Kapitel 1: Hoffnungslos
Zwei Tage nach den Ereignissen im Park wurde die gesamte Zaubererschaft durch eine Nachricht im Tagespropheten schockiert.
Harry Potter spurlos verschwunden
Der-Junge-der-lebt ist vor wenigen Tagen
verschwunden. Sowohl der Minister für Zauberei, wie auch Albus
Dumbledore suchen derzeit, mit allen zur Verfügung stehenden
Mitteln, verzweifelt nach ihm. Selbst die Reihen von
ihr-wisst-schon-wem, welcher seit mehreren Wochen schon keinen
Angriff mehr durchgeführt hat, sind auf der Suche nach Harry
Potter. Bis jetzt jedoch ergebnislos.
Doch nicht nur Harry Potter
ist unauffindbar. Auch Draco Malfoy, der Sohn eines berühmten
Todessers, ist seit mehreren Tagen nicht gesehen worden. Sollten
diese beiden ungleichen Jungen miteinander untergetaucht sein?
Stecken vielleicht andere Gefühle als Hass hinter den
jahrelangen Streitereien des Malfoyerben und des Jungen-der-lebt?
Die
besten Freunde von Mister Potter berichteten uns über eine
seltsame Veränderung des jungen Helden. Er soll schon in
Hogwarts mit Mister Malfoy Frieden geschlossen haben und beide Jungen
waren gegen Ende des Schuljahres ausschließlich gemeinsam
anzutreffen.
Sind sie aus Verzweiflung, auf Grund des
Erwartungsdruckes der verschiedenen Seiten, der auf den beiden Jungen
liegt, untergetaucht? Hat dieser Krieg eine junge, eben erwachte
Liebe gefährdet und beide Jungen sahen keinen anderen Ausweg
mehr?
Aber warum werden sie nicht nur von Dumbledore und Fudge,
sondern auch von ihr-wisst-schon-wem gesucht, welcher den Befehl gab,
beide Jungen wohlbehalten zurückzubringen? Steckt vielleicht
mehr dahinter, als unsere Quellen preisgeben, oder gar preisgeben
können? Versucht vielleicht ein neuer dunkler Lord mit der
Entführung von Harry Potter und Draco Malfoy auf sich aufmerksam
zu machen? Sind beide Jungen überhaupt noch am Leben und in
Sicherheit? Hat die Welt der Zauberer noch eine Chance gegen den
dunklen Lord, oder ist alle Hoffung mit dem Jungen-der-lebt
verschwunden?
Ich hoffe ihnen allen bald Antwort auf diese Fragen
geben zu können.
Rita Kimmkorn.
Tiefe Bestürzung breitete sich in der Zaubererschaft aus und mit jedem Tag, der ohne eine positive Nachricht über das Verschwinden von Harry Potter verging, wurde die Lage hoffnungsloser. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis Voldemort wieder angreifen würde und dieses Mal hatten die meisten Zauberer und Hexen keine Kraft mehr, weiter zu kämpfen, denn sie hatten ihre einzige Hoffnung auf den Sieg verloren...
---
"My Lord, die Menschen verlieren
mit jedem Tag der vergeht ihren Kampfgeist. Es wäre ein leichtes
sie jetzt zu besiegen."
Lord Voldemort saß in seiner
menschlichen Gestalt in einem Sessel und achtete gar nicht auf den
Todesser, der neben ihm kniete. Seine blauen Augen spiegelten
Besorgnis wider und ein trauriger Zug lag auf seinem sonst
ebenmäßigem, blassem Gesicht, das von schulterlangen
nachtschwarzen Haaren umrahmt wurde.
Ein Seufzen entrann seiner
Kehle.
"Was weißt du über Atlantis?"
"Der
versunkene Kontinent, My Lord?"
"Ja."
"Es heißt,
er sei ein Mythos, My Lord."
"Er ist kein Mythos. Salazar
Slytherin ist dort aufgewachsen. Ebenso die drei anderen
Gründer."
"My Lord, wenn das stimmt, hätten sie
Hogwarts nie gründen können."
"Doch, denn die
Bewohner von Atlantis kannten das Geheimnis des ewigen Lebens."
"Aber
warum ist er dann verschwunden, My Lord?"
"Ach Severus, das
ist eine lange Geschichte. Zur gegebenen Zeit werde ich sie dir und
den anderen Todessern erzählen. Jetzt müsst ihr euch darauf
konzentrieren Mister Potter und Mister Malfoy zu finden und das
möglichst lebend und bald. Lasst die restliche Bevölkerung
außer Acht. Konzentriert euch nur darauf die Beiden zu finden.
Es ist von größter Wichtigkeit. Du kannst jetzt
gehen."
"Wie ihr wünscht, My Lord.", mit diesen Worten
zog Severus Snape sich verwirrt zurück, noch einen verwunderten
Blick auf seinen Herrn werfend.
"Vater, hast du sie gefunden?",
fragte Riddle in den Raum, kaum dass der Tränkemeister die Tür
geschlossen hatte.
Aus dem Schatten trat ein Mann mit blondem Haar
und tiefblauen Augen.
"Nein, leider nicht. Aber die Natur wird
unruhig. Bald kehrt Atlantis zurück. Die Entscheidung rückt
näher."
"Als du mir die Geschichte zum ersten Mal erzählt
hast, hielt ich es für ein Märchen, aber nun... Vater, was
geschieht, wenn wir sie nicht finden?"
"Sollte Dikares sein
Ziel wirklich erreichen und den Erben daran hindern können, nach
Atlantis zurückzukehren um seinen rechtmäßigen Platz
einzunehmen, dann wird die Erde beben und alles Leben, wie du es
kennst, wird ausgelöscht werden. Sollte es ihm aber gelingen,
den Platz des Erben einzunehmen, wird die Hölle zum reinsten
Erholungsgebiet, im Gegensatz zu seiner Herrschaft. Tom, wir müssen
es den anderen Hexen und Zauberern sagen. Sie haben ein Recht darauf
es zu erfahren."
"Salazar, ich kann es meinen Todessern sagen
und sie werden mir glauben müssen, aber sonst wird niemand diese
Geschichte glauben. Dazu hört es sich zu verrückt an."
"Ich
weiß, mein Sohn. Ich weiß.", seufzte Salazar schwer und
sein Blick richtete sich ebenfalls in die Flammen. "Ich hoffe, der
Erbe schafft es, ebenso wie seine Getreuen."
---
"Ich
will hier raus!!", mit einem Tritt gegen die verschlossene Tür
untermalte Draco seine Forderung.
Gelächter war die
Antwort.
"Draco, lass es. Ich will hier auch raus, aber so
kommen wir nicht weiter.", meinte Harry, der in einer Ecke auf dem
Boden saß und irgendwas vor sich hin kritzelte.
"Sag mal,
was wird das, wenn's fertig wird?", fragte Draco und ging zu dem
Schwarzhaarigen hin.
"Ein Plan."
"Wofür?"
"Zur
Flucht."
"Und wie?"
"Du kennst doch Kasura."
"Die
Schlange, die hier gehaust hat?"
"Genau die. Sie durchkämmt
zur Zeit das Gebäude und berichtet mir alles. Wachablösungen,
Geheimgänge, Ausgang, Wachenstärke und so weiter. Aus den
ganzen Informationen, die sie mir bringt, hab ich den Plan
entworfen."
"Und was bringt uns das, wenn wir nicht
rauskommen?"
"Schon mal was von Animagus gehört?"
"Klar,
und?"
"Ganz einfach. Wenn wir es schaffen uns in irgendetwas
schnelles und wendiges zu verwandeln, könnten wir bei unserer
Essensausgabe abhauen. Wenn die Wachen unsere Verwandlungsversuche
nicht mitbekommen, ist die Überraschung auf unserer Seite, somit
hätten wir eine Möglichkeit zur Flucht."
"Warum bin
ich nicht selbst drauf gekommen?", meinte Draco resignierend.
"Weil
du damit beschäftigt warst zu toben.", grinste Harry seinen
Mitgefangenen an.
"Ja, ja. Plan du weiter, ich lenk die Wachen
ab. Ich glaub die wundern sich schon, das ich aufgehört hab zu
toben.", meinte Draco und drehte sich wieder zur Tür.
