Schattennacht
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Fanfiction von Lady of the Dungeon featuring Slytherene
Disclaimer: Alles Potterige nicht unser, sondern J.K.'s, leider. Wir sind zeitlich irgendwo in Band sechs, allerdings ignorieren wir dreist, dass Lucius Malfoy und einige der anderen Todesser eigentlich ins Askaban sitzen müssten.
Warnung:
Diese Geschichte enthält ab hier auch Darstellungen von Gewalt. Es ist nicht Gewalt um des Thrills willen, sondern weil es der Plot erfordert, und es ist nur ein Bruchstück des Textes, aber wir wollten das nicht ungesagt lassen. Und das Rating ist 16-slash. Wer so etwas nicht lesen will, möge bitte hier umkehren.
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Eldi: Unsere harmlose kleine Geschichte ist doch etwas heftiger geworden (s. Warnung). Liegt an mir. Wir haben das Rating hochgesetzt. Also, alle unter sechzehn: Geht wieder bei ‚Kerkermond' lesen, oder entspannt euch bei den „Tagen des Raben'.
Slytherene: Vielen Dank für das Review an Lucindana. Eldi hat Dir ja bereits persönlich geantwortet. Dieses Kapitel sollte eigentlich „Die Leiden des jungen W." heißen, wobei ‚W' für ‚Werwolf' steht, aber Eldi meinte, wenn schon Literaturzitate, dann englische (stellt sich die Frage, warum sie Lucius in ‚Kerkermond' immer den ‚Mephistopheles' zitieren lässt). Beleihen wir also Shakespeare – sehr frei.
Kapitel 2. Ein Sommernachtsalbtraum
Schritte sind auf der Treppe zu hören.
„Nimm dein Baby, Charlie", sagt Lucius, und seine sonst so kühle Stimme ist beinahe sanft. Dann reicht er Severus seinen Zauberstab zurück.
Er geht in die Hocke und betrachtet sekundenlang das kleine Mädchen, das jetzt allein und verloren im Zimmer steht, als seine Mutter den Säugling aus der Wiege nimmt.
„Wie heißt du?"
„Selène", antwortet sie flüsternd.
„Bist du schon einmal appariert worden?"
Sie nickt.
„Dann weißt du ja, dass du mucksmäuschenstill halten musst. Mein Freund wird deine Mutter und deinen Bruder an einen sicheren Ort bringen. Du kommst mit mir."
Wieder nickt sie, und dann legt sie mit dem nur Kindern, die nie etwas Schlechtes erlebt haben, eigenen Vertrauen ihre kleinen Arme um Lucius' Hals, als er sie aufhebt.
„Silver Falcon Cottage", sagt Lucius zu Severus.
Mit einem Schlenker seines Stabes nimmt Lucius das Siegel von der Tür, mit einem zweiten hebt er Apparitionssperre auf, die die Bewohner des Hauses an der Flucht hindern sollte.
Für eine Sekunde erlaubt sich Severus die unsinnige Hoffnung, dass dies auch Remus eine Chance gibt. Dann konzentriert er sich und disappariert.
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Die Luft im Lake District ist feucht und salzig. Der Wind kommt wie so oft vom Meer, von Whitehaven. Der silbrighelle Halbmond wirft sein Licht gegen die vorbeiziehenden Wolken, zwischen deren Phalanx Lücken den Blick auf friedlich schimmernde Sterne freigeben.
Severus zieht Charlene Blanche hinter sich her, er kennt den Weg vom Apparitionspunkt auf dem Hügel zu Lucius' Jagdhütte. Der blonde Zauberer erscheint Sekunden später einige Meter hinter ihm auf dem Weg, und er schließt schnell auf.
Sie erreichen die Bäume, der Weg durch den Wald ist kurz, und binnen kurzem gelangen sie keuchend ans Cottage.
„Merlin, wieso musst du die Apparitionssperre so weit um das Haus ziehen?", versucht Severus zu Atem zu kommen.
„Ich bevorzuge ausreichenden Sicherheitsabstand zu meinen potentiellen Angreifern", gibt Lucius zurück und bricht das magische Siegel auf der Tür.
Er setzt Selène ab, die zu ihrer Mutter läuft. Charlene steht verloren inmitten des einzigen Wohnraumes des geräumigen Cottages. Allein die Bezeichnung ‚Hütte' ist ein Hohn. Der Raum ist größer als Severus gesamtes Quartier in Hogwarts, inklusive Arbeitszimmer und Bad. Die Wände sind mit Waffen und Jagdtrophäen behängt, auf dem Boden liegen Felle verschiedenster Art. Ein Bücherregal trennt einen kleineren Schlafbereich optisch ab. Obwohl es Juni ist, ist es kühl.
Lucius entzündet mit einer Stabbewegung ein Feuer im Kamin. Der Raum verwandelt seine Atmosphäre sofort, als hätte jemand einen Schalter umgelegt, und von ‚unbewohnt' auf ‚willkommen' umgeschaltet.
Severus' schneller Herzschlag beruhigt sich.
„Wir müssen sofort zurück", sagt Lucius zu Charlene. „Du kennst dich ja aus. Bitte verlass das Haus nicht. Der Wald ist gefährlich, und ich spreche nicht über Tiere. Hier drin seit ihr erst einmal sicher."
Severus weiß, worüber Lucius nur andeutungsweise spricht. In den Gehölzen um dieses Cottage gehen die Geister düsterer, grausamer Zeremonien aus keltischer Zeit um, selbst die Muggel aus der Gegend meiden die Wälder mit abergläubischem Respekt. Hier werden Dementoren geboren und wachsen fleischgewordene Albträume aus dem feuchten Boden.
Lucius dreht sich auf dem Absatz um und rauscht zur Tür hinaus. Severus folgt ihm. Natürlich ist es riskant, zurück zu kehren mitten zwischen all die anderen Todesser. Wenn Lucius ihn verrät…
Doch dann hätte er es vor Minutenfrist tun können, ohne auch nur den Hauch einer Bestrafung vom Dunklen Lord zu riskieren. Jetzt sind die Waffen einigermaßen gleichmäßig verteilt. Sie sind beide erpressbar.
„Auf den Dachboden apparieren", sagt Lucius. „Dort sind sie vermutlich noch nicht."
Die Rechnung scheint aufzugehen. Sie stoßen die Leiter nach unten, und Severus entgeht nicht, mit welcher Gewalt Lucius gegen die Falltür tritt. Er muss innerlich kochen.
„Hey, wie seid ihr denn da hoch gekommen?", fragt Crabbe, der aus der Dunkelheit auftaucht.
„Wo ist das Licht?"
„In deinem Stab, Idiot!" zischt Lucius. „Und hoch kommt man per Apparition."
„Und runter mit der Leiter?", fragt der grobschlächtige Slytherin.
„Ich bin mit dem Fuß in die Falltürmechanik geraten", rettet Severus die Situation.
„Ist das Haus gesichert?", fragt Lucius barsch.
„Alles unter Kontrolle", kommt es von der Treppe her und Bellatrix wirkt einen Reinigungszauber. Die dunkelroten Flecken verschwinden von ihren Händen und Armen und lassen nichts als teure schwarze Spitze zurück. Ihre Augen leuchten.
„Wie ich sehe, hattest du einen amüsanten Abend", sagt Lucius mit ungewohnter Sanftheit in der Stimme.
„Allerdings", antwortet sie lächelnd, und ihre perlweißen Zähne blitzen. „Aber keine Angst, wir haben euch etwas übrig gelassen. Es wird vielleicht nicht ganz einfach, der Ratte ihre Beute wieder abspenstig zu machen, aber natürlich ist das letztlich eine Frage der Hierarchie."
Sie führt Lucius und Severus in den vorderen Teil des Hauses. Severus wappnet sich und konzentriert sich darauf, eine gleichmütige Miene aufzusetzen. Er ist auf das Schlimmste gefasst.
Das Wohnzimmer schwimmt geradezu in Blut, zertrümmerte Möbel liegen herum, zersplittertes Glas. In einer Ecke steht eine ganze Reihe afrikanischer Schmucklanzen. Der Kopf eines Severus gänzlich unbekannten Weißen stakt auf einer von ihnen. Seine Augen starren blicklos an die Wand, an der jemand seinen knöchernen Brustkorb mit Herz und Lungen aufgehängt hat.
„Flieg, wenn du kannst", hat jemand mit makabrem Humorverständnis unter den als ‚Blutadler' im Mittelalter bekannten Frevel an jeder Menschlichkeit geschrieben.
Vor dem Esstisch liegt Jamaine Blanche, zusammengekrümmt wie ein Embryo.
„Man sollte meinen, ein kleines Kind und seine Frau wären an einem solchen Abend zuhause, aber er hat bis zum Schluss darauf beharrt, dass sie bei der Großmutter wären." Bella zuckt gleichgültig die Schultern. „Guck mal, ein Souvenir für Rodolphus."
Sie hält Severus etwas Längliches vor die Nase, und auf einen Wink ihres Stabes hin zuckt es.
Severus unterdrückt einen Brechreiz.
„Bist du sicher, dass Rod sich über dieses…Geschenk wirklich freut, Bella?", wendet Lucius ein. „Ich wäre eher schockiert, wenn deine Schwester mich mit einem solchen… ‚Fremd-Phallus' überraschen würde."
Bellatrix seufzt. „Ihr seid langweilig, du und Narcissa. Habt ihr überhaupt noch Sex?"
„Merlin, Bellatrix", entfährt es Severus.
„Dass du keinen hast, ist mir eh' klar", erklärt sie laut, ihm zugewandt.
„Unterschätze Severus nicht", sagt Lucius lachend. „Stille Wasser sind bekanntlich tief. Nun, ich sehe nicht, wie wir mit diesen ‚Resten' noch unseren Spaß haben könnten, meine Liebe."
„Kommt mit", sagt sie und geht voraus.
Severus beißt die Zähne zusammen. Da Lupin nicht hier drin ist, haben sie ihn vermutlich nach draußen gebracht. Tatsächlich treffen sie vor der Tür auf die anderen, die in lockerer Runde zusammen stehen und rauchen oder Champagner trinken, den Narcissa mit ihrem Stab durch die Runde dirigiert. Sie alle haben die Masken abgenommen. Ein unvoreingenommener Beobachter könnte die Anwesenden für die Gäste einer lockeren Gartenparty halten. Die Atmosphäre ist spürbar entspannt.
„Es sind tatsächlich Bleikristallgläser aus Frankreich und echter Champagner", sagt Narcissa zu McNair. „Hättest du gedacht, dass solche Proleten über eine angemessene Lebensart verfügen? Allerdings…wenn ich mir ihren Besuch so betrachte…. Sie wirft einen verächtlichen Blick auf die abgerissene Gestalt, die ein paar Meter weiter auf dem Boden kauert.
Severus folgt ihrem Blick und hält für einen Moment den Atem an. Irgendjemand hat Silberketten beschworen und Remus damit gefesselt. Seine auf dem Rücken zusammen genommenen Hände sind mit den ebenfalls gebundenen Füßen an kurzer Kette zusammengefasst, was ihn in eine kniende Position zwingt. Um seinen Hals liegt – Gipfel der Perversion – ein nach innen gerichtetes Stachelhalsband, und die Leine daran hält niemand anders als Pettigrew, der mit einem Champagnerglas in der Hand unaufhörlich auf Remus einredet.
„Du hast es mir zu verdanken, Moony, dass du überhaupt noch lebst. Wäre es nach der schönen Bellatrix gegangen….olala, von dir wäre ungefähr so viel übrig wie von dem räudigen Mischling im Wintergarten. Und das wäre passend, denn auch du bist ja ein räudiger Mischling, nicht wahr, Moony?"
Remus rührt sich nicht.
„Du sollst mir zustimmen!", brüllt Pettigrew und reißt an der Leine, so dass Lupins Kopf nach vorne schnellt. Eine groteske Persiflage eines ‚Ja.'
„Guckt nur, ein Hündchen für die Ratte", zwitschert Bellatrix. „Sind sie nicht allerliebst zusammen?"
Sie gurrt, als sie zu Pettigrew tritt.
„Darf ich?", fragt sie süßlich, und dann beugt sie sich zu Remus, ohne Pettigrews Antwort abzuwarten.
„Hallo, kleiner Wolf. Was hast du für ein hübsches Halsband."
Sie streichelt Remus über den Kopf, als wäre er ein Hund.
„Merlin, Bella, wie kannst du dieses Vieh nur anfassen?", fragt Narcissa, die jetzt wie alle neugierig nähert tritt.
Bellatrix schnuppert sie an ihren Fingern und verzieht die Nase.
„Du hast recht, Schwesterherz", sagt sie. „Er stinkt. Aber der Arme kann wohl nichts dafür. Das sind sicher seine Werwolfsdrüsen. Vielleicht hat er ja Hunger?"
Sie nähert sich ihm wieder.
„Hast du Hunger, Hündchen?"
Ihr Singsang ist grausame Parodie einer Kinderstimme. Als Remus nicht reagiert, packt sie ihm brutal in die Haare und reißt seinen Kopf hoch. Ihre Stimme hat nun nichts Süßes mehr, als sie faucht: „Antworte gefälligst, du Drecksvieh!"
Mit ihren spitzen, schwarz lackierten Fingernägeln zieht sie eine blutige Spur über seine Wange. Severus' Magen zieht sich zusammen, als er Remus' malträtiertes Gesicht sieht. Sein linkes Augen ist blau geschlagen, sein rechtes blutunterlaufen. Jemand hat ihm die Nase gebrochen, aus der Blut fließt. Die Umstehenden lachen.
Severus zieht die Kapuze ab und stellt sich so hinter Pettigrew, dass Remus ihn sehen kann. Oder könnte, wenn er denn den Blick heben würde. Er will ihm signalisieren, dass er nicht allein ist, obwohl er keinen Plan hat, der Remus jetzt noch retten könnte.
„Also", Bellas Stimme ist wieder kindlich-süß, „hast du Hunger, mein Ratten-Wölfchen?" Sie blickt zu Pettigrew hoch. „Wie nennst du ihn noch?"
„Moony", strahlt Pettigrew, offenbar glücklich, etwas zu Remus' Folter beitragen zu können.
„Moony", wiederholt Bellatrix sanft. „Was für ein hübscher Name – und so passend. Nicht wahr?"
Pettigrew reißt wieder an der Leine, und Remus muss nicken.
„Braves Wölfchen", lobt Bellatrix lachend. „Versuchen wir es noch mal: Hast du Hunger?"
Als Remus wieder schweigt, nickt sie Pettigrew zu. Ein Ruck an der Leine, und Remus ‚bejaht'. Bellatrix und Pettigrew spielen ein Spiel und amüsieren sich köstlich. Sie lassen sich von dem hilflosen Werwolf bestätigen, dass Dumbledore ein debiler Idiot ist und er nichts mehr herbei sehnt als Harry Potters Tod. Die umstehenden Todesser werfen bösartige Behauptungen in die Runde, und Bellatrix gibt die Moderatorin des Grauens. Das Halsband schneidet tief in Remus' Hals, er blutet aus mehreren Hautwunden und wo das Silber seine nackte Haut berührt, bilden sich Brandblasen.
„Du hast noch gar nichts gefragt, Severus", fordert Bellatrix den Tränkemeister plötzlich auf.
Remus' Blick schießt nach oben, und für den Bruchteil eines Augenblicks verbindet Bernstein sich mit schwarzem Samt. Es liegt eine Frage in Remus' Blick, und Severus nickt kaum merklich. Mehr kann er nicht tun.
„Frag ihn, ob er glaubt, dass ihn noch jemand rettet", sagt Severus.
Bellatrix, Narcissa und die meisten anderen lachen laut.
„Nun, Moony-mein-Schätzchen", gurrt Bellatrix höhnisch, „sage uns: Stirbt die Hoffnung zuletzt?"
Pettigrew will eben an der Leine reißen, als Remus sich soweit wie möglich aufrichtet. Seine Stimme ist heiser wie ein Reibeisen, er hat sich vermutlich die Seele aus dem Leib geschrieen, als sie ihm mit dem Cruciatus gequält haben. Aber er sagt deutlich: „Daran glaube ich, allerdings."
Sie lachen über ihn, hämisch und bösartig.
„Kommen wir noch einmal zum Hunger zurück, jetzt, wo du reden kannst", zischt Bellatrix. „Bist du hungrig, Moony?"
Remus schweigt, Pettigrew reißt an der Leine, und Bellatrix kreischt begeistert. Sie kann nicht genug kriegen von der Gewalt und der Demütigung.
„Dann habe ich ein leckeres Fressi für dich", frohlockt sie und zieht den abgeschnittenen Phallus aus ihrer Umhangtasche. Sie wedelt damit vor Remus' Nase, und Severus sieht, wie Remus mit dem Brechreiz kämpft.
Severus' Hand gleitet wie von selbst zu seinem Stab. Es zischt, und der unappetitliche Körperteil ist zu Asche verdampft.
„Severus!", kreischt Bellatrix erzürnt.
„Siehst du nicht, dass er das Ding gewollt hätte?", herrscht der Tränkemeister sie an. „Werwölfe sind pervers, das weiß doch jeder!"
Wenn sie es nicht kauft, hat Severus ein veritables Problem. Bellatrix ist wütend, aber ein sonores Lachen schallt durch die Nacht. Lucius. Erst jetzt wird Severus bewusst, dass er den blonden Slytherin schon eine Weile nicht mehr gesehen hat. Etliche Todesser stimmen in sein Gelächter mit ein, Lucius' Position ist zu unangefochten, um nicht amüsant zu finden, was ihn amüsiert. Doch Severus entgeht nicht, dass das Lachen nicht die kühlen grauen Augen erreicht, die ihn fragend mustern.
Aber nun, nach über einer Stunde, macht Lucius dem Schrecken ein Ende.
„Nehmt ihm die Silberketten ab, seht ihr nicht, dass er drauf geht davon? Der Dunkle Lord wird mit Sicherheit einige Fragen an ihn haben. Dumbledores Haustier, er muss bestimmt wertvolle Informationen besitzen."
„Wir haben ihn gefoltert, aber er schweigt", beschwert sich Bellatrix über die Ungerechtigkeit.
„Der Dunkle Lord hat feinere Methoden als ihr", erwidert Lucius kühl.
„Bellatrix hat ihn mir versprochen", quietscht Pettigrew.
„Das wird der Dunkle Lord entscheiden", sagt Lucius knapp. „Aber nicht mehr heute Nacht. Severus, du kennst Lupin, und du hast dich in der Gewalt." Der Seitenblick auf Pettigrew ist vielsagend. „Du apparierst ihn. Alle andern: Ins Hauptquartier. Der Weg über das Westend. Nicht, dass die Auroren unsere Spur finden. Habt ihr die Wertsachen?"
„Klar doch", sagt Greyback. „Und übrigens, ich habe auch einen Anspruch auf ihn. Immerhin habe ich ihn zu dem gemacht, was er ist."
Lucius lächelt. „Aber selbstverständlich, Fenrir. Die Ähnlichkeit zwischen dir und deinem Welpen ist frappierend. Ihr riecht sogar gleich widerwärtig."
„Hey, ich habe mich nicht eingeschissen", protestiert Greyback.
‚Bei einem Cruciatus hättest du's', denkt Severus, aber er schweigt. Seile schlingen sich aus seinem Stab um Remus' Hände, und er zieht den Gefangenen auf die Beine. Er muss ihn festhalten, da Remus, dem die Blutzufuhr abgeschnürt war, kaum alleine stehen kann.
„Geh schon!", knurrt Greyback erzürnt und stößt Remus vorwärts.
Es ist nur Severus' zupackendem Griff zu verdanken, dass Remus nicht fällt.
„Ich will ihn brauchbar beim Dunklen Lord abliefern", zischt Severus den älteren Werwolf an. „Bei-Apparition", sagt er zu Remus. „Wo ist dein Stab?"
„Weiß nicht", flüsterte Remus.
„Halt ganz still", sagt Severus.
Er konzentriert sich und sie disapparieren. Als Severus wieder festen Boden unter den Füßen hat, liegt Hogsmeade hinter ihnen. Es löst Remus' Fesseln, wirkt einen Heilzauber und sagt: „Geh. Bevor ich's mir anders überlege."
Remus starrt ihn an. Dann schüttelt er den Kopf.
„Nein, Severus. Das geht nicht. Das ist es nicht wert. Bring mich dorthin, wo du mich hinbringen sollst."
„Bist du wahnsinnig? Sie werden dich umbringen!" Severus kann es nicht glauben. Und doch weiß er, tief im Innern, er würde das Gleiche verlangen, wären ihre Rollen vertauscht.
„Du musst", insistiert Remus. „Severus, deine Tarnung ist unsere schärfste Waffe. Wir brauchen deine Informationen. Bitte, der Orden braucht dich mehr als mich."
Severus sieht in Remus' zerschundenes Gesicht, in dem sich grimmige Entschlossenheit abzeichnet.
„Hast du keine Angst?", fragt Severus leise.
„Merlin, Severus, was glaubst du wohl?", fragt Remus. „Mehr als alles andere möchte ich weglaufen. Natürlich habe ich Angst, vor den Schmerzen und davor, zu sterben in irgendeinem von Voldemorts Verliesen. Aber ich habe keine Wahl. Und du auch nicht. Bring mich dorthin. Bitte. Und lass dir nichts anmerken. Ich…ich kenne die Wahrheit."
„Was meinst du?"
Zu seinem Erstaunen lächelt Remus. „Du hättest mich nicht erst hierher bringen müssen, um mir zu zeigen, dass die Dinge, die heute Abend geschehen sind, nicht dein Werk waren. Ich wusste das schon vorher, Severus."
Und dann beugt Remus sich vor und seine Hand liegt warm an Severus' Wange, und seine Lippen berühren kurz, beinahe flüchtig, die Lippen des anderen.
Severus erstarrt. Was immer er erwartet hat, das ist es nicht.
„Entschuldige", sagt Remus unsicher und weicht einen Schritt zurück.
Severus verliert sich beinahe in diesen goldenen Augen, in diesem Gesicht mit dem sanften Ausdruck. Er hat Remus schon gemocht, als sie Sechzehn waren. Damals hatten sie keine Chance, und auch heute wartet nur der Tod auf sie. Er packt ihn am Arm und presst seinen Mund auf den des anderen. So behutsam, wie Remus war, so verzweifelt ist Severus. Sein Kuss ist rücksichtslos, brutal und fordernd. Als Remus nachgibt und sich in die ungewohnte, unerwartete Umarmung lehnt, appariert Severus sie beide.
Hart kommen sie auf dem Boden bei Blanches Haus auf, über dem jetzt das Dunkle Mal am Himmel steht. Severus löst seine Lippen von Remus' und setzt die Apparition fort. Sie landen in einem Abbruchhaus vor dem Kamin, der einen illegalen Floonetzwerkanschluss zum Hauptquartier des Dunklen Lords hat.
Tarnung ist alles.
TBC
Eldi: Lucius zitiert in 'Kerkermond' Goethe, weil die Autorin von englischer Literatur keine Ahnung hat. Weshalb sie eine gebildete Ko-Autorin und Beta braucht.
Slytherene: Ich kenne auch nur den ‚König Lear' und etwas Poe. Ich verkaufe das bisschen Wissen nur gut. Ich bin der klassische ‚Show-Off', wie Sirius.
Eldi: Nehmen wir zur Kenntnis und jetzt? Reviews, einer?
