Kapitel 2- Aus dem Bett &Gedanken
Professor Snape machte sich auf den Rückweg in den Kerker. Dabei war er tief in Gedanken versunken. Es war schon spät und die Sperrstunde hatte schon längst angefangen. Deshalb war es auch denkbar ungewöhnlich, dass der Lehrer um diese Uhrzeit noch auf einen Schüler stoßen sollte. Doch genau das war der Fall. Während der gefürchtete Traenkemeister um die Ecke bog, sah er einen Lichtschein am Ende des Korridors und damit drei schemenhafte Konturen.
Was bildeten sich diese Schüler ein, nachts noch in den Gängen umher zu streifen, mit Licht noch dazu! Aber ich bin weder blind noch taub. Ich hätte da noch einige schmutzige Kessel, die gereinigt werden müssten...
Schnellen Schrittes eilte der Zaubertraenkeprofessor auf den Lichtschein zu. Hinter ihm bauschten sich seine Roben und das fahle Mondlicht, das durch die Fenster sickerte betonte seine blasse Haut. Die Schüler bemerkten den Lehrer gerade als jener "Lumos" zischte und mit erhelltem Zauberstab auf die Unglücksraben zu marschierte.
"Na, wen haben wir denn da. Mr Weasley, Mr Gregory und Mr Spinnet. Was treiben Sie sich um diese Zeit in den Gängen herum? 20 Punkte Abzug für jeden von euch!" Die drei Gryffindors ließen die Köpfe hängen, doch alle von ihnen hatten die gleiche Wut auf den verhassten Professor. Sie warteten darauf, dass der Professor weiter seine Wege ging, doch Snape dachte nicht daran. "Sie sind mir immer noch eine Erklärung schuldig!" zischte er mit einem bedrohlichen Unterton. "Ja..., Sir" stotterte Luis Weasley und setzte dann zu einer Erklärung an. "Es war einfach so warm in unserem Schlafsaal, da wollten wir ein bisschen an die frische Luft.", log er. Tatsächlich waren die drei Jungs im Raum der Wünsche gewesen. Natürlich nicht alleine. Ein paar Schülerinnen aus Ravenclaw und auch aus Gryffindor waren da gewesen, aber anscheinend hatten sie es unbemerkt wieder zurückgeschafft. Im Gegensatz zu den dreien, die dem stechendem Blick der schwarzen Augen auszuweichen versuchten. "Ich glaube Ihnen nicht, Weasley. Vielleicht wird ein bisschen Nachsitzen ihrem Gedächtnis auf die Sprünge helfen! Morgen, 6 Uhr abends, alle. Ich erwarte Sie!" Damit rauschte er in Richtung Kerker von dannen.
Die drei Jungs schauten dem Professor noch wütend hinterher. Wieso musste es gerade sie treffen? Sie hatten eh immer genug Ärger und nun musste dieser dämliche Snape gerade jetzt auftauchen. Langsam machten die Gryffindors sich auf den Weg in ihren Gemeinschaftsraum
"Hey, Luis! Ich hätte nicht übel Lust dem Snape mal richtig eins reinzuwürgen." , ließ Phin Spinnet verlauten. Phin, eigentlich, Phinneas, war hochgewachsen mit dichten, dunkelbraunen Haaren. Er hatte einen athletischen Körperbau und kam sehr gut bei Mädchen an, was er auch wusste. Leider war er ein überaus fauler Junge und beschäftigte sich lieber mit Streichen, Quidditch oder wie er seine nächsten Hausaufgaben am besten abschreiben konnte.
"Wer hätte keine Lust? Aber ich würde mich das nie trauen. Wenn der Mann mich ansieht krieg ich eine Gänsehaut und fange an zu stottern", gab Jay Gregory zu. Im Gegensatz zu Phin hatte Jay einen kräftigen Körperbau, hatte schwarze Haare und einen leichten Tan. Man müsste meinen, dass er der Stärkste und Mutigste von den Dreien sein würde, doch das war nicht der Fall. Jay war der Vernünftigste von allen und das kam vielleicht auch von seinen unzähligen Ängsten. Snape war nur eine davon.
"Leute, wenn ich das nächste Mal von meinem Onkel einen von seinen Scherzartikeln bekomme, rächen wir uns an Snape! Ach, ihr habt doch nicht die Party bei uns am Freitag vergessen, oder? Wir müssen davor unbedingt nochmal nach Hogsmeade! Schließlich müssen wir unser letztes Jahr als 3. Klässler feiern!" Luis rieb sich bei dem Gedanken schon die Hände.
"Wann gehen wir? Wie wärs mit übermorgen, Mittwoch, nach dem Unterricht?", schlug Jay vor.
"Ich bin dabei", meinte Phin. "Sorry Leute, aber ich muss doch diese Woche Filch helfen." Luis, der rotblonde Sohn von Bill und Fleur machte eine Grimasse. "Geht mal ohne mich, ich lass mich dann mal überraschen!"
Endlich waren sie vor dem Portrait der Fetten Dame angekommen. Sie hatten sich einige Zeit gelassen. Sie sagten ihr das Passwort und machten sich schnell aus dem Staub, bevor die Fette Dame über ihre nächtliche Störung zetern konnte.
Während die Jungen noch ihre Pläne ausheckten hatte Snape schon seine Gemächer erreicht. Er ließ sich in seinen Lieblingsarmsessel vor dem Kamin fallen und hing seinen Gedanken nach. Oh, wie er diese ungezogenen Schüler hasste.
Dann schweiften seine Gedanken wieder zu Serena. Ob sie auch Probleme machen würde? Bei diesem Gedanken zuckten bei Snape die Mundwinkel zu einem sarkastischen Lächeln empor. Das wird sie sich nicht wagen. Fast alle Schüler hatten großen Respekt oder sogar Angst vor ihm und es gab kaum einen der seine Hausaufgaben in diesem Fach unerledigt ließ. Das bedeutete nämlich zwangsweise Nachsitzen, Punkteabzug (außer Slytherin) und einige sarkastische Bemerkungen. Das brachte Snape auf den nächsten Gedanken. In welches Haus würde seine Tochter kommen? Wenn sie nach Slytherin kommen würde hätte ich sie unter Kontrolle Er hoffte inständig, dass es nicht Gryffindor sein würde. Das würde ihm gerade noch fehlen. Seine Tochter bei seinen Erzfeinden.
Der nächste Tag hatte nun schon angebrochen und der Zaubertrankprofessor beschloss, die Gedanken sein zu lassen und sich zur Ruhe zu legen. Schließlich hatte er morgen wieder Horden von Schülern zu unterrichten. Doch er konnte seine Gedanken nicht abschalten und so fiel es ihm schwer einzuschlafen und er hatte einen sehr unruhigen Schlaf. Alles drehte sich um Yvette und Serena während ein Eulen Ruf von draußen zu vernehmen war.
