A/N: selbstverständlich wird wieder jeden zweiten Tag geupdatet, schließlich wollen wir die Story noch vor Weihnachten in Sack und Pack haben, richtig?! Wie auch schon GSI: Hogwarts ist es eine Shortstory, allerdings mit 6 Kapiteln.

Ich bin für alle Spekulationen in Bezug auf den Mörder offen, aber bitte per mail, nicht in einer Review. Wir wollen ja nicht den anderen den Spaß verderben, falls ich wieder zu klar auf das Offensichtliche hinweise.

Illing: du kannst ja schön singen, kleiner Rabe… (nimmt unauffällig die Ohrstöpsel wieder aus den Ohren). Also, was die kleine Komplikation mit Snapes Verhaftung angeht, denke ich, dass Hermione das Problem heute lösen wird. Und der Mörder… du weißt doch, der Mörder ist immer der Gärtner!

Gaia: was denkst du denn von mir? Ich habe doch den Zauberstab da nicht hingelegt! Kat, ja… ich denke schon, dass sie gewisse Ähnlichkeiten mit einer gewissen Person hat, die einige von uns recht gut kennen…

Simba: ha, du hattest es definitiv verdient, für all die schönen Sachen, die du so für mich machst – da ich künstlerisch völlig unbegabt bin, muss ich mich halt so revanchieren. Danke fürs Kraulen…

SeverusHermioneSnape: also, ich werde mich bemühen, die Story auch weiterhin spannend zu halten, obwohl ich gleich vorwarnen muss, dass dieses Kapitel nicht erhellend sein wird und lediglich gewisse Dinge wieder gerade rückt…

Cura: …hopst Cura auf den Rücken… schön, dass du wieder dabei bist! Also gefalle ich dir als Nikolaus? …grinst wie die Cheshirekatze… und klar ist auf Hermione Verlass, die kann doch ihren Tränkemeister nicht einfach im Stich lassen!

Schneckenpatin: du siehst mich – nein, tust du nicht – aber angenommen, du tätest es, würdest du mich ebenfalls mit einem zweifachen Grinsen ringsherum um den rot angelaufen Kopf sehen… :D

sweetblackcherry: ja, ich gebe zu, ich wollte die Story eigentlich Ende November starten, aber mein Rudel hat mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht – Beschwerdeheuler also eulenwendend ans Rudel!

Boomshaker41: hey, du setzt mich ja ganz schön unter Druck! Aber ich hoffe mal, dass auch diese Story dir gefallen wird und wenn nicht, gelobe ich bereits jetzt Besserung! :D

Metadin: ehrlich gesagt, funken tut es zwischen den beiden noch nicht wirklich, aber beide sind interessiert genug aneinander, um sich wirklich um eine Freundschaft zu bemühen. Und du hast völlig Recht, Severus wäre der letzte, der aus emotionalen Erwägungen einen Mord beginge.

Patricia79: …biggrin… ja, so bin ich: hinterhältig und gemein und slytherin und tue nie das, was man erwartet! Aber das wird dich hoffentlich nicht stören, oder?

Pantherchen: Anatols Auftritt als Gastspiel zu bezeichnen finde ich ja mal wirklich zynisch… lach… ja, der Prozess geht schon fix, allerdings darf man nicht vergessen, dass Sev nicht wirklich beliebt ist in der Zaubererwelt – viele nehmen ihm den Tod von Dumbledore noch immer übel, egal, welche Motivation dahinter stand. Erklär mir mal den Begriff killefitti… der hat mich schon vom Hocker geworfen! Was den Ohrring und Dreitagebart angeht… wenn es von unserer Bastelqueen so ein Bild gäbe… ich würde ja aus dem Sabbern nicht mehr rauskommen!

Sepsis: und du auch wieder hier! …knuddelt Sepsis zu Boden… hm, also echt? Du hast das Ende nicht vorausgesehen? Dann bist du wohl mit Trelawney verwandt? (fg!) Pöse attack, gans pöse! Aber zumindest bin ich froh, dass du nicht Severus für den Täter hältst!

Hexchen: wow, das ist mal ein Lob! Danke! Aber weißt du was, ich besitze tatsächlich schon ein paar Bücher mit meinen Stories, mein Rudel hat sie mir zum Geburtstag geschenkt und ich bin eitel genug, da sehr stolz drauf zu sein…

Alandra311: Cliff? Ich? Da täuscht du dich bestimmt, ich baue doch keine Cliffhanger ein! Und wenn, dann bestimmt völlig unbeabsichtigt! …nickt ernsthaft… und keine Angst, ich update so schnell, dass wir alle Weihnachten Zeit haben, meinen fluffigen Weihnachts-OS zu lesen…:D (…völlig unauffällig schnelle Eigenwerbung einschiebt…)

Kiriani Slytherin: das Kompliment ging runter wie Öl und macht mich auch ein bisschen stolz. Ja, Hermione wird ihn schon rausboxen, schließlich müssen die beiden erneute Granger-Snape-Investigations aufnehmen, oder? Und du hast natürlich Recht – Severus ist zwar in der Lage zu töten, aber niemals aus einer so hochemotionalen Reaktion heraus.

Caro: doch, doch… das kann ich – an dieser Stelle aufhören! Weil ich gemein und hinterhältig und Slytherin bin! Und außerdem bin ich noch gemeiner und beantworte dir keine einzige Frage… aber immerhin bin ich nett genug, schnell zu updaten, das ist doch schon mal was, ja? …fg

Sophia: dass es so „lange" gedauert hat, ist definitiv nicht meine Schuld! (Ich bin grundsätzlich unschuldig!) Aber wenn mein Rudel mir eine Goose-Aufgabe nach der anderen anhängt, komme ich eben nicht dazu, an den Sachen zu schreiben, die ich eigentlich schreiben wollte…

Majin Micha: …springt MM auf den Rücken und knuddelt sie so lange, bis sie keine Luft mehr kriegt… 1. Danke! 2. Der Mörder ist immer der Gärtner! 3. Och, die nehmen sich beide nix, nur dass Malfoy das Glück hat, noch zu leben. 4. Wie schön, dass du wieder dabei bist!

Cornelius67: schön, auch dich wieder zu sehen! Klamottenkiste, hm? Na ja, ich stelle mir die Zaubererwelt auf gewisse Weise immer extrem altmodisch oder gar höfisch vor, ich weiß auch nicht, warum. Aber ich fürchte, ihr müsst unter diesen Einfällen halt leiden… Hermione wird unseren ZTM schon rausboxen, keine Angst!

July26: ich glaube nicht, dass ich dich mit diesem Kapitel enttäuschen werde, wenn du so auf Hermione tippst, dass sie seine Unschuld beweist. Ganz ehrlich – allein wäre er aus der Sache nicht mehr raus gekommen!

Das 2. Kapitel widme ich meinem Illing, die gleichzeitig auch mein FCB und meine Medibeta und überhaupt und sowieso ist!!!!!!!!

SSHGSSHG

2. Kapitel

Zwei Auroren führten Snape zwischen sich mit nach vorn. Ein Raunen ging durch die Zuschauer, denn der Tränkemeister trug magische Fesseln um seine Handgelenke, und die Auroren hatten ihre Zauberstäbe auf ihn gerichtet. Es war klar ersichtlich, dass sie ihn als außerordentlich gefährlich einschätzten.

Richter Rick Durbin wartete, bis wieder Ruhe eingekehrt war, um ohne einen Sonoruszauber sprechen zu können. Er beugte sich nach vorn und musterte den Angeklagten. Das Gesicht des großen Mannes war völlig unbewegt, die schwarzen Augen kalt und ausdruckslos. Seine hohe Gestalt war gerade und stolz aufgerichtet.

„Sie sind der Tränkemeister Severus Snape?", begann Durbin mit der üblichen Einleitung.

„Ja", bestätigte der dunkle Mann knapp.

„Sie werden des Mordes an dem Studenten Anatol Moley beschuldigt. Geben Sie diese Tat zu?"

„Nein", kam die schlichte Antwort.

Unwilliges Murren erschallte von den Rängen der Anwesenden und auch viele der Beisitzer verzogen voller Abscheu den Mund.

„Es war Ihr Zauberstab, der bei dem Opfer gefunden wurde, und aus eben diesem Zauberstab wurde der Unverzeihliche Fluch geschleudert. Wer außer dem Besitzer dieses Zauberstabes könnte wohl solch einen Hass und schwarze Magie verinnerlicht haben, um diesen Fluch zu beherrschen?"

„Ich schlage vor, Sie suchen nach solch einem anderen Zauberer", sagte Snape kalt. „Denn ich habe den Jungen nicht ermordet."

„Natürlich nicht", erwiderte Durbin höhnisch. „Genauso wenig, wie Sie Albus Dumbledore umgebracht haben."

Das Gesicht des Tränkemeisters wurde aschfahl. „Ich habe Dumbledore getötet, aber ich habe Moley nicht umgebracht", sagte er und zum ersten Mal war eine emotionale Reaktion ersichtlich. „Wieso befragen Sie mich nicht einfach unter dem Einfluss von Veritasserum?"

Der Richter wühlte in einigen Pergamenten und förderte schließlich eines hervor. „Severus Snape (40)", las er laut vor. „Einer der bedeutendsten, wenn nicht gar der bedeutendste Tränkemeister Großbritanniens. Verfasser unzähliger Abhandlungen, Erfinder dutzender neuer Tränke, Wissenschaftler. So steht es unter anderem im Who is Who der magischen Gemeinschaft. Und eben dieser Tränkemeister schlägt mir vor, ihn unter dem Einfluss eines Trankes zu befragen. Guter Mann, wer sagt mir denn, dass Sie nicht längst einen Trank erfunden haben, der die Wirkung des Veritasserums aufhebt?"

„Es gibt keinen Trank, der die Wirkung von Veritasserum aufhebt!", bellte Snape. „Aber wenn Sie mir nicht glauben, dann holen Sie einen Legilimentiker des Ministeriums und lassen ihn in meinen Geist eindringen!"

„Ich habe fast geahnt, dass Sie das sagen würden", antwortete Durbin und lächelte selbstgefällig. Er erhob seine Stimme, damit auch wirklich alle Anwesenden hörten, was er zu sagen hatte. „Zufälligerweise kommt auch dieser Vorschlag von dem Mann, der bekanntermaßen ein Meister des Legilimens und der Okklumentik ist, und der jahrelang diese Künste sogar gegen den Dunklen Lord selbst praktiziert hat!"

Es kam zu einem kurzen Aufruhr im Saal, als die Zuschauer – die meisten von ihnen Studenten der Londoner Universität und deren Professoren – über diese Tatsache in Diskussionen ausbrachen.

„Ruhe!", forderte der Richter, konnte sich jedoch kaum ein Grinsen verkneifen. Zufrieden strich er sich erst durch seine grauen Haare, dann über seinen ansehnlichen Bauch. „Fassen wir also zusammen: Professor Snape hatte einen Tag vorher eine Auseinandersetzung mit Anatol Moley, in der er ihn sogar körperlich misshandelte. Plötzlich wird besagter Moley tot aufgefunden; der Zauberstab, das Mittel zum Mord, direkt neben sich. Dieser Zauberstab gehört Professor Snape. Wollen Sie noch immer abstreiten, der Täter zu sein?"

„Ja, das tue ich", antwortete Snape langsam.

„Und wie erklären Sie die Tatsache, dass Ihr Zauberstab neben dem Opfer gefunden wurde?"

Der Tränkemeister zuckte mit den Schultern. „Ich vermisste ihn seit dem Mittag, hatte aber noch nicht die Zeit gefunden, seinem Verbleib nachzuforschen. Sie glauben doch nicht wirklich, dass ich so dumm gewesen wäre, meinen Zauberstab neben meinem Opfer liegen zu lassen, oder?"

Triumphierend richtete Durbin seinen Zeigefinger auf ihn. „Und genau darauf haben Sie spekuliert, nicht wahr? Dass wir nicht glauben könnten, dass ein so gerissener Bursche wie Sie solch einen kapitalen Fehler macht. Sozusagen eine doppelte Irreführung. Aber Sie irren sich. Wir haben Sie durchschaut. Das war in der Tat ein cleverer Schachzug von Ihnen, aber andererseits so clever auch wieder nicht. Die Zeiten des Dunklen Lords sind vorbei. Schwarzmagische Zauberer, die mit Unverzeihlichen Flüchen um sich werfen, gibt es nicht mehr. Sie haben sich verspekuliert!"

Ein höhnisches Lächeln kroch über sein Gesicht. „Diesmal werden Sie Ihrer gerechten Strafe nicht entkommen, Snape. Dieses Gericht wird Sie verurteilen und nach Askaban senden, wo Sie längst hätten sitzen sollen! Natürlich gäbe es noch eine Chance für Sie… Jemand müsste sich bereit erklären, einen Iuratum Vitale für Sie zu schwören – aber wer sollte so dumm sein, sein Leben für einen Mörder zu riskieren? Niemand wird dieses Mal Ihren Kopf aus der Schlinge ziehen!"

„Sie irren sich, Richter Durbin!" Eine sonorusverstärkte, energische Stimme ließ den gesamten Saal aufschrecken. Hermione Granger erhob sich von ihrem Platz und lief leichtfüßig die Treppen herunter, bis sie direkt vor dem Zeugenstand angekommen war. Sie beendete den Sonorus, sprach jedoch so deutlich weiter, dass sie trotzdem von allen Seiten verstanden werden konnte.

„Ich werde den Lebenseid schwören!"

Tumultartige Ausbrüche auf den Rängen waren die Folge. Selbstverständlich kannte jeder Hermione Granger, die berühmteste Freundin von Harry Potter, Kriegsheldin und beste Absolventin von Hogwarts.

Noch immer war sie in den Medien regelmäßig präsent, und besonders jetzt, zu einer Zeit, in der ansonsten nicht viel passierte, sorgten Berichte über ihr nicht vorhandenes Liebesleben mit Ron Weasley gern für die eine oder andere Schlagzeile. Die Hexenwoche hatte gerade in der letzten Ausgabe über die Verlobung Weasleys mit der französischen Brandmagierin Melinda Redadore spekuliert und dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu ihr detailgerecht zelebriert.

„Miss Granger!", keuchte so auch Richter Durbin entsetzt. „Sie können doch nicht… Sie werden doch nicht…"

„Doch", sagte sie fest, obwohl sich ihr Gesicht mit einer tiefen Röte bedeckte. „Ich kann und ich werde. Professor Snape ist kein Mörder, war es nie. Ich werde für ihn bezeugen!"

„Nein!", fauchte Snape überraschend. „Das werden Sie nicht! Ich fordere, dass die Zeugin abgelehnt wird!"

„Sehen Sie!", hakte Durbin nach. „Nicht einmal der Angeklagte will, dass Sie für ihn bezeugen, weil er weiß, dass es Sie Ihr Leben kosten würde! Es ist so gut wie ein Schuldeingeständnis!"

„Unsinn", knurrte Snape. „Ich habe ihn nicht ermordet."

Hermione ignorierte den Richter. „Sie können mich nicht ablehnen, Sir", teilte sie Snape mit. „Laut richterlichem Beschluss vom juristischen magischen Konvent in London 1648 kann ein Angeklagter keinen Zeugen ablehnen, der in einer Sache für ihn aussagen oder bezeugen will. Einzige Ausnahme ist, wenn der Zeuge unter einem Imperius steht, was ich definitiv nicht tue."

„Das lässt sich ja leicht überprüfen", sagte Durbin säuerlich und gab John Dawlish, einem der beiden Auroren, die noch immer Snape flankierten, einen Wink.

Dawlish richtete seinen Zauberstab auf Hermione und murmelte: „Finite Incantatem".

Nichts passierte, außer dass Hermione triumphierend lächelte. „Sehen Sie, Richter Durbin – ich bin sehr wohl berechtigt, den Lebenseid abzulegen. Also sollten wir es hinter uns bringen, damit diese Farce hier beendet wird und die Auroren nach dem echten Mörder suchen können." Es lag scharfe Kritik in ihren Worten, doch Richter Durbin war schlau genug, diese Aussage nicht zu kommentieren.

„Im übrigen möchte ich bemerken, dass ich entsetzt bin über die Art und Weise, wie hier leichtfertig über das Leben und die Schuld eines Mannes verhandelt wird, dem man nicht einmal ansatzweise eine Schuld nachweisen kann. Basierend lediglich auf der Tatsache, dass sein Zauberstab neben dem Toten lag? Das ist lächerlich!"

Durbin bekam einen roten Kopf, und das so schnell, dass Hermione erwartete, er würde jeden Moment einen Schlaganfall erleiden. „Miss Granger!", keuchte er. „Was erlauben Sie sich?"

Hermione holte tief Luft. „Verzeihen Sie, Sir! Aber hätten Sie einen anderen Menschen auch so schnell verurteilt? Beispielsweise jemanden, der…" – sie machte bewusst eine kurze Pause, bis es restlos still war – „…Harry Potter heißt?"

„Aber… was soll denn das heißen, Miss Granger?", schrie Richter Durbin aufgebracht.

„Das soll heißen, als Harry vor sechs Jahren mit dem toten Cedric Diggory beim Trimagischen Turnier wieder auftauchte, hat auch keiner daran gezweifelt, dass er an der Ermordung Cedrics unschuldig war, obwohl die Tat mit seinem Zauberstab begangen wurde. Warum werden in diesem Fall völlig andere Maßstäbe angelegt?"

„Wollen Sie damit andeuten, dass Mister Potter Cedric Diggory umgebracht hat?"

Hermione konnte nicht verhindern, dass sie – für alle sichtbar – die Augen verdrehte. „Nein, Sir, ich weiß, dass er unschuldig war. Genauso wie ich weiß, dass auch Professor Snape den Mord an Anatol Moley nicht begangen hat!"

Durbin war mit seiner Geduld und auch mit seinen Nerven am Ende. „Nun, es ist Ihr Leben, Miss Granger, welches Sie auf so unverantwortliche Weise aufs Spiel setzen", sagte er schnaufend.

Snape machte einen Schritt nach vorn und starrte Hermione an. „Ich verbiete Ihnen, diesen Eid abzulegen", knurrte er so drohend, dass die Auroren ihm ihre Zauberstäbe in die Seite bohrten.

„Das können Sie nicht, Professor", antwortete Hermione leise.

Er musterte sie intensiv. „Miss Granger, bitte…"

Sie schüttelte den Kopf. „Ich werde nicht zulassen, dass ein Unschuldiger für etwas bestraft wird, das er nicht begangen hat. Schon gar nicht jemand, der in seinem ganzen Leben immer nur für andere seinen Kopf hingehalten hat, der dafür gesorgt hat, dass Leute den Krieg überlebt haben, die keinen Handschlag dafür getan haben, sich jetzt aber zu Herren über Leben und Tod aufspielen." Ihr Blick blieb sicherlich nicht zufällig an Richter Durbin hängen.

Sie hob die Hand. „Ich bin bereit, Sir!", sagte sie zu ihm.

Im Gesicht des Richters spiegelten sich Abneigung, Wut und Unverständnis wider. Kurz presste er seine vollen Lippen aufeinander. „Wer von den Beisitzern ist bereit, den Lebenseid von Miss Hermione Granger leisten zu lassen und in Kauf zu nehmen, sie dabei sterben zu sehen?"

Eine Weile war es im gesamten Saal totenstill. Dann erhob sich aus der hinteren Reihe der Jury ein rothaariger, junger, schlaksiger Mann. „Ich werde es tun", sagte Percy Weasley entschlossen und trat nach vorn. Hermione lächelte ihn dankbar an, und er wurde so rot wie seine Haare.

„Dann kommen Sie Ihrer Pflicht nach, Mister Weasley", herrschte ihn Richter Durbin an.

Ein Lebenseid gehörte zur selben Kategorie wie ein Unbrechbarer Schwur, nur dass man dabei auf die Wahrhaftigkeit eines anderen schwor und keinen eigenen Eid vornahm. Es war also unbedingt ein Zeuge vonnöten.

Dawlish trat Snape in die Kniekehle und zwang ihn grob auf die Knie, bevor er die Handschellen löste. Hermione kniete sich ihm gegenüber. Der Tränkemeister weigerte sich, Hermione anzufassen, also griff sie von selbst nach seiner Hand. Er zuckte zurück, doch sie hielt fest und sah ihm herausfordernd in die Augen.

Percy zog nervös seinen Zauberstab und berührte ihre beiden Handgelenke. Ein rotes Band schlängelte sich um sie herum, und Snape hörte auf, sich zu wehren. „Hermione Granger, beschwöre die Unschuld des Tränkemeisters und Professors Snape", intonierte Percy mit sehr viel tieferer Stimme als sonst.

Hermione holte tief Luft und wandte ihren Blick nicht von Snapes Augen ab. „Ich, Hermione Granger, zurzeit Studentin der Londoner Universität, schwöre und beeide: Professor Severus Snape ist des ihm zur Last gelegten Verbrechens nicht schuldig. Er hat Anatol Moley nicht getötet. Ich bürge dafür mit meinem Leben!"

Das magische Band zwischen ihnen glühte auf, leuchte plötzlich mit unerwarteter Intensität, so dass die atemlosen Zuschauer ihre Augen abwenden mussten, hüllte Snape und Hermione in eine Wolke aus purer Magie und erlosch so plötzlich, wie es begonnen hatte.

In den hinteren Reihen sprangen einige der Anwesenden bereits auf, um etwas sehen zu können, und ein Raunen drang durch die Massen, als Hermione nach vorne sackte und von Snape aufgefangen wurde. Doch dann erhob sich der Tränkemeister und zog die junge Frau mit sich hoch.

Auf wackligen Beinen stand Hermione da und strahlte Percy Weasley an, der so blass geworden war, dass seine Sommersprossen deutlich hervortraten.

Severus Snape war unschuldig!

SSHGSSHG

Jemand klingelte kurz und obwohl Hermione einen Augenblick darüber nachdachte, nicht zu reagieren, bewegten sich ihre Beine schon ganz allein zum Eingang und sie öffnete die Tür.

Sie hatte sich im Haus ihrer Eltern verkrochen, weil sie das Getuschel und die Blicke und die ganzen Fragen nicht mehr ertragen konnte. Offensichtlich hatte sie irgendeine ungeschriebene Regel gebrochen, als sie den Tränkemeister verteidigt und sogar einen Eid auf seine Unschuld geschworen hatte.

Sie erstarrte, als eben dieser Tränkemeister vor ihr aufragte. Er hatte eine Hand am Türrahmen abgestützt, die andere presste er fest an seine rechte Seite. „Wieso…?", knurrte er dumpf. „Wieso können Sie nicht einmal auf das hören, was ich Ihnen sage?"

„Was?" Sie musterte sein Gesicht. Es war noch blasser als sonst und Schweiß stand auf seiner Stirn. „Was ist mit Ihnen passiert?", fragte sie erschrocken. Er musste Schmerzen haben. Niemals zuvor hatte sie ihn so gekrümmt dastehen sehen. „Kommen Sie herein!" Sie versuchte, ihn am Ärmel zu ziehen, doch ein gequältes Zischen brachte sie dazu, ihn abrupt loszulassen.

„Ihre Eltern?", brachte er hervor und versuchte, hinter ihr den Eingangsbereich zu überblicken.

„In Australien", antwortete sie. „Severus, bitte! Ich weiß nicht, was mit Ihnen los ist, aber kommen Sie herein! Sie sehen aus, als würden Sie jeden Moment umfallen!"

Er atmete flach und schloss kurz die Augen. Hermione war sich sicher, dass er eine wie auch immer geartete Schmerzenswelle durchbiss. Zu ihrer Erleichterung folgte er jedoch ihrer Aufforderung und kam herein. Sie führte ihn in das Wohnzimmer und bedeutete ihm, in dem breiten Lieblingssessel ihres Vaters Platz zu nehmen.

„Wissen Sie eigentlich, was Sie sich angetan haben?", grollte Snape. „Ich habe Sie gebeten, nicht für mich zu bürgen. Ich bin schon lange eine Persona non grata, aber Sie, Hermione, Sie haben völlig sinnlos Ihr Image für mich geopfert!"

Sie schnaubte empört. „Mein Image geopfert? In welcher Gesellschaft leben wir, wenn man für diejenigen, denen man vertraut, nicht mehr bürgen kann?" Sie sah auf ihn herab und zog ihren Zauberstab. „Ziehen Sie mal Ihre Robe aus, ja? Ich kann sonst keinen Diagnosespruch wirken."

„Nein!", wehrte er ab. „Sie und Ihr verdammtes Vertrauen, Gryffindor! Sie hätten tot sein können! Ist Ihnen überhaupt klar, was Sie getan haben?"

Sie wurde wütend. „Ich dachte, ich hätte einem Freund geholfen, von einer völlig ungerechtfertigten Beschuldigung freigesprochen zu werden", fauchte sie. „Aber offensichtlich habe ich mich getäuscht. Severus Snape hat und braucht keine Freunde. Lieber lässt er sich eines Mordes anklagen, den er nicht begangen hat! Und sagen Sie nicht „Gryffindor", als wäre es ein Schimpfwort!"

„Aber ich bin ein Mörder, verdammt noch mal!", schrie er sie mit auflodernden Augen an. „Ich hätte es auch diesmal sein können – und dann wären Sie tot!" Er knurrte dumpf und presste seine Hand stärker auf seine Seite.

Hermione wich zurück. „Sie sind kein Mörder, Sie sturer Bock!", schrie sie zurück. „Und halten Sie mich wirklich für so beschränkt, dass ich mir nichts dabei gedacht habe? Ich weiß, dass Sie Moley nicht getötet haben, weil Sie ganz andere Methoden haben, jemanden etwas büßen zu lassen."

Er schüttelte den Kopf. „Sie werden einen hohen Preis dafür bezahlen, Hermione, mehr, als es mein Freispruch wert war. Sie haben es bereits zu spüren bekommen, nicht wahr? Sie werden mit den Fingern auf Sie zeigen und Ihnen unterstellen, ein Verhältnis mit mir zu haben. Sie werden Ihnen noch ganz andere Sachen unterstellen! Und nennen Sie mich nicht sturer Bock!"

Die junge Frau sah auf ihn herab. Er hatte wieder die Augen geschlossen. Seine Haare fielen ihm ins Gesicht, seine Wangenmuskeln arbeiteten. Ihr Zorn verflog so abrupt, wie er gekommen war. Energisch machte sie eine Bewegung mit dem Zauberstab und ließ seine Robe verschwinden. Leise flüsterte sie einen Diagnosespruch.

Er sagte nichts zu ihrem eigenmächtigen Handeln, und das erschreckte sie wirklich. Ein Severus Snape, der sich Ungehorsam gefallen ließ? Etwas musste mit ihm geschehen sein. Sie hockte sich neben ihm nieder. „Freundschaft hat keinen Preis, wissen Sie?", murmelte sie. „Erzählen Sie mir, was Ihnen passiert ist?"

Da er noch ein Hemd trug, konnte sie es nicht sehen, aber der Diagnosezauber teilte ihr mit, dass der Tränkemeister ein Hämatom auf der rechten Seite und zwei gebrochene Rippen hatte. Er hob den Kopf und suchte ihren Blick. „Ein freundliches Abschiedsgeschenk von Auror Dawlish", sagte er leise.

Sie holte tief Luft und riss die Augen auf, fing aber nicht an zu plappern, wie sie es früher immer getan hatte, wenn sie sich aufregte. Sie wartete.

„Er war schon vor zwei Jahren der Meinung, es sei des Guten zuviel gewesen, mich freizulassen. Ich sei ein Mörder, Todesser und Verräter. Und außerdem ein arrogantes Schwein, welches nicht wüsste, wo mein Platz in der Gesellschaft sei. Er ist ziemlich kräftig, unser John Black Dawlish."

Der Tränkemeister erzählte ihr nicht, dass Dawlish ihm seinen Zauberstab zweimal heftig in den Leib gerammt hatte, genau in Höhe des Magens.

Hermione wandte keine Sekunde lang ihre Augen von ihm. Eine hektische Röte war in ihre Wangen getreten. Sie kannte Dawlish. Sie hatte ihn vor Jahren in Dumbledores Büro und heute bei der Verhandlung erst wieder gesehen. Er war ein breitschultriger, mittelgroßer Mann mit harten, dunklen Augen und einem grauen Bürstenkopf. Er war also ein Black? Nun ja, in dieser Familie hatte es nur wenige sympathische Ausnahmen gegeben.

In diesem Augenblick beschloss sie, dass Dawlish dafür büßen würde.

„Hat es… hat es denn keine Zeugen gegeben?", fragte sie heiser.

„Nein!", bellte er kurz und presste die Lippen schmerzverzerrt zusammen.

Es hatte jemanden gegeben, der es gesehen hatte. Aber dieser eine würde nichts sagen. Dieser eine würde den Mund halten, weil er wahrscheinlich der Meinung war, dass er endlich bekommen hatte, was er verdient hatte. Dieser eine war von ihm – Snape – einmal zu oft gedemütigt worden, um für ihn in die Bresche zu springen.

Dieser eine war Hermione Grangers bester Freund. Und genau deshalb konnte er es ihr nicht sagen.

„Bleiben Sie sitzen, bitte!", murmelte Hermione und erhob sich. Sie verließ das Wohnzimmer und er hatte die Gelegenheit, sich umzusehen. Er befand sich in einem großen Raum und die Vorliebe der Grangers für Australien ließ sich überall erkennen. Mehrere Bilder von Sydney und dem Ayers Rock hingen an der Wand, in einer Ecke lag ein hellbraunes Didgeridoo. Auch der obligatorische Bumerang fehlte nicht.

Als Hermione zurückkehrte, hatte sie ein Fläschchen bei sich. „Ich habe nur einen schmerzstillenden Trank hier, aber leider kein Skelewachs. Sie hätten sofort nach Hogwarts apparieren sollen anstatt herzukommen", erklärte sie und drückte ihm die Phiole in die Hand.

Er nahm eine Geruchsprobe und sah sie an. „Selbst gebraut?"

„Natürlich!" Sie funkelte ihn an, lächelte dann aber, als er – offensichtlich durch ihre Antwort zufrieden gestellt – den Inhalt in einem Zug austrank. Nur Sekunden später atmete er durch und ein wenig Farbe kam in seine blassen Wangen.

Sie hielt ihm ein paar elastische Binden vor seine Nase. „Ich bin keine Medihexe", erklärte sie ihm, „und ich habe nichts weiter da, außer dem Schmerztrank, den Sie gerade eingenommen haben. Aber ich denke, wir müssen irgendwie Druck auf Ihre Rippen bringen, sonst zersplinten Sie sich, wenn Sie nach Hogwarts apparieren."

„Das geht schon", behauptete er und betrachtete die Binden misstrauisch. „Ich bin früher schon in ganz anderer Verfassung von…" Er brach ab, aber es war auch unnötig, dass er weiter sprach. Es war klar, dass er die Todessertreffen meinte.

„Ja, ich weiß, Sie sind ein harter Mann", antwortete Hermione leise. „Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass Sie gebrochene Rippen haben und ich Sie so hier nicht weglasse. Also machen Sie Ihren Oberkörper frei."

„Was?! Ich denke überhaupt nicht daran!", fauchte er.

„Haben Sie Angst, dass ich etwas sehen könnte, was ich bis jetzt noch nie Gesicht bekommen habe?" Merlin, war er stur! „Ich habe Poppy vor zwei Jahren im Krankenflügel geholfen, ich weiß schon, was ich tue." Sie erwähnte nicht, dass er zu diesem Zeitpunkt noch im Koma lag, in welches ihn die Medihexen versetzt hatten.

Sie stritten eine Weile, bis Hermione auffiel, dass er weder boshaft noch gehässig argumentierte, wie er es sonst immer tat, wenn etwas nicht nach seinem Kopf ging. Konnte es sein, dass er sich einfach nur sträubte, weil es für seine Pflicht hielt, ihr zu widersprechen? Mittlerweile hielt sie das für gar nicht einmal so abwegig.

„Ach, verdammt!", murmelte sie zögernd, bewegte dann aber den Zauberstab und ließ sein Hemd genauso verschwinden wie vorher seinen Umhang.

„Merlins Ei…", er fuhr hoch, sackte jedoch mit einem Stöhnen wieder zusammen.

„Bitte, Severus!" Sie sah ihn stirnrunzelnd an. „Lassen Sie sich doch wenigstens einmal in Ihrem Leben helfen!"

Er wedelte unwirsch mit der Hand. „Dann tun Sie schon, was Sie nicht lassen können", knurrte er.

Sie betrachtete aufmerksam seinen Oberkörper. Wenn sie sich überhaupt einmal Gedanken darüber gemacht hatte, wie er aussehen konnte, hatte sie gedacht, er müsse so mager sein, dass sich die Rippen deutlich gegen die Haut abzeichnen würden. Aber er war zwar schlank und soweit sie sehen konnte ohne einen Gramm Fett am Leib, aber weder hager noch ausgezerrt.

Auf seiner rechten Seite prangte eine faustgroße, rote Stelle. „Heben Sie mal ein wenig die Arme", sagte Hermione. Er presste die Lippen zusammen, tat aber wortlos, worum sie ihn gebeten hatte. Sie beeilte sich, denn offensichtlich fühlte er sich ohne seine wallenden Roben in ihrer Gegenwart alles andere als wohl.

Als sie ihn verbunden hatte, trat sie schnell zurück und sorgte mit einem erneuten Zauberstabschlenkern dafür, dass er wieder vollständig bekleidet war. Fast vermeinte sie, ein erleichtertes Seufzen von ihm zu hören. Sie zog sich einen Stuhl zu ihm heran. „Warum sind Sie überhaupt hier?", fragte sie.

„Weil ich möchte, dass Sie London verlassen und nach Oxford gehen, wie Sie es ursprünglich geplant hatten. Sie werden keine ruhige Minute mehr haben und vielleicht planen Moleys Freunde einen Racheakt an Ihnen. Sie werden Sie dafür verantwortlich machen, dass er tot ist. Und dann gibt es noch immer einen Mörder, vergessen Sie das nicht. Ich will nicht, dass Sie sich hier herumtreiben, solange dieser Mann noch auf freiem Fuß ist."

„Wer sagt denn, dass es sich um einen Mann handelt?"

„Verdammt noch mal, Sie kleine, unerträgliche… hören Sie mir überhaupt zu? Es ist mir egal, ob es ein Mann oder eine Frau ist!", zischte er wütend.

„Sie machen sich Sorgen um mich", rief Hermione begeistert.

„Nein, das tue ich nicht!" Die Röte auf seinen Wangen vertiefte sich. „Ich kann Sie…"

Sie lachte. „Ich weiß, Sie können mich nicht einmal leiden. Sie haben wirklich eine komische Vorstellung von Freundschaft."

Ein dunkles Grollen drang aus seinem Mund. Hermione stellten sich die Härchen auf ihren Armen auf. Ihr wurde bewusst, wie nahe sie beieinander saßen, näher als sie je zuvor gewesen waren, wenn man die Sache im See beiseite ließ. Verwirrt fuhr sie sich mit der Hand durch ihre Haare. Es war Snape, oder? Der unsoziale, knurrige Bewohner des Kerkers? Wieso dachte sie im Moment daran, dass er mit seiner Piratenausstrahlung gar nicht einmal so übel wirkte? Es musste an Kat liegen, mit ihrem ewigen Der-hat-was-Geplapper, ganz eindeutig!

„Ich stehe in Ihrer Schuld, verdammt noch einmal! Ich will nicht, dass Ihnen etwas passiert", presste er hervor, als würde er etwas sehr widerwärtiges zugeben.

Hermione sah ihn ernst an. „Eigentlich gibt es nur eines, was wir tun können", sagte sie langsam.

„Denken Sie nicht einmal daran", warnte er und starrte ihr drohend in die Augen. „Ich weiß genau, was Sie vorschlagen werden, und die Antwort lautet NEIN!"

Bevor er fortfahren konnte, unterbrach sie ihn. „Severus! Sie werden immer unter dem Verdacht stehen, egal, wie bindend mein Schwur ist, wenn wir nicht herausfinden, wer der echte Mörder ist. Ich denke ja gar nicht daran, nach Oxford zu gehen und Sie im Stich zu lassen."

Er öffnete den Mund, um zu widersprechen, doch Hermione lächelte ihn an und sagte: „Ich denke, es ist Zeit für erneute Granger-Snape-Investigations!"

Der Tränkemeister verdrehte die Augen.