Zweites Kapitel.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen,

Die nächsten zwei Tage war er allein, obwohl er mit dem Sharingan deutlich sehen konnte, dass im Haus jemand war.

An Flucht dachte er nicht mehr. Er hatte am nächsten Tag versucht sich von den Fesseln zu lösen als es Nacht geworden war und sich sogar in dieses Geschöpf verwandelt, dass das Juin aus ihm machte. Aber wieder war das gleiche Spiel losgegangen.

Zetsu und ein weiterer Akatsuki waren erschienen und während Zetsu ihn wieder an seine Fesseln hing, hatte der Andere Spaß daran gefunden das Jutsu gegen ihn einzusetzen.

Diesmal war Sasuke allerdings nicht ohnmächtig geworden. Es hatte lange gedauert bis der Andere keinen Spaß mehr daran hatte ihn zu quälen und sie hatten Sasuke am Rande der Ohnmacht liegen gelassen. Am nächsten Tag schüttelten ihn heftige Muskelkrämpfe und seither war er allein.

Sein Hemd hing durch die Verwandlung nur noch in Fetzen an ihm und er hätte nichts gegen ein Schluck Wasser.

Als sich schließlich am dritten Tag die Tür öffnete und Deidara herein trat, war Sasukes Geduldsfaden zum Zerreißen gespannt.

„Was willst du?" bluffte er den Akatsuki an, der nur diebisch grinste. „Ich wollte dir Gesellschaft leisten. Außerdem hab ich ein paar Fragen an dich – diesmal kriegst du sogar was dafür", er hielt eine kleine Feldflasche hoch.

Sasuke überlegte, wenn er diesem Spinner einfach irgendwas erzählen würde, dann würde das sicher keiner merken.

Sasuke ruckte mit dem Kopf, was Deidara zum Anlass nahm, sich ihm gegenüber auf einen kleinen Hocker zu setzen.

„Sasori hat dich bereits gefragt. Was hat Orochimaru mit der Energie der Bijuus vor?" Sasuke verdrehte die Augen. Ging es hier um nichts anderes mehr? „Ich hab keine Ahnung. Ich hab hier zum ersten Mal davon gehört", gab er zu. Deidara machte einen Eindruck als war das genau die Antwort, die er hören wollte. „So so. Du weißt es nicht. Du bist doch sein Schüler, wie kannst du das nicht mitbekommen?" Sasuke biss die Zähne zusammen, der Typ war noch dümmer als er aussah. „Ich interessier mich nicht für seine seltsamen Geschäfte. - Geht das denn nicht in eure Schädel rein?"

Der Blonde stand auf und packte Sasuke vorne am halb zerstörten Hemd. „Es sollte vielleicht in deinen Schädel reingehen, dass wir eindeutig am längeren Hebel sitzen. Vielleicht denkst du nochmal drüber nach, was du weißt, wenn du noch ne zeitlang ohne Wasser bleibst, hn?" Sasuke biss erneut die Zähne zusammen. „...Er hat die Energie bereits aus den Körper geholt. Sie ist ... in einem großen... Glasbecken", log er. Deidara ließ ihn los. „Na also, es geht doch."

Er hob die Wasserflasche auf und warf sie Sasuke in den Schoss. „Prost", damit ging er lachend hinaus.

„Dämliches Arschloch", brüllte Sasuke hinter ihm her.

Verdammt, wie sollte er das jetzt ohne Hände machen?

Er hatte die Flasche zwischen den Knien eingeklemmt und mit einer Mühe mit den Zähnen geöffnet. Als die ersten Tropfen seinen Rachen hinunter liefen, schloss er kurz die Augen. Das Wasser hatte sein Körper dringend nötig gehabt.

Am nächsten Tag bekam er sogar einen Happen zu essen, den ihm Zetsu hinhielt. Er befreite eine Hand und wartete bis Sasuke die wenigen Bissen gegessen hatte.

Weitere fünf Tage ging es so weiter, was Sasuke nur daran ermessen konnte, wann Zetsu kam.

Am zehnten Tag seiner Gefangennahme kamen Sasori, Deidara und Zetsu in die kleine Zelle.

Ohne weitere Worte schlug Deidara nach Sasuke.

„Die Energien sind also schon gebündelt, hn? Orochimaru hat sie aus den Körpern geholt, hn? - du miese kleine Ratte kannst was erleben!" Seine Fäuste donnerten weiter auf Sasuke ein, als es diesem zu bunt wurde. Mit einem Ruck befreite er sich aus den Fesseln und ließ das Chidori frei durch den Körper strömen, weshalb Deidara zurückgeschleudert wurde. Noch im selben Augenblick spürte er wieder den Schmerz des Juins. Diesmal noch heftiger als zuvor. Ein Blick zeigte ihm wieso. Sowohl Sasori als auch Zetsu hatten die für Sasuke verhängnisvollen Fingerzeichen ausgeführt. Sasuke ging augenblicklich in die Knie und ein Schrei kam über seine Lippen. Seine Hände hielten seinen Kopf umklammert und er konnte nichts tun, nur schreien und abwarten.

Der Schmerz ließ so abrupt nach, wie er begonnen hatte und Sasuke kippte zur Seite.

„Beschissene Uchiha-Brut, ich werd dich noch mehr zum schreien bringen", drohte eine Stimme über ihm.

Deidara packte Sasuke am Hemd und riss es ihm herunter, dann stieß er ihn grob gegen die Wand, an der ein weiteres Paar Handschellen hingen.

Sasuke war noch immer nicht klar bei Verstand. Sein Körper schien noch immer von innen zu glühen, obwohl der Schmerz nachgelassen hatte.

Mit wenigen Handgriffen hatte Deidara aus seinem Ton eine biegsame Weidengerte gebaut, die mit Wucht den Weg auf Sasukes Rücken fand.

„Hng", Sasuke bemühte sich nicht zu schreien. Er wollte nicht, dass Deidara recht behalten würde. Dieser wurde genau aus dieser Tatsache immer wilder. Immer mehr Schläge gingen auf Sasukes Rücken nieder. Seine Hände hatten sich ineinander gekrallt und seinen Kopf hatte dazwischen gezogen.

Plötzlich stoppten die Hiebe und aus Sasukes Lungen entwich langsam die Luft, die sich darin angestaut hatte. „Glück gehabt, Uchiha", höhnte Sasoris Stimme und Sasuke konnte sehen, dass er Deidara wohl aufgehalten haben musste.

Sie ließen Sasuke einfach stehen und verließen wieder einmal den Raum.

Sasuke lehnte seinen Kopf an die kühle Mauer. Er spürte wie ein wenig Blut und auch Schweiß seinen Rücken hinunter liefen. Verdammt, da hatte er sich in die Scheiße geritten. Seine Hinweise sollten ab jetzt wohl uneindeutiger sein, wenn er sowas wie eben vermeiden wollte.

Langsam versuchte er durch sein Chakra die Wunden zu verarzten, was sich als schwieriger entpuppte als angenommen.

Sie ließen ihn einen ganzen Tag stehen, dann erst kam Zetsu um ihn wieder im Sitzen anzuketten.

Ein weiterer Tag verging.

Sasukes Kopf lag auf der Seite und er schlief. Eigentlich hätte er das in seiner Lage nicht tun sollen, aber die Zeit war gekommen, in der sein Körper seine wohlverdiente Ruhe forderte.

Plötzlich öffnete sich langsam die Tür und sofort waren Sasukes Augen geöffnet und das Sharingan hatte den Eindringling erkannt.

„Was willst du, Deidara?"

„Du sagtest doch bereits, wir haben eine Rechnung offen", grinste der Blonde und erschuf einen Kagebunshin. „Diesmal wird dich kein Sasori retten können."

Der erste Tritt folgte diesen Worten.

Sasuke hing an seinen Ketten. Sein Kopf lag auf der Seite und eine dünne Blutspur lief aus seinem Mund. Deidara hatte ihn nach Strich und Faden zusammengeschlagen und gleichzeitig mit seinem Kagebunshin dafür gesorgt, dass durch das Juin weitere Schmerzwellen durch seinen Körper rasten.

Außer Atem stand er nun vor ihm.

„Schade eigentlich", stellte er fest, „eigentlich bist du ja ein ganz hübsches Kerlchen. Tut mir fast leid, dass ich dich beinahe verunstaltet habe." „Halts Maul", knurrte Sasuke leise.

„Was? Ich kann dich nicht hören?" Deidara hob mit einer groben Bewegung Sasukes Kinn an. Sasuke starrte nur zurück. Sein ganzer Körper schmerzte und wie gerne hätte er diesen Mann zusammengeschlagen, aber das Juin hielt ihn fest.

Als er jedoch Deidaras gehässiges Grinsen sah, war es zuviel. Mit Genugtuung strömte plötzlich das Chidori durch seinen Körper und schleuderte Deidara zurück, der hart gegen die Wand schlug.

Sofort war der Kagebunshin zur Stelle und führte das Jutsu aus.

Sasuke versuchte sich nach vorne zu beugen, doch die Ketten hielten ihn auf.

Nach zehn Minuten hatte er genug. Und er fiel wie ein Sack Mehl in sich zusammen.

Als Deidara aus dem Raum ging, grinste er.

Dieser Uchiha sah wirklich verdammt gut aus und er hatte schon länger niemanden mehr gehabt.

Vielleicht würde er ihn in den nächsten Tagen mal besuchen...

Als ihm Zetsu etwas Wasser brachte, sah Sasuke nicht auf.

Was hätte es ihm auch genützt, denn eines der Augen war bereits zugeschwollen und außerdem war in seinem Nacken auf der linken Seite, wo das Juin war ein dumpfer Schmerz, der ihm verbot den Kopf zu sehr zu drehen.

„Verdammt", knurrte Zetsu als er Sasukes Zustand erkannte.

Sie mussten diese Schlange von Orochimaru bestechen um an die Energie zu kommen. Und dafür brauchten sie den Körper, welchen dieser Kerl so dringend wieder haben wollte. Sie hatten bereits versucht Orochimaru anzugreifen, doch irgendwie war es ihm gelungen alle Angriffe abzuwehren.

Wenn jetzt auch noch der Körper beschädigt war, würde es Ärger mit Pein-sama geben.

„Hier trink", kommandierte Zetsu inzwischen und Sasuke nahm das bisschen Wasser gerne an.

Wie lange war es her, dass er sich richtig bewegt hatte? Es kribbelte ihn richtig in den Beinen.

Außerdem war es ewig her, dass er ein Stück Himmel gesehen hatte. Er hatte nie gewusst, dass ihm sowas fehlen würde.

„Wie lange bin ich schon hier?" fragte er beiläufig, nur damit sich jemand mit ihm unterhielt.

„18 Tage, glaube ich." Sasuke blinzelte kurz. Das waren mehr als er gedacht hatte.

Zetsu war nicht gewillt sich noch länger hier aufzuhalten und verschwand nachdem Sasuke die Flasche geleert hatte.