Castle hatte Beckett an die Hand genommen und führte sie durch sein Arbeitszimmer in sein Schlafzimmer. Sie war noch niemals in diesem Raum gewesen, auch nicht als sie direkt nach der Explosion zwei Nächte hintereinander im Gästezimmer geschlafen hatte oder während vorheriger Besuche im Loft. Es hatte sich einfach nie eine Gelegenheit dazu ergeben.
Aber jetzt war sie hier und sie schaute sich genau um. Das Zimmer war in braun und beige gehalten, das dunkle Parkett, die Karo-Tapete hinter dem Bett, die großen Tier-Fotografien an den Wänden, das alles passte zu Castle. Und sie mochte es auch.
Castle lachte. „Gefällt dir, was du siehst?"
„Oooh jaaa", erwiderte sie langgezogen, während sie sich zu ihm drehte und ihren Blick über seinen Körper wandern ließ.
Mit einem Ruck zog Castle Beckett an sich, sodass ihr ganzer Körper flach an seinen gepresst war. Endlich konnte sie seine Haut an ihrer spüren. Sie legte ihren Kopf an seine Schulter, ihre Lippen an seinen Hals und ließ ihre Hände seinen Rücken erforschen. Ihre Lippen fanden sein Ohrläppchen, sogen es in ihren Mund und sie knabberte leicht daran. Becketts Finger drückten sich so fest in seine Rückenmuskulatur, dass ihre Fingernägel vermutlich blutige Striemen hinterlassen würden.
Castles Hände taten es ihren gleich und wanderten über ihren Rücken. Er stoppte am Verschluss ihres BHs und öffnete ihn. Doch abstreifen konnte er ihn ihr nicht, weil er zwischen ihren Körpern eingeklemmt war und sie sich nicht trennen wollten. Also ließ er seine Hände weiter nach unten rutschen, bis er den Rand ihres Slips erreicht hatte. Er strich ein paarmal entlang des Bündchens, bevor er beide Hände unter den Stoff führte und seine Handflächen auf ihre festen Pobacken legte. Beckett stöhnte auf, als er unter ihren Hintern fasste und ihren Unterleib noch enger an seine Hüften presste. Castle erstickte ihr Stöhnen mit seinem offenen Mund und streichelte mit seiner Zunge über ihre.
„Castle, bitte", flehte sie keuchend in seinen Mund. Sie umfasste ihrerseits seine mit Stoff bedeckten Pobacken und knetete sie mit festen Griff.
Er zog sich von ihrem Mund zurück und schaute sie mit dunklen Augen fragend an. „Was willst du, Kate?" Er wusste genau, was sie wollte, denn genau das, wollte er auch. Aber er musste es von ihr hören.
„Ich will dich, Rick. Ich will dich in mir spüren."
Er ließ sie los und Beckett vermisste sofort seine Wärme, seinen starken Arme, in denen sie sich so geborgen fühlte. Er sprintete die drei Schritte zum Bett, um die Decken herunter zu nehmen. Er schubste sie achtlos auf den Boden, sie würden sie jetzt nicht brauchen und später konnte er sie wieder aufheben.
Während sie ihn beobachtete entledigte Beckett sich ihres sowieso schon offenen BHs und ihres Slips. Sie sah wie Castle ebenfalls seine Unterwäsche und seine Socken abstreifte und dann seine Nachttischschublade öffnete. Beckett wusste, was er suchte.
„Castle, wir brauchen kein Kondom", bestimmte sie.
„Bist du dir sicher?", fragte er skeptisch.
„Ja. Ich nehme die Pille und bin gesund. Und du sicher auch, ich meine gesund", sagte sie grinsend und er nickte bestätigend. „Ich will, dass heute Nacht nichts zwischen uns ist. Nur du und ich."
„Okay", sagte er schmunzeln und sprang mit einem Satz auf das Bett. Er legte sich auf die Seite, aufgestützt auf einen Ellenbogen und klopfte leicht auf die Stelle neben sich. „Na, dann komm."
Doch Beckett folgte seiner Aufforderung nicht sofort, sie wollte ihn erst noch weiter betrachten, seine leicht behaarten Beine, seinen nicht ganz so straffen Bauch und vor allem seinen stolz aufgerichteten Penis, der umgeben war von ordentlich getrimmter, nicht allzu dichter Schambehaarung. Hm, er sah lecker aus, männlich und trotzdem irgendwie süß, echt zum Anbeißen.
Plötzlich nervös, krabbelte Beckett langsam aufs Bett und legte sich ebenfalls auf die Seite dicht neben ihn, ohne ihn jedoch zu berühren.
„Hey, alles in Ordnung?", fragte Castle besorgt, legte ihr leicht eine Hand auf die Wange und streichelte mit seinem Daumen sanft über ihren Wangenknochen. Sie schaute ihm tief in die blauen Augen, konnte darin nichts als Liebe und Vertrauen entdecken und Beckett hoffte, dass er das Gleiche auch in ihren Augen lesen konnte. Sie beantwortete seine Frage damit, dass sie leicht nickte und ihren nackten Körper an seinen presste.
„Du bist wunderschön", sagte er leise. Natürlich hatte er sie auch abgecheckt, während sie ihn ebenfalls eingehend studiert hatte.
Er ließ seine Hand hinter ihren Kopf gleiten und zog ihn zu sich heran, bis ihre Lippen sich zu einem zärtlichen Kuss trafen. Als seine Zunge über ihre Unterlippe strich, öffnete sie ihren Mund und ließ ihn hinein. Schnell wurde der Kuss tiefer und leidenschaftlicher und ihre Körper drängten sich noch näher aneinander.
Castle drehte sich auf den Rücken und zog Beckett auf sich drauf, seine Erektion eingepresst zwischen ihren erhitzten Körpern. Sie zog die Beine an, sodass ihre Knie links und rechts neben seinen Hüften die Matratze berührten. Mit ihren Handflächen auf seiner Brust, drückte sie sich hoch. Sie rutschte soweit nach vorne, bis sie sein erigiertes Glied zwischen ihren Schamlippen spüren konnte und presste sich auf ihn. Leicht hin und her rutschend, rieb sie ihre empfindlichste Stelle an ihm.
„Oh, Kate, du bist so heiß und feucht", stöhnte Castle und legte seine Hände mit festem Griff an ihre Hüften. „Ich will in dir sein, jetzt."
Auffordernd hob er sie leicht an und Beckett drückte sich nach oben, nahm seinen mit ihrer Feuchtigkeit benetzten Penis in die Hand und dirigierte sich direkt über ihn. Langsam senkte sie sich auf ihn und nahm in Zentimeter für Zentimeter in sich auf. Castle hob seinen Hintern leicht an und kam ihr entgegen.
Das Gefühl von Richard Castle komplett ausgefüllt zu werden, war so intensiv, dass Beckett Tränen in den Augen brannten. Sie warf Ihren Kopf zurück, kniff die Augen zusammen und atmete ein paarmal tief durch.
Castle wartete ungeduldig und versuchte krampfhaft seine Hüften unter Krontrolle zu behalten. Erst als Beckett ihm nach einer gefühlten Ewigkeit lächelnd zunickte, fing er an, von unten in sie zu stoßen.
Irgendwann übernahm Beckett die Führung und bewegte sich auf ihm, drückte sich hoch und ließ sich wieder auf ihn zurückfallen. Sie ritt ihn in einem langsamen, gleichmäßigen Rhythmus. Castle legte seine Hände an ihre Brüste, knetete sie und zwickte ihre Nippel.
Bald wurde Becketts Tempo schneller und ihre Bewegungen unstetiger. Der Raum war erfüllt mit Keuchen und Stöhnen und dem leisen Quietschen des Bettgestells.
„Kate, ich kann nicht mehr lange", warnte Castle. „Ich komme gleich."
„Berühr mich", forderte Beckett keuchend.
Castle legte zwei Finger auf ihre Klitoris und rieb sie mit kreisenden Bewegungen. Die Berührung reichte aus, um Beckett über die Schwelle zu stoßen. Sie bäumte sich auf, als der Orgasmus sie mit voller Wucht traf, ihr ganzer Körper zuckte spastisch und sie schrie abwechselnd seinen Vor- und Nachnamen.
Castle hielt still, bis auch die letzte Welle ihrer Erlösung abgeebbt war und sie erschöpft auf seine Brust sank, erst dann stieß er noch zweimal hart zu und spritzte sein Sperma tief in sie.
Vollkommen befriedigt und total erschöpft, hielt er Beckett an sich gepresst und drehte sich auf die Seite. Erst als sie nach ein paar Minuten erschauderte und sich Gänsehaut auf ihren Armen abzeichnete, zog er sich aus ihr zurück, fischte die Decke vom Boden und hüllte sie beide darin ein. Sie küssten sich zärtlich und schliefen darüber zufrieden ein.
Beckett erwachte Stunden später und war zuerst etwas verwirrt über die ungewohnte Umgebung. Doch die Erinnerung kam schnell zurück. Sie hatte Sex mit Richard Castle gehabt und lag jetzt an ihn gekuschelt in seinem Bett, während er schlief. Wenn ihr das gestern jemand prophezeit hätte, wäre sie ausgerastet und hätte diesen jemand für verrückt erklärt. Aber die erwartete Panik blieb aus, sie bereute nichts und hatte auch keine Angst weiter zu gehen.
Sie wollte eine Beziehung mit Rick Castle, war bereit dazu. Sie war All-In.
Beckett musste schmunzeln, sie hätte nie gedacht, dass ein Pokerspiel sie hierher bringen würde. Glücklich küsste sie ihren schlafenden Partner leicht auf den Mund. Sie legte ihren Kopf auf Castles Brust, lauschte seinem regelmäßigem Herzschlag und ließ sich davon wieder in einen tiefen, traumlosen Schlaf einlullen.
