussten, wie sehr es ihn störte. Nur wenn sie sich unbeobachtet glaubten, streifte ein Blick voll des verhassten Gefühls Remus' müde Gestalt.
„Was hätte das denn gebracht, Pads?", fragte James, mit vollem Mund auf Lillis köstlichen Ingwerkeksen kauend. „Davon bekommt Moony seinen Studienplatz auch nicht zurück. Nein, was man versuchen müsste, ist Umbridges Reform loszuwerden. Man könnte in ihrem Leben ein bisschen herumschnüffeln, vielleicht hat sie Dreck am Stecken? Wenn sie zum Rücktritt gezwungen würde und man ihre doofe Reform rückgängig machen könnte…"
„Bis dahin hat Remus zuviel Zeit verloren", warf Lilli ein. „Wenn ihr Umbridge nicht vergiften wollt – und nein, Sirius, das ist kein ernst gemeinter Vorschlag – muss eine andere Lösung her. Und selbst wenn man sie los würde…das bedeutet noch lange nicht, dass das Ministerium die Erlasse wieder aufhebt. Den meisten ist es doch gerade recht, was dort geschieht. Es gibt so viel Angst und Unwissenheit in der magischen Bevölkerung, was Lykantrophie anbetrifft, und dazu noch diese schrecklichen Verbrechen in Schottland."
„Lilli hat recht", pflichtete Remus ihr ruhig bei. „Gewalt ist niemals eine Lösung."
„Aber was willst du jetzt anfangen?", erkundigte sich Sirius.
„Als erstes muss ich mir Arbeit suchen", erklärte Remus. „Mit dem Geld aus den Repetitorien und der wissenschaftlichen Hilfstätigkeit bin ich einigermaßen klar gekommen, aber beide Jobs sind jetzt natürlich weg."
„Wieso das denn?", wollte der dunkelhaarige Zauberer wissen.
„Merlin, Sirius! Weißt du denn gar nichts vom wahren Leben?", fragte Lilli erbost. „Natürlich muss man immatrikuliert sein, um so einer Tätigkeit nachzugehen. Es sind Stellen für Studenten. Und nachdem sie Remus rausgeworfen haben…" Sie zuckte die Schultern.
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Als die Freunde am späten Abend das Haus der Potters verließen, schlenderten sie noch eine Weile die menschenleere Straße entlang.
„Du kannst eine Weile bei mir wohnen", bot Sirius an. „Ich meine, falls dir die Wohnung zu teuer wird. Du weißt ja, ich habe viel Platz."
In der Tat, Sirius hatte viel Platz. Die teure und sehr schicke Altbauwohnung im Londoner Westend, die er bewohnte, hatte einst seinem Onkel gehört. Doch er hatte sie Sirius mit dem gleichen Großmut der im Überfluss Besitzenden überlassen, mit der Sirius nun Remus zu sich einlud.
„Danke, Sirius. Aber ich brauche Ruhe um mich herum, und du bist … ein Lebenskünstler, ein Nachtschwärmer und ein Musikfreak. Du hast mehr Besuch als die Königin von Saba. Und wo willst du all die Leute unterbringen, wenn ich dein Gästezimmer blockiere?"
„Auf dem Fußboden im Wohnzimmer, der Couch in Arbeitszimmer, und die Mädels in meinem Schlafzimmer. Natürlich nur die Hübschen", präzisierte Sirius.
Remus seufzte.
„Du könntest auch bei mir in Bristol unterkommen", bot Peter treuherzig an. „Ich habe zwar nicht soviel Platz wie Sirius, aber für eine Weile würde es schon gehen. Natürlich ist Bristol nicht so cool wie London…"
„Ach, Pete", sagte Remus. „Ich danke dir. Und bevor ich unter einer Brücke schlafen muss, komme ich gern auf dein Angebot zurück. Aber noch habe ich die Wohnung, und ich hoffe eigentlich, sie halten zu können."
Er versuchte ein Lächeln, das grässlich misslang, was in der Dunkelheit jedoch nicht weiter auffiel.
„Zur Not muss ich eben eine Weile Muggeljobs machen", sagte er.
„Muggeljobs?", fragten Peter und Sirius unisono, und Entsetzen schwang in ihren Stimmen.
„Es wäre nicht das erste Mal", antwortete Remus ausweichend.
„Was für Jobs macht man denn da so?", erkundigte sich Sirius.
„Der Hafen ist gut", erwiderte Remus. „Da suchen sie immer Leute und fragen nicht nach Papieren. Buchläden stellen manchmal jemand als Aushilfe ein. Am einfachsten ist es natürlich als Kellner."
„Kellner", wiederholte Sirius zweifelnd. Dann sagte er nachdenklich: „Na ja, vielleicht in 'nem schickem Eiscafe. Du kannst dich ‚Gianni' nennen und so tun, als wärest du ein waschechter Italiener. Die Mädels stehen auf Jungs vom Kontinent, glaubt mir."
Peter schnaufte verächtlich. „Die jungen Frauen stehen auf dich, Pads", stellte er nüchtern fest. „Ganz egal, als was du dich ausgibst. Und sie neigen dazu, mich zu übersehen – und zwar ebenfalls ganz egal, als was ich mich ausgebe."
Es lag eine gewisse Bitterkeit in dieser Äußerung, und Remus tauschte mit Sirius einen verstehenden Blick. Peter fiel es von jeher schwer, mit Mädchen ins Gespräch zu kommen. Von kleiner, eher gedrungener Gestalt, mit bereits jetzt enormen Geheimratsecken und schütterem Haaransatz, ließen sie ihn mit einer Selbstverständlichkeit links liegen, die schmerzhaft sein musste.
Remus fiel es nicht allzu schwer, Frauen anzusprechen, und war er erst einmal in ein Gespräch vertieft, ergab sich zumindest der eine oder andere Flirt. Doch er war sie unendlich Leid, diese Beziehungen, die sich entweder auf Lügen bauten oder nach drei Wochen ein jähes Ende fanden. Keine vernünftige junge Hexe ließ sich mit einem Lykantrophen ein. Außerdem hatte Remus in den letzten zwei Jahren zwischen seinen zwei Jobs an der Uni und seinen eigenen Verpflichtungen kaum Zeit für seine Freunde, geschweige denn ein Mädchen gehabt. Hinzu kam, dass an der Universität bekannt war, was er war. So hielten viele seiner Kommilitoninnen bestenfalls höflich-distanzierten Abstand zu ihm, so lange nicht seine Hilfe bei schwierigen arithmantischen Aufgaben benötigt wurde. Von manchen Studenten schlug ihm jedoch auch unverhohlene Abneigung und Verachtung entgegen. Remus mied diese Szene aus Ravenclaws und einigen wenigen Slytherins wo irgend möglich.
Am nächsten offiziellen Apparitionspunkt verabschiedeten sich die Freunde. Sirius hatte vorgeschlagen, noch etwas Trinken zu gehen, und Peter schloss sich ihm gerne an. Remus lehnte ab - nicht ohne Hintergedanken an sein angespanntes Budget. Außerdem hatte der Tag ihn gebeutelt und erledigt. Er war müde und erschöpft, die ganze Situation überforderte ihn.
Froh, dass Sirius und Peter verschwunden waren, disapparierte auch er mit einem leichten Schwung seines Stabes.
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Die Gegend, in der seine winzige Wohnung lag, war nicht eben eine der besseren. Doch sie hatte den Vorteil der Anonymität, und nachts war es kein Problem, in den Schatten der grauen Häuserblocks aus den Vierziger Jahren zu apparieren.
Remus war erst ein paar Schritte gegangen, als er einen lauten Schrei hörte, gefolgt von einem lästerlichen Fluch.
„Verschwindet, ihr Schweine!" rief die helle Stimme einer Frau, gefolgt vom hämischen Gelächter mehrer Männer.
„Und was, wenn nicht? Willst du dann vielleicht beißen und treten, oder nach deiner Mama rufen, kleine Schlampe?"
Wieder Gelächter.
Remus schlug unwillkürlich witternd die Richtung ein, aus der die Stimmen kamen. Er roch sie, bevor er die kleine Gruppe sehen konnte. Drei junge Männer, Alkohol, ihre Ausdünstungen testosterongeschwängert, und vor ihnen eine junge Frau. Sie war zierlich, mehr gab ihre Silhouette nicht preis.
Doch Remus konnte ihre Panik riechen, dann sah er, wie sie sich gegen die kalte Steinmauer presste. Sie hatte keine Chance zu entkommen.
„Misch dich niemals in Muggelangelegenheiten" – jeder Zauberer lernte das schon beizeiten. Es bedeutete nur Ärger. Ganz besonders für einen Werwolf! Remus wusste das. Doch er wusste auch, was der Frau bevorstand, wenn er tatenlos hier im Schatten des Plattenbaus stehen blieb. Seine Hand glitt in die Tasche seiner Robe, seine Finger umschlossen das warme Holz des Zauberstabs, Nussbaum mit Einhornhaar.
„Du wirst jetzt ein bisschen nett zu uns sein, Schätzchen", verkündete der Wortführer der drei Männer.
Er packte die Frau, riss grob an ihrem Haar und zwang sie auf die Knie. Remus hörte das ratschende Geräusch eines Reißverschlusses, das Kommando „Los jetzt!" und dann einen grausigen, fürchterlichen Schmerzenschrei. Er kam nicht von der Frau, sondern von ihrem Peiniger.
„Ich verblute!" schrie er in hohem Diskant.
„Du kleines Miststück!", rief ein anderer, riss die Frau zu Boden und begann, an ihrer Kleidung zu zerren.
Remus trat aus dem Schatten, der ihn bis zu diesem Augenblick verborgen hatte.
„Lasst sie los", sagte er entschlossen und sehr deutlich.
Fortsetzung folgt
