wessie: zuerst einmal der Keks ihn dir geb wundere dich nicht über den geruch, ist ein fischkeks :) Ein bisschen mehr gibt's wieder von der alten Schachtel, ich hoffe das entspricht deinem Wunsch^^ Ob es ihr letzter Auftritt ist? Das weiß ich noch nicht so genau, aber eigentlich heißt es ja: Unkraut vergeht nicht ;)
resi: Cliff? Wo denn? oO augenreib „mach dich auf, hilf ihr, rette sie und euer Kind" - klingt für mich so nach Superheldenjob ^^ Fehlt nur noch, dass er sich ein rotes Cape umlegt und in die Nacht hinausfliegt ^^ dir auch einen Fischkeks für den lieben Kommi, und natürlich das neue Chap zum lesen :)
Nach über zwei Wochen Wartezeit gibt es nun ein neues Chap und nachträglich noch alles Gute an FINA :)
Einen Moment sprachlos starrte Daren die alte Schrulle vor sich an. Es hatte gebrannt? Hier? Und Julie war entführt worden?
Schaudernd schüttelte er den Kopf, um wieder klar denken zu können.
Das Ganze hörte sich derart absonderlich an, dass etwas nicht stimmen konnte. Außerdem kam es von der Dotterie – natürlich war alles maßlos übertrieben und verzerrt. Selbst wenn sie wirklich direkt daneben gestanden hatte, als es passierte, er hätte das Haus verwettet, das alles weit weniger dramatisch abgelaufen war. Die Alte las einfach zu viele Kitschromane á la „Der Zauber der Herzen".
Vermutlich dachte sie, ein jugendlicher Liebhaber hätte Julie entführt, da sie mit ihrem langweiligen Ministerialbeamten nicht glücklich war. Als ob sie einen anderen Mann lieben könnte. Er schnaubte empört und Miss Dotterie blinzelte.
„Was sollen wir denn jetzt tun?", piepste sie aufgeregt, da er keine Anstalten machte auch nur Irgendetwas zu unternehmen.
„Wir?" Fast wäre ihm ein bissiger Kommentar herausgerutscht, aber er konnte es sich nicht leisten, seine ach so liebe Nachbarin zu verärgern.
„Sie müssen mir jetzt genau beschreiben, wie dieser Mann aussah!", sagte er stattdessen eindringlich und sah sie ernst an.
Allein, wie sie mit dem Kopf wackelte und ihre Hände vor seinem Gesicht hin und her wedelte, kostete ihn Nerven.
„Ich habe doch nichts sehen können! Er war ganz vermummt, nicht wahr? Etwa so groß wie Sie, mehr war wirklich nicht zu erkennen!", zwitscherte sie in einer unangenehmen Lautstärke und schien sehr betrübt, dass sie ihm nur so wenig sagen konnte. Dieses eine Mal konnte auch er sich nicht darüber freuen, dass sie ihren Mund so schnell wieder hielt, ein paar Informationen wären schon hilfreich gewesen. Also musste er sich etwas überlegen, aber dazu galt es erst, dieses Weib und ihr nervenaufreibendes Mundwerk hinaus zu schaffen.
„Okay." Er atmete tief durch.
„Gut. Miss Dotterie, sie sollten jetzt nach Hause gehen und genau überlegen, ob ihnen noch etwas einfällt. Ich versuche währenddessen herauszufinden, was geschehen ist und wo sich Julie aufhält."
So auf sie einredend schob er sie der Tür entgegen, öffnete sie mit einer Hand und versuchte, die alte Dame mit der Anderen über die Schwelle zu bugsieren.
Natürlich funktionierte das nicht so, wie er kurz zu Hoffen gewagt hatte. Es war auch ein wenig zu optimistisch gewesen, anzunehmen, sie könnte einfach EIN Mal ihren Mund halten.
„Sollten wir denn nicht erst den Auroren eulen, damit sie nach der lieben Julie suchen können?", fragte sie besorgt und da er gerade hinter ihr stand, verdrehte er die Augen.
„Mein lieber Frederick ist sicher bald zurück, ich könnte doch…"
Er wollte gar nicht wissen, was sie noch so alles konnte.
„Vielen Dank, das ist sehr nett Miss Dotterie, aber ich glaube kaum, dass es nötig ist, gleich die Auroren einzuschalten. Lassen sie uns erst einmal selbst versuchen, etwas herauszufinden. Sie gehen jetzt nach Hause und denken nach, während ich mich hier umsehe. Vielleicht finden wir etwas. Also bis später."
Entschieden schob er sie noch ein Stück und knallte dann die Tür hinter ihr zu.
Stille. Endlich.
Geschafft lehnte er sich mit der Schulter gegen die Wand und hielt sich den Kopf. Die Alte regte ihn einfach auf.
Dabei hatte er jetzt wirklich wichtigeres zu tun. Julie soll etwas von einem Brand gesagt haben?
Beunruhigt trat er einen erneuten Rundgang durch das Erdgeschoss an, doch diesmal sah er nicht nur in die Zimmer hinein, sondern suchte nach irgendwelchen Spuren, die Feuer oder Rauch hinterlassen haben.
Nichts dergleichen war zu sehen, nicht im Wohnzimmer, nicht im Büro, im Flur schon gar nicht. Nur in der Küche roch es etwas streng, das war aber auch schon alles.
Verwundert ging er durch das ganze Haus, doch das Ergebnis war das Selbe.
„Da hat die alte Klatschbase Mal wieder einen Flubberwurm zum Hippogreifen gemacht", brummte er missmutig und war wütend auf sich selbst, dass er ihren Worten Glauben geschenkt hatte.
Aber Julie war wirklich nicht hier, zumindest davon hatte er sich bei seiner Hausdurchsuchung überzeugen können.
Ob sie wirklich mit einem anderen Mann weggegangen war? Ach, Quatsch! Das hatte sich die Alte bestimmt auch nur ausgedacht! Nur, wo war seine Frau dann abgeblieben?
Müde ließ er sich im Wohnzimmer in einen Sessel fallen, stützte seine Ellenbogen auf den Oberschenkeln auf und ließ, vornübergebeugt, seinen Kopf auf seinen Händen ruhen. Am Rande bemerkte er, dass er immer noch seinen Mantel trug, doch er verschwendete weder Zeit noch Gedanken damit, ihn auszuziehen.
Wenn er die Augen schloss, sah er noch Julies verkniffenes Gesicht vor sich, das ihm nachgesehen hatte, als er am Morgen aus dem Haus gegangen war. Aber es war nur ein Streit gewesen, ein dummer Streit, wie sie ihn so oft geführt hatten in den letzten Monaten, während Julie immer runder wurde.
Hatte sie sich am Ende so in ihre Wut hineingesteigert, dass sie gegangen war? Zu einem Anderen? Nein, das konnte er immer noch nicht glauben, eher hatte sie das Ganze mit der Dotterie abgesprochen.
Hohl auflachend schüttelte er den Kopf über sich selbst.
Was dachte er da eigentlich von seiner Frau? Nein, so etwas Niederträchtiges würde Julie nie machen, niemals!
Es war einfach lächerlich anzunehmen, sie würde solch ein Schauspiel inszenieren, um ihn für den morgendlichen Streit zu strafen.
Aber wenn sie sich wirklich von ihren Gefühlen hatte leiten lassen? War sie, voll Zorn auf ihn, einfach fortgelaufen? Nicht zu einem Anderen, bestimmt nicht, aber einfach weg von ihm?
Mit gerunzelter Stirn erhob er sich und ging nachdenklich die Treppe nach oben, in ihr Schlafzimmer.
Dort öffnete er den Kleiderschrank und besah ihre Sachen, versuchte zu erkennen, ob sie etwas mitgenommen hatte. Sie wäre doch nicht nur mit einer Jacke nach draußen gegangen? Ohne Anziehsachen? Bestimmt nicht, sie musste doch auch an ihr Kind denken und sich warm halten. Hoffentlich hatte sie daran gedacht. Er hatte ihr doch immer wieder gesagt, sie solle lieber nicht hinaus gehen, wenn die Straßen vereist und glatt waren! So schnell konnte sie ausrutschen, hinfallen und sich und das Ungeborene verletzen.
Zusammengelegte Pullover und Hosen lagen übereinandergestapelt auf den Regalböden, Blusen, Röcke und andere Spielereien hingen über den Kleiderbügeln.
Auch die Schubladen für Unterwäsche waren gefüllt.
Ganz sicher war er sich nicht, aber es sah doch so aus, als wäre noch alles da, wo es sein sollte.
Hatte sie wenigstens seinen Zauberstab bei sich? Suchend sah er sich um und ging dann wieder nach Unten, um erneut alle Zimmer abzuklappern.
Es sah ganz so aus, als wäre sie wenigstens in der Lage, zu zaubern, wo auch immer sie sich jetzt befand, jedenfalls hatte er ihren Zauberstab nirgends gesehen.
Er hoffte nur, dass sie daran dachte einen Wärmezauber um sich zu wirken, wenn sie sich draußen befand. Doch wirklich daran glauben konnte er nicht, dazu kannte er sie zu gut.
Also wieder zurück zum ursprünglichen Problem: Wo war sie?
Er konnte nur annehmen, dass sie wegen der Schwangerschaft überreagierte und voller Wut – auf ihn – das Haus verlassen hatte.
War sie zu ihren Eltern gegangen? Ja, ja, der Gedanke war gut. Wo hätte sie auch sonst sein sollen, wenn nicht hier?
Von dem Wunsch getrieben, seine Frau und ihren Bauch endlich wieder in die Arme zu schließen, stürmte er nach draußen.
Ein eisiger Wind empfing ihn, wehte ihm Schnee ins Gesicht und ließ seine Augen tränen.
Der Sturm war noch schlimmer geworden.
Entschlossen warf er die Tür hinter sich ins Schloss, schloss seinen Mantel und wagte sich weiter in die Dunkelheit hinaus.
Während er sich ein paar Schritte gegen den Wind stemmte, überlegte er noch einmal, kam aber zu demselben Schluss wie gerade eben. Sie musste bei ihren Eltern sein. Sie musste!
Unter einer schwach leuchtenden Straßenlaterne blieb er stehen.
Natürlich hätte er auch im Dunklen apparieren können, aber irgendwie war ihm hier, im Hellen, wohler, und da er sich noch in der Zauberwelt befand, musste er sich auch nicht verbergen.
Kurz fiel ein Schatten wie eine unheilvolle Vorahnung auf sein Gesicht, doch als er nach oben sah, war da nur die Straßenlaterne, die ihr fahles Licht in die Nacht schickte.
Seine Hand tastete in der Manteltasche nach seinem Zauberstab, während er sich so drehte, dass der Sturm seinen Rücken anheulte, dann konzentrierte er sich und apparierte.
oOoOoOo
Sekunden später versuchte er, seine Umgebung zu erkennen, scheiterte aber kläglich.
Immerhin wusste er, wo er war, oder zumindest sein sollte.
Da Julies Eltern in einem kleinen Muggelorf an der westlichen Küste wohnten, hatte er nicht vor ihrem Haus auftauchen können, sondern nur etwas entfernt zwischen den Bäumen, in dem Hinterhof des hiesigen Pubs.
Vorsichtig und in die Dunkelheit spähend, traute er sich aus seinem Versteck. Nur ein dünner, schwacher Lichtstreifen, der durch einen Spalt in den Fensterläden fiel, erhellte das Umfeld, Mülltonnen und sperrige Holzbalken, die auf einem unordentlichen Haufen lagen.
Auch hier fiel Schnee und, da das Meer nahe war, tobte der Wind noch schlimmer als in London und er fegte, von dort kommend mit ungeminderter Stärke über das Land.
Doch das kleine Tor, welches aus dem Hof hinaus führte, und erbärmlich schief hing, quietschte dennoch so laut, dass Daren fürchtete, man könnte ihn bemerken.
Mit hastigen Schritten ging er davon und vergaß sogar, seine Fußspuren mit einem Zauber zu verwischen. Er wollte nur so schnell wie möglich zu seinen Schwiegereltern und dort – hoffentlich! – Julie wiedersehen.
oOoOoOo
Obwohl er nur ein paar Häuser weiter gehen musste, war er durchgefroren, als er an die Tür seiner Schwiegereltern pochte.
In den Fenstern, die er von der Straße aus hatte sehen können, schimmerte Licht hinter zugezogenen Vorhängen und ließ ihn hoffen, dass man ihm bald öffnen würde.
Tatsächlich konnte er durch ein kleines, verglastet Guckloch in der Tür bald dunkle Schemen sehen, dann machte jemand auf und er trat schnell über die Schwelle, hinein ins Warme.
„Daren!", hörte er die verblüffte Stimme seiner Schwiegermutter und das dumpfe Zufallen der Tür, während er sich noch mit den Händen über sein Gesicht rieb. Nun, da er sich im warmen Haus befand, stach seine Haut, welche eben noch dem kalten Wind ausgesetzt war.
„Was bringt dich denn dazu, bei diesem scheußlichen Wetter hinauszugehen und uns zu besuchen? Komm doch erst einmal herein und trink eine Tasse Tee, du musst halb erfroren sein!"
Entgegen der freundlichen Aufforderung von Julies Mutter hob er abwehrend die Hände und legte weder seinen Mantel ab noch rührte sich sonst vom Fleck.
„Ich bin wegen Julie hier", begann er, wurde aber unterbrochen, als das Lächelnd seiner Schwiegermutter, mit welchem sie ihn empfangen hatte, schwand.
„Was ist mit ihr? Geht es ihr und dem Kind gut? Hat sie irgendetwas angestellt?" Er hörte die Besorgnis in ihrer Stimme und musste daran denken, dass sie schließlich genauso viel über Julie wusste, wie er selbst. Wäre irgendjemand zu ihm gekommen und hätte begonnen, in einem ernsten Ton über seine Frau zu sprechen, er hätte wohl ebenfalls angenommen, dass es um einen ihrer üblichen Anfälle an Tollpatschigkeit ging.
Dann machte es bei ihm Klick und er merkte, wie ihm seine Gesichtsmuskeln kurz entglitten.
„Heißt das, sie ist nicht bei euch?"
„Wer? Julie? Nein, wieso sollte sie hier sein?" Seine Schwiegermutter war offensichtlich erstaunt und er fühlte sich wieder schlechter, nachdem er, beim Betreten des Hauses, kurz Hoffnung geschöpft hatte.
„Ich dachte sie wäre Zuhause, bei dir. Daren?"
Er hörte nur noch mit einem Ohr hin.
Sie war nicht hier.
Sie war nicht hier?
Wo, bei allen Rennbesen im Test, war sie dann?
„Daren?" Zwinkernd klärte sich sein Blick und er sah das fragende Gesicht seiner Schwiegermutter vor sich.
„Ach nichts, schon gut, dann wird sie bei einer Freundin sein", murmelte er beschwichtigend, wurde in Wahrheit aber selbst immer besorgter.
„Das Beste wird sein, ich gehe gleich und hole sie dort ab."
Nicht weiter auf ihre Worte achtend öffnete er die Tür, winkte kurz und eilte hinaus.
Wo sollte er nun suchen? Wo konnte sie noch sein?
Bei einer Freundin? Er wüsste nicht, dass Julie so etwas hätte.
Möglicherweise bei seinen Eltern?
Da er nicht wusste, wohin er sich sonst wenden sollte, apparierte er, sobald er ein dunkles Eck gefunden hatte.
oOoOoOo
Wenig später stand er erneut in einem Flur, wieder vor einer älteren Hexe.
„Julie? Wir haben sie nicht mehr gesehen, seit ihr uns vor zwei Monaten besucht habt. Stimmt etwas nicht?"
„Nein Mutter, alles in Ordnung. Ich dachte nur, ich schaue kurz vorbei."
Die Kälte, die sich in seinem Inneren breit machte, hatte nichts mit dem Wind, dem Schnee und den Minusgraden zu tun, durch die er sich nun schon den ganzen Abend kämpfte.
Wo war seine Julie?
