Disclaimer: Nichts davon gehört mir, gehört alles Stephenie Meyer, es wird keinerlei Geld damit verdient und dient nur der Unterhaltung

Ein neuer Beginn

Seit Tagen wandere ich nun schon durch die Gegend. Ich habe es nicht mehr ausgehalten. Ich musste ausbrechen, die Schuldgefühle, die Abneigung, es war zuviel.

Nachdem Edward Bella verlassen hatte, sind wir zunächst nach Alaska und von dort aus nach New Hampshire gegangen. Seit der Abreise in Forks lag eine schwermütige Stimmung in der Familie, keine wollte weg. Doch Edward hat sich durchgesetzt. Edward meinte, Bella sei nicht mehr sicher, es ist zu gefährlich für sie. Irgendwann würde einer von uns die Kontrolle verlieren. Der eine von uns, damit war ich gemeint, Jasper Hale oder besser gesagt Jasper Whitlock. Ich war nicht nur das jüngste Mitglied in der Vampir-Vegetarier-Gruppe, sondern hatte zuvor auch viele Jahre von Menschenblut gelebt. Und deshalb war ich auch der gefährlichste oder so meinten es jedenfalls die anderen. Eigentlich bin ich nur zu den Cullens gegangen wegen Alice, für sie hätte ich alles getan.

Keiner hat es direkt gesagt, doch auch wenn ich keine Gedanken lesen kann, wie Edward, so kann ich doch fühlen. Und ich habe es gefühlt. Alice gab mir die Schuld, dass sie ihre beste Freundin verloren hatte. Edward gab mir die Schuld, dass er seine große Liebe verloren hatte, und nun für immer allein sein wird. Esme gab mir die Schuld eine Tochter verloren zu haben. Laut gesagt haben sie es nie.

Gesagt wurde immer wieder.

Es war das Beste für Bella.

Sie kann ein neues Leben ohne uns und der Gefahr, die wir mit uns bringen, anfangen. Sie wird uns vergessen, wir müssen nach vorn blicken.

Es ist eine schwere Zeit aber wir sind eine Familie.

Doch in der Familie fehlte jemand. Obwohl an diesen verhängnisvollen Tag, Bellas Geburtstag, jeder nach Bellas Blut durstete, gab man mir die Schuld. Ich bin als erstes gegangen, gerannt. Doch auch die anderen kamen hinterher. Emmett, Rosalie, Alice selbst Esme und danach auch Edward. Doch schuldig war ich, weil ich als erstes aufgesprungen bin. Nur es war Edward, der Bella aus dem Weg gestoßen hatte und so dass sie durch die Glasplatte fiel. Ich wollte nur gehen, mich der Versuchung entziehen. Doch meine Aktion wurde anderes interpretiert. Angriff, nein ich wollte sie nicht angreifen, ich wollte nur weg aus dem Haus, weg von der Versuchung.

Was wäre wenn Bella sich in der Küche mal schneiden würde, was wäre wenn sie in ihrer Art und Weise stürzen würde, was wäre wenn… Das waren die Argumente die ständig gebracht wurden. Hätte man mich nur gefragt. Ich wäre gegangen, freiwillig, ich hätte es verstanden. Ich habe Edward all die Jahre beobachtet, er war auf einmal glücklich, er hatte sich verändert zum positiven. Er war mein Bruder und für meinen Bruder, hätte ich meine Familie für eine Weile verlassen. Als Vampir ist die Zeit bedeutungslos. Was wären 60 oder 70 Jahre gewesen. Danach hätte ich wieder kommen können. Doch keiner hat mich gefragt. Wir sind lieber alle gegangen, gerannt. Weg von Forks, weit, weit weg ohne Abschied.

Zunächst waren wir bei den Denalis in Alaska. Doch Edwards Stimmung war nicht mehr ertragbar. Selbst Alice distanzierte sich von ihm und danach fing sie an sich auch von mir zu distanzieren. Sie verbrachte immer mehr Zeit mit Rosalie und Esme und danach wieder mit Edward. Edward brauchte jemanden, der ihn versteht, sagte sie mir damals. Sie vermisste Bella, ihre Freundin. Edward hatte ihr sogar verboten nach ihr zu sehen, aber sie konnte mit ihm darüber reden, über den Verlust. Sie hätte mit mir genauso darüber reden können, doch sie suchte sich dafür Edward aus. Am Anfang konnte sie noch ihre Gefühle verbergen, wann immer wir zusammen waren, war sie die aufgedrehte Alice, die alles und jeden in der Welt liebte. Aber bald schaffte sie es nicht mehr ihre wahren Gefühle unter Kontrolle zu halten. Sie hatte Schuldgefühle. Ich sprach sie darauf an.

Ich hab meine beste Freundin verloren. Warum hab ich das nicht kommen sehen, warum? Warum haben wir an den Tag so reagiert. Warum? War ihre Antwort auf meine Frage. Warum hast du es nicht gesehen, Alice? Die Antwort ist einfach. Edward hat spontan gehandelt. Eine Kurzschlussreaktion. Warum haben wir so reagiert? Weil Menschenblut unsere wahre Nahrungsquelle ist und alles andere nur Ersatz? Ich versuchte ihr begreiflich zu machen, dass es ein Unfall war, etwas was sie nicht vorhersehen konnte, keiner konnte Bellas oder Edwards Reaktion vorhersehen.

Doch Edward wollte sie nur beschützen. Vor wem? Das fragte ich mich. Die Antwort auf die Frage ist leicht, doch schwer zu verstehen, sie wollten Bella vor mir beschützen. Ich hätte ihr nichts getan. Meine Kontrolle ist stärker als sie glauben, ich will nicht mehr das Monster sein, nein, das will ich nicht. Doch alle sahen mich als den Schwachpunkt in der Familie an.

Und ich war auch der Schwachpunkt. In New Hampshire gab es weniger Wild, die Gebiete waren nicht so tierreich wie an der Westküste. Wir hatten tagelang nicht gejagt und sind dann über die Grenze nach Kanada. Die Gegend war einsam, viel Wild, keine Menschen, fast keine Menschen. Wir sind auf einen schwer verletzen Jäger gestoßen. Meine Instinkte hatten die Kontrolle über meinen Körper über meine Aktionen, es duftete und ich konnte nicht widerstehen.

Der Jäger hätte nicht hier sein sollen. Jeder von uns hätte ihn getötet – meinte Emmett.

Wenn wir Jagen haben wir keinen Willen mehr, unsere Instinkte regieren uns – meinte Carlisle.

Es war ein Ausrutscher – meinte Esme.

Wenn man diese Worte hört, könnte man denken, sie hätten mir vergeben. Doch ihre Gefühle, tja sie sagen etwas anderes. Jasper ist immer noch eine Gefahr. Es war gut dass wir gegangen sind. Es hätte Bella sein können. Ja das war ihre neuste Ausrede für die Flucht aus Forks. Mein Ausrutscher hätte Bella sein können.

Ich versuchte mich davon nicht beeinflussen zu lassen. Ich versuchte stark zu sein. Doch was ich zu spüren bekam war Mitleid. Er würde nie wirklich einer von uns werden. Er hatte sich zulange von Menschenblut ernährt. Es war das Geflüster.

Und dann kam der Verrat. Alice, meine Seele. Ihre Worte sprachen von Verständnis, ihre Gefühle sprachen von Wut und Unverständnis.

Ich zog mich zurück, jagte fast täglich über Wochen hinweg, mied meine Familie, mied Alice. Unser körperlicher Kontakt beschränkte sich auf ein Minimum. Sie fühlte sich von mir betrogen. Ich verbrachte die meiste Zeit in Carlisle Bibliothek und fing mir an eine eigene einzurichten. Lesen half. Es beruhigte mich.

Jasper hat sich verändert. Sagte Alice. Er ist nicht mehr der Selbe. All die Jahre hatte er es geschafft standhaft zu bleiben und jetzt, jetzt versagt er. Bella war meine beste Freundin.

Auch sie gab mir die Schuld. Und in diesen Worten klang es eher als ob ich Bella umgebracht hätte, als diesen bereits in sterben liegenden Jäger. Ich verstand es nicht.

Alice, wir mussten gehen. Die Gefahr war zu groß, was wäre gewesen, wenn Jasper nicht bei dem Jäger ausgerutscht wäre, sondern bei Bella. Sprach Edward. Ich war still und lauschte nur, kein Atmen, keine Bewegung, keine Gedanken. Sie wussten nicht, dass ich hier war, sie dachten ich sei noch auf der Jagd.

Edward, Ich weiß nicht ob ich ihn vergeben kann. Es ist zuviel auf einmal. Ich dachte er hätte sich unter Kontrolle. Ich hab das nicht gesehen.

Alice, du liebst Jasper, du kannst ihn vergeben. Und deine Visionen sind subjektiv, sie können sich ändern. Sprach Edward.

Ich weiß nicht ob ich es noch Liebe nennen kann. Ich weiß nicht, er hat sich verändert. Es ist nicht mehr der Jasper den ich kennen- und lieben gelernt habe. Edward ich weiß im Moment nicht mehr was ich machen soll. Ich dachte er sei der fehlende Teil meiner Seele. Aber nun, ich weiß es einfach nicht. Ich fühle mich so unentschlossen, ich sehe nicht was passieren wird. Ich hatte mich nicht verändert, ich hatte mich angepasst. Ich habe mich zu dem machen lassen, was sie erwartet haben. Ich war der Schwachpunkt. Ich sollte menschlichen Kontakt meiden, was im Widerspruch damit stand dass ich meine Kontrolle in menschlicher Nähe ausbauen sollte.

Alice. Sagte er nur. Und ich konnte bildlich vor meinen Augen sehen, wie er sie in den Arm nahm. Alice und Edward hatten immer schon eine sehr enge Beziehung. Und meine Frage war stets was würde aus den beiden werden, wenn ich nicht mehr in der Nähe wäre. Sie sprachen immer nur davon sich wie Geschwister zu lieben. Aber die Gefühle waren intensiver als wenn Alice und Emmett zusammen waren.

Ich hörte wie die Tür zum Haus zugeknallt wurde und sie wegrannte. Dann empfand ich eine enorme Welle der Wut. Edwards Wut. Alice hatte eine Vision, was hatte sie gesehen?

Ich ging in unser gemeinsames Zimmer. Wir hatten immer eine gemeinsame größere Geldreserve in unserem Schrank. Genug um monatelang unbeobachtet Leben zu können. Ich nahm einen Teil des Geldes und ging. Zunächst jagte ich bis einen Punkt erreicht hatte wo ich keinen Tropfen Blut mehr sehen konnte. Ich war voll.