Chapter 1 - Seelenschmerz
Ginny Weasley sollte glücklich sein. Sie war nun im vorletztem Jahr, sie war mit Harry Potter zusammen. Harry Potter, Held der Zauberwelt. Voldemort war tot, gestorben bei einem ?Überraschungsangriff auf Harry im letzten Sommer. Harry war gerade volljährig geworden, und Voldemort hatte gehofft, er sei noch immer dumm und unerfahren, doch er hatte ihn unter, sich selbst überschätzt, so dass es für Harry ein leichtes war ihn zu besiegen. Harry war mächtig geworden , sehr mächtig und er hatte auf Voldemort nur gewartet.
Ein paar Monate vorher hatte er sich in Ginny verliebt, erkannt dass das keine Mädchen, dass er immer wie eine Schwester gesehen hatte, zu einer wunderschönen, ihn stark anziehenden Frau geworden war.
Ja, Ginny Weasley sollte glücklich sein. Sie hatte eine große, mehr als liebevolle Familie, brauchte vor nichts und niemandem mehr Angst haben Angst haben und sie war mit ihm zusammen. Harry Potter, dem Jungen, den sie vom ersten Moment an geliebt und bewundert hatte. Doch sie war nicht glücklich, nicht mehr.
Sie saß ganz allein, an einer gut versteckten Stelle am Waldrand, auf einer alten Bank. Erst vor kurzem hatte sie diesen Ort gefunden. Sie saß kerzengerade auf der Lehne, die Hände neben sich, und starrte ins Leerer. Eine Träne, eine einzelne Träne lief ihr über die Wange und ihr Gesicht wurde wieder hart wie Stein.
Oh nein, sie würde nicht weinen, auf keinen Fall würde sie weinen!
Sie bemerkte, dass sie nicht mehr alleine war. Was wollte der denn hier ausgerechnet der?
Obwohl, er war auch nicht schlimmer als irgendjemand anders. Egal wer sie hier gefunden hätte, würde sie stören und auf irgendeine erdenkliche Weise nerven. Ausfragerei und Bemühungen des Tröstens wären auch nicht nerviger wie die Hänseleien und Beschimpfungen die nun folgen würden. Sie schloss für einen Moment die Augen.
Auch Draco Malfoy hatte genug Gründe mit sich und seinem Leben zufrieden zu zu sein. Er war Schulsprecher, Suche des Qidditchteams und konnte an jedem Finger mindestens zehn Mädchen haben, doch er fühlte sich allein. Natürlich wirklich allein war er so gut wie nie, Crabbe, Doyle und Pansy waren manchmal kaum abzuschütteln, aber allein und allein waren zweierlei. Voller Ironie dachte er daran, wie schwer es doch manchmal für einen einsamen Menschen sein konnte, mal wirklich allein zu sein, um nachzudenken.
Draco schlich sich nach dem Abendessen aus dem Schloss in Richtung Wald. Bloß keinem über den Weg laufen, vollgesülzt werden. Nahe dem Waldrand ging er zu seinem Versteck. Hier würde er seine Ruhe haben, hier war ihm noch nie jemand begegnet.
In seinem zweiten Jahr hatte er diesen Ort gefunden, und oft hier gewesen, und nie, nicht einmal hatte sich jemand hierher verirrt. Nichtmal dieser Holzkopf Hagrid, der jede Ecke kannte wie seine Westentasche schien diesen Ort zu kennen. Hier vergrub er sich vor seinem Leben, das er oftmals so sehr hasste
Doch da, da saß tatsächlich jemand auf seiner Bank. Wer?
Die Wolken lichteten sich, und das Mondlicht fiel auf ein Mädchen mit langem roten Haar. Ginny Weasley, hübsch beliebt, immer gut gelaunt, Potters kleine Freundin. Doch sie sah gequält aus, dabei sollte sie das glücklichste Mädchen der Schule sein. Wortlos setzte er sich auf die andere Seite der Banklehne. Was interessierte es ihn schon. Er hatte seine Probleme, Ginny Weasley ihre.
Ginny öffnete die Augen. Die erwarteten dummen Sprüche waren ausgeblieben, doch sie spürte, dass er noch da war. Aus den Augenwinkeln sah sie Draco verwundert an. E hatte die Ellenbogen auf die Knie gestützt, Mund und Nase in die Hände vergraben und blicke starr mit leerem Gesicht vor sich hin. Ginny sah wieder nach vorn, er hatte ihr auch den Respekt gezollt, sie in Ruhe zu lassen, also wollte sie ihn ebenso wenig mit ihrer Aufmerksamkeit belästigen. Draco Malfoys Probleme interessierten sie eh nicht, sie hatte eigene.
Lange saßen sie einfach so da, beide versunken in ihre Gedanken, bis Draco aufstand. Es wurde Zeit zu gehen, sonst fingen sie noch an ihn zu suchen. Eigentlich wollte er einfach gehen, doch irgendetwas zwang ihn stehen zu bleiben. Er strich Ginny übers Haar. „Wird schon wieder."
Dann ging er.
Er verstand auch nicht ganz, was das gerade war. Irgendetwas in ihm wollte sich bedanken, dass sie nichts gesagt hatte, ihr Trost spenden. Eigentlich hatte er sie noch bitten wollen, den Mund zu halten, über den Ort, die Begegnung, doch er wusste einfach, dass sie das sowieso tun würde.
Draco war weg. Ginny fühlte immer noch die Berührung auf ihrem Haar. Es hatte gut getan, so verdammt gut wie schon lange nichts mehr. Sie wusste, morgen waren sie wieder so etwas ähnliches wie Feinde. Slytherin und Griffindor, Malfoy und Weasley. Nur hier, an diesem Ort, in der Zeit die sie hier gesessen hatten waren sie einfach nur zwei Menschen, zwei Menschen mit dem Namen Ginny und Draco gewesen.
Als Draco in den Gemeinschaftsraum kam, stürmte Pansy sofort auf ihn zu.
„Da bist du ja!"
Er grinste sein schiefes böses Malfoygrinsen
„Ja da bin ich" Er umarmte sie und drückte fest ihren Po „Und ich will spielen."
Sie grinste fies zurück, sie liebte spielen. Sie biss ihn in den Hals, ließ sich hoch heben, schlang die Beine um ihn und ließ sich in sein Zimmer tragen.
Die kleine Schlampe war genau das, was er jetzt brauchte und wie immer auch bekam.
Ginny kam strahlend in den Gemeinschaftsraum und ging auf Harry, Ron und Hermine zu. Liebevoll gab sie ihrem Freund einen Kuss.
„Hi mein Schatz."
„Wo warst du denn, ich wollte dich schon suchen." fragte Harry
Ginny antwortete mit ihrem nie vergehendem herzlichen Lächeln „Ich war ein wenig an der frischen Luft. Ich wär ja so gern mit dir zusammen spazieren gegangen, wusste aber nicht wo du warst."
Er zog sie auf seinen Schoß „Jetzt sind wir ja beide hier." Dann küsste er sie innig.
Sie hätte kotzen können als sie seine Zunge in ihrem Mund spürte.
