Werwölfe?!
„ Na du, weilst du wieder unter den Lebenden." er grinste, aber eine gewisse „Panik" konnte ich in seinem Blick dennoch erkennen „Naja, eigentlich ja nicht. Du bist jetzt eine „ewige Verdammte" und dafür siehst du echt monstermäßig scharf aus!" Seine Betonung lag deutlich auf dem Wort monstermäßig.
Ich überlegte kurz was ich nun tun sollte, sollte ich etwas sagen oder mich bewegen? Ich entschied mich für ersteres, um ihn nicht gleich zu sehr zu erschrecken.
„Danke Jake" ich geriet kurz ins grübeln. War das eben wirklich meine Stimme? Sie klang viel stimmiger, viel höher und viel weicher als meine alte Stimme. Ich grinste.
Auch Jacob bemerkte das „Auch deine Stimme ist monstermäßig."
Ich schaute ihn an und war überrascht wie gelassen er war. „Jake, wie lange habe ich" ich formte mit meinen Fingern Anführungszeichen „geschlafen?".
Ich war immer noch verwirrt wie meine Stimme jetzt klang, ließ es mir aber nicht nochmal anmerken.
Jakes Blick wurde plötzlich unergründlich „Du meinst wie lange die Verwandlung gedauert hat?"
Ich nickte, die Bewegung ging überraschend schnell von statten „Es ist jetzt 3 Tage her, das wir dich auf der Lichtung mit dem Blutsauger gefunden haben." Seine Miene wurde plötzlich hart und verbittert. Hatte er vergessen, dass ich jetzt auch einer von diesen Blutsaugern war? Und überhaupt woher wusste er, dass wir Vampire waren? Klar, er hatte mir damals am Strand diese Schauergeschichten erzählt, die sich alle als wahr herausstellten, aber er hatte doch selbst nie daran geglaubt. Oder etwa doch? Und warum hatte er keine Angst vor mir? Fehlt ihm der Überlebensinstinkt?
Viel zu viele Fragen schwirrten in meinem Kopf, ich war der Meinung einige sollten an ihn gestellt werden.
„Jake" begann ich vorsichtig, „ Was hast du auf der Lichtung mit diesem blöden Sam gemacht? Ich dachte du magst ihn nicht! Und wieso ist Laurent plötzlich abgehauen? Wie konntet ihr zwei kleinen Menschlein ihn davon abhalten mich auszusaugen? Jake, was ist hier los!"
Jacob überlegte kurz und fing denn schallend an zu lachen. Ich starrte ihn entsetzt an. Was war an meinem Fragen so lustig? Hatte ich irgendeinen Witz nicht mitbekommen.
Er bemerkte meine versteinerte Miene und verstummte. Es herrschte ein paar Sekunden Stille, bis er endlich antwortete.
„Ich dachte eigentlich du wüsstest schon längst das ich kein „normales kleines Menschlein" mehr bin." Er grinste höhnisch, aber ich verstand nur Bahnhof.
Er wartete einen Moment ab und sprach dann weiter: „Komm mal dichter heran und riech mal an mir!"
Ich musste gar nicht dichter rangehen um zu riechen, dass er widerlich roch. Fast wie ein nasser Hund.
Ich schaute ihn halb fragend und halb angewidert an. Auch das entgang ihm nicht „Guck nicht so." sagte er spöttisch „Du riechst auch nicht besser. Dein Geruch ist sehr süß, viel zu süß und du riechst eisig. So das es in meinen Nasenflügeln förmlich brennt, wenn ich deinen Duft einziehe. Kannst du dir nicht vorstellen woran das liegen könnte?" ich schüttelte rasant den Kopf. Mein Gehirn dachte jetzt viel schneller, aber dennoch kam ich nicht darauf was er mir sagen wollte.
„Es ist ein Abwehrmechanismus Bella. Wir sind von Natur aus Feinde. Normalerweise kommen sich Werwölfe und Vampire sonst nie so nah, ohne das es zu einem Kampf…"
„Was sagst du da!" unterbrach ich ihn aufgebracht „We… Wer… Wer… Werwölfe? Wer ist ein Werwolf? Doch nicht etwa du, oder? Du willst mich doch verkohlen."
Ich sprang auf und diese Bewegung vollbrachte ich so schnell, das ich mich gar nicht an die einzelnen Abläufe erinnern konnte.
Jacob schaute kurz entgeistert und schüttelte dann den Kopf als wolle er einen Gedanken der ihm gekommen war wieder abschütteln. Dann sagte er mit seiner ruhigen rauen Stimme „Ja Bella, ich bin ein Werwolf. Ich dachte eigentlich du wärst schon drauf gekommen. Ich dachte dein Matheverständnis ginge wenigstens soweit, dass du eins und eins zusammen zählen kannst und auf zwei kommst.", er lächelte sein Jacoblächeln, dass ich brauchte um mich zu beruhigen „ Ich dachte du könntest dich noch an die Geschichte erinnern die ich dir damals am Strand von La Push erzählt habe. Und das du darauf kommst, das ich auch anders sein könnte als normale Menschen. Immerhin stimmte der Teil mit den Vampiren, also warum nicht auch der mit den Werwölfen." Er zwinkerte, ich schaute ihn immer noch ungläubig an „Was Laurent angeht, haben wir uns um ihn gekümmert, er wird nie wieder irgendwen beißen können!", er lachte laut auf „ Zu deiner Frage die auf Sam anspielte. Er ist kein so ein Arsch für den ich ihn gehalten habe. Er ist wie ich ein Werwolf. Auch die anderen aus der Gang sind so wie ich. Ich war mit ihm und den Jungs auf Patrouille, als uns plötzlich dieser ekelhafte Geruch eines Blutsaugers in die Nase stieg", Jacob schaute mich entschuldigend an „Als wir ihn dann auf dir sahen, haben wir ihn von dir weggerissen und ihn vernichtet. Es war nicht schwer, es hätte sogar Spaß gemacht, wenn du da nicht gelegen hättest.", sagte er abschließend. Langsam viel mir alles wieder ein, was während meiner Verwandlung geschehen ist, das Gespräch mit Sam, in dem sogar das Wort Werwolf gefallen ist.
Ich schaute ihn entrüstet an „ Du … du … du bist also ein Werwolf? Du bist mein Feind? Und du hast mir das Leben gerettet und dich gegen deine Gang gestellt und…"
„Wir nennen uns für gewöhnlich Rudel" warf er ein und lächelte friedvoll.
Ich schaute ihn verblüfft an und sprach weiter: „ Du hast dich also gegen dein Rudel gestellt? Für mich? Einen Vampir, den du eigentlich töten solltest? Und dann hast du mich von Forks bis hier her getragen, um mich in Sicherheit zu bringen?" ich schaute zu ihm auf um mich zu vergewissern, dass ich auch ja nichts vergessen hatte. Er nickte selbstzufrieden.
Ich lächelte ihn breit an und ich konnte einfach nicht anders, ich fiel ihm um den Hals und flüsterte in sein Ohr ein leises „Danke".
Er war kurz erstarrt, aber erwiderte dann meine Umarmung und sagte leise: „Ist doch Ehrensache. Ich hatte dir doch versprochen immer auf dich aufzupassen und für dich da zu sein. Außerdem hättest du doch das gleiche für mich getan!" Ich nickte langsam und hätte ich weinen können, so wären mir jetzt bestimmt die Tränen über die Wangen geflossen.
„So genug mit der Süßholz-Raspellei. Ich denke mal du hast großen Durst. Wir sollten Jagen bevor du über mich herfällst." Er lachte und ich stimmte in sein fröhliches Lachen ein, dieser Klang hatte immer noch die gleiche ansteckende Wirkung auf mich.
Er sprach weiter und musterte mich „Ich hoffe du hältst es mit der Ernährung wie die Cullens und gibst dich mit Tierblut zu Frieden. Ich habe keine Lust Leichen zu beseitigen!" es sollte lustig klingen, aber es schwang ein ernster Unterton mit.
„Klar" sagte ich lächelnd, bei dem Gedanken einen Menschen zu töten lief es mir eiskalt den Rücken herunter. Allerdings hatte er recht, ich hatte Durst. Meine Kehle brannte und verlangte nach dem einzigen was dagegen helfen konnte: warmes Blut.
„Lass uns lieber schnell gehen, bevor ich doch noch Dummheiten mache" sagte ich sarkastisch.
Er nickte und wir rannten los.
