Eigentlich liebte Felicity die Wochenenden, aber seit der ersten Nachricht von ihm waren sie eine Qual fuer sie.

Seit 6 Uhr morgens fuhr sie mit ihrem Mini Cooper quer durch Starling City und hielt in verschiedenen Coffee Shops bis das Einkaufzentrum endlich oeffnete.

Ablenkung war das was sie brauchte und obwohl jeder sie für einen IT-Nerd hielt war Felicity trotz allem auch eine Frau und liebte Shopping. Ihr Glueck das Oliver nach ihrer Befoerderung zu seiner persoenlichen Assistentin auch ihr Gehalt angehoben hatte, so konnte sie ohne Probleme neue Kleider, Schuhe, Blusen und Unterwaesche einkaufen und sich ein paar Stunden ablenken.

Als sie spaeter den Keller des Verdant mit einem zufriedenen Laecheln und vollgepackten Tueten betrat schauten Diggle und Oliver erstaunt.

„Oliver schau wer da eintrifft", meinte der Bodyguard, „Starling Citys Shopping Queen."

Felicity schenkte ihm ein Laecheln und stellte ihre Einkaufstaschen auf ihrem Bürostuhl ab, „Ganz genau, John und ich fühl mich großartig."

Du luegst deine Freunde an Felicity Smoak, meldete sich ihr Gewissen, aber diese Luege war besser als die Wahrheit.

Oliver betrachtete sie innig. Sie laechelte aber es war nicht dieses strahlende das er so ein ihr liebte. Außerdem wirkte sie immer noch muede und von Tag zu Tag zerbrechlicher. Sein Herz schlug schneller, verdammt obwohl er mit allen Mitteln dagegen angekaempft hatte sich in diese Frau zu verlieben es war passiert. Und obwohl er nie mit ihr zusammen sein konnte, da er sie damit nur noch mehr in Gefahr bringen wuerde, musste er wissen was sie so quaelte. Er ballte seine Haende zu Faeusten und er gab sich selbst das Versprechen jeden zur Strecken bringen der sie verletzte.

„Oliver", riss Diggle ihn aus seinen Gedanken.

„Entschuldige was hast du gesagt", gab der Billionaire zurueck.

„Ich hab gesagt, wie waere es, wenn wir Felicity heute Abend mal ausfuehren, ich denke das waere eine gute Gelegenheit und ihre neusten Einkaeufe vorzufuehren?"

Oliver legte den Kopf leicht schief und schaute zu seiner Assistentin, „Ja das halte ich fuer eine gute Idee", er schenkte Felicity einen liebevolles grinsen und fuhr fort, „ Wie sieht es aus, Ms Smoak haben sie fuer heute Abend schon Plaene?"

„Nein habe ich nicht und ja ich nehme ihre Einladung an Mr Queen und natuerlich auch ihre Mr Diggle. Ich geh mich schnell frisch machen und umziehen und dann koennen wir los", gab sie zurueck und verwand im Badezimmer.

Diggle betrachtete seinen Freund, „Oliver ich denke es geht ihr gut, vielleicht war die Geschichte mit den neuen Nachbarn doch nicht gelogen."

Oliver wendete seinen Blick von der Badezimmertuer ab und schaute zu John Diggle, „ Ich weiß nicht, irgendetwas beschaeftigt sie, das merke ich einfach."

Felicity schaute in den Spiegel und erschrak, sie war blass, ihre Augen wirkten trübe und darunter lagen dunkle Schatten. Er hatte es wieder geschafft, nach all den Jahren hatte er sie in Starling City ausfindig gemacht und nun wollte er sie erneut zu Fall bringen. Eine einzelne Traene lief ueber ihre blasse Haut, sie hielt sich krampfhaft am Waschbecken fest. Bleib stark Felicity Smoak, bleib stark sagte sie zu sich selbst. Heute Abend wird kein Gedanke an ihn verschwendet, du wirst diesen Raum verlassen und alle schlechten Gedanken hier einsperren. Das IT Girl spritzte sich kaltes Wasser ins Gesicht und begann sich fuer den Abend mit ihren Freunden zu stylen.

Nach einer halben Stunde konnte sich das Ergebnis sehen lassen, in einem schwarzen kurzen Kleid verließ sie das Badezimmer.

Olivers Herz begann schneller zu schlagen als er sie erblickte, sie sah einfach atemberaubend aus, von der blassen Frau die noch vor kurzem vor ihm gestanden hatte war nichts mehr zu sehen, das Kleid betonte ihre Figur die deutlich dünner war. Aber diesen Gedanken schob er bei Seite.

Felicity bemerkte Olivers starren, aber war es vor Bewunderung oder weil er immer noch dachte das sie etwas verbarg? Bevor sie sich weiter darüber Gedanken machen konnte, kam Diggle auf sie zu, „Du siehst bezaubernd aus Felicity, Oliver und ich koennen stolz sein, dich heute Abend als unsere weibliche Begleitung zu haben." Sie schob sich verlegen eine Haarsträhne hinter ihr Ohr, „Danke". Oliver war an sie heran getreten und legte ihr den Mantel ueber ihre Schultern. Seine Lippen naeherten sich ihrem Ohr, sie hoerte ihn sanft hin ein hauchen, „Ich koennte mir keine huebschere Frau an meiner Seite vorstellen." Der Klang seiner Stimme loeste ein Beben in ihrem Bauch aus. Sie schloss fuer einen Moment die Augen und zaehlte langsam bis drei um nicht vollstaendig die Kontrolle zu verlieren.

Felicity schaute sich um, die Bar in die Oliver und Diggle sie entfuehrt hatten war einfach wundervoll. Sie fuehlte sich zurueck versetzt in die 20iger Jahre, das gedimmte Licht das den Raum erhellte kam von einem riesiger schillernden Kronleuchter, es gab eine kleine Buehne auf der ein Piano stand, der Pianist der dran saß spielte den Song aus Casablanca.

Sie setzten sich in eine Nische mit Ledersesseln. Oliver schaute zu Felicity, die immer noch verzaubert das Ambiente scannte, er beruehrte sanft ihren Arm. Das IT Girl erschrak und als sie sich zu Oliver drehte sah er die Panik in ihren Augen. Er hatte sie schon oefters erschreckt, aber noch nie hatte sie diese Panik in ihrem Blick gehabt. Felicity bemerkte ihre Reaktion und seinen Blick, sie versuchte die Situation zu retten, „Oh mein Gott Oliver, wie oft hab ich dir schon gesagt du sollst mich nicht so anschleichen und besonders dann nicht wenn ich gerade so in Gedanken versunken bin von diesem unglaublichen Ambiente. Ich komm mir vor wie im New York der 20iger Jahre. Und dieser Pianist spielt einen Song aus meinem Lieblingsfilm", begann sie zu plappern. Sie hielt seinem Blick stand und merkte wie sich sein Koerper langsam entspannte, aber die Intensivitaet seines Blickes blieb. Gott dieser Mann konnte sie mit seinem Blick schon in den Wahnsinn treiben, da er ihr mitten ins Herz ging. „Oliver, wirklich es ist alles gut und ich bin dankbar das ich heute Abend nicht in meiner Wohnung sitze und zum xten mal das Album Best of Heavy Metal hoeren muss", sie legte ihre Hand auf seine um ihrer Aussage noch mehr Ausdruck zu verleihen. Es zeigte Wirkung Olivers Blick wurde sanfter und seine Augen funkelten nicht mehr sondern bekamen einen feinen Glanz.

Sie bestellten eine Flasche Rotwein und begannen den Abend zu genießen, Felicity versuchte abzuschalten, aber immer wieder ertappte sie sich wie ihre Gedanken bei ihm landeten. Ab und an warf sie einen Blick ueber ihre Schulter, ob er sie auch in diesem Moment beobachtete, ob er wusste dass sie hier mit ihren Freunden saß? Schnell nippte sie an ihrem Weinglas und versuchte damit diese negative Stimmung zu verdraengen. Sie schaute zu Diggle und Oliver, die beiden Lachten und waren so ausgelassen. Es tat ihr gut sie so zu sehen und sie wusste, solange sie hier mit ihnen zusammen war konnte er ihr nichts tun.

„Felicity, was ist mit dir?" Oliver holte sie mit dieser Frage zurueck aus ihrer Gedankenwelt, er bemerkte ihren skeptischen Blick, „ Was hast du deinen Eltern fuer Streiche gespielt in deiner Kindheit?"

Felicity wurde nervoes, „Oh nichts gar nichts, ich war von Anfang an das langweilige IT Girl und hab mich nur mit Computern beschaeftigt." Erneut setzte sie ihr Weinglas an und leerte es in einem Zug, als sie Olivers und Diggles Blick bemerkte stellte sie es schnell wieder ab, „Wirklich verdammt guter Wein, aber ich sollte wohl lieber etwas langsam machen, der wird wohl nicht billig sein, nein natuerlich nicht, wenn Oliver Queen einen Wein bestellt wird er schon was kosten. 100… 200… oder gar 500$? Ok Felicity stop it in 3…2…1 vorbei."

„Erzaehl uns doch was ueber deine neuen Nachbarn, sind sie denn abgesehen von der lauten Musik nett?" fragte Oliver und er konnte spueren wie erneute Nervositaet in ihr aufstieg.

„Aehm nun ja sie sind laut… verdammt laut jede Nacht, aber das hab ich euch ja schon gesagt… am Tag sind sie ruhig… denke ich… da bin ich ja nicht zu Hause."

Felicity Smoak du kleine Luegnerin, sagte Oliver zu sich selbst. Es gab keine neuen Nachbarn in ihrem Appartment Haus. Nach ihrer Aussage hatte er es gecheckt, seit 4 Jahren waren dort keine Mieter ein oder ausgezogen. Was verheimlichte sie nur vor ihm? Was konnte so schrecklich sein, das sie es ihm nicht anvertrauen wollte? Sie hatten so viel im letzten Jahr gemeinsam durchgestanden.

Nach 4 Falschen Wein verabschiedeten sich die Freunde von einander, Dig nahm ein Taxi und Oliver hatte beschlossen sich eins mit Felicity zu teilen. Es war ein Umweg, aber er musste sicher gehen dass sie gut zu Hause ankam.

Felicity schwieg die meiste Zeit der Fahrt, sie hatte ein ungutes Gefuehl im Magen und je naeher sie ihrer Wohnung kam umso staerker wurde es. Sie fing an zu zittern und atmete schwer, Oliver registrierte es hakte aber nicht nach.

Das Taxi kam zum Stehen, Felicity schaute zu Oliver.

„Es tut mir leid dass ich diese Woche so unaufmerksam war und dass du dir Sorgen meinetwegen gemacht hast. Es wird nicht wieder vorkommen versprochen."

„Felicity", er sprach sanft und nur ihr gegenueber konnte er diese Sanftheit zum Vorschein bringen, „ du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Ich mach mir Sorgen um dich, vielleicht manchmal zu viele, aber das liegt daran weil du mir viel bedeutest und auch John. Also wenn dich was bedrueckt, egal was es ist ich bin fuer dich da."

Felicity hatte ihren Blick abgewendet und die Hand schon am Tuergriff, „Ich weiß", sie atmete tief ein. Nicht anfangen zu weinen Felicity Smoak. „Aber manchmal muss man seine Vergangenheit alleine bewaeltigen", murmelte die blonde Assistentin, fuer ihn kaum hoerbar. Sie oeffnete die Tuer und verließ das Taxi.

Oliver gab dem Fahrer ein Zeichen, das er warten sollte und stieg ebenfalls aus.

„Felicity warte, ich bring dich noch zur Tuer und vielleicht hab ich die Gelegenheit deine lauten Nachbarn zu treffen."

Das blonde IT Girl drehte sich um, „Das ist eine gute Idee, aber wahrscheinlich sind sie heute auf nem live heavy Metal Konzert."

„Alles ruhig, du scheinst Glueck zu haben, sieht nach einer ruhigen Nacht aus," bemerkte der CEO als sie an der Wohnungstuer standen.

Felicity laechelte, „Ja sieht so aus. Oliver danke fuer den schoenen Abend."

„Ich hab zu danken, du warst eine wundervolle Begleiterin, jederzeit wieder."

„Mmmhmmm. Ich wuensch dir eine gute Nacht", antowrtete sie und sperrte ihre Wohnungstuer auf.

„Ich dir auch Felicity. Wir sehen uns Montag."

Oliver lief Richtung Aufzug.

Felicity schloss die Tuer hinter sich und schaltete alle Lichter ein. Nichts hatte sich veraendert seit sie die Wohnung vor einer Woche verlassen hatte.

Dann schaute sie auf den Fussboden und wurde ganz blass, da lag ein Zettel auf dem Boden.

Ich hab dich gesehen mit den beiden Kerlen in der Bar, das schwarze Kleid sieht sexy an dir aus

Panik stieg in ihr auf, er hatte sie beobachtet er war hier. Sie musste raus so schnell wie moeglich, zurueck an ihren sicheren Platz. Sie nahm ihr Mobiltelefon und rief sich ein Taxi.