Dieses Kapitel ist so lang geworden, das ich es geteilt und die erste Hälfte schon mal hochgeladen habe. Der zweite Teil wird wahrscheinlich etwas kürzer sein.
Mir gehört nichts von alledem und ich verdiene kein Geld damit.
Dies sind alles Aussagen und Gedanken der handelnden Personen und nicht meine persönliche Meinung.
Für C.
2. Kapitel
Skandal
Hey Dad, look at me
Think back an talk to me:
Did I grew up according to plan?
And do you think I'm wasting my time
doing things I wanna do?
(…)
And you can't change me.
Perfect – Simple Plan
Und als der Zug in Hogsmead, dem kleinen Dorf bei Hogwarts angekommen war, holte Hagrid wie jedes Jahr seit seiner Einstellung als Wildhüter die Künftigen Erstklässler vom Bahnhof ab um sie durch die Dunkelheit zu den Booten zu führen.
„Irgendwie ist das doch verrückt,", sagte Malcom, als sie in die Boote kletterten, „da fahre ich den ganzen Weg von Inverness bis nach London mit dem Zug, nur um Umzusteigen und mit 'nem anderen Zug wieder fast die ganze Strecke zurück zufahren. Das soll mal einer verstehen!"
James drehte sich mit großen Augen zu ihm um. „Verflucht, wann bist du denn aufgestanden?"
Malcom zuckte bei James' Fluch zusammen, als hätte ihn etwas gestochen. „Mmpf", Schotten können fast jede Frage mit Mmpf beantworten. Was das dann genau heißt liegt wohl immer im Auge des Betrachters. „Früh halt."
Der See glänzte jetzt im letzten Licht des Sonnenuntergang wie ein großer, feurigrot-schwarzer Spiegel. Am anderen Ende des Sees thronte auf einem Felsen Hogwarts. Das gewaltige Schloss glänzte prächtig in der tiefschwarzen Nacht, jedes Fenster in den Hunderten Türmen und Erkern war hell erleuchtet von einem gemütlich-warmen, gelben Licht wie es nur Kerzen zustande bringen und nie und nimmer eine Glühbirne.
„Alle drin?", rief der hünenhafte Mann, der die Erstklässler mit seiner Laterne und schier unübersehbarer Größe vom Bahnsteig hinunter zum See gelotst hatte – Er muss ein Riese sein, dachte Malcom, ein Riese wie in einer alten Geschichte. - „Na dann – VORWÄRTS!"
Malcom fuhr vor Schreck zusammen als die Boote plötzlich wie von Geisterhand gestoßen losfuhren, was James mit einem kleinen Lachen quittierte.
„Das ist eine Schule Schule für Hexerei und Zauberei. Die beste Schule in ganz England. Oder sogar der ganzen Welt, wenn du meinen Vater fragst! An solche Dinge musst du dich gewöhnen, Malcom. Immerhin lernen wir die nächsten sieben Jahre hier.", grinste er dem Größeren ins Ohr.
Während sie über den schwarzen See glitten der irgendwie kein Ende zu nehmen schien (vielleicht war Malcom auch einfach nur so nervös, das sich die Zeit ins unendliche dehnte) dachte er an das was James ihm im Zug erzählt hatte.
'Ich frage mich in welches Haus ich komme. Was das ist? Oh, du kommst ja aus einer Muggelfamilie, da weißt du das nicht. Die Schüler werden in Hogwarts in vier Häuser eingeteilt, Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw und Slytherin' hatte James gesagt und bei der Erwähnung des letzten Namens geguckt, als wohle er gleich ausspucken 'Die Häuser sind nach den vier Begründern Hogwarts benannt, und jedes Haus von ihnen geprägt, also sind die Hufflepuffs freundlich und hilfsbereit, wenn auch nicht SO begabt, die Ravenclaws auf Leistung und Wissen fixiert, die Slytherins sind einfach verlogenen, hinterlistige, schwarz magische Schlangen, egal was sie behaupten, da kommen nur die aufgeblasenen, reinblütigen Adligen hin. Und als letztes Gryffindor. Gryffindor steht für Mut, Tapferkeit und Freundschaft. Meine Eltern waren beide Gryffindors', hatte James seine Erklärung beendet und sich in die Brust geworfen. Es war nicht schwer zu erraten, welches Haus er den anderen vorzog.
Malcom hatte versucht sich Eltern die mutig, tapfer und freundschaftlich waren vorzustellen, aber irgendwie war es ihm nicht gelungen. Das ist ja auch keine leichte Aufgabe.
In diesem Moment stieß James ihm in die Rippen. Malcom sah ihn fragend an und James nickte ihn Richtung eines Bootes, das ein Stück vor ihnen wie an einer Unsichtbaren Leine gezogen über den See plätscherte.
Malcom folgte seinem Blick und grinste. Das, was James Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte war ein, soweit man das von hinten erkennen konnte, recht hübsches, rothaariges Mädchen. Das erste was ihm auffällt ist ein Mädchen. Schwachkopf, dachte er wie Jungen in dem Alter halt so sind.
xXx
Unter den Erstklässlern, die über den See ihrem ersten Schuljahr entgegen fuhren, befand sich auch ein rothaariges Mädchen namens Lily Evans.
Lily war normal groß und schlank, sie hatte leuchtend grüne Augen und ein paar vereinzelte Sommersprossen auf der etwas stupsiegen Nase. Alles in allem war sie ein ganz normales Mädchen.
Neben Lily im Boot saß Amy Neal, ein Mädchen mit dem sie sich schon während der Zugfahrt ein Abteil geteilt und gut unterhalten hatte.
Sie waren dem Schloss schon sehr nahe gekommen, als Amy den Kopf in den Nacken legte und flüsterte: „Sie mal wie schön es ist, Lily. Und wie groß. Sollen wir wirklich da wohnen?"
Amy hatte recht, das Schloss sah wirklich wunderschön vor dem Schwarzen Nachthimmel aus. Lily musste an das Schloss auf dem Einband eines Märchenbuches, das sie als sie kleiner gewesen war gehabt hatte, denken. Sie hatte als früher (und auch heimlich später noch) immer an Magie geglaubt und alles, was damit zu tun hatte geliebt, und sie hatte Recht behalten. Im Gegensatz zu ihrer Schwester, denn Petunia Evans hasste alles Übernatürliche. Sie hatte Lilys Geschichten und Märchen gehasst, und jetzt hasste sie das, was für ihre Schwester Realität geworden war.
Kurz war Lily selbst noch einen letzten Blick nach oben, bevor die Bote durch einen Vorhang aus – ja, aus was eigentlich?, fragte sich Lily – in einen langen, düsteren Steintunnel fuhren. Der Tunnel endete in einem Gewölbe, das wohl tief unter den Mauern Hogwarts' liegen musste, in dem die Boote an einer Art steinernem Anleger festmachten. Der gigantische Mann, der sie schon vom Bahnsteig abgeholt hatte sprang als erster aus seinem Boot – er brauchte Eines für sich alleine, so groß war er – und bedeutete den Anderen ihm zu folgen.
Lily kletterte aus dem Boot und reichte Amy, die weiter hinten saß, die Hand um ihr hoch zu helfen. Als sie sich aufrichtete traf ihr Blick den eines Jungen, der etwas weiter hinten stand.
Amy, die ihrem Blick gefolgt war, meinte: „Er sieht nett aus, oder?" Es war nicht schwer zu erraten, was sie mit nett meinte.
Der Junge grinste ihr quer über den Weg zu. Lily rollte genervt mit den Augen.
Arroganter Schwachkopf, dachte sie wie Mädchen in dem Alter so sind.
xXx
Als alle Schüler, unter ihnen auch James und Malcom, ausgestiegen und durch einen weiteren Steintunnel der direkt aus dem Fels geschlagen worden war hinter Hagrid her bis zur schweren Eichentür des Schlossen gekommen waren, empfing sie eine große, gertenschlanke Hexe mit zu einem Knoten zusammengebundenen Haaren, einer langen Nase und einem strengen Gesicht. Sie hieß Professor McGonagall, wie sie sich den Kindern vorstellte.
Sie führte sie durch das Portal in die gigantische Eingangshalle. Die Wände wurden von Fackeln erhellt und vor ihnen wand sich die größte Marmortreppe, die Malcom je gesehen hatte (Er hatte, soweit er denken konnte eh noch nie eine Marmortreppe gesehen, die sind nämlich rarer als man denkt, außer vielleicht in Zauberschulen), in die Höhe. Von Rechts hörte Malcom die Geräusche, die er vom Speisesaal gewöhnt war, nur das dieser viel, viel größer sein musste. Generell schien hier alles viel größer zu sein. Professor McGonagall führte sie weiter in eine kleine Kammer neben der Großen Halle.
Die Schüler drängten sich nervös zusammen, als Professor McGonagall zu sprechen anfing: „Willkommen in Hogwarts. Das Bankett zur Eröffnung des Schuljahres beginnt in Kürze, doch bevor ihr eure Plätze in der Großen Halle einnehmt,"(Hier holte sie Luft, bevor sie weitersprach. Malcoms Meinung nach redete sie als hätte sie das alles vor Jahren auswendig gelernt und leierte es immer aufs neue herunter.) „werden wir feststellen, in welche Häuser ihr kommt. Das ist eine wichtige Zeremonie, denn das Haus ist gleichsam eure Familie in Hogwarts. Ihr habt gemeinsam Unterricht, ihr schlaft im Schlafsaal eures Hauses und verbringt eure Freizeit im Gemeinschaftsraum."
Während sie weiter redete flüsterte James Malcom ins Ohr: „Jetzt zieht sie ihre Alle-Häuser-sind-gleich-gut-und-ihr-braucht-euch-n icht-zu-schämen-wenn-ihr-ein-Hufflepuff-werdet-Num mer ab. Aber wenn ich nach Slytherin komme, breche ich die Schule ab, bevor ich überhaupt angefangen habe."
„Ich komme wieder, wenn alles fertig ist. Bitte wartet so lange und bitte, bitte verhaltet euch ruhig und gesittet." Sah so aus, als ob nicht alle neuen Schüler nervös von einem Bein aufs andere traten. Dann verschwand sie wieder durch die Tür nach draußen.
„Sehen wir den so unsittlich aus?", fragte der Junge, der rechts neben James stand, und äffte Professor McGonagalls Tonfall nach. Er war klein und dünn, was von seinem zu großen Umhang noch betont wurde, hatte ein schmales, furchtbar blasses Gesicht und sah im allgemeinen fürchterlich kränklich aus. Doch seine bernsteingoldenen Augen blitzten lebendig.
„Wie eine Horde wilder Schneetrolle!", sagte James und streckte im die Rechte zur Begrüßung entgegen. „James Potter. Und das da neben mir ist mein fürchterlicher Kumpan Malcom McDonald. Den Rest des Namens hab' ich leider vergessen, tut mir ehrlich leid Kumpel."
„Mmpf.", antwortete Malcom. „Das passt schon so."
„Remus Lupin", antwortete der Kleine. „Kann ja keiner behaupten, das Trolle besonders Intelligent wären."
James blies in gespielter Empörung die Wangen auf und Lupin musste lachen.
„Ähm, James, wie werden den jetzt eigentlich die Häuser eingeteilt?", fragte Malcom „davon hat sie nämlich nichts gesagt."
„Ich habe Dad danach gefragt, aber er wollte es mir nicht sagen. Aber wir werden schon keine Drachen erschlagen müssen, oder?", fragte James rhetorisch. Dann riss er die Augen auf und fragte gespielt entsetzt: „Oder etwa doch?"
Jetzt mussten sie alle drei Lachen. Es tat gut nicht mehr so nervös zu sein, und die drei waren so nervös, das sie in diesem Moment wahrscheinlich über alles gelacht hätten. Lachen tat immer gut.
„Nimm deinen Köter an die Leine, McDonald, die Leute gucken schon!", sagte Lupin und kicherte. Er hatte recht, einige der anderen Schüler hatten sich umgedreht und guckten interessiert, was es den so Lustiges gäbe.
„Ach, der will doch nur spielen!", antwortete Malcom gerade in dem Moment, in dem Professor McGonagall zurück in den kleinen Raum trat.
Sie sah die drei kichernden Jungen etwas irritiert an.
Nachdem sie alle in einer lagen Schlange die große Halle betreten hatten, den Mittelgang hinuntergegangen waren und sich am Kopfende der Halle mit dem Gesicht zur Schülerschaft aufgestellt hatten, holte Professor McGonagall einen Stuhl und stellte ihn vor die künftigen Erstklässler. Auf den Stuhl legte sie einen Spitzhut. Einen ausgesprochen alten, geflickten, etwas schmutzigen Spitzhut.
Bevor Malcom sich einen Reim darauf machen konnte, begann der Spitzhut zu singen. Er war so verwirrt, das er nur die Hälfte von dem verstand, was der Hut da von sich gab. Koffer, die von alleine auf die Zimmer kamen? Gut, das konnte man Akzeptieren, da sah man ja wenigstens nichts von. Boote, die von alleine fuhren? Von ihm aus gerne, er war nicht scharf aufs rudern. Aber singende Hüte?! Malcom beschloss, das einige Zauberer einen gewaltigen Knall haben mussten.
Auf jeden Fall sah es so aus, als müssten sie den Hut aufsetzen. Das würde er doch wohl überleben, oder? Es war ja nur ein Hut.
Ein sprechender, verzauberter Hut, flüsterte eine Stimme in seinem Kopf. Ich hasse dich!, zischte er seinem Gewissen zu.
Und eine andere Stimme, die verdächtig nach Pater Anderson klang zitierte: „Die Zauberin sollst du nicht am Leben lassen"
Musste er ausgerechnet jetzt Bedenken bekommen? Es war ja nicht so, das er nicht auch so schon total nervös war, nein. Überhaupt nicht. Er war die Ruhe in Person. Arrrg! Außerdem bin ich ja keine ZauberIN!, dachte er selbstzufrieden. Wie man's halt auslegt. Diskussion beendet, Gewissen beruhigt.
„Ich rufe euch auf und ihr", sagte Professor McGonagall und sah sie der Reihe nach streng an, „setzt euch auf den Stuhl und setzt den Hut auf, damit wir euer Haus bestimmen können. Verstanden? Gut, Adalie Mase."
Ein etwas dickliches Mädchen mit schokoladenbraunen Locken und großen, kindlichen Augen tappte nach vorne und wurde, kaum das der Hut ihren Kopf berührt hatte, von diesem nach „HUFFLEPUFF" geschickt. Unter Beifall und mit einem breiten Lächeln auf den Lippen trippelte sie zum zweiten Tisch von rechts.
Adam Trible wurde ein Ravenclaw, und der innere der beiden linken Tische applaudierte.
Tja, jetzt ist deine Gnadenfrist wohl abgelaufen, dachte Malcom bei sich, als Professor McGonagall „Alexander McDonald" von ihrem Pergament ab lass. Zum Glück hatten sie den Rest des Namens weggelassen. Niemand braucht gleich drei Vornamen. „Nur Malcom.", murmelte er beim nach vorne gehen vor sich hin, so das nur er es hören konnte „Einfach nur Malcom."
Er hob den Hut von seinem Platz, setzte sich und stülpte ihn über seinen Kopf. Der Hut rutschte ihm beinahe sofort bis über die Augen, sodass er fast gar nichts mehr sah, nur einen hellen Streifen Fußboden und schwarzbraune Schummrigkeit.
Aus der Dunkelheit ertönte eine etwas piepsige Stimme, irgendwo sehr nah bei seinem Ohr. Aber bei welchem bloß? „Na, wen haben wir den da? Du bist nicht feige, soviel steht fest, du bist treu, und die Rübe hier ist nicht nur zum Haareschneiden da. Da bleibt wohl keine große Auswahl, natürlich bist du ein GRYFFINDOR!", piepste die Stimme, und aus einer inneren Eingebung heraus wusste Malcom, das sie das letzte Wort laut in die Halle gerufen hatte.
Er sprang auf, legte den Hut an seinen Platz zurück und Atmete glücklich durch. So schwer war das jetzt auch nicht gewesen. Obwohl einem Dinge, vor denen man sich fürchtet, ja oft im Nachhinein total albern vorkommen. Wie zum Beispiel die Schatten an der Zimmerdecke, die Malcom, als er kleiner wahr, immer für Raben gehalten hatte. Er hatte ein Heidenangst davor gehabt, das sie in der Nacht kommen und ihn fressen könnten. Warum ausgerechnet Raben wusste er selbst nicht.
Am ganz linken Tisch, dem Gryffindortisch, angekommen suchte er James Potter in der Reihe der neuen Schüler. Der sah zu ihm rüber und grinste. Ich wusste es, sagten seine Augen.
In diesem Moment wurde Amy Neal zum zweiten Gryffindor des Tages gekürt.
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Der zweite Teil kommt in ein paar Tagen. Versprochen.
Ich freue mich über Reviews :)
