Ein überraschendes Geständnis
Ich schaute ihn stirnrunzelnd an. "Was ist denn so komisch?" fragte ich ihn. "Also wir haben da hinten so ein kleines nettes Häuschen." Er grinste noch mehr.
Na wieso wunderte mich diese Antwort nicht? "Ihr habt da ein Häuschen?" wiederholte ich nochmal, es war eher an mich selbst gerichtet als an ihn.
"Als wir dort waren, vor einigen Jahrzehnten, gefiel es uns so gut da, dass wir dachten, dass so ein kleines Häuschen dort eine gute Idee wäre, um diese schöne Insel nochmal zu besuchen. Mich hat es ehrlich gesagt gewundert, dass du ausgerechnet auf diese Insel gekommen bist. Aber du bist ja immer wieder für Überraschen gut." Er lächtelte mich mit seinem schiefen lächeln an, was ich so liebte. "Wieso haben die anderen denn vorhin nichts gesagt, dass sie die Insel schon kennen?" Nun war ich ein bisschen irritiert. "Sie haben nicht damit gerechnet, dass du auf diese Insel kommst und um ehrlich zu sein, haben wir auch nicht mehr an diese Insel gedacht, wie gesagt, es ist wirklich schon Jahrzehnte her, dass wir dort waren. Umso mehr freu ich mich, diese Insel wieder zu besuchen. Sie ähnelt ein bisschen Esmes Insel. Und ich freu mich einfach, sie mit dir zu besuchen und mit unserer Tochter und unseren zukünftigen Schwiegersohn." Das Wort Schwiegersohn sprach er irgendwie komisch aus. Allein der Gedanke, dass Jake irgendwann unser Schwiegersohn sein würde, war doch recht seltsam. Aber wir hatten ja noch genug Zeit um uns an diesen Gedanken zu gewöhnen.
Ich versuchte nicht mehr daran zu denken und wollte einfach weiter planen. "Also morgen fahren wir nach Charlie und teilen ihm mit, dass wir ein paar Wochen Urlaub machen werden. Du solltest vielleicht auch morgen bei der Fluggesellschaft anrufen und schonmal die Flüge buchen. Wir müssen uns auch über die Jagdmöglichkeiten Gedanken machen und an genug Lebensmittel für Jake denken. Und dann muss ich mir noch einen Tag aussuchen, an dem ich mit Alice shoppen geh." Ich verdrehte leicht die Augen bei diesen Gedanken. Edward nahm mich nun feste im Arm. "Ach das haste nun schon so oft überlebt." sagte er mit einem leichten lachen. Nun musste ich auch leicht lachen. Wir sassen bis zum nächsten Morgen noch so und planten unseren ersten kleinen Familienurlaub.
"Nessie wird gleich wach." hörte ich Edward auf einmal sagen. Ich ging in das Zimmer zu meiner kleinen Tochter und nahm sie in den Arm. Sie öffnete langsam verträumt die Augen. "Morgen mein Schatz." sagte ich zu ihr. "Morgen Mommy" sie lächelte mich an. "Was hälst du davon, wenn wir heute Opa besuchen gehen?" "Oooooooooopa besuchen" schrie sie mit ihrem zauberhaften lächeln herum. "Komm wir ziehen dir was schickes an und fahren dann zu Opa."
Wir machten uns auf den Weg nach Charlie. Renesmee freute sich immer so sehr, ihren Opa zu sehen und auch Charlie ging in seine neue Oparolle sichtlich auf. Was mich sehr freute, immerhin war ich nun nicht mehr seine kleine Tochter, sondern eine verheiratete Frau, die nun selbst eine Familie hatte und ich freute mich immer sehr, wenn ich Charlie und Renesmee zusammen sah. Edward sah mich an "Was denkst du gerade, Liebste?" "Ach ich habe gerade nur an Charlie und Renesmee gedacht, sie zusammen zu sehen, ist einfach wunderbar." strahlte ich ihn an. Ich wusste das Edward das gleiche dachte.
Nun waren wir bei Charlie angekommen. Jake erwartete uns schon sehnsüchtig. Als Nessie Jake erblickte, konnte sie es kaum erwarten zu ihm zu gelangen.
"Jakkkkeeeeeeeeee!!!" schrie sie und rannte zu ihm. Er öffnete seine Arme und sie sprang hinein. Es war so schön die beiden so zu sehen. Ich lächelte und sah wie Charlie schon aus dem Fenster schaute, als er Nessie hören konnte. Er machte die Tür auf und strahlte.
"Ach ist das schön euch zu sehen." sagte er mit einem lächeln.
"Hallo Dad!" sagte ich. "Na wie geht es denn meiner Tochter und meinem Schwiegersohn?" Er lächelte. "Sehr gut Charlie. Und wie geht es dir?"
"Na jetzt, wo ihr da seit bestens. Ich freu mich immer euch zu sehen." Ich musste lächeln, wie sehr ich doch am Anfang Angst hatte, dass Charlie mich jemals so sehen könnte und nun war es für ihn selbstverständlich. Er wollte auch nie viel wissen, immer nur das nötigste und ich war mir mit Edward einig, dass es auch besser war, wenn er nicht alles wusste. Ich würde es nicht verkraften, wenn er sich jedes mal Sorgen machen würde um mich oder noch mehr Einzelheiten wusste. Auch wenn es für mich nicht mehr gefährlich war, war es für Charlie immer wieder umso gefährlicher. Es reichte, dass er schon jede Menge über die Wölfe wusste und Sue half ihm auch sehr, dass alles zu verstehen.
"Dad wir wollten dir eigentlich sagen, dass wir vier, also Jake, Nessie, Edward und ich für zwei, drei Wochen Urlaub machen werden." erklärte ich ihm vorsichtig. Ich war mir nicht sicher, wie er darauf reagieren würde. Bis jetzt gab es immer nur schlechte Neuigkeiten und dies beinhaltete immer, dass wir dann weg mussten. Ich versuchte es einfach ihm jetzt zu sagen, damit er sich schnell beruhigen konnte.
"Ihr wollt wegfahren?" er schaute mich skeptisch an.
"Charlie, es ist nur ein kleiner Familienurlaub. Wir dachten, nach den anstrengenden letzten Wochen, wäre ein kleiner Familienurlaub ganz angebracht, zumal wir jetzt noch die Zeit dafür haben. Bevor Bella und ich anfangen zu studieren." sagte Edward. Ich war in dem Moment so froh, dass er Charlies Gedanken lesen konnte und ihn somit auch direkt beruhigen konnte.
"Dad, wenn irgendwas wär, dann würd ich dir das schon sagen. Außerdem müssen wir ja noch ein paar Fotos machen, damit Nessie sich immer daran erinnern kann." Ich strahlte. Es gab schon so viele Fotos von ihr, mehr als von irgendeinem Topmodel auf der Welt, die schon mehrere Jahre arbeitete.
Langsam beruhigte sich Charlie wieder. "Schön, macht jede Menge Fotos, schließlich will ich auch ein Album von meiner Enkelin haben." "Klar Dad" sagte ich.
Was dachte er nur, dass ich ihm keine Fotos von Nessie geben würde? Und war das einfach nur der Schock und die Angst, uns nie wieder zu sehen? Irgendwie musste ich ihm die Angst nehmen. Immerhin hatte ich so ein schlechtes Gewissen, dass ich ihn hier allein lies. Ich war ja schon froh, dass Sue für ihn sorgte, damit er nicht selber kochen musste. Weil daran konnte ich mich noch genau erinnern, seine Kochkünste waren einfach grauenhaft.
"Dad?" fragte ich. "Ja Schatz?" "Ich hab dich lieb, ich bin einfach so froh, dass du das alles weißt. Und das wir uns weiterhin sehen können, und wenn wir weg gehen, egal wie lang, sag ich dir natürlich Bescheid. Und wir werden ja auch nur zwei, drei Wochen weg sein." ich wollte ihn mit diesen Worten beruhigen.
"Ich hab dich auch lieb, Bella. Ja ich weiß. Es ist einfach nur so ungewohnt, du hast nun deine eigene Familie. Und naja vielleicht sollte ich dir da noch was sagen." stotterte er auf einmal. Er wurde leicht blass und fing an zu schwitzen. Ich schaute zu Edward, der schon am grinsen war. "Nessie, Jake, lasst uns ein bisschen im Wald verstecken spielen, Opa und Mommy müssen was wichtiges besprechen." nun grinste er noch mehr. Ich war platt. Was sollte das denn jetzt? Wieso grinste Edward? Und wieso wollten sie uns denn nun allein lassen? Was würde denn jetzt auf mich zukommen? Die drei gingen raus und ich sah, wie Charlie, Edward dankend zunickte. "Also Liebes" fing er an, man konnte ihm genau ansehen, dass es nicht leicht für ihn war. Ich fragte mich, was ihn denn so nervös machte?
"Du weißt ja, dass Sue öfters hier ist und für mich kocht und ich auch viel in La Push bin" sprach er weiter. Ich wusste immer noch nicht, was er mir damit sagen wollte. Plötzlich kam Sue von oben herunter und ging zu ihm und lächelte ihn und mich an. "Bella, was dein Vater dir sagen will, seit Harry´s Tod, waren wir beide viel zusammen. Dein Vater hat mir sehr geholfen, alles zu verarbeiten. Dabei stellte ich fest, dass er seitdem du und Edward vor hatten zu heiraten, irgendwie einsam war und das seine Kochkünste wirklich nicht die besten waren." sie lächelte ihn an und sprach weiter "also wir haben uns immer besser verstanden und haben und haben auch gemerkt, dass da mehr ist, als eine Freundschaft. Bella, dein Vater und ich, sind ein Paar." Nun wirkte Sue auch nervös. Sie warteten auf meine Reaktion. Plötzlich traf mich ein Schlag, dass ich da noch nicht von selbst drauf gekommen bin. Was bin ich denn nur für eine Tochter. Sie verbrachten wirklich sehr viel Zeit miteinander und Sue half Charlie auch, besser mit den Mhyten umzugehen und wie sie sich immer anschauten, dass hätte mir längst auffallen müssen. Nun merkte ich, wie wenig Zeit ich doch mit meinem Vater verbrachte und was ich alles nicht mit bekommen hatten, weil ich einfach in den letzten Wochen so viel Stress und Ängste erleben musste. Noch länger konnte ich sie nicht warten lassen, Charlie sah so aus, als würde er gleich einen Nervenzusammenbruch erleiden und Sue versuchte ihn zu beruhigen, indem sie sein Hand hielt und sie leicht streichelte. Ich betrachtete die beiden für einen Bruchteil einer Sekunde. Sie waren ein schönes Paar. Wie lange Charlie doch allein war, seitdem Renee ihn verlassen hatte.
"Ich freu mich für euch beiden." sagte ich nun schnell, bevor ich ihn noch ins Krankenhaus bringen musste. Eigentlich hätte ich doch damit rechnen sollen. Aber ich war einfach nur überrascht und glücklich, dass Charlie nun auch wieder jemanden an seine Seite hatte.
"Wirklich. Dad das ist einfach großartig. Ich hätte eigentlich auch selbst darauf kommen können." ich packte mir an den Kopf um zu verdeutlichen, dass ich wirklich nicht selbst darauf kam.
Man konnte deutlich sehen, wie die Anspannung der beiden wegfiel. Nun lächelten sie mich an. "Ach Bells, ich bin so froh, dass es endlich raus ist." Charlie war sichtlich erleichtert. Und ich auch. Ich ging zu Charlie und umarmte ihn.
Sue lächelte mich an. "So ich glaub ich mach uns beiden mal einen Tee. Ich hab gehört, ihr wollt Urlaub machen?" fragte mich Sue.
Deswegen waren wir ja eigentlich hier, um über den Urlaub zu reden. Schon hörte ich zwei weitere Herzschläge und ich wusste, dass die drei wieder zurück kamen. Edward war auch schon direkt an meiner Seite und legte seinen Arm um mich. Jake setzte sich mit Nessie ins Wohnzimmer auf die Couch.
"Ja Sue, wir wollen zwei, drei Wochen Urlaub machen." sagte nun Edward. "Und wo soll es hingehen?" Sie wirkte wirklich interessiert.
"Bella hat sich für Kiribati entschieden." antwortete Edward mit einem lächeln. Charlie und Sue schauten uns verdutzt an. Man konnte genau sehen, dass sie die Insel nicht kannten. Das wunderte mich nicht, denn ich hatte sie ja auch nur durch Zufall auf der Karte entdeckt.
"Es ist eine kleine nette Insel in der Nähe von Australien." sprach Edward, er wusste natürlich, dass sie sich fragten, was das für ein Ort war.
"Och wie schön, wann geht es denn los?" fragte nun Sue sichtlich begeistert, dass wir auf eine Inseln fuhren. "In genau zwei Wochen, ich habe heute mirgen mit der Fluggesellschaft telefoniert." grinste Edward nun. "Dad, Alice und ich wollen nächste Woche einkaufen gehen, hättest du vielleicht Lust, dich um Nessie zu kümmern?" Und da fing Charlie an zu strahlen. "Aber sich Bells, ich pass so gerne auf Nessie auf." sein strahlen wurde immer breiter. Da kam mir ein Gedanke. "Hättest du vielleicht was dagegen auch schon heute auf Nessie aufzupassen?" Edward schaute mich an. Schließlich wusste er nicht, was ich vorhatte und ich entschloss mich, es ihm auch noch nicht zu sagen. "Klar Bells, ich freu mich so." er stand auf und ging ins Wohnzimmer zu Nessie und Jake. Sue schaute mich mit einem lächeln an "Ach du weißt ja gar nicht, was das für ihn bedeutet." Ich lächelte, doch ich konnte es mir denken. Ich war so froh, Charlie eine kleine Freude zu machen, wo er doch bald ein paar Wochen auf Nessie verzichten musste. "Nessie, was hälst du von der Idee heute bei deinem Opa und Sue zu schlafen?" fragte Charlie mit einem strahlenden lächeln. Ich hörte nur noch wie Nessie sich freute, die Nacht bei ihrem Opa zu verbringen.
Ich stand auf und ging ins Wohnzimmer "So mein Schatz, Mommy holt eben deine Sachen, ich bin gleich wieder da." Ich drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. "Bis gleich" rief ich noch und war auch schon aus dem Haus. "Was hast du vor mein Schatz?" fragte mich Edward, der an schnell einer meiner Seite war und meine Hand nahm. Gemeinsam rannten wir schnell zu unserem kleinen Häuschen. "Ich dachte es wäre schön, wenn Nessie bei ihrem Opa schläft, zumal er ja bald ein paar Wochen auf uns verzichten muss." Mehr wollte ich ihm nicht sagen. Ich wollte ihn überraschen, wie oft er mich doch schon überrascht hatte. Und heute wollte ich es einfach mal machen. Wir kamen auch schon zum Häuschen. Ich ging in Nessies Zimmer und packte schnell ein paar ihrer Sachen zusammen, dabei entwickelte ich meinen Plan weiter, wie ich Edward überraschen sollte. Wie froh ich in diesem Moment war, dass er nicht meine Gedanken lesen konnte.
Ich ging zu Edward und drückte ihm Nessies Sachen in die Hand. Er schaute mich verdutzt an. "Wie wärs, wenn du sie zu Charlie bringst und dir ein bisschen Zeit lässt." grinste ich. Immerhin durfte er ja nicht in der Nähe sein, wenn ich ihn überraschen wollte. Er schaute mich an, gab mir einen Kuss auf die Stirn und war dann auch schon verschwunden.
