Eine dicke Wolkendecke in grau bedeckte den Abendhimmel über dem Schloss Hogwarts, welches voller Anmut mitten in einer verschneiten Landschaft emporragte. Es war Ende November und schon ziemlich kalt. Daher waren die Schüler der Schule für Hexerei und Zauberei froh sich in den warmen Gemäuern zu befinden. Unter diesen Schülern war auch ich, Hermione Granger, und genoss zusammen mit meinen besten Freund Harry Potter den Abend, bei einer Partie Snape explodiert.
„Ha!", triumphierte Harry mit einem selbstsicheren Grinsen. „Noch ein Zug und du kannst einpacken, meine Liebe."
Ich schenkte ihm aber nur einen missmutigen Blick. In Spielen war ich nie besonders gut. Die Einzigen die mir lagen, waren Strategiespiele und diese beherrschte ich auch nur, wenn es sich nicht um Zauberschach drehte.
„Irgendwann Harry, zahl ich dir alles heim", meinte ich verschwörerisch und verengte meine Augen zu gefährlichen Schlitzen, während ich meinen Stein auf dem Bett bewegte.
Harry aber zeigte sich unbeeindruckt. Mit einem noch breiteren Grinsen als zuvor, nahm er seinen letzten Stein und legte ihn ins Ziel. „Sieg ade, Hermione."
„So muss man es wohl nennen", entgegnete ich gelassen und zuckte mit den Achseln.
Langsam nahm Harry die Steine vom Brett und sah mich fragend an: „Noch eine Runde?"
Ich nickte zustimmend. Mein Abend war heute nicht besonders aufregend. Alle Hausaufgaben bereits erledigt und nicht einmal ein interessantes Buch zum Lesen hatte ich mir aus der Bibliothek besorgt. So blieb mir nichts anderes übrig als eine weitere Niederlage gegen Harry.
In diesem Augenblick bemerkte ich, wie Neville Longbottom durch das Portraitloch kam. Sofort trafen sich unsere Blicke. Ich lächelte. Über sein Gesicht zog sich aber Röte, während er beschämt zu Boden sah und seine Schritte beschleunigte, um so schnell wie möglich an uns vorbei, in den Jungenschlafsaal, zu kommen.
„Was hat er denn?", fragte Harry verwundert, dem sein komisches Verhalten nicht unbemerkt geblieben war, und sah Neville mit erstaunter Miene nach.
Ich zuckte unwissend mit den Schultern. „Keine Ahnung"
Allerdings war das eine glatte Lüge. Natürlich wusste ich was er hatte. Die Bilder des Abends vor zwei Wochen konnten in meinen Erinnerungen nicht deutlicher sein. Es wäre wirklich beinahe dazu gekommen, dass wir beiden – auf mein Drängen hin – miteinander geschlafen hätten, wenn er nicht im letzten Moment einen Rückzug angetreten hätte. Anfangs war ich mehr als verärgert darüber gewesen, dann aber war etwas geschehen, womit ich nicht mal in meinen kühnsten Träumen gerechnet hätte.
Ich habe meine Unschuld tatsächlich noch verloren. Jedoch nicht an Neville, sondern an keinen geringeren, als den Slytherin Draco Malfoy höchstpersönlich. Meinen BH hatte ich übrigens immer noch nicht wieder, allerdings war es bis jetzt auch zu keinem kleinen Abenteuer mit dem Erzfeind mehr gekommen – und das war auch gut so.
Nicht, dass es schlecht gewesen wäre. Nein, ganz im Gegenteil. Die Nacht zusammen mit Malfoy würde mir wahrscheinlich noch ewig in Erinnerung bleiben.
Wenn ich mich ganz stark darauf konzentrierte, konnte ich sogar noch jeden Zentimeter seiner Haut auf meiner fühlen, jede Berührung seiner Lippen auf meinem Körper und ganz deutlich das Gefühl als er in mich eindrang und mir mit seinen Bewegungen in mir fast die Sinne raubte. Es war ein Spiel aus Leidenschaft und Lust gewesen und eines, bei am Ende weder Gewinner noch Verlierer gab.
Alles in allem war es allerdings nur ein Spiel und Gott sollte mich strafen, wenn ich mich erneut auf den Feind einlassen würde.
Das schlechte Gewissen war erst so nach und nach gekommen. Dann, als die Freude über meine verlorene Unschuld so langsam abklang und in ein Alltags-Gefühl überging.
Vielleicht fragt ihr euch jetzt, wieso ich ein schlechtes Gewissen darüber haben sollte, doch das verspürte man tatsächlich, wenn man gewissermaßen seine besten Freunde betrogen hatte. Natürlich war es ausgeschlossen, dass Harry und Ron etwas davon erfahren durften.
„Hermione?", meinte auf einmal Harrys Stimme und ich merkte, wie seine Hand vor meinem Gesicht herumfuchtelte.
Überrascht sah ich ihn an. „Was?"
„Du hast gerade eben für ein paar Minuten vor dich hingeträumt" Ein Grinsen stahl sich auf sein Gesicht. „Und dabei kurz mal unheimlich komisch gelächelt"
Ich spürte eine leichte Röte, die mein Gesicht zierte. Für einen Moment wusste ich nicht, was ich darauf erwidern sollte, als aber das Portraitloch erneut zur Seite klappte und Ron in den Gemeinschaftsraum kam, war der peinliche Moment allerdings vergessen.
Ich muss wirklich sagen, dass er noch nie so schlecht aussah, wie in diesem Moment. Sein Gesicht wirkte vollkommen blass, während die sonst so leuchtenden Sommersprossen fast zu verschwinden drohten. Es schien als hätte sich ein tiefer Schatten aus Verbitterung und Enttäuschung über ihn gelegt. Als er sich schwermütig in einen der Sessel bei uns fallen ließ, starrte er nahezu mit einer Art Mörderblick auf die tanzenden Flammen im Kamin. Harry und ich tauschten besorgte, teils überraschte Blicke.
„Hattest du nicht gerade ein Date mit Parvati?", fragte ich vorsichtig.
Ron erwiderte nichts darauf.
„Muss wohl nicht so toll gelaufen sein, wenn du nach nicht mal einer halben Stunden wieder hier auftauchst, was?", meinte Harry mitfühlend.
Die Miene unseres Gegenübers blieb jedoch verschlossen und er machte sich auch nicht die Mühe wenigstens unsere Blicke zu erwidern. Ernst nach ein paar Sekunden schaffte er es mit der Sprache herauszurücken.
„Sie hat mit mir Schluss gemacht", erklärte Ron betrübt.
„Nein?!", stieß ich überrascht hervor.
Ehrlich gesagt hätte ich mit allem gerechnet, aber nicht damit. Die beiden hatten sich zwar schon immer viel gestritten, aber dafür umso heftiger versöhnt. Es war eine rein oberflächliche Beziehung zwischen ihnen gewesen, das wusste ich, doch trotzdem band die beiden immer irgendetwas aneinander. Vielleicht war es der Sex gewesen? Ich konnte mir den Gedanken an Rons versteckte Qualitäten nicht verkeifen und den Wunsch vielleicht auch mal in deren Genuss-
Stop!
Nein!
Ich schauderte. Ron war einer meiner besten Freund. Ich bezeichnete ihn manchmal sogar fast als „Bruder" und ein kleines Abenteuer mit ihm, würde stark an Inzest erinnern. Das wäre wirklich das letzte was ich wollte, immerhin hatte ich mich sowieso schon vom größten Stolz, zur größten Schande Gryffindors entwickelt. Kaum zu glauben was eine kleine Sporteinlage mit Draco Malfoy so alles bewirken konnte...
Rons Stimme holte mich allerdings wieder in die Wirklichkeit zurück.
„Doch", fuhr er bitter fort und augenblicklich, während sich sein Blick noch mehr verfinsterte. „Für Andrew Thomson aus Ravenclaw."
Unweigerlich entfuhr mir ein zweites „Nein!". Dieses Mal jedoch war es noch ungläubiger und bedauerlicherweise setzte ich vollkommen gedankenlos noch eines nach: „Den hat sie wirklich bekommen?"
Ein ziemlich überflüssiger Kommentar, wie ich leider eine Sekunde zu spät feststellen musste. Sofort spürte ich die scharfen Blicke von Harry und Ron auf mir kleben.
„'tschuldigung...", murmelte ich kleinlaut und beschloss nun ein wenig überlegter zu sprechen. „Ähm... seit wann läuft das denn schon zwischen den beiden?", fragte ich schließlich zögerlich.
Ron zuckte mit den Achseln. Man konnte auch erkennen, dass er es nicht nur nicht wusste, sondern es ihn auch nicht im geringsten interessierte.
Für ein paar Minuten lang trat Schweigen ein, in denen er nur wieder nachdenklich in den Kamin starrte, während Harry und ich, Ron mitleidig betrachteten, unwissend was wir tun sollten, damit es ihm wieder besser ging. Auf einmal aber richtete sich dieser seufzend auf und setzte sich neben mich, während seine Augen das Spiel interessiert musterten.
„Snape explodiert", meinte er. „Cool! Wer fängt an?"
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Als ich mich am nächsten Morgen in die Große Halle zum Frühstück kam, saß bereits eine schwarze Hogwartsschuleeule auf meinem Platz und blickte mir mit stechendem Blick entgegen. Eindeutig konnte ich erkennen, dass sie sauer war. Eulen mochten es nicht gerne, wenn man sie warten ließ, allerdings war das auch das erste Mal, dass ich zu spät kam.
Schnell band ich ihr die kleine Pergamentrolle vom Bein und ließ sie unter einem lauten Krächzen und Kreischen davon flattern, während ich neugierig die Rolle öffnete und zu lesen begann.
Heute Abend um 23.00 Uhr.
Astronomieturm.
Die kleine Nachricht war nicht unterschrieben. Allerdings musste ich nur eins und eins zusammenzählen, um zu wissen, von wem sie war. Genauso wie an dem Tag vor zwei Wochen sah ich zum Slytherin-Tisch hinüber und sofort traf sich mein Blick mit dem von Draco Malfoy. Dieses Mal zeichnete sich jedoch kein selbstsicheres Lächeln auf seinen Lippen, sondern ein vollkommen neutraler Blick, der mir fast noch unheimlicher war. Seine Augen blitzten aber gefährlich, so als wollten sie mich hypnotisieren, um heute Abend auch wirklich im Astronomieturm zu erscheinen.
Schnell wandte ich mich von ihm ab und steckte die Nachricht in meinen Umhang. Gerade noch rechtzeitig, wie ich feststellte, denn schon ließ sich Ron neben mir nieder. Vielleicht aber hätte ich Malfoy eine Kusshand zuwerfen oder zu seinem Tisch hinüberschreien können „Ich liebe dich!" – Ron hätte es sicher nicht gemerkt. Zumindest nicht in seinem heutigen Zustand.
Deutlich sah man ihm an, dass er letzte Nacht nicht wirklich viel geschlafen hatte. Tiefe Augenringe zeichneten sich in seinem Gesicht, während sein total ungekämmtes Haar in alle Richtungen abstand und waren gestern die roten Sommersprossen auf seiner Haut fast nicht zu erkennen, so musste man heute nur noch umso genauer hinsehen.
Wie in Zeitlupe griff er nach dem Müsli und vermischte es mit der Milch, während er mit einem teuflischen Blick Parvati und Andrew Thomson fixierte, die gerade munter am Ravenclaw-Tisch dabei waren, kleine Spielchen miteinander zu spielen, bei denen es darum ging, wer zuerst nach Luft schnappte.
„Ich glaube die Milch reicht jetzt", sagte ich schnell und nahm ihm sie ihm aus der Hand, denn seine Müslischüssel war schon fast am Überlaufen.
Erst da kam Ron wieder etwas zu sich. Er stieß ein leises „Oh" aus und starrte verwundert in die verschiedenen Müsliteilchen, die hilflos in der weißen Suppe schwammen. „Toll, Frühstück auch versaut", moserte er schließlich und schob lustlos die Schüssel beiseite.
„Vielleicht solltest du versuchen die beiden einfach zu ignorieren", riet ich ihm. „So schafft sie es nur, dass du vielleicht im Alltag auch noch in Schwierigkeiten kommst."
„Was meinst du denn damit?" Irritiert zog Ron seine Braune empor. Für eine kleine Sekunde warf er ihnen wieder einen Blick zu, ließ das jedoch schnell bleiben und schenkte mir wieder seine Aufmerksamkeit.
„Na ja, stell dir doch mal vor, dass du für Snape eine Strafarbeit schreiben musst und deswegen in der Bibliothek recherchierst. Ist aber Parvati auch dort und vielleicht sogar noch mit Andrew, dann wird das mit der Strafarbeit nichts und Snape reißt dich in Fetzen."
Ron zeigte sich jedoch total unbeeindruckt von meinen Worten. „Parvati geht nicht in die Bibliothek", erklärte er träge. „Das hat sie nicht nötig, denn sie schreibt auch gute Noten ohne zu lernen."
Etwas verärgert sah ich ihn an. „Kann schon sein, jedoch wäre es möglich."
„Ja, ja..." Er zuckte mit den Schultern und packte wieder seine Tasche, die er zuvor auf dem Boden hatte fallen lassen. „Jetzt wo du von der Bibliothek redest, kommst du mit? Ich muss nämlich wirklich noch für Snapes Strafarbeit recherchieren."
Ich bemühte mich nicht schon wieder die Braue empor wandern zu lassen, jedoch schaffte ich es nicht einen Seufzer zu unterdrücken, als ich nickte und zusammen mit ihm in die Bibliothek ging.
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Wie immer vor acht Uhr morgens war die Bibliothek fast vollkommen leer. Es gab nur wenige, die sie vor dem Unterricht aufsuchten und dann nur in zwei Fällen, entweder um vergessene (oder aufgeschobene) Hausaufgaben auf den letzten Drücker nachzuholen, oder, weil man einfach über eifrig war. Während das letztere auch mich zutraf, konnte man mit Rons Beweggrund beim Ersten genau ins Schwarze treffen. Er saß vor einem dicken Buch mit der Aufschrift Tödliche Geheimnisse der Tränke und kritzelte unentwegt auf ein Blatt Pergament, unterdessen ich mich in einem Abteil in der Bibliothek herumtrieb, welches ich in den letzten Tagen etwas öfter aufgesucht hatte. Hexerische Liebesromane.
Würde man mich jetzt fragen, warum ich das tat, dann könnte ich nur mit einem Schulterzucken antworten. Vielleicht wäre die Antwort aber auch: Aus Langeweile. Niemals allerdings würde ich zugeben, dass mich das Ganze wirklich interessierte. Seit dem berüchtigten Abend vor zwei Wochen verspürte ich aber den Drang das Geschehne wiederzuerleben. Natürlich war die Möglichkeit „Malfoy" vollkommen ausgeschlossen (so viel auch zu seiner Nachricht von heute Morgen), allerdings gab es da immer noch die zweite und viel praktischere Variante „Bücher".
Ebenso primitiv wie ein Abendteuer mit Malfoy. Also, was soll's.
Es war wirklich unglaublich was man so in dieser Bibliothek fand. Mir war schon immer klar, dass Hogwarts wahrscheinlich eine der größten und besten Büchersammlungen Englands, wenn nicht sogar der ganzen Welt, besaß, doch das dieses Sortiment auch eine unzählige Menge an Liebesromanen beherbergte, war mir vollkommen neu. So viel dann auch dazu, dass ich in der Bibliothek jedes Buch in- und auswendig kannte. Es gab einfach alles. Von normalen Muggel über Vampiren bis zu Dämonen unter den Titeln Zügellose Leidenschaft; Blutige Sehnsucht; Wenn der Werwolf heult, komme ich; Ein Biss und du gehörst mir oder Deine Morgendämmerung lässt mich brennen. So langsam hatte sich das Lesen dieser Geschichten sogar zu einer Sucht entwickelt (und rückte meine heißgeliebten Abteilungen „Historische Romane" und „Wissenschaft der Magie" vollkommen in den Schatten), doch ich musste ehrlich zugeben, an die Realität reichte nichts heran und so langsam machte sich bei jedem neuen Wort aus solchen Büchern eine tiefe Sehnsucht in mir breit.
Ich wollte nicht nur lesen, sondern auch spüren. Heiße Haut sollte sich an meiner reiben, Küsse sollten meinen Körper bedecken, Zungen darüber gleiten und am Ende sollte ich die Erlösung durch rhythmische Stöße finden, die nicht von meinen zwei viel zu kleinen Fingern ausgingen, die während dieser ganzen sexuellen Ergüsse an Texten in mir versanken.
Aber auch gab es einen weiteren Auslöser für diese Sehnsucht. Diese ganzen Menschen und Wesen – selbst die brutalsten und hässlichsten – in den Romanen besaßen alle das, was ich selbst nicht hatte. Jemanden, den sie liebten und von dem sie geliebt wurden. Das hörte sich vielleicht jetzt ziemlich dramatisch an, doch dem war eben so.
Plötzliche Schritte ließen mich aufhorchen und rissen mich somit wieder aus meinen Gedanken. Als Rons Stimme erklang, zog sich mein Herz zusammen. Vor lauter Schreck ließ ich das Buch mit der Aufschrift Liebesgrüße vom Werwolfsjungen fallen, welches ich soeben aus dem Regal genommen hatte. Es war aber zu spät den Roman aufzuheben und zurück zu stellen, denn er sich bereits hinuntergebeugt und nach ihm gegriffen.
Mit überraschten Blick schielte er auf den Titel, während er sich wieder aufrichtete.
„Liebesgrüße vom Werwolfsjungen", las Ron laut, während sich schließlich ein Grinsen über sein Gesicht zog und mich abschätzend betrachtete. „Ich wusste gar nicht, dass du so einen Schund liest."
Ich fühlte mich auf eine eigenartige Weise ertappt. Schnell schnappte ich ihm das Buch aus der Hand und stellte es zurück. „Das ist mir runtergefallen. Ich suche nach einem anderen Buch."
„Etwa Wenn mein Herz nach deinen Bissen schreit?", lachte Ron spöttisch und meinte damit den Titel eines weiteren Romans. „Kein Wunder, dass du den ganzen Tag nicht aus der Bibliothek kommst."
So langsam merkte ich, wie mir die Röte ins Gesicht schoss und ich deshalb meinen Blick nach unten, auf den Fußboden, wandern ließ. Es war mehr als peinlich. Normalerweise war ich immer das Mädchen, welches Wissen nur so in sich hineinsaugte und zwar in Form von Geschichts- und magischen Wissenschaftswälzern. Hermione Granger und Nachhilfeunterricht in Sachen Liebe jedoch, hörte sich ziemlich traurig an.
„Du bist wohl ziemlich einsam was?", fragte Ron plötzlich mit ruhiger, fast mitleidiger Stimme.
Erschrocken sah ich vom Boden wieder auf. Niemals hätte ich gedacht, dass Ron mich so etwas fragen würde und erst Recht nicht hätte ich erwartet, dieses Mitgefühl in seinem Blick entgegengeschleudert zu bekommen. Langsam spüre ich, wie ein Funken Zorn mich durchwallte. Er hatte doch keine Ahnung! In seinen Augen war ich wahrscheinlich die arme kleine Hermione, die noch nie einen Typen hatte und ich konnte schon förmlich sehen, wie er dachte: Ron, sieh's positiv, im Vergleich zu ihr, bist du wesentlich besser dran und wirst nicht als Jungfrau sterben!
„Was soll das denn jetzt bitteschön heißen?", presste ich unter zusammengebissen Zähnen hervor.
Ich wusste, dass Ron die aufkeimende Wut in meinen Gesichtszügen erkennen konnte. Jedoch schien er sich nicht sonderlich viel daraus zu machen, denn er blieb die Ruhe selbst. „Na ja, Harry ist glücklich mit Ginny zusammen und ich habe..." Er hielt kurz inne. „... hatte Parvati. Du warst schon irgendwie... das fünfte Rad am Wagen."
Seine Worte waren wie ein Faustschlag, die mich mit voller Stärke ins Gesicht trafen. Das fünfte Rad am Wagen? Hatte er das eben wirklich zu mir gesagt? Diese Situation hatte mich sogar schon so getroffen, dass ich nicht wirklich wusste, was ich darauf erwidern sollte und sprachlos war ich wirklich selten.
„Schau nicht so Hermione, es stimmt doch", fuhr Ron dann fort. Er trat näher auf mich zu, wobei ich merkte, dass er mich vorsichtig beäugte. Wahrscheinlich fürchtete er jeden Moment eine Ohrfeige verpasst zu bekommen. Diese hätte ich ihm ja zu gerne gegeben, doch irgendetwas hinderte mich daran. Noch lieber aber hätte ich ihm die bittere Wahrheit hingeschleudert, die ihn mehr als wahrscheinlich von seiner selbstsicheren Mitleidstour abbringen würde. Ronald Weasley, deine beste Freundin wurde von Draco Malfoy entjungfert!
Aber nichts der Gleichen tat ich. Vielleicht, weil ich wusste, dass er eigentlich Recht hatte...
„Mir ist das schon so oft aufgefallen. Harry und ich, wir beide hatten immer jemanden. Zumindest fast immer. Du jedoch... warst ganz alleine."
„Sag mal, was soll das eigentlich werden, Ronald?" Meine Stimme war zurückgekehrt, voller bebender Wut, während ich meine Augen zu Schlitzen verengt hatte. Wie automatisch griff ich in die Innenseite meines Umhangs, um meinen Zauberstab zu umklammern, fest entschlossen, Ron bei seinem nächsten dämlichen Spruch zu verhexen.
„Aber ich glaube ich weiß, wie du dich nicht mehr so einsam..."
„Wer zum Teufel sagt denn, dass ich mich einsam fühle?", unterbrach ich ihn zornig.
Ron schreckte zurück, als ich meine Zauberstab hervorzog und ohne auch nur mit der Wimper zu zucken einen Fluch aussprach, der die Bücher aus den Regalen warf und auf Ron fliegen ließ. Er hatte Mühe ihnen auszuweichen, mich störte es aber nicht im geringsten. Mit garstiger Miene wandte ich mich von ihm ab und verließ die Bibliothek, gerade noch rechtzeitig, denn schon waren die lauten Schreie von Mrs. Pince zu hören, die ihm einen ordentliche Strafpredigt hielt.
In all der Aufregung merkte ich nicht, wie mir die Nachricht von Malfoy aus der Umhangtasche gefallen war, als ich meinen Zauberstab gezogen hatte. Das hätte ich vielleicht aber besser tun sollen, wie mir später deutlich bewusst wurde. Natürlich war ich nicht zu dem kleinen Treffen im Astronomieturm erschienen, ich hatte nicht mal mit dem Gedanken gespielt, dies zu tun, allerdings hatte sich eine ganz andere Person darauf eingelassen, was sich beim Frühstück am nächsten Morgen herausgestellt hatte.
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Mir blieb kaum Zeit, die neuste Mischung meines Erdbeermüslis zu kosten, als sich auch schon ein ziemlich verärgerter Ron neben mich niederließ. Seit gestern hatte ich ihn keines Blickes mehr gewürdigt und mir war ehrlich gesagt auch ziemlich egal, ob er auf mich sauer war, denn eigentlich war ich diejenige, die wütend sein sollte.
Als er aber einen kleinen, mir wohl bekannten, Zettel vor mir auf den Tisch legte, stockte mein Atmen und ich war mir ziemlich sicher, dass auch mein Herzschlag für kurze Zeit aussetzte.
„Ich hatte gestern ein kleines nettes Date", erklärte Ron im beiläufigen Tonfall und sah mich herausfordernd an.
Ich mühte mich, mir nichts anmerken zu lassen und auch nicht seinen Blick zu erwidern. Stattdessen murmelte ich „Schön für dich" und steckte mir einen Löffel voller Flocken in den Mund. Die Extraportion Erdbeeren schmeckte einfach himmlisch.
Eigentlich stellte sich aber gerade ein recht ungewöhnliches Bild vor meinem Inneren Auge zusammen. Malfoy, der darauf wartete, eine kleines Abenteuer mit einer Gryffindor zu erleben, während dann allerdings ihr bester Freund Ron in den Turm kam. Das Highlight wäre gewesen, wenn Malfoy und Ron sich durch die Dunkelheit nicht erkannt hätten. Wäre wirklich nett gewesen, wenn es sich so abgespielt hätte, doch ich, hatte mich in Grund und Boden geärgert, wenn ich so etwas verpasst hätte.
Leider Gottes schaffte ich es nicht das Grinsen auf meinem Gesicht zu verbergen. Da ich aber wusste, dass es mehr als verräterisch aussah, biss ich mir schnell auf die Unterlippe und versuchte den Gedanken zu vertreiben. „Ging ja schnell, kaum bist du wieder auf dem Markt, da bekommt man wieder Einladungen zu kleinen Spielchen im Astronomieturm. Willst du mir das etwa jetzt unter die Nase reiben, weil ich ja ach so einsam bin oder was?", fragte ich spöttisch und blitzte ihn wütend an, nachdem ich meinen Flocken geschluckt hatte.
„Du weißt genau, dass diese Einlandung nicht für mich war", zischte Ron leise. Gefährlich nahe hatte er sich zu mir hervorgebeugt und ich konnte in seinen Augen erkennen, dass er nicht Ruhe geben würde, ehe er wusste, was los war.
„Ach? Nicht für dich?", fragte ich gespielt unwissend. „Ron, du kannst ruhig zugeben, dass dir nach der Trennung von Parvati diese Sporteinlagen fehlen. Es ist doch nur verständlich, die Beziehung zu Mitschülerin zu vertiefen, wenn man das Bedürfnis verspürt."
Für einen Augenblick trat Stille ein. Ich sah, wie Ron tief durchatmete und plötzlich nach meinem Handgelenk griff, um mich näher an sich heranzuziehen. „Kann sein, doch diese Sporteinlage mit Malfoy zu erleben, ist nun ganz und gar nicht nach meinem Geschmack."
Jetzt schaffte ich es nicht mehr mein Grinsen zu unterdrücken und zu allem Überfluss fing ich auch noch zu lachen an. Eigentlich hätte ich nun ja Grund zur Besorgnis, doch die wollte sich bei mir einfach nicht einstellen.
„Und wie war er?", gluckste ich. „Nach deinen Sommersprossen heute zu urteilen – die nebenbei bemerkt wieder eine gesunde Farbe besitzen – muss es ja nicht allzu schlecht gewesen sein."
„Anscheinend redet da unsere Streberin aus Erfahrung", meinte Ron kalt. „Komm mit!"
Auf einmal verstärkte sich sein Druck um mein Handgelenk und er zog mich unsanft aus der Großen Halle. Meine protestierenden Rufe und Versuchen, sich von ihm loszureisen, halfen relativ wenig. Ron war schon immer um einiges stärker als ich gewesen.
Er schob mich in ein leeres kleines Klassenzimmer und drückte mich gegen die Wand, während er eng an mich gedrängt dastand. Das Blau in seinen Augen blitzte vor Zorn und in seinen Gesichtszügen konnte man deutlich erkennen, dass heute ganz und gar nicht gut mit ihm Kirschen zu essen war.
So langsam bekam ich es sogar ein wenig mit der Angst zu tun und so begann ich auch, die Situation als durchaus heikel einzustufen. Immer noch verspürte ich den Wunsch ihm die Besenschrank-Nummer mit Malfoy unter die Nase zu reiben, mir war aber bewusst, dass es deutlich besser für mich wahr, die Klappe zu halten – insbesondere jetzt. Das tat ich auch. Ich sah ihm wütend und mit einem herausfordernden Blick entgegen.
„Was wird das?", wisperte ich. „Ron, wenn du willst das wir es hier machen, hättest du mir ja gleich auch so einen netten Zettel schreiben können, dann wäre ich wenigstens vorbereitet gewesen und hätte extra für dich noch ein bisschen Spielzeug mitgenommen. Immerhin habe ich aus meinen Büchern viel über Spielzeug gelernt."
Ein kleines verführerisches, und doch unschuldiges, Lächeln huschte mir über die Lippen, während sich meine Hand auf seine Brust legte.
Ron jedoch, ließ meine kleine Nummer vollkommen kalt. Er griff nach meiner Hand, drückte sie nach oben gegen die Wand und hielt sie dort fest. „Sag mal, was ist eigentlich los mir dir?", herrschte er mich an. „Das bist doch nicht du!"
Das Verführerische verschwand aus meinem Gesicht und der Zorn ergriff wieder Oberhand. Ich versuchte mich von ihm loszumachen, doch es schlug fehl. So ließ ich es bleiben und konzentrierte mich alleine darauf, wütend auf Ron zu sein.
„Was los mir mit ist?", rief ich ihm entgegen. „Was zum Teufel ist denn los mit dir? Du schleppst mich hier in ein Klassenzimmer und treibst mich in die Enge, nur weil Malfoy ein kleines Date mit dir wollte!"
Ron verstärkte den Griff um meine Hand aber so stark, sodass sie langsam zu schmerzen begann. Er beugte sein Gesicht zu meinem hinunter und blitzte mir erbost entgegen. „Lass diese Spielchen Hermione, ich weiß genau, dass diese Nachricht für dich war. Die ist dir nämlich gestern aus der Tasche gefallen!"
Ich wusste nicht wirklich, was ich darauf erwidern sollte. Allerdings war mir klar, wenn ich jetzt schweigen würde, käme es einem Schuleingeständnis gleich.
„Kann sein!", stieß ich also hervor, noch ehe ich länger darüber nachdachte.
In der nächsten Sekunde bereute ich es aber sofort. Ron drückte sie nur noch enger an mich und wirkte von Wort zu Wort rasender. „Verdammt noch mal! Hermione, du kannst es doch nicht wirklich mit diesem Kerl treiben!"
„Schrei mich nicht so an!", rief ich aufgebracht. „Lass mich endlich los! Wer sagt denn, dass die Nachricht von Malfoy war, nur weil du ihm begegnet bist, he?"
Inzwischen war mir vollkommen klar, ich steckte in einer ziemlich blöden Situation und jetzt sollte man solche Spielchen wie eben unterlassen. Wenn ich Glück hatte, dann würde ich ihm entkommen, ohne von ihm gelyncht zu werden.
Tatsächlich – gegen meiner Erwartung – ließ Ron sogar von mir ab. Mit beklommener Miene trat er ein paar Schritte zurück, sah kurz auf den Boden und hob schließlich wieder seufzend den Kopf. „Hermione... ich will doch nur das Beste für dich", meinte er mit einer Stimme, von der ich wusste, dass sie so ruhig wie möglich klingen sollte.
„Ach ja?", erwiderte ich spitz, „Dann lass in Zukunft solche Aktion."
Für ein paar Sekunden sah er mich ernst und nachdenklich an. „Hast du wirklich..." Er schluckte. „mit Malfoy... du weißt schon?"
„Selbst wenn, es geht dich nichts an, Ronald. Immerhin ist es mein Körper, nicht deiner." Oh Gott, wie sehr ich es hasste! Diese Bevormundung! Was fiel ihm eigentlich ein? Jedes Mal aufs Neue! Gab es einen Typen in meinem Leben, dem ich auch nur auf die kleinste Weise näher kam, dann drehte er vollkommen durch. Sicher, bei Ginny war es das Gleiche – doch dieser Moment eben unterschied sich von allem bisher da gewesenem. „Auch hast du keinen Anspruch darauf", endete ich schließlich hart.
Ron sog tief die Luft ein und ich war mir ziemlicher sicher, dass es einem weiteren Wutanfall näher war. Urplötzlich griff er erneut nach meinem Handgelenk und drückte mich gegen die harte Wand, indem er meinen Körper gegen seinen presste. Mir blieb weder Zeit zu reagieren, noch mich auf seine Lippen vorzubereiten, die sich sogleich über meine hermachten.
Seine Hände waren auf einmal überall. Während eine Hand begann meine Brust zu kneten, wanderte die andere langsam unter meinen Rock und ich konnte sie auch schon auf der heißen Haut in meiner Schenkelinnenseite wahrnehmen.
Ein seltsames Gefühl überkam mich. Es war kein Ekel vor Ron und auch obwohl der Kuss so stürmisch von Statten ging, sodass mir keine Reaktionszeit blieb – geschweige denn Zeit, um das Ganze überhaupt zu genießen –, fühlte sich seine Hand auf meiner doch seltsam gut an und irgendwie verspürte ich auch den Wunsch sie würde sich weiter vorantasten. Trotzdem rotierte nur eine Frage in meinem Kopf auf und ab: Was zum Teufel war hier los?
„Ron", keuchte ich pressend hervor und versuchte seinen Lippen zu entkommen, indem ich meinen Kopf so gut es ging drehte. „Ron!"
Sofort ließ er auch von meinem Lippen ab, ließ jedoch seine Hände unter meinem Rock und an meinen Brüsten ruhen.
„Ich...", japste er irritiert, während seine großen erschrockenen Augen in meine verwunderten sahen.
„Was wird das?", fragte ich schließlich.
Langsam wanderte sein Blick von meinem Gesicht hinunter auf die Bluse, die eigentlich meinen Busen mit weißem Stoff überziehen sollten. Bei Rons wilder Kneterei hatte sich allerdings ein Kopf gelöst und so war nun der schwarze Spitzen-BH zu erkennen, der sich sanft um meine, wirklich nicht kleinen, Rundungen schmiegte.
„Ich... brauche das einfach", murmelte er und sah mich schließlich wieder an. Ich glaube sogar Ekel vor sich selbst in seinen Augen zu erkennen. „Hermione... es tut mir Leid, doch... vielleicht... Du brauchst es auch, hab ich Recht? Sonst wärst du nicht mit Malfoy... oder wie auch immer es gewesen sein mag. Ich weiß, auch du brauchst es. Parvati hat Schluss gemacht, ich habe niemanden mehr und du willst das Selbe wie ich, also können wir uns doch das geben, was wir brauchen, oder?"
Für ein paar Sekunden musste ich seine Worte noch einmal verinnerlichen, um überhaupt hinter die Bedeutung für mich zu kommen. Ein unverbindliches Angebot für kleine Abenteuer zu zweit? Von...
Ronald Weasley, siebzehn Jahre, Rotschopf, bester Freund, auch genannt: „Bruder".
Bruder? Abermals ging mir der Gedanke von gestern durch den Kopf: Es wäre wie Inzest?
Ich spürte immer noch seine Hand, die auf einer meiner Brüste lag und meine Nippel steif werden ließ, als auch die, die nahe meines, doch ziemlich durchnässten, Slips ruhte und jede Sekunde an einer Stelle eindringen konnte, die es sogar schaffte mich selbst zu vergessen. Allerdings spürte ich auch noch etwas anderes... hartes.
Rons Glied drückte sich ebenfalls gegen die Innenseite meiner Schenkel, die ich bei den Wanderungen seiner Hand unweigerlich geöffnet hatte, und war jeden Moment dazu bereit, mir dieses Gefühl zu geben, welches nicht nur vollkommen vergessen ließ, sondern welches mich auch auf den Gipfel bringen würde, den ich seit zwei Wochen trotz aller eigenmächtiger Befriedigungen so sehr misste.
Wenn ich sogar schon solche Gedanken über ihn zuließ und mich trotzdem doch keinerlei Ekel vor ihm überkam, wieso bei Merlin bezeichnete ich ihn dann als „Bruder"? Er war zwar Ron Weasley, doch ich habe es mir so sehr gewünscht und Draco Malfoy war nun eben verboten. Man musste das nehmen, was man bekam und das, was keine Folgen nach sich ziehen würde.
Gedankenverloren sah ich in seine Augen. Noch immer war der Ekel vor sich selbst darin zu erkenne, doch auch das Fehlen danach, erhört zu werden und während ich sein Glied immer noch gegen mich gedrückt spürte, erkannte ich, dass auch Sehnsucht in den blauen Tiefen verborgen war. Sehnsucht nach mir, Sehnsucht nach meinem Körper und Sehnsucht danach, dass ich ihm das geben konnte, was er so dringend benötigte.
Wieso sollte ich denn sein verlockendes Angebot ausschlagen, wenn ich es auch so sehr wollte?
Langsam machten sich meine Hände an dem Gürtel seiner Hose zu schaffen, während ich ihm immer noch in die Augen sah. „Ohne Verpflichtungen?", wiederholte ich.
Ron nickte.
Ein Lächeln breitete sich auf meinen Lippen aus und ich ließ seine Hose auf den Boden gleiten, drückte ihn schließlich von mir, ging an ihm vorbei und setze mich auf einen der Tische.
Erwartungsvoll blickte Ron mir entgegen, als ich meine Bluse öffnete und den Blick auf meine, im BH versteckten, Brüste und meine goldbraune Haut freigab, während ich meine Beine spreizte und mich verführerisch mit den Handflächen nach hinten lehnte.
„Also, Ronald Weasley", lächelte ich und leckte mir keck über die Lippen. „Zeig mir was du so kannst."
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to be continued
