Als Seven wieder in der Astrometrie war meldete sie sich bei Naomi und überbrachte ihr die gute Nachricht. Die Halb-Ktarianerin war überglücklich und konnte es schon gar nicht mehr abwarten Icheb alles zu erzählen.
Endlich war es dann 18 Uhr und die beiden saßen an einem Randtisch im Casino und Naomi erzählte ihm von ihrem Glück.
"Das ist wundervoll, Naomi", sagte Icheb anerkennend und blickte das Mädchen musternd an. Ihre Wangen waren vor Aufregung zartrosa und ihre Augen funkelten nur so. Er liebte einfach alles an ihr, ihre Haare, ihren Scharfsinn, das Gesicht, die Augen, ihre Art und vor allem ihre Herzlichkeit.
"Icheb?", hörte er seinen Namen und wurde sich dann bewußt, daß er ihr gar nicht zugehört hatte, so versunken war er in ihrem Anblick.
"Entschuldige bitte, ich war abgelenkt", erklärte er.
"Ich wollte nur wissen, was wir auf dem Holodeck machen werden", wiederholte sie für ihn die Frage.
"Nun, angesichts Deines Erfolges müssen wir das auch ein wenig feiern, findest Du nicht?", fragte er mit einem kleinen Lächeln.
Naomi liebte dieses Lächeln. Es schien immer nur für sie bestimmt zu sein und im allgemeinen war Icheb in den ganzen Jahren auf der Voyager viel lockerer geworden. Im Stillen hoffte sie immer, daß er sie eines Tages in einem anderen Licht sehen würde und nicht nur immer als kleines Mädchen in komischen Kleidern, das mit ihm ein Genetik-Puzzle löst und Kadiskot spielt.
"Hast Du ein passendes Programm?", fragte sie dann neugierig.
"Ich denke schon, eigentlich wollte ich es Dir später zeigen, aber da es gerade so paßt... wenn Du fertig bist, dann können wir gehen."
Naomi schob ihren Teller beiseite. "Ich bin fertig", sagte sie dann und stand auf.
Icheb erhob sich ebenfalls und gemeinsam gingen sie zum Holodeck.
Als sie ankamen startete Icheb das Programm und bevor sie eintraten sagte er noch: "Ich habe ein kleines Zusatzprogramm geschrieben, unsere Kleidung betreffend. Ich hoffe, Du bist damit einverstanden. Wenn es Dir nicht gefällt kannst Du es jederzeit ändern."
Naomi war überaus gespannt was den Kleidergeschmack des Borgjungen anging und meinte nur: "Ich laß mich überraschen."
Icheb grinste und sagte dann: "Computer, beim Betreten Zusatzprogramm Icheb 3 laden."
"Programm geladen, Sie können eintreten."
Die Türen öffneten sich und Naomi blieb vor Staunen der Mund offen. Icheb hatte einen riesigen Tanzsaal erschaffen, in dem schon einige Pärchen auf der Tanzfläche herumwirbelten, die Musik war genau nach Naomis Geschmack und an der Seite war eine Live Band.
"Wow!", brachte sie nur heraus und betrat mit Icheb das Holodeck. Kaum hatten sich die Türen hinter ihr geschlossen veränderte der Computer ihre Kleidung. Icheb trug nun eine schwarze Jeans und ein schwarzes Hemd, während Naomi ein knielanges Kleid in hellgrün trug, mit einem weitschwingenden Rock und einem tiefen Rücken- und Dekolletéausschnitt.
Icheb musterte sie verstohlen und sein Herz schlug etwas schneller. Sie war noch schöner als in seiner Vorstellung.
"Gefällt es Dir?", fragte er.
Das Mädchen nickte. "Und ob! Damit hätte ich ja nie gerechnet, Du bist einfach toll!"
Und dann drückte sie ihm einen Kuß auf die Wange, bevor sie noch richtig darüber nachdenken konnte. Icheb starrte sie völlig überrascht an und konnte gar nicht glauben, was gerade geschehen war. Naomi schien in diesem Moment bewußt zu werden, was sie getan hatte und der Schreck stand ihr ins Gesicht geschrieben. Schnell trat sie einen Schritt von ihm weg und stammelte: "Ich wollte nicht... ich meine... es... es tut mir leid, Icheb." Verlegen schaute sie nach unten und nestelte an ihren Händen herum.
Plötzlich spürte sie, wie ihr Kinn sanft nach oben gedrückt wurde und schaute direkt in Ichebs grüne Augen. Sie konnte seinen Blick nicht richtig deuten, aber verärgert war er keinesfalls, viel mehr sah sie dort Verlangen...
Sie verlor sich in seinem Blick und sie vergaß alles um sich herum.
Langsam kam er näher und dann küßte er sie vorsichtig. Naomis Gehirn konnte nicht verarbeiten, was endlich passierte war, aber ihr Herz war zum Glück bei der Sache. Sie erwiderte den Kuß nur zu gerne und fand sich in Ichebs Armen wieder.
Als sie sich wieder voneinander gelöst hatten schauten sie sich in die Augen. Icheb lächelte und dann sagte er: "Das hättest Du auch schon viel früher machen können..."
Naomi starrte ihn verblüfft an und sagte dann, ebenfalls mit einem Lächeln: "Dasselbe könnte ich Dir sagen. Aber wichtig ist nur, daß Du es getan hast, Icheb."
Sie schmiegte sich in seine Arme und er hielt sie fest, küßte ihre Haare und raunte in ihr Ohr: "Ich habe davon geträumt."
Sie drückte seine Hand und meinte nur: "Und ich habe davon geträumt, seit ich Dich zum ersten Mal gesehen habe. Aber Du hast mich immer nur als kleines Kind gesehen."
"Schon lange nicht mehr, aber ich wußte nicht, ob Du an mir interessiert bist."
"Warum glaubst Du, war ich so oft in der Astrometrie? Sicher nicht um Seven zu helfen", sagte sie verschmitzt.
Icheb hob eine Augenbraue. "Das ist wirklich schon lange..." Er küßte sie noch einmal und machte dann mit dem Kopf einen Schlenker zur Tanzfläche. "Darf ich bitten?"
"Mit dem größen Vergnügen." Naomi hakte sich bei ihm unter und ließ sich auf die Tanzfläche führen.
Am nächsten Morgen erwachte Naomi mit einem Lächeln. Sofort kam ihr der gestrige Abend wieder ins Gedächtnis und ein Glücksgefühl durchströmte sie. Sie hatten fast den ganzen Abend bis spät in die Nacht getanzt und anschließend hatte Icheb sie zu ihrem Quartier begleitet. Ganz gentlemanlike hatte er sie nur noch einmal geküßt und war nicht mit hereingekommen, sondern hatte sich an der Tür noch verabschiedet.
Noch nicht mit reingekommen..., korrigierte sich Naomi. Genauso wie er wollte sie nichts überstürzen, aber andererseits hatte sie auch schon lange genug gewartet. Doch vorher hieß es erst einmal auf diese Außenmission zu gehen, auf die sie sich wirklich schon freute.
Ein Blick auf das Chronometer sagte ihr, daß sie sich allmählich fertig machen sollte.
Sie stieg aus dem Bett und ging dann erst einmal duschen.
