Zaubertränke war genial. Hermine saß neben Theodore Nott, und als sie der Rede des Professors über das Abfüllen von Ruhm und das Verkorken des Todes gebannt lauschte, schrieb sie dem Jungen ein schnelle Notiz: Wie würde man den Tod verkorken?
Er rollte mit den Augen.
Der Professor schien etwas gegen Potter zu haben, was ein wenig merkwürdig war, da das Jahr gerade erst begonnen hatte, aber nachdem sie es dem Jungen-der-lebte immer noch übel nahm, dass sie für ihn unsichtbar geworden war, nachdem sie nach Slytherin gekommen war, tat ihr der Typ nicht wirklich leid.
Der Professor hatte die erste Stunde damit begonnen, dem Jungen eine Vielzahl von Fragen zu stellen, und Theo hatte sie festhalten müssen, damit sie ihre Hand nicht in die Luft streckte. „Lass es sein", hatte er ihr zugezischt. „Du wirst wie schleimige Streberin wirken."
„Aber ich weiß die Antwort", hatte sie zurück gezischt.
„Na und?", hatte er erwidert und nach einem scharfen Blick von ihm hatte sie aufgehört ihre Hand zu erheben. Was sie auch sonst seit der Auswahl herausgefunden hatte, eines war völlig eindeutig: Slytherins passten auf sich auf. Selbst wenn Theo nicht ihr Freund wäre – und er war es – hätte er sie davon abgehalten, einen schlechten Eindruck zu hinterlassen, selbst wenn er sie hätte verfluchen müssen.
Slytherin, wie sich herausstellte, war ebenfalls genial. Sie hatte einen Jungen geschlagen, der sie Schlammblut genannt hatte, und, anstatt in Schwierigkeiten zu geraten, wie es passiert war, wenn sie sich in der Grundschule gegen Fieslinge gewehrt hatte – Hermine konnte sehr körperlich werden, wenn sie zornig war – hatte jeder den Schüler ausgelacht, den sie verprügelt hatte, und ihm befohlen, seine Zunge vor ihrer Hausgenossin zu hüten. „Nenn' die Gryffindors Schlammblut, wenn du vulgär sein willst", hatte ein älteres Mädchen höhnisch gesagt, bevor sie in Hermines Richtung hinzugefügt hatte: „Wenn er das nochmal tut, ziel auf seine Eier."
„Wenn er das nochmal tut", hatte Draco gesagt, „wird er keine Eier mehr haben, auf die sie treten kann."
Sie hatte ihn dafür geschubst. „Ich kann auf mich selbst aufpassen", hatte sie gesagt und er hatte ihr sein böses kleines Grinsen geschenkt.
„Jap", hatte er gesagt. „Wenn du es nicht könntest, wärst du langweilig."
Draco war auch genial; verwöhnt und impulsiv und gemein wie eine Schlange, aber genial. Freunde zu haben – richtige Freunde – war wundervoll. Sie wollte diesen Ort niemals verlassen.
Fliegen war leider nicht genial. Oder zumindest war sie nicht genial darin. Dass Draco es war, war besonders nervig. Er verbrachte so viel Zeit in ihrer ersten Flugstunde damit, ihr ironische Tipps zu geben, dass Theo ihm schließlich riet es sein zu lassen, bevor er das zweite Mitglied des „Slytherins, die von Hermine geschlagen wurden"-Klubs wurde.
Wenigstens gab es einen Jungen, der schlechter war als sie, dachte sie als sie sich ins Gras setzte und schmollte. Pansy ließ sich neben sie fallen und Blaise gesellte sich zu ihnen, seine langen Beine vor sich ausgestreckt, als sie einem Gryffindor, an dessen Namen sie sich nicht erinnerte, dabei zusahen, wie er die Kontrolle über seinen Besen verlor.
„Siehst du", sagte Blaise und knuffte Hermine. „Es hätte schlimmer sein können."
„Ja", sagte sie und legte sich hin. „Ich hätte zu ihnen zugeteilt worden sein können. Ich wollte das, wisst ihr."
Pansy schüttelte sich dramatisch, bevor sie fragte: „Was macht Draco da? Warum fängt er schon wieder was mit Potter an? Was ist es diesmal?"
Hermine seufzte. „Warst du nicht an der Reihe auf ihn aufzupassen?", murmelte sie. „Ich wünschte er würde den Typ allein lassen."
„Potter ist ein verwöhntes Balg", sagte Pansy und legte sich neben sie, „und Draco kann auf sich selbst aufpassen." Hermine rollte mit den Augen. So wie sie es sah, wurde Draco von Schwierigkeiten angezogen wie eine Biene vom Honig, ohne jemals einen Plan B zu haben.
„Scheiße." Blaise zeigte gen Himmel, auf Draco, der so schnell wie möglich auf den Boden zuflog, während Potter höher in die Luft schoss. Beide Mädchen saßen auf und sahen zu, wie Draco sanft landete, und er, Greg und Vincent schlenderten auf sie zu, selbstgefälliges Grinsen auf ihren Gesichtern. „Das war knapp, Kumpel", fügte Blaise hinzu als Professor McGonagall, Beschützerin aller Gryffindors, aus dem Gebäude gerannt kam und Harry Potter ankeifte.
„Hast du wirklich dem dummen Jungen sein dummes Ding gestohlen?", fragte Hermine, während sie hörte, wie Potter sich herauszureden versuchte, als er am Ohr fortgezerrt wurde. „Bist du ein Idiot?"
„Oh, Hermine, warum stehst du für ihn ein?", fragte Draco, ließ sich neben sie fallen und zog an ihrem Haar. „Hat er nicht heute morgen noch wegen dir seine Nase gerümpft? In dieser 'Ich kann ihr unmöglich nahe kommen, weil sie plötzlich böse werden und meine Seele verzehren könnte'-Art ihres oh-so-überlegenen Gryffindor-Hohns?"
„Ja, hat er", bestätigte Blaise. „Du hast es nicht gesehen, weil du aus Quidditch im Wandel der Zeiten vorgelesen hast. Als ob das helfen würde." Sie stieß ihn an und er lachte. „Keine Sorge, wir geben dir heimlichen Nachhilfeunterricht im Fliegen. Du darfst das Haus nicht lächerlich machen, und Madam Hooch ist es egal, ob jemand außer ihren wertvollen Quidditchspielern fliegen kann."
„Du hast ihn wozu herausgefordert?!", zischte Hermine Draco über den Tisch im Gemeinschaftsraum zu. „Du bist ein Idiot. Du willst herumschleichen und Slytherin Punkte kosten, nur weil du den wertlosen Schwachkopf nicht in Ruhe lassen kannst. Was stimmt nicht mit dir?"
„Oh, komm schon, Hermine", sagte Draco, stopfte eine Süßigkeit, die seine Mutter ihm geschickt hatte, in den Mund und hielt ihr die Schachtel hin. Sie sah ihn irritiert an, konnte aber den Petit Fours nicht wiederstehen.
„Ich wette, er taucht nicht einmal auf", sagte Theo und griff in die Box. „Der ganze Gryffindor-Tapferkeitsquatsch ist nur Gerede."
„Sie sind mutig", sagte Blaise, „sie sind nur dumm dabei. Wenn du jemanden willst, der direkt in den Tod stürmt, schnapp' dir einen Gryff. Wenn du gewinnen willst, Slytherin."
„Hey", Draco sah auf seine Schachtel. „Ihr Penner habt meinen ganzen Kuchen gegessen."
„Und es war so nett von dir zu teilen", sagte Hermine, „vor Allem, da du Punkte verlieren wirst, wenn du nach der Ausgangssperre dabei erwischt wirst, wie du dich mit Harry Potter duellierst."
„Ich werde nicht geschnappt werden", sagte Draco zuversichtlich.
Es stellte sich heraus, dass sowohl er als auch Theo recht hatten; Potter tauchte nicht auf, aber Draco vermied es, erwischt zu werden. „Hab's dir gesagt", sagte er zu Hermine, als sie zum Frühstück gingen. Sie rollte erneut mit den Augen, ein Ausdruck, der rasch zu Gewohnheit wurde, wenn sie mit Draco zu tun hatte.
„Wenn du schon raus schleichen musstest, hättest du den kleinen Idioten wenigsten schlagen können", murmelte sie. „Warum ist er überhaupt noch hier? Hätte er nicht nach Hause geschickt werden sollen oder so, nachdem er wie ein Verrückter herum geflogen ist, nachdem uns genau das verboten wurde?"
„Weiß nicht", murmelte Greg. „Was hat er da?"
Ihr ungeliebtester Erstklässler kam ihnen in der Halle entgegen und trug beinahe ehrfürchtig ein langes, schmales Päckchen. „Lasst es uns raus finden", schlug Draco vor und sie traten vor den Jungen, um seinen Weg zu versperren.
„Ich verstehe nicht, warum wir das tun", murmelte Hermine zu Theo. „Wen schert es, was Potter mit der Post bekommt?"
„Wir halten Draco bei Laune, weil der Kuchen mit der Post bekommt", sagte Theo deutlich genug, damit Draco sie hörte. Ihr blonder Freund warf ihnen einen extrem irritierten Blick zurück, aber da seine Lakaien keinen Versuch unternahmen ihn aufzuhalten, riss er das Paket aus Potters Händen.
„Das ist ein Besen", lachte er. „Diesmal bist du dran, Potter. Erstklässler dürfen keinen haben."
„Es ist ein Nimbus Zweitausend", gab Ron an.
Hermine lehnte sich zu Theo und sagte laut: „Gibt er tatsächlich mit dem Besen eines anderen Jungen an?" Ron wurde rot und Theo biss seine Lippe und blickte mit einem Grinsen auf dem Gesicht zu ihr hinunter.
„Ich bin im Quidditchteam", prahlte Potter und Hermine sah, dass Draco, der so oft über Quidditch redete, dass sie ihn manchmal anschreien wollte, kurz vorm Platzen war.
„Na, ist das nicht schön für dich", sagte sie. „Einige von uns halten uns an die Regeln, aber ich schätze, dass wenn man eine Berühmtheit ist, man die Regeln brechen kann und dann damit belohnt wird, dass weitere für einen gebeugt werden."
„Ich frage mich, ob darüber ihm Propheten berichtet wird", warf Theo ein, während Draco langsam von dem verhassten Jungen zurückwich. Hermine ergriff seine Hand um sicher zu gehen, dass er nichts Unüberlegtes tat.
„Oh, da bin ich mir sicher", sagte sie. „Schließlich ist er berühmt. Er ist so berühmt, dass sein kleiner Handlanger alles über seinen Besen weiß." Sie wedelte mit den Fingern ihrer freien Hand in der Luft, und Theo kicherte spöttisch. „Viel Spaß mit eurem Besen, Jungs", sagte sie, als sie Draco den Korridor hinabzog, Theo und Greg dicht hinter ihnen.
„Das ist so unfair", regte sie sich später in ihrem Gemeinschaftsraum auf. „Wenn du erwischt worden wärst, so herum zu fliegen, -"
„Naja", sagte Greg, „dann wäre sein Vater aufgetaucht und alles wäre in Ordnung gewesen."
„Na gut!", blaffte Hermine. „Wenn du dabei erwischt worden wärst -"
„Ich wäre so tot gewesen", sagte Greg und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück.
„Regeln gelten für alle oder sie gelten für niemanden", sagte Hermine vor Wut kochend. „Es ist nicht richtig."
Du hast nicht wirklich gedacht, die Welt wäre fair, oder?", fragte Theo und rollte seine Augen.
Danach wandelte sich Hermines Abneigung gegen Ron Weasley und Harry Potter von leichtem Verdruss, weil sie sie fallen gelassen hatten, nachdem sie in die Häuser eingeteilt worden waren, in einen sehr viel aktiveren Drang, das Paar zu drangsalieren. Sie bekam ihre nächste Chance in Zauberkunst, als Weasley es nicht schaffte, seine Feder schweben zu lassen.
„Du sagst es falsch", sagte Hermine so deutlich wie sie konnte zu Weasley. „Du musst den Aussprache-Richtlinien im Buch folgen, nicht denen in deinem Kopf. Regeln, Weasley. Magie folgt vorhersehbaren Regeln."
„Dann mach du es doch, wenn du so schlau bist", blaffte der Junge und, leicht feixend, wirkte sie den Zauber und die Feder schwebte vor ihr empor.
„Ja!" Professor Flitwick klatschte mit den Händen. „Miss Granger hat es geschafft! Fünf Punkte für Slytherin."
Als sie alle aus dem Klassenzimmer strömten und sich auf den Weg zum Schlosshof machten, motzte Weasley zu Potter: „Ich hasse dieses Granger-Mädchen. Sie ist so schrecklich; ich wette, sie hat nicht mal in Slytherin Freunde."
Harry Potter deutete über die offene Fläche dorthin, wo Greg Goyle das Mädchen umherwirbelte, während sie ihn auf den Rücken schlug und lachte. Malfoys Stimme wehte durch die Luft. „Das ist unser Mädchen, zeigt den Trotteln, wie es gemacht wird."
„Lass mich runter", konnte Weasley sie rufen hören, „oder ich verfluche dich, wenn du es am wenigsten erwartest!" Selbst Pansy Parkinson, die ihre Hand in Malfoys gesteckt hatte, war am Grinsen. Sie stieß den Blonden an und deutete hinüber zu Weasley und Potter, und die ganze Gruppe der Slytherins, Hermine eingeschlossen, winkte dem Paar spöttisch zu.
„Ich denke", sagte Harry Potter, „sie hat Freunde."
„Ich verstehe nicht, warum ich gehen muss." Hermine sah etwas genervt auf zu Blaise und Greg. Darco hielt irgendwo anders Pansys Hand, in einer Beziehung, die abwechselnd süß und nervig war, und Theo war wahrscheinlich schon auf den Tribünen. Der Junge hatte eine ungesunde Liebe für Quidditch. Sie, andererseits, hatte das nicht. Es war kalt draußen. Es war nass. Und hier unten in ihrem reizenden Gemeinschaftsraum war es warm. Es gab ein Feuer. Sie hatte ein Buch. „Nehmt Vincent und Millie mit."
„Vincent muss Nachsitzen und Millie ist schon draußen mit Theo."
„Theo hasst Millie", sagte Hermine mit gerümpfter Nase.
„Erzähl ihr das", murmelte Greg und sie lachte. „Nein", beharrte er. „Sie ist verrückt nach ihm und er versucht so sehr höflich zu sein, aber du weißt, wie verrückt nach Jungs sie ist."
„Armer Theo." Hermine grinste, war aber noch immer nicht überzeugt von den Aussichten eines Qudditchspieles an diesem kalten Tag, und machte keine Anstalten aufzustehen. Blaise aber zog einfach ihre Decke weg.
„Du musst kommen. Hausstolz zeigen. Ich leihe dir einen Pullover, wenn dir kalt ist, aber jetzt komm schon."
„Du kannst zwischen Millie und Theo sitzen und ihn retten", beschwatzte Greg sie und Hermine schnaubte.
„Ich werde zwischen dir und Blaise sitzen und ihr könnt mich warm halten."
„Einverstanden", sagte Greg und Hermine runzelte dir Stirn.
„Warum habe ich das Gefühl, dass ich ausgetrickst wurde?"
„Weil du das wurdest", sagte Blaise, „und obwohl du Regeln merkwürdig ernst nimmst, bist du nicht dumm."
Sie grummelte und steckte heimlich ihr Buch in eine Tasche und gesellte sich gerade rechtzeitig für den Anfang des Spieles zu den beiden. Nach einer Weile mit viel Geschrei und Jubel auf den Tribünen, das sie nicht wirklich interessierte, lehnte sie sich zu Greg und fragte: „Wann wird es interessant?"
„Es ist jetzt interessant", sagte er seufzend und Blaise schlang einen Arm um sie und zog sie zu sich hin.
„Ich sehe, dass du versuchst dein Buch heraus zu holen", murmelte er. „Kein Lesen auf der Tribüne, Hermine."
„Da!", rief Greg und stieß sie an, „Sie haben den Schnatz entdeckt!"
Sie hörte sich selbst „Los, Flint!" rufen, als der ältere Junge Potter vom Kurs stieß und so den Jungen davon abhielt, den Ball zu fangen und das Spiel zu beenden. Der Ansager behauptete, dass das Foul – und sie gab zu, dass es ein Foul war, aber in einem Spiel, in dem riesige Bälle auf Spieler gelenkt wurden, um diese vom Besen zu werfen, erschien es ihr eher mild – offener und widerwärtiger Betrug war, und sie zischte Blaise zu: „Ist der Kommentar immer so einseitig?"
„Jap", sagte ein ältere Junge, der hinter ihnen stand. „Jeder hasst uns. Wir sind böse, weißt du." Er wedelte seine Finger in Richtung der drei, und Hermine, die sich umdrehte um ihn anzusehen, lachte.
„Wir sind einfach besser als sie", sagte Blaise, die Augen auf dem Feld, „und sie wissen es."
„Tor!", schrie Greg, und der Jubel von ihrem Teil der Tribüne war ohrenbetäubend.
„Wie viel länger wird das noch dauern?", flüsterte Hermine Blaise zu, obwohl ihre Aufmerksamkeit von Potter in Anspruch genommen worden war, der anscheinend vergessen hatte, wie man flog. „Und was ist mit dem los?", fragte sie und der Junge neben ihre folgte ihrem Finger, um Potter anzusehen, dessen Besen bockte.
„Weiß nicht, mir egal", sagte Blaise kurz ab und sie zuckte mit den Schultern und versuchte erneut zu entscheiden, ob Greg oder Blaise mehr Körperwärme ausstrahlte, weil es wirklich kein schöner Tag war. Aber was auch immer mit Potter los war, wurde schlimmer und bald sahen sie alle fasziniert zu, wie sein offensichtlich verfluchter Besen sich schüttelte und zuckte. Er stürzte schließlich zu Boden und, gerade als sie sicher war, dass er sterben würde, richtete er sich auf und – was zur? - fing den Schnatz, der ihm quasi in die Hand fiel.
„Das kann nicht richtig sein", zischte sie Greg zu, der geschockt und mit offenem Mund aufs Feld starrte. „Zählt das überhaupt?"
Flint schrie, dass es kein fairer Fang war, aber der Stadionsprecher hatte Gryffindor bereits als Sieger erklärt, und Hermine hatte ihre Arme um sich geschlungen und murmelte: „Ich kann nicht glauben, dass ihr mich raus in die Kälte gezwungen habt, nur um das zu sehen. Das war schrecklich."
Sie gingen bedrückt von der Tribüne herunter, im Hintergrund war Flint noch am Schreien, und kehrten in ihren Gemeinschaftsraum zurück. „Ich hasse Quidditch", murmelte Hermine, bevor sie sich neben Theo, der Millie abgeschüttelt hatte, auf ein Sofa fallen ließ, und er zupfte an ihrem Haar, bevor er gegen sie sank.
„Das war ätzend", sagte er und sie nickte.
„Es ist kalt", beschwerte sie sich, aber ihr Jammern war halb gelacht, als sie die letzten Schneebälle auf Draco und Greg warf. Winter war gekommen und Schnee mit ihm, und alles war von einer weißen Decke bedeckt, die jegliche Makel verdeckte. Sie waren seit einer Stunde hier draußen; sie hatte Schnee unter ihrem Mantel, sie hatte Draco in eine Schneewehe geschubst und Greg hatte gelacht, als der andere Junge haspelte, dass sie schummelte.
„Ich dachte, du wolltest, dass ich mehr schummele", hatte sie gesagt und ihn angegrinst. „'Du und dein Ding mit Regeln, Hermine. Das musst du überkommen.' Hast du das nicht heute Morgen noch gesagt, als ich dich nicht habe abschreiben lassen?"
Jetzt marschierten sie zurück ins Schloss, bereit den Elfen heiße Schokolade abzuschwatzen, und schüttelten den Schnee von ihren Haaren und Klamotten, als sie hinter einem riesigen Baum stecken blieben, der den Korridor versperrte, als der Wildhüter in für Weihnachten in die Große Halle brachte.
Draco, kalt und nass, war sogar noch weniger freundlich als üblich. „Denken Sie, Sie könnten diesen Baum bewegen? Einige von uns wollen hier lang." Als er das dynamische Duo erblickte, fügte er höhnisch hinzu: „Willst dir wohl ein wenig Taschengeld dazuverdienen, Weasley? Ich meine, ich weiß, dass du arm bist und so, aber Arbeit in der Schule verrichten? Wirklich?"
„Also Draco", sagte Hermine in ihrer lieblichsten Stimme, „Es ist nicht seine Schuld, dass ihm die Hütte des Wildhüters im Vergleich zu seinem zu Hause wie ein Palast vorkommt."
„Vielleicht will er der Wildhüter werden, wenn er groß ist?", sagte Draco und wandte sich feixend zu ihr um.
„Das könnte vielleicht zu intellektuell anspruchsvoll für -"
Ron stob vor Zorn brüllend auf sie zu, und hatte Dracos Mantel in seiner Faust gepackt, als Professor Snape hinter ihnen auftauchte.
„Schlägerei?", fragte der Man höhnisch. „Das ist gegen die Hauslregeln, Weasley. Fünf Punkte Abzug für Gryffindor."
„Er wurde provoziert", sagte der Wildhüter und blickte den Lehrer wütend an, aber der zuckte nur mit den Achseln.
„Dann sollte er lernen, sich zu kontrollieren." Der Mann sah die drei Slytherins an. „Ihr drei tropft den ganzen Flur voll. Geht und trocknet euch ab, und bestellt Kakao von der Küche, bevor ihr krank werdet."
„Danke sehr, Sir", sagte Hermine. „Das werden wir tun."
„Oh", fügte der Mann hinzu, „und, Miss Granger?"
„Ja, Sir?"
„Ich war beeindruckt von deinem letzten Aufsatz für Zaubertränke. Nicht nachlassen."
Ron Weasley und Harry Potter sahen sie beide finster an, als sie Draco und Greg bei der Hand nahm, und die beiden an dem wütenden Paar vorbei führte. Sie feixte sie an, und zeigte dann einen sehr viel respektvolleren Gesichtsausdruck, als sie an Professor Snape vorbeiging.
„Was bedeutet 'zu intellektuell anspruchsvoll'?", fragte Greg, als sie davon gingen.
„Es heißt, er ist zu dumm, den Job zu machen", sagte Draco gedehnt, und Hermine grinste zurück zu Ron und Harry, die beide ihre Hände zu Fäusten geballt hatten. Die kleinen Penner hielten sich für zu gut, eine Slytherin anzuerkennen, aber sie würde es ihnen noch zeigen.
Theo hatte den Großteil des Nachmittags damit verbracht, Hermine in Weihnachtstraditionen zu unterweisen, bis sie die Hände in die Luft geworfen und gefragt hatte, warum es keine Zauberertraditionsklasse anstelle von Muggelkunde gab. „Wen kümmert Muggelkunde?", hatte sie beinahe gekreischt. „Niemand von euch wird wegrennen, um in der Muggelwelt zu leben, oder?"
Als Reaktion kam unhöfliches Schnauben von mehreren älteren Schülern im Gemeinschaftsraum und mindestens ein Hustenanfall.
„Ihr müsst nicht wirklich wissen, wie die britische Post funktioniert, oder was man im Fernsehen gucken kann! Es ist Zeitverschwendung! Warum kann ich kein nützliches Fach haben, anstatt so gefoltert zu werden?" Sie sackte zusammen und bettete ihren Kopf auf ihren gefalteten Armen.
„Was ist los mit ihr?", fragte Greg und Draco zuckte mit den Schultern.
„Theo hat entschieden, dass es seine heilige Pflicht ist, ihr alles über Reinblütigkeit beizubringen", sagte Blaise gedehnt vom nächsten Tisch aus. „Er ist etwas unerbittlich."
„Weihnachten ist nicht so kompliziert", sagte Theo.
„Das wäre es nicht, Kumpel, wenn du dich an die Grundlagen halten würdest. Gib all deinen Freunden ein Geschenk, nichts zu teures, oder du wirkst protzig. Kein Schmuck, außer du bist mit dem Mädchen verlobt, was für uns noch kaum relevant ist", sagte Blaise.
„Könnte relevant sein", argumentierte Theo. „Manche Leute werden als Kinder verlobt."
„Merlin, Theo", sagte Draco. „Das tut niemand mehr."
„Reinblüter verloben ihre Kinder noch mit einander", sagte Hermine mit gerümpfter Nase. „Ihh."
„Tun Muggel das nicht?", fragte Theo.
„Nein!" Sie streckte ihre Zunge raus. „Das ist ekelig."
„Da muss ich ihr zustimmen", sagte Draco.
Hermine kaufte und verpackte und verschickte pflichtbewusst Geschenkte. Ein Buch über Quidditch für Theo, Süßigkeiten für Greg und Vincent. Sie kaufte Muggel-Lipgloss für Pansy und Millie in dem Wissen, dass die Kombination von Make-Up und Muggelwaren für beide Mädchen unwiderstehlich sein würde. Sie stand lange Zeit im Laden und betrachtete einen kleinen Schnatzanhänger für Draco, und beschloss schließlich, dass er zu viel sein könnte, und entschied sich für einen wirklichen Trainingsschnatz.
Er schickte ihr ein Armband. Es war nicht ausgefallen; sie war nicht sicher, ob die billigen Glasperlen in dieser Welt als Schmuck zählten, aber sie starrte es lange an, als sie die Schachtel öffnete, starrte es so lange an, dass die Eule ungeduldig schuhuhte, bis sie sich zusammenriss und ihr ein Leckerli gab. Sie trug es jeden Tag der Ferien, und nahm es erst ab, als sie zur Schule zurückkehrte.
Sie war nicht sicher, was es bedeutete. War nicht sicher, ob es überhaupt etwas bedeutete. Er war irgendwie mit Pansy zusammen, wenn 'zusammen' bedeutete, dass sie in den Fluren Händchen hielten und bei Quidditchspielen und auf den Sofas im Gemeinschaftsraum zusammen saßen. Und, auch wenn die Feinheiten der Reinblutweihnachtsetikette – von Theo gefiltert – sie beinahe dazu gebracht hatten, etwas durch die Gegend zu werden, hatte sie festgestellt, dass sie für alles Regeln hatten. Sie war nicht sicher, ob sie sich zu etwas verpflichten würde, sollte sie es tragen, und so tat sie es nicht.
Sie umarmte ihn aber im Zug und sagte: „Ich liebe es."
„Wenn wir älter sind, gebe ich dir ein richtiges", sagte er mit einem Grinsen und sie atmete aus, irgendwie erleichtert aber nervös.
„Depp", sagte sie, und sein Grinsen wurde breiter.
„Ich habe einen neuen Fluch gelernt", sagte er feixend. „Die erste Person, die dir den 'dreckige Slytherin'-Blick schenkt, bekommt ihn ab."
„Du wirst uns jeden Punkt kosten, den wir je bekommen haben", sagte sie und schubste ihn. Er zeigte ihr den unschuldigen Gesichtsausdruck, den er für Konfrontationen mit Lehrern verwendete. „Aber danke."
„Niemand belästigt meine Hausgenossin", sagte er.
„Sie belästigen mich nicht direkt", sagte sie und setzte sich, wobei sie sich ans Fenster drückte, um Platz für Theo und Greg zu schaffen, die hereingekommen waren und sich über irgendeine Quidditchregel stritten. „Sie … gucken nur hämisch. Sie sehen uns alle an, als wären wir krank und ansteckend."
„Ich weiß", sagte er, seine Stimme leise und zornig. „Eines Tages wird es ihnen allen leid tun."
Als sie ihn vor der Bibliothek fand, sein gemeines kleines Lachen lachend, seufzte sie. „Was hast du getan?", fragte sie ihn.
„Nichts", sagte er und rollte seinen Zauberstab zwischen seinen Händen.
Sie packte ihn und begann in ihn die Kerker zu zerren. „Du musst lernen, besser zu lügen", erzählte sie ihm. „War es Weasley oder Potter, den du belästigt hast?"
„Weder noch", sagte er mit selbstgefälliger Geziertheit, wegen der sie ihm gegens Schienbein treten wollte. „Ich mochte nur den Ausdruck auf Longbottoms dämlichen Gesicht nicht, also habe ich seine Beine zusammen geklammert."
„Und was für ein Ausdruck war es? Völlige Angst bei deinem Anblick?"
„Es ist als hätte er 'drangsaliert mich' auf seiner Stirn geschrieben", gab Draco grinsend zu. „Aber er hat einem Mädchen gesagt, es solle ihr nichts ausmachen, dass du besser in Zauberkunst bist, weil -", aber hier brach er ab, als sich ein plötzlicher Sinn für Takt zwischen Gehirn und Mund schob.
„Weil ich nur eine stinkende Slytherin bin", sagte Hermine, ihre Stimme fragend; der Ausdruck auf Dracos Gesicht bestätigte sie. Er sah zu, wie ihr Gesicht für einen Moment bebte, bevor sie es in ihren 'niemand kann mich verletzen'-Ausdruck setzte.
„Er meinte es nicht", bot Draco an. „Er wollte nur wen auch immer aufbauen."
„Er meinte es", sagte Hermine. „Sie meinen es alle." Sie blinzelte ein paar Mal erbittert.
„Ja", sagte Draco, „aber du bist zwölf dieser Idioten wert. Komm schon. Ich hab heute morgen ein neues Paket von meiner Mutter bekommen. Ich wette, da sind ein paar von den Kuchen drin, die du so gerne magst."
Hermine lächelte darauf leicht. „Wieso schickt sie jetzt immer die?"
„Weil ich ihr erzählt habe, dass du sie magst", sagte er.
Hermine blieb stehen und, nachdem er ein paar Meter vor ihr war, hielt auch Draco an und drehte sich zu ihr um. „Was?", wollte er wissen.
„Deine Mutter schickt dir Kuchen für mich?", fragte sie und er sah verwirrt drein.
„Nun, ja. Wir sind Freunde, oder?"
„Aber..." Hermine brach ab, und sagte dann: „Muggelstämmig."
„Oh, als ob sie sich darum schert", sagte Draco und rollte die Augen. „Hast du noch nicht gemerkt, dass das niemand tut?" Er hielt inne und überlegte. „Na gut, meine verrückte Tante vielleicht, von dem, was ich gehört aber, aber sie ist in Askaban, also macht sich niemand wirklich über ihre Meinung Gedanken. Du bist eine Slytherin, du dummes Mädchen. Du bist eine von uns."
Ihr Lächeln war zittrig, also stieß Draco sie an. „Zwing mich nicht, dich zu verhexen, als wärst du eine dämliche Gryffindor. Komm schon." Er fing an, den Korridor entlang zu rennen, und Hermine folgte ihm sich die Augen wischend.
Hermines Gefühle über Quidditch blieben gleich, was kein Problem gewesen wäre, wenn nicht alle darauf bestanden hätten, dass sie sich noch ein Spiel anschaute.
„Wir spielen noch nicht mal", jammerte sie, als Draco sie auf die Tribüne zerrte. „Ich verstehe nicht, warum ich gehen muuuss." Sie zog das letzte Wort lang, als sie an einer Gruppe Gryffindors vorbei kamen, die hier war, um ihren miesen Sucher anzufeuern, scheinbar der allerjüngste Sucher seit Anbeginn der Zeit.
Ron Weasley sah sie an, als sie vorbeigingen, ihre Hand eng umschlungen in Dracos, als hätte er Angst, dass sie zurück zum Gemeinschaftsraum fliehen würde, sollte er sie loslassen. Weasley stieß sie mit dem Ellenbogen in die Seite und sie schnappte ob des plötzlichen Schockes nach Luft.
„Tut mir leid", sagte der Junge hämisch grinsend. „Hab dich nicht gesehen."
Malfoy sah den Jungen an, und dann Greg und Theo, die Hermine folgten. Vincent hatte wie üblich Nachsitzen. „Wisst ihreigentlich, wie sie die Mannschaft von Gryffindor auswählen?", sagte er laut. „Sie nehmen die Leute, die ihnen leid tun. Potter hat keine Eltern, die Weasleys kein Geld. Es ist wirklich süß."
Hermine seufzte und stieß ihn in Richtung ihrer Plätze. „Guckt mal, Neville Longbottom", sagte Draco, als sie sich hinsetzten. „Du erinnerst dich an Neville, oder, Hermine? Er ist derjenige, der nicht mal aus einer Papiertüte heraus finden würde. Ich bin überrascht, dass er nicht auch in der Mannschaft ist."
„Lass ihn in Ruhe", blaffte Ron ohne sich vom Spiel abzuwenden.
„Wenn Hirn Gold wäre, wäre Neville ärmer als du", höhnte Draco, während Theo begann, Hermine von dem brodelnden Konflikt wegzuziehen. Als Potter in atemberaubender Geschwindigkeit dem Boden entgegenflog, fügte Draco hinzu: „Oh, du hast Glück, Weasley. Scheint als hätte dein Kumpel gerade Geld auf dem Boden entdeckt."
Ron drehte sich um und warf sich über die Sitze auf Draco, als Theo Hermine ganz aus dem Weg zog. Neville und Greg beteiligten sich ebenfalls, und die vier Jungs verpassten, wie Potter den Schnatz schon wieder fing, weil sie damit beschäftigt waren, sich gegenseitig zu verprügeln.
„Ernsthaft", murmelte Hermine Theo zu, als sie der Schlägerei vor ihren Füßen zusahen. „Zumindest war das Spiel kurz."
Hermine breitete die farbkodierten Lernpläne aus, die sie für ihre Freunde gemacht hatte.
„Hermine", sagte Greg und schaute seinen an, „die Prüfungen sind noch ewig hin."
„Aber es ist wichtig, vorbereitet zu sein, und es sind nur noch zehn Wochen", sagte sie, und ihre Stimme wurde langsam lauter. „Ich hätte schon vor Ewigkeiten zu lernen anfangen sollen, und ihr zwingt mich dauernd, zu Quidditchspielen zu gehen. Ich weiß nicht, was ich tun werde -"
Theo zog den ganzen Stapel von ihr weg und ließ ihn ins Feuer fallen. „Hör auf", sagte er. „Hör auf mit der Streberei, bevor du dich unglücklich machst. Und unerträglich."
„Theo!", jammerte sie als sie zusah, wie ihre Pläne und Tabellen in Flammen aufgingen.
Er hielt ihr einen Schokofrosch hin. „Tut mir leid", sagte er, ohne im Geringsten reumütig zu wirken. „Ich beschütze dich nur vor dir selbst."
„Nicolas Flamel", sagte sie, nachdem sie die Packung geöffnet hatte. „Verdammt. Davon habe ich schon fünf."
„Du wirst nicht glauben, was ich herausgefunden habe", sagte Draco grinsend, während er sich Saft eingoss.
„Oh?" Hermine hatte ihren Kopf in ihrem Zauberkunstbuch vergraben und paukte den sekundären und tertiären Nutzen aller Sprüche, die sie kennen sollte.
„Der Wildhüter, der Typ, den Potter und Weasley immer besuchen?"
„Mmm?"
„Er hat einen Drachen."
„Du hast recht." Hermine sah zu ihm hoch. „Das glaube ich nicht. Der Mann lebt in einer Holzhütte. Wie könnte er dumm genug sein, einen Drachen zu haben? Außerdem", sie sah wieder nach unten, „würde keiner hineinpassen."
„Es ist ein Baby", sagte Draco selbstgefällig und sie rollte mit den Augen.
„Draco, es ist nicht mal legal einen Drachen zu haben."
„Ich weiß." Sie steckte ihr Buch weg und schenkte ihrem Freund ihre volle Aufmerksamkeit; der Junge wirkte völlig vergnügt und das hieß nie etwas gutes. Er tendierte dazu zu handeln ohne zu planen, und verfluchte schließlich einen Schüler direkt vor den Augen eines Lehrers und verlor dann Punkte.
„Draco, wenn er einen Drachen hat, sollten wir es jemandem sagen."
„Sollten wir", stimmte er zu.
„Aber wir werden es nicht, oder?", fragte sie seufzend.
„Nein", er grinste sie an. „Nicht bis wir Potter und Weasley in so viel Schwierigkeiten wie möglich bringen können."
„Deine Besessenheit mit Potter ist geradezu unheimlich", murmelte sie.
Dracos Besessenheit mit den zwei Gryffindors mochte unheimlich sein, aber sie musste zugeben, dass es viel Spaß machte, Weasley zu drangsalieren. Der Trottel hatte es anscheinend geschafft sich von dem Babydrachen beißen zu lassen, und in einer Schicksalswende, die niemanden außer dem Jungen selbst überraschte, entzündete sich der Biss und seine Hand schwoll an. Scheinbar waren Drachenzähne giftig.
„Es hat seinen Grund, warum man keinen Drachen haben sollte", sagte Hermine selbstgefällig, als sie und Draco in Richtung Krankenflügel unterwegs waren. „Sie sind gefährlich."
Er hielt an, als sie das sagte, das Lehrbuch, das sie als Vorwand für ihren Besuch zu Weasley brachten in einer Hand. „Drachen sind gefährlich", stimmte er mit leiser Stimme zu. „Aber nur für Außenstehende. Sie beschützen ihresgleichen erbittert."
Sie sah ihn an und sagte, nach einem Moment: „Nun, Weasley gehört offenbar zu keinem Drachen."
Draco schnaubte. „Das würde ich laut sagen."
„Wie geht es deiner Hand?", fragte Hermine Weasley schwärmerisch, sobald sie im Krankenflügel waren. „Wir waren ja so besorgt."
„Wie hast du noch mal gesagt, dass es passiert ist?", fragte Draco und beobachtete die Heilerin, ohne dass es offensichtlich war.
„Ein Hundebiss", murmelte Weasley. „Danke, dass ihr mir das Buch gebracht habt. Ihr könnt jetzt gehen."
„Oh, nein", sagte Hermine. „Ich würde nicht mal davon träumen, dich hier allein zu lassen, um ohne mich zu leiden." Sie hob einen Zettel vom Nachttisch auf und sagte: „Dein Bruder, der Drachenwärter, hat dir geschrieben? Ist das nicht nett von ihm. Es muss wirklich schön sein, eine große Familie zu haben, die sich nach einem Hundebiss um einen kümmert." Sie sah Malfoy bedauerlich an und reichte ihm den Brief, während Weasley die Hand ausstreckte und versuchte, ihn ihr wegzunehmen. „Ich bin ein Einzelkind, weißt du."
„Ich auch", sagte Draco spöttisch. „Auch wenn ich immer gedacht habe, dass es dumm ist mehr Kinder zu haben, als man ernähren kann, und wer möchte nichts als aufgetragene Kleidung?"
„Samstag um Mitternacht?" Hermine lehnte sich vor. „Wie interessant, dass dein Bruder, der Drachenwärter, vorbei kommt, kurz nachdem du von etwas gebissen wurdest, an dem er interessiert sein könnte."
„Wir sollten es verraten", sagte Draco.
„Wir sollten den Drachen sie alle beißen lassen", korrigierte Hermine.
„Ich mag, wie du denkst." Draco grinste hämisch.
„Es ist heute Nacht", flüsterte Draco und sie nickte in stiller Übereinstimmung. Greg und Vincent folgten ihnen, als sie zum höchsten Turm schlichen. „Wir werden den Penner mit seinem Drachen erwischen und ihn an Snape verraten, und dann wird er fort sein."
Sie warteten in einer Nische am Fuße der Treppe, und alles wäre glatt gelaufen, wenn McGonagall nicht entschieden hätte, dass sie einen Spaziergang brauchte. Sie glaubte ihnen nicht, natürlich. „Wie können Sie es wagen", schnappte sie, als sie sie fand. „Herumzuwandern, wenn es fast Mitternacht ist."
„Aber Professor", plädierte Hermine, „es ist Potter. Er hat einen Drachen."
„Ist dieser Unsinn das Beste, was Sie tun können? Draußen nach der Nachtruhe und sie beschuldigt einen Drachen", schnaubte McGonagall. „Zu meiner Zeit... oh! Nachsitzen für Sie alle und zwanzig Punkte von Slytherin. Ich werde mit Professor Snape über diese lächerlichen Lügen reden, die Sie verbreiten!"
Als sie sie davon schleppte, Hermine und Draco wortwörtlich bei den Ohren und Greg und Vincent dicht dahinter, konnten sie leises Gelächter hören, das stark nach Potter klang. Sie wechselten Blicke und Hermine fragte tonlos: „Aber wo ist er?", und Draco zuckte mit zusammengekniffenen Augen die Achseln.
Wo immer er war, anscheinend hatte McGonagall ihn auch geschnappt, und Weasley mit ihm. Der nächtliche Verlust von zwanzig Punkten von Slytherin wurde überschattet von dem sehr viel gewaltigeren Verlust Gryffindors von 150 Punkten. Hermine und Draco grinsten sich ob des Lärms – des völligen Hasses – der Potter den ganzen Tag verfolgte, als seine Hausgenossen herausfanden, dass er verantwortlich war für den Punktabzug, stumm an.
„Das ist es wert, mit dem Penner Nachsitzen zu haben, oder?", fragte Draco und Hermine grinste.
„Das ist es wirklich", stimmte sie zu.
Vincent und Greg wurden der Küche zugeteilt; sie hatten bereits eine lange Beziehung damit, den Elfen beim Töpfe schrubben zu helfen, und McGonagall hielt sie eindeutig für Mitläufer. Draco und Hermine hatte sie als die Unheilstifter eingestuft, und sie wurden informiert, dass ihr Nachsitzen mit Hagrid stattfinden würde, und dass Filch sie dorthin bringen würde.
„Ich verstehe nicht, warum wir nicht einfach Zeilen schreiben können", grummelte Draco und Hermine gab ihm einen harten Stoß.
„Es ist egal, was es ist", sagte sie. „Es ist es wert, richtig?"
„Ich schätze mal", sagte er, so aussehend, als würde er das ganz und gar nicht schätzen.
Sie begann ihm zuzustimmen, als sie herausfinden, dass der idiotische Wildhüter sie in den sogenannten Verbotenen Wald führen würde, um ihm zu helfen ein verletztes Einhorn zu finden. In welchem vernünftigen Universum führte ein Angestellter der Schule Kinder in den Wald – einen Wald, von denen ihnen am ersten Tag ausdrücklich erklärt wurde, dass sie dort niemals hineingehen durften – um ein verletztes und wildes Tier zu verfolgen?
„Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist", murmelte sie und Draco warf ihr einen dankbaren Blick zu, während Weasley sich über sie lustig machte.
„Habt ihr zwei etwa Angst?"
„Wir sind vernünftig", blaffte sie zurück.
„Was, wenn das Ding, das das Einhorn erwischt hat, uns findet, bevor wir es finden?", fragte Draco mit zitternder Stimme, und der Wildhüter lachte.
„Euch wird nichts passieren", versprach er; ein Versprechen, dem Hermine nur schwer glauben konnte, da dies ein Mann war, der gedacht hatte, dass ein Drache in einer Holzhütte eine gute Idee war.
„Ich werde es nicht tun", sagte sie.
Der Wildhüter sah sie mit zusammengekniffenen Augen an und sagte: „Du bist in Schwierigkeiten geraten und wirst tun, was dir gesagt wird."
„Ich denke nicht", sie schüttelte ihren Kopf. „Komm, Draco. Wir gehen zurück zum Schloss und schreiben deinem Vater einen kurzen Brief. Hast du mir nicht erzählt, dass er einer der Schulbeiräte ist?"
„Ja", sagte er, seine Stimme noch immer etwas zittrig.
„Dies", sagte sie und funkelte den Wildhüter an, „ist die verrückteste Idee, die ich jemals gehört habe. Eine Gruppe Elfjähriger nachts in den Wald schicken. Und ich bin sicher, dass Mr. und Mrs. Malfoy mir zustimmen werden."
Draco schien wieder selbstsicherer zu werden, jetzt da Hermine die Führung übernommen hatte und sich weigerte, an der Wanderung durch den Wald teilzunehmen. „Das würden sie", sagte er. „Sie wären extrem wütend, sollten sie erfahren, dass die Schule mich in Gefahr bringt."
„Sie könnten", sagte Hermine gedehnt, „sogar verlangen, dass die verantwortlichen Leute gefeuert werden. Das wäre", sie hielt inne und sah sich um, „oh ja. Das wären dann Sie." Sie sah Hagrid an und grinste spöttisch.
Der Mann blickte sie finster an, aber sie lächelte nur und sagte: „Also, Draco, sollen wir zum Schloss zurück gehen?"
„Na schön", sagte der Wildhüter mit zusammengebissenen Zähnen. „Ihr zwei Bälger könnt in meiner Hütte warten, bis wir zurückkommen."
„Sollen wir Zeilen schreiben, während wir warten?", fragte Hermine mit süßlicher Stimme. „Für unser Nachsitzen?"
Der Mann stapfte davon ohne zu antworten, und Potter und Weasley folgten ihm.
„Das war genial", flüsterte Draco und sah sie an. „Du bist vollkommen genial."
Sie grinste ihm zu und sie machten es sich bequem, bis der Einhornsuchtrupp zurückkehrte.
„Ich liebe Prüfungen", sagte Hermine mit einem zufriedenen Grinsen auf ihrem Gesicht, als sie mit Theo und Pansy auf dem Rasen lag. „Und diese waren so viel einfacher, als ich erwartet habe."
„Warum liebst du Prüfungen?", fragte Pansy und versuchte Draco zu erspähen.
„Unterricht ist meistens so langweilig", sagte Hermine. „An Prüfungstagen habe ich zumindest die ganze Zeit etwas zu tun."
„Du musst häufiger schwänzen", sagte Theo.
„Den Unterricht schwänzen?", fragte Hermine und klang völlig entsetzt.
„Jap", grinste Theo. „Nächstes Jahr werde ich dich dazu bringen."
„Das ist umwerfend", flüsterte Hermine, als sie sich in der Großen Halle umsah. Grüne und silberne Dekorationen hingen überall und ein riesiges Banner mit ihrem Schlangenwappen hing hinter dem Lehrertisch.
„Sieht gut aus, oder?" Draco nahm ihren Arm. „Das siebte Jahr in Folge. Wir sind schließlich das beste Haus. Wir kriegen die besten Schüler, Streber und Sportler, und wir gewinnen."
„Wir haben anständig und ehrlich gewonnen", stimmte sie zu, als sie sich auf die Bänke am Tisch zwängten.
Der Schulleiter hielt eine seiner exzentrischen Ansprachen und sie schaltete ab, bis er den Punkteendstand verlas – 472, was 160 mehr waren als ihre verhassten Rivalen in Gryffindor hatten – und sie fingen alle an, ihre Kelche auf den Tisch zu hämmern und zu jubeln. Sie sah zu Potter und Weasley hinüber und grinste hämisch. Seht was passiert, wenn man sich an die Regeln hält, dachte sie. Man gewinnt.
Und dann geschah das Undenkbare.
Dumbledore verkündete, dass er ein paar allerletzte Punkte zu vergeben hatte. An Weasley, für ein Schachspiel, fünfzig Punkte.
„Was passiert hier?", zischte sie Draco zu. „Niemand bekommt fünfzig Punkte für ein gewonnenes Schachspiel. Ich habe nur zehn bekommen, als ich -", aber er unterbrach sie.
„Ich weiß nicht. Sei still."
Für Parvati Patil und den Einsatz von Logik. Fünfzig Punkte.
Hermine drehte sich zu Theo und sah ihn an und er schüttelte hilflos den Kopf.
Für Harry Potter. Für Mut. Sechzig Punkte.
Hermine fing zu weinen an. Sie hatte das ganze Jahr damit verbracht, Punkte zu verdienen, fünf hier, zehn da. Ein ganzes Jahr vorzüglicher Leistungen und jedwede Anerkennung dafür – die faire Anerkennung, die sie verdient hatte – waren gerade von einer beifällig unfairen Autoritätsperson davon gewischt worden.
„Wir haben Gleichstand", sagte Draco und schlang seinen Arm um sie. „Es ist ein Gleichstand, Hermine. Nicht weinen."
Für Neville Longbottom, weil er sich gegen seine Freunde gestellt hatte. Zehn Punkte.
„Nein, haben wir nicht", sagte sie, „wir haben keinen Gleichstand", und sie und ihre Freunde sahen entsetzt zu, wie die Dekoration der Halle sich veränderte, während die ganze Schule jubelte, dass sie den Hauspokal verloren hatten.
„Es ist nicht fair", sagte sie mit erstickter Stimme.
„Du dachtest, dass das Leben fair wäre?", fragte Theo und sie kniff ihre Lippen zusammen.
„Jetzt nicht mehr", war alles, was sie sagte.
Anm. d. Autorin: Vielen Dank an meine wunderbare Beta ShayaLonnie. Sie hat das Auswahl-Drabble gelesen und mich dazu angehalten, es zu erweitern, UND hat mir nachgejagt, um überall dort ein Fragezeichen zu setzen, wo eins hingehört.
