Sooo, hier ist Kapitel zwei! Das dritte Kapitel ist auch schon in Arbeit, aber (wie es nunmal immer so ist), habe ich auch auf Arbeit viel zu tun, so dass ich nicht genau weiß, wann ich wieder updaten kann!

Also viel Spaß beim Lesen und beim weiterphantasieren.^^


„Bleiben Sie sitzen, ich suche nach einem geeigneten Ast! Ich bin gleich wieder da." Pille ging sicher, dass der Halbvulkanier auch tatsächlich sitzenblieb und machte sich, seine Taschenlampe im Anschlag, auf den Weg. Spock blieb allein zurück, bald schon konnte er den Bordarzt durch den immer stärker werdenden Regen nicht mehr hören.

Immer schwerer fiel es ihm, die Schmerzen zu unterdrücken. Übelkeit stieg in ihm auf, als er daran dachte, dass McCoy in nicht allzulanger Zeit, den Arm auch noch ANFASSEN würde.

Schwer atmete er auf, um die Pein etwas zu erleichtern, doch zuckte mit einem Mal ein neuer Schmerz durch seine Rippen auf der linken Seite, so dass er das tiefe Ein- und Ausatmen lieber wieder unterließ. Stattdessen lauschte er in den Wald hinein, ob er Pille zurückkehren hörte, konnte aber im Rauschen der Wipfel und des Regens nichts ausmachen Die Dunkelheit nahm nun rasch zu, bald war er nicht mehr in der Lage, auch nur zwei Meter weit zusehen.

Sein Mund war, trotz des nun starken Regens, fürchterlich trocken, so dass er Mühe hatte zu schlucken und bald einen reizenden Husten zu unterdrücken versuchte, was ihm natürlich nicht gelang. Der Schmerz, der nun durch seine Rippen und seinen Arm jagte, trieb ihm die Tränen in die Augen, die sich mit dem Regen vermischten, der ihm schon vom Kinn tropfte. Sein Kopf begann zu schwimmen, Gedankenfetzen huschten unkontrolliert durch sein vernebeltes Bewußtsein und aus dieser Kakophonie heraus kristallisierte sich ein starkes Verlangen nach Nähe zu seiner Geliebten. Doch bevor er sich irgendwie sammeln konnte, um diese Gedanken in einen logischen Zusammenhang zu bringen, um sie zu beherrschen oder auch nur, um sie zu unterdrücken, kehrte Pille zurück.

„Sie haben keine Vorstellung Spock, was das für ein verdammter Wald hier ist: Es gibt einfach keine gerade gewachsenen Äste! Aber der hier wird es schon irgendwie tun." Er kramte in seiner eigenen Umhängetasche nun nach Verbandszeug und der einzigen Ampulle mit Betäubungsmittel, die er besaß. Schließlich schaute er Spock in die Augen. „Sind Sie bereit? Ich habe nur diese eine, und es ist nicht besonders stark, es kann also sein, dass Sie trotzdem etwas spüren werden…" Spock nickte nur knapp, aus Angst, sich zu übergeben, wenn er den Mund auch nur aufmachte. McCoy bekam davon nichts mit, spiegelte doch Spocks Gesicht noch immer die selbe stoische Ruhe wider, die er auch zeigen würde, läse er die Nachrichten vom Vortag.

Die Taschenlampe im Mund haltend injizierte ihm Pille in einer routinierten Bewegung das Betäubungsmittel, wartete einen kleinen Moment, damit es seine volle Wirkung entfalten konnte und zerschnitt dann mit wenigen Handgriffen den Ärmel der Uniform. Schnell analysierte er mit Hilfe seines medizinischen Trikorders das Ausmaß des Bruches. Eine tiefe Falte erschien auf seiner Stirn, besorgt presste er die Lippen zusammen. „Ich muß den Knochen erst reinschieben, sonst wird das nichts mit dem Druckverband…" meinte er mehr zu sich selbst, ohne das panische Aufblitzen in Spocks Augen zu bemerken. Suchend blickte Pille sich um, schien etwas passendes zu entdecken und zog sich das Uniform-Oberteil aus.

Spocks rechte Augenbraue rutsche in die Höhe, öffnete (vorsichtig) den Mund, um eine entsprechende Frage zu stellen, als ihm Pille mit einer Handbewegung das Wort abschnitt. „Sie müssen mal zwei Meter nach hinten rutschen, zu dem kleineren Baum da." Er deutete auf einen niedrigen, doch recht stämmig aussehenden Baum. Pille griff Spock unter die Arme und zog ihn dorthin. Dort angekommen schlang er das Oberteil um den Stamm und verknotete die Ärmel vor Spocks linken Oberarm, so dass der Arm am Stamm praktisch festgebunden war. Schließlich nahm Pille Spocks Mittel- und Ringfinger in seine rechte, den Daumen in die linke Hand. Kurz hielt er inne und schaute den Commander an. „Ich werde jetzt daran ziehen, um die Bruchstelle auseinander zu ziehen. Dadurch rutsch der Knochen, mit ein bißchen Nachhilfe, wieder in seine ursprüngliche Position. Ich versuche das so schnell wie nur möglich zu machen, aber ich vermute, dass es die Kapazität des Narkotikums übersteigen wird." meinte er beinahe fröhlich. Und dann begann er zu ziehen. Erst langsam, dann immer stärker.

Spocks Arm stand sofort in Flammen. Er hatte das Gefühl, als ob Pille vorhatte, ihn gleich in zwei Teile zu zerreißen, immer mehr steigerte sich die Agonie, die sich schließlich in einem qualvollen Aufstöhnen Bahn brach. Pilles Augen schnappten überrascht nach oben, noch nie hatte er von dem Halbvulkanier eine Gefühlsregung gesehen oder gehört, abgesehen von dem denkwürdigen Ereignis auf der Brücke, welches nun schon zweieinhalb Jahre zurücklag.

„Es ist gleicht geschafft," log er, als er den Stand der Knochen mit dem Trikorder überprüfte „nur noch ein kleines Stück!" Wieder begann er zu ziehen, im grellen Licht der nun rasch aufeinander folgenden Blitze sah er deutlich das schmerzverzerrte Gesicht Spocks vor sich, der nicht mehr in der Lage war, sich zu beherrschen. Erneut erhöhte Pille den Zug, spürte endlich den leichten Ruck, mit dem der Kochen in eine bessere Position rutsche, und hörte gleichzeitig das erneute heisere Aufschreien seines Kollegen, dessen Antlitz schon bedenklich an Farbe verloren hatte. Eiligst, aber sorgfältig legte er nun einen Druckverband an, um darüber die improvisierte Schiene zu befestigen. „So, Sie haben es überstanden!" meinte er beschwingt, selbst darüber erleichtert, dass es schneller als erwartet gegangen war. „War doch gar nicht so schlimm, oder?"

Spock, noch immer mit seinem Oberarm am Baumstamm festgebunden, stierte den Arzt an und begann schweigend den Versuch, den Knoten zu lösen, was im mißlang, so daß ihm Pille diese Aufgabe abnahm.

Vorsichtig half ihm der Arzt auf die Beine, nachdem er aus dem Oberteil eine Schlinge gebastelt hatte, um dessen Arm zu schonen.

Schließlich machten Sie sich auf den Weg zur Höhle. Unter Mühen kämpften sie sich durch das Dickicht, welches sie noch am Tag unter größter Vorsicht und Sorgfalt betrachtet hatten, um für die medizinische Forschung gewinnbringende Pflanzen zu entdecken. Kurz hielt Spock, sich unbewußt am Hals kratzend, inne, um sich neu zu orientieren und dann mit leicht korrigierter Route weiterzulaufen. Das Gehen fiel ihm immer schwerer, der Blutverlust machte sich nun deutlich bemerkbar: Sein Kopf schwamm und seine Wahrnehmung grenzte sich immer weiter ein, die Übelkeit erhöhte sich auf ein fast unerträgliches Maß, erreichte und überschritt es. Gerade noch so konnte er sich an einem Baumstamm abstützen, als er über seine eigenen Beine strauchelte und beinahe stürzte. Sofort war Pille an seiner Seite, um ihn abzustützen, in dem er mit einem Arm seinen Oberkörper umschlang.

Der Schmerz in den Rippen war zuviel. Den plötzlichen Impuls nicht mehr unterdrücken könnend übergab sich Spock unter Würgen auf den Waldboden. Als nichts mehr in seinem Magen vorhanden war und er nur noch bittere Galle hervorbrachte, schaffte es Spock, endlich, den Brechreiz unter Kontrolle zu bringen. Mit einer recht unsicheren Geste bedeutete er McCoy, dass er ihn loslassen könne, was dieser jedoch gekonnt ignorierte. `Das könnte diesem grünblütigen Kerl nur so passen. Dann fliegt er noch wirklich hin und ich darf ihn dann durch den Dschungel schleppen!´