also, jetzt kommt des 2 kapitel...und es wär schön, wenn ihr mir sagen würdet, ob ich die story weiter schreiben soll oder nicht!

grüzle und viel spaß beim lesen (wenns überhaupt jemand liest!)

DU


Zweites Kapitel

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„Sie kommt wieder zu sich! Achtung, haltet die Zauberstäbe bereit! Nur für alle Fälle!" Hermines Kopf lag auf etwas hartem und ihr Rücken schmerzte von dem unebenen Boden, auf dem sie Lag. Ein leiser Seufzer kam über ihre geöffneten Lippen und langsam öffnete sie die Augen. Ihr Blick wurde klar und sie erkannte als erstes die Gesichter von Harry und Ron. Sie versuchte zu lächeln, doch bei dem Anblick der vielen Zauberstäbe, die auf sie gerichtet waren und der ängstlichen, verärgerten und vor allem enttäuschten Gesichter konnte sie es nicht.
„Warum, Hermine, warum?", flüsterte Ron in die Stille. Alle Augen waren auf sie gerichtet. Verständnislos schaute sie abwechselnd zu Ron und Harry.
„Was…was kann ich dafür wenn ich umfalle und Ohnmächtig werde?", sie lachte trocken.
„Moment, warum lebe ich eigentlich noch? Ich müsste doch eigentlich… Malfoy hat mich doch…er hat mich doch umgebracht…ich hab den Fluch doch noch gesehen wie er auf mich zukam und mich dann traf und dann…wie…"
Ihre Gedanken wurden immer klarer und ihr Gedächtnis schmiss ihr die letzten Momente haarklein hin. Sie erinnerte sich an den Todesfluch, der für sie gewesen war, und der Schockzauber, dem der Todesser so geschickt ausgewichen war.
„Du wurdest nur geschockt. Ich...ich hab nach dir gesucht und als ich dich dort stehen sah vor dir der Todesser wollt ich ihn erst einmal schocken. Doch er ist ausgewichen. Zum Glück. Sonst hätte dich der Todesfluch getroffen, und nicht mein Schockzauber." erklärte ihr Ron. Dann fügte er noch hinzu: "Aber tot oder so wie es jetzt ist; so ein großer Unterschied ist das auch nicht." Dann schaute er bedrückt zu Boden. Hermine versuchte sich aufzusetzen. Doch sogleich wurde ihr schwindelig. „Warum schaut ihr alle so betrübt? Mir fehlt doch nichts. Oder was ist passiert?"
Keiner Antwortete ihr.
„Das…ich hab nie geahnt…ich hab nie gedacht - " stammelte Ron nach einer Weile. Hermine meinte in seinen Augen Tränen glitzern zu sehen. Sie wollte etwas sagen, doch ihr fiel nichts Passendes ein. Also blickte sie nur stumm in die Augen ihres Freundes.
„Seit wann?" Erschrocken wandte sie den Kopf auf die Seite und erkannte das vernarbte Gesicht, die verstümmelte Nase und das nie ruhende Auge des alten Aurors.
„Seit wann was?", fragte Hermine mit ruhiger, aber leiser Stimme. Sie verstand rein gar nichts. So langsam stieg Wut in ihr hoch. Konnten die anderen sie nicht mal aufklären?
„Wann hast du dich entschieden? Wann bist du zu so etwas geworden?" fragte Professor Moody ruhig und streng. Angestrengt versucht, sich zu beherrschen und mit halb geschlossenen Augen sagte Hermine gepresst: „Was soll ich sein? Was soll ich entschieden haben! Verdammt, kann mir mal jemand sagen was hier los ist?"
„Das solltest wohl eher du tun! Hermine, du hast immer Ideen gebracht, wie wir die Todesser überlisten können. Du warst diejenige, die immer vorne mitgemischt hat. Du bist eine von denen, die die meisten nach Askaban verfrachtet hat!"
„Ja…na und?"
„Na und? Na und!? Du bist eine Todesserin, bei Merlin, du hast teilweise deine eigenen Komplizen ermordet! Was heißt da na und!"
Stille. Alle waren ruhig, sogar der Kampf, der weiter entfernt noch tobte schien still zu sein. Mit vor Wut geweiteten Augen stand Ron über ihr. Hermine sah, wie tief es ihn getroffen hatte, dass sie Todesserin war.
Du bist ein Todesser, hatte er gesagt…
„Bitte was? Ich soll ein Todesser sein?" sie stand auf, schwankte, doch schnell hatte sie ihr Gleichgewicht wieder.

„Ronald Weasley, ich finde das gar nicht witzig. Wie kommst du auf die Idee?"
Er schlug die Augen nieder und murmelte: „Naja. Es ist auf deinem Unterarm." Es hörte sich schon leicht wie eine Entschuldigung an.

Kurz schaute sie auf ihre Unterarme. Und der Schock fuhr ihr tief in die Glieder. Dort, auf ihrem linken Unterarm prangte deutlich sichtbar das Dunkle Mal.
„Aber…wie…ihr wisst doch, dass ich nie…ich bin kein Todesser!"
Sie schaute verzweifelt hoch und suchte den tröstenden und verständlichen Blick von Harry. Doch seine Augen sagten mehr, als er mit Worten hätte sagen können. Er glaubte ihr nicht. Er wollte es, er würde es nicht ertragen können, zu wissen dass sie, Hermine Granger, seine beste Freundin plötzlich seine Feindin war.
Und trotzdem glaubte er ihr nicht. Es war zu deutlich das Gegenteil bewiesen. Aber wie konnte er sich so sehr in ihr täuschen?
Tränen stiegen in ihre Augen. „Harry?" sie blinzelte. Angst schien sie zu lähmen. „Ron?" Ron hob den Kopf und blickte ihr in die Augen. Doch auch in denen sah sie den Widerspruch. Auch Ron wollte es nicht, doch er glaubte ihr so wenig wie Harry.
Sie glaubten ihr gar nicht.
Ungläubig sank sie zu Boden. Wenn Professor Moody, oder ein anderer Auror ihr nicht geglaubt hätte, okay. Aber Harry und Ron? Ihre besten Freunde?
Ein Klotz saß in ihrem Magen. Er zog sich krampfhaft zusammen. Sie hatte sich noch nie so alleine gefühlt. Auf einen Schlag war ihre Welt zusammengebrochen. Lange saß sie da und konnte es nicht begreifen. Erst als ihre Augen brannten merkte sie, dass sie stumm weinte.
Dann forderte Moody sie auf, aufzustehen. Langsam erhob sie sich. Umringt von Zauberern lief sie über die Weise. Sie wusste wo es hinging. Doch sie konnte es nicht glauben. Sie konnte nicht fassen, dass wirklich alle dachten dass sie ein Anhänger Voldemorts wär. Sie, eine Muggelgeborene. Nach einem kurzen, stillen Marsch kamen sie bei schwarzen Kutschen an. Ihre Tränen waren längst versiegt. Sie war leer. Ihr Herz war vereist. Immun gegen Schmerz. Ohne ein Wort stieg Hermine in eine der Kutschen. Der Schlag fiel hinter ihr zu. Langsam drehte sie sich um. Sie wusste um sie und spürte die vielen Zauber, die auf dem Gefährt lagen. Sie verhinderten, dass man von innen die Türe öffnen konnte.
Mit leerem Blick schaute sie durch die Gitterstäbe von dem einzigen Fenster auf Harry und Ron. Diese standen keine zwanzig Meter weit entfernt und taten nichts. Als sich die Kutsche in Bewegung setzte leuchtete etwas in Rons Augen auf und er tat einen Schritt auf sie zu.
„Halt! Stopp! Ihr könnt das nicht machen. Ihr könnt sie nicht einfach so wegsperren. Es ist Hermine, immer noch Hermine.", er wurde immer leiser. Er wandte sich zu Harry um.
„Harry, sie ist immer noch unsere Mine."
Ron wollte schon der langsam sich entfernenden Kutsche hinterher doch Harry legte die Hand auf Rons Schulter und hielt ihn zurück.
Diese Geste versetzte Hermine einen letzten Stich, bevor sie vollkommen in ihrer Trauer versank.
Ihre besten Freunde hatten sie im Stich gelassen. Sie verkroch sich in die dunkelste Ecke und schlang die Arme um ihre angezogenen Beine.
Die konnte nur noch an den Ausdruck in Harrys und Rons Augen denken. Und daran, dass Harry Ron aufgehalten hatte. Dass er sie aufgegeben hatte.
Sie war wie isoliert. Wie in Watte gepackt. Sie war taub.
Es interessierte sie nicht, wohin sie kam, wie ihr Leben weitergehen sollte, oder warum sie das Dunkle Mal auf dem Arm trug. Ihr war alles egal.
Sie sah noch ein letztes Mal aus dem Fenster und sah die kahlen trostlosen Bäume, sah die grausame Welt. Eine einzelne Träne rollte ihr über die Wange.
Lange saß sie so da und dachte an nichts, sah nichts und fühlte nichts.
‚Eine starke Frau senkt nie das Haupt. Egal wie schlecht es ihr geht. Denk daran, mein Schatz. Geh aufrecht durch dein Leben.' Die sanfte Stimme ihrer Mutter, die ihr diese Worte oft eingeflüstert hatte. Diese leisen Worte gaben ihr eine ungeheure Kraft. Sie atmete tief ein und straffte die Schultern.
Sie würde erhobenen Hauptes die Mauern Askabans durchqueren!