So, heute erfahren wir, wie Draco von der ganzen Sache denkt :)

Viel Spaß!


DRACO.

Ich, als ein Malfoy, habe stets in jeder Sache die äußere Schönheit gesucht, so wie es mein Vater getan hat. Ich hatte immer das schönste, teuerste Eigentum, meine Kleidung war immer maßgeschneidert. Mein Vater wählte meine Mutter wegen ihres Erbes und ihres Aussehens und ich habe beides geerbt, die Schönheit meiner Mutter und die Sehnsucht nach schönen Dingen meines Vaters.

So war ich der erste, der Potters Veränderung bemerkte. Ich bin stolz auf diese Tatsache, auch wenn ich niemandem davon erzählen kann- ich bin immer der kühle, gleichgültige Malfoy- Ich habe es gesehen, bevor es irgendjemand anderes sah, bevor irgendjemand damit angefangen hat, ihn zu wollen. Ich. War. Der. ERSTE.

Potter begann sich am Ende des fünften Jahres zu verändern. Ich weiß nicht, was es war- vielleicht wurde er einfach nur erwachsener. Ich dachte erst, es wäre nur in meinem Kopf- ich versuchte vielleicht zu rechtfertigen, warum ich so viel Zeit auf ihn verwendete- weil keiner außer mir Es zu sehen schien. Aber ich erkannte schnell, dass es war, weil ich darauf trainiert war, es zu bemerken. Meine anderen, dümmeren und ungebildeteren Gleichaltrigen bemerken nie etwas.

Aber das war im fünften Jahr. Jetzt war Potter zurück, erheblich größer, mit einem neuen Haarschnitt und ohne schreckliche Brille. Und die Leute haben angefangen sich aufzusetzen und es zu bemerken. Dass Potter geworden war, was er geworden war, hat meine Slytherinkameraden in einem enormen Ausmaß verwirrt. Der Großteil von ihnen hatte von Geburt an gelernt, Potter, und alles wofür er steht, zu hassen . Und jetzt, trotz dem, wollten sie ihn alle ficken. Die ersten paar Wochen des sechsten Jahres waren gefüllt damit, dass jeder meiner Hauskameraden Harry in einer verwirrten Art und Weise missmutig ansah, um dann, wenn er lachte, den Atem anzuhalten.

Abgesehen von ein paar dummen Mädchen aus den unteren Klassen war Blaise der einzige ältere Slytherin, der nur noch und NUR noch von Potter redete- die anderen (mich inbegriffen) behielten einfach unsere eigene, gewöhnlichen dunklen kleinen Phantasien in unseren Köpfen. Aber Blaise hielt einfach nicht die Klappe, UND er war in meinem Schlafsaal. Wenn ich nur noch eine Nacht damit verbringen musste, ihm zuzuhören wie er stöhnte, dass er Harry UNBEDINGT haben musste würde ich sein verdammtes Gehirn einschlagen.

Und dieser Artikel in der Hexenwoche. Es schüttelte mich, wenn ich daran dachte, wie oft Blaise sich einen darauf runtergeholt hatte, ich schwöre- die anderen in der Schule muss ich gar nicht erwähnen. Aber ich musste zugeben, Potters Statur war genau so perfekt wie die Teile von ihm, die man jeden Tag sah.

Ich sollte so eifersüchtig auf ihn sein. Ich war es, am Anfang. Es schien mich zur Weißglut zu treiben, dass Potter mich schon wieder in etwas geschlagen hatte. Er übertraf mich im Quidditch, er zerstörte meine, ich muss sagen extrem hinterhältigen Pläne bei jeder Gelegenheit, zog gegen den Dunklen Lord und kehrte unversehrt zurück. Und er war so gut, so nobel, es machte mich krank. Jetzt, dachte ich, war er auch noch besser aussehend als ich geworden. Er konnte mir nicht mal das lassen. Davor, auch wenn jeder Harry liebte, war ich derjenige gewesen, den alle ficken wollten. Sogar Pansy, die mich jahrelang anbetete, hat die Seiten gewechselt. Nicht, dass ich ihre Zuneigung schätzte; aber immerhin wusste ich, dass sie da war, wenn ich mein Selbstwertgefühl steigern musste. Jetzt folgte sie Potter mit ihren Augen und fragte mich dann, was mein Vater und seine Freunde für ihn geplant hatten. Sie ist eine kranke Schlampe, ich schwöre. Sie schnaubte über den Hexenwochenartikel, aber ich hatte bemerkt, wie sie danach die Zeitschrift sorgfältig zusammenfaltete und in die Tasche ihrer Robe gleiten ließ.

Mein einziger Trost bei dieser Auswertung war, dass Potter absolut keine Ahnung hatte, dass ihn alle verehrten. Ich hatte ihn Dutzende Male gegenüber Granger protestieren hören, dass ihn überhaupt niemand möge und dass sie sich das alles nur einbilde. Ich muss sagen, es war ziemlich amüsant, den frustrierten Ausdruck auf ihrem Gesicht zu sehen. Immerhin, dachte ich, wusste nur ich es, dass er mich wieder geschlagen hatte. Außerdem war es keine Schande, ihn zu wollen- Herrgott, sogar McGonagall stand auf ihre Art und Weise auf ihn, und- so verstörend es auch scheint- Snape wollte ihn offensichtlich gegen die nächste Wand drücken. Ich hatte ihn in Zaubertränke Potter mit einem glasigen, leicht verwirrten Blick beobachten sehen, bevor er sich schüttelte und zu seinem gewöhnlichen finsteren Blick zurückkehrte.

Die einzige Person, die komplett frei schien, war Dumbledore. Er sah sich alles mit diesem verfluchten Glitzern in den Augen an- er amüsierte sich über die verwirrten Gefühle seiner Kollegen. Er dachte, es sei verdammt noch mal lustig.

Aber hey, ich denke, wenn man so alt war, musste man denken, alles sei lustig. Anders könnte man gar nicht weitermachen.

Aber es war für mich anders geworden. Ich wusste nicht genau, warum. Ich wusste, warum ich Potter wollte, genau wie jeder andere in der Zaubererwelt. Ich hatte immer die besten Sachen und Potter war die umwerfendste Person egal welchen Geschlechts, die ich je gesehen hatte- aber ich wusste, dass das kommen würde.

Ich wusste es, bevor es jemand anderes wusste. Aber jetzt.

Ich wollte Potter nicht einfach nur ficken. Ich wollte ihn kennen lernen.

Herrgott! Ihr wisst, wie schwer das für mich ist, zuzugeben? Ich sollte nicht so fühlen, ich war dafür nicht erschaffen. Aber jedes Mal, wenn ich in seine Nähe kam, fing die verdammte kleinste Geige der Welt an, eine Melodie nur für mich zu spielen. Die Vögel fingen an zu singen. Es war ein wundervoller verfluchter Tag.

Ich wusste nicht, warum das so war. Ich, und Slytherins im Allgemeinen, hatten keine Zeit für kleine Jungfrauen. Was Potter offensichtlich natürlich war. Ihr findet das vielleicht schwer zu glauben- das finde ich manchmal auch- aber ich hatte gemerkt, dass sich niemand hier als für ihn würdig erachtete. Sie glaubten nicht, gut genug für ihn zu sein. Herrgott.

Wie gesagt, Slytherins wollten normalerweise keine Jungfrauen. Sie wollten kein Liebesgeplänkel, keine Rosenblätter auf dem Kopfkissen und kein Erwachen am nächsten Morgen in den Armen der großen Liebe. Wir wollten nichts beibringen, nett sein, einfühlsam sein. Wir wollten jemanden, der nicht zerbrach und erwarteten keine lieben Worte.

Behaltet die sentimentale Scheiße für die Gryffindors. Sie waren so edel, sie glaubten tatsächlich, dass man verliebt sein sollte, bevor man miteinander schläft- oder zumindest glauben sollte, dass man verliebt ist. Abgesehen von Finnigan natürlich. Aber Finnigan. war. na ja, er war halt Finnigan, alles klar? Ravenclaws waren leichter, wenn auch klinisch. Sie sahen es ein bisschen als Lernexperiment, sie wollten sich selbst bessern und waren bereit, die meisten Dinge auszuprobieren, wenn auch nur zu Forschungszwecken. Hufflepuffs- lasst uns gar nicht darüber reden. Sie überhaupt dazu zu bringen, die richtigen Sachen an die richtige Stelle zu bringen, war eine verdammte Herausforderung.

Also wusste ich, wie die kleinen Fantasien in den verschiedenen Häusern aussahen. Gryffindor würde es als liebend und süß sehen. Ravenclaw als eine Chance, mit dem besten zu arbeiten und deswegen sollte alles ausprobiert werden. Hufflepuffs. Um ehrlich zu sein bin ich nicht sicher, ob sie weiter als Küssen dachten.

Naive Irre.

Aber Slytherin.

Hard und derb, mit Fesseln als beliebteste Option.

Das war, was mir Sorgen machte, was diese sentimentalen Gedanken über Harry überhaupt erst anschob. Weil, trotz dem, was er gesehen hat, was sein Hintergrund sein mochte, Harry immer noch unschuldig war. Er musste beschützt werden.

Ich wusste, dass er nicht mehr viel länger absolut unschuldig bleiben konnte- irgendjemand würde ihn bald anmachen, da war ich sicher. Ich betete nur, dass es kein Slytherin sein würde. Hölle, sogar ein Hufflepuff wäre die bessere Wahl. Harry würde Schmerzen nicht verstehen, und Dominanz, und Erniedrigung. Er brauchte jemanden, der sich um ihn kümmerte, nett zu ihm sein wollte, ihn vielleicht sogar lie.

Scheiße. Da kamen wieder diese kleine Geige und die verdammten Vögel.

Harry war zu Tode naiv. Normalerweise würde mich das so wütend machen, dass ich es zerstören wollte. Aber in Harrys Fall. er brauchte seine Unschuld, dieser Funke in seinen Augen, der wahr und klar zu vernehmen war, er musste ihm erhalten bleiben. Ich wollte nicht, dass es jemand von ihm weg riss.

Lasst mich euch eine kleine Erinnerung erzählen, die für mich der Harryischste Moment bleibt, dem ich je beigewohnt habe.

Es war am Ende des fünften Jahres; und wieder stritten Harry Potter und ich ohne offensichtlichen Grund. Nur ein paar Zentimeter von Harry entfernt zu sein, den ich in der Zeit als sehr himmlisch erkannt hatte und der durch seinen Ärger ziemlich errötete, hatte mich ziemlich angeheizt. Schon klar, nicht die klügste Sache, die man tun konnte, aber es war nur ein Blick, okay?

Herrgott.

Egal, es war mal wieder mein Glück, dass das Schlammblut es bemerken musste. Ihre Augen wurden größer, ihr Mund fiel leicht herab und sie rannte schnell dem verschwindenden Harry hinterher. Alles was ich denken konnte war: Scheiße.

Ich lief ihnen mit Abstand hiner her, aber ich musste ihnen nicht sonderlich nahe sein, um Granger in ihrer Trommelfell-erschütternden Stimme, die sie in erregtem Zustand anlegt, sagen zu hören:

„Harry! Malfoy hat dich angeschaut! Ich meine hoch und runter! Er STEHT auf dich!"

Und Harrys Antwort, begleitet von einem leichten Glucksen.

„Red keinen Unsinn, 'Mione. Er ist ein JUNGE." Ich meine, verdammt noch mal. Fasst das nicht die ganze Unschuld zusammen, die Harry Potter war?

„Red keinen Unsinn, 'Mione. Er ist ein JUNGE."

Wenn irgendjemand abgesehen von Harry diese Worte geäußert hätte, ich hätte erbittert versucht, ihn in die Finger zu kriegen um ihm ganz genau zu zeigen, was ein Junge tun konnte. Aber da es Harry war, passierte etwas wirklich erstaunliches mit mir- etwas, das mir noch nie zuvor in meinem Leben passiert war.

Ich. schmolz.

Wie in; ich fühlte mich überall weich und glücklich. Wie in; ich dachte, was Potter gesagt hatte war liebenswert. Und süß. Wie in; wenn kleine, flauschige Karnickel über den Korridor gehoppelt wären, hätte ich, anstatt sie zu töten, „Ooooooh!", gegurrt wie eine verfluchte siebenjährige zukünftige Hufflepuff.

Ich meine, wirklich. Ich war ein MALFOY, um Himmels Willen!

Also, warum, WARUM ließ Harry mich so fühlen?

Deswegen war ich sauer auf Blaise. Er sehnte sich so verzweifelt nach einem Stück Harry. Aber er wollte es, wie alle anderen Slytherins es wollten. Und er wollte es stark genug, um offensiv zu werden. Er WAR immerhin ein Slytherin.

Genau so, wie ICH auch einer war. Glücklicherweise war ich hinterhältig, und verschlagen, und listig. Ich würde nicht zulassen, dass Harry Potter beschmutzt würde. Er brauchte Aufmerksamkeit. Er brauchte Wärme. Er brauchte es.

Oh verdammt. Diese kleine verfluchte Geige hatte wieder angefangen zu spielen.

Die verfluchten Vögel kamen bestimmt auch gleich. Zum Teufel noch mal!

Verdammter, verfluchter, umwerfender Harry.


Die Schwierigkeit, eine Übersetzerin zu sein

Episode 2

Draco flucht. Er flucht wirklich ziemlich viel.

Leider (oder auch zum Glück, wie auch immer man es sehen will) sind wir Deutschen sehr vorsichtig, was Schimpfworte angeht. Unsere Kraftausdrücke sind wirklich nicht sehr stark, wenn man sie mit anderen Sprachen vergleicht.

Und auch, wenn man sich das nicht so gut vorstellen kann: das Englische ist in der Hinsicht viel unverschämter und auch in 'häufig gebrauchten Schimpfworten' flexibler als das Deutsche.

So hat es mir doch Schwierigkeiten gemacht, Dracos Gedanken und Gefühle richtig zu übersetzen.

Wenn also einem von euch Textstellen (auch in kommenden Kapiteln) auffallen, für die ihr einen besseren Vorschlag habt (der aber eben auch in den Redefluss passt; 'rumpfkrötiger Schlangenfurz' käme wohl nicht ganz so realistisch und natürlich rüber), dann immer her damit.