Alte Bekannte
Kapitel I
Belize, Mittelamerika
Klong, klong...
Ihre Stiefel verursachten ein hohles Geräusch, als sie vom Fischkutter sprang und auf dem alten Holzsteg landete. Sie streckte sich genüsslich, denn auf dem alten Kahn war es ihr nicht besonders gut ergangen. Das alles war Teil einer Tarnung gewesen, da man ihr am Telefon gesagt hatte, sie soll nicht zu offensichtlich in das kleine Land an der Küste Mittelamerikas einreisen. Das war ihr gelungen, wenn es auch eine ziemliche Tortur gewesen war.
Alles hatte damit angefangen, dass sie einen Flieger nach Honduras genommen hatte und von dort aus mit eben genanntem, alten Kahn über das Meer geschippert war. Geschippert traf es in diesem Fall ziemlich genau. Der Kahn war langsam gewesen, unter Deck war kein Platz gewesen und die einzige Unterhaltungsmöglichkeit war ein nach Fisch stinkender Skipper gewesen, der auch noch kein einziges Wort Englisch sprach. Das war eine der schlimmsten Touren gewesen, die Lara bisher unternommen hatte. Und sie hatte schon viele Touren hinter sich. Sie lockerte ihre Muskeln, ließ noch ein mal genüsslich ihren Kopf kreisen und verabschiedete sich lächelnd von dem Skipper.
Dieser winkte ihr zu und stierte unentwegt auf ihren üppigen Busen. Den hatte Lara in ihrem neuen „Standardoutfit" verpackt. Das braune Oberteil, darunter ein weißes Tanktop, eine braune Hotpants. Schwarze, wasserdichte und reißfeste Stiefel und ihren Rucksack. Das Headset lag verpackt mit ihren Waffen, ihrem PDA und dem Magnethaken im Rucksack. Einzig und allein das Fernglas hatte sie gewagt offen an ihrem Gurt zu tragen. Der Mann war zwar ziemlich freundlich gewesen, vor allem nach dem sie ihn mit amerikanischen Dollar bezahlt hatte. Aber so ein PDA war doch ein nettes Mitbringsel für die Familie daheim.
Die Sonne stand schon relativ hoch am Himmel. Mittagszeit!
Zur Mittagszeit war es in Belize besonders heiß, weshalb wohl auch nicht so viele Menschen sich auf die Straße wagen würden. Unter ihren Füßen schwappte das blaue Meer, so Kristallklar, dass man meinte, bis auf den Grund sehen zu können. Ein dunkler, torpedoförmiger Schatten zog knapp über der Wasseroberfläche daher. Eine dreieckige Rückenflosse blickte hinauf aus dem Wasser. Ein kleiner Hai, nicht besonders gefährlich, aber dennoch ein Haifisch. Belize war eine Ansammlung von verschiedenen Tieren, die jeder normale Mensch, wohl behütet in seinen vier Wänden, niemals zu Gesicht bekam, außer im Fernsehen und im Zoo. Haie, Krokodile, Eidechsen, Skorpione, Raubkatzen etc...
Das war genau Laras Kragenweite. Seufzend winkte sie dem Boot noch ein mal hinterher, dann schritt sie los. Ihre Füße verließen das etwas unsichere Holz und sie trat auf einem platt gewalzten und getrockneten Pfad aus Schlamm. Das war in Hopkins, dem Ort an dem sie sich im Moment befand, wohl schon eine große, befahrene Straße. Aber im Moment war weit und breit keine Menschenseele. Das war eigentlich auch besser so. Sie ging los, versuchte sich zu erinnern, welche Route man ihr genannt hatte. Vom Holzsteg gerade aus, nach hundert Metern links abbiegen. An dem kleinen Getränkeladen auf der rechten Seite vorbei und dann nach weiteren hundert Metern links durch das blau gestrichene Tor gehen.
Lara tat wie ihr geheißen wurde und ging los, ihren Rucksack locker geschultert. Sie ließ sich Zeit und sondierte die Umgebung genauer. Wenn man schon wert darauf legte, dass Lara Croft sich ins Land schlich, dann musste es etwas gefährliches sein. Und sie wollte keine bösen Überraschungen erleben. Doch die vereinzelten Häuser, die weder stilistisch noch von der Höhe zu oder an einander passten, waren leer. Die meisten Fensterläden geschlossen. Nur hier und da sah sie einige dunkelhäutige Kinder herumhasten und mit einem abgewetzten Ball spielen. Als sie die erste Kreuzung erreichte, brauste ein alter Geländewagen an ihr vorbei und einige jugendliche Männer pfiffen ihr zu. In ihrer knappen Kleidung und mit der gepflegten Haut war Lara sicherlich eine der schönsten Frauen in diesem Land. Und eine weiße Frau war hier auch noch eine wirkliche Seltenheit. Sie genoss die Anerkennung der Jungs einen Augenblick und schritt dann weiter, als der Wagen um die nächste Biegung sauste und eine Haufen Staub aufwirbelte. Ob die Jungs überhaupt einen Führerschein besaßen, war eher fraglich. Aber das sollte mal nicht Laras Sorge sein. Ihr Ziel lag am Ende dieser Straße. Ein kleines Hotel mit blauem Gartenzaun und etwa fünf oder sechs Zimmern. Ein wirklich winziges Familienunternehmen. Von einem Foto, was sie sich nach dem Telefonat aus dem Internet gezogen hatte, her wusste sie, dass der Garten mit vielen, schönen und seltenen, tropischen Pflanzen bepflanzt worden war. Palmen, davon auch Fächerpalmen, wenn Lara sich im Namen nicht irrte. Sie sahen wirklich aus wie riesige Fächer, die man zum belüften von irgendwelchen Scheichen und anderem neureichen Pöbel benutzte.
Lara hasste solche Menschen und vor allem hasste sie solche Männer. Sowieso war die Welt der Aristokratie so gar nicht ihr Fall. Hier und da organisierte sie zwar den ein oder anderen Ball oder eine Benefizveranstaltung oder Auktion, aber sie tat es eher selten, um ihren gesellschaftlichen Ruf Aufrecht zu erhalten. Sie hatte durch ihre Arbeit schon einen guten Ruf, bei dem anständigen Teil der Bevölkerung und der andere Teil würde eben mit den Fotos und Zeitungsartikeln Darts spielen. Das war ihr vollkommen egal. Denn irgendwann einmal würde sie denen in den Hintern treten dürfen. Sie war mal gespannt, worum es dieses Mal ging und welcher böse Bube sich nun dahinter verbarg.
Und die wichtigste Frage von allen war: Warum Sara Pezinni sich ausgerechnet in Belize befand? Lara war schon einige Male hier gewesen und das Land war wirklich sehr schön, aber wie kam eine Polizistin aus New York, die ihrem Job mehr schlecht als recht nachging, was nicht unbedingt an ihrer Faulheit sondern eher an ihrer Bürde lag, dazu sich in Belize aufzuhalten. Einem der unerreichbaren Paradiese für viele Amerikaner. Nun gut, von Kalifornien war es bis Mexiko nicht weit und von Mexiko war es bis Belize auch nur eine relativ angenehme Fahrt von fünf Stunden. Aber New York lag am anderen Ende dieses großen Kontinents. Diese Fragen sparte sie sich für später auf, wenn sie sich erstmal in dem Hotel befand. Sie erreichte den Getränkeshop, von dem Sara ihr erzählt hatte.
Eine alten Frau, mit zerfurchten und sonnengebräuntem Gesicht blickte ihr von einer kleinen Bank vor dem Laden entgegen und grinste freundlich. Lara grüßte sie in der Landessprache, eines der wenigen Worte die sie kannte. Mit der Landessprache von Belize kannte sie sich sowieso nicht so gut aus. Eine der wenigen Sprachen, die Lara für zum lernen, als eher unsinnig empfunden hatte. Denn in Belize sprach man auch in manchen Teilen und je nachdem mit wem Deutsch und Englisch.
Die alte Frau erwiderte mit einem zahnlosen Grinsen ihren Gruß und winkte leicht. Sie wirkte, trotz ihres angeschlagenen Aussehens keineswegs so, als ginge es ihr schlecht. Nein, sie gab Lara sogar viel mehr das Gefühl, dass sie mit ihrem Leben glücklicher war, als irgendwelche Europäer. Das machte Lara irgendwie heiter. Denn die Fahrt auf dem Kahn hatte ihre Laune wirklich beträchtlich gedrückt. Während sie noch unter der glühenden Sonne Mittelamerikas einher schritt, überlegte sie, was genau Sara wohl von ihr wollte. Klar, sie hatte Lara um einen riesigen Gefallen gebeten, allein das war schon Grund genug für die Archäologin gewesen, ihre Freundin aufzusuchen. Aber das Sara am Telefon so geheimnisvoll getan hatte, hatte Lara nur neugieriger gemacht.
Und es war auch sehr Besorgnis erregend, denn eine Polizistin die nichts von ihrem Plan Kund tun wollte, weil sie Angst hatte, abgehört zu werden, war nicht besonders beruhigend. Darum beeilte sich Lara jetzt auch einen Schritt schneller. In ihrem Kopf keimte ein Bild, wie sie in Saras Zimmer trat und diese mit einem Loch im Kopf auf dem Bett liegend fand. Doch sie versuchte, das Bild zu verdrängen. Niemand wusste, dass sie sich in Belize trafen. Sara hatte den alten Cäsar Verschlüsselungscode benutzt. Dabei nahm man einfach ein Wort und ersetzte die Buchstaben durch den im Alphabet nachstehenden Buchstaben.
Ein simpler Plan, der aber nur selten durchschaut wurde. Darauf hatten sie sich nie geeinigt, aber als Sara plötzlich sinnlose Buchstaben gebrabbelt hatte, war Laras Alarmsystem angesprungen.
Usfggfo jo cfmjaf
War ihre Botschaft gewesen. Lara hatte nicht lange gebraucht, um die richtige Konstellation zu finden. Treffen in Belize. Simpel, aber effektiv. Und nun war Lara hier. Die restlichen Informationen hatte sie vor einer knappen Stunde auf den PDA erhalten und sie hoffte inständig, dass niemand sie abgefangen hatte, der damit mehr anfangen konnte, als sie. Schließlich fand sie die Fächerpalmen, die Sara erwähnt hatte und auch das blau gestrichene Tor. Es war mehr eine kleine Tür, eine Art Lattenzaun mit Rosenbogen. Nur das dort eben keine Rosen wuchsen. Lara trat zwischen den Palmwedeln ein und schritt einen kleinen, schmalen mit Pflastersteinen ausgelegten, Weg entlang. An einer bestimmten Stelle gabelte sich der Pfad. Zum einen führte er nun auf eine kleine Sonnenterrasse und in Richtung des Haupteinganges.
In die andere Richtung ging es ein mal um das Hotel herum. Lara entschied sich, das Hotel zu umgehen, so dass sie die Rückseite erreichen konnte. So konnte sie sich ein Bild der Lage machen und feststellen, ob nicht irgendwo Wachleute oder Scharfschützen positioniert waren. Wenn man ein Leben lebte, wie Lara Croft, so wurde man unweigerlich Paranoid. Oder einfach sehr, sehr vorsichtig. Den Anblick, der sich ihr nun bot, hatte sie nicht erwartet.
Hinter dem Hotel lag ein kleiner Pool, etwa fünfzehn Meter lang und fünf Meter breit. Eigentlich war das mehr eine Art Planschbecken, im Verhältnis zu Laras Pool in England. Aber dennoch für einige Personen bot es genügend Platz zum Bahnen schwimmen oder einfach einwenig abkühlen. Zu ihrer Rechten standen drei Sonnenliegen, allesamt weiß und aus Plastik, aber nur eine der Liegen war mit einem Handtuch bedeckt.
Ein dunkelblaues Handtuch.
Im Wasser befand sich auch nur eine einzige Person. Sie war schlank, weiblich und hatte braunes, langes Haar, was ihr am Kopf klebte, während sie im Kraulschwimmen die Bahnen hin und her schwamm. Lara wartete einige Sekunden, ehe sie sich mit einem ziemlich lauten Räuspern bemerkbar machte. Sofort unterbrach besagte Person ihre Bahnen und blickte Lara durch zwei getönte Gläser an. Eine elegante Taucherbrille. Nicht geeignet, um tief ab zu tauchen, aber genau richtig, um das Wasser von den Augen fern zu halten.
Dann wurde das Lächeln auf dem Gesicht der Person im Wasser breiter: „Lara, schön das du kommen konntest." Lara zuckte nur mit den Schultern und stellte ihre Tasche und den Rucksack auf dem Boden ab. Sie wartete, bis Sara sich aus dem Wasser gehoben hatte und nach dem blauen Handtuch griff. Während sie sich abtrocknete und ihren nassen Bikini abtupfte, begann sie zu sprechen: „Ich hätte nicht so früh mit dir gerechnet."
„Tja, ich bin halt eine Frau, die es gern etwas schneller hat.", Lara wartete, bis ihre Freundin einigermaßen trocken war, dann umarmten sie sich: „Du weißt doch, ich fahr nicht umsonst so gern Motorrad."
„Wie könnte ich das vergessen, Süße?!", fragte Sara rhetorisch: „Lass uns in mein Zimmer gehen, dort kläre ich dich auf."
„Nicht nötig, ich weiß schon wie das mit den Bienchen und den Blümchen funktioniert, musst du wissen.", scherzte Lara.
Die junge Polizistin lachte kurz auf, dann griff sie sich ihr Handtuch und betrat den dunklen Hotelinnenraum. Lara folgte ihr. Das Innere des Hotels war mehr wie eine Art Wohnzimmer. Im Gemeinschaftssaal standen zwei kleine Couchgarnituren, einige Sessel und eine Art Liege schön drapiert um einen Couchtisch, auf dem ein Fernseher stand. An der Wand stand ein Sideboard aus Kirschholz mit einer alten Vase. In einem der Sessel saß ein alter, gemütlich dreinblickender Mann und rauchte eine Pfeife, während er sich von den Worten eines Sprechers leise berieseln ließ.
Das Wohnzimmer verlassend kamen sie in ein kleines Foyer. Hinter einem Empfangstresen saß eine alte Frau und lass eine Zeitung. Scheinbar war Sara eine der wenigen Gäste dieses Ambientes. Sie beachteten die alte Frau nicht, sondern schritten direkt die Stufen hinauf. Im ersten Stock lag ein kleiner Flur, der in vier oder fünf Türen abzweigte und dann auf einer Art Rundterrasse mündete, von wo aus man die halbe Stadt bis hinunter zum Strand sehen konnte. Ein wirklich schöner Ausblick und ein guter Ort, um sich der Sonne hinzugeben.
Aber auch das war nicht ihr Ziel. Kurz vor der Terrasse bog Sara in das Zimmer zu ihrer Linken und schloss hastig die Tür. Der Raum war schön dekoriert. Sowieso war das gesamte Hotel in einem wirklich traumhaften Stile errichtet worden. Es gefiel Lara auf Anhieb. Sollte sie Belize jemals als Urlaubsort auswählen, so würde sie sicher hier absteigen.
„Okay, worum geht es?", wollte Lara wissen. Nettigkeiten konnten sie auch später, auf der Fahrt eintauschen. Sara seufzte und ging ein mal um das Doppelbett herum, ging dort in die Hocke und förderte aus ihrem Koffer einige Ausdrucke hervor. „Kennst du diesen Mann?", sie zeigte Lara das Foto eines Mannes, der gerade eine schwarze Limousine verließ. Sein Haar war grau, sein Gesicht leicht zerfurcht. Er wirkte wie ein Mann Mitte fünfzig und das war er wohl auch. Eine große, schwere Sonnenbrille verdeckte seine Augen und in seinem Mundwinkel hatte er eine qualmende Zigarre.
„Einer unserer besten Männer hat die Fotos gemacht. Näher kommt man an ihn nicht dran.", erklärte Sara ihrer Freundin.
„Wer ist das?", wollte Lara wissen.
„Das ist Corban Frys, ein Mafiaboss und Führer der berüchtigten Frys-Familie.", erklärte Sara knapp: „Ursprünglich war das eine italienische Mafiagruppe, doch seit Frys das Erbe angetreten hat, entwickelte sich daraus eine richtige Organisation. Mit seinem Einfluss regiert er mittlerweile fast die gesamte Unterwelt von New York City und Umgebung."
„Ein Mafioso, also.", Lara nickte zur Bestätigung, dass sie die Informationen sicher irgendwo verstaut hatte: „Und wo kommt mein Part?"
„Ich dachte das...", Sara legte ein weiteres Foto auf den Tisch: „...könnte dich interessieren." Laras Augen wurden groß und kugelrund. Das nächste Bild war nur Sekunden später aufgenommen worden, nachdem Frys das Auto verlassen hatte. Ihm folgte eine Frau Mitte bis Ende dreißig. Sie hatte blondes Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden und trug ein schwarzes Abendkleid. Auch ihr Gesicht verbarg sie hinter einer Sonnenbrille.
Das Gesicht war ihr so Bekannt, wie Jesus Christus Ikonen. Sie war in jedem Klatschblatt abgebildet. Eine Neureiche Britin, die einige Millionen von ihrem verstorbenen Vater geerbt hatte. Ihr Name war Alexia Foster. Sie war so ziemlich auf jeder Veranstaltung, die von der britischen High Society engagiert worden war und hielt ihren Namen aus Nichts heraus. Außer aus den schmutzigen Dingen. Ihre neuste Leidenschaft war das sammeln antiker Artefakte und nicht selten verkaufte sie diese auch zu horrenden Preisen auf dem Schwarzmarkt oder bei öffentlichen Auktionen.
Sie nannte sich selbst eine Archäologin, war aber mit ihrem damaligen Studium der Archäologie nie fertig geworden. Meistens ließ Alexia jemand anderen für sich arbeiten und erntete nur den Ruhm. Und jetzt schien sie sich mit Frys verbündet zu haben. Das konnte ja nichts gutes bedeuten.
„Das ist Alexia Foster.", wiederholte Lara ihren Gedankengang: „Ich nehme an, du hast deine Hausaufgaben gemacht?!", Sara nickte als Antwort und deutete auf den Mann, der auf beiden Bildern neben der offenen Hintertür stand. Er trug einen weißen Anzug und eine schwarze Krawatte. Sein schwarzes Haar war militärisch kurz geschnitten: „Das ist Fernando, Frys neuer Bodyguard und Meister des bewaffneten Kampfes."
„Ein Ninja quasi,", schlug Lara ein einfacheres Wort vor. Sara nickte. „Okay und wo genau ist der Haken, was wollen wir hier in Belize?!", wunderte sich Lara schließlich. Sie hatte zwar schon einen Verdacht, denn wenn sich eine „Archäologin" und ein Mafiaboss zusammenschlossen, dann konnte das nie was gutes bedeuten. Und vor allem nicht, wenn sie sich in Belize, einem der Wohnorte der alten Maya Kultur befanden.
„Unsere letzten Satellitenbilder empfangen einige Zeichen aus dem Dschungel von Belize.", Lara erkannte auf dem Ausdruck einige helle Schemen. Es sah aus wie Zelte und Fahrzeuge und herumwuselnde Menschen: „Das ist der letzte Aufenthaltsort unserer beiden Lieblinge." „Hmmm...", Lara dachte nach.
„Das ist eine geheime Mission. Außer uns beiden und meinem Vorgesetzten weiß davon niemand. Weil Frys außer Landes geflohen war, konnte die Polizei von ganz Amerika nicht mehr auf ihn zugreifen. Und man hat mich geschickt, um Frys zu kassieren. Wenn herauskommt, was wir hier tun. Dann bin ich ziemlich gearscht...", sie grinste: „...um es mal amerikanisch auszudrücken, meine Liebe!"
„Versteh ich.", Laras Gedanken kreisten. Wieso schlugen sie ihre Zelte ausgerechnet dort auf? In der Nähe von Altun Ha? Altun Ha war eine antike Mayaruine. Dann fiel es ihr plötzlich wie Schuppen von den Augen. „Ach du...", den Fluch sparte sie sich auf und deutete auf die Karte: „Kennst du die Geschichte von Grab des Mayakönigs?" Doch die Antwort war eigentlich schon klar. Sara kannte sie nicht. Sowieso kannte die Geschichte kaum einer. „Die Maya nutzten ihre Tempel, anders als die Ägypter, niemals als Gräber für ihre König. Jedenfalls dachte man das früher.", sie legte eine Art künstlerischer Pause ein: „Vor einiger Zeit entdeckten Archäologen bei ihren Ausgrabungen unter der Treppe einen weiteren Durchgang und man wurde im Inneren auf eine Kammer aufmerksam, das war etwa 1952. Und diese Kammer stellte sich schnell als Grab heraus. Mit vielen, wertvollen Schätzen und Schriftrollen.", erneut legte sie eine Atempause ein: „Dadurch bekam die Archäologie ein vollkommen neues Gesicht von den Mayas und man bekam neue Eindrücke."
„Denkst du, dass...", Sara kam nicht dazu den Satz zu vollenden.
„...sie in Altun Ha ein weiteres Grab vermuten?", vollendete Lara den angefangenen Satz. Durch das offene Fenster zog eine leichte, warme Brise herein und ließ den weißen Vorhang wehen: „Ja. Das denke ich. Und ich will einen so bedeutsamen Fund nicht so schmierigen Leuten wie Frys und Foster überlassen."
„Genau das hab ich von dir erwartet.", Sara grinste. Jetzt bekamen sie beide eine große Chance, die ihrer Karriere nur gut tun konnte. Außerdem würden sie ein Weltkulturerbe vor der Verwüstung und Plünderung durch Banausen bewahren können.
Das Abenteuer konnte beginnen.
Fortsetzung folgt
