Und hier geht es auch schon weiter.
Danke an schmauss, ich hoffe das 2. Kapitel gefällt dir auch.
Das verflixte siebte Jahr
2. Kapitel Ankunft
Für den Rest meiner Fahrt hatte ich meine Ruhe. Potter hielt es ungefähr zwanzig Minuten durch zu schmollen und mir traurige Blicke von der Seite zuzuwerfen, doch als ich mich von seiner gespielten Traurigkeit nicht einwickeln liess, begann er mit Black eine Diskussion über Quidditch
Manchmal glaubte ich, dass die beiden kein anderes Gesprächsthema hatten, aber mir konnte das ja egal sein. Ich kramte irgendein Buch aus meiner Tasche und vergrub mich für die nächsten Stunden darin. Meine verräterischen Freunde hatten sich natürlich mit dem Feind verbrüdert. Mimi diskutierte mit Black und Potter angeregt darüber welche Quidditch-Mannschaft die bessere war, die Holyhead Harpies oder die Wigton Wanderers während Sarah mit Lupin eine Partie Zauberer Schach spielte. Man braucht eben keine Feinde, wenn man solche Freunde hat, schmollte ich vor mich hin.
„Noch eine halbe Stunde bis wir in London sind," sagte Sarah schließlich, „wir sollten uns umziehen gehen."
„Wieso müsst ihr dazu weggehen? Uns macht es rein gar nichts aus, wenn ihr es hier macht." Meinte Black, während Mimi, Sarah und ich unsere Sachen aus den Taschen kramten.
Als Antwort darauf warf ich nur, das Buch das meinen verstand während der Fahrt bewahrt hatte in seine Richtung und zum ersten Mal in meinem Leben traf ich mein Ziel.
Das dicke Buch traf ihn genau in die Magengegend und er stöhnte vor Schmerz auf.
Grinsend verliess ich als letzte das Abteil und schloss die Schiebetür hinter mir.
Vielleicht war das Glück doch einmal auf meiner Seite. Daran könnte ich mich fast gewöhnen.
Als wir zehn Minuten später umgezogen wieder zu den Jungs zurück gingen, waren sie auch schon in ihren Muggelklamotten und lachten gerade ausgelassen über irgendeinen von Potters dummen Witzen.
Ich hatte kaum das Abteil betreten als Black in ein ohrenbetäubendes Geschrei ausbrach. „Was ist denn los ?" fragte ich worauf er nur auf mein grassgrünes Lieblingstop
deutete und sagte :"Da steht doch darauf , dass man schreien soll, wenn man frei sein will!" daraufhin war ich wenigstens einmal nicht die Einzige die ihre Augen verdrehte.
Wenig später erreichten wir King's Cross und ich konnte endlich meiner kleinen persönlichen Hölle entkommen. Ich hätte es keine zehn Minuten länger in diesem viel zu kleinen Zugabteil mit einem mich traurig anstarrenden Potter ausgehalten. Wollte er im Ernst ein Date aus Mitleid mit mir? War er so erbärmlich geworden? Außerdem hatte er in Hogwarts nach meiner letzten Schätzung etwa 500 Verehrerinnen.
So schnell ich konnte schnappte ich meinen Rucksack und meinen großen Schrankkoffer und stürmte aus dem Abteil. Na gut, stürmen konnte man es nicht nennen, denn ich blieb auf halben Weg mit dem Koffer in der Abteiltür stecken und musste mich von Black befreien lassen. Natürlich lachte er mich dabei schallend aus.
„bist du vor irgendetwas auf der flucht Evans?"
So langsam war ich mir nicht mehr sicher welcher Rumtreiber mir am meisten auf die Nerven ging, Black schien es ernsthaft darauf angelegt zu haben Potter von seinem Thron zu stossen.
Oder war das nur irgendein perfider Plan der beiden damit ich anfing Potter mehr zu mögen. Okay, langsam werde ich paranoid. Verfluchter Potter, irgendwann würde ich noch wegen ihm in der Klapse landen. Genau darauf hatte er es wahrscheinlich angelegt, er hatte sicher einen Pakt mit dem Teufel …-
„Haaaalloooo Lily! Wo bist du denn schon wieder mit deinen Gedanken!" Zum zweiten Mal schon fuchtelte mir jemand heute mit der Hand vor dem Gesicht herum um endlich meine Aufmerksamkeit zu erregen.
Ich seufzte: "Nur über den Teufel…"
„Was? Du bist heute echt komisch Lily," murmelte Sarah „Da vorne ist übrigens meine Mutter, die uns abholt. Kommst du?"
Ich versuchte mich wieder völlig in die Gegenwart zu katapultieren.
Schnell verabschiedete ich mich von Mimi und versprach ihr zu schreiben. Ihre eltern waren geschieden, sie verbrachte den ersten Teil der ferien mit ihrer mutter bei ihren Verwandten in Wales und den zweiten Teil mit ihrem Vater auf Zypern. Deswegen würden wir uns in den Ferien leider nicht sehen können.
Zum Schluss warf ich noch einen bitterbösen Blick in Richtung Potter, Black und Anhängsel, warf meine Haare theatralisch über meine Schulter und folgte Sarah in Richtung Ausgang, wo ihre Mutter schon auf uns wartete.
Mrs. Leaf hatte dasselbe lockige und dunkle Haar wie ihre Tochter, sie lächelte uns schon von Weitem zu. Sie war mir vom ersten Augenblick an sympathisch, obwohl sie von der Atmosphäre des Gleis 9 3/4 als Muggelgeborene, die in den USA in einer eher unspektakulären Zauberakademie ihren Abschluss gemacht hatte, sichtlich eingeschüchtert war.
Sie umarmte Sarah lang und hieß auch mich unter Beteuerungen, dass sie sich freue dass ich die ganzen Ferien bei ihnen verbringen werde, herzlich willkommen, dann packten Sarah und ich unser Zeug und folgten ihr zum Auto.
Die Leafs lebten in einem reichen Bezirk am Rand von London, der nur für Zaubererfamilien zugänglich und sichtbar war.
Beim Anblick des Hauses - oder besser gesagt der Villa – klappte mir der Mund auf, doch nachdem Sarah mir einen Blick von der Seite zuwarf machte ich ihn so schnell wie möglich wieder zu.
Jetzt wusste ich was Sarah mit dem „wir haben genug Platz" gemeint hatte, das Haus war einfach nur riesig, umgeben von einer hohen Backsteinmauer und einem Garten der fast größer als ein ganzer Park war.
Sarah hatte mir nie erzählt dass sie in einer Villa lebte.
Aber ich kam noch mehr erstaunt als wir die Eingangshalle betraten, die inetwa so groß war wie der ganze Gryffindor-Geimenschaftsraum und tatsächlich einen Marmorboden und mit Mahagoniholz getäfelte Wände hatte die mit Kunstwerken geschmückt waren.
Ich war in einem Schloss gelandet.
„Warum hast du uns nie erzählt, dass du in einer riesigen Villa lebst?," fragte ich Sarah später als wir in ihrem geräumigen Zimmer mit eigenem Marmorbad angekommen waren und zusammen unsere Sachen auspackten.
„Ich wollte nicht, dass ihr mich nur mögt, weil meine Eltern viel Geld haben. Deswegen hab ich nie was gesagt und später hat es nie wirklich in ein Gespräch gepasst, da hab ich den Mund gehalten.
Hast du nachher noch Lust schwimmen zu gehen? Unser Garten grenzt an einen kleinen See."
Irgendwie fiel mir dazu gar nichts mehr ein. Sarah war in der Schule immer so bescheiden, sie hatte nie mit teuren Sachen geprotzt oder mit Geld um sich geschmissen. Okay sie hatte immer die besten Federn und einen wahnsinnig guten Kessel, aber ich hatte mir nie etwas dabei gedacht.
.„Ähm..Sarah könntest du mich bitte mal Zwicken?" fragte ich meine Freundin. Diese schaute mich nur fragend an aber und tat wie ihr geheißen, wahrscheinlich dachte sie, dass ich langsam wahnsinnig werde. Ich bin mir ja manchmal selber nicht mehr im klaren darüber ob mein Geisteszustand noch normal ist. Also kann ich damit leben.
„Autsch! Okay, jetzt weiss ich, dass ich nicht träume."
Nach diesem Gespräch hatte ich die coolste Woche meines Lebens, wir gingen fast täglich schwimmen, zum Shoppen nach London, ins Kino oder legten uns einfach nur in den Park und lasen stundenlang Bücher.
Ich dachte so gut wie nie an meine Eltern und meine Schwester, die mich anscheinend nicht mehr haben wollten. Aber wenn ich es tat, tröstete Sarah mich gleich und versprach mir, dass ich noch den UTZ Prüfungen erst einmal bei ihr bleiben konnte, bis ich mich entschlossen hatte ob ich an der magischen Universität studieren wollte oder doch eine Ausbildung bei St. Mungos anfangen würde. Ich konnte gar nicht in Worte fassen wie dankbar ich ihr dafür war.
Auch Mr. Leaf versicherte mir, dass ich jederzeit bei ihnen willkommen war. Er leitete eine berühmte Kette von magischen Restaurants, die über ganz England verteilt waren und war deshalb fast den ganzen Tag unterwegs.
Doch meine Idylle sollte nicht so lange anhalten wie ich gerne wollte. Ungefähr zehn Tage nach unserer ankunft verkündete Mrs. Leaf nämlich beim Frühstück, dass die Potters uns am nächsten Tag zum Abendessen eingeladen hatten.
Mein Bissen blieb mir im hals stecken und Sarah musste mich indem sie mir heftig auf den Rücken schlug vor dem Erstickungstod retten. Woraufhin Mrs. Leaf mir einen sehr besorgten Blick zuwarf. Okay, sie hält mich jetzt auch schon für total gaga, dachte ich. Ich wollte nicht zu den Potters! Was hatte ich nur verbrochen? Die Welt musste mich einfach hassen. Am liebsten würde ich einfach im Haus der Leafs bleiben unter dem Vorwand einer plötzlichen Krankheit dem Essen entkommen. Aber Sarah würde meine Fassade natürlich gleich durchschauen, außerdem war es schon ziemlich unfreundlich.
Also Augen zu und durch Lily, irgendwie wirst du den Abend schon überleben.
Und wenn nicht ist es auch egal, dachte ich als letztes bevor an diesem Abend einschlief mit vollem Optimismus.
Wenn ihr bald ein neues Kapitel lesen wollt, dann hinterlasst mir doch bitte ein Review!
