A/N: Das Gedicht ist von Mascha Kaleko. Vielen Dank für die beiden Reviews! Es wird glaub ich nur eine einseitige Freude sein, denn es bleib nur bei Jess.
Kapitel 1: Weil du nicht da bistWeil
du nicht da bist, sitze ich und schreibe
All meine Einsamkeit auf
dies Papier.
Ein Fliederzweig schlägt an die
Fensterscheibe.
Die Maiennacht ruft laut. Doch nicht nach
mir.
Weil du nicht bist, ist der Bäume Blühen,
Der
Rosen Duft vergebliches Bemühen,
Der Nachtigallen
Liebesmelodie
Nur in Musik gesetzte Ironie.
Weil du
nicht da bist, flücht ich mich ins Dunkel.
Aus fremden Augen
starrt die Stadt mich an
Mit grellem Licht und lärmendem
Gefunkel,
Dem ich nicht folgen, nicht entgehen kann.
Hier
unterm Dach sitz ich beim Lampenschirm;
Den Herbst im Herzen,
Winter im Gemüt.
November singt in mir sein graues
Lied.
»Weil du nicht da bist« flüstert es im
Zimmer.
»Weil du nicht da bist« rufen Wand
und Schränke,
Verstaubte Noten über dem Klavier.
Und
wenn ich endlich nicht mehr an dich denke,
Die Dinge um mich reden
nur von dir.
Weil du nicht da bist, blättre ich in
Briefen
Und weck vergilbte Träume, die schon schliefen.
Mein
Lachen, Liebster, ist dir nachgereist.
Weil du nicht da bist, ist
mein Herz verwaist.
Er atmete einmal tief durch, blickte noch einmal zurück zu seinem Auto und drehte dann den Schlüssel im Schloss des Motelzimmers um. Mit einem leisen Quietschen öffnete sich die Tür und er konnte in das dunkle Zimmer blicken. Außer einem Bett, einem Nachtschrank und einem Kleiderschrank stand nichts in dem kleinen Zimmer. Er drückte auf den Lichtschalter rechts von sich und mit einem kurzen Flackern ging die Deckenlampe an.
Kurz schloss er seine Augen, doch dann trat er entschlossen auf das Bett zu, legte seinen Seesack auf das Bett und setzte sich daneben. Er lies seinen Kopf sinken und rieb sich seine Augen. Dann lies er sich aufs Bett sinken, streckte sich ganz aus und blickte in das grelle Licht der Deckenlampe.
Nach ein paar Minuten setzte er sich wieder auf und schüttelte seinen Kopf. Nein, so konnte und wollte er nicht einschlafen. Denn immer, wenn er seine Augen schloss, sah er sie vor ihm stehen. Mit diesem Blick voller Mitleid und Angst. Und jedes Mal, wenn sie ihren Mund aufmachte, und diese vier Buchstaben sagte, riss sein Herz ein Stück mehr. Doch er wollte nicht länger von ihr abhängig sein. Hatte er Luke nicht einmal gesagt, dass wenn sie sich einen Dreck um ihn schert, dann kann sie ihn mal!
Nach einem verächtlichen Schnauben stand er vom Bett auf, nahm sich sein Portmonee aus dem Seesack und verlies das Zimmer.
...tbc...
