Hee, willkommen zum zweiten Teil! Ich will Kakophonie für das FB danken! Hat mich super gefreut^^

Aber ohne lange Rede zum zweiten Teil. (Ach und Alice kommt noch... bald...demnächst irgendwann : ) )

Liebe Grüße

Schneephönix

~*~DwGdJW~*~Schneephönix~*~Jasper~*~ ^^ ~*~DwGdJW~*~Schneephönix~*~Jasper~*~

Der Sommer verging und der Herbst kam, fast jeden Tag schrieb ich einen Brief nach Hause an meine Familie, an Natalie. Ich vermisste sie so sehr. Jeden Abend schlief ich mit ihrem Bild vor Augen ein, ihre wunderschönen, liebevollen Augen, ihre warmen Gesichtszüge, ihre seidenen Haar und ihr Lachen klang in meinen Ohren, es übertönen mit Leichtigkeit die Schreie, die aus dem Lanzarett vom Wind herüber getragen würde. Ich vermisste sie. Der Winter zog ins Land und irgendwann blühten die ersten Blumen auf den Schlachtfeldern. Ich lebte. Ich höre nicht auf an sie zu denken. Ich vermisste sie.

„Fahren Sie nach Hause Whitlock. Sie verdienen es, Sie leisten ausgesprochen gute Arbeit!" Ich stand im Zelt des Generals und ich wollte meinen Ohren nicht trauen.

„Wenn sie wieder kommen, wartet womöglich eine neue Uniform auf Sie!" meine Augen wurden größer.

„Vielen Dank Sir!"

„Sie haben es verdient Lieutenant und jetzt wegtreten!" Ich versuchte meine überordentlich Freude zu unterdrücken, aber sobald ich das Zelt verlassen hatte, stahl sich ein Lächeln über mein Gesicht, das verboten werden sollte, im Angesicht des Krieges und all dessen Opfer.

Ich lief, ja ich rannte fast zu meiner Unterkunft, packte die wenigen Habseligkeiten zusammen, die ich besaß und machte mich auf den Weg nach Hause.

Und ich ritt die ganze Nacht ohne Pause, bis die ersten Sonnenstrahlen auf mich trafen, immer weiter den Fluss entlang bis ich schließlich weit in der Ferne mein Zuhause sah. Das Haus, in dem ich aufgewachsen bin, in dem ich gelebt habe mein ganzes Leben, in dem gelernt und in dem ich glücklich war. Mein Zuhause. Ich ritt durch den Fluss, über die Felder und ich konnte Sarah erkennen, wie sie zwischen den Hühnern vorm Haus stand und sie füttert. Ein breites Lächeln trat auf mein Gesicht als sie mich erkannte und die Schale mit dem Futter fallen lies. Sie rannte auf mich zu und dann wurde die Haustür aufgerissen und Sandy rannte heraus, er flog die Treppe hinunter und rannte mir ebenfalls entgegen, sobald ich das Ende des Feldes erreicht hatte stoppte ich das Pferd und sprang von seinem Rücken, im selben Moment fiel mir Sarah in die Arme und Sandy sprang um uns herum.

„Jasper du bist wieder hier, du bist endlich wieder daheim. Jetzt musst du hier bleiben, du kannst nicht gehen!" sprach Sarah so schnell, dass ich sie fast nicht verstehen konnte, sie schaute zu mir auf, ich wollte sie jetzt noch nicht enttäuschen.

Ich schaute hinüber zum Haus und meine Mutter und mein Vater standen auf der Veranda.

„Jasper, Jasper, du musst mir alles erzählen, hörst du? Jasper." Sandy stand vor mir und ich schaute ihn von Oben bis unten an, er war so unheimlich gewachsen, es fehlte nicht viel und er war so groß wie ich.

„Beruhig dich Sandy, lass mich ankommen. Ich muss Natalie sehen." Sandy nickte und er grinste von einem Ohr bis zum anderen und plötzlich lies Sarah meine Uniform los und schnappte meine Hand, sie rannte los und schleifte mich hinter ihr her.

„Kümmre dich ums Pferd Sandy, tu mir den Gefallen!" rief ich über meine Schulter und als wir fast am Haus waren, kam meine Mutter die wenigen Treppen nach unten und warf sich mir ebenfalls um den Hals.

„Jasper, mein Jasper!" sie fing an zu schluchzen und ich rieb ihr lächelnd den Rücken.

„Ist schon gut Mom, ich bin wieder da. Wo ist Tallie?" Meine Mum drückte mich von sich weg und schaute hinauf in mein Gesicht.

„Sie ist drinnen!" meinte sie und lächelnd legte sie mir eine Hand auf die Wange.

„Sie wartet auf dich!" sie lies mich los und mit wenigen, großen Schritten hatte ich den Fuß der Treppe erreicht, ich nahm zwei große Schritt und stand vor meinem Vater, der mich stolz von oben bis unten anblickte, so wie ich es gerade bei Sandy getan hatte, dann nickte er, klopfte mir auf die Schulter und nickte mit seinem Kopf in Richtung Hause. Dankbar nickte ich zurück und ging mit einem Lächeln an ihm vorbei ins Haus.

Ich trat in die Küche und was ich dort sah versprach mir jedes Wort, das ich plante zu sagen, wenn der Moment da war, in dem ich sie endlich wieder sehen durfte.

„Jasper." Sprach sie und sie lächelte mich unsicher an, sie schaute hinunter zu dem Bünden in ihren Armen und dann wieder zurück zu mir. Ich versuchte die Tränen hinunter zu schlucken, die in meine Augen traten.

„Natalie," meine Stimme brach und ich konnte nichts dagegen tun, sie kam auf mich zu und blieb etwa einen halben Meter vor mir stehen, nah genug für mich um in ihre Arme hinunter zu schauen.

„Ich wusste es nicht Jazz, es ist die Wahrheit, ich hätte dich niemals gehen lassen, wenn ich es gewusst hätte." Sie schaute mir nicht in die Augen, sondern hinunter zu dem Kind in ihren Armen. Ich wusste nicht, was ich mir meinen Armen anstellen sollte, schließlich hob ich meinen Arm und legte ihn Tallie auf die Wange und fuhr nach hinten in ihr Haar.

„Talle, oh Gott, Tallie, warum hast du mir nicht geschrieben?" ich sah ihr tief in die Augen und dann nach unten in das Gesicht, dieses Kindes, unseres Kindes.

„Was hätte es genützt? Es hätte alles noch schlimmer gemacht!" sie kam noch einen Schritt auf mich zu und alles was uns noch von einander trennte, war das Kind. Ich lies meine Hand aus ihrem Haar gleiten und legte sie sanft auf das schlafende Bündel.

„Ich... wie ist... ich meine..." Natalie lachte sanft und wir schauten uns in die Augen.

„Darf ich dir deine Tochter vorstellen, Jasper: Das ist Cecilia Jane Withlock." Während sie den sprach, strahlte sie übers ganze Gesicht, dann stellte sie sich auf ihre Fußspitzen und während ich versuchte unauffällig meine Tränen weg zu wischen, versuchte Tallie mir meine Tochter in den Arm zu legen.

„Nein, ich kann das nicht, was wenn ich sie fallen lasse?" ich versuchte hart Natalie davon abzuhalten, doch schließlich stand ich da mit meiner Tochter in den Armen.

„Du kannst sie gar nicht fallen lassen, sie ist deine Tochter." Meinte sie lachend, sie sagte das so, als ob das eine bewiesene Tatsache sei, doch ich hatte angst, dass kleine Bündel Glück fallen zu lassen, sie zu verlieren, bevor ich überhaupt die Chance hatte, sie kennen zu lernen.

Ich schaute hinunter in ihr Gesicht und ich konnte nicht glauben, jemals wieder weg sehen zu können.

„Wie... Wie alt ist sie, ich mein, wann ist sie geboren?" ich löste meinen Blick nicht von ihrem Gesicht, es war das Schönste, was ich im Leben je gesehen hatte.

„Sie ist drei Monate alt, geboren am zweiten März." Sprach Natalie mit einem Lächeln in der Stimme.

„Sie ist so wunderschön wie du!" flüsterte ich dann.

„Deine Mutter erklärt mir den ganzen Tag, sie sähe genauso aus wie du als Baby." Ich lachte auf und verstummte sofort wieder, als sich plötzlich die Augen meiner Tochter öffneten und ein leiser, erstickter Schrei ihre kleinen, rosigen Lippen verlies. Ich erschreckte mich und Natalie lachte nur und nahm sie mir vorsichtig aus den Armen, fast sofort verstummt das Weinen und wurde ersetzt von leisem Gekluckse.

„Sccchh, meine kleine Sissi, sccchh, hab keine Angst." Sie schaukelte sie in ihren Armen und sie lächelte übers ganze Gesicht und sah immer wieder zu mir auf.

„Hab keine Angst vor Daddy." Flüsterte sie und legte sie mir wieder in die Arme und sie schaute mich nur an aus großen Haselnussbraunen Augen, dann fing sie an mit ihrem kleinen Händchen nach meinem Gesicht zu tatschen, mit einem Lächeln fing ich ihr Händchen auf sie fasste um meinen Zeigefinger und drückte fest zu. Ich lachte und schaute zu Tallie, die mit einem seligen Lächeln vor mir stand.

„Sie hat ne menge Kraft." Bemerkte ich und Tallie nickte, sie schaute in das Gesicht unserer Tochter, dass auf Höhe ihres Gesichtes lag, aber die würdigte ihr keinen Blick, sie schaute mich nur mit ihren großen Augen an.

„Es scheint so, als hätte ich ihre Liebe an dich verloren." Ich schaute zu ihr und grinste.

„Du weißt, dass das nicht stimmt." Sie lächelte ebenfalls und wir sahen uns in die Augen.

„Ich hab dich so vermisst," flüsterte ich dann und meine Stimme würde wieder heiser. Ich lehnte mich zu ihr hinab und küsste sie, wir lösten uns erst wieder als Cecilia anfing zu weinen, für einen Moment erschrak ich, glaubte, dass wir sie womöglich eingequetscht hatten, doch Natalie lachte einfach und ging einen Schritt nach hinten.

„Da siehst du es, sie ist eifersüchtig." Lachte sie und tanzte um uns herum um den Tisch zur Türe. Sie lachte immer weiter und ich blieb irritiert zurück, ich schaute hinunter und es schien fast so, als würde sie mich angrinsen und dann fing ich auch an zu lachen, ich lachte aus meinem tiefsten Inneren und Cecilia gluckste nur und ich setzte mich und lachte weiter.

Später ist mir dann klar geworden, dass sie Gelacht hat, um nicht weinen zu müssen. Einer der glücklichsten Momente in meinem Leben, war einer der schrecklichsten in ihrem, denn alles woran sie dachte, war dass ich bald wieder weg sein würde und sie alleine lies. Das sie sich weiterhin alleine um Cecilia kümmern musste, während ich im Krieg kämpfte. Sie durchlebte Todesängste bei dem Gedanken, mich in einer Holzkiste wieder zubekommen und ich, ich dachte an nichts von all dem. Ich hatte meine Tochter das erste Mal auf dem Arm und ich wurde von innern von Glück zerfressen, ich danke Gott für sie und betete, dass sie ein gutes Leben haben würde, ich dankte Natalie für dieses wundervolle Geschenk und weinte vor Freude. Das erste Mal seit über einem Jahr, dachte ich nicht an den Krieg.