Das war doch verrückt.
Ich durfte so etwas nicht einmal denken. Draco Malfoy, ein Homo?
Einer, der anderen Jungs auf den Hintern starrte? Ein Perverser wie
ich? Niemals.
Der Typ hatte ja praktisch jede freie Minute ein
Mädchen an der Backe kleben.
Missmutig stocherte ich in den
Resten meines Frühstücks herum.
Der kurze Moment der Hoffnung
wurde gnadenlos von meinem Verstand zerstört. Niemals
würde Draco Malfoy jemanden wie mich mögen, geschweige denn solche
Sachen mit mir tun wie jene, die ich mir immer vorstellte.
Hermione
riss mich aus meinen Gedanken.
„Harry? Kommst du?", fragte
sie. „Wenn wir zu spät bei Snape sind, kriegen wir wieder
Punktabzug."
Ich nickte, schob den erst halb leeren Teller von
mir weg und stand auf. Vor dem großen Tor aus der großen Halle
hinaus gab es wie immer großes Gedränge, sodass wir uns einfach mit
der Masse hinaustreiben ließen.
Plötzlich hörte ich hinter mir
die quietschende Stimme von Pansy Parkinson.
„Ieeeh, hier
stinkt's nach Schlammblut!", tönte sie. „Dracolein, lass uns
hier schnell weg!"
Mir lief ein Schauer den Rücken hinunter und
ich spürte, wie meine Ohren und Wangen rot wurden. Draco war hier
irgendwo ganz in der Nähe. Mein Nacken und meine Arme verkrampften,
als hätte man mir eine Ganzkörperklammer auf den Hals gejagt. Ich
hörte mein Blut in meinen Ohren rauschen – und plötzlich seine
Stimme.
Genau hinter mir.
„Halt die Klappe, Parkinson.",
schnarrte er. „Nerv mich nicht."
Hinter uns bahnten sich zwei
rücksichtslose Siebtklässler einen Weg durch die Menge und drückten
Draco gegen mich.
Ich schnappte nach Luft. Er war direkt hinter
mir. Ich konnte seinen Atem in meinem Nacken fühlen, wodurch sich
die dort befindlichen Haare knisternd aufstellten.
Seine
silberblonden Strähnen strichen meine Schläfe, als er sich ein
Stück vorbeugte.
„Ich hab es mir auch schon vorgestellt…",
flüsterte er.
„Was?", erwiderte ich mit gebrochener
Stimme.
Ich drehte den Kopf und sah ihn an. Und da war er wieder,
dieser Blick. Für einen Moment wurden seine Augen sanft, als würde
der graue Eisnebel verschwinden und ein warmes tiefblaues Meer
offenbaren.
In der erdrückenden Masse aus Schülern griff er nur
eine Sekunde nach meiner Hand. In der Nächsten hatte er auch schon
wieder los gelassen.
Der Ausdruck in seinen Augen war dem
Altbekannten gewichen. Er packte Pansy grob am Arm und zog sie aus
der Menge heraus.
Meine Kehle fühlte sich trocken an und mir war
eiskalt. Ich konnte seinen plötzlichen Sinneswandel nicht deuten.
War das nur ein Spiel von ihm? Eine neue Finte?
Und was hatte er
sich vorgestellt?
Die von hinten nachkommenden Schüler hatten
Hermione, Ron und mich aus der Halle hinaus gedrückt und wie liefen
zehn Meter hinter Draco und Pansy den Gang zu den Kerkern
entlang.
Wie in Trance folgte ich meinen beiden Freunden zum
Unterrichtsraum und setzte mich wie immer auf meinen Platz neben Ron.
Anstatt jedoch meine Sachen auszupacken, starrte ich apathisch auf
die Maserung des Tisches.
„Soso, unsere Berühmtheit hält es
nicht für nötig, am Unterricht teilzunehmen.", schnarrte Snape in
meinem Rücken.
Ich zuckte zusammen und registrierte nur mäßig,
dass die Slytherins um mich herum kicherten. Schnell holte ich meine
Sachen raus, um den Zaubertranklehrer nicht noch mehr zu
verärgern.
„Da nun alle vorbereitet sind, schlagen Sie bitte
Seite 345 auf.", schnarrte Snape.
Es folgte allgemeines
Geraschel.
„Brauen Sie bis zum Ende der Stunde den
VergissNichtsTrank. Eine Probe ihres Trankes liefern sie bitte am
Ende bei mir ab."
Hermione las bereits still die Anleitung, Ron
und ich zuckten nur mit den Schultern. Vermutlich würden wir es
sowieso nicht rechtzeitig bis zum Ende der Stunde schaffen, was dazu
führen würde, dass wir wieder einmal Punktabzug bekämen. Und nicht
fertig war nicht fertig, egal ob nun eine oder fünf Zutaten
fehlten.
Also gingen wir ganz gemächlich in Richtung
Zutatenschrank und kramten Blutegel, Blindschleichenhaut und
Spinnenbeine hervor, die wir nacheinander klein schnitten und
gemeinsam mit etwas Eulenblut in den Kessel warfen. Als Nächstes
musste der trank fünf Minuten köcheln, weshalb wir etwas Zeit zum
Reden hatten.
„Sag mal Harry", fragte Ron.
„Mh?",
machte ich. Mein Blick war, unkontrollierbar, zu Malfoy geglitten.
Ich schreckte zusammen und konzentrierte mich auf meinen besten
Freund.
„Was ist los mit Dir?", fragte der Rotschopf. „Du
bist total schreckhaft, hängst ständig irgendwelchen Gedanken nach…
ist alles ok? Bist Du krank?"
Hermione neben uns lachte
nur.
„Was denn?", grummelte Ron beleidigt. „Ich mach mir
Sorgen und Du lachst."
„Ach Ron", erwiderte Hermione. „Du
hast einfach nur keine Ahnung. Harry ist nicht krank – sondern
verknallt. Stimmt's Harry?"
Ich lief rot an und rührte in
meinem Kessel.
„Nein", antwortete ich, viel zu spät und mit
rotem Kopf. „Das ist es nicht."
„Ja klar", grinste Herm.
„Du willst es uns bloß nicht verraten. Aber das kriege ich schon
noch raus."
Wenn sie das wirklich raus bekommen würde, wäre
das vermutlich mein Untergang.
Am Ende der Stunde
hatte es außer Hermione niemand geschafft, seinen Trank fertig zu
bekommen. Seltsamerweise bekamen nur die Gryffindors Punktabzug,
während die Slytherins mit einem nachsichtigen Lächeln beschenkt
wurden.
Wütend wie immer nach Zaubertränke stapften Ron und ich
auf den Kerkern.
„Maaan", fluchte Ron. „Diese hakennasige
Kellerassel. Ich hasse ihn! Schade, dass wir Zaubertränke nicht
abwählen können…"
Ich legte ihm den Arm um die
Schulter.
„Was soll's, Ron. Zum Glück ist diese Schikane ja
nur einmal in der Woche."
„Mehr würde ich vermutlich auch
nicht ertragen… aber sag mal: stimmt das, was Hermione gesagt hat?
Bist Du verknallt?"
Ich zuckte mit den Schultern. „Keine
Ahnung. Ich denke öfter mal an die Person, aber ob das Liebe
ist?"
Wohl eher Lust. Aber das wollte ich Ron dann doch nicht
erklären.
„Hm", machte Ron. „Aber wenn Du ne Freundin hast,
weiß ich es als Erster ok?"
Ich grinste. „Klar"
Ron
lachte und schlug mir freundschaftlich auf den Rücken.
In dem
Moment ging Malfoy an uns vorbei.
„Ach was.", schnarrte er und
lächelte überheblich. „Potter ist verlieeebt. Wer will Dich
schon, Scarface, hm?"
Ich schickte einen wütenden Blick zu ihm
rüber, antwortete aber nicht. Das musste ich mir dann doch nicht
antun. Und er würde mich ja sowieso nicht wollen.
Lachend und
feixend setzte Malfoy seinen Weg fort.
Als ich abends
im Bett lag, die dicken, schweren Vorhänge um mich herum zugezogen,
die aufgrund von Nevilles penetrantem Schnarchen schalldicht
verzaubert waren, ging mir Draco nicht aus dem Kopf.
Erst seine
seltsamen Äußerungen nach dem Frühstück und dann wieder so ein
dummer Spruch nach dem Unterricht. Es war zum Verzweifeln.
Trotzdem
sah er wirklich gut aus, die Krawatte gelockert, das Hemd etwas
geöffnet. Die enge schwarze Hose betonte seinen Hintern.
Unwillkürlich musste ich seufzen, als ich an die silbrigen Haare
dachte, die sein Gesicht umrahmten. Die sturmgrauen Augen. Und die
Zunge, mit der er sich beim Frühstück über die Lippen geleckt
hatte.
Ich schloss die Augen und stellte ihn mir vor, wie er vor
dem Bett stand. Wie er mich ansah. Und wie er sich dann langsam
auszog. Quälend langsam.
In
Zeitlupe glitt der Umhang herab. Er legte eine Hand an die grüne
Krawatte und lockerte sie. Öffnete ganz gemächlich den Knoten und
warf sie auf mein Bett.
Als
ich etwas sagen wollte, legte er mir einen Zeigefinger auf die
Lippen.
„Pssst",
machte er.
Dann
fuhr er fort, sich zu entkleiden. Das Hemd landete achtlos am Boden.
Das Mondlicht beleuchtete seine blasse Haut, sodass sie zu leuchten
schien. Sein nackter Oberkörper bildete einen reizvollen Kontrast zu
der schwarzen Hose und der silbernen Gürtelschnalle.
Auch
des Gürtels entledigte er sich, mit leisem Klirren landete die
metallene Schnalle auf den Dielen.
Die
ganze Zeit hatte er die Augen geschlossen gehabt. Doch nun, als er
langsam seine Hose öffnete, sah er mir in die Augen. Das kalte Grau
hatte sich in flüssiges Quecksilber verwandelt, es sprühte
Funken.
Er
entledigte sich dem lästigen Kleidungsstück und schlüpfte ins
Bett. Er legte sich neben mich, auf die Seite, sodass er mich ansehen
konnte, den Kopf auf die linke Hand gestützt.
Und
dann begann er, mich zu berühren.Seine
Hand griff in meine Haare, fuhr durch sie hindurch und strich mir ein
paar Strähnen aus dem Gesicht. Dann wanderte sie meinen
Wangenknochen entlang und den Hals hinunter.
Einen
Moment verweilte er auf Höhe des Schlüsselbeins und zog dort sanfte
Kreise.
Doch
nicht lang und seine Erkundung ging weiter. Er zog mir mein T-Shirt
über den Kopf und warf es achtlos ans Fußende. Unwillkürlich
spannte ich meine Bauchdecke an, als seine Finger über meine Brust
glitten. Er umkreiste die rechte Brustwarze, spielte damit und
quittierte mit einem Nicken, dass sie sich verhärtete.
Ich
sog die Luft ein, als er lächelnd seinen Kopf neigte und meine linke
Brustwarze in den Mund nahm. Er leckte daran, zog feuchte Spuren
darum, sog sie in seine Mundhöhle.
Meine
Hände krallten sich in den Laken fest, mein Kopf fiel willenlos zur
Seite. Ich keuchte, als seine Zunge, die seine Finger abgelöst
hatte, tiefer wanderte.
Sie
umkreiste meinen Nabel und suchte sich weiter ihren Weg in Richtung
Süden.
Ohne
zu Fragen und mit einem Ruck zog er mir plötzlich mit der freien
Hand die Shorts runter. Nun lag ich nackt unter ihm, ebenso nackt wie
er.
Ich
öffnete einen Moment die Augen und sah, dass auch an ihm dieses
Spiel nicht spurlos vorbei gegangen war. Seine Erektion stand steil
nach vorne ab, aufragend aus einer kleinen Schicht heller Locken. Sie
waren nicht silbrig, sondern dunkler, fast verschmolzen sie mit der
Haut.
D och dann senkte
Draco seinen Kopf und versperrte mir die Sicht auf seinen nackten
Körper. Aber das war egal. Denn selbst, wenn er es nicht getan
hätte, hätte ich jetzt die Augen geschlossen. Der blonde Slytherin
war an seinem Ziel angekommen.
Mit
festem Griff packte er meine Erektion und begann, seine Hand zu
bewegen, erst langsam, dann immer schneller, doch immer in einem
gleich bleibenden Rhythmus. Ich keuchte auf, als er noch stärker
zudrückte und mich somit noch schneller in Richtung Orgasmus
trieb.
Mit
der freien Hand langte er unter mich und krallte sich in meiner
Pobacke fest, meine Lenden noch näher an sich ziehend.
Mittlerweile
konnte ich nicht mehr still sein. Dank der schallsicheren Vorhänge
konnte mich auch niemand hören – außer Draco. Ich sog die Luft
ein und keuchte, stöhnte meine Lust hinaus.
Plötzlich
jedoch nahm er beide Hände von mir. Verwirrt öffnete ich die Augen.
Er lächelte sanft – und leckte sich über die Lippen. Genussvoll
schloss er halb die Augen und senkte sich wieder zu mir herunter, um
mich mit ebenjener Zunge zu berühren. Er leckte an der geschwollenen
Eichel, fuhr feuchte Spuren am Schaft entlang – und nahm mich
schließlich ganz in sich auf.
Auch
seine Hände hatten ihre Arbeit wieder aufgenommen. Die Rechte pumpte
zur Unterstützung seiner Zunge, während die Linke weiter oben auf
Entdeckungstour ging, über meine erhitzte Haut fuhr, und mit
leichtem Druck rote Spuren auf meiner Brust hinterließ.
Er
passte sich mir an, steigerte das Tempo seiner Hände und seiner
Zunge, je mehr ich stöhnte.
„Draco…
ich… kann nicht mehr", keuchte ich. „Lass mich… bitte"
Doch
er hörte nicht auf mich, sondern fuhr fort, meine Erektion zu
bearbeiten, sodass ich schließlich mit einem erstickten Schrei in
seinen Mund kam.
Seine
Hände wurden langsamer, strichen sanft und beruhigend über meinen
Körper. Schließlich gab er mich frei, schluckte kurz – und
lächelte. Zufrieden. Glücklich.
Als
ich schwer atmend die Augen öffnete, war ich – natürlich –
allein. Seufzend langte ich nach meinem Zauberstab, um die
verräterischen Flecken zu entfernen, als meine Hand nach etwas
griff, das sich nicht nach Bettdecke anfühlte. Stoff, ja, aber keine
Baumwolle. Eher… Satin oder Seide. Ich griff nach dem Stoffstück
und zog es zu mir.
In der Dunkelheit konnte ich jedoch nichts
erkennen.
Nun griff ich doch nach dem Zauberstab.
Lumos
Die Spitze des Stabes flammte auf und hüllte meine Umgebung in sanftes bläuliches Licht. Ich richtete den Blick wieder auf den Stoff in meiner Hand – und schnappte nach Luft, als ich die grünen und silbernen Streifen sah.
