A/N Vielen Dank an Cat-Girl48 fürs reviewen. Sie ist die Einzige im Moment, aber vielleicht entschließen sich ja noch mehr, nach dem zweiten Chap. hier, mir ein Review dazulassen, ich würd mich riesig freuen und nun, viel Spaß beim Lesen UND beim Reviewn ;)
Zwei
Erneut hatte sie ihren Weg in die Winkelgasse gefunden und saß wieder unter dem Sonnenschirm, ein Eiscafee vor ihr auf dem Tisch. Hermine betrachtete den Laden, ebenso wie gestern. Sie traute sich immer noch nicht, einzutreten und den beiden entgegen zu treten. Die Zwillinge waren ein Teil ihrer Familie gewesen, sie hatten sie wie eine Schwester behandelt. Und sie hatte sie alleine gelassen. Eine Bewegung an der Ladentür ließ sie aufmerksam werden. Die roten Haare fingen das Sonnenlicht ein und als sich die Person umdrehte, erkannte Hermine, dass es sich um Fred handelte. Er musste jetzt um die dreiundzwanzig sein, war groß, schlank und nicht mehr so klein, wie sie ihn in Erinnerung hatte. Hermine hätte gerne seine Augen gesehen, doch er beugte sich über eine Auslage, somit konnte sie sein Gesicht nicht erkennen, aber sie wusste, dass es mit Sommersprossen besprenkelt war und blaugraue Augen freundlich und zwinkernd immer nach einer Möglichkeit suchten, jemanden reinzulegen, den sie nicht leiden konnten. Ein Seufzer entwich ihren Lippen, als sie an dem Eiscafee nippte.
Beinahe prustet sie den Schluck, den sie gerade genommen hatte, wieder in das Glas zurück, denn ihre Augen hatten jemanden erspäht, der ihr wahrlich bekannt war. Die schwarzen Haare länger, aber immer noch so verwuschelt, schlank und groß, einen moderne Brille auf der Nase, die gleichen smaragdgrünen Augen. Seinen Arm hatte er um eine hübsche junge Frau geschlungen, die ebenfalls schwarze Haare hatte und schlank war, aber klein. Mehr konnte Hermine nicht erkennen, da sie hastig in ihrer Tasche nach der Sonnenbrille suchte, sich die Karte schnappte und ihr Gesicht hinter eben jener verbarg. Gerade noch rechtzeitig, denn zwei Personen folgten den ersten beiden. Der eine groß, schlaksig, mit ebenso roten Haaren wie seine Begleiterin, die mittelgroß und schlank war, blaue Augen besaß und Hermines bestes Freundin war. Der junge Mann, sein Name war Ron, flüsterte seiner Schwester, Ginny etwas ins Ohr, doch sie achtete für einen Moment nicht auf ihn und blickte genau in Hermines Richtung, die sich beeilte die Karte zu studieren und so tat, als würden sie die vorbeilaufenden Passanten gar nicht interessieren. Kaum waren die vier im Laden verschwunden, ließ Hermine die Karte sinken und fixierte die Fensterscheiben, doch sie konnte nichts erkennen, da die Sonne zu sehr spiegelte.
Wer war dieses Mädchen?
Seine Freundin vielleicht? Hast du je geglaubt, dass du und Ginny die einzigen Mädchen in seiner Umgebung seit?
Natürlich nicht, aber sie ist so ...
Hübsch?
Nein.
Ach komm, gib es doch zu, sie ist hübsch, du kommst nicht gegen sie an, dass ist es doch, was du denkst oder?
Halt die Klappe!
Ich denke gar nicht daran. Hermine knurrte etwas unverständliches und eine Frau warf ihr einen höchst pikierten Blick zu, doch sie ignorierte ihn gekonnt. In Neuseeland hatte sie sich an die Blicke gewöhnt, die ihr zugeworfen wurden, als sie etwas lauthals auf einen Bemerkung der Stimme in ihrem Kopf geantwortet hatte. Am Anfang war es ihr peinlich gewesen, doch hatte sie versucht den Leuten zu erklären, dass da jemand in ihrem Kopf war, hatten sie nur mitleidig den Kopf geschüttelt und waren weitergegangen. Also hatte Hermine gelernt es zu ignorieren. Die Stimme zu ignorieren war allerdings weitaus schwieriger, womöglich sogar unmöglich. Eine erneute Bewegung an der Ladentür ließ sie aufblicken. Es waren Harry Potter, das Mädchen, Ron, Ginny und die Zwillinge. Ja, er hatte blaue Augen, soweit sie es erkennen konnte. Fred sagte etwas und alle lachten, außer Ron. Er blickte sich um, auch seine Augen blieben für einen Moment an ihr hängen, doch sie wanderten weiter, schienen kein Interesse an ihr zu haben.
„Hey Fred", Ron beugte sich zu seinem Bruder hinüber.
„Was ist, Kleiner?"
„Hör auf, ja? Hast du schon was von ihr gehört?"
„Woher? Meinst du ich kann meine ganze Zeit damit verbringen, nach ihr zu suchen. Hör zu, ich weiß, dass du sie vermisst, aber was soll ich machen? Ich habe einen Laden zu führen und noch dazu sollen die anderen nichts davon mitbekommen, weil sie dir sonst wieder Vorträge halten. Setzt dich doch auch mal auf deinen Hintern und such nach ihr Ronald." Ron sah seinen Bruder stumm an und Fred blickte zurück. Er hatte versucht sie zu finden, doch ihr Weg verlor sich irgendwo in der Walachei. Was sollte er seinem Bruder sagen? Die Wahrheit und ihm damit alle Hoffnung nehmen? Nein, das konnte er nicht.
„Es ist nur ... weißt du, ich denke, bei mir fehlt etwas, wenn ich nicht weiß wo sie ist. Keine Eule ist bei ihr angekommen, vielleicht--", er sprach den Satz nicht zu Ende, doch Fred wusste, worauf er hinaus wollte.
„Ich denke nicht, Ron, dass sie tot ist. So etwas hättest du sicherlich gemerkt, schließlich liebst du sie doch mit Haut und Haaren." Fred grinste ihn verschmitzt an und sein Grinsen wurde noch breiter, als er bemerkte, dass Rons Ohren rot anliefen.
„Ron, kommst du?", rief Harry fragend und Ron warf Fred noch einen Blick zu, verschwand dann.
„Was habt ihr beiden eigentlich immer so wichtiges zu besprechen?", wollte George wissen, doch Fred schüttelte den Kopf und betrat den Laden, sein zu Hause.
