Hey ihr Lieben 'knuff'

So, hier kommt schon das nächste Chap 'zwinker'

Wünsche euch viel Spaß beim lesen!

Chap 2

Weibliche List

Wie sage ich es ihm bloß?' überlegte Lily angestrengt, vermied es aber, Sirius anzusehen.

Sekundenlang, Sirius kam es allerdings wie eine Ewigkeit vor, stand Lily einfach nur wie zur Salzsäule erstarrt da, und dachte angestrengt nach.
‚Warum zerbreche ich mir überhaupt den Kopf darüber? Das hier ist Sirius Black und er wird es schon schlucken', entschied Lily, als Sirius Stimme ihre Gedanken unterbrach.
„Was ist nun, Evans? Willst du Prongs noch länger so da liegen lassen?", fragte der Schwarzhaarige und sein Tonfall ließ Lily leicht zusammen zucken.
„Ich sagte doch bereits, die Wunde muss gereinigt und desinfiziert werden", entgegnete Lily langsam und hatte große Mühe, nicht aus der Haut zu fahren.
„Ja, dass sagtest du. Nur warum fängst du nicht endlich damit an? Oder willst du Prongs etwa nicht helfen?", wollte Sirius vorwurfsvoll wissen und packte sie am Arm, da er dachte, sie wollte den Schlafsaal verlassen, worauf Lily hörbar die Luft einzog.
„Wenn du mich los lassen würdest, könnte ich ja anfangen, Black. Ich brauche nämlich Wasser, um die Wunde zu reinigen, du Troll", konterte Lily und schüttelte genervt Sirius Hand von ihrem Arm.
Anschließend ging sie ins Badezimmer und wäre am liebsten sofort wieder heraus gestürmt. So ein Chaos hatte sie noch nie gesehen.
Berge von Wäsche lagen auf dem Boden verteilt herum, offene Zahncremetuben lagen im Waschbecken, nasse Handtücher hingen über diesem und es stank schlimmer als in einer Parfümerie. Angewidert rümpfte Lily ihre Nase und nahm James Zauberstab in die Hand.
„Ratzeputz", sagte Lily und im selben Augenblick hingen die nassen Handtücher über den Stangen neben der Duschkabine, die Zahncremetuben steckten verschlossen in den Bechern, die schmutzige Wäsche lag nun auf einem Haufen in der Ecke und die saubere Wäsche flog gefaltet auf das jeweilige Bett ihres Besitzer.
‚Schon besser', seufzte Lily, beschwor eine Schüssel herauf und ließ lauwarmes Wasser in diese laufen.
„Evans, was soll das denn jetzt? Musst du Prongs auch noch mit Wäsche bombardieren? Außerdem hast du jetzt keine Zeit zum aufräumen, dass kannst du später auch noch machen!"
„Ist nicht meine Schuld. Ihr hättet sie nur wegräumen brauchen", flötete Lily unschuldig, und schob Sirius unsanft zur Seite, da er ihr im Weg stand.
Nachdem das Mädchen die Schüssel neben James Bett gestellt hatte, holte sie aus ihrer „Notfalltasche" ein sauberes Tuch und richtete anschließend James Zauberstab auf dessen Oberkörper.
„Was hast du vor? Willst du ihn nun verhexen? Hey, ist das nicht Prongs Zauberstab?"
„Nach was sieht es denn aus, hm? Ja, würde ich gerne. Meiner liegt auf meinem Nachtschrank", beantwortete Lily Sirius Fragen knapp, und schwenkte unbeirrt den Zauberstab, worauf James anschließend mit entblößtem Oberkörper da lag.
„Bist wohl doch nicht so abgeneigt, wie du immer behauptest, was?"
„Halt einfach nur deine Klappe, Black. Oder willst du weitermachen?", schoss Lily genervt zurück, worauf Sirius verstummte, da er zu genau wusste, dass seine Mitschülerin es völlig ernst meinte.
Nur gut für ihn, dass Lily sein breites Grinsen nicht gesehen hatte.
„Welcher Kamin, außer Dumbledores, ist noch an das Flohnetzwerk angeschlossen?", fragte Lily mit einem Mal in die entstandene Stille hinein und betete inständig, dass Sirius ihre Nervosität nicht bemerkte.
„Warum willst du das wissen? Oder ist das der Preis dafür, dass du Prongs hilfst?", presste Sirius mit aufkeimender Wut durch die Zähne.
Er konnte nicht fassen, dass Lily Evans wirklich so kalt und egoistisch sein konnte.
„Ich muss die Wunde noch desinfizieren, schon vergessen?", antwortete Lily nach außen hin ruhig.
„Dann desinfizier sie! Wofür brauchst du dazu einen Kamin?", brauste Sirius auf, und funkelte Lily wütend an.
Lily richtete sich langsam auf, und holte tief Luft, bevor sie sich zu ihrem Mitschüler umdrehte. Sie wusste genau, dass sie es nicht übertreiben durfte, damit Sirius genau das tat, was sie wollte.
„Hast du denn etwas zum desinfizieren, hm? Oder weiß der ach so tolle, selbsternannte und allwissende König von Hogwarts, auch Sirius Black genannt, etwa doch nicht alles?", spottete Lily und lachte ihrem Gegenüber frech ins Gesicht.
Es dauerte einen Moment bis der junge Marauder seine Sprache wieder gefunden hatte, was Lily, trotz ihrer Nervosität, mit Genugtuung zur Kenntnis nahm.
‚Das ich das noch erleben darf! Sirius Black ist sprachlos', gluckste Lily und lachte leise in sich hinein.
„Kannst du bitte aufhören in Rätsel zu sprechen, Evans. Uns läuft die Zeit weg und Prongs geht es immer noch nicht besser", brach es drohend aus Sirius heraus und zum zweiten Mal in dieser ungewöhnlichen Nacht zuckte Lily bei seinem Tonfall zusammen.
„Ich. Habe. Nichts. Zum. Desinfizieren. Hier. Und. Muss. Deshalb. Zu. Mir. Nach. Hause. Flohen. Um. Etwas. Zu. Holen.", antwortete Lily langsam und deutlich, so als ob sie einem Kleinkind etwas erklären müsste.
Dabei ignorierte Lily Sirius wütenden Gesichtsausdruck und seine zu Fäusten geballten Hände.
„Du bist eine Hexe, Evans, und ich weiß, dass du in den letzten Ferien im Krankenhaus gearbeitet hast. Oder willst du mir etwa sagen, dass du dort keine Heilzauber gelernt hast? Und hör auf Spielchen mit mir zu spielen, verstanden, Evans?", donnerte Sirius, packte Lily grob an den Schultern und drehte sie unsanft zu James herum.
In ihrem Kopf herrschte das reinste Chaos und tausend Fragen schossen Lily durch den Kopf, auf die sie am liebsten sofort Antworten hätte. Doch sie wusste selbst, dass jetzt nicht der richtige Zeitung für eine Diskussion mit Sirius war, da dieser sich ernsthaft Sorgen um James machte. Lily unterdrückte den Wunsch, Sirius eine kräftige Ohrfeige zu verpassen und ihre Wut heraus zu schreien fürs Erste.
„Passt schon, Black. Wie ich es mir gedacht habe, du hast keine Ahnung welcher Kamin ans Flohnetzwerk angeschlossen ist. Pass auf, dass dein Freund sich während meiner Abwesenheit nicht zu viel bewegt. Ich werde schon einen Kamin finden. Könnte allerdings etwas länger dauern", entgegnete Lily und nicht nur sie erschrak über die Kälte in ihrer Stimme.
„Ich weiß, welcher Kamin es ist. Also, was brauchst du genau?", fragte Sirius mit gleicher kalter Stimme.
„Du gehst?", hakte nun Lily verblüfft nach.
Sie hatte nicht damit gerechnet, dass sie Sirius so schnell dazu bringen würde, an ihrer Stelle zu gehen.
„Sieht so aus, hm. Also, was muss ich holen?", wiederholte der junge Mann seine Frage, und warf einen besorgten Blick auf James, der immer noch sehr blass war und leise aufstöhnte.
„Wie du meinst. Ich wohne…", setzte Lily an, um Sirius zu sagen, wo sie wohnte, wurde aber durch eine energische Handbewegung von ihm unterbrochen.
„Evans, ich weiß wo du wohnst und welches dein Zimmer ist, okay? Also sag mir einfach nur, was ich holen soll und zwar schnell", wies Sirius das Mädchen an, und grinste belustigt, als er Lilys fassungslosen Blick sah.
„Wir haben dich nicht nur einmal besucht", setzte er noch nach, zeigte dabei auf James und sich, als hätte er Lilys Gedanken erraten.
„Das wirst du mir erklären müssen", zischte diese ärgerlich.
„In meinem Badezimmer steht links neben der Tür ein kleiner Schrank. Du bringst mir die mittelgroße braune Flasche mit Jod, die Tube Betaisadonna, und mehrere Packungen mit Wundverbänden mit, verstanden? Und Black, wage es ja nicht, in meinen Sachen rumzuschnüffeln, sonst bist du tot", informierte Lily Sirius, worauf dieser eine Augenbraue hochzog.
Bevor Sirius sich auf den Weg machte, beugte er sich noch zu James hinunter und flüsterte diesem etwas ins Ohr.
„Sollte es Prongs schlechter gehen als jetzt, bis ich wieder hier bin, dann überleg dir schon mal ein gutes Versteck, wo ich dich nicht finden werde", warnte Sirius, und Lily konnte in seinen Augen sehen, wie ernst er es meinte.
„Wenn du mir so sehr misstraust, warum passen dann nicht Remus oder Peter auf deinen Freund hier auf, hm? Wo steckt Remus überhaupt? Peter scheint ja das Weite gesucht zu haben, so wie ich das sehe", hielt Lily dagegen.
„Wo Moony ist, geht dich nichts an und Peter lass mal meine Sorge sein, verstanden?", herrschte Sirius die Rothaarige sichtlich gereizt an, worauf diese ihn wütend anfunkelte.
„Hör zu, Evans, alles warum ich dich bitte ist, dich um Prongs zukümmern, und bei ihm zu bleiben, bis ich wieder da bin, okay?", bat Sirius eindringlich, und blickte Lily dabei bittend an.
Nun war es an Lily sprachlos zu sein, denn noch nie, solange sie Hogwarts besuchte, hat Sirius Black irgendjemanden um irgendetwas gebeten. Ihre Verwirrtheit stand ihr deutlich ins Gesicht geschrieben und sie musste sich selber kneifen, um zu glauben, dass das da wirklich Sirius Black war, der das eben gesagt hat und vor ihr stand.
„Pass auf das du gleich die erste Tür, wenn du hochgehst, rechts neben der Treppe nimmst, sonst landest du bei meiner Schwester im Zimmer. Und sei leise, damit meine Eltern dich nicht hören", sagte Lily wie im Trance, und starrte Sirius immer noch fassungslos an.
Sirius nickte darauf nur, griff im rausgehen nach seiner Jacke und verließ anschließend leise seinen Schlafsaal.
Nur ganz langsam erwachte Lily aus ihrer Starre und schüttelte irritiert den Kopf.
‚Was war das denn eben? Sollte Black wirklich auch eine nette, menschliche Seite haben? Hat er eben gesagt, sie waren bei mir zuhause? Das darf doch wohl nicht wahr sein! Und ich Idiotin war auch noch freundlich zu ihm! Wie konnte ich nur. Oh, warte es ab, wenn ich dich in die Finger bekomme, dann kannst du und dein ach so toller Freund hier was erleben', ereiferte sich Lily und stampfte wütend mit dem Fuß auf, als sie ein Stöhnen hinter sich vernahm.
Aus ihren Gedanken aufgeschreckt, fuhr Lily herum und sah gerade noch rechtzeitig, dass James im Begriff war, sich aufzusetzen.
„Nichts da, du bleibst schön liegen, klar", wies Lily James an, und drückte ihn aufs Bett zurück, worauf dieser schmerzhaft das Gesicht verzog.
„Tut mir leid", entschuldigte sich Lily und strich James seine verklebten, nasse Haare aus dem Gesicht, anschließend lief sie ins Badezimmer, holte einen nassen Waschlappen und legte ihn James auf die Stirn.
‚Warum mache ich das hier bloß?', seufzte Lily leise vor sich hin.
‚Weil du ein netter Mensch bist, und James deine Hilfe braucht', meldete sich eine leise, ihr wohlbekannte Stimme zu Wort.
„Ja, ja schon gut, weil ich ein netter Mensch bin. Schon klar", murmelte Lily sarkastisch und seufzte laut auf.
James bekam von alledem nichts mehr mit, da er wieder in eine Art Dämmerzustand gefallen war.
„Vincitus", sagte Lily, und augenblicklich wickelten sich unsichtbare Seile um James Hand- und Fußgelenke.
„Schön liegen bleiben, verstanden", meinte Lily an James gewandt, der allerdings nichts von seinen Fesseln bemerkte, und fixierte die Seile an den Bettpfosten.
Lily musterte James noch mit einem süffisanten Grinsen, wie er da so gefesselt vor ihr lag, als ihr bewusst wurde, dass ihr nicht mehr allzu viel Zeit blieb, bis Sirius zurück sein würde.

Ich hoffe, es hat euch gefallen

liebe Grüße jas