2. Kapitel
Unruhig zog Watson noch etwas an seiner Fliege, bis sie richtig gerade saß. Er trat zurück, um sich im Spiegel zu betrachten. Er trug seinen besten, dunkelblauen Anzug mit einem weißem Hemd und blank geputzen schwarzen Schuhen.
"Warum mache ich das überhaupt?", dachte er. "Es ist ein ganz normaler Abend, wie wir ihn schon tausende Male gemeinsam verbracht haben...egal ob Valentinstag ist oder nicht." Er seufzte.
Und doch war da jedesmal diese Hoffnung, dass dieses Mal doch ein Wunder geschehen würde und sich herausstellen würde, dass Holmes genau das gleich empfand wie er für ihn...
Watson lächelte in den Spiegel. "Wie Holmes schon erkannt hat: du bist viel zu romantisch", flüsterte er und fuhr sich dann nochmal durchs Haar, bevor er sein Zimmer verließ.
Draußen wartet Holmes schon auf ihn. "Sind Sie fertig?", fragte er und Watson nickte.
Obwohl es wirklich schwierig gewesen war, mit der Droschke durch den abendlichen Verkehr zu kommen, schafften es Holmes und Watson rechtzeitig zum Anfang des Konzerts da zu sein.
Als sie beide vor dem Saal warteten, fiel Watson auf, dass fast nur Pärchen gekommen waren. Sie beide waren fast die einzigen Junggesellen, die da waren. Kein Wunder, es war ja auch Valentinstag...
Im Konzert lauschte Holmes in seiner üblichen Haltung der Musik, bei der er die Augen geschlossen hielt und die Finger auf der Stuhllehne entspannt dazu bewegte. Watson konnte sich inzwischen kaum auf die Musik konzentrieren... dauernd wurde sein Blick zu Holmes gelenkt: Er trug einen schwarzen Anzug mit dunkelroter Fliege, was ihm beides einfach perfekt stand, wie er fand. Watson hatte das Gefühl, dass er an diesem Abend eine größere Anziehungskraft hatte als sonst...
"Wie hat Ihnen das Konzert gefallen, Watson?", fragte Holmes, als sie vor der Konzerthalle auf eine Droschke warteten. "Gut und Ihnen?", antwortete Watson, fügte aber in Gedanken hinzu: Aber am besten haben Sie mir gefallen...
"Mir auch", Holmes wandte sich zur Straße und blieb stehen, ohne eine der vorbeifahrenden Droschken anzuhalten, was Watson überraschte. "Holmes, sollten wir nicht schnell eine Droschke anhalten? Das Konzert war ja schon voller Pärchen, ich denke mal, dass es im Simpsons nicht anders sein wird...wir sollten uns beeilen."
Zu Watsons Überraschung drehte sich Holmes lächelnd zu seinem Freund um. "Müssen wir nicht, mein lieber Watson, denn wir werden abgeholt.. von einer Droschke, die ich bestellt habe." "Die Sie bestellt haben?", verblüfft blickte ihn Watson an. "Ja und sie wird uns zu der kleinen Überraschung bringen, die ich für Sie reserviert habe..." Watson starrte ihn an. "Überraschung?", fragte er. "Ja", Holmes lächelte geheimnisvoll und holte dann ein dunkelblaues Tuch aus seiner Manteltasche. "Und dafür muss ich Ihnen die Augen verbinden."
