Starr vor Wut über ihre letzten Worte, stand Damon noch immer in der Dunkelheit, als er durch Elenas Schreie aus seiner Starre gerissen wurde. Nur Augenblicke später, stand er neben ihr, um ihren zusammensackenden, zitternden Körper aufzufangen.
Ihre angsterfüllten, vor Schock weit aufgerissenen Augen starrten auf John, der umgeben von seinem eigenen Blut, auf dem Küchenboden lag.
Sie zitterte am ganzen Körper und ließ sich einfach von seinen starken Armen auffangen und umgeben.
Damon hielt sie fest und strich ihr mit einer Hand beruhigend durch ihr weiches Haar. Er atmete tief ein, sog ihren süßen Duft ein und fragte sich plötzlich, warum ihm nicht schon früher aufgefallen war, dass es nicht Elena gewesen war, mit der er auf der Veranda gestanden hatte. Er hätte es merken müssen! Dann wäre alles anders gekommen. Innerlich fluchte er, dass er sich, wie so oft in letzter Zeit, wieder von seinen Gefühlen hatte überrumpeln lassen. Alles war viel einfacher gewesen, als er seine menschliche Seite, seine Gefühle und Emotionen, ausgeblendet hatte. Was war nur mit ihm los?
Ohne es zu merken, flüsterte er Elena beruhigend zu „Schsch. Beruhig dich. Ich bin hier! Schh… Elena, guck mich an!"
Erst, als sie sich umdrehte und realisierte, was gerade vor sich ging, blickte sie ihn ungläubig an. Damon hielt in seiner Bewegung inne und sah sie ebenfalls leicht verwirrt an. Er zog seine Hand zurück.
Er sah den Schmerz in ihren Augen, sah den Unglauben über das, was sie eben mit ihren eigenen Augen gesehen hatte.
„Es tut mir leid, Elena!"
Ihr Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig. Sie blickte zwischen ihm und John hin und her und schnappte nach Luft „DAMON! Was? Warum hast du…?" Ruckartig riss sie sich aus seiner Umarmung und stolperte rückwärts.
„Nein Elena! Hör mir zu…" Er machte wieder einen Schritt auf sie zu. Sie würde ihn nicht aussprechen lassen, also musste er es sofort loswerden. „Katherine! Sie ist zurück!"
Elena sah ihn an. Sie stand unter Schock und war verwirrt. Konnte das wirklich wahr sein? Katherine war wieder zurück in Mystic Falls?
Diese Informationen waren zu viel für sie. Sie konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. „Katherine?", flüsterte sie nur ungläubig und ließ sich auf den Boden sinken.
Damon war sofort neben ihr. „Hör zu, ich kann es dir jetzt nicht erklären, aber du musst irgendwo hin, wo es sicher ist! Du…" „Aber…" unterbrach sie ihn. Ihre Stimme zitterte, als sie auf John blickte. „wir können ihn doch nicht hier lassen? Er, er…" sie setzte sich neben ihn und legte ihre Hand auf seinen Brustkorb. Sie konnte seinen Herzschlag noch spüren, wenn auch nur sehr schwach. „Bitte…" erklang plötzlich John's kaum hörbare Stimme. „haltet sie auf!" Er griff nach Elenas Hand und drückte diese. „Elena, es tut mir so leid. Du hattest das Recht, alles über deine Familie zu erfahren. Ich habe dich im Stich gelassen. Ich wollte nie, dass es so weit kommt. Bitte…" Ein letztes Mal sah John ihr in die Augen, bevor er diese schloss und der Druck seiner Hand langsam schwächer wurde. Elenas Kehle entrang ein Schluchzen, während Damon sich zu ihr beugte und sie vorsichtig auf ihre Beine zog. „Elena. Ich möchte, dass du bei Bonnie bleibst." Sein Tonfall ließ keine Widerrede zu und Elena ließ sich von ihm zum Auto führen und zu Bonnie bringen. In den letzten Minuten war zu viel auf einmal passiert. Das musste sie erst einmal verarbeiten.
Bonnie stand in der Tür und erwartete sie schon. Kaum waren sie aus dem Auto gestiegen, als sie auch schon die Arme um Elena schlang und sie fest an sich drückte. „Es tut mir so leid! Komm mit rein." Zusammen gingen sie auf die Haustüre zu. Damon blieb auf der Veranda stehen. Als er sich verabschiedete, fiel ihr Stefan wieder ein. „Stefan! Wir müssen ihn warnen!" Panik lag wieder in ihren Augen und ihrer Stimme.
„Du bleibst jetzt hier. Ich mache mich auf den Weg, um Stefan und dieses kleine Miststück zu finden! Sobald es was Neues gibt, sag ich dir bescheid. Du musst jetzt erst einmal schlafen." Er blickte zu Bonnie, die ihm mit einem Nicken zu verstehen gab, dass sie sich um Elena kümmern würde. Dann drehte er sich um und verschwand.
Wenn er sie bei sich erwischen würde… Er malte sich aus, was er dann alles mit ihr anstellen würde. Er war einmal auf sie und ihre Spielchen reingefallen, dass würde ihm nicht noch einmal passieren. Damals war er jung und naiv gewesen. Dieses Mal war er vorbereitet. Er würde gewinnen! Aber schon als er die Schwelle des Hauses betrat, ahnte er, dass er falsch gelegen hatte.
