„Hier spricht Atzerri Raumsicherheit. Nennen Sie Ihren Besuchsgrund, Ihr Ziel und Ihren Namen." Die Stimme am anderen Ende klang eindeutig gelangweilt.
„Ich bin Kral Brien. Ich habe eine Ladung Hydrospanner an Bord, die ich in der Stadt Talos verkaufen möchte."
In Wahrheit handelte es sich natürlich um Luke Skywalker. Da es viel zu gefährlich wäre, seine wahre Identität preiszugeben, hatte er sich flugs einen Tarnnamen zugelegt. Außerdem trug er Alltagskleidung, versteckte sein Lichtschwert und trug einen Blasterholster am Schenkel. Seine Haare trug er schwarz gefärbt. Schließlich legte er keinen Wert darauf, später in der Menge aufzufallen.
„Landeerlaubnis erteilt. Genießen Sie Ihren Aufenthalt und erfreuen Sie sich auch an unseren luxuriösen Gütern!"
Mit natürlichem Geschick lenkte der junge Jedi sein Raumschiff Richtung Boden. Sein Vater saß neben ihm, da er darauf bestand, dass Luke für den Fall der Fälle einen Copiloten benötigte. Luke hatte nicht die geringste Chance gehabt, seinem sturen Vater diese Forderung auszuschlagen.
Luke tat sich ziemlich schwer, einen geeigneten Fleck für die Landung zu finden, da der Raumhafen gestopft voll war. Manche Schiffe standen so nahe beisammen, dass es unmöglich wäre abzuheben, ohne ein anderes Schiff zu beschädigen. Luke murmelte ein paar Flüche, doch schließlich entdeckte er einen Landeplatz.
„Gib die Hoffnung nicht auf, Vater. Bis später!"
„Möge die Macht..."
Luke rannte bereits aus dem Shuttle. Auch wenn das Lambda Shuttle eine Menge unerwünschte Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde, musste Anakin dort bleiben, da er kaum gehen konnte. Überdies würde seine schwarze Gestalt sogar noch mehr Aufsehen erregen. Daher wollte er warten, bis Luke ein geeigneteres Quartier gefunden hatte.
Luke tat sich schwer, die engen Straßen des Marktes zu durchqueren. Man kam nur im Schneckentempo voran, weil die Straßen hoffnungslos überfüllt waren. Noch dazu konnte er nicht einfach so in das nächste Medicenter spazieren, da diese sicherlich nicht den Service anboten, den sein Vater benötigte. Er musste erst einmal die richtigen Kreise finden.
Nach ein paar Minuten nahm Luke einen fauligen Geruch in der Luft wahr. Er benutzte die Macht um seine Sinne zu unterstützen, obwohl das kaum nötig war. Der Geruch kam eindeutig von der nahen Kantina gleich am anderen Ende der Straße. Er wunderte sich ausgiebig, wie ein Lokal über diese Entfernung hinweg so riechen konnte.
Hmm, wenn ich Gangster finden will, ist das wohl der richtige Ort.
Luke betrat die Kantina und sofort wandten sich eine Menge Köpfe in seine Richtung.
Na großartig, das beginnt ja genauso wie in der Mos Eisley Kantina. Warum denkt alle Welt, dass ich nur ein Milchbubi bin? Vielleicht sollte ich mir einen Bart wachsen lassen...
Kallie hat damals schließlich auch behauptet, dass mir ein Bart gut steht.
Luke ging zu dem Barkeeper. Es handelte sich um einen Dug, der interessanterweise auf nur einem seiner vier Arme balancierte, und die anderen Arme pausenlos irgendwelche anderen Aufgaben erfüllen ließ.
„Was soll's sein?"
„Ein corellianisches Ale, bitte."
Der Barkeeper stellte Luke ohne Zögern ein Ale vor die Nase. Luke legte ein paar Credits auf die Bar, und zwar deutlich mehr, als das Ale eigentlich kostete. Der Barkeeper beäugte ihn neugierig und nahm sich die Credits.
Luke lehnte sich etwas nach vorne und sprach mit leiser Stimme: „Ich benötige Informationen. Ein Freund eines Freundes von mir hat ein kleines Problem. Etwas steckt in seiner Brust und er braucht eine spezielle Operation, um es entfernen zu lassen. Wissen Sie zufällig, wo ich Hilfe finden kann?"
„Nein, aber ich kenne einen Informationshändler, der so ziemlich über alles Bescheid weiß. Er kann Ihnen bestimmt bei Ihrem Problem helfen. Aber ich muss Sie warnen, Blah Swinder ist ein ziemlich irrer kleiner Sullustaner, so viel steht fest! Ha, das werden Sie selber noch früh genug rausfinden. Jedenfalls lebt er in Apartment 97 des Geith Gebäudes, gleich am Ende des Markts."
„Danke." Luke ließ sein Getränk einfach stehen und machte sich auf seinen Weg. Er war ein wenig erleichtert, da er wusste, dass er sich auf der richtigen Spur befand, auch wenn es ihn ein bisschen beunruhigte, dass sein Kontaktmann wahnsinnig war.
Egal, zur Not helfe ich seinem Verstand mit der Macht auf die Sprünge.
Anakin versuchte sich in eine heilende Trance zu versetzen, aber seltsamerweise benötigte er dafür viel mehr Konzentration, als er gewohnt war. Er merkte, dass die helle Seite ihm eher widerwillig ihre Kraft verlieh. Diese neue Schwäche ärgerte ihn, schließlich war er gewohnt, alle Schwächen sofort auszumerzen. Ein paar Tage zuvor wäre diese Machttechnik kaum erwähnenswert gewesen.
Doch jetzt hinderte ihn sein Gefühlschaos daran, wahren Frieden zu finden, und das blockierte seine Fähigkeit, die helle Seite zu verwenden. Noch frustrierender war das Wissen, dass die dunkle Seite sofort zu seiner Hilfe eilen würde, dass er sich nicht im Mindesten anstrengen müsste.
Aller Anfang ist schwer, also hör auf zu jammern.
Dann fiel ihm Luke ein und plötzlich ging alles viel leichter. Wenn er an Luke dachte, fand er den Frieden, den er brauchte, es schien fast so, als ob Luke ihn wie ein Anker zum Licht zog, so wie es am Todesstern der Fall war.
Er fiel in Trance.
Doch schon nach ein paar Minuten erwachte er wieder, weil ihn ein Geräusch weckte. Es war ein unangenehm quietschendes Geräusch. Anakin war nicht so dumm, seinen Sinnen zu misstrauen. Er fokussierte sich auf die Strömungen der Macht. Da! Fünf Personen machten sich an dem Shuttle zu schaffen. Anakin wandte sich ihren Gedanken zu, aber nein, wieder wurde er aufgehalten.
Irrelevant, ich brauche die Macht nicht, um zu wissen, dass es sich um eine Bande neugieriger Diebe handelt.
Er lächelte ein wenig, wenn er an den Schrecken dachte, den er ihnen einjagen würde.
Endlich hatten die Narren es geschafft und betraten das Schiff. Sie leuchteten mit kleinen Lampen hinein, da es stockdunkel war. Alsbald entdeckte einer von ihnen einen Lichtschalter.
Oh ja, ihre Reaktionen sind tatsächlich amüsant.
„Vielleicht solltet ihr eure Berufswahl überdenken," riet er innerlich belustigt.
Die Anführerin, eine kräftige Menschenfrau, schwieg ein paar Sekunden, bevor sie antwortete.
„Wir sollten ihn mitnehmen. Er ist verletzt, und es ist bestimmt ein fettes Kopfgeld auf ihn ausgesetzt."
Anakins Lächeln schwand. Er fühlte, wie sich der Ärger in ihm reflexartig aufbaute, genauso, wie er es seit Jahrzehnten trainiert hatte.
„Ich versichere euch, dass ich euch immer noch wie Maden zerquetschen könnte. Ich empfehle eine weisere Vorgehensweise, nämlich das Schiff zu verlassen und die Erinnerung an diesen Vorfall aus euren Gedächtnis zu streichen."
Woraufhin ich fliehen werde, weil man diesen Lebensformen nicht trauen kann.
„Wer ist dabei?" Die Stimme der Frau klang halb hysterisch, es war die Stimme einer Person, die versuchte, sich selbst zum Äußersten zu treiben.
„Ihr werdet gehen." Anakin versuchte ihre Gedanken zu beeinflussen. Es funktionierte nicht, wobei er nicht wusste, ob es an seinen mangelnden Fähigkeiten, oder der Sturheit dieser Diebe lag.
„Ihre Jeditricks funktionieren bei uns nicht!"
Vader reagierte jetzt harsch: „Zwingt mich nicht euch zu vernichten!" Und zumindest zu einem Teil meinte er es auch so.
Aber die Bande zog trotzdem ihre Blaster und begann auf ihn zu schießen.
Zwei Schüsse trafen die Maske, die Energie wurde harmlos an der Oberfläche abgeleitet. Seinen Instinkten folgend, streckte Vader seine linke Hand aus, und absorbierte Schuss Nummer 3 mit der Macht. Schuss 4 traf daneben und Schuss 5 streifte die Rüstung, sodass sich Vader eine leichte Verbrennung an den Rippen holte.
Jetzt gab es für ihn kein Halten mehr. Er griff nach jener Kraft, die sich seinem Zorn nur allzu freiwillig hingab, so wie eine Hure, der man zuviel bezahlte.
Er vollzog einen Machtstoß, sein volles Potential ausschöpfend. Der Stoß war äußerst stark, die fünf Banditen flogen mit einem ungeheuren Tempo durch die Luft. Zwei starben sofort, als sie hart gegen die Wände des Shuttles donnerten, man hörte deutlich das Knacken ihrer Knochen. Die drei anderen kamen mit Quetschungen und Knochenbrüchen davon, fielen jedoch sofort in Ohnmacht.
Ich habe die dunkle Seite verwendet... Verdammt! Ich bin nicht gefallen, aber das darf nie wieder passieren.
Anakin konzentrierte sich auf friedlichere Erinnerungen, zum Beispiel an seine Zeit mit seiner Mutter. Dann sammelte er alle Blaster ein und weckte die übriggebliebenen Halunken auf. Sie gefangen zu halten, stellte leider keine Option dar, weil er in seinem verletzten Zustand schwerlich auf sie aufpassen konnte.
„Ich denke, ihr habt den Preis für euren Irrtum bereits gezahlt. Ihr werdet jetzt gehen und zwar sofort!"
Die Gauner trugen zumindest ihre toten Kameraden und verließen das Shuttle geschockt und in völliger Stille.
Ich muss gehen.
Anakin beschäftigte sich sofort damit, alle Vorräte aufzusammeln. Er wollte sie nicht hier lassen, außerdem rechnete er nicht so schnell mit neuen Angreifern. Anstatt sich körperlich zu verausgaben, levitierte er die Behälter einfach.
„Ist dies Eure Art der Galaxis zu dienen?" Die Stimme klang krächzend.
„Was wollt Ihr?" Anakins Tonfall verriet deutliche Ungeduld. Er wusste, dass ihm dieses Gespräch nicht gefallen konnte.
„Ich möchte nur mit Euch sprechen, mein alter Freund. Ich weiß, dass Ihr im Moment wütend auf mich seid, aber auch Ihr müsst gestehen, dass ich nur im Sinne der Sith Tradition gehandelt habe. Ich versichere Euch, dass ich Euch als Person wesentlich mehr schätze als den jungen Skywalker."
Und du denkst, dass mich das überzeugt, du altes Fossil?
„Hört mit den Schmeicheleien auf."
Sidious schien er damit nicht sonderlich vor den Kopf zu stoßen. „Nun gut. Denkt Ihr, dass diese Banditen damit aufhören werden, Unheil zu stiften?"
„Nein."
„Also seid Ihr mit mir einer Meinung, wenn ich behaupte, dass sie früher oder später jemanden umbringen werden."
Ah, also darauf kommt es dir an.
Anakin verstand, dass Sidious mit ihm Spielchen spielte, aber er war schon längst dagegen immun.
„Wahrscheinlich."
„Warum habt Ihr sie dann verschont? Falls Ihr sie getötet hättet, wären zukünftige Opfer verschont worden."
Es ist schon amüsant, dass ausgerechnet er mit mir über Moral spricht.
„Es ist nicht der Weg der Jedi", erwiderte er unterkühlt.
Sidious gluckste amüsiert. „Also gehorcht Ihr jetzt der Jedi Tradition blind, ohne Euch auch nur Gedanken über ihren Sinn zu machen."
„Es ist nicht gesichert, dass sie weitermachen wie bisher."
„Ach, das denkt Ihr wirklich?" Sidious Miene verzog sich abfällig.
Anakin schmunzelte hinter der Maske. So viel zu seiner ach so überlegenen Intelligenz.
„Wartet, was amüsiert Euch so? Es sei denn, das waren nicht eure wahren Gründe."
„Mein wahrer Grund ist, dass Töten mich der dunklen Seite näher bringt. Und wenn ich falle, werden die Konsequenzen wesentlich schlimmer sein als alle Verbrechen zusammengenommen, die dieser Abschaum begeht."
„Ahja. Also begeht Ihr jetzt die falschen Taten aus den richtigen Gründen?"
„Korrekt."
„Ich bin mir sicher, dass Euch dies befriedigen wird," meinte Sidious geringschätzend. Er verschwand.
Ich bin stark. Ich werde nicht scheitern, bloß weil meine Pflicht unerfreulich ist.
„Ich hoffe, der Hyperantrieb funktioniert." Leia hatte einfach viel zu viele schlechte Erfahrungen mit dem Falken, als dass sie dem Schiff Vertrauen schenken konnte.
Aber da waren auch ein paar schöne Momente.
Han gefiel ihre Aussage überhaupt nicht, er warf ihr einen giftigen Blick zu. „Hör zu Schwester, wenn der Falke nicht gewesen wäre..."
„Schon gut, du musst das nicht schon wieder aufwärmen. So lange der Hyperantrieb funktioniert, werde ich mich nicht beschweren."
Doch der Hyperantrieb funktionierte tatsächlich, und sie waren in null Komma nichts auf ihrem Kurs nach Atzerri.
„Dir wird's auf Atzerri Spaß machen. Viele Halunken und Nerf-Hirten."
Leia lachte. Typisch Han.
Han schmunzelte. Leia lachte in letzter Zeit nicht gerade oft. Seit Luke entschwand, hatte sie nie aufgehört, sich Sorgen zu machen.
Durch die Zerstörung Alderaans hatte sie den größten Teil ihrer Familie verloren. Sollte Han es irgendwie verhindern können, würde er alles tun, damit sie nicht auch noch ihren Bruder entbehren musste.
Er studierte die Karte Atzerris auf dem Bordcomputer.
„Wahrscheinlich machen sie in Talos halt. Dort gibt es ne Menge Medicenter und auch genug schwarz arbeitende Ärzte."
Leia nickte zustimmend.
„Roonoo kreewnoo."
C3PO übersetzte: „Er sagt, dass Atzerri sehr überfüllt war, als er sich das letzte Mal dort befand."
„Also wird es schwer sein Luke zu finden," ergänzte Leia.
„Darauf kannst du wetten," antwortete Han.
Der SullustanerLuke betätigte die Klingel. Mit einem leisen Zischen öffnete sich die Tür und Luke trat ein. Vor einem großen Schreibtisch saß ein Sullustaner. Er war eine recht auffällige Erscheinung, da er ganz in Violett gekleidet war und auf seinem rechten Ohr ein ziemlich großes, schwarzes Tattoo trug. Es war das erste Mal, dass Luke einen Sullustaner mit Tattoo sah.
Zum Glück verstehe ich Sullustanisch.
Luke ging auf den Schreibtisch zu.
„Nein, nein, nein, nein. So geht das nicht! Keine Eleganz. Bitte treten Sie ein paar Schritte zurück."
Was zum Sith?
Luke stapfte ein paar Schritte zurück.
Der Sullustaner fuhr fort: „Und jetzt heben Sie Ihr Kinn ein wenig nach oben, ja, genau so, begradigen Ihren Rücken, bis er so steif ist wie ein Stahlträger, und drücken Ihr Gesäß ein wenig nach außen."
Luke tat es und kam sich dabei ein wenig komisch vor. Er ging ein zweites Mal auf den Sullustaner zu, diesmal „richtig".
„Sehen Sie? Es ist ganz leicht, Haltung zu bewahren.
Ich grüße Sie, Mensch. Mein Name ist Blah Swinder, und wer mögen Sie sein?" Der Tonfall war ein überaus freundlicher.
„Es freut mich, Sie kennen zu lernen. Mein Name ist Kral Brien."
„Bitte, nehmen Sie Platz. Oh, warten Sie kurz. Wo habe ich denn den richtigen Stuhl für einen Menschen?" Er begann, irgendetwas reichlich Unverständliches vor sich hin zu murmeln und betrat einen anderen Raum, den eine Tür mit seinem Büro verband. Luke sah, dass der Raum ausschließlich mit Sesseln verschiedenster Art angefüllt war, ein Modell für jede einzelne der halbwegs häufigen Spezies.
Ich habe ein komisches Gefühl bei der Sache.
Schließlich saß Luke auf der richtigen Sitzgelegenheit.
Na endlich.
„Einer meiner Freunde benötigt Ihre Hilfe, Mr. Swinder. In seine Brust wurde eine Bombe implantiert, die jeden Moment detonieren könnte. Wir befürchten, dass die Gefahr besteht, dass ein ungeschickter Versuch den Sprengkörper zündet und damit eine Explosion nach sich zieht. Kennen Sie vielleicht eine Person, die uns bei diesem Problem helfen kann?"
Swinder antwortete auf unerwartete Weise: „Mögen Sie vielleicht einen Tee?"
„Nein, danke."
Swinder erwiderte: „Aber Tee ist wirklich gut für Sie. Die Antioxidantien darin vermögen zu verhindern, dass Sie einmal an Krebs erkranken."
„Äh okay, dann nehme ich eine Tasse."
Luke blinzelte, er kam sich komplett ignoriert vor. Vor lauter Unruhe hatte er das Verlangen, auf und ab zu springen.
Ich habe ja nichts besseres zu tun, als hier Tee zu trinken.
„Welche Sorte?"
„Nehmen Sie einfach Ihre Lieblingssorte!"
„Worüber wollten Sie vorhin mit mir reden?"
Das erinnert mich ein bisschen an Yoda, an seinen Test. Will Swinder mich etwa auch testen?
Luke versuchte sein Gesicht unter Kontrolle zu bringen. Er war noch nie sonderlich geduldig gewesen, das war eher eines von Leias Talenten.
„Die Bombe", würgte er hervor.
„Ach ja, die Bombe. Mmm, riechen Sie dieses Aroma? Das ist der feinste Tee, gewachsen auf den vulkanischen Hängen der Ridgeroo Berge auf Devaron. Handgeerntet, und ohne..." Luke erschien es jetzt eindeutig, als zeichnete sich ein spöttisches Blinken in den dunklen, feuchten Augen des Sullustaners ab. Aber es konnte auch nur Einbildung sein.
Ruhig, Luke. Der versucht, mit dir zu spielen. Niemand kann wirklich so dumm sein. Oder doch?
Luke unterbrach: „Bitte, Mr. Swinder! Wissen Sie, wer meinem Freund helfen kann?"
„Ja, ja. Ich kenne eine Person, die Ihnen helfen könnte. Er arbeitet für Radaz den Hutten. Aber leider müssen wir erst die Zahlungsmodalitäten aushandeln." Er seufzte. „Ich hoffe, Sie verzeihen mir die Unhöflichkeit danach zu fragen."
„Wie viel?"
Der Sullustaner lächelte freundlich, aber da es dasselbe Lächeln war, das er schon zuvor benutzt hatte, war Luke nicht im Mindesten beruhigt. Im Gegenteil, er war sogar alarmiert.
„Ich schätze Geld nicht sonderlich, da ich über mehr als genug verfüge, um mir mein schönes kleines Leben zu leisten. Ich interessiere mich mehr für seltene Ware."
„Also gut. Wofür interessieren Sie sich?"
Mal sehen, was passiert, wenn ich das Spielchen mitspiele.
Der Sullustaner schlug einen verliebten Tonfall an: „Hach, ich wollte schon immer eine dieser Sturmtruppler Rüstungen besitzen. Allein, wenn man zusieht, wie sie gehen... klack, klack, klack." Seine Stimme verebbte. „Aber ich bin sehr klein," sagte er traurig. „Ich brauche eine Rüstung meiner Größe."
Luke fiel beinahe von seinem Sessel, so geschockt war er. Das war komplett irre! Und wie sollte er je so etwas finden?
„Mein Freund liegt im Sterben. Und ich habe keine Ahnung, wo ich so ein Teil herzaubern könnte. Null. Gibt es nicht irgendetwas anderes, das Sie interessiert?"
Der Sullustaner schüttelte entschlossen den Kopf. Luke seufzte.
Das kann ja heiter werden. Entweder ihm macht es Spaß, Leute auf die Palme zu bringen, oder er ist komplett durchgeknallt.
„Sie werden Credits als Zahlungsmittel akzeptieren."
Hoffentlich klappt es, sonst habe ich ein Problem.
„Nein. Wissen Sie, ich habe mir so eine Rüstung schon immer gewunschen." Er hielt inne. „Ein echter Jedi Ritter! Wie aufregend das ist!"
Luke grinste, als er die Gelegenheit wahrnahm. „Eigentlich bin ich ein Jedi Meister. Mein ganzes Leben besteht aus Heldentaten. Sie wissen schon, die Prinzessin retten, sich tollkühn den Bösen in den Weg stellen, solche Dinge."
Diesmal ist die Prinzessin eben schwarz und ziemlich voluminös.
Hoffentlich habe ich nicht zu dick aufgetragen.
„Tragen Sie eines dieser Lichtschwerter?"
Luke wusste jetzt genau, was er tun musste, Swinders Fröhlichkeit zeigte es ihm geradezu.
„In der Tat." Luke zog sein Lichtschwert unter der Jacke hervor und aktivierte es. Sofort schoss die leuchtend grüne Klinge aus dem Schaft. „Sehen Sie?" Er machte ein paar ästhetische Hiebe damit, mit dem Ziel zu beeindrucken.
„Oh, ein Jedi zu werden, war schon immer mein Traum!"
War das jetzt gerade Sarkasmus?
Luke kam sich komisch vor. Er war Bewunderung schon gewöhnt, aber dieser Sullustaner stellte eine eigene Kategorie dar.
„Vielleicht kann ich Ihnen ja ein paar Tricks beibringen? Ich spüre, dass Sie ziemlich stark in der Macht sind."
Natürlich war das eine Lüge. Der Sullustaner war weit davon entfernt, die Macht zu nutzen. Leia würde das sofort durchschauen.
„Oh ja! Wer braucht schon eine schmuddelige Sturmtruppler Rüstung, wenn man ein Jedi werden kann, nicht wahr?"
Swinder nippte genüsslich an seinem Tee.
„Ich werde Ihnen ein paar Tricks beibringen. Im Gegenzug geben Sie uns dann die Informationen, die wir brauchen, einverstanden?"
„Drei Tricks, Meister." Swinder kicherte ein bisschen, stand auf und verbeugte sich. „Es ist mir die höchste Ehre, Euer Schüler zu werden, großer Meister."
„Auf geht's."
Das unterschiedliche Paar brach auf, sich eine Bresche durch die Massen schlagend.
Der Schmerz war intensiv, aber das tat Anakins Entschlossenheit keinen Abbruch. Für ihn war es nicht weiter erwähnenswert, da er schon viel Schlimmeres durchgestanden hatte. Er machte allerdings nur kleine Schritte, weil sonst die Gefahr bestand, dass er in Ohnmacht fiel. Und das wäre momentan völlig inakzeptabel.
Zum Glück bieten die vielen anderen Raumschiffe gute Deckung. Dadurch ist die Gefahr relativ gering, dass ich entdeckt werde.
Währenddessen levitierte er die Behälter einfach mit sich mit. Levitation war eine Technik, die er nach seiner Transformation schätzen gelernt hatte. Es handelte sich um eine der ersten und einfachsten Techniken, die man lernte, aber das war ihm egal. Effizienz war wichtiger als Auffälligkeit. Blitze zu schleudern, oder einen Körper von Innen nach Außen zu kehren, sah natürlich wesentlich spektakulärer aus. Doch meistens war es nicht nützlicher, als einen Gegner einfach mit einem geschleuderten Objekt zu vernichten.
Früher habe ich anders gedacht, stets wollte ich alle beeindrucken.
Dann musste er eine Pause machen, denn er war sehr erschöpft. Lukes Heilfähigkeiten wurden immer besser, aber die relativ neue Fertigkeit war trotz allem noch sehr schwierig für ihn. Außerdem benötigte das Heilen Zeit, Zeit, welche sie nicht hatten. Er benutzte die Pause, um seinen Sohn zu kontaktieren.
„Luke?"
„Ja, Vater?"
„Ich wurde angegriffen. Da es mir in meinem derzeitigen Zustand nicht möglich ist auf Gefangene aufzupassen, ließ ich sie ziehen."
„Geht es dir gut?"
„Ja, aber ich verließ das Shuttle, weil der Abschaum unser Geheimnis sicher bereits verkauft hat."
„Verstehe. Ich denke, ich werde bald ein Quartier gefunden haben. Gib mir nur ein paar Minuten."
„Gut."
Anakin überlegte kurz, ob dies schon Pause genug war. Danach scholt er sich selbst wegen seiner Dummheit und ruhte sich ein wenig länger auf einer Kiste sitzend aus.
„Wissen Sie vielleicht, wo man ein Apartment mieten kann?" Luke rechnete nicht damit, eine vernünftige Antwort zu erhalten. Swinder schienen andere Dinge oft mehr zu interessieren, als die Wünsche des jeweiligen Gesprächspartners.
Swinder antwortete jedoch sofort höflich: „Nein, auf jeden Fall nicht die Art von luxuriösem Apartment, die eines Jedis würdig wären. Wenn Ihr etwas Mondäneres sucht, empfehle ich Ihnen nach Coruscant oder Corellia zu fliegen."
Luke schluckte seine Gereiztheit herunter. Ihm war es ein absolutes Rätsel, wie Swinder seine vorherige Kundschaft überleben konnte.
„Ich suche kein luxuriöses Quartier, etwas Einfaches reicht schon."
„Seid Ihr sicher? Nun ja, behauptet nur nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt. Ich kenne da ein nettes kleines Hotel, welches ein wenig teuer ist, weil es sich um eines der besten Hotels hier auf Atzerri handelt. Aber wenn Ihr auf Euren Ruf bedacht seid, würde ich an eurer Stelle..."
Luke unterbrach den Wortschwall: „Ist es nah?" Möchte nicht unbedingt einen Landgleiter mieten.
Swinder grinste breit: „Oh ja, es ist in der Nähe des Marktes."
Unterdessen wurde Luke von einer getarnten Gestalt verfolgt. Abgelenkt durch die Massen der Marktstraßen, war es quasi unmöglich für Luke, die Gestalt zu bemerken. Zudem wurde er von seinen eigenen Gedanken in Anspruch genommen.
Schließlich trafen sie auf Anakin.
„Oh du meine Güte, ich hätte nie gedacht, dass ich einmal eine so berühmte Persönlichkeit treffe," schnatterte der Sullustaner hastig vor sich hin und warf sich Anakin vor die Füße.
Anakin war nicht sicher, wie er reagieren sollte. „Wer ist das?" Etwas stimmt nicht mit diesem Sullustaner.
Luke antwortete: „Das hier ist Blah Swinder, mit dem ich einen Handel eingegangen bin. Er weiß, wo wir deinen Spezialisten finden werden. Aber wir sollten jetzt besser zum Hotel gehen."
„Ja."
Luke stützte Anakin, was dieser auch nötig hatte, während sie beide die Behälter levitierten. Anakin wog viel, aber er versuchte Luke keine allzu große Last zu sein. Der Sullustaner versuchte, sie über einen Weg zum Hotel zu führen, der weniger frequentiert war. Jedoch gab es auch dort mehr als genug Passanten. Luke und Anakin versuchten zusammen das Bewusstsein jedes Vorbeikommenden zu beeinflussen, damit sie von der berühmten schwarzen Gestalt abgelenkt wurden.
„Ich werde sterben," sagte Anakin leidenschaftslos. Irgendjemand wird mich an die Allianz verraten.
Swinder sah ihn entsetzt an. „Was für eine Art von Laune ist das? Man muss doch immer positiv denken, und wenn das nicht funktioniert hilft ein Becher Juma Saft!"
Anakin starrte ihn kühl an.
Versucht der gerade, meine Knöpfe zu drücken?
Luke reagierte zunächst nicht und beobachtete die Szene.
„Gib die Hoffnung nicht auf," versuchte er seinem Vater Mut zu machen. Er lächelte Anakin an, obwohl er sich eigentlich auch Sorgen machte.
Ich brauche keinen Trost.
Nach einer Weile erreichten sie das Hotel. Bald darauf befanden sie sich in ihrem Apartment. Luke half Anakin ins Bett.
„Schlafe," sagte er zu Anakin und streichelte ihm sanft über den Arm. Ermüdet und von Lukes Zärtlichkeit verwirrt, schlief Anakin sofort ein.
Dann wandte Luke sich Swinder zu, der bereits geduldig wartete und in aufmerksamer Beobachtung den Blick durch das Apartment schweifen ließ.
„Sehen Sie diesen Energieriegel? Lassen Sie die Macht durch sich fließen. Und nun schließen Sie die Augen und stellen sich den Riegel bildlich vor, fühlen seine Farben, seine Kanten. Sobald Sie das getan haben, malen Sie sich aus, wie er langsam in die Höhe schwebt. Er ist leicht wie eine Feder. Nichts hält ihn unten."
Der Sullustaner presste seine Lider zusammen und konzentrierte sich so sehr, wie er es vermochte. Er hob seine Hände ein wenig, als er die „Macht" durch sich fließen fühlte.
Luke schummelte und levitierte den Riegel selbst. Langsam und wackelig schwebte der Riegel in die Höhe. Dann ließ er ihn fallen.
Swinders Mund stand so weit offen wie ein Scheunentor. Vermutlich stellte es für ihn ein absolutes Wunder dar, etwas, das er nie für möglich gehalten hätte. Anscheinend war es nicht allzu schwer, sich eine Machtverbindung einzubilden.
„Das war der erste Trick. Nun möchte ich Ihnen zeigen, wie man Blasterstrahlen abwehrt."
Luke drückte ihm sein eigenes Lichtschwert in die Hand. Daraufhin zog er seinen Blaster und stellte ihn auf minimale Energie. Sollte Swinder getroffen werden, würde er mit einer leichten Verbrennung davonkommen.
„Schalten Sie es ein."
Swinder tat es. „Wunderbar, ich könnte mich wirklich an diese Schönheit gewöhnen," staunte er.
„Jetzt werde ich schießen und Sie sollen versuchen, die Strahlen mit dem Lichtschwert abzuwehren. Machen Sie sich keine Sorgen, Anspannung würde nur Ihre Kräfte blockieren. Bleiben Sie locker und folgen Sie einfach Ihren Instinkten."
Swinder wedelte mit dem Lichtschwert in der Gegend herum.
Plötzlich schrak Anakin aus dem Schlaf hoch und stieß sofort mit der Macht das Lichtschwert aus der Hand des Sullustaners.
Luke musterte seinen Vater. Er hat immer noch die alten Reflexe und Gewohnheiten. Ich hoffe, er kann seine Paranoia irgendwann überwinden. Vater, was ist bloß mit dir los, dass du jedem so misstraust?
Swinder regte sich etwas übertrieben auf: „Warum haben Sie das getan? Das war wirklich nicht nett, wirklich nicht."
„Ihre Meinung lässt mich kalt," kommentierte Vader ungerührt.
„Es tut mir leid. Wenn ich Sie beleidigt habe, dann sagen Sie mir doch, wie ich es wieder gut machen kann."
„Indem Sie nicht sprechen."
Jetzt intervenierte Luke doch: „Es ist okay, Vater. Ich kann dir später erklären, warum ich ihm das Lichtschwert gegeben habe, aber du solltest jetzt weiterschlafen." Sie tauschten kurz Blicke aus, Luke schien sich seiner Sache sicher.
Luke merkte, dass Anakin noch einen misstrauischen Blick in die Richtung Swinders warf. Dann legte er sich mit mürrischen Bewegungen doch wieder schlafen. Luke hob das Lichtschwert auf und drückte es Swinder erneut in die feiste Hand.
„Keine Sorge," beruhigte er den Sullustaner. „Los geht's."
Swinder begann wieder mit seinen ungelenken Bewegungen. Es war für Luke ein leichtes vorherzusehen, wo sich das Schwert als nächstes befinden würde, und dadurch schoss er genau so, dass jeder Schuss das Lichtschwert traf. Swinder schien wieder zu denken, dass er es war, der die Macht benutzte.
Luke applaudierte und kam sich dabei irgendwie dreckig vor.
„Ein Jedi kann sich mit unnatürlicher Geschwindigkeit und Geschicklichkeit bewegen. Gehen wir nach draußen, um zu sehen, wie schnell Sie mit Hilfe der Macht rennen können."
Und damit du keine Chance bekommst Vater zu ärgern, er mag dich ohnehin nicht besonders.
Sie verließen das Hotelzimmer.
„Rennen Sie jetzt los und lassen Sie die Macht Ihr Gewicht tragen."
Swinder rannte los, Luke drückte und zog ihn mit der Macht nach vorne, sodass Swinders Tempo relativ groß war.
„Sehr gut," kommentierte Luke. „Ein bisschen Übung und Sie sind ein richtiger Jedi."
Luke fühlte sich schuldig, als er die überbordende Freude des Sullustaners sah. Was ich hier tue ist nicht gerade Jedi Verhalten.
„Ich denke, ich schulde Ihnen einen Arzt," meinte Swinder.
