Titel: Durchzechte Nächte

Autor: Vivianne

Kapitel: Kapitel 1 – Der Morgen danach

Rating: PG-13

Charaktere: Albus

Warnung: Slash

A/N: Mal was neues meinerseits.

Sprache: Deutsch

Datum: 08.03.2009

Wörter: 1222

Fandom: Harry Potter

Genre: Drama

Zusammenfassung: Albus erwacht nach einer durchzechten Nacht und muss sich mit dem Resultat ebenjener, ob er will oder nicht, auseinander setzen.

Disclaimer: Nix mir, alles JK Rowling

Durchzechte Nächte

Kapitel 1 – Der Morgen danach

Stille breitete sich aus. Nichts war zu hören, nur der Mond durchschnitt die Dunkelheit mit seinem hellen Licht und ließ die Gasse nicht ganz in der Nacht versinken. Torkelnd stützte sich Albus an der Hauswand ab und stolperte schon fast über seine Füße. Nur mühsam gelang es ihm, sich an einer Regenrohr festzuhalten. Einige Sekunden verweilte er in einer engen Umarmung mit dem Fallrohr ehe er erneut versuchte die Gasse zu durchqueren. Nur noch wenige Schritte trennten ihn von seiner Wohnung, so dachte er zumindest.

Doch plötzlich verfing sich sein rechter Fuß in etwas und Albus fiel hin. Mühsam versuchte er sich aufzusetzen und sah seine leicht zerschundenen Hände an. Irgendetwas stimmte nicht. Etwas war nicht so, wie es nach einem einfachen Fall sein sollte.

Warum waren seine Hände rot. Panisch untersuchte er seine Hände, doch nirgends konnte er eine Schürfwunde oder ähnliches entdecken und auch die Menge des Blutes an seinen Handflächen ließ Schlimmeres erahnen.

Albus konnte kaum einen klaren Gedanken fassen während er sich an einer Mülltonne hochzog und sich an ihr festhielt. Abwesend wischte er seine Hände an seiner dunkelblauen Jeans ab und strauchelte mehr, als das er ordentlich lief, die Gasse hinunter.

Lautes Pochen riss ihn aus dem Schlaf. Brummend rieb er sich den Kopf als er sich aufsetzte. Orientierungslos sah er sich um, erkannte, dass er die Nacht auf der Couch verbracht hatte. Er fuhr sich mit der Hand durch das Gesicht, als es erneut Pochte und er zusammenzuckte.

„Jaja", rief Albus, als er aufgestanden war und langsam zur Wohnungstür ging. Mit zusammengekniffenen Augen fragte er: „Wer ist da?"

„Polizei, machen Sie auf", erwiderte eine harsche Stimme.

Albus erstarrte. Was wollte die Polizei von ihm? Panisch sah er sich um, doch konnte er mit den zusammengekniffenen Augen nicht viel erkennen. Das Hämmern, das seit dem er aufgewacht war, in seinem Kopf dröhnte, wurde stärker. Widerwillig öffnete er die Tür und stand zwei Polizeibeamten gegenüber.

„Sie", dem Beamten verschlug es kurz die Sprache, als er den jungen Mann vor sich betrachtete. „Mister …" –er schaute auf das Türschild- „Potter, wie ich annehme?"

Albus nickte.

„Würden Sie so uns bitte aufs Revier begleiten?"

Albus konnte kaum denken und so nickte er erneut. Ein Winken des Polizisten ließ ihn aus seiner Starre erwachen und er griff nach der Jacke, die an der Garderobe hing und nahm die Schlüssel von der Kommode.

Leicht benommen ging Albus die Stufen hinunter und hörte die schweren Schritte der Polizeistiefel hinter sich. Nach einer Ewigkeit, wie es ihm schien, erreichten sie endlich den Hauseingang. Gleißendes Sonnenlicht schlug ihnen entgegen, nachdem er die schwere Eichentür geöffnet hatte. Schützend hielt er seine Hand vor die Augen. Doch das Pochen in seinen Schläfen wurde schlimmer. Er schloss die Augen, spürte noch immer die Sonne auf seinen Lidern. Er verfluchte sich innerlich, dass er am Abend zuvor sich von James überreden lassen hat, mit ihm um die Häuser zu ziehen. Er wusste doch, wie das endete. Jedesmal das Gleiche.

Albus schüttelte den Kopf und doch bereute er es sofort wieder, als das Pochen in seinem Schädel noch kräftiger wurde.

„Wen haben wir den da?", hörte er eine höhnische Stimme, die ihm merkwürdig bekannt vor kam. Blinzelnd versuchte er mehr zu erkennen, doch sah er nur einen Schatten, der sich bedrohlich in sein Sichtfeld geschoben hatte. „Ist das nicht ein Potter?"

Langsam gewöhnte sich Albus an den Lichtschein und konnte die Konturen des Gesichtes erkennen. Die breite Narbe unterhalb des rechten Auges ließ keinen Zweifel, dass ihm Terry Boot gegenüber stand. Die braunen Augen sahen ihn durchdringend an und Albus wurde das Gefühl nicht los, dass an diesem Morgen alles schief lief.

„Sie können gehen, wir übernehmen hier", wandte sich Terry Boot an die Polizeibeamten, die ihn irritiert anstarrten.

„Erledige das bitte für mich", wies Terry zu seinem Begleiter, der nun auch den Hausflur betreten hatte, im schroffen Ton an. Boot griff Albus am Oberarm und apparierte mit ihm.

Albus drehte sich der Magen um. Er mochte Apparieren nicht. Erst recht nicht, wenn es ihm eh schon nicht gut ging. Er war kurz davor sich zu übergeben. Als er sich wieder gefangen hatte sah er sich um und erkannte die Verhörräume der Auroren.

Er war einmal seinem Vater ausgebüchst, als Harry ihn mit in sein Büro genommen hatte, noch bevor er nach Hogwarts gekommen war. Die vielen gleichartigen Gänge hatten ihn damals die Orientierung verlieren lassen, so wie es den Gefangenen gehen sollte und so war er zu den hintersten Räumen gelangt, den Verhörzellen. Die Wände waren kahl und kein Fenster war darin eingelassen. Die Struktur der Wände erinnerte eher an einen Kerker, obwohl sich Albus sicher war, dass die Räume aus demselben Material geschaffen worden waren, wie das restliche Ministerium.

„Was soll das werden?", fragte Albus und riss sich los als er endlich wieder einen klaren Gedanken fassen konnte.

Auf Terrys Gesicht schlich sich ein zynisches Lächeln.

„Die Fragen stelle ich", begann er mit seiner rauen Stimme zu sprechen. „Wo warst du die letzte Nacht?"

„Ich, …", Albus stockte, versuchte sich an den Namen der Bar zu erinnern, in die James ihn geschleppt hatte. „Ich weiß es nicht mehr."

Terry Boot drückte ihn auf einen Stuhl, zwang ihn dazu, sich zu setzen und fixierte seine Hände auf dem einfachen Holztisch.

„Wie, du weißt es nicht mehr?", lachte er höhnisch auf. „Soll ich dir auf die Sprünge helfen?"

Albus fühlte sich von Minute zu Minute unwohler und rutschte unbehaglich hin und her, das Pochen in seinen Schläfen wurde immer heftiger.

„Du wurdest gestern Abend im Seven gesehen", sagte Terry in einem bedrohlichen Ton.

Bilder blitzten vor Albus innerem Auge auf, wie er mit James zusammen das Lokal betrat. Sie waren beide schon leicht angetrunken, als sie sich an der Bar niederließen und sein Bruder ihm sofort einen Feuerwhiskey ausgab. James hatte Albus aus einem ihm nicht erkennbaren Grund den Abend abgefüllt. Irgendetwas von wegen, dass Albus endlich mal wieder Sex haben müsste, lallte er immer wieder zwischen durch. Wie es schien, war für James das Seven der ideale Ort, um für Albus einen Partner aufzutreiben. Immer wieder hatte er versucht, Albus mit irgendeinem der anwesenden Männer ins Gespräch zu bringen. Doch dieser ignorierte die Versuche seines Bruders, war er doch nicht auf eine schnelle, anonyme Nummer aus.

„Hey, Bursche, hörst du mir zu?" Die dröhnende Stimme des Aurors riss Albus aus seinen Gedanken. „Was ist nun, kannst du dich erinnern?", fragte er nun zynisch.

Erschrocken blickte Albus auf und nickte Terry Boot ängstlich zu.

„Gut, dann kannst du mir ja nun auf meine Fragen antworten. Hast du da Blaise Zabini getroffen?"

„Ich, ich weiß es nicht", antwortet Albus. Hilflos sah er sich um.

„Du weißt es nicht?" Die Faust von Terry Boot schlug auf den Tisch nieder und ließ den Tisch ächzen.

Albus blieb stumm.

„Du wurdest mit ihm gesehen." Die linke Augenbraue von Terry Boot hob sich. „Was habt ihr geredet?"

Albus sah dem Auror an, dass er die Antwort auf diese Frage schon kannte, doch er erinnerte sich nicht. Das Dröhnen in seinem Kopf wurde immer schlimmer. Die Wände schienen auf ihn zuzukommen. Er fühlte sich wie ein Kaninchen in seinem Bau, vor dem ein Dackel wartete, dass es herauskam.

Terry Boot drosch mit Fragen regelrecht auf ihn ein, doch Albus nahm nichts mehr wahr, sah nur noch, wie der Mund des Aurors sich öffnete und wieder schloss.