A/N: Ich danke euch für die Reviews und hoffe ihr bleibt mir treu, viel Spaß mit dem neuen Kapitel

Kapitel 1: Was ist los mit Sasuke?

„Wo bleibt bloß Sasuke-kun?", nervös blickte sich Sakura immer wieder auf dem Trainingsplatz um. Gerade so, als könne sie damit ihren Angebeteten schneller dazu bewegen, hier, auf der nassen Lichtung, zu erscheinen.

Von Naruto, der oben auf einem der bearbeiteten Trainingsstämme hockte, kam nur ein missbilligendes Schnauben. Was bildetet sich der Uchiha-Sprössling eigentlich ein?

Wenn er sich um eine halbe Stunde verspätete, bekäme er eine riesige Standpauke von der jungen Kounoichi und mindestens eine Kopfnuss. Aber nein, bei Sasuke-chan war ja gleich irgendetwas schreckliches passiert! Das Leben war einfach nicht fair!

Sich unbeobachtet fühlend, warf er seiner innig verehrten Sakura einen verträumten Blick zu, schüttelte dann aber, als er bemerkte was er da tat, energisch den Kopf. Das fehlte ihm noch, dass die Rosahaarige so einen Blick mitbekam und ihn aufzog - wo sie doch eh immer etwas an ihm rumzumeckern hatte.

Kaum gedacht, keifte diese auch schon los:

„Naruto! Halt gefälligst Ausschau nach Sasuke und Sensei Kakashi und hör auf zu träumen!"

„Ja, ja", murmelte der blonde Chaosninja nur genervt und wischte sich mit einem klammen Ärmel seiner Jacke, den feinen Regenschleier aus dem Gesicht.

Was gäbe er jetzt für eine Miso-Ramen!

Die Zeit tröpfelte dahin.

Unruhe beschlich den Chaos Ninja. Beinahe eine Stunde war vergangen und noch immer war Sasuke nicht aufgetaucht. Er hätte es sich selbst nie eingestanden, aber das der so pflichtbewusste, disziplinierte Uchiha einfach einem Training fernblieb, ohne ein Wort der Erklärung, war in der Tat ungewöhnlich. Vielleicht war wirklich etwas passiert … wieder schob er den Gedanken beiseite. Was sollte hier schon groß passieren? Seit über drei Jahren, gab es keine nennenswerten Auseinandersetzungen zwischen den Dörfern. Keine Kriege, keine heimlichen Übergriffe. Da war nur das diffuse Wissen über eine Gruppe namens Akatsuki, aber auch diese waren hier in Konoha noch nie in Aktion getreten.

Dennoch konnte er das ungute Gefühl nicht abschütteln. Tatsächlich wuchs es mit jeder Minute die verstrich, von einem unbestimmten Summen in seinem Hinterkopf, zu einer Stimme, deren Worten er nicht folgen konnte, die ihn aber mit Nervosität erfüllte.

Er hatte etwas derartiges erst ein einziges Mal erlebt. Damals, als er mit Sasuke in Hakus Eisspiegeln gefangen war.

Sein wirkliches Selbst trat zurück, machte Platz für ein anderes, dunkleres.

Animalisch, geifernd und mit einer Art von Macht, die sämtliche Härchen auf seinem Körper aufstellte. Fast hätte er laut geknurrt, als er mit einem Mal links von sich eine Präsenz spürte, die seinen Hass auflodern ließ. Sasuke.

Zwischen den Bäumen, glitzernde Tropfen im nachtschwarzen Haar, stand er unbeweglich

am Rande der Lichtung. Leere, unermessliche tiefe Augen gruben sich in Narutos Seele und ließen das etwas in ihm vor Wut aufheulen. Geschmeidig wie ein Raubtier glitt er vom Pfahl. Mit hungrigen Augen, die einen orangenen Schimmer angenommen hatte lief er zu der Stelle wo Sasuke eben noch gestanden hatte.

Nur das dort niemand mehr war.

Der Wald lag verlassen vor ihm und nichts deutete daraufhin, dass dies vor wenigen Minuten anders gewesen war. Ungläubig schüttelte Naruto den Kopf. Die Stimme verstummte. Die Wut verlosch.

„Naruto?"

Das war Sakura, mit langen Schritten kam sie auf ihn zu, aber er wartete nicht ab, sondern lief los. In den Wald hinein, denn irgendetwas war definitiv nicht in Ordnung und er würde herausfinden was! Um die wütenden Schreie von Sakura, die zurückblieb, kümmerte er sich nicht.

o

Schmerz. Höllischer Kopfschmerz war es, welcher Sasuke zurück in die Realität brachte. Seine Gelenke knackten und brannten vor Kälte und Schmerz, als er sich abrupt aufrichtete und desorientiert umherblickte.

Dumpf erinnerte er sich noch daran, gerannt zu sein ... seine tauben Finger tasteten nach seinen Wangen, fühlten die getrockneten Tränenspuren. Jetzt schmeckte er auch den schalen Geschmack von Erbrochenem. Stöhnend versuchte er seine Umgebung zu fixieren, aber diese wollte nicht aufhören zu schwanken und immer wieder zu verschwimmen.

Eine neuerliche Schmerzwelle brachte ihn dazu, wieder ins nasse Gras zu sinken. Schlamm hatte seine Kleidung durchdrungen und klebte unangenehm auf seiner Haut.

Während er keuchend versuchte, die Schmerzen einzudämmen, fragte er sich wie lange er wohl geschlafen hatte. Oder war er bewusstlos gewesen? Eigentlich war es einerlei.

Feststand, dass er nicht hier bleiben konnte. Morgens mochten die Wälder ja noch verlassen und menschenleer sein, aber mit fortschreitender Tageszeit änderte sich das. Streunende Kinder, Trainingsgruppen, Jou-Nin und Anbu auf Missionen.

Irgendwer würde ihn mit Sicherheit finden.

Nur wollte er auf keinen Fall zurück.

Das fühlte er mit einer solchen Bestimmtheit, dass er sich automatisch wieder fragte, was geschehen sein mochte. Was konnte ihn dazu gebracht haben, so ein Wagnis einzugehen und Schwäche zuzulassen? Nichts - außer …

„Oh nein" ... Tonlos stieß er diese Worte hervor.

Angst loderte in ihm auf. Irrationale, unbezähmbare Panik, als in schneller Folge die Erinnerungen an den Morgen durch seinen Geist peitschten.

So schnell es ihm sein Kreislauf erlaubte, kam er taumelnd auf die Beine. Rote Schlieren tanzten durch seine Sicht, die Welt schien immer unnatürlich nah oder fern.

Drei Schritte vorwärts schaffte er, bevor die Übelkeit mit einem Schlag zurückkehrte und ihn haltlos zitternd zu Boden zwang. Er schmeckte bittere Galle und Magensäure ansonsten war sein Magen leer. Er würgte trocken.

Er hatte gar nicht gefrühstückt und auch gestern Abend nichts zu sich genommen. Trotzdem wollte seine Körper nicht aufhören sich zu krümmen.

Verzweifelt kämpfte er darum nicht wieder ohnmächtig zu werden, Luftzuholen.

Verdammt was passierte da mit ihm?

Wenn Sasuke es nur ein paar Schritte weiter geschafft hätte, in den Schatten des nächsten großen Baumes, dann wäre Naruto wahrscheinlich einfach an ihm vorbeigelaufen.

So stolperte er quasi über ihn.

Der Blonde sprang bei seiner Suche über einen halbhohen Strauch und schrie überrascht auf, als er sah, dass der Boden dahinter nicht frei war. Mit einer ungelenken Drehung schaffte er es gerade noch, nicht auf dem zitternden Bündel Mensch zu landen, welches dort auf der Erde lag.

Hastig wandte er sich um, stürzte zu der verhalten wimmernden Gestalt. Sasuke.

Behutsam schob er einen Arme unter dessen schmalen Körper und drehte ihn zu sich herum. Qual. Das war es, was ihm entgegenschlug. Jede Faser des eiskalten, zitternden Körpers in seinem Armen war davon durchdrungen. Schwarze Augen sahen mit so stark geweiteten Pupillen an, dass er das Gefühl hatte ihn unendliche Abgründe zu schauen. Umrankt war seine Augen von einem dunklen Geflecht aus etwas, dass Ähnlichkeit mit feinverästelten Adern hatte. Bläuliche Lippen bewegten sich schwach und formten lautlose Silben. Erst nach einigen Anläufen konnte Naruto verstehen was Sasuke versuchte zu sagen.

„Na .. Naruto…"

Erleichterung durchströmte Naruto. Wenigstens erkannte ihn Sasuke.

„Sasuke, was ist passiert? Wie kommst du hierher? Wir haben auf dich gewartet ... aber du bist nicht aufgetaucht. Wer-" Abrupt brach er ab. Innerlich schalt er sich einen Idioten.

Das war doch jetzt völlig unwichtig. Erst einmal musste Sasuke hier weg, am besten ins Krankenhaus.Ein unterdrücktes Keuchen riss ihn zurück.

Sasuke hatte die Zähne zusammengebissen und sich aufgerichtet. Er war leichenblass. Hastig stütze Naruto ihn. Denn wenn er ehrlich war, sah Sasuke nicht so aus, als würde er es aus eigener Kraft schaffen sitzen zubleiben.

Er konnte fühlen, wie sich der Uchiha unter seiner Hand versteifte.

„Hast du Schmerzen?", fragte er besorgt, erhielt aber nur ein unwilliges Knurren und ein Kopfschütteln.

„Aber was ist dann los mit dir? Wurdest du angegriffen? Wer hat dir das angetan?" Wieder ein Kopfschütteln. Nun wurde es Naruto langsam zu bunt. Es war immer das gleiche mit dem Uchiha. Kein anderer war so – verbohrt und dickköpfig wie er.

„Sei nicht so stur!", fuhr er den Schwarzhaarigen an. „Sei nicht so verdammt stolz! Es ist doch offensichtlich, dass es dir schlecht geht! Du musst ins Krankenhaus und dich untersuchen lassen!", er schrie nun beinahe.

„Ich ...will nicht.", presste Sasuke hervor.

Eine neue Schmerzwelle überrollte ihn. Warum musste es ausgerechnete Naruto sein? Vor jedem anderen hätte er stärker sein können. Aber bei ihm – verdammt er wollte sich zusammenreißen. Dennoch, die Sorge mit der ihn Naruto musterte tat ihm fast mehr weh, als sein Schädel. Solche Blicke hatte er schon zu lange ertragen. Er kannte das versteckte Mitleid dahinter, den Gedanken, wie bedauernswert er eigentlich war.

Warum?

Nur weil er allein war? Verdiente er ihre Gefühle nur, weil sein Schicksal schlechter war, als dass ihre? Sie sollten ihn nicht so ansehen. Es ging sie nichts an. Diese Augen – nein, er ertrug sie nicht!

SIE SOLLTEN IHN IN RUHE LASSEN!

Erschreckt stellte er fest, dass er die letzten Worte laut geschrieen hatte und Naruto starrte ihn nicht minder entsetzt an.

Erst redete er Minutenlang erfolglos auf Sasuke ein und dieser rührte sich nicht mal. Und dann, plötzlich aus heiterem Himmel schrie der Uchiha los!

Vielleicht hatte Sasuke doch etwas auf den Kopf bekommen. Er würde ihn auf jeden Fall zu einem Arzt bringen. Sturheit hin oder her. Der Schwarzhaarige war nicht zurechnungsfähig.

„Na komm, ich helfe dir", sagte Naruto.

„... "

Widerstandslos ließ Sasuke es zu, dass Naruto ihn Huckepack nahm und lostrabte. Sein letzter Widerstand war gebrochen.Was brachte es noch, sich zu wehren? Der Baka würde ja doch tun was er für richtig hielt. Das tat er immer. Außerdem fehlten ihm sowohl die Kraft, als auch die Argumente, um aufzubegehren.

Obwohl sein Magen, gegen das ständige Schaukeln rebellierte, fühlte er sich mit der Zeit ein bisschen besser. Da war auf einmal wieder ein Funken Wärme unter seiner Haut, der sich langsam ausbreitete. Zwar zitterte er noch immer unaufhörlich, wie ein Junkie ohne Stoff, und er konnte spüren wie seine Zähne aufeinander schlugen, aber dennoch ... da war auf einmal Ruhe in ihm, ein kleiner Pol der langsam wuchs, ihn auf eine angenehme Weise schläfrig machte.

Es fühlt sich fast so an wie damals

Die schmächtigen Arme um Narutos Hals geschlungen, stahl sich unbewusst ein kleines Lächeln auf seine Lippen. Wie stark Naruto war. Er fühlte die trainierten Muskeln, die unter der Haut des Blonden arbeiteten. Für einen Moment flackerte die Vergangenheit auf. Für einen kurzen Augenblick, war es wieder Itachi der seinen kleinen Bruder nach Hause trug. Seine Augen wurden schwer und er flüsterte leise: „Onii-chan"

Ich bin bei dir Sasuke-chan. Schlaf ruhig, ich passe auf dich auf"

War es Itachi, der ihm antwortete?

Oder war es ...

Er führte den Gedanken nicht zuende, sein Atem wurde leise und regelmäßig.

Sasuke war eingeschlafen.

Sanft glitt er hinüber in das Reich der Träume und nahm seine letzten Gedanken dorthin mit. Vielleicht würde er ja hier Antworten finden.

Tbc

------------------------------------------

Wie schlecht es Sasuke wirklich geht …

Und was Naruto sich dabei denkt …

Erfahrt ihr in Kapitel 2: Gift

Wie immer bitte ich, um eine eure Meinung o

Ich finde es wichtig, ob es Kritik oder Anregungen gibt,

schließlich will ich mich stetig verbessern

eure BloodFeather