Kapitel 2
Sarah war erstarrt
John hatte die Hand der jungen Frau an der Kehle. Er spürte die Kraft, mit der sie ihn hielt und wagte kaum zu atmen.
„Keinen Krankenwagen. Du wirst das Baby holen", sagte die Frau aggressiv.
„Lass meinen Sohn los!" Sagte Sarah und griff zur Waffe hinten in ihrem Hosenbund.
Die Frau war schneller. Sie hatte eine Waffe in der Hand und hielt sie an Johns Kopf, bevor Sarah ihre Waffe herausgezogen hatte.
Sarah erstarrte. Die Zeit schien eingefroren. Sie waren den tödlichsten Maschinen entkommen und nun war Johns Leben in der Hand einer Verrückten, die vielleicht noch nichteinmal wirklich Schwanger war.
Sarahs Gedanken mussten sich in ihrem Gesicht widerspiegeln.
„Ich weiß was Du denkst Sarah Connor aber ich bin nicht verrückt", sagte die Frau.
Sarahs Kinn hing herab. „Du kennst meinen Namen?"
„Da wo ich herkomme kennt Jeder den Namen Sarah Connor", entgegnete die Frau.
„Und wo kommst Du her?" Die Frage sollte nur bestätigen, was Sarah bereits vermutete.
„Aus der Zukunft".
Kapitel 3
Die Frau lag auf Sarahs Bett. Sie hielt Johns Arm mit einer Hand, mit der anderen zielte sie weiter auf ihn.
„Was machen wir, wenn Komplikationen auftreten?" Fragte Sarah in der Hoffnung die Frau umstimmen zu können.
„Was für Komplikationen?" entgegnete die Bewaffnete mit schräg gelegtem Kopf.
„Nun...", begann Sarah nachdenklich. „... das Baby könnte im Geburtskanal stecken bleiben oder..."
„Das wird nicht passieren..", wurde Sarah unterbrochen. „Du wirst einen Kaiserschnitt machen".
Sarah starrte die Junge Frau einige Sekunden sprachlos an. „Da...das kann ich nicht. Wir... wir haben auch nicht... keine Betäubungsmittel...". Sarah verstummte hilflos.
„Das ist kein Problem", sagte die Frau ruhig. „Ich bin darauf... trainiert keinen Schmerz zu fühlen", sagte sie zögernd.
Sarah starrte die junge Frau geschockt an. „Warum keine natürliche Geburt?"
Sie erntete ein Kopfschütteln. „Das ist nicht möglich. Du wirst später sehen warum".
Kapitel 4
John hatte lange kein Wort gesagt. Die Hand der jungen Frau war wie ein Schraubstock. Er war intensiv mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt. Fasziniert sah er zu, wie seine Mom die Operation vorbereitete. Überraschender Weise hatte die junge Frau alle nötigen Instrumente wie Skalpelle und ähnliches mitgebracht.
Sarah hatte alles desinfiziert. Ihre Flasche Wodka war dabei fast vollständig draufgegangen.
Nun war sie in der Küche und kochte Wasser ab.
„Keine Angst", sagte die Frau sanft. „Euch passiert nichts. Ich möchte nur dass mein Baby überlebt.
John sah in das hübsche Gesicht. „Und deshalb bedrohst Du mich mit der Waffe?"
Nachdenklich sah die Frau auf das gefährliche Mordinstrument. „Wenn Du mir dein Ehrenwort... dein John Connor Ehrenwort gibst, dass ihr mein Baby nicht sterben lasst, nehm ich sie weg".
John dachte einige Sekunden nach, dann nickte er. „Ich gebe Dir mein Ehrenwort als zukünftiger Anführer der Menschheit, dass wir Alles für Dich und Dein Baby tun werden.
Eine Sekunde später war sein Arm frei und sie hielt ihm die Waffe am Lauf entgegen.
„Wie heißt Du?" Fragte John, nachdem er die Waffe entgegen genommen und neben dem Bett auf das Tischchen gelegt hatte.
Dann lächelte die Frau bezaubernd.
„Cameron."
Kapitel 5
Als Sarah zurückkam fielen ihr die Augen aus den Höhlen. John saß neben der Frau, seine Hand auf ihrem Bauch. Er zuckte sichtbar zusammen und lachte mit der Fremden, als das Baby trat. Sarah sah auch die Waffe, die auf dem Nachttischchen lag.
„John?" Fragte sie verwundert.
Er drehte lächelnd den Kopf. „Mom, ist das nicht toll? Cameron sagt das Baby tritt die ganze Zeit".
Sarah sah, dass seine Hand die ganze Zeit auf ihrem Bauch lag. Der Blick der jungen Frau wanderte dabei immer zwischen seiner Hand und ihm hin und her. Es lag so etwas wie Bewunderung in ihrem Blick.
Sie verdrehte die Augen und trat mit der Schüssel mit abgekochtem Wasser näher und stellte sie auf den bereitgestellten Klapptisch neben dem Bett. Dann schlangengleich zuckte ihre Hand hervor und schnappte nach der Waffe auf dem Nachttischchen.
Schnappte daneben denn die junge Frau war schneller.
Entsetzt blickte Sarah in den Lauf der Waffe.
Kapitel 6
Noch ehe Sarah oder John Etwas sagen konnten lies die junge Frau die Waffe rotieren und hielt nun Sarah den Griff entgegen.
Zögerlich griff Sarah nach der Waffe. „Warum?"
Bewundernd blickte die Frau zu John. „Weil er mir sein Wort gegeben hat".
Sarah blickte mit erhobener Augenbraue auf John. „Du hast was?" Ihrer Stimmer war der Ärger anzuhören.
John schrumpfte zusammen. „Ich hab ihr nur mein Wort gegeben, dass wir uns um Sie und das Baby kümmern werden".
Sarah schwieg lange Sekunden. „Darüber reden wir noch".
Dann widmete sie sich wieder ihrer Aufgabe.
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Sie hatte das Skalpell in der Hand und beugte sich vor. „Ich...ich habe keine Ahnung von Sowas. Was wenn ich ein größeres Blutgefäß erwische?"
Die Frau schüttelte den Kopf. Sie hatte die Stelle für den Schnitt mit einem Filzschreiber markiert. „Da sind keine größeren Blutgefäße".
Sarah nickte und setzte erneut an, zögerte, atmete tief durch und setzte wieder an. In dem Moment als sie das Skalpell in die Haut versenkte griff die Frau nach Johns Hand.
Sarah führte den Schnitt, wie die Frau es erklärt hatte. Dann spreizte sie die Wunde
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Sarah hielt lächelnd ein lebendes, atmendes Baby im Arm.
Sie hielt das Kleine gerade in die Wanne mit warmem Wasser. „Ein Mädchen. Wie soll die Kleine denn heißen?" Fragte sie ohne sich umzudrehen.
„Allison", kam es ohne zu zögern vom Bett.
Während Sarah das Mädchen hielt wusch John es vorsichtig ab.
„Ganz vorsichtig John", sagte Sarah zu dem am ganzen Leib zitternden.
„Musst Du mir nicht sagen", entgegnete er mit nervösem Unterton.
„Du bist ja soo lieb kleine Allison. Du...". Sarah verstummte und erstarrte, als hinter ihr Geräusche aufklangen, die sie immer in ihren Albträumen hörte.
Kapitel 7
„Darf ich sie mal halten?"
Während Sarah das Baby quasi an sich riss und herumwirbelte sprang John zurück und zog seine Waffe. Sarah balancierte das Kind auf einem Arm während sie selber nach ihrer Waffe respektive der Waffe der Frau griff.
„Hab ich was falsch gemacht?" Fragte Cameron irritiert.
Sarah und John starrten entgeistert auf die junge Frau, die mit klaffendem Kaiserschnitt zwei Schritte entfernt im Raum stand.
Das entsetzlichste war aber, dass Sarah die Bewegungsgeräusche eines Terminators gehört hatte. Sie wollte ihre Waffe schon senken und das als Einbildung abtun, als Cameron die Arme nach dem Baby ausstreckte und einen weiteren Schritt machte. Wieder klangen die Geräusche auf und diesmal schienen sie direkt aus der offenen Wunde der jungen Frau zu kommen.
Sarahs richtete ihre Waffe ruckartig auf das Gesicht der Frau. „Was bist Du?"
Cameron starrte sekundenlang auf Sarah, dann kurz auf John. Schließlich senkte sie den Blick. Sie hakte ihre Daumen an einer Seite in den offenen Schnitt und zog die Haut weiter nach unten.
Sarah sog scharf die Luft ein und John stöhnte, als der Silbern schimmernde -Hüftknochen- sichtbar wurde.
„Ich bin eine Maschine", sagte die junge Frau leise. „Dazu konstruiert Kinder auszutragen".
Sarah spannte den Hahn. „John! Raus hier!"
John stand erstarrt.
„JOHN!" Schrie Sarah ihren gaffenden Sohn an.
„Huh?"
„RAUS!"
Beide wichen mit angeschlagenen Waffen zur Tür zurück.
„Lasst ihr mir mein Baby?" Fragte Cameron fast weinerlich.
Sarah wollte schon losschreien, besann sich dann aber eines Besseren. Sie schüttelte nur den Kopf.
„Du hast mir dein Wort gegeben!" Rief Cameron hinter John her, der die Tür geöffnet und den Raum bereits verlassen hatte.
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Sie waren seit 20 Minuten auf dem Highway. Gott sei dank war ihnen der Cyborg nicht gefolgt und hatte sie auch nicht angegriffen.
Während Sarah verbissen das Lenkrad umklammernd fuhr hielt John das Baby.
Die Kleine schlief momentan aber Sarah wusste, dass sie dringend irgendwo Nahrung einkaufen mussten.
John hingegen starrte die ganze Zeit auf das Mädchen in seinem Arm. „Mom...?"
„Anscheinend folgt uns das Ding nicht. Ich werde irgendwo halten, damit wir was zu essen für die Kleine kaufen können", sagte Sarah ohne ihn anzusehen.
„Mom...?" Wiederholte John, wurde aber wieder von Sarah unterbrochen.
„Verdammt, wie konnte ich nur so blind sein. Ich hätte doch erkennen müssen, dass das ein laufender Brutkasten ist. Keine Frau kann einen Kaiserschnitt ohne Betäubung ertragen", sagte Sarah aufgeregt und schlug mit der Hand auf das Lenkrad.
Die kleine Allison zuckte zusammen wurde aber Gott sei Dank nicht wach.
„Mom!" Rief John nun, um sich endlich Gehör zu verschaffen.
„Was!"
„Du musst umdrehen", sagte John eindringlich.
„Umdrehen?" Fragte Sarah, die sich umsah, ob sie die Ausfahrt verpasst hatte.
„Fahr zurück." Sagte er, diesmal klang es fast wie ein Befehl.
Sarahs Kopf ruckte herum. „Was? Bist Du vollkommen verrückt geworden".
John sah wieder hinab auf Baby Allison. „Ich hab ihr mein Wort gegeben".
Sarah schüttelte den Kopf. „Du kannst Dein Wort nur einer Person geben, nicht aber einem Ding", sagte sie aggressiv.
Ohne den Blick von dem Baby zu nehmen schüttelte John den Kopf. „Wenn ich ein großer Anführer werden will, muss man sich auf mein Wort verlassen können. Wenn ich jetzt schon damit anfange es zu brechen...".
Sarah schüttelte vehement den Kopf. „John, noch bist du hier nicht der Anführer sondern ich und ich sage das Ding ist zu gefährlich".
„Aber Mom..."
„Kein Aber, wir fahren nicht zurück und damit basta", sagte Sarah mit einem Ton der erkennen lies, dass sie nicht weiter darüber diskutieren wollte und ihre Entscheidung endgültig war.
In diesem Moment entdeckte Sarah ein Schild, dass auf einen Supermarkt hinwies. Sie nahm die Abfahrt und steuerte den kleinen Provinzmarkt an.
„Du wartest hier mit der Kleinen. Ich lass den Motor und die Klimaanlage laufen und geh schnell rein die Nahrung holen. Dann suchen wir uns ein Motel, wo wir die Kleine versorgen können", sagte sie, nachdem sie den Wagen auf dem Parkplatz zum Stillstand gebracht hatte.
John reagierte nicht und Sarah verlies kopfschüttelnd den Wagen.
Sarah betrat den kleinen Supermarkt und reckte den Kopf um zu sehen, wo die Babyprodukte stehen, zielstrebig ging sie in die Richtung, nachdem sie vorher einen Korb gegriffen hatte. Sie packte Windeln, Babypuder und Nahrung in den Korb, als sie hinter sich einen Wagen losfahren hörte. Nichts ahnend sah sie routinemäßig über ihre Schulter.
In der nächsten Sekunde fiel der Einkaufskorb samt Inhalt auf den Boden und sie rannte unter dem neugierigen Blick der Angestellten an der Kasse zur Tür. „JOHN!" Schrie sie noch beim Aufstoßen der Ladentür.
Der Wagen mit John Connor und dem Baby hatte gewendet und bog auf den Highway ein, noch bevor Sarah die Möglichkeit hatte die Verfolgung aufzunehmen.
