Die Suche nach Glück
2. Who will be there to take my place
Die ersten Sonnenstrahlen hüllen das Manor in ihr goldenes Licht, ein neuer Tag brach an. Der Wind strich durch die Baumkornen und ließ die Blätter tanzen. Vögel sangen ihre all' morgendlichen Lieder und verkündeten somit einen neuen Tagesanbruch. Es gab nichts was diese idyllische Ruhe aus dem Gleichgewicht bringen hätte können. Nun … fast nichts.
„Wuah!!!!!!!!!!!!!!!!!!!"
Erschrocken verließen die Vögel unter aufgeregtem Gezwitscher die Baumkronen und flohen in die Ferne. Jener, der für ihren Aufbruch verantwortlich war, lag zitternd in den Armen eines dunkelhaarigen Jungen und versuchte paralysiert seinen rasenden Puls wieder zu verlangsamen.
Was ihn veranlasst hatte, so zu schreien? Das war der Junge, in dessen Armen der Blonde lag und aus dessen Armen er sich zu befreien versuchte.
„Lass mich los, Potter!", zischte Draco ungehalten und mit sichtbar geröteten Wangen.
Potter zuckte mit den Schultern, sagte „Okay." Und ließ Draco so abrupt los, dass dieser an ihm vorbei rutschte und der Länge nach den Balkonboden küsste. Chang, die dem Treiben beigewohnt hatte, konnte sich ein leises Lachen nicht verkneifen und heimste dafür einen Todesblick von dem Slytherin ein.
Schnell rappelte sich Draco auf, putzte sein Nachtgewand, welches aus einer bequemen, anliegenden, grauen Hose und einem dunklen T-Shirt bestand, ab und fauchte an Chang gewand, „Lach nicht so dämlich!"
Mit diesen Worten schob er sich an ihr vorbei, schnappte sich frische Kleidung aus seinem Kasten, den er vorsorglich wieder versiegelte – man weiß ja nie -, und ging ins Bad. Nachdem er auch dieses versperrt hatte, entledigte er sich seines Nachtgewandes samt Socken und stieg erst einmal unter die Dusche. Trotz des sommerlichen Wetters, waren die Grade bei Nacht nicht so warm, was Dracos Körpertemperatur etwas herabgesetzt hatte.
Leise seufzend lehnte er seine Stirn an die kühlen Kacheln und ließ das warme Wasser über seinen Rücken laufen. Er schloss seine Augen und merkte, wie sein Körper sich langsam entspannte und die Verspannung in seinem Nacken, die er wegen der unbequemen Haltung der letzten Nacht hatte, sich ein wenig löste, so dass er stechende Schmerz verschwand.
Warum musste es ausgerechnet Potter sein, der ihn geweckt hatte? Hatte Chang sich etwa nicht getraut ihn anzusprechen, oder tat sie es, um ihn einfach nur zu peinigen. Nun gut, sie wusste zwar nichts von Dracos „Empfindsamkeit" Potter gegenüber, aber dennoch. Draco legte seinen Kopf in den Nacken, so dass das Wasser ihm nun direkt ins Gesicht fiel, dann neigte er den Kopf etwas nach vorne, damit ihm das Wasser über den Kopf lief. Deine Hände hatte er auf die kühlen Kacheln ihm gegenüber gelegt, alleinig nur um den Kontrast zu dem warmen Wasser zu fühlen.
Draco verweilte noch einige Minuten so, bis er aus der Dusche stieg und sich fertig machte. Wesentlich entspannter, verließ er das Bad und machte sich sogleich auf den Weg in den Salon, um dort das Frühstück in Empfang zu nehmen. Er genoss seinen Frieden so lange er ihn hatte, den hinter ihm hörte er Chang rufen, „Malfoy, warte!"
Keuchend kam sie neben ihm zum Stehen und meinte, „Ich dachte wir gehen zusammen hinunter."
„Sagt wer?", fragte der Blonde bissig und spürte, wie die Ruhe im Nichts verpuffte.
Sie zog eine Schnute. Als ob das helfen würde. „Ach, komm schon. Sei kein Frosch."
„Bin ich etwa so grün im Gesicht?", schnaubte er spöttisch.
Chang ging an ihm vor bei und berichtigte, „Nein, aber hinter den Ohren."
Hätte Draco den Spruch ‚Noch grün hinter den Ohren sein' gekannt, hätte er verstanden, dass Chang damit sagen wollte, er benehme sich vollkommen unreif. So aber stand er da, wie die Kuh vorm Tor, und sah in etwa so intelligent drein, wie ein Gummibärli. Schlussendlich ließ er den Versuch, aus dieser Aussage schlau zu werden und setzte seinen Weg fort.
Eine Stunde später befand er sich – oh Wunder – wieder auf seinem Zimmer und las in seinem der Bücher. Mit irgendwas musste er schließlich seine Zeit totschlagen und da er weder durch den Regen spazieren wollte – was tatsächlich einpaar wahnsinnige Typen machten -, noch auf Grund der gestrigen Ereignisse das Haus inspizieren wollte, tat er das bestmögliche um seine Mitbewohner aus seinem Bewusstsein zu schalten. So bekam er noch nicht einmal mit, dass Chang ihn von der Seite ansprach und zuckte leicht zusammen, als sie ihn am Oberarm berührte.
Er hörte Potter über diese Reaktion leise kichern – seit wann kicherte Potter? – und herrschte Chang mit roséfarbenen Wangen an, „Was ist?"
Sie lächelte, als hätte sie seine bissige Frage nicht gehört, hob ein Päckchen mit Karten hoch und fragte zuckersüß, „Willst du mit Harry und mir ein Kartenspiel spielen?"
Was hatte die Frau nur mit ihm?! Gut, er war ein gut aussehender Typ, aber deswegen hatte sie ihn doch auch nicht die letzten sechs Jahre angequatscht. Noch dazu, ein Spiel mit Potter zusammen spielen? Hatte die noch alle Zacken in der Krone?? Scheinbar nicht, denn sie zerrte Draco ohne Widerrede zu dulden von seinem Bett und befahl auch Potter mit diesem zum-Zähne-ausfallenden-süßen Lächeln sofort(!) sich zu ihnen zu gesellen. Potter seufzte und setzte sich dann widerstreben zu ihnen auf den Fußboden.
„Und was will uns große Herrscherin spielen?", schnarrte Draco gereizt, da er, dank ihrer Zerraktion, halb ausgezogen und unbequem auf dem Boden lag. Er setzte sich auf und richtete seine Kleidung.
„Blödsinn.", sagte Chang strahlend.
„Blödsinn?", wiederholte Potter, was Chang dazu veranlasst zu erklären.
„Das ist ein Spiel, bei dem man gut lügen können muss." Beide Blicke landeten bei dem Slytherin, welcher sofort verstand, warum die Ravenclaw ausgerechnet so sein Spiel ausgesucht hatte. Sie fuhr fort, „Die Karten werden gerecht zwischen uns aufgeteilt und eine Karte wird aufgelegt. Man muss immer die Karte mit dem passenden Symbol umgekehrt auf den Stoß legen und auch das Symbol laut benennen. Natürlich kann man währenddessen auch andere Karten darunter mischen und vorgeben sie hätten das richtige Symbol. – Habt ihr dass soweit verstanden?"
„Und was ist, wenn jemand lügt und der andere es merkt?", erkundigte Potter sich.
Chang strahlte als sie erwiderte, „Dann sagt derjenige Blödsinn und die letzte Karte wird aufgedeckt. Sollte der Besitzer der Karte gelogen haben, muss er den gesamten Stoß aufnehmen. Sollte er die Wahrheit gesagt haben, muss der andere den Stoß aufnehmen."
„Ein Spiel voller Risiken.", schloss Draco und lehnte sich an sein Bett an.
„Genau.", bestätigte Chang und teilte die Karten aus.
Leise nahm Draco seinen Stoß auf und ergab sich somit ihrem „freundlichen" Bitten, bei dem Spiel mitzumachen. In dieser Bitte steckte ein ‚Wenn-du's-nicht-tust-wirst-du-die-heutige-Nacht-nicht-schlafen-können!' eindeutig drinnen.
Unten lag gerade eine Herz Fünf. Potter legte verdeckt eine Karte nieder und sagte „Herz". Chang tat es ihm gleich und ebenso Draco, der zur Einstimmung tatsächlich eine Herz Sieben hinlegte. So ging es einige Zeit, bis Potter meinte, „Blödsinn."
Draco protestierte, „Wie Blödsinn?"
Zu seinem Unglück deckte Potter ein Pick auf und säuselte hämisch grinsend, „Du lässt nach."
Angesäuert schnaubend nahm Draco den gigantischen Kartenhaufen entgegen und legte die oberste Karte, seine Pick auf. Dann wandte er seine Aufmerksamkeit auf den Haufen und verfiel.
„Wah! Wie könnt ihr nur!"
Beide glucksten schadenfroh und Draco suchte entgeistert die Karten durch. Die einzigen Herzkarte, die er fand, waren die vom Anfang und seine eigene. Diese miesen-! Er schenkte beiden Todesblicke und widmete sich an empört wieder dem Spiel. Es verging einige Zeit in der Chang, so auch Potter einmal einen großen Stapel aufnehmen mussten. Nun türmte sich wieder ein Haufen von beachtlicher Größe und Draco hatte nur noch zwei Karten in der Hand. Er sollte zwar eine Kreuzkarte hinlegen, aber er besaß keine mehr.
Unauffällig legte er eine Karokarte nieder und log, „Kreuz."
Dabei streifte sein Blick Potters, der ihn herausfordernd anblickte. Ohne es verhindern zu können, merkte Draco, wie ihm das Blut ins Gesicht schoss und er fauchte, „Was schaust du so dämlich?"
Auf Potters Lippen schlich sich ein Grinsen, als er spöttisch hauchte, „Blödsinn."
Mit einer eleganten Handbewegung drehte er die falsche Kreuzkarte um und siehe da, ein knallrotes Karozeichen erfreute die Augen der Anwesenden. Dieses Mal spießte Draco Potter mit seinen Blicken auf. Er hätte ihn erschlagen können. Da war er schon so knapp vor dem Ziel und dann musste dieser - nein er verfiel jetzt nicht in Fluchereien – ihm das zu Nichte machen. Oh, wie er Potter hasste!
Ohne den Blickkontakt zu brechen, schob der Gryffindor ihm dreist den Stapel hin und meinte, „Nimm. Es gehört alles dir."
Dracos Lippen waren nur noch ein weißer Strich und seine Augen kaum erkennbare Schlitze. Wollte der Dunkelhaarige tatsächlich sein junges Leben riskieren? Allem Anschein nach schon. Weiterhin Potter mit seinen Blicken tötend presste der Blonde hervor, „Ich weigere mich."
Potters Grinsen wurde noch breiter als er säuselte, „Aber nicht doch. Nur keine falsche Bescheidenheit vorschützen. Du darfst dir ruhig alle Karten nehmen." Um noch eines draufzusetzen, sagte er in dem ‚Du bist jetzt frei' - Ton, „Sie sind alle dein."
Gerade als Draco sich auf das Großmaul stürzen wollte, brach Chang in schallendes Gelächter aus. Vor lauter Lachen kippe sich rückwärts um und ihre Karten glitten aus ihrer bebenden Hand. Angesäuert verschränkte Draco die Arme vor der Brust und starrte Chang mit aufgeplusterten Wangen an. Als auch noch Potter zu prusten begann, schmiss Draco seine verbleibende Karte zu Boden und erhob sich mit den Worten, „Ihr könnt mich 'mal."
Beleidigt legte er sich bäuchlings auf sein Bett und las in seinem Buch weiter. Chang erfing sich rasch, krabbelte an Draco Bett und bat, „Ach, Draco. Du darfst das nicht so ernst nehmen."
Sie hatte ihn Draco genannt! Wie konnte sie nur! Empört schnaubend drehte er den Kopf die andere Richtung und las stur in seinem Buch weiter. Die Ravenclaw schien einzusehen, dass man diesen Slytherin nicht so schnell umstimmen konnte, wenn er beleidigt war und ließ ihn mit einem „Na, dann nicht." in Ruhe. Das diese Aussage einen unbefriedigenden Nachgeschmack mit sich zog, passte dem Blonden überhaupt nicht, aber er würde nicht so leichtfertig nachgeben. Wer weiß, was diesem Mädchen dann noch einfiel.
Genervt schlug er das Buch zu und stapfte in Richtung Türe. Chang, die nun mit Potter ein anderes Kartenspiel spielte, sah auf und fragte, „Wohin gehst du?"
„Raus.", knurrte Draco und schlug hinter sich die Türe zu. Er hatte keine Lust mehr bei diesen gemeinen Gestalten zu bleiben. Er war sein wenigen Minuten unterwegs und bog einen Korridor ein, als ihm mit einem Mal die Luft wegblieb und er daraufhin erstarrt stehen blieb. Keuchend sah er in den Gang.
Vor ihm stand wieder diese Frau, welche nun aus einem der hohen Fenster blickte. Sie schien traurig zu sein und wirkte irgendwie … verloren. Es war so, als würde sie ein kalte Hauch von Einsamkeit umgeben, der sich in dem ganzen Korridor ausbreitete. Sie seufzte und wandte sich von dem Fenster ab. Gerade, als die durch Draco hindurch schritt, verschwand sie wieder.
Das Einzige, das blieb, war das Gefühl der Einsamkeit, welche sich in Dracos Herzen, wie ein Virus, eingenistet hatte und sich in seinem Körper breit machte. Draco schüttelte den Kopf. Das konnte so nicht weitergehen. Eine Bibliothek! Er musste ganz dringen die Bibliothek dieses Manors finden.
ooOoo
Es waren mittlerweile mehrere Stunden vergangen und Draco saß wieder auf seinem Bett, umgeben von einem Haufen Bücher und blätterte nun schon das achte durch. Sein Nacken schmerzte höllisch, weswegen er kurzweilig versuchte sich selbst zu massieren, allerdings ohne großen Erfolg. Seufzend schmiss er das Buch auf sein Bett, nahm sich das nächste und legte sich bäuchlings auf sein Bett mit dem Kopf in Richtung des Fußendes. Flink blätterte er auch dieses Buch durch und fand, wie auch in den acht vorigen, nichts. Frustriert aufstöhnend, legte er seinen Kopf auf seine Arme, welche teilweise auf dem Buch und teilweise auf dem Bett ruhten.
Potter, der ihn von seinem eigenen Bett aus beobachtete, fragte, „Was suchst du denn so verzweifelt, Malfoy?"
„Etwas!", fauchte Draco gereizt und stützte seinen Kopf auf seine aufgestützten Arme. Missmutig ergriff er wein weiteres Buch und durchforstete dieses.
Chang, der er einen Blick auf sein Gesicht gewährte, bemerkte, „Du siehst müde aus."
Draco stützte sich nun auf beide Arme und zischte, „Beschwere dich bei Potter, denn der musste mich heute Früh aufwecken."
„Sei froh, dass ich es getan habe. Ansonsten wärst du vom Regen geweckt worden, und ich nehme einmal an, dass dir das noch weniger gefallen hätte.", verteidigte sich der Gryffindor.
Draco schnaubte verächtlich und dachte sich/Dämlicher Idiot!/
„Warum hast du eigentlich draußen geschlafen?", wollte Chang wissen und Draco hätte ihr auch geantwortet, wäre ihm Potter nicht zuvor gekommen.
„Ist das denn nicht offensichtlich? Der Kerl hat Schlafstörungen.", erklärte er ohne seinen Blick von seinem Buch zu nehmen.
Draco spießte ihn mit seinen Blicken auf und wollte zu einer bissigen Antwort ansetzten, als Potter ihm riet, „Geh besser schlafen, bevor du uns mit deiner schlechten Laune ansteckst."
Als ob seine Worte nicht demütigend genug waren, musste auch noch alle Energie aus Draco Körper fließen und ein hartnäckiges Stechen sich in seinem Nacken breit machten. Der Blonde schnaubte wütend und legte sein Kinn auf seine Arme. Er würde sicher nicht tun, was Potter ihm sagte! In dieser verlockend bequemen Haltung las er kommentarlos in dem Buch weiter und merkte, wie seine Muskeln sich langsam zu entspannen begannen.
Es kehrte wieder Ruhe ein und jeder ging seinen eigenen Beschäftigungen nach. Das Buch lieferte dem Slytherin wie üblich keine Information über die Hausherren der vergangenen Jahrhunderte. Draco las nun drei Mal denselben Satz, bis er es aufgab, das Buch zuklappte und unter seinem Kopf weg schob. Er bettete seinen Kopf auf seine Arme und beobachtete Potter, der in einem Buch über Quidditch las. Das war so typisch für ihn. Draco hätte ihn ausgespottet, hätte sich nicht eine bleierne Schwere über ihn gelegt und müsste er nicht damit kämpfen, dass ihn die Augen zuklappten.
Er bemerkte, dass Potter über den Buchrand hinweg zu ihm sah und ihm direkt in die Augen blickte. Kurzweilig hielten sie den Blickkontakt. Während Draco ihn böse anfunkelte, lag in Potters Blick etwas weiches, als wolle er ihm versichern, dass es okay wäre, sich dem Schlaf hinzugeben. Was er auch für wenige Sekunden schaffte, denn dann riss Draco seine Augen wieder auf und warf dem Gryffindor einen wütenden, nun ja, eher müden Blick zu. Das Letzte, das er sah, war dieses wunderschöne Grün, ehe er in das Land der Träume hinüber glitt.
ooOoo
Warm … es war so schön warm … angenehm weich … Draco fühlte sich vollkommen leicht, als würde er schweben. Und da. Jemand berührte ihn … strich über seinen Rücken … der Blonde fühlte sich so wohl, er hätte ewig so verweilen können. Er spürte er Gewicht in seinem Kreuz, welches ihn in die weiche Matratze drückte. Es war nicht unangenehm, nein, im Gegenteil, die Wärme, die von diesem Gewicht ausging, verbreitete sich in dem gesamten Körper des Jungen. Warme Finger berührten seinen Nacken und massierten ihn sanft.
Massierten? Verschlafen dachte Draco, es wäre Chang, die seine Verspannung, wie seine Müdigkeit bemerkt haben musste. Er hätte sich befremdet fühlen müssen, aber es tat einfach zu gut, als dass er sich dem widersetzte. Nur … seit wann war Chang so schwer? Und … seit wann hatte sie so große Hände? Ihre wirkten doch ehe klein und zierlich. Konnte es sein, dass etwa … Potter?!
Draco verkrampfte sich sofort und Potter, wie der Blonde annahm, musste es gemerkt haben, denn er unterbrach sein Tun. Zur Bestätigung von Dracos Befürchtung, grüßte der Gryffindor, „Morgen. Na, hast du gut geschlafen? Ich hoffe, dass du jetzt nicht mehr so gereizt bist."
Draco versuchte sich aufzurichten und zischte, „Geh' von mir runter!"
Wie könnte es auch anders sein, lies der Dunkelhaarige es sich nicht nehmen, den Slytherin „unter" ihm zu sehen und bewegte sich keinen Zentimeter. Stattdessen tadelte er ihn, „Na, na, ich bin noch nicht fertig."
Seine Hände glitten über Draco Rücken und er setzte dort fort, wo er aufgehört hatte. Da Draco keine Anstalten machte, sich zu entspannen – sondern eher zu verspannen-, schob der Gryffindor seine aufgewärmte Hand in dessen Nacken und machte dort weiter.
Mist! Schwachpunkt gefunden!
Draco klappte zusammen, wie ein Taschenmesser, und ergab sich widerwillig der Prozedur. Während er vor Scham rot anlief, wagte es Chang ihn - wieder einmal – von der Seite anzusprechen, „Du hast vorhin etwas über die Hausherren dieses Manors gesucht, nicht wahr?"
Der Blonde drehte den Kopf nach rechts und schaute zu der Ravenclaw, die sich die gesamten Bücher unter den Nagel gerissen hatte. Draco wollte schon zu einer bissigen Antwort ansetzten, als Potter den Druck auf seinen Nacken erhörte und somit Blitze durch Dracos Körper jagte. Verdammt! Woher wusste der Junge, was er wann tun musste, bzw. wusste er überhaupt, was er da tat?!
Resigniert antwortete der Blonde, „Mhm."
Hätte er es nicht besser gewusst, hätte er schwören können, dass er Potter aus dem Augenwinkel zufrieden grinsen sah. Verdammter Sadist! Chang, die das ganze anscheinend kalt ließ, meinte weiterhin, „Ich habe hier etwas über ein Ehepaar gefunden. Mr. und Mrs. Wendoley. Sie waren die zweiten Hausherren des Manors. Er war der Gouverneur von dieser Gegend und sie seine junge Ehefrau."
Das interessierte Draco aber. „Jung? Wie jung?"
Chang las im Buch nach. „Hier steht, dass sie bei ihrer Hochzeit 16 Jahre alt war und er befand sich in dem 29. Lebensjahr."
„Igitt! Dann war er doch viel zu alt für sie.", rutschte es Draco raus, ehe er sich selbst Einhalt gebieten konnte. Er hörte es zwar nicht, aber er spürte, dass Potter leise lachen musste, denn sein Körper bebte. Beschämt vergrub Draco sein Gesicht in seinen Armen, um die gut sichtbare Röte zu verstecken. Konnten sie ihn nicht einfach in Ruhe lassen?
„Sonst steht hier nichts.", sagte Chang und las das Buch weiter durch.
„Mhm." Es war ein wohliger Seufzer, der Dracos Lippen entglitt, da er sich - für ihn – dummer Weise wieder zu entspannen begann. Einschlafen würde er zwar nicht, aber er schwebte irgendwo zwischen der Realität und … er wusste es nicht. Er spürte und hörte alles und dennoch schien sein Bewusstsein eine andere Ebene zu erreichen. Er hatte seine Augen geschlossen und sah somit nicht, was um ihn herum passierte.
„Ist er wieder eingeschlafen?", hörte er Chang fragen. Sie schien ziemlich in der Nähe zu sein, denn trotz, dass sie beinahe flüsterte, verstand der Blonde sie klar und deutlich.
„Weiß nicht.", meinte Potter, unterbrach seine Tätigkeit allerdings nicht. Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu, „Er wirkt so friedlich, wenn er schläft. Da könnte man glatt vergessen, was für ein As er doch manchmal sein kann."
/Schuft!/, hallte es in Dracos Gedanken wieder. Wie konnte Potter ihn nur so … Es war wirklich demütigend zuzugeben, dass das, was Potter mit ihm machte in jeder erdenklichen Weise gefiel. Aber das musste er den anderen nicht wissen lassen.
„Er ist süß.", kicherte Chang und Draco meinte zu spüren, wie ihm das Blut ins halbversteckte Gesicht schoss.
„Süß?", wiederholte Potter und erwiderte, „Ich weiß nicht, ob man ihn als süß bezeichnen kann."
„Du bist ja auch kein Mädchen, Schwachkopf.", rügte Chang den Gryffindor.
„Nein, das bin ich in der Tat nicht.", lachte Potter und wanderte mit seinen Händen in Dracos Kreuz, wobei er sich auf Dracos Hintern setzte und diesen beinahe leise aufstöhnen ließ. Zum Glück besaß der Junge ein gewisses Maß an Selbstbeherrschung. Verdammter Potter! Wenn er das noch einmal machte, dann … dann … würde Draco ihn zu Sushi verarbeiten.
„Aber …?", wollte Chang wissen.
Aber? Warum fragte sie aber? Was hatte sie gesehen, dass er nicht sehen konnte? Was passierte gerade? Hatte Draco irgendetwas Wichtiges verpasst?
„Dann sind die Gerüchte also wahr.", schlussfolgerte sie irgendwas. Was für Gerüchte??
„Aber sage es keinem weiter, okay.", bat Potter mit ernster Stimme. Verdammt! Warum mussten die Zwei ein Geheimnis genau vor seinen Augen… oder auch Ohren … besiegeln, ohne Klartext zu reden?! Machten sie das mit Absicht??
Ohne Vorwahnung wanderten Potters Hände unter Dracos Hemd und entlockten dem Slytherin mit leichtem Druck ein geseufztes Stöhnten. Potter hielt inne. Nein! Draco hätte sich selbst schlagen können. Das war ja klar! Genau wenn Potter auf Körperkontakt – Haut an Haut – ging, verabschiedete sich Dracos Zurückhaltung. Verdammter Mangel an Selbstbeherrschung!
Nun wanderte Potter mit seinen Händen Dracos nackten Rücken hinauf und der Blonde starb tausend Tode. Anstatt zu massieren strich er sanft über die Haut, um anscheinend Dracos Reaktion zu testen. Mistkerl! Der Slytherin bekam langsam ein wachsendes Problem und fragte sich im Stillen, was er verbrochen hatte, um so gedemütigt zu werden. Potters Hände wanderten zu Dracos Kreuz hinab und drei Finger fuhren dreist unter den Hosenbund. Draco konnte nicht anders, als die Luft anzuhalten, denn sonst hätte er gewimmert. Als er nun die Finger beider Hände unter Dracos Bund schob, sie an beiden Seiten hinab gleiten ließ und ihn dann an der Hüfte packte, geschah es. Draco keuchte leise und krallte sich reflexartig in die Decke. Ein schwarzer Schleier legte sich über ihn und er wurde bewusstlos.
Tbc
Hallo Leute! Es wird Zeit, dass ich mich einmal wieder melde, bzw. diese FF betreffend mich endlich einmal melde. Ich dachte mir, es macht mehr Sinn, wenn ich zu nächst einmal zwei Kapitel ins Internet stelle. Irgendwann (spätestens nächste Woche), wenn ich Lust habe, stelle ich das dritte Kapitel hinein. Ihr seid nicht gezwungen mir eine Review zu hinterlassen, aber wenn ihr es tut, werde ich mich sicher freuen.
Schönen Gruß an euch Leser (aktiv und passiv)!
Eure Nibin
Ps.: Ich muss gestehen, dass ich eine ziemliche Passivleserin bin und nur in Ausnahmefällen eine Review hinterlasse. .°
