Die aufgehende Sonne tauchte die breite Straße in orangefarbenes Licht und die ersten Pendler zog es auf die Londoner U-Bahn zu, als auch die letzte bunte Lichtreklame flackernd erlosch. Nicht einer der müden Frühaufsteher beachtete den jungen Mann, der mit tiefen Ringen unter den Augen den Gehweg entlang stapfte, auf der Suche nach irgendetwas, immer wieder über seine Schulter zurückschaute und misstrauische Blicke in alle Richtungen warf, nur um schließlich festzustellen, dass niemand hinter ihm her war, dass niemand ihn hier kannte. Und das war es schließlich gewesen, was er hatte erzielen wollen, deshalb war er nach Muggellondon gekommen und deswegen stand er nun in einer schmutzigen Seitenstraße, vor einem heruntergekommenen Hotel. Seufzend betrachtete er die schäbigen Fenster und die grobe Mauer, an der überall Putz abbröckelte, und trat schließlich durch die Eingangstür in einen kleinen Vorraum hinter dessen staubiger Empfangstheke, eine alte, dickliche Frau saß, die sich allem Anschein nach mit einer Feile die langen Fingernägel säuberte. Entschlossen trat Harry auf die Frau zu und räusperte sich. "Ich hätte gerne ein Zimmer für... eine Weile", sagte er kleinlaut und betrachtete die gelblichen Zähne der Alten, als diese ihn mit einem erzwungenen Lächeln bedachte.

"Sicher", zwinkerte sie, hob sich aus dem Stuhl und griff sich einen Schlüssel aus dem hölzernen Regal an der Wand. "Du bezahlst bar." Harry wusste nicht, ob das eine Frage oder eher ein Befehl gewesen war, deswegen nickte er einfach und zog einen kleinen Geldbeutel aus seiner Hosentasche. "Gut", schnarrte die Alte und legte den Schlüssel auf die Theke. "Heute schon einer angekommen, sah nicht gut aus, meinte er brauche dringend ein Zimmer. Hab ich ihm halt eins gegeben. Meinte er könnte nicht gleich zahlen, aber würd' er sicher noch machen." Missmutig schüttelte sie den Kopf. "Pro Nacht fünf Pfund, ohne Verpflegung. Toiletten sind auf dem Gang." Harry reichte ihr das Geld für die heutige Nacht und nickte der Alten zu. Dann griff er sich den Schlüssel und stieg die knarrenden Treppen hinauf.

Ein seltsam modriger Geruch stieg ihm in die Nase, als er den schmalen Gang entlang lief. Hier und da hingen die vergilbten Tapeten, deren Blumenmuster nur noch schemenhaft zu erkennen waren, von den porösen Wänden; der dunkle Teppich war in der Mitte abgelaufen und verblasst, als habe jemand seine ganze Zeit darauf verschwendet, eine Spur in das Anthrazit zu treten. Am Ende des Ganges entzifferte Harry das verrostete Messingschild, welches an der Tür angebracht war und sich dem Anschein nach in nächster Zeit auflösen wollte: Z-12.

Fahrig steckte er den Schlüssel in das Loch, drehte ihn herum und schob die Tür knarrend auf. Augenblicklich fand er sich in einem fast völlig abgedunkelten Zimmer wieder; zwischen den schmalen Spalten der Jalousie drangen nur vereinzelte Streifen fahlen Lichts hinein, welche die kleinen Staubpartikelchen sichtbar werden ließen, die wie winzige aufgeregte Tierchen im Raum umher flogen. Harry blickte sich um. Das Doppelbett befand sich vor dem Fenster, ein kleiner Schrank direkt daneben, sodass man nur einige Zentimeter Platz hatte, um an das Bett heran zu kommen. Auf der linken Seite des Bettes stand ein Nachtkästchen, gegenüber einem hölzernen Schreibtisch. Der dazugehörige Stuhl machte keinen besonders vertrauenswürdigen Eindruck auf Harry. Leise schloss er die Tür hinter sich und trat an das Fenster um etwas Licht und somit vielleicht ein wenig Freundlichkeit in diesen Raum zu lassen. Er legte seinen Rucksack ab und kroch auf das Bett, um an den Schnurzug zu gelangen. Unter seinen Knien konnte Harry jede einzelne, protestierend quietschende Feder erspüren. Über das Kopfende des Bettes gelehnt zog er die Jalousie hinauf und blickte aus dem Fenster, direkt auf die rote Ziegelwand des gegenüberliegenden Gebäudes. Dann wandte er sich um und setzte sich im Schneidersitz auf die unbequeme Matratze, die man nicht überzogen hatte. Eigenartige rötlich-braune Flecken zeichneten sich überall auf dem grauen Stoff ab und die einzige Decke schien ein kratziger, brauner Fetzen Stoff zu sein, der zusammengelegt am Fußende lag.

Das war er also, der Beginn eines neuen Lebens. Seines neuen Lebens.


Ein Wasserhahn tropfte, fast im Sekundentakt. Das Geräusch hallte von den Wänden wieder, von allen Seiten und schien sogar in seinem Kopf immer noch einmal nachzuhallen. Es machte ihn verrückt. Seit Stunden hörte er nichts anderes mehr, außer wenn jemand quietschend die Tür geöffnet, achtlos an ihm vorbei gelaufen war und sich am Pissoir erleichtert hatte, um dann wieder zu verschwinden, ohne sich danach zu erkundigen, wieso er dort auf dem Boden lag. Wieso er hier lag, wusste er selbst nicht so genau. Irgendwann musste ihn wohl die Kraft verlassen haben, als er seine Wunden hatte reinigen wollen. Und nun kauerte er in einer der Kabinen, auf dem dreckigen Boden, in einer Lache aus wer-weiß-was und konnte sich nicht bewegen, nicht sprechen, nicht einmal ein klein wenig Kraft zusammenkratzen, um die verdammte Tür zu schließen, um sich den letzten, kläglichen Rest seiner Würde zu erhalten.

Sein Magen schmerzte. Er hatte Hunger, wirklich großen Hunger. Er konnte sich nicht mehr daran erinnern, wann er das letzte Mal etwas zwischen die Zähne bekommen hatte. Ein Stück Brot, von einem der Wärter durch das Gitter geworfen, durchtränkt von salziger Feuchtigkeit, die ständig auf dem Kerkerboden haftete. Hier zu liegen und zu verhungern war keinerlei Verbesserung, fand Draco. Lieber am Leben, eingesperrt und gefoltert, statt in Freiheit dem Hungertod erliegend, wie der Abschaum, als der er sich fühlte. Aber das war nicht die Lösung, Selbstmitleid brachte ihn kein Stück weiter, das hatte er sich die letzten Tage, Wochen, Monate immer wieder vor Augen halten müssen, um nicht gänzlich den Verstand und seinen Lebenswillen zu verlieren, der nur noch an einem seidenen Faden vor seinem inneren Auge baumelte.

Mühsam zwang er seine schweren Lider auf und starrte unter der Abtrennung der Kabine hindurch, auf den Fuß der Toilette neben sich. Toilettenpapierreste klebten feucht auf dem dunkel gefliesten Boden, neben absonderlichen Resten von irgendetwas, das Draco nicht bestimmen wollte, neben ausgedrückten Zigarettenstummeln und noch mehr Feuchtigkeit, die aus jeder Ritze zu kriechen schien. Es stank nach Urin und abgestandenem Regenwasser, ein Geruch, den Draco mittlerweile ohne Mühe erkennen konnte.

Die runden Lampen, welche in die Decke eingelassen waren, flackerten kurz auf und erhellten den stetig dunkler werdenden Raum. Draco wünschte sich, das Licht möge wieder ausgehen damit all die Abscheulichkeiten in seinem Blickfeld verschwänden, er sie nicht länger in der durch das Licht gespendeten Deutlichkeit betrachten musste, wie sie dort nur einige Zentimeter von ihm entfernt herumlagen und mit jeder Minute widerwärtiger zu werden schienen. Ihm war schwindlig, kalt, er fühlte sich benommen und die Wände der ohnehin schon kleinen Toilette rückten immer weiter auf ihn zu, bis er das Gefühl hatte, nicht mehr atmen zu können. Das Licht begann zu flackern, alles um ihn herum fing an zu zucken, sich zu drehen, und schließlich versank seine Umgebung in Dunkelheit.


Benommen rieb sich Harry über die Augen. Draußen war es dunkel geworden. Er musste ein paar Stunden geschlafen haben, was sein schmerzender Rücken ihm bezeugte. Irgendwo bohrte sich eine kaputte Sprungfeder in sein Kreuz, die Haut an dieser Stelle war mittlerweile taub geworden. Gähnend richtete er sich auf und rutschte ans Fußende, um aufzustehen. Er musste dringend hier raus, duschen, oder sich wenigstens etwas Wasser ins Gesicht spritzen. Auf Zehenspitzen verließ er sein Zimmer und machte sich auf die Suche nach der Toilette. Am anderen Ende des Ganges fand er schließlich die Tür mit der fast unentzifferbaren Aufschrift "WC". Müde öffnete er die Tür und trat an eines der schmutzigen Waschbecken heran, an dessen Reglern er eine Weile herumspielte, bis der dünne Wasserstrahl die richtige Temperatur angenommen hatte. Dann beugte er sich über das Becken und wusch sich das Gesicht. Als er sich aufrichtete, fiel sein Blick in den Spiegel, zunächst auf seine mit dunklen Schatten ummalten Augen und schließlich auf den heruntergekommenen Waschraum. In einer der Kabinen schien jemand zu liegen. Harry konnte gerade einmal einen Fuß erkennen. Langsam wandte er sich um und schlich näher heran. Womöglich würde er gleich eine Leiche finden, gebadet im eigenen Blut. Er schluckte den Kloß in seiner Kehle hinunter und neigte seinen Kopf, um zu erkennen, was genau er vor sich hatte.

Es war ein Junge von hagerer Gestalt. Seine Klamotten hingen ihm viel zu weit um den ausgezehrten Körper, ein Arm lag über seinem Gesicht, sodass man lediglich das schmutzige, blonde Haar erkennen konnte. Wahrscheinlich ein Junkie, dachte Harry und ging in die Hocke, um den Jungen anzustupsen. Er atmete gleichmäßig, regte sich aber nicht. "Hey! Alles in Ordnung?", fragte Harry laut, doch noch immer reagierte er nicht. Besorgt beugte Harry sich nach vorn und fasste nach dem dürren Handgelenk, um den Jungen aufzurichten, als er einen Blick auf sein Gesicht erhaschte. Mit einem leisen Aufschrei ließ er von ihm ab und zog die Hand zurück, als habe er sich verbrannt.

"Verdammt, Malfoy", keuchte Harry und starrte in das bleiche Gesicht seines Gegenübers. Malfoy sah schrecklich aus. Seine Wangenknochen traten deutlich unter der pergamentartigen Haut hervor, überall schimmerten blaue Äderchen hindurch, wie ein verwobenes Netz aus Wasserfarben. Seine dunklen Lider standen in einem krassen Kontrast zum Rest seiner Gesichtsfarbe, als gehörten sie einfach nicht dazu. Die Lippen waren aufgesprungen, eingerissen und verschorft, was darauf schließlich ließ, dass sie vor ein paar Stunden noch geblutet hatten. Unschlüssig flackerte Harrys Blick um Malfoys Körper herum, als habe er Angst, ein noch größeres Übel herauf zu beschwören wenn er ihn genauer betrachten würde.

Ein paar Sekunden vergingen in denen Harry Malfoy anstarrte, ohne ihn aber tatsächlich wahrzunehmen. Seine Gedanken rasten. Was tat Malfoy ausgerechnet hier, in Muggellondon, in eben diesem Hotel das Harry sich als Zufluchtsort ausgesucht hatte? Was war mit ihm geschehen? War er gefangen genommen und eingesperrt worden? Waren es die Auroren gewesen überhaupt jemand von seiner Seite? Aber was wenn das nur eine Falle war und die Todesser darauf warteten, dass Harry den vermeidlich im Sterben liegenden Malfoy in gryffindorscher Manier aufhalf, um ihn zu retten. Und wenn es keine Falle war, wohin sollte er ihn überhaupt bringen? Er konnte das St. Mungos Hospital nicht betreten, ohne aufzufliegen. Und wie würde er den Muggelärzten erklären wollen, was mit Malfoy passiert war? Zudem konnte er sich weder ausweisen, noch hatten sie irgendeine Art von Krankenversicherung vorzuweisen. Doch wie stark seine Bedenken auch waren, Harry konnte Malfoy nicht einfach hier liegen und ihm seinen sicheren Tod überlassen. Also fasste er einen grimmigen Entschluss, ob es nun eine Falle war oder nicht: musste Malfoy hier raus schaffen und ihn zumindest fürs Erste in Sicherheit bringen.

Vorsichtig schob er eine Hand unter Malfoys Oberarm und zog ihn zu sich hinauf. Die spitzen Knochen an Malfoys Schulterblatt drückten deutlich gegen Harrys Hand, was ihm einen Schauer über den Rücken jagte. Ein seltsames Gefühl machte sich in ihm breit, durchströmte seinen Magen, brannte seine Kehle hinauf. Harry brauchte einige Herzschläge lang, während er Malfoys Arm über seine Schulter legte und seinen schlappen, viel zu leichten Körper mit sich zog, ehe er erkannte, dass dieses Gefühl Mitleid war. Er hatte Mitleid mit seinem einstigen Rivalen, dem Jungen, der ihm sein Leben auf Hogwarts auf mehr als eine Art und Weise schwer gemacht hatte. Dieses Gefühl verdrängte den Hass auf ihn. Zumindest in soweit, dass er ihn nicht einfach seinem Schicksal überlassen konnte.

Er stieß die Badezimmertür auf, im einen Arm den bewusstlosen Malfoy stützend, und mit dem anderen den Zauberstab vor sich haltend, um einen Angriff auf sich zu vereiteln. Doch der Korridor war wie ausgestorben. Nur eine der alten Wandlampen, deren Glas wohl schon vor Jahren blind geworden war, flackerte verheißungsvoll. Schnell zog Harry Malfoy mit sich den Gang hinunter, den Zauberstab vor sich in die Luft auf einen unsichtbaren Gegner richtend. An seinem Zimmer angekommen, wandte er sich nach links und rechts, um sich noch einmal zu vergewissern, dass niemand hier war, dann steckte er den Zauberstab ein und schloss die Türe auf.

Schweißperlen standen ihm auf der Stirn, als er Malfoy auf das Bett legte, die Türe abschloss und sie mit einem Zauberspruch verriegelte. Er zog seinen Pullover aus und schmiss ihn auf den Schreibtisch. Sein Shirt klebte unangenehm am Rücken. Er starrte auf den reglosen Malfoy und rieb sich die feuchte Stirn. Was zur Hölle sollte er jetzt mit ihm anfangen?

Erschöpft ließ er sich auf den knarrenden Stuhl nieder und rieb sich die Augen. Was er jetzt brauchte, war ein Plan. Er musste seine Gedanken ordnen, das gerade erlebte sortieren und dann einen Weg finden, wie er das ganze verstrickte Dilemma aufdröseln konnte. Ratlos erhob er sich wieder und marschierte die wenigen Meter zwischen Tür und Wand hin und her, immer wieder einen flüchtigen Blick auf Malfoy werfend, der immer noch so dalag, wie Harry ihn auf dem Bett abgelegt hatte - ein Bein zu Boden baumelnd, der Oberkörper quer über der Matratze.

Unwillkürlich erinnerte Harry sich an seinen schmerzenden Rücken, als er vor wenigen Minuten noch selbst in diesem Bett gelegen hatte und trat zögernd heran, um Malfoy in eine etwas bequemere Position zu manövrieren. Recht unbeholfen versuchte er Malfoys Bein auf die Matratze zu schieben, doch sogleich rutschte es wieder vom Rand des Bettes. Seufzend lehnte sich Harry über den reglosen Malfoy, fasste ihm unter die Achseln und schob ihn ein Stückchen weiter in die Mitte des Bettes. Nun lag er zwar noch immer recht schief, doch zumindest hing sein Bein nicht mehr hinunter. Eine Verbesserung, wie Harry fand. Sein Blick fiel auf Malfoys entblößten Bauch. Sein schmutziges Hemd, das lediglich von zwei übrig gebliebenen Knöpfen zugehalten wurde, war verrutscht und offenbarte verschorfte und noch blutige, eiternde Wunden. Mit Fingerspitzen, um Malfoy nicht zu wecken, oder ihn gar noch mehr zu verletzen, knöpfte Harry behutsam das Hemd auf, um Malfoys Wunden genauer zu betrachten. Als er das nun offene Hemd bei Seite schob, klappte ihm unwillkürlich der Mund auf, wie zu einem stummen Schrei des Entsetzens. Quer über Malfoys hagerer Brust prangte ein tiefer, blutroter Riss. Die durchschnittene Haut wölbte sich besorgniserregend nach außen, fast so als wolle sie sich einfach von seinem Fleisch schälen. Drum herum verteilten sich blaue Flecken, verschorfte Stellen, Narben.

Schmerzhaft erinnerte er sich an den Vorfall im Klo der Maulenden Myrte von letztem Jahr, als er Malfoy den Sectusempra auf den Hals gehetzt hatte, ohne die Wirkung des Fluches überhaupt zu kennen. Das viele Blut das aus Malfoys Brust gequollen war, die erstickten Schmerzeslaute. Harry schloss die Augen, wie um sich selbst in die Gegenwart zurück holen zu wollen, zog den Zauberstab und murmelte einige Beschwörungen, um Malfoy zu helfen, oder weil er diesen Anblick nicht ertragen konnte. Er wusste es nicht. Vielleicht ein bisschen was von Beidem. Er war nicht sicher, welcher von all den Sprüchen wirklich helfen würde. Für solche Fälle hatte stets Hermine den Richtigen parat gehabt, doch schließlich schien die große, fleischige Wunde etwas zu verheilen, so als sei sie bereits mit viel Sorgfalt über ein paar Tage hinweg gepflegt worden. Ein bisschen selbstzufrieden grinste Harry in sich hinein, bis ihm klar wurde, dass er den Rest des geschundenen Körpers noch nicht gesehen hatte. Sehr langsam und vorsichtig zog er Malfoy das Hemd aus und schob ihm dann die schwarze Hose hinunter, die wohl einmal zu einem von seinen perfekt sitzenden Anzügen gehört haben musste und jetzt kaum noch von selbst auf seinen Hüften hielt. Nicht einmal den Knopf musste er öffnen. Harry hatte ein ungutes Gefühl dabei seinen Feind fast völlig entblößt vor sich auf dem Bett liegend zu sehen. Hätte er sich vor wenigen Wochen nur diese Szene vorgestellt, er hätte sich keine bessere Art und Weise denken können, sich für die gebrochene Nase zu revanchieren, die Malfoy ihm letztes Jahr getreten hatte. Malfoys Schicksal lag nun völlig in seiner Hand. Er konnte ihm alles zurückzahlen, was dieses hochmütige, kleine Arschloch ihm angetan hatte, ihn verhexen, foltern, vielleicht sogar öffentlich bloß stellen. Doch nun, da sie beide offensichtlich auf der Flucht waren, vor wem oder was auch immer, fühlte er eine seltsame Verbundenheit. Fast wie eine unausgesprochene Übereinkunft, auch wenn Malfoy zugegebenermaßen noch nichts davon wusste und Harry der Verdacht beschlich, dass dieser ihm in einer umgekehrten Situation wohl den Cruciatus auf den Hals gehetzt hätte.

Und dennoch, nichts lag Harry ferner, als sich jetzt, da Malfoy sich nicht wehren konnte, an ihm zu rächen. Man mag es Gryffindor'sche Fairness nennen oder schlichte Dummheit – aber Harry konnte die Situation nicht schamlos ausnutzen und Malfoy treten, wenn er doch sowieso schon am Boden lag. Oder halbnackt auf seinem Bett. Er würde sich wohl oder übel um ihn kümmern müssen, zumindest solange, bis er über den Berg war. Und dann…

Harry stutzte. Was dann? Er konnte Malfoy unmöglich laufen lassen und riskieren, dass dieser ihn verriet, oder sogar selbst angriff und Voldemort auslieferte. Das hatte Harry vorher nicht bedacht. Er musste zusehen, dass er Malfoy los wurde, bevor dieser erwachen und ihn erkennen würde. Aber er konnte ihn nicht allein lassen. Nicht in diesem Zustand. „Scheiß Gryffindors", dachte Harry, bevor er seinen Zauberstab zückte und damit vorfuhr Malfoy zu verarzten.


Pochender Schmerz ließ Draco aus dem Schlaf schrecken. War es schlaf gewesen? Es hatte sich nicht so angefühlt. Viel mehr wie ein alles verschlingendes, schwarzes Nichts, das sich über seinen geplagten Geist gelegt hatte, um ihm nur für ein paar Stunden Ruhe zu gönnen. Ruhe vor dem Sturm höchstwahrscheinlich, dachte Draco. Seine Augen waren noch immer geschlossen, sein Kopf dröhnte, seine Arme und Beine fühlten sich an wie aus Blei. Kurz horchte er in die Umgebung hinein. Das Tropfen des Wasserhans war nicht mehr zu hören. Es roch anders. Muffig. Wie die alten Vorhänge im Haus seiner Großmutter, die er so ungern besucht hatte. Und er schien nicht länger auf dem Boden zu liegen. Angestrengt zwang er die Augen auf und blickte verschwommen in diffuses Halblicht. Unzählige sich kreuzende Risse durchzogen die Zimmerdecke, wie das Straßennetz Muggellondons bei Nacht aus der Besenperspektive. Draco versuchte den Kopf zu bewegen, doch es gelang ihm nicht. Er versuchte sich aufzustützen, doch nicht ein Glied seines Körpers rührte sich. Panisch versuchte Draco um Hilfe zu schreien oder zu fluchen, aber jeder Laut blieb in seinem Hals stecken und verpuffte zu Luft. Er atmete hektisch, voller Angst, dass seine Peiniger ihn aufgespürt hatten und zurück in das Verlies sperren würden. Unter stummen Schreien und warmen Tränen, die aus seinen Augenwinkeln quollen, versuchte er irgendeine Bewegung zu machen, den Bann zu lösen, der über ihm lag. Er wollte nicht resignieren. Er wollte nicht, dass alles umsonst gewesen war.

„Finite", klag es ganz leise aus der Nähe. Augenblicklich sprang Draco auf die Beine und ruderte mit seinen Armen durch die Luft, als wolle er einen herannahenden Fluch mit bloßen Händen abwehren. Er drehte sich wie wild im Kreis, um zu disapperieren, doch es funktionierte nicht. Schließlich sprang er wie von Sinnen vom Bett und rannte los. Er prallte gegen eine Wand und stürzte zu Boden. Er war verloren. Gleich würde ihn der Cruciatus treffen oder ein Avada Kedavra. Draco hoffte auf Letzteres, wenn dann alles nur endlich ein Ende nehmen würde. Er kauerte sich am Boden zusammen, warf die Arme über seinen Kopf und zog die Knie an die Brust, als wolle er sich selbst in den letzten Sekunden seines Lebens festhalten.

„Merlin", erklang die Stimme erneut. „Ich werde dir nichts tun, Malfoy."

Die Stimme klang seltsam bekannt. Als stamme sie aus einem anderen Leben. Eines besseren, das Draco einmal gelebt hatte.

„Komm rauf", sagte die Stimme ganz nah an seinem Ohr und er spürte warme Hände an seinen Armen, die ihn vom Boden aufhoben und mit sich zogen, ihn mit sanfter Gewalt wieder auf das Bett schoben. Erst jetzt spürte Draco wieder den Schmerz in seinem Kopf. Er war zu erschöpft, um sich zu wehren. Gegen wen auch immer. Eine Decke wurde über seinen ausgekühlten Körper gelegt, Draco begriff, dass er nackt war. Er hatte keine Kraft, um nach dem Warum zu fragen.

„Du musst hungrig sein", erklag die Stimme erneut. Er hörte Schritte, ein Rascheln und plötzlich spürte er eine Hand in seinem Nacken, die ihn in eine sitzende Position zwang. „Iss das".

Ohne Widerstand zu leisten biss Draco in was auch immer ihm gerade in seine Hand gelegt wurde und es war, als hätte er noch nie etwas Besseres in seinem Leben gegessen. Draco wusste nicht genau, was er da gerade in einer unheimlichen Geschwindigkeit verschlang, vielleicht Kuchen, oder süßes Brot. Aber es war ihm ohnehin völlig egal, solange es nur die dumpf pochende Leere in seinem Magen füllen würde.

Schlagartig fühlte Draco sich besser. Wärme breitete sich in ihm aus, die Erschöpfung wich einem kleinen Funken Lebensgeist und endlich konnte er durchatmen, sich sammeln und sich seiner Umgebung bewusst werden. Sein erster Blick fiel auf die kratzige, braune Decke, die seine Beine verbarg.

„Noch einen?", fragte die Stimme ganz nah bei ihm und als würde Draco aus einer Art Vernebelung erwachen, wurde ihm plötzlich bewusst, wem diese bekannte Stimme gehörte.

„Scheiße", schrie Draco auf und drängte sich gegen das Kopfteil des Bettes, die Decke bis unters Kinn gezogen.

„Beruhig dich, Malfoy, ich werde dir nichts tun.", sagte Potter stirnrunzelnd.

Er sah so erschöpft aus, wie Draco sich fühlte, blass, mit tiefen Augenringen.

„Was zur Hölle tust du hier, Potter?", platze es kratzig aus Draco heraus. Seine Augen huschten unruhig über die vergilbten Wände, als erhoffe er sich, einer der langen Risse würde sich zu einem Fluchttunnel auftun und ihn einfach verschlucken, in Sicherheit bringen. „Wer hat dich geschickt? Bringst du mich zurück in das Verlies? Warum tötest du mich nicht einfach gleich und sparst uns allen diese Unannehmlichkeiten?" Dies alles platzte in rasender Geschwindigkeit aus Draco heraus, ganz so als müsse er möglichst viel von dem loswerden, was er zu sagen hatte, ehe ihn die Dunkelheit wieder gefangen nehmen würde und er nicht mehr die Chance dazu hätte. Er spürte sie näher kommen, die Dunkelheit, die Einsamkeit, den Schmerz und die Schmach des Verlieses. Er fühlte, dass er zurück kehren würde, um dort zu sterben.

Potters Gesichtsaudruck ließ nicht erahnen, was er als nächstes mit ihm tun würde. Und Draco würde es nicht darauf ankommen lassen, davon überrascht zu werden.

„Töte mich, Potter, das ist es doch was du willst oder?", fauchte Draco und hob seine bleischweren Arme, bot sich seinem Feind zum Sterben an. „Tu es, komm schon!"

Potter schüttelte den Kopf, starrte ihn verwirrt an und öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch Draco konnte nicht zulassen, dass er ihm seine Bitte abschlug. Und genau das war es gewesen: eine Bitte. Ein Flehen um die Gnade des Todes, die er dem Verlies vorzog. Seine Augen füllten sich mit heißen Tränen. Er verlor seine Selbstbeherrschung, sein letztes Bisschen Selbstachtung und flehte seinen Feind an. „Potter, bitte", eindringlich blickte er ihm in die Augen. „schließ mich nicht wieder ein! Schick mich nicht da hin zurück, Potter, bitte! Töte mich! Töte mich!" Es war nicht mehr als ein wispern, das sich durch seine trockene Kehle bahnte, als ihn die Erschöpfung erneut überkam und er in sich zusammensank. Am ganzen Körper zitternd umschlag er seine Brust mit den Armen, Tränen rannen ungehindert aus seinen Augen und benetzten die Matratze. „Töte mich!", flüsterte er immer wieder. Zu mehr war er nicht mehr in der Lage. „Töte mich, töte mich…"

„Wer hat dir das nur angetan?", hörte er Potter ganz dicht an seinem Ohr, ehe ihn eine neuerliche Welle der Bewusstlosigkeit überrollte und in tiefe Dunkelheit riss.


Harry hatte die Zeit völlig vergessen. Es mussten bereits Stunden vergangen sein, seit dem er Malfoy gefunden und auf sein Zimmer gebracht hatte; der Morgen graute bereits. Doch er rührte sich nicht vom Fleck, wagte es nicht das von Alpträumen am ganzen Körper zuckende Bündel aus den Augen zu lassen, das einmal der hochmütige Draco Malfoy gewesen war, den er so sehr gehasst hatte. Sie hatten ihn gebrochen. Wer auch immer ihm das angetan hatte, sie hatten ihn zu einem um Gnade winselnden Schatten seiner einstigen Selbst gemacht; ihn so lange gefoltert, bis all seine Blasiertheit von ihm abgefallen und nichts mehr übrig geblieben war, als ein verängstigter, kleiner Junge, der seinen Erzfeind anbettelte ihn von seinem Leid zu erlösen. Harry hatte gehört was Folter aus den Menschen machte. Nevilles Eltern hatte der Cruciatus-Fluch in den Wahnsinn getrieben. Doch es leibhaftig zu erleben, es mit eigenen Augen zu sehen, war viel schlimmer als er sich jemals hätte ausmalen können. Was hatte Malfoy alles erleiden müssen, um so zu enden? Harry weigerte sich diesen Gedanken zu ende zu denken. Er wollte sich nicht vorstellen, wie Malfoy sich vor Schmerz kreischend auf dem Boden krümmte. Noch vor ein paar Stunden hätte er sich gewünscht derjenige zu sein, der Malfoy Schmerzen bereiten durfte. Jetzt schämte er sich dafür sich jemals mit solchen Gedanken befasst zu haben. Er wusste jetzt, dass er niemals jemandem so etwas würde antun können. Nicht einmal seinem schlimmsten Feind. Nicht einmal Voldemort selbst. Nicht nach dem was er heute erlebt hatte. Aber das war es was ihn von einem Todesser unterschied. Was alle die gegen Voldemort kämpften von ihnen unterscheiden musste. Daher war Harry sich sicher, dass es die Todesser selbst gewesen sein mussten, die Malfoy so zugerichtete hatten. Angewidert warf er einen Blick auf das bisschen, das er vom dunklen Mal auf Malfoys linkem Unterarm im diffusen Licht der Nachttischlampe erkennen konnte. Er hasste diesen Anblick. Er hasste diese groteske Fratze die von der hellen Haut des geschundenen Körpers abstach, wie bei einem gebranntmarkten Vieh. Ein Glied in der Herde, unwichtig und nur dazu da dem Schlachter vorgeführt zu werden.

Ganz langsam erwachte Malfoy, indem er sich streckte und ein paar verirrte Strähnen farblosen Haares aus seiner Stirn strich.

Harry reagierte sofort. Um einen erneuten Ausbruch Malfoys zu verhindern, schockte er ihn in dem Moment, da er seine Augen öffnete. Es würde sie beide nicht weiter bringen, wenn Malfoy sich erneut dermaßen aufregte, dass er wieder völlig erschöpft in Bewusstlosigkeit abdriftete.

„Okay, hör zu, bevor du wieder in Panik gerätst", Harry schritt auf Malfoy zu und setzte sich neben ihm auf das Bett, Malfoys Augen waren weit aufgerissen und starrten Harry an. „Ich habe dich gefunden, du warst bewusstlos und verwundet. Ich habe dich hier her gebracht, um dir zu helfen. Ich werde dich weder dem Orden noch sonst wem ausliefern und wenn du mir versprechen kannst nicht wieder komplett auszuflippen, werde ich die Schockstarre von dir nehmen, okay?" Harry wartete einige Sekunden ab, in denen Mafloys weit aufgerissene Augen sich etwas zu entspannen schienen. Dann nahm er die Schockstarre mit einem Schlenker seines Zauberstabes von ihm.

Malfoy blinzelte einige Male und schluckte hart, ehe er sich etwas aufrichtete und gegen das Kopfende des Bettes lehnte.

Harry beobachtete ihn. Seine Gebärden waren die eines gehetzten Tieres, das in ständiger Angst vor seinem Angreifer keine falsche Bewegung zu tun wagte. „Wer war das?", frage Harry ohne umschweife und deutete auf Malfoys viele Verletzungen.

Malfoy sah an sich hinab und zuckte die Schultern.

„Waren es Todesser?", fragte Harry weiter.

Wieder zuckte Malfoy nur die Schultern.

„Okay", sagte Harry, der begriff, dass Malfoy darüber nicht reden konnte oder wollte. Und er war nicht in der Stimmung ihm zu Drohen, um Informationen aus ihm heraus zu bekommen. „Wie bist du hier her gekommen?"

„Appariert", sagte Draco nur, fast flüsternd.

Harry zog die Brauen hinauf. „Du bist in diesem Zustand appariert?" Harry konnte fast nicht glauben, dass er dazu im Stande gewesen sein sollte, doch was für eine Falle sollte das sein, die nicht zuschnappte, wenn sich die Maus bereits am Käse gütlich tat? „Warum dieses Hotel?", frage Harry weiter.

Malfoy sah zu ihm auf. „Wieso du?"

Harry wusste es nicht. Wieso dieses Hotel? Warum war er nicht in eines der besseren Hotels abgestiegen, die weiter östlich lagen? „Findest du es nicht seltsam, dass wir beide am selben Ort zur selben Zeit auftauchen?", fragte Harry und verengte die Augen, als versuche er eine trügerische Regung in Malfoys Reaktion zu finden.

Wieder zuckte Malfoy die Achseln. „Wenn du nicht hinter mir her bist und ich nicht hinter dir, dann war es wohl einfach Zufall."

„Zufall", echote Harry ungläubig. „Das glaubst du doch selbst nicht." Er stand auf, den Zauberstab noch immer in der Hand, als befürchte er jeden Moment einen Angriff durch irgendjemanden. Doch wenn man ihn hatte angreifen wollen, wenn jemand wusste, dass er sich hier befand, dann hatte es bereits mehr als genug Momente gegeben, in denen man ihn hätte mit Leichtigkeit überwältigen können. Er verstand die ganze Situation überhaupt nicht und je länger er darüber nachdachte, desto unglaubwürdiger wurde ihm die Zufallstheorie. Doch er konnte im Moment ohnehin nichts anderes tun als hier zu bleiben und darauf zu warten, dass Malfoy wieder auf die Beine kam.

„Was hast du mit mir vor?", murmelte Malfoy ganz leise hinter ihm.

Harry wandte sich um und musterte ihn eingehend. Er wusste nicht genau wie er weiter vorgehen sollte. Er konnte ihn weder laufen lassen, noch dem Orden übergeben. „Ich weiß es nicht", sagte er deshalb wahrheitsgemäß und ließ sich erneut auf den Stuhl vor dem Schreibtisch nieder. „Ich schätze ich muss dich hier noch eine Weile einsperren, bis du dazu in der Lage bis weitere Strecken auf dich zu nehmen."

Malfoys verengte die Augen. „Wieso tust du das?", fragte er argwöhnisch.

„Was?", fragte Harry müde.

„Warum übergibst du mich nicht deinen Freunden, den Auroren oder dem Orden des Phönix?" In seinem gehetzten Blick lag etwas, das Harry nicht deuten konnte. War es Ungläubigkeit oder Misstrauen?

Harry rieb sich die Augen. „Ich arbeite nicht mehr mit dem Orden zusammen", entgegnete er matt. „und dich ihnen oder dem Ministerium auszuliefern, würde meinen Aufenthaltsort verraten, oder was denkst du, wieso ich mich in diesem Hotel hier verstecke?"

Noch immer blickte Malfoy ihn mit diesem sonderbaren Ausdruck in den stahlgrauen Augen an. „Das meinte ich nicht", entgegnete er.

Harry seufzte genervt auf. „Was meinst du dann, Malfoy?"

„Ich habe versucht Dumbledore zu töten", sagte Malfoy plötzlich mit überraschend lebendiger Stimme. „Ich habe das ganze letzte Schuljahr versucht ihn zu töten und du wusstest es die ganze Zeit. Du hast mit angesehen, wie Snape es getan hat und wie ich mit ihm geflohen bin. Warum zur Hölle hilfst du mir dann jetzt?" Seine Hände waren zu wütenden Fäusten geballt.

Überrascht starrte Harry ihn an. „Ich… naja…", stammelte er und rieb sich über die Stirn. „Du scheinst eine Menge durchgemacht zu haben, Malfoy. Vielleicht sollten wir jetzt nicht über-"

„Scheiße, Potter", unterbrach Malfoy ihn laut. „Du solltest mich in der Gosse krepieren lassen, für alles was ich getan habe, aber du ziehst es vor wieder den Helden zu spielen und mir das verdammte Leben zu retten! Was ist nur los mit dir?"

Einen kurzen Moment starrte Harry Malfoy an, dann lachte er laut auf. „Entschuldige", sagte Harry unter anhaltendem Lachen. „Es ist eigentlich nicht lustig…"

Wütend ließ Malfoy die Luft zischend zwischen zusammengebissenen Zähnen entweichen. „Du spinnst doch! Du bist total verrückt geworden", murmelte er.

„Ja wahrscheinlich", gab Harry unter einem letzten Aufglucksen zu. „Du wist das nie verstehen, Malfoy", sagte Harry dann wieder ernster. „Keiner von euch…" er deutete auf das dunkle Mal an Malfoys Unterarm „wird das je verstehen können".

Eine Weile starrten sie einander an ohne ein Wort zu sagen, dann stand Harry auf. „Ich werde dir Kleidung besorgen und etwas ordentliches zu Essen. Versuch gar nicht erst hier abzuhauen, das Zimmer ist mit Bannflüchen ausgestattet", dann wandte sich Harry um und verließ den Raum, ohne sich noch einmal umzudrehen und die einsame Träne zu bemerken, die an Malfoys Wange hinab lief.