Hallo alle zusammen.
Fast zwei Wochen nach der ersten Idee zu dieser Geschichte habe ich es endlich geschafft, das erste Kapitel auf meinen PC zu tippen :)
Autor:
Tyrion (Also ich :P )
Beta:
Mein Rechtschreibprogramm o.O ... xD
Disclaimer:
Ich habe mir nur die Figuren/Personen ausgeliehen um diese Geschichte zu schreiben. Die Handlung gehört mir, alles andere jedoch nicht. Natürlich ist KEINE Urheberrechtsverletzung hiermit beabsichtigt und ich verdiene auch KEIN Geld durch das Schreiben dieser Fanfiction.
NCIS auf Abwegen
Verwirrung, Streit und andere Katastrophen (Kapitel 1)
"Ist das wahr? Wir bekommen einen neuen Agent? Sag schon, Gibbs, wer ist es? Wo kommt er her? Und wieso kommt er ausgerechnet zu uns?" fragte Abigail Sciuto, kaum dass sie aus dem Fahrstuhl ausgestiegen war und das NCIS-Büro betreten hatte.
Special Agent Leroy Jethro Gibbs verdrehte die Augen.
"Jetzt fang' du nicht auch noch damit an, Abby!" sagte er.
"Wir haben schon versucht ihn auszuquetschen, aber du kennst ihn ja. Vielleicht kriegst du ja was aus ihm raus." flüsterte Anthony DiNozzo Abby zu.
"Wie bitte, DiNozzo?"
"Nichts, Boss."
"Also, Gibbs, sag schon, wer ist es? Wir wollen es alle wissen!" sagte Ziva David. Timothy McGee nickte zustimmend.
"Mein Gott, seid ihr NCIS-Agents oder was? Findet es gefälligst selbst heraus!" donnerte Gibbs so laut, dass einige Spinnen, von denen die Agents gar nicht wussten, dass es sie gab von der Decke fielen und sofort unter die nächsten Schränke und Schreibtische krabbelten.
Einer der anderen anwesenden Agents, dessen Kopf auf die Tastatur vor ihm gesunken war, schreckte hoch und sah verwirrt auf die große, neue Digitaluhr, die ihm gegenüber hing. Dann wanderte sein Blick zu dem grauhaarigen Ermittler und wieder zurück.
"Acht Uhr. Dem Geschreie nach hat Gibbs seinen morgendlichen Koffein-Schub noch nicht bekommen..." murmelte er und verließ schleunigst das Büro um sich aus der Gefahrenzone zu bringen.
Gibbs wollte sein Team gerade auf eine sehr unfreundliche Weise darauf aufmerksam machen, dass und warum er ihnen diese Information nicht auf einem Silbertablett servieren würde, als das vertraute 'Ping' des Aufzugs ertönte und Dr. Donald Mallard das Büro betrat.
"Dein Gebrüll hört man bis nach unten. Hier hast du deinen Kaffee." sagte er und gab Gibbs einen Becher, den er mitgebracht hatte. Der Gerichtsmediziner kannte seinen langjährigen Freund gut genug um zu wissen, wann der Agent seinen Kaffee brauchte und dass er ohne Koffein ziemlich reizbar, wenn nicht geradezu explosiv geladen war.
"Danke, Ducky." sagte Gibbs und trank den Becher in einem Zug leer. Da er sofort sichtlich besser gelaunt war, wagte Ziva es, ihre Frage zu wiederholen. Gibbs setzte zu einer Antwort an, bevor er jedoch nur einen Ton sagen konnte, fiel ihm Ducky ins Wort.
"Wo du gerade fragst, Ziva, ich habe tatsächlich etwas über unseren "Neuzugang" herausgefunden..." meinte er und sah die Agents an. Er bemerkte, dass jeder von ihnen erfahren wollte, was er wusste, jedoch zeigten die Agents eine Reihe von verschiedenen Reaktionen. Gibbs und Ziva standen ganz ruhig da, als ob nichts gewesen wäre. Tony wartete händeringend darauf, dass er weitersprach. McGee knackte, wie immer wenn er nervös war oder gespannt auf eine Antwort wartete, mit den Handknöcheln. Abby dagegen hüpfte aufgeregt von einem Fuß auf den Anderen und schien mit sich selbst zu kämpfen, ob sie ihre nächste Frage stellen sollte oder nicht. Schließlich gewann Abbys Neugier die Oberhand und ihre Augen begannen zu leuchten.
"Und, wer ist es? Sag schon, Ducky. Sag, sag, sag!"
Der Gerichtsmediziner schmunzelte. Ja, ja, so kannte er die junge Forensikerin. Fröhlich und neugierig bis zum Geht-Nicht-Mehr. Und vor allem konnte sie sehr stur sein. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, konnte sie kaum etwas von ihrem Willen abbringen. Und das war im Augenblick der Fall.
"Viel weiß ich auch nicht, Abby. Nur, dass der neue Agent heute Nachmittag in Washington DC ankommen wird und morgen sein erster Arbeitstag hier ist. Und dass er aus Großbritannien kommt. Aus Schottland um genau zu sein."
"Aus Schottland? Mit Schottenrock und so?" Timothy McGee begann zu grinsen. "Au. Wofür war das denn? Ich hab doch gar nichts gemacht!" meinte er, nachdem er sich von Gibbs eine harte Kopfnuss eingefangen hatte.
"Noch nicht, McGee. Das ist nur vorbeugend." sagte Gibbs und nahm die Hand wieder runter. Dann wandte er sich an die Anderen.
"Ich erwarte von euch, dass ihr zu dem neuen Agent nett seid. Wir brauchen die Verstärkung dringend und schließlich wart ihr auch mal neu. Außerdem sind auch die Schotten inzwischen modern geworden."
"Im Gegensatz zu dir, Boss..." murmelte Tony fast unhörbar.
"Das hab' ich gehört, DiNozzo!"
"Gibbs, kann ich dich mal sprechen?"
"Klar, Ziva." sagte Gibbs. Die zwei stellten sich etwas abseits. "Was gibt's?"
"Waren die damals auch so, kurz bevor ich hierher gekommen bin?" Ziva warf Tony, der sich Abbys Schal geschnappt und zu einem sehr kurzem Schottenrock umfunktioniert hatte, einen fragenden Blick zu. Gibbs folgte dem Blick seiner Kollegin. Tony begann, eine Art schottischen Tanz aufführend, mit starkem schottischen Akzent zu sprechen, während Tim auf einem imaginären Dudelsack spielte.
"Ja, aber mach' dir keine Sorgen, Ziva. Vor allem Tony benimmt sich immer so, wenn jemand neues dazukommt. Warum fragst du?"
"Vielleicht sollte ich auch damit anfangen, damit -"
"Wenn du DAS tust, Ziva, kriegst du mächtigen Ärger mit mir! Es ist schon schlimm genug, dass Tony und Tim sich so anstellen!" schnitt Gibbs ihr das Wort ab.
"DiNozzo, McGee, es reicht!" Gibbs ging auf die beiden zu und gab ihnen gleichzeitig eine Kopfnuss. Ziva folgte ihm.
"Also weiter, Jethro." sagte Donald Mallard um vom Thema abzulenken.
"Nichts 'weiter', Ducky. Mehr gibt es nicht zu sagen."
"Du musst aber mehr wissen, Gibbs. Wie heißt er? Wie alt ist er? Ist es überhaupt ein 'er' oder eine 'sie'?"
"Es ist ein 'er', Abby. Aber mehr wurde mir auch nicht gesagt. Wieso wollt ihr das überhaupt wissen?"
"Naja, wir müssen doch wissen, mit wem wir dann zusammenarbeiten und ob wir ihm vertrauen können." sagte Abby. Die Anderen nickten.
"Ich hol' Kaffee. Soll ich euch was mitbringen?"
"Ja, aber du brauchst gar nicht abzulenken, Boss." sagte Tony.
"Ihr werdet noch früh genug erfahren, ob ihr ihm vertrauen könnt." antwortete Gibbs und verschwand im Aufzug.
Er konnte nicht ahnen, dass sich seine Worte schon bald bewahrheiten und das NCIS-Team auf eine harte Probe stellen sollten...
Zur selben Zeit, etwa 5500 Kilometer entfernt, standen sich in der Eingangshalle der Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei der Schulleiter Albus Dumbledore und der Zaubertranklehrer Severus Snape gegenüber und stritten sich.
"Nein, Albus, das kannst du vergessen!"
"Komm' schon, Severus, jetzt stell' dich nicht quer! Dein Flieger geht in einer Stunde!"
"Dann ist das halt so!"
"Severus, bitte. Du musst nach Washington DC! Es ist zu deinem eigenen Schutz!"
"Schutz? Das ich nicht lache! Ganz ehrlich, Albus, egal ob ich hier, in Washington oder in wer-weiß-wo bin, wenn Voldemort mich finden und umbringen will, dann wird er es tun. Da macht der Ort auch keinen Unterschied mehr!"
"Severus, bitte, tu mir den Gefallen und flieg in die USA! Der Orden des Phönix hat es so beschlossen, es wird das Beste sein."
"Ach, der Orden, ja? Ich habe da ja wohl auch noch ein Wörtchen mitzureden. Warum bin ich eigentlich der letzte, der erfährt, dass ich nach Washington muss?"
"Wir wollten es so lange wie möglich geheim halten. Es war sehr wahrscheinlich, dass Voldemort versucht, deine Gedanken zu lesen. Du weißt selbst, dass er den uralten und nicht weniger schwierigen Zauber kennt, mit dem er die Gedanken seiner Untergebenen, also seiner Todesser, lesen kann, wenn er nur ihren Aufenthaltsort kennt. Das ist die einzige und doch so bedeutende Bedingung. Wenn er jedoch nicht weiß, wo sich der entsprechende Todesser aufhält, ist es für ihn unmöglich, in dessen Gedanken einzudringen. Ich... Nein, unterbrich' mich nicht!"
Albus brachte Severus, der seine Fähigkeit sich gegen Legilimentik, das Lesen des Geistes einer anderen Person, zu wehren und sie abzublocken, verteidigen wollte, mit einer kurzen Handbewegung zum Schweigen.
"Ich weiß, dass du einer der besten Okklumentiker in ganz England bist, aber Okklumentik hilft gegen diesen Zauber nicht. Deshalb habe ich es für das Beste gehalten, dir so spät wie möglich Bescheid zu sagen. Bisher hatte er keinen Grund dir zu misstrauen, deshalb hat er diesen Zauber glücklicherweise noch nie bei dir angewendet. Jetzt, da Voldemort weiß, dass du ein Spion für den Orden bist, habe ich allen Grund zur Sorge, dass er eben diesen Zauber benutzen wird, um deine Gedanken zu lesen und so an sensible Informationen des Ordens zu kommen."
"Du schickst mich also weg, weil ich deiner Meinung nach eine Gefahr für die Sicherheit des Ordens darstelle?" fragte Severus. Ihm dämmerte langsam, dass das der eigentliche Grund für dieses Gespräch war.
"So leid es mir tut, aber ja, du stellst eine Gefahr für den Orden dar. Glaub mir, ich finde es auch nicht gut, dass ich dich tausende Kilometer wegschicken muss, aber so kann Voldemort den Orden nicht aushorchen... und er kann dich nicht finden. Wenn du als Muggel getarnt in die Vereinigten Staaten einwanderst, bist du hundertmal sicherer als hier. Und mach' dir keine Sorgen, es ist für alles gesorgt. Wir, also der Orden, haben für dich eine Wohnung besorgt und eine Arbeit haben wir auch gefunden."
"Ach ja, und was für eine? Jetzt sag' mir nicht, dass ich wieder diese bekloppte Muggelchemie und Muggelgeschichte in einer Muggelschule unterrichten muss!" Ungebändigter Zorn flackerte in den Augen des Zaubertranklehrers auf. Er hatte das Wort "Muggel" ganz bewusst an die Unterrichtsfächer gehängt, unterschieden sie sich doch bei Weitem von dem, was in Hogwarts unterrichtet wurde. Albus legte ihm eine Hand auf die Schulter.
"Nein, du musst nicht wieder in einer Muggelschule unterrichten, wie vor einigen Monaten... Das war ja auch nur, weil du auf Harry aufpassen solltest, als er auf der Sommerschule in Oxford war. Dass Pettigrew und Malfoy in Oxford auftauchen würden und euch um ein Haar umgebracht hätten, konnten wir nicht ahnen. Glaub mir, Severus, das wird nicht wieder vorkommen. Nein, du sollst nicht in einer Schule unterrichten... Du wirst beim NCIS arbeiten!"
"Beim...beim was?"
Albus konnte förmlich sehen, wie sich ein Fragezeichen auf Severus' Gesicht bildete. Der Schulleiter von Hogwarts hielt es für klüger, Severus, dessen Geduld sowieso schon zum Zerreißen gespannt war, nicht länger auf die Folter zu spannen und lächelte seinen jüngeren Kollegen gütig an.
"Beim NCIS, Severus. Dem Naval Criminal Investigative Service. Eine Art Kriminalpolizei in den USA. Ich bin durch einen Bekannten auf die Idee gekommen. Er hat auch beim NCIS gearbeitet und ist vor einigen Jahren in den Ruhestand gegangen. Er schuldet mir eh noch einen Gefallen und als ich ihm über deine Lage erzählt habe, hat er vorgeschlagen, dass du dort arbeiten könntest. Und keine Sorge, ich habe mit dem zuständigen Director Leon Vance gesprochen, er hat auf mich einen ganz netten Eindruck gemacht. Also, was ist, fliegst du jetzt nach Washington?"
"Hmm... Ja, gut, okay. Du nervst mich ja eh so lange, bis ich ja sage..." meinte Severus, als er erkannte, wie wichtig Albus diese Sache war. Er konnte ihm als Vorgesetzten und vor allem als Freund keinen Wunsch abschlagen. Schließlich hatte Albus mehr als einmal seine Hand für ihn ins Feuer gelegt und ihn aus so mancher ausweglosen Situation herausgerissen. Albus strahlte.
"Das heißt du gehst?"
"Ja, aber nur unter einer Bedingung."
"Und die wäre?"
"Ich will nicht wieder eine falsche Identität wie in Oxford. Es ist wirklich schwierig, wenn man nicht mit seinem richtigen Namen angesprochen wird. In Oxford haben meine Kollegen bestimmt zehnmal "Andreas" und die Schüler mindestens genauso oft "Mr. Geiken" gerufen, bevor ich überhaupt gemerkt habe, dass ich gemeint bin."
"Gut, das ist kein Problem. Ehrlich gesagt habe ich mir schon gedacht, dass du keine falsche Identität haben willst und vorsorglich alles auf deinen richtigen Namen angemeldet."
"Angemeldet? Was gibt es denn da anzumelden?"
"Ach, nichts, vergiss meinen letzten Satz einfach."
"Ok" sagte Severus und schenkte dem Schulleiter einen skeptischen Blick. "Und was ist mit meinem Unterricht? Ich meine, gut, die Ferien sind zwar erst in zwei Wochen zu ende, aber was ist dann?"
"Wir werden schon eine Vertretung für dich finden, lass das mal meine Sorge sein. Jedoch kannst du so nicht nach Washington gehen. Wenn irgendwelche Todesser in der Nähe sind, wovon ich nicht ausgehe, würden sie dich sofort erkennen." Albus zog seinen Zauberstab aus seinem Umhang und richtete ihn so schnell auf sein Gegenüber, dass Severus nicht einmal Zeit blieb zurückzuweichen oder gar seinen eigenen Zauberstab hervorzuholen.
"Albus... was... was hast du vor?"
Albus sagte nichts, sondern flüsterte nur ein paar wohl gewählte Worte. Ein lauter KNALL ertönte und ein greller Lichtblitz, sowie giftgrüner Rauch erfüllte die Eingangshalle. Nachdem der Lichtblitz erloschen war und sich der Rauch verzogen hatte, sah Albus Severus zufrieden an. Im selben Augenblick kamen auch Minerva McGonagall und Remus Lupin die Treppe zur Eingangshalle heruntergestürmt.
"Albus, was ist los? Wir haben einen Knall gehört und... oh..." begann Minerva und blieb mitten auf der Treppe stehen. Remus konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und lief in seine Kollegin hinein, worauf Minerva stolperte und beide die Treppe herunter purzelten. Severus konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
"Wer ist DAS denn?" fragten Minerva und Remus gleichzeitig und rappelten sich auf.
Severus warf Albus einen fragenden Blick zu. Was hatte der Schulleiter von Hogwarts nur mit ihm gemacht? Als ob Albus seine Gedanken gelesen hätte sagte er:
"Ihr erkennt euren eigenen Kollegen nicht? Dann war mein Zauber ziemlich gut, hm?"
"Was? Severus, bist du das etwa?" fragte Remus ungläubig und trat näher.
"Ja, ich bin es Lupin. Und nimm gefälligst deine Flossen aus meinem Gesicht!" zischte der Angesprochene. Remus verstand dies zurecht als Warnung und zog seine Hand, mit der er Severus gerade in die Wange kneifen wollte, schleunigst zurück. Der Zaubertranklehrer von Hogwarts warf Remus noch einen bösen Blick zu. Dann sah er Albus an.
"Albus, was hast du mit mir gemacht?" fragte er.
"Wieso siehst du es dir nicht einfach selbst an?" meinte der Schulleiter nur. Er zauberte aus dem Nichts einen kleinen, runden Handspiegel hervor und gab ihn Severus. Dieser warf einen kurzen Blick hinein und ließ den Spiegel prompt fallen, welcher in tausend winzige Splitter zersprang.
"Reparo!" zischte Severus. Er hob den Spiegel, der sich von alleine wieder zusammengefügt hatte, auf und wagte es noch einmal sein Spiegelbild anzusehen, dieses Mal jedoch ohne das kleine Ding fallen zu lassen. Ein junger Mann mit kurzem, schwarzem Haar und Augen, die ebenfalls so schwarz wie die Nacht waren, blickte ihm entgegen. Ungläubig und zornig funkelte der Lehrer für Zaubertränke den Schulleiter über den Rand des Spiegels hinweg an.
"Sag mal, Albus, hast du sie noch alle? Was fällt dir eigentlich ein..." begann Severus, doch Minerva unterbrach ihn.
"Was hast du denn? Du siehst richtig gut aus, Severus."
"Finde ich auch. Aber eine Kleinigkeit fehlt noch..." meinte Remus. Auch er hob seinen Zauberstab und einen Augenblick später hielt er eine schwarze, rechteckige Brille in der Hand.
"Hier, damit wird dich bestimmt niemand erkennen." sagte er und gab Severus die Brille, welcher diese aufsetzte. Dann sah er noch einmal in den Spiegel.
'Jetzt seh' ich aus wie ein Geschäftsmann. Vielleicht sollte ich öfter so rumlaufen, das sieht wirklich nicht schlecht aus.' dachte Severus, obwohl er natürlich nie zugeben würde, dass er mit Minerva einer Meinung war.
"Gut, da du dich entschieden hast nach Washington zu gehen, solltest du deinen Koffer packen. Es ist 14.30 Uhr, um 15 Uhr startet dein Flugzeug." sagte Albus.
"Ok, bin sofort wieder da." nickte Severus.
"Gut, wir werden hier auf dich warten."
Nur 10 Minuten später stand Severus mitsamt seinem Koffer wieder am Portal der Eingangshalle. Mit einem kurzen Wink seines Zauberstabes, war das Packen seiner Sachen in den magisch vergrößerten Koffer kein Problem gewesen.
"So. Hier hast du dein One-Way-Ticket nach Washington. Und hier ist noch ein bisschen Amerikanisches Geld. Das sollte für den Anfang reichen." sagte Albus und gab ihm ein längliches Stück Papier und eine schwarze Geldbörse.
"Da ist alles drin, was du brauchst. Ausweis, Reisepass und so weiter. Und vergiss nicht, Severus, benutzte Magie nur im äußersten Notfall, wenn Muggel in Sichtweite sind! Das amerikanische Zaubereiministerium weiß nichts davon, dass ab heute Nachmittag ein weiterer Zauberer in Washington DC wohnt. Es ist wohl am besten, wenn es so bleibt. In Amerika haben die viel strengere Sicherheitsmaßnahmen in Bezug auf Magie und Muggel als wir." sagte Minerva. Severus nickte, doch er konnte sich kaum vorstellen, wie die magische Strafverfolgung noch ausgeprägter sein könnte, als in Großbritannien.
"Ach ja, fast hätte ich es vergessen..." meinte Albus. Er zog eine kleine, kunstvoll verzierte Phiole mit einer glasklaren Flüssigkeit aus seinem Umhang.
"Was ist das?" fragte Severus und nahm die Phiole entgegen.
"Phönixtränen. Sieh es als... Vorsichtsmaßnahme. Vielleicht kannst du sie ja gebrauchen. Die Phiole habe ich unzerstörbar gezaubert, also mach' dir keine Sorgen, dass sie kaputt geht."
"Danke. Danke für alles." sagte Severus. Er steckte die Phiole und die Geldbörse, in der er das Ticket in die Vereinigten Staaten verstaut hatte, in seine Jackentasche.
"Oh, Severus... Bitte sei vorsichtig!" sagte Minerva und fiel ihm um den Hals.
"Das werde ich." sagte Severus. Minerva ließ ihn los und er sah, wie die Verwandlungslehrerin sich schnell mit dem Handrücken über das Gesicht wischte. Remus ging auf ihn zu.
"Wir werden dich vermissen." sagte er.
"Erwartest du etwa, dass ich dir das glaube?" fragte Severus, während sie sich zum Abschied kurz die Hände schüttelten.
"Tu es oder lass es bleiben." sagte Remus lächelnd.
"Ich lass es." antwortete Severus. Er und sein Kollege ließen gleichzeitig die Hände des Anderen los. Dann ging Severus zu Albus und verabschiedete sich auch von ihm.
"Melde dich morgen früh zwischen 7 und 8 Uhr bei Leon Vance im NCIS-Gebäude auf dem Naval Yard. Hier ist die Adresse." sagte Albus und gab ihm einen kleinen Zettel. Severus steckte auch diesen in die Tasche.
"Mach's gut, Severus. Und pass' auf dich auf!"
Severus nickte. Er öffnete das Schlossportal und ging über die Ländereien zur Appariergrenze des Schlosses. Albus sah seinem Schützling nach, in der Hoffnung, die richtige Entscheidung getroffen zu haben...
Severus eilte über die Ländereien in Richtung Schlossmauer. Der Wildhüter Rubeus Hagrid, der gerade auf dem Weg ins Schloss war, blieb stehen und sah Severus fragend an. Dieser ignorierte den Blick und setzte seinen Weg fort. Erst als er an der Schlossmauer angekommen war, blieb er stehen. Noch einmal blickte er zurück zu dem Ort, der jahrzehntelang nicht nur seine Arbeitsstelle, sondern auch sein Zuhause gewesen war. Das mächtige Schloss stand unerschütterlich am Horizont und ragte ehrwürdig der Mittagssonne entgegen. Severus seufzte. Vielleicht würde er diesen Ort nie wieder sehen. Schweren Herzens wandte er seinen Blick vom Schloss ab.
'Ich habe Wichtigeres zu tun.' dachte er und disapparierte.
