Entsetzt
starrte Hermione auf den Brief. Nur mühsam wurde ihr klar, das
sie grade geträumt hatte.
„Was ist das?"
„Ein Brief?
Mit einer Rose?", Ron schaute sie leicht verwirrt an.
„Aber
mir schreibt doch nie jemand Briefe" Sie schaut noch verwirrter aus
als Ron.
„Na los! Mach ihn auf!", drängte Ginny sie. Mit
zitternden Händen öffnete Hermione den Brief.
Liebste Hermione,
ich
kann es nicht länger für mich behalten, ich muss dir
einfach sagen wie verzaubert ich von dir bin.
Dein Augen, deine
Haare und vor allem deine Klugheit. Ich kann nur noch an dich denken.
Ich sehne mich so nach dir.
Dein heimlicher Verehrer
Hermione
lief knallrot an. Ginny und Harry grinsten breit, während Ron
grimmig drein schaute und versuchte sich auf ein Buch zu
konzentrieren.
„Hey, was haben wir denn da?"
„Zeig mal
her!" Es waren die Zwillinge.
„So so, unsere Hermione hat also
einen heimlichen Verehrer."
„Wer ist es denn?"
„Wenn
ich es wüsste, wäre es wohl kaum mein heimlicher
Verehrer!", giftete Hermione Fred und George an.
„Sind
wir leicht gereizt Miss Granger?", ärgerte George sie.
Lächelnd schlug sie ihm auf die Schulter.
„Also dann, wenn
ihr uns entschuldigend würdet, wir haben wichtige Sachen zu
erledigen", George zwinkerte allen zu und die Zwillinge
verschwanden durchs Portraitloch.
„Du hast zwei Spaßvögel
als Brüder, wie hältst du das nur aus", sagte sie immer
voller Sarkasmus zu Ginny.
„Och, man gewöhnt sich dran!",
schmunzelte die.
„Ron,
alles klar mit dir?", wandte sich Ginny verwundert an ihren
Bruder.
„Klar!", brummte er.
„Ich geh ins Bett, bin
müde." Verwundert schauten Harry, Hermione und Ginny ihm
nach.
„Er macht sich wohl nur Gedanken über das
Quidditchspiel am nächsten Samstag", bemerkte Harry
achselzuckend. Zu dritt unterhielten sie sich noch eine Weile über
den Brief, wer wohl der heimliche Verehrer sein könnte und
gingen dann zu Bett.
Als
Harry und Ron sich am nächsten Morgen zu Hermione an den Tisch
in der großen Halle setzten, war Rons schlechte Laune schon
wieder verflogen.
„Guten Morgen!", sagte er gut gelaunt zu
Hermione.
„Guten Morgen Ron!" Sie klang ein wenig überrascht,
sah zu Harry der auch nur fragend schaute.
„Ach so ein Mist, ich
hab mein Buch für Zaubertränke vergessen. Geht schon mal
vor, ich komm gleich nach" Hermione hastete aus der großen
Halle. Sie musste sich beeilen, es war nicht mehr viel Zeit und der
Weg vom Gryffindorturm bis hinunter in die Kerker war lang. Sie bog
grade um die letzte Ecke als…
„Aua!"
„Verdammt
noch mal …oh …Granger!" Es war Draco Malfoy mit dem sie
zusammengestoßen war. Er half ihr auf.
„Ich…ähh…",
sie war ganz durcheinander. Malfoy rannte weiter, verwundert über
seine Freundlichkeit, sah sie ihm nach; besann sich jedoch schnell
wieder und betrat den Klassenraum.
„Es tut mir leid Professor
Snape, ich hatte mein Buch vergessen und…"
„Setzen Sie sich,
Miss Granger!" Snapes Stimme klang nicht so hämisch wie sonst,
wenn ein Schüler zum spät kam. Hermione stand da und
wartete auf ihre Bestrafung. Snape drehte sich wieder zu ihr um.
„Ich
sagte setzen, Miss Granger!"
„Ich … ähhh … ja…
natürlich … Entschuldigung." Rasch setzte sich zu Ron und
Harry auf ihren Platz. Ungläubig sah sie die beiden an, die
ihren Blick genauso überrascht erwiderten. Ein leises Raunen und
Murmeln ging durch die Klasse. Normalerweise zog Snape sofort Punkte
ab, wenn ein Schüler zu spät kam, besonders bei einem
Gryffindorschüler. Kurze Zeit später betrat Draco Malfoy
die Klasse.
„Hier Professor Snape. Professor Sprout hofft das
sie genügen werden" Er reichte Snape ein großes Bündel
Blätter und setzte sich.
„Danke Mr. Malfoy. Nun öffnen
Sie bitte alle Ihre Bücher auf Seite 450 und beginnen mit der
Zaubertrankzubereitung. Die Blätter der Alraune die sie
benötigen, finden sie auf meinem Schreibtisch." Sofort
schlugen alle ihre Bücher auf, suchten sich die Zutaten zusammen
und begannen mit der Zubereitung des Tranks. Wie immer ging Snape
durch die Reihen und kontrollierte die Tränke.
„Mr.
Finnigan, strengen Sie sich gefälligst etwas an!"
„Ja-
jawohl Professor!"
„Mr. Longbottom" Er war bei Neville
angekommen, der immer nervöser wurde.
„Vielleich sollte
Miss Granger Ihnen ein wenig Hilfestellung geben. Ihr Zaubertrank
sieht hervorragend aus. Zehn Punkte für Gryffindor." Ein
lautes Raunen ging durch Klasse. Von den Slytherin Schülern
hörte man sogar Proteste. Das konnte nicht sein, Snape lobte
die Arbeit von einem Gryffindor und gab ihnen auch noch Punkte. Er
zog ihnen höchsten für jeden kleinen Fehler welche ab.
„Ruhe!"
Sofort verstummten alle und Snape kontrollierte weiter
Zaubertränke.
„Mr. Malfoy, keine schlechte Arbeit."
Hochmütig begann Draco zu lächeln.
„So, füllen
Sie jetzt bitte alle etwas von ihrem Zaubertrank in eines dieser
Fläschchen, beschriften es und geben es mir."
Die
nächsten beiden Stunden hatten sie Verwandlung bei Professor
McGonagall, wo sie ausführlich über das merkwürdige
Verhalten von ihrem Zaubertranklehrer diskutierten.
„Das kann
unmöglich Snape sein!", sagte Ron energisch.
„Ach, sei
nicht albern", warf Hermione ein.
„Was ist, wenn sich wieder
jemand mit Vielsafttrank, als einer unserer Lehrer ausgibt?", gab
Harry zu bedenken.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass sowas
jemand zwei Jahre hintereinander versucht. Schließlich hat sich
letztes Jahr der Sohn von Mr. Crouch als Alestor Moody ausgegeben",
Hermione wirkte nachdenklich.
„Dann steht er vielleicht unter
dem Imperiusfluch!", spekulierte Ron.
„Mr.
Weasley!" Ron schrak zusammen.
„Wenn Sie meinen, dass sie
bereits so gut sind und sich deswegen ständig unterhalten
können, dann demonstrieren Sie uns doch Ihre Künste",
herrschte Professor McGonagall ihn an. Ron sah hilfesuchend zu
Hermione und versuchte aus dem Keks der vor ihm lag, eine Scheibe
Brot mit Käse zu machen. Es misslang ihm kläglich.
„Vielleicht
sollten Sie lieber etwas mehr üben, anstatt sich mit Ms. Granger
und Mr. Potter zu unterhalten.
„Ja Professor McGonagall!"
Nach
Verwandlung gingen sie in die große Halle zum Mittagessen. Als
sie zu Ende gegessen hatten, kam Collin Creevy auf sie zu.
„Hallo
Harry!"
„Oh, hallo Collin!"
„Hallo Ron! Hermione!" Er
wirkte immer nervöser.
„Ich…äh…"
„Sprich
dich aus, Mann!", drängte Ron ihn.
„Hier!" Er warf vor
Hermione einen Brief mit einer Lilie auf den Tisch und rannte schnell
weg. Hermione nahm den Brief und öffnete ihn langsam.
Liebste Hermione, ich vermisse dich so sehr.
„Hach!",
Hermione seufzte.
„Es ist leicht schnulzig", grinste Harry sie
mit einem Zwinkern an.
„Ja, aber irgendwie süß!"
Hermione strahlte und schien in Gedanken verloren.
„Oh! Da hat
ja jemand wieder Post bekommen!" Ginny setzte sich freudig zu
ihnen.
„Hast du schon eine Idee wer es sein könnte?",
neugierig schaute sie Hermione an.
„Nein…"
„Es wäre
einfacher, wenn er einfach ankommen würde." Ron wirkte leicht
genervt.
„Ron, kein Wunder dass sich für dich keine
interessiert, so unromantisch wie du bist!", fuhr Ginny ihn an.
Mürrisch drehte er sich zur Seite.
„Und? Was denkst
du?"
„Keine Ahnung.", Hermione zuckte mit den Schultern. Mit
einem Mal kniff sie die Augen etwas zusammen und hielt die Lilie
etwas dichter vor die Augen.
„Schaut mal, ein blondes
Haar!"
„Das grenzt deine möglichen Verehrer schon mal
etwas ein."
„Ohja, es gibt auch so wenige Leute mit blonden
Haaren in Hogwarts!", warf Ron ironisch ein.
„Vielleicht ist
es auch nur ein Haar von Collin?", überlegte Harry.
„Meinst
du Collin ist der heimliche Verehrer?", fragte Ron
erschrocken.
„Natürlich nicht", sagte Ginny, noch bevor
Harry etwas erwiedern konnte,
„aber da er Hermione den Brief
gebracht hat, könnte es einfach so von ihm stammen."
„Achsooo!"
Abends
saßen sie zusammen im am Kamin im Gemeinschaftsraum. Sie waren
zum Teil recht schweigsam, da angestrengt überlegt wurde, wer
der heimliche Verehrer sein könnte. Dann, sobald sie eine Idee
hatten, gingen wilde Spekulationen los.
„Vielleicht ist es ja
Snape? Warum sollte er sonst so nett zu dir sein?", höhnisch
grinste Ron Hermione an. Angewidert schaute sie zu Ron.
„Na
komm! Überleg doch mal. Du kommst zu spät, kriegst weder
Nachsitzen, noch zieht er dir Punkte ab. Er lobt deine Arbeit und
gibt dir sogar noch Punkte. Das tut er sonst nie bei einem
Gryffindor!"
„Da hat Ron schon recht, irgendwoher muss doch
dieses seltsame Verhalten kommen."
Die Tage vergingen, ohne das Hermione von ihrem Verehrer hörte. Sie saß mit Ron, Harry, Ginny und Neville eines Abends im Gemeinschaftsrau, als wie aus dem nichts, ein Brief und eine weiße Rose auftauchten. Ginny kreischte vor schreck kurz auf, während alle anderen mehr als überrascht auf die beiden Gegenstände starrten. Vorsichtig ergriff Hermione den Brief und öffnete ihn.
Meine teuerste Hermione, ich kann es nicht mehr aushalten ohne dich. Ich muss dich sehen. Treff' mich heute Abend um elf Uhr im Hof.
In Liebe
„Um
elf?", piepste sie erschrocken.
„Oh mein gott, es ist schon
viertel vor elf! Ich muss mich schnell fertig machen. Harry, würdest
du mir deinen Tarnumhang leihen?"
„Ja, natürlich!",
Harry war vollkommen überrumpelt.
„Du willst da wirklich
hin?" Ron lehnte sich aufgebracht nach vorne.
„Ron lass sie
doch!" Ginny warf ihm einen bösen Blick zu. Geschlagen lehnte
er sich wieder zurück.
„Du solltest dich beeilen, sonst
schaffst du es nicht."
„Du hast recht, ich muss meine Haare
noch machen, mir Sachen raussuchen. Du musst mir helfen, ich schaffe
das sonst nie!" Panik und Nervosität kamen über sie.
„Nun
mal ruhig!", lachte Ginny, nahm Hermione bei der Hand und ging mit
ihr nach oben in den Mädchenschlafsaal. Harry holte derweil den
Tarnumhang.
Oben
angekommen, wurde Hermione etwas ruhiger. Ginny musste die ganze Zeit
über grinsen, da sie Hermione noch nie so nervös gesehen
hatte, außer vor Prüfungen. Zuerst waren die Haare an der
Reihe. So gut sie konnten, glätteten sie sie, mit Hilfe eines
Zaubers. Das Schwierigste war, was Hermione anziehen sollte.
„Ich
glaub ich nehme meinen schwarzen Rock. Oder vielleicht doch lieber
eine einfache Jeans? Oder…"
„Nimm das hier", Ginny drückte
ihr den schwarzen Rock in die Hand,
„und das hier" Passend
dazu gab Ginny ihr eine rosa Bluse.
„Perfekt!"
Hermione
ging hinunter in den Gemeinschaftsrau, wo Harry schon mit dem
Tarnumhang auf sie wartete. Ron starrte sie mit heruntergefallener
Kinnlade an. Als sie ihn ansah schaute, schaute er schnell weg und
lief rosa an.
„Du siehst toll aus, Hermione!" Harry lächelte
sie an.
„Danke!" Sie wirkte leicht verlegen.
„Dann viel
Spaß" Er reichte ihr den Tarnumhang. Sie nickte ihm lächelnd
zu und ging Richtung Portrailoch.
„Und treibt es nicht zu
wild!", rief Ginny ihr hinterher. Sobald Hermione durch das
Portrailoch geklettert war, warf sie sich den Tarnumhang über
und machte sich auf den Weg nach unten. Auf der Hälfte des Weges
traf sie auf Mrs. Norris die mitten auf dem Gang saß und sich
putzte. Vorsichtig wollte sich Hermione an ihr vorbei schleichen, als
Mrs. Norris sich aufrichtete und gradewegs auf sie zuging.
Erschrocken ging sie zurück. Konnte sie Hermione sehen?
„Na
meine Schöne? Hast du einen Störenfried entdeckt?",
höhnte die Stimme von Argus Filch. Er ging zu Mrs. Norris und
blickte sich sorgfältig um, er stand jetzt kurz vor Hermione.
Sie hielt den Atem an. Mit einem Mal ertönte ein lautes Lachen
im Gang.
„Peeves!" Im Sturzflug kam Peeves auf sie zu, zielte
und bewarft Filch mit voller Wucht mit Tintenbomben. Sie trafen Filch
mitten auf dem Kopf und die Tinten lief zu allen Seiten sein Gesicht
herunter. Seine Augen funkelten vor Wut.
„Na warte, diesmal
kriege ich dich und dann bist du dran!", seine Stimme war voller
Zorn. Peeves streckte ihm frech die Zunge raus und flog davon.
„Du
kriegst mich nicht! Du kriegst mich nicht!" Wutentbrannt rannte
Filch hinter Peeves her. Hermione war erleichtert, nur noch 15
Minuten bis elf. Sie huschte lautlos durch die Gänge, kam ohne
weitere Störungen unten an, ging leise durch das große
Eichentor. Kurz bevor sie den Hof betrat, legte sie den Tarnumhang ab
und verstaute ihn sicher. Sie setzte sich nervös an den Rand des
Brunnens. Sie musste nicht lange warten.
„Ich hatte gehofft,
dass du kommen würdest", erklang eine vertraute Stimme hinter
ihr. Allerdings eine recht unangenehm vertraute Stimme. Erschrocken
stand Hermione auf und drehte sich um.
„Malfoy!", hauchte sie.
Entsetzt und mit einem angewidertem Ausdruck in ihrem Gesicht,
schaute sie ihn an.
„Damit hättest du nicht gerechnet,
was?", mit einem frechen grinsen ging er langsam auf sie zu. Er
bemerkte ihre Unsicherheit.
„Mensch Granger! Glaubst du
wirklich, ich würde das alles veranstalten wenn ich es nicht
ernst meinen würde?"
„Naja, nach allem was ich mit dir
erlebt habe, würde mich nichts mehr wundern!", warf sie ihm
spöttisch entgegen. Malfoy dachte nach. Er war in der
Vergangenheit wirklich nie nett zu ihr gewesen. Schon allein
deswegen, weil sie eine Mugglestämmige war. Aber jetzt, in ihrem
fünften Jahr in Hogwarts, hatte er erkannt wie schön und
klug sie war. Sie schaute immer noch misstrauisch aus und schien kurz
vorm kurz davor zu sein, sich einfach umzudrehen und zurück zum
Schloss zu gehen.
„Hier mein Vorschlag, du kommst einfach mit,
schaust dir an was ich vorbereitet habe. Wenn du dann immer noch
meinst, ich veralbere ich nur, darfst du mir wieder eine reinhauen!"
Er zwinkerte ihr zu und dachte lebhaft an den Schlag, den ihm
Hermione in ihrem dritten Jahr verpasst hatte.
„Solltest du
aber doch zu dem Entschluss kommen, dass ich es ernst meine, dann
bleibst du und wir verbringen einen netten Abend." Nachdenklich
schaute sie ihn an.
„Was soll's", seufzte sie,
„dann
ist das ganze Herausmachen wenigstens nicht umsonst gewesen." Sie
versuchte zu lächeln. Draco hielt Hermione seinen Arm hin und
sie hakte sich ein.
„Du siehst übrigens umwerfend aus!"
„Danke!", entgegnete Hermione verlegen. Sie schlenderten den Weg entlang, runter zur peitschenden Weide. Er hatte in dessen Nähe ein kleines Picknick vorbereitet.
„Bitte,
setz dich doch!" Mit einem Schwung seines Zauberstabes erschienen
eine Decke, zwei Sitzkissen, Essen, Trinken und jede Menge Kerzen und
Rosenblätter. Irgendwie romantisch, dachte
Hermione.
„Hier, bitte!", Draco reichte ihr ein
Butterbier.
„Danke!" Verlegen lächelte sie ihn an.
„Was
möchtest du? Ein Stück Kürbisbrot? Oder etwas Leber-
und Nierenpastete?"
„Ich nehme erstmal ein Stück Brot,
danke." Still saßen sie da, keiner wusste so recht, was er
sagen sollte.
„Du bist einfach klasse, wenn es um's
Zaubertrankbrauen geht!", sagte Draco plötzlich, um das
Schweigen zu brechen.
„Oh, ja, danke", druckste Hermione
rum,
„so schwer ist es auch gar nicht."
„Das würde
ich nicht sagen, schau Longbottom an!" Er lachte höhnisch,
bemerkte aber sofort seinen Fehler.
„Ich mein, mit deiner Hilfe
würde er das sicher auch schaffen." Ihr kritischer Blick wich
einem sanftem Lächeln.
„Ach, das ist auch irgendwie nicht
so sein Fach. Und ich glaub Professor Snape macht ihn auch immer sehr
nervös. Dafür ist er, wenn es um Kräuter geht, ein
echtes Genie." Draco wollte grade etwas erwidern, als ein Vogel
sich in die Zweige der peitschenden Weide setzte und im gleichen
Moment von einem ihrer Äste weggeschlagen wurde. Hermione fing
an zu kichern, sah dann Malfoy an der auch schon grinsend dasaß
und beide brachen in lautes Gelächter aus. Das Eis war
gebrochen. Sie unterhielten sich über den Unterricht, über
einige Mitschüler und was sie beim nächsten Hogsmeadbesuch,
welcher am nächsten Tag stattfinden sollte.
„Ich glaube es
ist Zeit zum Schloss zurückzukehren", erklang eine Stimme
hinter ihnen.
„Professor Snape!", japste Hermione und stand
erschrocken auf.
„Oh nein, keine Sorge, er ist mein Pate, weißt
du." Draco lächelte sie lieb an. Ungläubig schaute
Hermione von Draco zu Snape und von Snape zu Draco.
„Es ist so",
sagte Snape in ruhigem Ton. Darum war er also so nett zu mir.
„Ihr solltet euch beeilen, es ist spät. Mrs. Granger
schaffen Sie es allein zurück?"
„Ja…ja, ich denke
schon" Sie wandte sich an Draco.
„Danke für den netten
Abend." Sie lächelte ihn zaghaft an.
„Ich…also….es
wäre schön wenn wir uns wieder sehen könnten…vielleicht
morgen, in Hogsmead…im Eberkopf!" Draco war noch nie so
nervös.
„Naja, ähm", er bemerkte ihre
Unsicherheit.
„Lass dir Zeit. Ich werde morgen ab zwei Uhr da
sein und auf dich warten"
„Chrm, Chrm. Es wird Zeit. Sonst
muss ich ihnen beiden Nachsitzen geben." Er lächelte
gehässig.
„Also dann, Hermione, gute Nacht!" Draco nahm
ihre Hand und küsste sie sanft.
„Gute Nacht, Draco.
Professor Snape."
Sie eilte Richtung Schloss, total durcheinander von dieser Begegnung. Sie war hin und her gerissen ob sie sich morgen mit Draco treffen sollte, oder nicht. Sie hatte keine Probleme zurück zum Gryffindorturm zu kommen. Sie hatte sich zwar, als sie das Schloss betrat, den Tarnumhang umgeworfen, aber sie hätte ihn nicht gebraucht, sie begegnete keiner Menschenseele. Sie schlich sich durch den Gemeinschaftsraum in den Schlafsaal, zog sich leise um und legte sich ins Bett. Mit dem Gedanken, ob sie sich morgen mit Draco Malfoy treffen sollte oder nicht, schlief sie schließlich ein.
