Disclaimer:

Alle bekannten Personen, Orte etc. gehören natürlich JKR.

Zu mir gehört lediglich der „Zeitsprung" sowie Sina, Lena und Tina/Temptation.

A/N: Weiter geht's, Hogwarts kommt in Sicht Antworten auf Reviews kommen in Zukunft ganz unten!

Lena war schockiert und radelte eine Minute später zu Sinas Haus.

Diese begrüßte sie überschwänglich und zog sie sogleich in ihr Zimmer und fing an zu plappern.

„Jetzt kann ich ihn besuchen, „live" sehen, mit ihm sprechen, ich…"

„Sina! Weißt du denn nicht, was du da gemacht hast? Du hast eine Zeitreise gemacht! Ins Jahr… lass' mich überlegen… 1995! Das... da… Sina, das geht doch nicht!"

„Aber… das ist doch wunderbar!", rief Sina mit leuchtenden Augen. „Ich… das habe ich mir sooo gewünscht! Und es ist Wirklichkeit geworden! Weißt du was, Len? Morgen geh' ich da wieder hin – und dann red' ich mit Harry, Ron und Hermine. Vielleicht kann ich ja sogar in den Unterricht gehen und… komm' doch mit!"

Lena sah sie kritisch an.

„Nicht, dass das keine Versuchung wäre… ich würde unglaublich gerne allen Figuren der Geschichte mal… so begegnen, aber – ganz ehrlich – ist das nicht ein bisschen gefährlich? Wie sollten denn Muggel wie wir auf das Gelände gekommen sein? Wer zum Teufel sind wir, die alle Leute dort kennen, Zaubersprüche können – und vor allem wissen, was denen dort noch so alles bevorsteht!"

Sina nickte, doch sie hatte schon die nächste Idee – die dann auch Lena ein begeistertes Lächeln entlockte: Sie würden sich eine hieb- und stichfeste Geschichte ausdenken, wer sie waren, wo sie herkamen und was sie in Hogwarts wollten – und dann… dann konnten sie eine Weile echte Hexen sein!

Tagelang planten die beiden, bis sie sich schließlich an einem Samstagabend in selbstgenähte Umhänge gehüllt zusammen auf Sinas Bett saßen, „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" auf dem Schoß.

„Okay", flüsterte Lena.

Sina sah sie etwas beklommen an.

„Dann lass' uns mal losgehen", murmelte sie tonlos.

„Hierhin!", beschworen die beiden und deuteten auf eine Stelle am Anfang des siebten Bandes, die in der Winkelgasse spielte.

Kalte Dunkelheit umfing die beiden, als sie um Punkt 20:20:20 in der verlassenen Straße landeten. Sina wickelte ihren Umhang fester um sich, sie zitterte.

„Wir… hätten vielleicht etwas früher kommen sollen", meinte sie bibbernd. „Ollivander ist schon entführt worden!"

„Tatsächlich…", murmelte Lena bedrückt. „Na, dann hoffen wir doch mal, dass unsere selbstgebastelten Zauberstäbe funktionieren – was ich, ehrlich gesagt, bezweifle…"

Vorsichtig zog Sina ihren kurzen, hellen „Zauberstab" unter ihrem Umhang hervor.

Lumos!", flüsterte sie – und an der Spitze des Stabes erschien ein helles Licht.

„Wow!", rief Lena begeistert und entzündete ihren eigenen. Die Magie der Geschichte, der Welt, in der sie gelandet waren, machte sie zu richtigen Hexen. Dann musste auch ihre Herkunftsgeschichte für die Leute hier glaubhaft sein.

Langsam schlenderten die beiden durch die Düsternis. Auf einmal sah Sina ein paar Eulen auf einem Zaun sitzen.

„Zeit für die Briefe", meinte sie und band zwei Eulen je eine Pergamentrolle an die Beine. „Zum Direktor von Hogwarts!", befahl sie den Vögeln. Noch lange sah sie den Tieren nach, als diese schon längst in der Nacht verschwunden waren.

„Na, hoffen wir mal, dass es klappt… Gehen wir doch in den Tropfenden Kessel und mieten uns ein Zimmer für die letzten Tage!", schlug Lena vor.

Die beiden machten sich auf den Weg und lagen wenige Minuten später erschöpft auf ihren Betten.

„Hoffentlich kommt morgen früh eine Antwort, sonst sind wir geliefert", sagte Lena und klang nicht sehr hoffnungsvoll.

Sina nickte nur. Sie fand das alles immer noch viel zu aufregend, um sich Gedanken über mögliche Gefahren zu machen. Doch trotzdem fragte sie: „Weiß sonst noch jemand davon?"

Lena zögerte ein bisschen. „Temptation. Ich hab' sie um Rat gefragt… deswegen…"

„Und sie wollte nicht mit?", erkundigte Sina sich überrascht.

Ihre Freundin schüttelte den Kopf. „Sie fand es ein bisschen unheimlich, weißt du…"

Wieder nickte Sina. Sie konnte Tina gut verstehen, ihr selber war ja nun auch nicht alles wirklich geheuer…

Ein leises Tocken am Fenster weckte die Mädchen am nächsten Morgen. Die zwei Eulen waren zurück.

„Ja! Wir haben die Erlaubnis!", rief Sina glücklich, als sie das Siegel zerbrach und anfing, den Brief zu lesen. „Die Bücher werden uns zu Verfügung gestellt – sie glauben unsere Geschichte!"

Auch Lena war nun total begeistert und tanzte im Zimmer herum.

„Wow, ich kann's gar nicht mehr erwarten, endlich da zu sein!", jubelte sie.

Die Tage bis zum 1. September vergingen rasch und Sina und Lena versuchten, sich möglichst nicht zu oft in der Öffentlichkeit zu zeigen, falls sie dringend wegmussten, sollten sie nicht zu viele Leute gesehen haben. Seit sie ihre Bestätigungen für das Schuljahr in Hogwarts hatten, bereiteten sich die beiden unablässig auf den Unterricht vor. Bald beherrschte Sina sogar die Flüche aus dem Zaubertrankbuch des Halbblutprinzen.

„Meine Liebe, du wirst mir ein bisschen unheimlich!", verkündete Lena am 31. August, einen Tag vor der Abfahrt. „Was sollen die denn denken, wenn du ins Schloss marschierst und jemandem den Sectumsempra auf den Hals jagst?"

Sina ließ ihren Zauberstab sinken.

„Ich mach' es ja nur im Notfall…"

Lena guckte sie grimmig an und packte weiter ihre Klamotten in einen schäbigen, alten Koffer.

Doch am nächsten Tag schien aller Groll vergessen: Nervös machten sich Lena und Sina auf zum Bahnhof King's Cross.

„Da!", rief Sina. „Da müssen wir durch."

Sie standen vor der Wand zwischen Gleis 9 und 10.

„Also, ab jetzt sind wir nicht mehr Sina und Lena, du bist Siria Lesley Brown…"

„… und du Sayda Sidea Shevell, aber die Leute in Hogwarts kennen nur Sayda", beendete Lena den Satz. „Ich weiß. Übrigens ein seltsamer Name."

Sina nickte gehässig, dann holte sie tief Luft und lehnte sich durch die Mauer – und landete erleichtert auf Gleis 9 ¾. Auch Lena tauchte wohlbehalten auf. Der knallrote Hogwarts Express war schon fast abfahrbereit und die beiden stiegen schnell ein. Sie setzten sich in ein eigenes Abteil und versuchten, möglichst nicht aufzufallen – was durch ihre seltsamen Umhängen natürlich etwas erschwert wurde. Neugierig glotzten alteingesessene Hogwartsianer durch die Scheibe der Tür und wunderten sich über ihre Aufmachung. Sogar die Hexe mit dem Nasch-Wagen starrte sie mit unglaublichem Interesse an. Sina lächelte gewinnend und kaufte eine Packung Schoko-Frösche.

„Isch hob Dombledo", berichtete sie kauend. „Un wen hasch du?"

Lena blickte von ihrer Schokofroschkarte auf.

„Severus Snape."

Sina verschluckte sich und hustete.

„Was?", keuchte sie. „Er ist auf den Schokofroschkarten?"

„Sieht ganz danach aus", meinte Lena ohne eine Miene zu verziehen.

„Kann ich mal haben?", fragte Sina und streckte ihre Hand aus.

„Bitte. Von mir aus kannste ihn auch behalten, der is' mir sowieso gruselig…"

Begeistert steckte Sina die Karte ein. Das war doch mal ein guter Anfang!

Auf einmal wurde die Tür des Abteils aufgerissen und Draco Malfoy kam hinein marschiert – wie immer gefolgt von Crabbe und Goyle.

„Hallo! Man erzählt sich im ganzen Zug, dass hier zwei ungewöhnlich gekleidete junge Damen sitzen." Er grinste leicht spöttisch. „Ich bin Malfoy, Draco Malfoy, das sind Crabbe und Goyle. Und mit wem habe ich die Ehre?"

„Sayda Shevell", meinte Sina lächelnd, stand auf und schüttelte Draco die Hand. „Und das ist meine Freundin Siria. Siria Brown."

„Hi", brachte nun auch Lena hervor und ein Hauch von einem Lächeln huschte über ihr Gesicht.

„Wollt ihr euch vielleicht ein bisschen mit zu uns setzen?", fragte Sina nun. „Wir haben auch ganz herrliche Schoko-Frösche." Sie lachte fröhlich.

„Nun…" Malfoy schien ein wenig überrascht über Sinas, oder besser gesagt, Saydas offene Art. „Nun… ich denke, wir machen uns mal fertig zum Aussteigen..." Damit winkte er seinen Kumpels und verließ das Abteil.

Sina jauchzte vor Vergnügen. „Dem hab' ich's aber gezeigt!"

Lena lächelte gequält. Ihre Freundin schien schon fast wirklich zur Geschichte zu gehören.

Als der Hogwarts Express in Hogsmeade einfuhr, packte Sina schnell ihre Sachen und hechtete zur Tür.

„Los, Lena, äh, ich meine Siria! Ich will unbedingt noch einen Blick auf Hagrid erhaschen!"

Hagrid. An den hatte Lena gar nicht mehr gedacht.

„Erstklässler zu mir!", dröhnte eine tiefe Stimme.

„Wow! Der ist ja wirklich so riesig!", flüsterte Sina aufgeregt neben Lenas Ohr. „Wahnsinn!"

Langsam wurden die beiden von der Menge zu den Kutschen gedrängt.

Sina schauderte. Die Kutschen waren tatsächlich führerlos – für sie. Ob Lena die Thestrale sehen konnte? Prüfend blickte Sina ihre Freundin von der Seite her an, doch die verzog wieder mal keine Miene und wirkte völlig unbeteiligt. Während der Fahrt zum Schloss sprach sie auch nichts – aber Sina unterhielt sich blendend mit Draco Malfoy und Pansy Parkinson, die auch mit in der Kutsche saßen.

Endlich angekommen hasteten Sina und Lena zur Großen Halle, doch vorher wurden sie von der streng dreinblickenden Hexe abgefangen – es war keine andere als Minerva McGonagall.

„Miss Shevell und Miss Brown?", stellte sie mehr fest, als dass sie fragte. „Sie kommen bitte mit, es wird auch für Sie eine Einführungszeremonie geben."

Sina fröstelte, als sie die kleine Kammer neben der Großen Halle betrat – und sich mitten unter einem Haufen verängstigter 10- und 11-Jähriger befand.

„Na super! Wetten, die setzt uns den Sprechenden Hut auf?", raunte Sina Lena zu.

Diese zuckte bloß mit den Schultern.

Schließlich wurden die neuen Erstklässler in die Halle geholt; Sina und Lena mussten noch eine Weile zurückbleiben, doch dann winkte Professor McGonagall sie herein.

„Dieses Jahr haben wir auch noch zwei neue Schülerinnen. Sie kommen aus den USA und werden die 7. Klasse besuchen. Die Einführungszeremonie wird sich nicht wesentlich von der der Erstklässler unterscheiden.

Brown, Siria!"

Getuschel in der ganzen Halle.

Vorsichtig ließ sich Siria auf dem Stuhl nieder und hockte sich den Hut auf den Kopf. Jetzt war sie endgültig in ihrer neuen Identität angelangt.

„Hmmm… Ein bisschen alt schon für sowas, hm?", fragte der Hut und lachte – soweit man das bei einem Hut sagen konnte. „Egal… Du bist sehr klug... und vorsichtig… Ich glaube… ja, ich glaube ich schicke dich nach RAVENCLAW!"

Siria stand schnell auf und ging auf den Ravenclaw-Tisch zu. Hoffentlich beeilte sich der Hut mit Sina!

„Shevell, Sayda!", rief Professor McGonagall.

Sayda trat vor und setzte sich auf den Hocker, während sie sich den Hut überzog.

„Ja, ja…", raunte der Hut. „Intelligent bist du und du verfolgst deine Ziele. Du kannst dich durchsetzen, du bist dir deinen Fähigkeiten bewusst und wirst sie, wenn nötig, einsetzen. Ja… Ich glaube, du bist eine richtige SLYTHERIN!"

Geschockt blickte Siria zu Sayda. Slytherin? Das war ja wohl das letzte!

Hastig schlug Sayda ihren Umhang zurück und schritt rasch zu den Slytherins. Ein spitzbübisches Lächeln huschte ihr übers Gesicht.

Nach dem Essen fing Siria Sayda ab. „Sina! Wie konnte das passieren! Wie…", rief sie verzweifelt.

„Erstmal", zischte Sayda, „heiße ich Sayda. Und außerdem ist es doch egal, in welchem Haus wir sind, wir haben doch sonst den halben Tag Zeit, was miteinander zu machen!"

„Sayda? Kommst du, ich zeig' dir den Schlafsaal!", rief Pansy Parkinson ihr zu.

„Ja, ich komme gleich!

Wirklich, Siria!", sagte sie und senkte die Stimme. „Wir haben doch mehr als genug Zeit! Gute Nacht!"

„Diese Siria…", fragte Pansy sie, als sie gemeinsam in die Kerker hinabstiegen. „Ist das etwa eine Freundin von dir?"

„Ja, sogar meine beste Freundin, sozusagen. Wir sind schon immer zusammen gewesen, in der Schule… und davor auch schon."

„Ist sie… ich meine, sie ist eine Ravenclaw, wie kommt das?"

„Na ja, sie ist nur ein wenig schüchtern und läuft eher weg als zu kämpfen, sonst wäre sie wohl auch eine Slytherin geworden." Sayda lächelte.

Pansy zog die Mundwinkel hoch und winkte sie weiter.

Sayda hielt Ausschau nach Professor Snape – bis ihr siedend heiß einfiel, dass der ehemalige Zaubertranklehrer jetzt ja Schulleiter war und sich eher selten hier blicken lassen würde. Eine Welle der Enttäuschung überrollte sie, doch sie versuchte, sich nichts anmerken zu lassen.

Im Schlafsaal angekommen schlüpfte Sayda flink in ihr Nachthemd und kuschelte sich in die weichen Kissen. Unglaublich. Sie war tatsächlich da. Hier. Mitten in der Geschichte.

jayc – Dankeschön, mein allererstes Review! Ich werde 1-2 x pro Woche updaten, je nachdem wie ich Zeit habe mit Schule und allem