Haftungsausschluss: „Scarecrow and Mrs. King" gehören Warner Brothers und Shoot the Moon Productions. Ich liebe die Serie und diese Geschichte ist nur für den Spaß gedacht. Ein Verstoß ist nicht beabsichtigt.
Diese Geschichte enthält Texte aus dem Skript „Scarecrow and Mrs. King" „There goes the neighborhood" Nur zum besseren Verständnis. Sie gehören Warner Brothers und Shoot the Moon Production und sind hier nur verwendet zum Verständnis.
Ein großes Danke an Sally1093 für das Korrekturlesen.
Hole deine Gedanken aus der Gosse
Der Tag hatte so gut angefangen, ein gemütliches berufliches Gespräch mit Billy auf den Gängen der Agentur, ein kurzes Geplänkel mit Francine. Aber dann kamen die Worte von Billy:
„Was dich angeht, Scarecrow, ich glaube, du hast einen Besucher oben."
Auf dem Weg zum Georgetown-Foyer fragte Lee sich, was Amanda King wollte. Billy hatte ihr die Formulare zum Ausfüllen mitgegeben, damit sie eine Hintergrunduntersuchung machen konnten. Ohne diese Untersuchung konnte bei ihnen niemand einen Job bekommen, natürlich nur, wenn bei der Untersuchung nichts Gravierendes auftauchte. Aber Amanda konnte doch nicht wirklich glauben, dass sie hier eine Arbeit bekommt.
Nachdem er sie letzte Woche zu ihrem Auto gebracht hatte, war sie öfters in seinen Gedanken, als es ihm lieb war. Klar, sie hatte ihm quasi das Leben gerettet aber diese Arbeit war nichts für sie. Sie war eine einfache Hausfrau mit zwei Söhnen, sie sollte sich wirklich nicht beim Geheimdienst herumschleichen. Auch nicht als Schreibkraft, dann würde er sie ja immer wieder sehen und das wollte er nicht. Sie war nicht sein Typ, aber irgendwas an ihr, war ihm unter die Haut gegangen, er bekam sie nicht aus seinen Gedanken. Und was er schon gar nicht vergessen konnte, waren diese braunen Augen, die so ruhig und freundlich auf ihm ruhten. Ihn in ihren Bann zogen. Oh nein, sie musste aus seinem Leben wieder verschwinden, mit ihr würde alles kompliziert werden.
Amanda: „Benutzt ihr Leute niemals echte Türen? Aber was ich wirklich wissen möchte, ist, wo hängt ihr eure Mäntel auf?"
Lee lachte und wurde dann ernst.
Lee: „Amanda, ich bin im Moment ziemlich beschäftigt, also, was ist los?"
Amanda war wütend, erst erschreckte er sie, als er plötzlich aus diesem Schrank trat, hatte die Güte über ihren Scherz zu lachen und dann wollte er sie nur ganz schnell wieder los werden. Aber sie wollte nicht gehen. Dieser hochnäsige, nervige Mann hat sie mit seinen braunen Augen bis in ihre Träume verfolgt. Sie bekam ihn nicht aus ihrem Kopf. Sie konnte heute noch die Wärme und die Geborgenheit spüren, die sie durchflutete, als er sie nach dem Flug in die Arme nahm. Es sollte beruhigend sein, was es auch erst war, aber dann hatten sie die Empfindungen, die sie durchströmten verwirrt. Sie wollte den Nervenkitzel an seiner Seite weiter spüren. Sich lebendiger fühlen, nicht nur Mutter sein.
Amanda: „Oh, na ja, ich wollte nur das persönliche Profil anbringen, das die Agentur mich das letzte Mal gebeten hatte auszufüllen, als wir einen Fall gemeinsam besprachen."
Lee: „Amanda, wir hatten keinen "Fall". Wir wurden völlig versehentlich zusammengeworfen. Eine Sache von einer Million. Ein Zufall."
Und zufällig hatte ich dich gerettet, dachte sie sich. Das tat weh. Er war so arrogant. Sie sollte einfach gehen und ihn vergessen. Jetzt hatte sie ihm irgendwas von ihrer Ururgroßmutter und dem Familienstammbaum vorgestammelt und sich soweit erniedrigt, ihn zu fragen, ob er sie für eine Arbeit bräuchte. Und, er konnte sich noch nicht mal zu einer freundlichen Ausrede bringen, er sagte einfach nein. Auch ihr Versuch, ihm vorzumachen, sie hätte bessere lukrativere Angebote, brachte nichts. Sie war wütend und verletzt. Was hatte sie sich nur gedacht. Jetzt wollte sie ihn so schnell wie möglich los werden, ihn nicht mehr sehen. Damit sie sich selbst noch mit Stolz im Spiegel betrachten konnte. Sie drückte ihn in diesen Aufzug, in den er eh schnell verschwinden wollte und schloss die Tür hinter ihm. Sie drehte sich um und verließ mit schnellen Schritten das Foyer. Sie hatte die Kamera zuvor entdeckt, niemand sollte sehen, dass er sie verletzt hatte.
Als sie dann in ihrem Wagen saß, schmiss sie die Unterlagen, die sie ihm nun nicht gegeben hatte auf den Beifahrersitz. Der Job Honeycutt wurde wirklich besser bezahlt, aber irgendwie hätte sie das hier mehr gereizt. Aufregender. Es war ihr der patriotische Gedanke gekommen, wenn sie was für ihr Land tun würde, könnte sie auch so ein klein wenig die Welt für ihre Jungs verbessern. Sie kicherte über sich selbst. Ja, garantiert machst du die Welt besser, wenn du als Schreibkraft arbeitest. Was machst du dir vor. In Wahrheit bist du an was ganz anderem interessiert. Aber ihn sollte sie schnell vergessen. Lee Stetson sah gut aus, und diese faszinierenden braunen Augen, die sie nicht nur nachts in ihre Träume begleiteten. Ok, Amanda, vergiss ihn, er ist ein arroganter Idiot. Du bist ihm zu normal und bürgerlich. Du kannst mit den Damen von der Party letztens nicht im Geringsten konkurrieren. Und du solltest auch nicht, er ist es nicht wert, sich weiter Gedanken zu machen. Er hat einen miesen, oberflächlichen Charakter.
Lee stand erst verwundert in dem Kleiderschrankaufzug und starrte auf die geschlossene Tür. Er wollte zwar schnell von ihr weg, aber nun hatte sie ihn weg geschoben. Kurz hatte er in ihren Augen gesehen, dass er sie verletzt hatte. Dann war dieser Ausdruck aber zu wütend gewechselt und dieser Ausdruck hatte ihn wieder fasziniert. Auch wenn diese Augen wütend blitzten, waren sie wunderschön. Scarecrow fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. Was war das gerade wieder. An Amanda King war nichts faszinierend, sie war nur nervig. Während er sich versuchte, dies einzureden, drückte er auf den passenden Knopf im Aufzug, um zum Bullpen und zu Billy Melrose zurück zu kehren. Sie mussten noch über Betty Bodine reden.
Und dann passierte etwas Unfassbares. Billy forderte ihn auf Amanda zurück zu holen. Sie bräuchten sie wegen einem Undercover Einsatz in Betsy Ross Estates. Jetzt hatte er sie gerade vertrieben, jetzt musste er sie zurückholen. Sein Herz schlug schneller, er musste sich dabei erwischen, dass er sich darauf freute, sie wieder zu sehen. Sie hatte etwas von einem Vorstellungsgespräch bei Honeycutt Typewriter gesprochen. Dort müsste er sie finden.
Lee: „Weißt du, die kleine Frau ist so gierig darauf, etwas Geld zu verdienen. Aber ich sagte ihr, die ersten vier Lebensjahre eines Kindes sind wichtiger als ein neues Dach. Komm schon, Cookieface, es ist zwei Uhr, Fütterungszeit."
Amanda drehte sich um zu Warren und zuckte die Achseln.
Amanda: „Ich schwöre, ich weiß nicht was ist."
Lee: „Äh, Timmy, Tammy und Tommy sind sehr hungrig."
Lee drückte sie aus der Tür und schaute dann noch mal grinsend ins Büro zurück.
Lee: „Bye."
Timmy, Tammy und Tommy, welcher Spinner nennt seine Kinder Timmy, Tammy und Tommy. Das war das erste, was Amanda durch den Kopf ging, als Lee sie aus dem Bürogebäude auf die Straße zog. Sie musste kurz grinsen. Da waren Lee wohl die guten Ideen ausgegangen. Aber dann wurde sie wieder wütend. Er hatte ihr das Vorstellungsgespräch verdorben, …. aber eigentlich auch vor diesem Mann gerettet. Dieser Warren Davenport war nicht nur an ihrer Arbeit interessiert gewesen. Aber sie brauchte eine Arbeit.
Amanda: „Was denkst du, was machst du da? Zuerst kannst du mich nicht schnell genug loswerden, dann drängst du dich rein und holst mich aus einem Interview heraus, um einen absolut guten Job zu haben. Du sagst, du bist mein Mann, eine Lüge, die ich nicht lustig finde, und wohin denkst du, bringst du mich hin?"
Lee: „Wir heiraten."
Amanda drehte sich um und wollte gehen: „Das ist zu viel verlangt."
Lee packte sie am Arm und hielt sie fest. Er schaute sie an.
Lee: „Ah - ah - ah - ah - ah. Ich habe einen Auftrag für die nächsten drei Tage. Du wirst als meine Frau posieren."
Amanda: „Ich verstehe. Nun, finde jemanden anderen."
Sie versuchte wieder zu gehen, aber Lee packte sie wieder am Arm.
Lee: „Ha ha. Das ist genau mein Gedanke. Glaub mir, das ist nicht meine Idee."
Amanda: „Na gut, danke. Dadurch fühle ich mich so viel besser."
Lee: „Anscheinend glaubt jemand, dass wir ziemlich gut zusammenarbeiten."
Amanda: „Jemand. Nicht du."
Lee hielt inne und sah sie an.
Lee: „Billy. Er bestellte - er schlug vor, dass wir deine Dienste für diesen Fall in Anspruch nehmen sollten. Vor allem, weil es in deiner Gasse liegt."
Innerlich amüsierte Lee sich über ihre Schimpftiraden, sie war so lebendig und ehrlich. Anders wie die Frauen, die ihm gefallen wollten. Sie war jetzt nur wütend auf ihn und nahm kein Blatt vor den Mund. Eine selbstbewusste Frau, die mit beiden Beinen im Leben stand. Die sich furchtbar aufregte, weil er sie erst los werden wollte und nun von einem guten Job weggerissen hatte. Als sie aber so fest ablehnte, seine Ehefrau zu spielen, tat ihm diese Abweisung irgendwie weh. Seine Reaktion mit den unfreundlichen Worten, dass er den Gedanken genauso furchtbar fand und dies keine gute Idee war, hätte er am liebsten gleich wieder zurückgenommen. Aber er machte mit dem gleichen Ton weiter, behandelte sie von oben herab. Und hätte sich selbst am liebsten in den Hintern getreten. Was machte diese Frau nur mit ihm. Er war gemein zu ihr, aber hätte sie doch viel lieber in den Arm genommen. Vor ein paar Tagen hatte er sie tröstend in den Armen gehalten, nachdem sie den Hubschrauber wieder gelandet hatte. Das war angenehm gewesen, das musste er sich eingestehen, aber verdammt, sie war eine Hausfrau und Mutter.
Und als er ihr nun gerade sagte, dass Billy ihre Dienste in Anspruch nehmen wollte, da dies genau ihr Kaliber war, machte sie sich über ihn Lustig, dass dies genau ihr Ding wäre, als er von geschmuggelten Waffen, Guerillas und vielen Toten redete. Über diese zynische Antwort hätte er beinahe geschmunzelt, aber er wollte ihr nicht freundlich kommen. Er durfte sie nicht näher an sich ranlassen, es war schon verwirrend genug, sie in der Nähe zu haben.
Lee: „Billy möchte also, dass wir uns als normales Vorstadtpaar ausgeben, um zu sehen, ob etwas passiert. Und er dachte, es wäre schön, wenn mindestens einer von uns authentisch wäre."
Amanda: „Nun, ich muss nicht fragen, wer von uns das sein könnte."
Lee starrte sie wieder kurz an und verkniff sich ein grinsen.
Lee: „Schau mal. Ich habe jahrelang in Orten wie Marokko und Istanbul gearbeitet, ich habe Französisch, Niederländisch und ein bisschen Urdu beherrscht, aber was weiß ich über den Alltag? Wie wäre es damit?"
Amanda: „Drei Tage." Lee nickte. „Zeit für meine Jungs?"
Lee: „Ich versichere dir, wenn das alles vorbei ist, musst du mich nie wiedersehen."
Diese Worte trafen nun Amanda. Sie wollte ihn wiedersehen, auch wenn er weiterhin so arrogant, besserwisserisch und sich wie ein Ekel aufführte. Den Job bei Honeycutt würde sie eh nicht annehmen, nicht mit diesem Personalleiter. Aber das musste Lee nicht wissen. Sie entschied spontan, mit ihm die Arbeit zu machen. Das bedeutete drei Tage mit ihm und vielleicht die Chance doch noch eine Arbeit bei dem Geheimdienst zu bekommen. Ein wenig Nervenkitzel konnte sie in ihrem langweiligen Leben ganz gut nehmen.
Amanda: „Nun, da ich offensichtlich gerade einen Job bei Honeycutt Typewriter verloren habe, in Ordnung."
Lee: „Denke daran, wie immer, aus Sicherheitsgründen sollten Sie Ihrer Familie, Ihren Freunden kein Wort davon erwähnen."
Amanda: „Ich weiß, ich wünschte nur, ich hätte Zeit gehabt, mit dem Ausbildungsprogramm für Auszubildende zu beginnen."
Lee: „Amanda, du brauchst dafür kein Training. Es ist ein einfacher Fall. Ich meine, in den Vororten passiert nie etwas Schlimmes."
Amanda schnaubte innerlich. Was glaubte er denn, wie es in einem Vorort vor sich geht. Er hatte wirklich keine Ahnung.
Und dass er keine Ahnung hatte, das bestätigte sich dann am nächsten Tag, als er meinte, sie müssten nun einen Weg finden, mit den Nachbarn in Kontakt zu kommen. Amanda grinste über dieses Problem. Nun konnte sie mal überheblich sein:
„Junge, du kennst die Vororte wirklich nicht, oder? Das letzte, worüber wir uns Sorgen machen müssen, ist, die Nachbarn zu treffen."
Und wie als ob das Schicksal ihre Aussage bestätigen wollte, klingelte es an der Tür.
„Sieh, das ist wahrscheinlich gerade das Begrüßungskomitee."
Amanda amüsierte sich weiterhin über Lee, als er grummelnd in der Küche am Mixer hantierte und Erdbeer-Daiquiris herstellte. Seinen Scherz, dass er die Scheidung haben wollte, da es nicht in seinem Vertrag stehen würde, dass er Daiquiris machen müsste, ignorierte Amanda und zog ihn weiter damit auf, dass er alles wirklich gut machte und erinnerte ihn noch an das Grillen. Amüsiert ging sie mit dem Tablett ins Wohnzimmer. Lee schaute ihr etwas fassungslos hinterher.
Erst als es klingelte und ein Polizeibeamter vor der Tür stand und Mr. Bodine erfahren musste, dass man vermutlich die Leiche seiner Frau gefunden hatte, war dies wieder Lees Geschäft. Mit solchen Dingen kannte er sich aus. Obwohl er doch erschüttert war. Solch eine Nachricht in einem Vorort, mit lauter feiernden Nachbarn im Wohnzimmer. Das war nun doch eine ihm unbekannte Situation.
Später unterhielten sich Lee und Amanda darüber, ob sie den Job annehmen sollte und Connie Beth Cosmetics von Tür zu Tür verkaufen soll. Sie fühlte sich bei dem Gespräch wohl, bis Lee aus dem Badezimmer kam und sein Hemd aufknöpfte. Abgelenkt fragte sie erstaunt, was er vorhatte. Seine Auskunft, dass er schlafen gehen wollte, da sie das Haus von Bodin eh erst so um drei oder vier in der Frühe durchsuchen könnten, passte nicht zu den Plänen die sie hatte. Sie wollte eigentlich gleich nach Hause gehen. Wie man das den Nachbarn erklären sollte, falls diese das sehen würden, dass sie in der Nacht nicht da war, soweit verschwendete sie keine Gedanken. Und als Lee ihr mit einer Armbewegung in Richtung Schafzimmer andeutete, sie sollte auch schlafen gehen, war sie geschockt. Es war unmöglich, sie konnte nicht mit ihm hier schlafen. Mit ihm unter einem Dach in der Nacht.
Amanda: „Nein! Ich kann hier nicht schlafen. Wie soll ich es erklären? Ich hätte das Gefühl, ich würde lügen und schleichen."
Lee: „Du lügst und schleichst. Du arbeitest für die Regierung."
Amanda: „Nein! Ich meine . . . Ich würde mich schuldig fühlen. Weißt du?"
Lee sah sie mit einem Grinsen im Gesicht an. Ihr Blick huschte über seine nackte, muskulöse Brust. Ihre Gedanken wanderten in Bereiche, die sie nicht wahrhaben wollte. Seine wunderschönen braunen Augen blickten amüsiert auf sie. Aber ohne die übliche Überheblichkeit. Ihm war bewusst, dass ihre gefiel, was sie sah und das streichelte sein Ego. Und weckte wieder das Interesse an ihr. Die faszinierenden Augen blickten irritiert aufgrund dieser Situation, aber auch interessiert.
Amanda musste sich eingestehen, dass er ein gut aussehender Mann war, und sie gegen seine Ausstrahlung nicht gefeit war. Wie sich seine Haut unter ihren Händen anfühlen würde. Amanda stotterte weiter:
„So wie ich es war. . . etwas zu haben. Oder so. Weißt du?
Lee: „Ein "Ding"?"
Amanda: „Ja, du weißt schon. Ein Ding."
Lee: „Wie eine Affäre?"
Amanda: „Ja. So etwas."
Lee: „Nun, das hast du nicht."
Amanda verspürte eine Enttäuschung und schaut schnell weg. Das er das so rundheraus ablehnte, dass sie eine Affäre haben könnten, traf sie doch. Oh, Amanda, solche Gedanken hattest du noch nie, sie sollte sie ganz schnell vergessen, schimpfte sie mit sich selbst. Und dann fragte Lee auch noch, wieder mit einer auffordernden Armbewegung Richtung Schlafzimmer, ob sie mit offenem Fenster schlafen wollte. Ihr fiel gerade ein, dass sie ja eigentlich einen Freund hatte. Ihn zu erwähnen könnte die Situation etwas abkühlen.
Amanda: „Lee. Ich muss über Dean nachdenken."
Lee: „Okay. Wie geht es ihm mit Fenstern?"
Amanda: „Egal, egal. Du verstehst nicht"
Lee: „Alles was ich verstehe ist, dass wir einen Job haben. Nun, das ist rein geschäftlich, stimmt das nicht?"
Der Erwähnung ihres Freundes war wie eine kalte Dusche für Lee. Zuvor hatte ihm der Gedanke eine Affäre mit ihr zu haben sehr gefallen. Kein Gedanke hatte er daran vergeudet, dass sie so ganz anders war, als seine üblichen Bekanntschaften und dass sie ihn anders beeinflusste, als jemals irgendeine Frau. Dass er sie von sich fernhalten wollte, war vergessen, bis sie den Namen ihres Freundes nannte. Er reagierte mit dem üblichen Zynismus und kehrte zum beruflichen Gespräch zurück.
Amanda: „Ja, das stimmt."
Lee: „Okay, dann bekommt einer von uns das Bett, der andere die Couch, das ist mir egal. Aber es ist wichtig, dass wir etwas Schlaf bekommen. Man neigt dazu, seltener auf diese Weise getötet zu werden."
Er ging Richtung Schlafzimmer. Amanda lehnte sich an die Wand.
Amanda: „Wer bekommt das Bett?"
Lee drehte sich noch einmal um.
Lee: „Der Senior Agent bekommt immer das Bett."
Amanda verdrehte die Augen.
Lee: „Hole deine Gedanken aus der Gosse, oder?"
Amanda verdrehte die Augen und ging stöhnend ins Wohnzimmer zurück.
Lee lag wach in dem Bett. Er konnte nicht einschlafen, weil seine Gedanken bei der nervigen Hausfrau im Wohnzimmer waren. Warum brachte sie ihn so aus der Fassung. Er konnte sich soviel gegen sie wehren wie er wollte, sie war in seinen Träumen. Was hatte sie an sich, dass sie ihn so beschäftigte. Er wollte seine Hände in diesen vollen braunen Haaren versenken, diese zarte Haut an ihrem Gesicht und Hals fühlen und ihre Lippen schmecken. Und sich in ihren ruhigen faszinierenden braunen Augen verlieren. Es wurde für ihn immer klarer, sie musste aus seinem Leben verschwinden. Er durfte sie nicht mehr sehen, sie nicht näher an sich ranlassen. Sie beschäftigte seine Gedanken und seine Gefühlswelt mehr als es ihm lieb war. Er hatte beschlossen, dass es für ihn besser war, allein zu bleiben. Menschen an sich ranlassen und sie dann alle zu verlieren, das tat zu sehr weh. Er war besser alleine unterwegs. Das Leben war so viel einfacher. Er war gerne alleine. Als er sich das nun lange genug eingeredet hatte, schlief er ein. Aber seine Träume konnte er damit nicht beeinflussen.
Amanda lag wach auf dem Sofa. Ihre Gedanken waren bei diesem arroganten Agenten im Schlafzimmer und hielten sie vom Schlafen ab. Was war an ihm, dass sie so an ihm faszinierte. Oh, Amanda, sei nicht blöd. Du weißt genau was dich an ihm faszinierte. Er sah gut aus, war sexy, diese wunderschönen braunen Augen, die hatten es ihr von Anfang an angetan. Sie wollte ihre Hände in seinen vollen Haaren versenken, spüren, wie sich seine Haut an ihren Händen anfühlte. Seine nackte Brust hatte sie angezogen. Aber er war an ihr nicht interessiert, er wollte sie nicht in seinem Leben. Er schob sie weg, war gemein zu ihr, behandelte sie nicht gut. Dean würde sie auf Händen tragen. Dean…., Dean…., Sie rief sich den Namen in ihre Gedanken. Sie musste sich daran erinnern, dass sie einen Freund hatte. Und mit diesem Namen im Kopf konnte sie dann einschlafen. Aber ihre Träume konnte sie damit nicht beeinflussen.
Lee: „Weißt du was gerade passiert ist?"
Amanda: „Was?"
Lee: „Wir hatten gerade unseren ersten Streit. Als Mann und Frau."
Amanda: „Ah. Ja. Genau hier in unserer fröhlichen Küche."
Lee: „Ja. Ich denke, ich sehe dich später."
Amanda nickte: „Ja."
Sie machten eine Pause, schüttelten sich dann die Hände und lachten nervös.
Amanda: „Bis später, ähm."
Lee: „Ja. Gleichfalls."
Lee ging nach links, um das Haus zu verlassen. Amanda ging zum Küchentisch, um wieder zu ihrem Essen zu kommen. Lee drehte sich noch mal um.
Lee: „Weißt du was?"
Amanda drehte sich um.
Amanda: „Was?"
Lee: „Ich mag Blau viel mehr."
Er deutete auf die neuen Vorhänge.
Amanda: Oh. Gut, ich bin froh, wirklich- ich bin froh.
Er winkte ihr zu und ging dann. Sie stand da und sah ihm nach.
Amanda blieb in der Küche zurück. Mit Lee war es wie auf einer Achterbahn, eben noch war er sauer und im nächsten Moment konnte er so nett sein. Wie eben, erst wollte er sich mit ihr darüber streiten, dass er „normal" sein kann und fordert sie frech heraus, dass sie den Fall lösen sollte. Natürlich mit dem Hintergedanken, dass sie keine Idee hatte und dann musste er eingestehen, dass sie nicht falsch lag. Und schon war er wieder im Spionagemodus, aber auch nett zu ihr. Hatte ihre Idee sogar für gut erachtet. Und dann kam er mit dem Scherz bezüglich ihres ersten Streits als Mann und Frau. Darüber musste sie nun doch noch einmal schmunzeln. Was für ein Glück, dass das hier nur gespielt war. Sie beide passten nicht zusammen. Sie war zu normal und er zu wenig normal. Sie seufzte, aber was war schon normal. Normal war das hier nicht, was sie hier tat. Wo anders als in ihrem eigenen Hause die Hausfrau sein, ein anderes Haus schmücken, wohnlich machen. Ihr gefiel der Gedanke es für Lee und sie gemütlich zu machen. Und eben, als sie sich die Hände schüttelten, da war ein Kribbeln durch ihren Körper gegangen. Sie konnte sich so viel einreden wie sie wollte, dass sie ihn nicht mochte. Es war eine Lüge, sie konnte sich seiner nicht entziehen. Er ging ihr unter die Haut. Er ließ ihre Gedanken und Gefühle in Bereiche wandern, die sie fast erröten ließen. Auch wenn sie sich ja selbst sagte, dass sie ihren Spaß ja haben könnte, ohne sich festzulegen. So wusste sie aber doch, dass sie von Lee die Finger lassen sollte. Erstens würde er sie ja eh ablehnen und zweitens, sie brauchte sich nicht zu einer weiteren Kerbe an seinem Bettpfosten zu machen. Nur für ein wenig Spaß. Sie musste sich im Spiegel noch Stolz in die Augen sehen können. Und das könnte sie nicht, wenn sie sich mit diesem Frauenhelden einlassen würde. Egal wie schön seine braunen Augen wären. Diese Beziehung müsste rein Kollegial bleiben. Sie würde ihn eh bald nicht mehr sehen.
Lee folgte Judy mit seinem Wagen. Zu Beginn war er mit seinen Gedanken bei Amanda. Das Hände schütteln hatte ihn geschüttelt. Wenn er Amanda berührte geschah es immer wieder. Es schoss ein Art Stromstoß durch ihn. Sie kam auf eine Art und Weise zu ihm, die er sich nicht erklären konnte. Es gab eine Anziehungskraft, die er nicht wollte. Da diese größer und anders war, als bei irgendeiner anderen Frau. Auch wenn sie doch eigentlich nicht sein Typ war, sehnte er sich danach, sie zu berühren, sie zu spüren. Sollte er sie in sein Bett holen, um diese Faszination zu brechen. Damit er sie dann danach vergessen konnte. Nein, seine innere Stimme schrie ganz entschieden dagegen. Das wollte er nicht. Sollte er diesen Kitzel einfach genießen, als kleine Zugabe bei dieser Arbeit, als Entschädigung für die Nerven, die sie ihn kostete? Nach diesem Fall würde sie ja aus seinem Leben verschwinden. Dann konnte er sie einfach vergessen.
Francine: „Wie behandelt dich also das Eheleben? Abendessen um sechs? Gerichte um
Sieben? TV bis neun?"
Lee: „Bett".
Francine: „Bett?"
Lee: „Weißt du, Francine, ich habe viel Respekt für die Großzügigkeit gewonnen. . . Ausdauer der Amerikanische Hausfrau."
Francine: „Du bist widerlich."
Lee gab ihr ein "Ich-neckte-dich-und-ich-habe-gewonnen" Lächeln.
Wie immer machte es ihm riesig Spaß mit Francine zu necken. Man konnte sie so schön Ärgern. Aber gleichzeitig kam der Wunsch in ihm auf, dass seine Aussage wahr gewesen ist.
Und am Ende des Gespräches, als ihm klar war in welch für einer Gefahr sich Amanda befand bei dem Connie Beth Verkaufs Meeting, hatte er nur noch Angst um sie. Er musste nach ihr sehen, sich vergewissern, dass es ihr gut geht. Sie unbedingt dort rausholen.
Amanda reagierte super lässig, als er dort auftauchte, im Büro von Bobby Bushard. Erst ihre Diskussion mit ihm und ihr Geständnis eine Lovely Lady Lady zu sein, also von der Konkurrenz. Ihr Streitgespräch hat Mr Bushard und seinen Mitarbeiter ausreichend verwirrt. Ihr Schauspiel war eindrucksvoll und dann das schnelle Handeln mit dem Haarspray. Lee war von ihrem Einfallsreichtum beeindruckt.
Auch ihr gemeinsamer Abgang mit dem Kran vom Dach hinunter. Amanda war dann zwar nervlich etwas mitgenommen. Er musste sich laufend davon überzeugen, dass es ihr gut ging, indem er nach ihren Händen und Armen griff. Lee führte sie vom Ort weg, seine linke Hand lag auf ihrem Rücken, die rechte lag auf ihrem Unterarm. Er konnte sich dem Bedürfnis, sie in Sicherheit zu wissen, nicht entziehen. Dann zog er sich doch von ihr zurück, nachdem sie ihm mehrfach zusicherte, dass es ihr gut ging.
Eine leichte Enttäuschung huschte über sein Gesicht, als sie die Einladung ablehnte, noch etwas mit ihm trinken zu gehen. Und als sie ihm den Ehering zurückgab, musste er die Irritation darüber, dass es ihm nicht gefiel, dass sie ihm den Ring zurück gab mit einem Scherz übertünchen:
Lee: „Ja, ich denke, die Flitterwochen sind vorbei, oder?"
Amanda: „Richtig. Ich denke schon."
Lee: „Weißt du was das ganze Problem mit unserer Ehe war?"
Amanda: „Was?"
Lee: „Es war einfach nicht sehr aufregend."
Amanda: „Ja."
Sie lachte unbehaglich. Lee grinste über seinen Scherz.
Und in Wahrheit gefiel beiden nicht der Gedanke, dass ihr Beisammensein beendet war.
Am Abend, nachdem Amanda die Jungs hochgeschickt hat, um sich fürs Bett fertig zu machen, brachte ihre Mutter sie auch noch einmal zum Nachdenken.
Dotty: „Amanda, ich denke nur, dass Besorgnis eine wichtige Eigenschaft ist. Das und Zuverlässigkeit. Dean ist zuverlässig, meinst du nicht?"
Amanda: „Oh ja, das ist er. Absolut."
Dotty: „Es gibt keine Frage. Ich meine, das Problem mit einigen Leuten ist, dass sie genauso schnell aus Ihrem Leben verschwinden, wie sie gekommen sind. Mit einigen Männern können Sie einen absolut aufregenden Abend haben und es gibt keine Garantie, dass Sie sie jemals wiedersehen werden. Du weißt was ich meine?"
Da Dotty nicht wusste, was sie gerade gesagt hatte, setzte sie ihre Brille auf und lass die Zeitung. Wie sehr sie gerade Amandas Problem getroffen hatte, war ihr nicht bewusst.
Amanda: „Ja. Erzähl mir davon."
Amanda war sich sicher, dass Lee genau zu diesen Menschen gehörte, die ihre Mutter eben gemeint hatte. Egal ob ihr Herz sich für ihn erwärmte, die gewünschte Sicherheit würde sie bei Dean bekommen. Aber diese Sicherheit wäre so langweilig…. Was war Erstrebenswerter, die langweilige Sicherheit oder sich in wunderschönen braunen Augen zu verlieren?
Währenddessen fuhr Lee mit seinem Porsche eine Straße hinunter. Er hatte den Ehering in der Hand und schaute ihn liebevoll lächelnd an. Dann zuckte er kurz mit den Schultern und steckte den Ring in die Innentasche seines Jacketts. Das Lächeln blieb auf seinen Lippen.
Die Erinnerung an Amanda und ihre „Ehe" gefiel ihm, sein Herz war an diesem Abend ruhig und gewärmt, von der Zuneigung, die er immer von Amanda spürte. Und die Erinnerung an ihre bezaubernden braunen Augen fuhr in dem Wagen mit.
