Dies ist nun schon das zweite Kapitel meiner ersten ins Internet gestellten FanFiction.

Ich würde mich sehr über Reviews freuen… :D

Disclaimer:

Alle Charaktere, Orte etc. gehören J.R., abgesehen von meinen eigenen eingebrachten fiktiven Personen . Ich verdiene hiermit auch kein Geld und schreibe dies hier nur aus Spaß.

Kapitel 2

Während sie durch Wälder, Weiden und über Wiesen radelte, aß sie ihren Pfirsich und fing an ein altes melodisches Lied zu singen, welches von einer alte Sage erzählte.

Als sie dann nachmittags eine kurze Pause machte, fiel ihr auf, dass sich die Wolken am Himmel zu zogen und zu einer dunklen, gefährlichen Gewitterfront zusammenschmolzen, welche in Richtung Süden, also geradewegs auf sie zu, steuerten.

Ein großer Teil der Menschen, welcher jetzt zu Hause vor dem Küchenfenster stand und dieses Unwetter aufziehen sah, bemitleidete die Leute, die sich gerade außerhalb befestigter und blitzableitender Gebäude befanden.

Lilith jedoch war ein etwas anders gesinnter Mensch.

Sie liebte solche Unwetter und hatte niemals die Gelegenheit verpasst, bei diesen nach draußen zu gehen.

Frohen Mutes schwang sie sich deshalb auf ihr Fahrrad und machte sich auf gen Norden, direkt in das Unwetter hinein.

Nachdem sie dann ungefähr ein halbe Stunde lang geradelt war, fing es langsam an.

Zuerst wurde die grüne Umgebung von einem leichten und sanften Nieseln der kleinen, zarten und wohlgeformten Regentropfen gesprenkelt.

„Unvorstellbar, dass dieses angenehme, ruhige Tröpfeln die Warnung vor einem großem Sturm sein könnte", dachte Lilith als sie anhielt, denn es war nun doch schon recht spät und dunkel draußen geworden.

Mit ihrer Taschenlampe bewaffnet machte sie sich daran, ihr Zelt zusammen zu bauen.

Als sie dann fertig war und ihre Taschenlampe ausmachte, konnte sie gerade noch ihre eigenen Hände vor ihrem Gesicht erkennen.

Nicht nur die Lichtstärke hatte sich Zunehmens verändert.

Auch der zuvor nieselnde Regen war einem stärkerem gewichen, welcher nun mit beträchtlich mehr Volumen auf die Felder donnerte.

Das zuvor entfernte Donnergrollen, welches vor kurzer Zeit noch im Hintergrund langsam und unscheinbar vor sich hin gedümpelt hatte, nahm nun mit einer weitaus beachtlicheren Lautstärke zu.

Es war ein Lärm, welcher jede beliebige Stadt zum Erzittern gebracht hätte.

Und wo Donnergrollen ist, da sind selbstverständlich auch Blitze, welche man nun aufgrund dieser Tatsache vereinzelt im Himmel im 20 Sekunden Takt in Form von kleinen dichtverästelten Lichtblitzen in Richtung Erde einschlugen und wieder erlöschen sah.

Zur gleichen Zeit hatte Lilith, nachdem sie ihre Taschenlampe wieder angeschaltet hatte, in einem breiten Graben den geeigneten Platz für ihr Zelt gefunden und dieses dort hingetragen.

Dort konnte ihrer Meinung nach kein Blitz einschlagen.

Nachdem das Mädchen dieses dort eingebettet hatte, schnappte sie sich ihr Fahrrad und legte es einfach neben das Zelt.

Völlig entkräftet und erschöpft ließ sie sich mit ihren zwei Fahrradtaschen in das regendichte Zelt fallen, um nur einige Zeit später wieder in Badesachen lachend aus dem Zelt zu hüpfen und einen Regentanz zu tanzen.

In Kombination mit dem Donnergrollen und den immer wieder aufleuchtenden Blitzen, kam ihr Auftreten sehr wild rüber.

Hätte ein Außenstehender sie dabei beobachtet, hätte dieser gewiss gedacht, dass das Mädchen reif für die Psychiatrie gewesen wäre.

Als Lilith dann irgendwann mit einem lauten letzten Schrei in die Luft sprang, vollendete sie damit ihr besonderes Ritual und tänzelte langsam zurück zum Zelt.

Dort angekommen zog sie, vor dem Eingang des Zeltes, ihre Badesachen aus, nahm diese in ihre durchnässte Hand und betrat so das Zelt, um nicht auch noch unnötig Wasser mit hinein zunehmen.

Nachdem Lilith sich dann abgetrocknet und fertig zum Schlafen gemacht hatte, lag sie noch lange Zeit wach in ihrem Schlafsack und lauschte dem Regen, als hätte das Mädchen nie etwas schönerem zu gehört.

Irgendwann jedoch setzte sich dann doch die Müdigkeit durch und langsam und schwer fielen Lilith die Augen zu.

Ihre Gedanken wurden immer wirrer und bizarrer und schließlich driftete sie ab, in das Reich der Träume.

Das Erste was das junge Mädchen wahrnahm war, dass es von einem roten Licht geblendet wurde.

Nachdem sich ihre Augen an dieses unnatürlich grelle rote Licht gewöhnt hatten, bemerkte Lilith, das es schon sehr spät am Abend sein musste, denn es war die Röte der Abenddämmerung gewesen, welche sie geblendet hatte.

Verwirrt über ihren derzeitigen Standort sah Lilith sich um und bemerkte, das sie sich in einem Tal, umschlossen von riesigen Gebirgen, befand auf dessen Spitzen sie eine riesige Ladung an Schneemassen ausmachen konnte.

Beunruhigt nicht zu wissen wo sie war, fing sie an im Kreis zu laufen, um in Ruhe nachdenken zu können.

Ganz plötzlich blieb sie erstarrt auf der Stelle stehen und starrte angestrengt auf die Felsen hinüber.

Es war dieses Gefühl beobachtet zu werden, welches sie dazu veranlasste all ihre Muskeln anzuspannen.

Und tatsächlich, nach ein paar Sekunden sah sie eine Gestalt mit einer unscheinbar wirkenden Bewegung hinter den Felsen hervor springen und auf sie zu preschen kommen.

Erschrocken über diese plötzliche Erscheinung wich Lililth einige Schritte zurück.

Je näher die Gestalt kam, desto besser konnte sie ihr Profil erkennen.

Es war ein Mensch, welcher auf sie zu rannte, jedoch war dieser viel zu groß für einen Menschen und hatte, gegen die Natur, viel zu spitze Ohren.

Das Geschöpf hatte lange blonde glatte Haare mit einer hübschen Flechtfrisur. In absurder Art und Weise fand Lilith, dass dieses Wesen zeitlos aussah, besonders sein langes Gewand brachte dies zur Geltung.

Ungefähr 20 Meter vor Lilith machte das Geschöpf halt und betrachtete sie merkwürdig.

Lilith ging instinktiv noch ein paar Schritte zurück und dachte dabei an alle möglichen Kampftechniken, welche sie beim Judo erlernt hatte.

Als sie sah, dass ihr Gegenüber seine große Hand nach oben bewegte, konnte sie sich nicht mehr zurückhalten vor Angst und schrie: „STOPP!

WAS AUCH IMMER SIE NOCH VORHABEN ZU TUN, ICH KANN MICH WEHREN. LASSEN SIE MICH IN RUHE, DANN WERDEN SIE AUCH NICHT ZU SCHADEN KOMMEN. ICH BEHERSCHE NÄMLICH ÜBER 18 KAMPFTECHNIKEN UND WERDE NICHT DARAN ZÖGERN DIESE EINZUSETZEN!"

Hätte Lilith gewusst, mit wem sie es da aufnehmen wollte, wäre sie niemals auf die Idee gekommen, sich wie jetzt mit einem plötzlichen Adrenalinrausch nach vorne auf die nun etwas verwirrte Person zu zustürzen.

Eigentlich hatte das Wesen das verwirrte Mädchen nur beschwichtigen wollen, dass sie keine Angst vor ihm hätte haben müssen und sie in eine Falle geraten sind und der Feind jede Sekunde erscheinen könnte.

Es war dem Wesen eigentlich überhaupt nicht erlaubt worden, Menschen zu helfen, jedoch nahm es eine warme gütige Aura ausgehend von dem Herzen des Mädchens wahr, weshalb er sich dazu entschied aus seinem Versteck heraus zukommen und ihr in ihrer Not zu helfen.

Jedoch, als dieses wie ein Nashorn auf ihn zu gerauscht kam, konnte er nicht umhin sie zu warnen, ihm noch näher zu kommen, denn sollte dies geschehen würden Gleichgesinnte sich ihrer Erbarmen und das gütige Geschöpf erlegen.

Mit einer lauten und einschüchternden Stimme sprach er:

Habt Vernunft. Seht ihr denn nicht, dass ich Eurer Gesundheit nicht schaden möchte. Kommt mit mir, bevor die Feinde eintreffen und ihr ernsthaft zu Schaden kommen könntet."

Mehr musste er auch nicht sagen, denn das Mädchen hielt bei dem sonderbaren Klang seiner Stimme und seinen seltsam gewählten Worten an und nun lag es an ihr verwirrt zu gucken.

Jedoch bevor sie etwas darauf erwidern konnte, spürte sie einen brennenden Schmerz in ihrer rechten Schulter und als sie schließlich an sich herab sah, war es ein Pfeil, welcher aus dem Fleisch heraus ragte und aus deren Wunde nun Blut in Strömen herablief.

Hilflos stolperte sie rückwärts und sah nur noch verschwommen das Gesicht eines zweibeinigen Monsters vor sich aufragen….

Aufgeschreckt fuhr Lilith aus dem Schlaf, griff sich erleichtert an ihr unverletzte Schulter und dachte zurück an ihren merkwürdigen Traum.

Sie kam jedoch mit ihrer Traumdeutung nicht weit, da sie erneut aufgeschreckt wurde.

Dieses Mal war es aber ein ohrenbetäubendes Geräusch, welches sie zusammenzucken ließ.

Es hörte sich so an, als würden zwei riesige Gesteinsbrocken aneinander reiben.

Beunruhigt lugte sie mit ihrem Kopf aus dem Zelt und sah überrascht über ihrem Kopf auf einen lila gefärbten Himmel.

Er sah, im Gegensatz zur Morgenröte, bedrohlich aus, als ob er den Untergang der Welt verkünden würde. Das Unwetter war mittlerweile schon weiter gezogen, so dass kein einziges Wölkchen mehr am Himmel zu sehen war.

Mit einem Satz sprang Lilith aus dem Zelt, fiel jedoch sofort wieder in dieses hinein, als erneut ein Beben von enormer Größe die Felder ringsum sie herum erzittern ließ und sie mit seiner Kraft zurückdrückte.

Es schien, als wäre jedes auch nur winziges Sandkorn zum Leben erweckt worden.

Alles vibrierte um sie herum, auch ihr Fahrrad.

Nur Lilith und ihr Zelt eingeschlossen befanden sich in vollkommener Ruhe.

Es war wie bei einem Wirbelsturm.

Im Auge war alles ruhig.

Ein Unterschied jedoch war, das sich das Erdbeben nicht bewegte und somit das Auge auch an gleicher Stelle blieb.

Beeindruckt von ihrer Entdeckung, dass auch jedes Erdbeben ein bebenstilles Zentrum besaß, wie ein Wirbelsturm, übersah sie die erneut zu einem Unwetter aufziehenden Wolken in dem lila gefärbten Himmel. Binnen 10 Sekunden türmte sich eine dunkle dicke Schicht, bestehend aus dicken grauen Wolken über ihrem Kopf auf.

Das Aufziehen des Gewitters ging dieses Mal ungeheuer schnell und nicht einmal der Nieselregen konnte diesem Unwetter zuvor kommen.

Es war beängstigend mit anzusehen, wie schnell sie es geschafft hatten, sich zu bilden und so eine weite Strecke hinter sich zu legen.

Merkwürdiger Weise wurde die Wolkenfront immer langsamer, ehe sie dann über dem Mädchen zum Stehen kam.

Als sich Lilith daraufhin noch einmal aus dem Zelt beugte und hinauf schaute, schrie sie überrascht auf, denn sie hätte niemals damit gerechnet, solch einer Naturkatastrophe jemals zu begegnen.

Das Merkwürdigste jedoch war, das keine einzige Brisen über die Lande wehten, keine Vögel zwitscherten und auch kein Beben mehr zu spüren war.

Es war alles so ruhig und genau das beunruhigte Lilith.

Es war die Ruhe vor dem Sturm.