Disclaimer: wie gehabt – siehe Kapitel 1
Ich sollte euch vielleicht warnen… diese Story wird einiges an Klischees zu bieten haben (seufz) – aber es war zu verlockend auch mal so etwas in eine meiner Storys einfließen zu lassen. Noch kurz ein Hinweis in eigener Sache: Reviews werden von mir direkt beantwortet – Anonyme Reviews werden hier in meinem Forum beantwortet!
Drei Freunde sollt ihr sein - Teil 3
Kapitel 2
„I like to think I can be so willed – and never do what you say" (Tanita Tikaram: "Twist in my sobriety")
Kurze Zeit später saß Remus Lupin in Dumbledores Büro. Im Kamin flackerte ein knisterndes Feuer. Die beiden Zauberer begrüßten sich, Remus setzte sich und nahm dankend das Angebot einer Tasse heißen Tees an. Die Wärme des Kaminfeuers tat ihm gut. Er streckte seine langen Beine in Richtung des Feuers und bemerkte erst jetzt, wie durchnässt und durchfroren er von dem kurzen Weg zwischen Apparationsgrenze und Schlosstor war.
"Ich freue mich, dass du zugesagt hast, Remus." Albus Dumbledore lächelte zufrieden. „Ich könnte mir vorstellen, dass du dir diese Entscheidung nicht ganz leicht gemacht hast."
Remus nahm bei diesen Worten einen hastigen Schluck aus seiner Tasse und verbrannte sich die Zunge an dem heißen Tee.
„Wieso?", lispelte er nervös. Albus konnte doch unmöglich alles wissen!
Der Direktor betrachtete ihn über den Rand seiner Brille hinweg.
„Ich stelle mir vor, dass dir die Trennung von Sirius schwer gefallen sein dürfte."
Innerlich atmete Remus erleichtert auf.
„Ach so – das… nun ja… er hat ja sowieso diesen Geheimauftrag von dir angenommen, da hätte ich ihn sowieso nicht allzu oft zu Gesicht bekommen", gab Remus leicht betrübt zu. „Und du weißt ja, Albus, wie viel Freude es mir gemacht hat, hier zu unterrichten. Dafür ist die Trennung von Sirius ein kleiner Preis."
„Ist das Wiedersehen mit Severus auch ein kleiner Preis?", fragte Dumbledore unvermittelt.
Remus' Zunge machte zum zweiten Mal unliebsame Bekanntschaft mit dem zu heißen Tee und er verbannte seine Tasse endgültig auf den Tisch vor sich.
„Wir haben uns ausgesöhnt", antwortete Remus ausweichend. „Warum? Hat er etwas gesagt?"
„Nein - das ist es ja, was mir zu denken gibt", erwiderte Dumbledore.
OoooOoooO
Dumbledore hatte Remus aus Höflichkeit zu seinen Räumen begleitet, denn der Werwolf kannte den Weg noch sehr gut von seinem letzten Hogwarts-Jahr.
Räume und Mobiliar waren unverändert, was Remus sehr freute.
Im Wohnzimmer der kleine Schreibtisch aus Kirschbaumholz, das kleine Sofa, dazu die zwei Sessel – die er noch als sehr bequem in Erinnerung hatte - und der niedrige Tisch mit den hübschen Intarsien. Im Schlafzimmer das breite Himmelbett mit den bordeauxroten Vorhängen und die Schränke aus heller Eiche. Auch das Badezimmer war unverändert komfortabel.
Als Dumbledore sich verabschiedet hatte und Remus endlich allein in seinen neuen Zimmern war, machte er sich nachdenklich an die langweilige Tätigkeit, seine wenigen Habseligkeiten auf die leeren Schränke und Schubladen zu verteilen - kurz: auszupacken.
Er konnte dabei nicht verhindern, dass seine Gedanken zum zweiten Mal an diesem Tag auf Wanderschaft gingen – in Richtung Severus.
Dumbledores Worte hatten bei Remus einen unguten Nachhall. Severus hatte seine Wiedereinstellung also mit keiner Silbe kommentiert. Das war im besten Fall ungewöhnlich zu nennen. Der Slytherin war schließlich nicht dafür bekannt, dass er jemals ein Blatt vor den Mund genommen hätte.
Andererseits… was hätte Severus auch sagen sollen? Dass er sich auf Remus freuen würde? Das hätte nun erst recht für Aufsehen unter dem Lehrerkollegium gesorgt. Remus musste bei dieser Vorstellung grinsen. Doch mit einem Mal gefror dieses Grinsen auf seinen Lippen. War es das? Freute sich Severus tatsächlich, ihn wieder zu sehen und hatte er deshalb nichts gesagt?
Remus musste sich einen Moment auf sein Bett setzen.
Severus freute sich auf ihn.
Es konnte nicht anders sein.
So etwas wollte erst einmal verdaut werden.
Hoffentlich war es nur eine simple Feld-Wald-und-Wiesen-Freude und nicht noch etwas anderes…
OoooOoooO
Die wenigen Stunden bis zum Abendessen verbrachte Remus auf seinem Zimmer und mit dem reichlich erfolglosen Versuch, Sirius einen Brief zu schreiben.
Als es schließlich Zeit war, sich auf den Weg in die große Halle zu machen und seinen Platz am Lehrertisch einzunehmen, erhob sich Remus nur widerstrebend.
Eigentlich war er nach diesem langen und nasskalten Tag schrecklich hungrig, doch seine Gedankenspielereien in Bezug auf Severus hatten ihn derart nervös gemacht, dass er davon überzeugt war, keinen einzigen Bissen hinunterwürgen zu können.
Langsam machte er sich auf den Weg.
Als er die letzte Treppenstufe hinter sich gelassen hatte und ihn nur noch die Eingangshalle von der Tür zur großen Halle trennte, hatte er immer noch keinen Schimmer, wie er Severus gegenübertreten sollte. Wie sollte er ihn begrüßen? Sollte er sich neben ihn setzen? Oder lieber doch nicht? Mitten in seine Überlegungen hinein traf ihn ein heftiger Schlag auf die Schulter.
„Hallo Remus!", begrüßte ihn Rolanda Hooch mit lauter Stimme.
„Guten Abend, Rolanda", antwortete Remus höflich und bewegte unauffällig seine Schulter – es schien nichts gebrochen zu sein.
Rolanda betrat mit ihm gemeinsam die große Halle, wobei sie unentwegt auf ihn einredete.
Remus erfasste nicht eine Silbe davon, denn sobald sein Blick auf den schwarz gekleideten Meister der Tränke fiel, verschmolzen Rolanda's Worte in seinem Gehirn zu einem leisen Rauschen.
Severus unterhielt sich gerade mit Aurora Sinistra, die links neben ihm saß – doch der Platz zu seiner Rechten war noch frei.
Was sollte er jetzt tun?
Wie ein Schlafwandler lief er neben Rolanda her. Am Lehrertisch angekommen schüttelte er der Reihe nach die Hände seiner Kollegen, während er aus den Augenwinkeln heraus beobachtete, dass Severus sein Gespräch mit Aurora noch nicht unterbrochen hatte. Erst als er direkt vor ihm stand, sah Severus auf und blickte ihn stumm an.
„Severus…", fing Remus an, während er sich bemühte sich seine Nervosität nicht anmerken zu lassen.
Severus ergriff seine ausgestreckte Hand und öffnete seinen Mund um etwas zu sagen, doch diesen Moment hatte Rolanda ausgewählt, um Remus vom anderen Ende des Tisches her etwas zuzurufen.
„Remus! Ich habe dir hier einen Platz freigehalten!" Dazu winkte sie ihm burschikos zu.
„Ähm… ja, ist gut. Ich komme gleich", rief Remus halblaut zurück.
Severus ließ seine Hand los und Remus empfand dies seltsamer Weise als Verlust. Die Hand des Slytherins war verglichen mit seiner trocken und warm gewesen.
So verkorkst hatte er sich ihr Wiedersehen nun auch wieder nicht vorgestellt.
„Du wolltest etwas sagen, Severus?", meinte er daher aufmunternd.
„Guten Abend, Remus", sagte Severus tonlos und wandte sich sofort Professor Vektor zu, die gerade den freien Platz zu seiner Rechten in Beschlag nahm. „Vektor, was ich Sie noch fragen wollte…"
Etwas betäubt tauschte Remus Grußworte mit Sinistra und den wenigen restlichen Lehrern aus und ging dann ans andere Tischende um sich zwischen Hooch und Flitwick auf seinen Stuhl fallen zu lassen.
„Remus… er hat mich Remus genannt…" Diese Endlosschleife in Remus' Kopf löste sich erst in Wohlgefallen auf, als die Erstklässer schüchtern in die Halle geführt wurden und die Auswahl der Häuser begann.
OoooOoooO
Nach dem Festessen ergab sich für Remus keinerlei Möglichkeit mehr für ein Gespräch mit Severus, da dieser gemeinsam mit den Vertrauensschülern die neuen Slytherins in ihre Schlafsäle eskortierte.
Es war daher nicht verwunderlich, dass Remus eine nahezu schlaflose Nacht verbrachte, während der er sich abwechselnd schalt, komplett neurotisch zu sein, nur um sofort wieder jegliche Regung Severus' auf etwaige Gefühle hin zu analysieren.
Als er am nächsten Morgen völlig gerädert aufstand, fragte er sich ernsthaft, warum ihn das alles so aus dem Gleichgewicht brachte.
Immerhin hatten sie sich schon geküsst und noch weit Schlimmeres miteinander getrieben und Severus hatte ihm hinterher sehr glaubhaft versichert, dass er ihn nicht lieben würde – zumindest nicht auf diese Art, die man geheimhin unter Liebe verstand.
Er hatte auch schon über mehrere Wochen hinweg Severus' Launen ertragen und weder sein Schweigen noch seine Blicke oder seine scharfen Bemerkungen hatten ihn je aus dem Gleichgewicht gebracht.
Was war jetzt also so anders, dass er auf einen Blick, einen Händedruck und die Verwendung seines Vornamens reagierte wie… ein verliebter Teenager? Oder doch eher wie eine Katze in einem Zimmer voller Schaukelstühle?
Remus runzelte die Stirn. Beide Vergleiche behagten ihm nicht besonders, doch ein besserer wollte ihm einfach nicht einfallen.
Was also war dieses Mal anders?
Remus zermarterte sich das Hirn und plötzlich glaubte er, es zu wissen.
Sirius!
Natürlich – Sirius war nicht hier. Sirius, der in dieser Hinsicht zwar oft auch als Katalysator gewirkt hatte, in dem Remus aber auch immer Halt und Stütze gefunden hatte.
Das musste es sein.
Sirius fehlte ihm.
Sirius, der seine Zweifel immer hinweggelacht hatte und dem es immer gelungen war, durch seine Lebenslust und seine Sorglosigkeit Remus' Ängste und Befürchtungen in ein anderes Licht zu rücken und sie dadurch zu zerstreuen.
Remus atmete ein wenig erleichterter auf. Er musste wirklich lernen, wieder lockerer zu sein und damit anfangen, seine durchaus vorhandenen Zweifel an Severus' Wahrheitsliebe zu überwinden.
Wenn Severus sagte, dass er ihn nicht liebte, dann stimmte das auch!
Oder etwa doch nicht?
Er stöhnte frustriert und raufte sich die Haare. Er wollte doch nur nicht, dass Severus eine freundschaftliche Geste falsch interpretierte und sich dadurch womöglich Hoffnungen machte.
Gut, dann würde er sich in nächster Zeit eben mit freundschaftlichen Gesten – die ihm leider Gottes in Fleisch und Blut übergegangen waren – Severus gegenüber zurückhalten müssen.
Nachdem er sich zu diesem guten Vorsatz durchgerungen hatte, ging er halbwegs beruhigt ins Badezimmer.
OoooOoooO
Trotz – oder gerade wegen dieses guten Vorsatzes – konnte Remus nicht umhin in den nächsten Tagen jeden Schritt von Severus tat, jede Bewegung, die er machte, jede Bemerkung, die er fallen ließ genauestens - und wie er meinte, völlig unauffällig – zu beobachten.
Ihm entging dabei völlig, dass ein Paar schwarzer Augen ihn genauso aufmerksam betrachtete…
(Fortsetzung folgt...)
Remus: (streng) Lorelei!
Lorelei: Ja?
Remus: Ich würde mich NIE so… so…
Severus: Gryffindoresk?
Remus: (böser Blick zu Sev) so lächerlich verhalten.
Lorelei: (desinteressiert) Nicht?
Remus: Nein!
Severus: Remus… zwei Dinge… Erstens – jetzt siehst du mal, was sie mir sonst immer antut und zweitens… seit wann bist du so… bestimmend?
Remus: (immer noch streng) Hast du ein Problem damit?!
Severus: Nein… eher im Gegenteil… ich finde es sogar sehr…
Lorelei: (aufgeregt) Anziehend?
Severus: Wer hat dich denn gefragt? Geh wieder Fanfictions schreiben.
